Georg bat mich, eine Vorstellung seines Projekts Buchdialoge.de als Gastartikel zu veröffentlichen.
„Mehr Bücher lesen“, das wollte ich schon lange, aber es ist mir nie so richtig gelungen. Und vielleicht lag es ja auch am Format, denn man liest ja meist den Monolog einer Person nach.
Ich aber fand schon immer Gespräche und Dialoge viel spannender, konnte aus denen auch immer mehr mitnehmen.
Und so habe ich jetzt Buchdialoge.de gebaut: Ein Podcast, in dem pro Folge ein Sachbuch durch zwei Stimmen zusammengefasst und auch eingeordnet wird, und das in nur 15 Minuten.
Anders als bei Blinkist ist es also kein Monolog, sondern ein lebendiger, „Podcast-artiger“ Dialog.
Die Buchauswahl ist dabei alles, was „die Welt verstehen“ hilft: Wissenschaft, Soziologie, Biologie, Geschichte, Politik und Philosophie. Dabei ist weniger wichtig, wer der Autor ist, sondern ob die Thesen plausibel argumentiert und evidenzbasiert sind.
Bücher rund um Evolution haben wir aktuell:
Richard Dawkins – Das egoistische Gen
Das Gen als unsterblicher Replikator: Wir sind nur dessen Überlebensmaschinen

Bryan Caplan – Selfish Reasons to Have More Kids
Genetik schlägt Erziehung: Mehr Kinder mit weniger Stress

Mark Regnerus – Cheap Sex
Wie Technologie Liebe, Ehe und die sexuelle Ökonomie verändert hat

Gerade „Cheap Sex“ fand ich sehr spannend: Es erklärt die moderne Dating-Kultur
und das Sinken der Fruchtbarkeitsraten mit einem ökonomischen Theorieansatz:
Was Du aus dem Buch mitnehmen kannst
Die Ökonomie der Intimität
Mark Regnerus argumentiert in Cheap Sex (2017), dass die radikalen Veränderungen in Dating, Ehe und Monogamie in den USA nicht primär durch ideologischen Wandel, sondern durch technologiegetriebene Marktveränderungen erklärt werden. Die zentrale Erkenntnis ist, dass Sex „billig“ geworden ist, was bedeutet, dass Frauen weniger Gegenleistung (wie Zeit, Engagement oder Ressourcen) von Männern für sexuellen Zugang erwarten. Diese Preisunterdrückung wurde durch drei Hauptentwicklungen vorangetrieben: die Pille, die Pornografie und Online-Dating-Plattformen. Diese Dynamik führte zur Spaltung des Partnermarktes in einen lockeren „Sex-Markt“ und einen „Ehe-Markt“. Die Konsequenz ist eine geschlechtsspezifische Asymmetrie, bei der Männer, deren Interessen an sexuellem Zugang einfacher befriedigt werden, ihre Motivation zur langfristigen Bindung verlieren.
Buchdialoge ist ein Freemium-Modell: Die o.g. Bücher sind kostenlos, die
meisten anderen aber Bezahlinhalte. So zum Beispiel:
Das letztgenannte Buch hatte für mich den bislang größten Erkenntnisgewinn: Es argumentiert sehr plausibel, wie psychische Störungen oft nur extreme Ausprägungen an sich nützlicher Eigenschaften sind.
Erstellt werden die Dialoge übrigens initial per Künstlicher Intelligenz (NotebookLM von Google), auf Grundlage des kompletten E-Books. Zur Qualitätssicherung wird jeder Dialog dann noch einmal von einem Menschen gegengehört. Ich war selbst anfangs skeptisch, ob die KI da nicht halluziniert, habe mir dann aber mehrere Dialoge aus Büchern erstellt, die ich selbst gelesen hatte – und war echt beeindruckt, wie akkurat die KI das inzwischen hinbekommt.
Auch haben einige Autoren bereits Feedback geschickt – was ausnahmslos positiv war, teilweise sogar begeistert.
Daher dachte ich mir, ich stelle das Projekt auch Euch hier vor – als Christians Leser schätzt Ihr ja die analytische Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Themen und seid daher ein ideales Publikum für Buchdialoge.de.
Deshalb habe ich für Euch auch ein besonderes Angebot: Mit dem Code allesevo gibt es das Abo für ein ganzes Jahr, zeitlich begrenzt bis Sonntag Abend, für nur 39€ (statt 77€).
Ihr bekommt dafür
- Das Archiv: Sofort-Zugriff auf alle bisherigen Dialoge (aktuell über 70 Bücher, u.a. von Richard Dawkins, Steven Pinker, Robert Plomin).
- Wöchentliches Update: Jede Woche kommen 6 neue Bücher hinzu.
- Vertiefung: Zu jedem Buch gibt es einen strukturierten Artikel, der die 3 Kerngedanken, die Zielgruppe sowie einen Überblick des Inhalts liefert – und das Buch in einem Satz zusammenfasst.
Ich selbst finde faszinierend, wieviel von so einem Buchdialog ich noch „behalte“: Zu jedem gehörten Buch kann ich auch nach Wochen noch die Kerngedanken nennen. Und viel mehr kann ich bei einem ganz gelesenen Buch nach Monaten auch nicht.
Beim Buchdialog habe ich aber nur 15 Minuten Zeit investiert – und nicht 15 Tage oder gar Wochen.
Das Dialogformat scheint mir auch deswegen so angenehm, weil beim Hören die andere Stimme immer genau die (kritische) Frage stellt, die ich mir oft selbst gerade stelle. Man „schält“ sich also beim Hören Stück für Stück an den Erkenntniskern heran, sozusagen.
Schaut und hört Euch also gern einmal die kostenloses Dialoge oben an, werft einen Blick ins Archiv aller Bücher und holt Euch das vergünstigte Jahresabo für „Alles Evolution“-Leser bis Sonntag Abend (18.01.2026) für 39€.
Für alle, die diesen Artikel schon später lesen: Jetzt kostet es mit dem Link 59€ (statt 77€).
Und wer erst einmal unverbindlich testen möchte: Meldet Euch für das kostenlose Abo an und erhaltet jede Woche zwei der sechs neuen Buchdialoge gratis in Euer Postfach.
Lasst mich sonst auch gern wissen, wie ihr die verlinkten Buchdialoge oben findet. Bestimmt hat ja jemand von Euch Dawkins, Plomin oder Pinker im Original gelesen und kann beurteilen, wie akkurat der Dialog den Kern trifft.
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