Diese Schlagzeile finde ich interessant:
Die Grünen-Fraktion startet mit einem egalitären Vorsatz ins neue Jahr: Ab dem 1. Januar sollen Abgeordnete ihren Mitarbeitenden mindestens 27 Euro pro Stunde bezahlen – und zwar unabhängig davon, welche Aufgabe sie ausüben. Ausgenommen sind lediglich geringfügig Beschäftigte und studentische Hilfskräfte.
In einer Mail des Fraktionsvorstands und der Interessenvertretung der Mitarbeitenden an die Grünen-Abgeordneten heißt es, dass dies ein weiterer „Schritt zur Reduzierung des strukturellen Gender Pay Gaps“ sei.
Bei den Mitarbeitern Mitarbeitenden der Grünen Abgeordneten gibt es einen strukturellen Gender Pay Gap? Wie kann denn das passieren?
Da würde mich aber wirklich mal eine Untersuchung interessieren. Es wäre ja nichts amüsanter als wenn die Grünen bei ihren Angestellten einen Gender Pay Gap hätten.
Nach Checkpoint-Informationen sind darüber allerdings nicht alle bei den Grünen glücklich. Das Geld, das jeder Abgeordnete für die Bezahlung seiner Mitarbeitenden erhält, kommt vom Land Berlin und ist gedeckelt. In diesem Jahr gibt es zwar rund 700 Euro mehr pro Abgeordnetem. Das wird bei vielen aber für den neuen Mindestlohn draufgehen. Dadurch wird wiederum der Lohnabstand für unterschiedlich qualifizierte Mitarbeitende geringer ausfallen. Manche Grüne fürchten dadurch neue Gerechtigkeitsprobleme.
Ach wie schön, dass die Grünen so auf dem Umweg mal ein paar Probleme aus der realen Welt mitbekommen. Es ist ja zumindest mal eine Erkenntnis, dass der Lohnabstand auch sinkt, wenn man einen neuen Mindestlohn festlegt, es sei denn man erhöht den Lohn insgesamt. Aber dann ist zumindest in diesem Szenario nicht genug Geld dar. Wäre in der freien Wirtschaft nicht anders, weswegen man dann die Preise erhöhen muss. Oder seinen eigenen Lohn/verringern. Scheinen die Grünen Abgeordneten aber auch nicht zu wollen….
Zudem stellt sich die Frage, ob das Vorgehen überhaupt rechtens ist. Für die Berufsgruppe „Sekretär/in“ sieht das Präsidium des Abgeordnetenhauses etwa einen Korridor von 18 bis 22 Euro pro Stunde vor. „Diese Gehaltsspannen sind verbindlich“, teilte Parlamentssprecher Denis McGee dem Checkpoint mit. Die Grünen sehen darin keinen Widerspruch. „Die Vergütung erfolgt immerin Abhängigkeit zur Aufgabe“, erklärte Fraktionssprecher Sebastian Brux. Die „Berufsgruppe der Sekretär:innen“ gebe es zudem „eigentlich nicht in unseren Abgeordnetenbüros“.
Klar, dann nennt man die Sekretärinnenstelle eben um in „Persönliche Referentin“ oder „Sekretärin und Gleichstellungsbeauftragte Büro“ oder was auch immer einem so einfällt. Wäre aber trotzdem die Frage, ob die zusätzlichen Tätigkeiten dann die Umgehung rechtfertigen, wenn es aus Sicht des Präsidiums dann doch nur eine Sekretäriatsstelle ist.