Erich von Däniken, Karl May und die Macht des Buchs

Erich von Däniken ist am Wochenende gestorben (RIP) und das hat mich daran erinnert, dass ich als Kind/Jugendlicher eines seiner Bücher gelesen hatte, und das mit einer gewissen Faszination. Einen Beleg für Außerirdische zu haben wäre ja toll, vielleicht auch erschreckend, aber jedenfalls etwas über das man nachdenken kann.

Man liest eben einen langen Text mit einer Argumentation mit angeblich sehr vielen belegen und irgendwelche Bilder von Astronauten ähnlichen Malereien und lassen ja zumindestens die Option offen, das es tatsächlich stattgefunden hat sicherlich ist auch das Gebiet dafür ganz günstig, weil alles in einer Zeit spielt in der man wenig überprüfen kann, gerade wenn die diese darauf abstellen, dass diese Wesen eben beispielsweise als Götter oder ähnliches angesehen worden sind.

Und natürlich ist dies auch ein inzwischen häufiger Trope in diversen Science Fiktion Romanen oder Serien gewesen, in denen die Helden in eine ähnliche Rolle als Götter geschlüpft sind.. es ist nicht unvorstellbar, dass sich höher entwickelte Lebewesen irgendwie mit Leben auf einem anderen Planeten einlassen.

Wobei das wahrscheinlich entweder eine gewisse höhere Entwicklung oder eine gute Organisation voraussetzt oder der entsprechende Planet muss wirtschaftlich für die entsprechende Lebensformen vollkommen uninteressant sein. Ansonsten würde es wahrscheinlich eher so enden, wie es auch auf der Erde endete, wenn technisch höher entwickelte Nationen auf weniger entwickelte gestoßen sind.

Ähnlich ging es mir mit Karl May, den ich als Kind/Jugendlicher ebenfalls vollständig gelesen habe und die bei mir zu einer gewissen religiösen Phase im Sinne eines Glaubens an einen Gott geführt haben die allerdings nur kurz anhielt.

Natürlich war das auch die Zeit, in der man leichter zu beeinflussen war weil Informationen nicht so einfach zur Verfügung standen wie heute, wo man im Internet an nahezu jede Gegenposition gelangen kann.

Heute würde man sich wahrscheinlich bei solchen Thesen direkt ins Internet begeben und hinreichend Aufklärungen zu einer Vielzahl von Däniken Thesen finden, wenn man sucht.

Wobei man natürlich auch heute noch die Augen zu machen kann, dass ich in einer Gruppe Gleichgesinnter begeben kann und alles ablehnen kann, was dem entgegen steht.

Es gibt ja heute noch Leute, die die Erde für flach halten oder meinen, das die Sinnflut tatsächlich die gesamte Erde bedeckt hatte und die meinen dies irgendwie nachweisen zu können.  Das mag zu anderen Zeiten verzeihlich gewesen sein ist aber heute ein Zeichen einer extremen Nachlässigkeit oder starken Ideologisierung.

Natürlich passiert es trotzdem auch noch , dass man selektiv an die Sache herangeht.. wenn ich eine Studie sehe die ganz geht meine Vorstellung, wie bestimmte Sachen ablaufen geht, dann suche ich auch sehr gerne nach Gegenargumenten und Gegenstudien oder Kritik im Netz und finde auch häufig etwas. Bei Studien, die meiner Meinung bestätigen passiert das weniger. Ich gehe davon aus, dass sie sich eben passend einordnen.

Ich bedanke mich hiermit noch einmal bei allen Leuten, die mich darauf hingewiesen haben, dass bestimmte Studien Schrott sind, erhebliche Schwächen haben oder zu mindestens erhebliche Kritik geübt haben, die wiederum dazu führte, dass ich mich mit den Pro und contra Argumenten beschäftigen musste. Die Idee, dass man einige Meinungen einfach ablehnen kann weil sie nicht der eigenen Ideologie entsprechen, finde ich nach wie vor erschreckend.

Wir sollten uns alle selbst immer wieder die Mühe machen unsere eigenen Thesen zu hinterfragen und auf Gegenargumente einzugehen