Was ist die Verbindung von Weihnachten und Evolutionsbiologie?

Ihr seid eh alle mit Weihnachten beschäftigt und lasst euch hoffentlich im Kreise der Familie eine Gans schmecken und habt besseres zu tun als heute auf den Blog zu kommen (wie mir die Zugriffszahlen der letzten Jahre an diesem Tag verraten haben)  deswegen habe ich Gemini einfach gefragt:

Was ist die Verbindung von Weihnachten und Evolutionsbiologie?

Die Evolution des Schenkens (Altruismus)

Warum geben wir Unmengen an Geld aus, um anderen etwas zu schenken? Evolutionsbiologen untersuchen dies unter dem Aspekt des reziproken Altruismus. In der Geschichte der Menschheit stärkte das Schenken soziale Bindungen und sicherte das Überleben der Gruppe. Wer großzügig war, konnte in Notzeiten eher auf die Hilfe anderer zählen. Zudem gibt es die Verwandtenselektion: Dass wir vor allem unsere engsten Familienmitglieder beschenken, lässt sich biologisch damit erklären, dass wir indirekt den Erfolg unserer eigenen Gene fördern.

Zumal gerade in der kalten Jahreszeit Schenken und Zusammenhalt besonders wichtig für das Überleben sind.

Domestizierung: Das Rentier und der Weihnachtsbaum

Die Symbole von Weihnachten sind perfekte Beispiele für die Evolution unter menschlichem Einfluss. Rentiere (Rangifer tarandus) sind die einzigen Hirsche, bei denen auch die Weibchen ein Geweih tragen. Da Männchen ihr Geweih oft schon im Spätherbst abwerfen, während Weibchen es bis zum Frühjahr behalten, waren die Rentiere des Weihnachtsmanns biologisch gesehen wahrscheinlich alle weiblich! Auch Tannenbäume sind ein Beispiel: Die Zucht von Nordmann-Tannen auf maximale Symmetrie und Nadelfestigkeit ist eine Form der künstlichen Selektion, die die natürliche Evolution im Zeitraffer nachahmt.

Das ist eine alte Geschichte, allerdings gibt es auch schon eine Reaktion darauf: Schlittenrentiere sind meist kastriert und verlieren ihre Geweihe daher deutlich später. Das Patriarchat am Schlitten ist also gerettet.

Winterruhe und Biologische Rhythmen

Weihnachten liegt nah an der Wintersonnenwende. Viele unserer Bräuche wie viel Essen und Kerzenlicht sind biologische Antworten auf den Lichtmangel und die Kälte. Der Drang, uns an Weihnachten mit kalorienreicher Nahrung vollzustopfen (Gänsebraten, Plätzchen), ist ein evolutionäres Erbe aus Zeiten, in denen es überlebenswichtig war, im Winter Fettreserven anzulegen, um die karge Zeit zu überstehen.

Da hatte ich letztes Jahr am 26.12 eine Geschichte zu, die die Wintersonnenwende und das kapern dieser durch das christliche Fest behandelt

Phylogenetik der Weihnachtsplätzchen

Man kann die Vielfalt der Weihnachtsgebäcke wie einen Stammbaum betrachten. Gewürze wie Zimt, Nelken und Muskatnuss sind eigentlich Verteidigungsmechanismen, die Pflanzen entwickelt haben, um Fraßfeinde abzuwehren. Wir Menschen haben jedoch eine Vorliebe dafür entwickelt. Ein Biologe könnte zudem die „Evolution“ des Lebkuchens von einfachen Honigfladen bis hin zu den heutigen regionalen Varianten untersuchen – eine Form der kulturellen Evolution.

Wunderbar! Es ist schon faszinierend, dass die „Abwehrmechanismen“ im Prinzip das Überleben vieler Gewürze gesichert haben, weil wir sie anbauen um sie zu essen.

Der Stammbaum des Weihnachtsmanns

Evolutionsbiologen nutzen oft Methoden wie die Phylogenetik, um die Abstammung von Arten zu klären. Dieselben Methoden nutzen Historiker, um die Entwicklung des Weihnachtsmanns zu verfolgen: Vom historischen Nikolaus über den niederländischen Sinterklaas bis hin zum modernen Santa Claus. Es ist ein Prozess der Mutation und Selektion von Legenden, bis die „fitteste“ Version (die populärste) übrig bleibt.

Der Weihnachtsmann als Meme (im Sinne von Dawkins)