Aus China kommt ein neuer „Datingtrend“. Frauen gehen aus Dates mit Frauen, die vorgeben Männer zu sein, aber eben Männer die nicht so schlimm wie Männer sind:
Weil sie so abgeturnt sind von chinesischen Männern, buchen viele Chinesinnen andere Frauen für Dates. Die dann einfühlsame Männer verkörpern. Klingt bizarr, aber offenbart, wie die Geschlechter auseinanderdriften.
(…)
Seit drei Jahren spielt Zhangzhang nun schon das Computerspiel „Worlds Beyond“, eines jener romantischen Spiele, die in China millionenfach von Frauen gespielt werden. Es simuliert mit erstaunlicher Präzision Gespräche, Emotionen und Nähe, sodass viele Spielerinnen den Eindruck haben, mit einer Art künstlicher Intelligenz zu sprechen. Die virtuellen Männer schicken Sprachnachrichten, antworten auf Texte, reagieren eifersüchtig oder liebevoll, je nach Eingabe. Jeder Klick lässt sie echter wirken. Die männlichen Hauptfiguren haben eine eigene Geschichte, Stimme und einen Charakter. Zhangzhangs Favorit ist Gu Shiye: klug und kühl, doch einer, der fürsorglich wird, wenn man die harte Schale mal durchdrungen hat. Für viele Spielerinnen ist er längst mehr als eine Computerspielfigur. Er ist Begleiter, Seelentröster und Projektionsfläche für das, was viele Frauen in der Realität vermissen: Geduld, Verständnis, Verlässlichkeit
Und genau diesen Gu Shiye will Zhangzhang heute treffen. Dafür trägt die Schauspielerin Coco, ebenfalls 20 Jahre alt, die Kleidung, die er im Spiel trägt: einen schwarzen Anzug mit weißem Hemd und Krawatte. Die Schultern stark gepolstert, um breiter zu wirken. Das Haar steckt unter einer schwarzen Kurzhaarperücke, akkurat geschnitten. Selbst ihre Schuhe haben Plateauabsätze, damit sie einige Zentimeter größer ist als Zhangzhang
Was in der Beschreibung noch fehlt, ist das Gui Shiye auch unglaublich reich ist. Hier noch eine Beschreibung aus dem Netz:
Gu Shiye’s CVs were Jiang Guangtao. Jiang Guangtao was a very famous big shot in the dubbing circle. He was the voice actor for Gu Shiye in Beyond the World. Gu Shiye was a character in the game and he was one of the four male leads. As a businessman, Gu Shiye was smart and had a scheming personality, giving off a dangerous vibe. However, he was very loyal to his lover and was willing to give up everything to protect the female lead. Gu Shiye’s appearance in the game was very eye-catching. He was dressed in black and his dark gray eyes stared at the female lead, giving people a sense of security. Gu Shiye was a very wealthy businessman. He could be described as rich as a country. He was very generous to the female lead, and his wealth was obtained through his intelligence and business acumen. When he had a good impression of the female protagonist, he became a knight-like figure, firmly choosing the female protagonist and doing his best to protect her. In the game, the female protagonist would be involved in some business battles. At this time, the players needed to think calmly and make the right choice. They would overcome the difficulties together with Gu Shiye and return to the real world.
Genial. Wie wäre wohl der Bericht über einen Mann, der findet das echte Frauen nicht so toll sind wie die aus Computerspielen, der sich dann mit einem Mann trifft, der vorgibt eine der Frauen aus dem Computerspiel zu sein?
Würde Incel da noch reichen? Oder wäre das „MegaIncel und dazu noch schwul“ Territorium? Zumal wenn der Darsteller schwul wäre (die Darstellerin im Artikel ist lesbisch)
Aber zurück zu den chinesischen Männern:
Deren Ruf ist unter jungen Frauen in China geradezu desaströs. Sie gelten als ungepflegt, chronisch desinteressiert und dadurch wenig begehrlich. Gleichzeitig fühlen sich viele Männer von dieser Einschätzung und ihrem daraus resultierenden Single-Dasein ungerecht behandelt und entladen ihren Frust in misogynen Chatgruppen und Internetforen. Dort schreiben sie über angeblich verwöhnte oder zu anspruchsvolle Frauen, behaupten, die seien zu westlich, zu eigenständig, zu stolz. Das Vertrauen zwischen den Geschlechtern bröckelt sichtbar
Das chinesische Frauen überaus materialistisch sind und gerne mal zumindest ein Haus erwarten war hier schon mal Thema. Der Markt ist, wie auch der Artikel anführt, in China noch problematischer weil es dort aufgrund der früheren 1 Kind Politik einen Männerüberhang gibt.