Feministische Männer als (patriachale?) Beschützer vor dem Patriarchat

Ich las neulich irgendwo im Netz etwas in dieser Richtung:

Dass in der feministischen Theorie die Männer üblicherweise dazu aufgefordert werden, etwas gegen die anderen, die bösen Männer oder die böse toxische Männlichkeit zu machen ist letztlich auch nur ein Rückfall in die Wahrung der klassischen Geschlechterrollen: Der Mann hat die Frau vor den bösen Männern zu beschützen. Er hat die Welt für sie besser zu machen. 

Man könnte sagen:

  • Männer sind die handelnden Subjekte.
  • Frauen sind die schutzbedürftigen Objekte.
  • Veränderung kommt von den Mächtigen, den Männern, nicht von den Betroffenen.

Der Mann ist Akteur. Die Frau ist Leidtragende, die gerettet werden muss.

„Ich, der gute feministische Mann, beschütze dich vor den bösen Männern.“

Wird in der Rhetorik etwas abgefangen dadurch, dass man den guten feministischen Mann eben in möglichst befehlsartiger Form auffordert es zu tun, er muss sich entscheiden, Verdammung oder Erlösung.

Aus Sicht der Feministen würde man da vielleicht anführen:

  • Männer haben die schlechte Situation geschaffen, also müssen sie sie auch beseitigen. Das hat nichts damit zu tun, dass sie beschützen, sie stellen nur das Recht wieder her.
  • Die Männer sollen ja gerade keine „paternalistic allyship“ betreiben, also von oben herab sagen wie es richtig ist, sondern den Anweisungen der Feministinnen/Opfer folgen und alles schön so machen wie es richtig ist. Sie sollen sich dabei natürlich nicht stark fühlen, sondern schuldig und mit dem Wissen handeln, dass sie damit überhaupt erst wieder auf Null ankommen (oder wie man früher im Feminismus sagte „für das richtige Verhalten gibt es keine Kekse

Was Robin Detje hier leistet ist symptomatisch für Typenfeminismus: Nichts können aber in die erste Reihe stellen für Kekse. Sich von anderen Typen distanzieren um das eigene Typ-Sein zu relativieren. Groß rauströten, was man für ein toll emanzipatorischer Dude ist, und dann mit einer Sparversion von Feminismus auflaufen, die den Namen nicht verdient hat. Und sich gerade deswegen für den sogenannten Mainstream so gut anfühlt: Man muss nur sagen, dass man dafür ist. Ansonsten muss man gar nichts ändern.

Die Kontrolle der „richtig handelnden Männer“ stellt insofern das Gegengewicht dar aus dem heraus diese klein gehalten werden.

Bitte um Stellungnahme zu den beiden Ansichten