Den Artikel fand ich ganz interessant:
Die ehemalige First Lady Michelle Obama sagte in einem Gespräch, das am Freitag auf ihrem YouTube-Kanal veröffentlicht wurde, dass das Land nicht bereit für eine Präsidentin sei und fügte hinzu, die USA hätten „noch eine Menge erwachsen werden zu erledigen“.
„Wie wir bei der letzten Wahl gesehen haben – leider, wir sind nicht so weit“, sagte Obama. „Deshalb sage ich: Schaut mich gar nicht erst an, wenn es ums Kandidieren geht, denn ihr lügt alle. Ihr seid nicht bereit für eine Frau. Seid ihr nicht.“
Präsident Donald Trump besiegte die ehemalige Vizepräsidentin Kamala Harris bei der Präsidentschaftswahl 2024.
Obamas Kommentar fiel während eines Gesprächs am 5. November an der Brooklyn Academy of Music für ihren Podcast. Die Unterhaltung fand zwischen der ehemaligen First Lady und der Schauspielerin Tracee Ellis Ross statt, wobei sie über Obamas neues Buch „The Look“ sprachen.
Ross hatte Obama gefragt, ob sie denke, dass die Rolle der First Lady – als Archetyp für „Ehefrausein und Weiblichkeit“ – beeinflusst habe, wie viel Raum die Gesellschaft einer Frau als Präsidentin zugesteht.
„Weißt du, wir müssen noch viel erwachsener werden, und es gibt leider immer noch viele Männer, die nicht das Gefühl haben, von einer Frau geführt werden zu können – und wir haben es gesehen“, fuhr Obama fort.
Obama machte im Wahlkampf 2024 für Harris Wahlkampf, zog große Menschenmengen zu Veranstaltungen und setzte sich für Frauen-Gesundheitsthemen ein, während sie Männer eindringlich dazu aufforderte, für Harris zu stimmen.
Die ehemalige First Lady sah sich wiederholt Spekulationen und Aufrufen gegenüber, selbst für das Präsidentenamt zu kandidieren, hat jedoch mehrfach betont, dass sie kein Interesse hat, das Weiße Haus anzustreben.
ich finde es ja eh faszinierend, dass „First Ladies“ in den USA schnell als Präsidentschaftskandidaten gelten, Frau Obama war ja nicht sonderlich politisch tätig.
Abgesehen von ihr gab es nur Clinton, die auch First Lady war aber keine besondere Politikerin und Kamala Harris, bei der es genug Gründe in ihrer Person gab um sie nicht zu einer guten Kandidatin zu machen (und die dazu noch nicht mal eine Vorwahl gewinnen musste).
Wenn dann müsste man mal eine wirklich gute Kandidatin aufbauen, mit einer Botschaft die das Volk vereint.
Es ist auch interessant, was sie damit erreichen will. Ist es aus ihrer Sicht noch zu früh für eine eigene Kandidatur oder möchte sie erst einmal tief stapeln? Oder nur mithelfen eine neue Kandidatur von Harris zu verhindern?
Es ist aber eine interessant Frage, ob das System in den USA es für eine Frau schwieriger macht Kandidatin zu werden, weil man sie eben nicht einfach an die Spitze setzen kann oder sie sich durch interne Machtspiele durchsetzen kann, sie muss das Volk überzeugen.
Ob Obama da so viel gewinnt, wenn sie anmerkt, dass es zu viele Sexisten gibt, die keine Frau an der Spitze ertragen? Ihr Mann hatte ja die genau andere Botschaft: „Ich bin für euch alle da, ich bringe Hoffnung auf eine bessere Zeit!“ Keine Spaltung, kein „ihr seid zu rassistisch um mich zu wählen“. Einigkeit und Hoffnung als Motto.
Würde interessant sein zu sehen welche Kandidaten hier nach oben kommen würden, wenn man tatsächlich amerikanische Vorwahlen hätte.
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