El Mocho schrieb in einem Kommentar:
Es ist immer wieder zu beobachten, dass für solche Leute nur die ideologische Motivation ihres Handelns zählt. Wenn die westliche Kultur der weißen Männer als destruktiv und unterdrückerisch abzulehnen ist, dann muss sie eben bekämpft werden, auch wenn die eigene Existenz wesentlich auf Errungenschaften dieser Kultur beruht.
NIcht-Diskriminierung von Homosexuellen, gleiche Rechte für alle, ist eine Errungenschaft der Aufklärung. Wenn Kolonialismus und Imperialismus es auch sind, ist die Aufklärung abzulehnen, und wer auch dagegen ist, ist ein Verbündeter. Antikolonialismus schlägt hier offenbar gleiche Rechte für alle.
Gleiche Rechte wollen sie ja selber nicht, die Critical Race Theory lehnt z.B. gleiche Rechte („colorblindness“) ab und fordert „Safe Spaces“, in denen POCs unter sich sein können ohne Weiße. Finanziert durch Entschädigungszahlungen für die Sklaverei (natürlich nur von den Weißen, nicht von den Arabern).
Das ganze ist natürlich völlig weltfremd, schon heute ist es für erkennbare Homosexuelle in manchen Gegenden gefährlich wegen muslimischer Migranten.
Wenn bei einer Handlung nur das Motiv zählt und nicht die Folgen, kommt man eben früher oder später in Schwierigkeiten. Ebenso wenn ich nur den Ausstoß von CO2 vermindern will, aber mich nicht darum kümmere, wo die dann fehlende Energie herkommt.
Die Handlung vom Motiv her passt natürlich gut in die Theorie der „virtue Signalling Punkte“, die ja nichts anderes sind als eine Metapher dafür, dass man eben aus den richtigen Gründen, dem richtigen Motiv handelt.
Solches „richtiges Denken“ haben zu wollen könnte durchaus ein evolutionäres Erbe aus unserer Vergangenheit sein, denn wenn man Teil einer sozialen Gruppe ist, dann kann es wichtiger sein deren Überzeugungen zu teilen als unbedingt richtig zu liegen, was bestimmte Werte angeht. Wer angeführt hat, dass der „X-Stamm“ mit dem man im Kampf liegt, vielleicht durchaus seine Gründe hatte einen anzugreifen, der könnte bei hinreichend großem Fanatismus bezüglich dieser Position eben schnell ein Verräter sein und den anderen das Gefühl geben, dass er nicht Teil der Gruppe ist.
Vorteil damals war vielleicht, dass die Umwelt härter war und sich eine Gruppe zu irrationale Glauben nicht erlauben konnte. Die „natürliche Selektion“ (nicht unbedingt biologisch, sondern im tatsächlichen gemeint) verhinderte insofern ähnlich wie bei der sexuellen Selektion, dass ein Irrglaube zu dramatisch werden konnte.
Heute hält eine Studenten an einer linken amerikanischen Universität aber quasi nichts mehr davon ab für Palästina zu sein und sich alle Folgen wegzudenken.
In der Tat ist es aber eine sehr schädliche kulturelle Idee so zu denken. „Mein Motiv ist richtig, also sind diejenigen, die ich gut finde, keine schlechten Menschen“ ist eine sehr einfach Denkweise, die eine Differenzierung stark erschwert. Natürlich macht auch genau das die intersektionalen Theorien sehr attraktiv:
Man hat klare Feinde, man hat einen klaren Schutzauftrag gegenüber den Nichtprivilegierten, man kann leicht schnell einen Sonderstatus haben (und sei es als „Nichtbinärer“). Es ist vielleicht auch eine Flucht in eine Welt, die klar eingeteilt ist.
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