Selbermach Mittwoch

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Nochmal zu den Vorteilen der Ehe

Beweis schrieb:

Meiner Ansicht nach ist Eheschließung ein Vertrag, ob nun vor dem Standesamt oder vor Gott.
Ein Antrag heißt eigentlich: „Willst du diesen Vertrag mit mir abschließen?“ Um das Gegenüber zum Vertragsabschluss zu bewegen, gibt es verschiedene Mittel. Eines davon ist romantisches Auftreten, ein anderes teurer Schmuck. Auch ein gewiefter Versicherungsvertreter versucht mit emotionalen Mitteln oder Gratis-Kugelschreibern den künftigen Kunden zur Vertragsunterzeichnung zu bringen, indem er z.B. Angst macht und mögliche Risiken blümerant ausmalt und sofort den passenden Schutz anbietet.

In beiden Fällen ist es sinnvoll, sich auch den Vertragsinhalt anzuschauen. Historisch war die Ehe ein Bund fürs Leben, mit dem die Eheleute aufgefordert waren, sich in guten aber auch schlechten Zeiten zu unterstützen und zueinander zu gehören. Zudem schrieb er das Monopol auf die Sexualorgane des anderen und damit auch Fortpflanzungssicherheit fest. Mit Vertragsabschluss erfolgte gleichermaßen auch die Gründung einer Familie, die über lange Zeit als Keimzelle des Staates galt, bevor der Staat direkten Zugriff auf das Individuum nahm.

Was ist denn davon geblieben? Es sind doch lediglich nur noch ein paar pekunäre Vorteile. Geblieben ist auch noch die Pflicht des Vaters, alle künftigen Kinder der Frau als seine anzuerkennen und durchzufüttern, egal von wem die sind. Insbesondere für Männer erwachsen aus diesem Vertrag nur Nachteile im Vergleich zu Unverheirateten.
Oder habe ich etwas übersehen?

Ich hatte hier schon einmal einen Artikel zu den Vorteilen der Ehe etwas geschrieben, was insbesondere rechtliche Vorteile, Vorteile bei der Absicherung und der steuerlichen Veranlagung und auch insbesondere bei der Erbschaftssteuer betrifft.

Ich hatte den erbschaftssteuerrechtlichen Teil auch unter dem gleichen Artikel, unter dem der Kommentar von Beweis kam, in einem Kommentar noch einmal zusätzlich erläutert:

Es ist ja nicht unbedingt einfach nur weniger Erbschaftssteuer.
Ich stell mir die Situation vor in der man in Rente ist, hat ein Haus mit 400.000 Euro abbezahlt und dann stirbt einer und plötzlich muss der andere 54.000 € zahlen und dafür evtl das Haus verkaufen. (Hälftiges Haus=200.000, abzüglich 20.000 Freibetrag= 180.000, davon 30%)

Ein gemeinsames Haus oder anderweitiges gemeinsames Vermögen als Nichtverheiratete ist brandgefährlich. Ich würde jedem, der einen solchen Status hat (gemeinsames Vermögen ohne Ehe) raten zumindest im fortgeschrittenen Alter, wenn die Kinder aus dem Haus raus sind, zu heiraten und dann eben einen Ehevertrag vorher zu machen. Wenn keiner mehr die Kinder betreut und auch innerhalb der Ehe nicht betreut hat kann man so ziemlich alles ausschließen, zumindest wenn beide berufstätig sein können und einen Beruf haben.

Aber da schweife ich ziemlich ab:

Ich habe geheiratet, weil das für mich die Basis für Kinder war. Ich wollte Kinder nur mit einer Frau bekommen, die ich auch bereit war zu heiraten und bei der ich diese gegenseitige Verpflichtung eingehe und bei der ich weiß, dass sie das auch entsprechend ernst nimmt. Natürlich ist das ein Risiko, aber andererseits ist es gleichzeitig auch ein verfestigendes Element auf dessen Basis man besser ein gemeinsames Leben aufbauen kann, einfach weil bestimmte Ausgleichsmechanismen direkt greifen und Absicherungen vorhanden sind.

Ich habe mich entschlossen, dass wir alles in einen gemeinsamen Topf werfen und entsprechend etwas zusammen aufbauen. Dazu gehört natürlich ein gewisses Vertrauen und ein gegenseitiges Signal, dass man das miteinander machen will.

Werde ich mich später, falls es schiefgeht, ärgern? Ja, vielleicht. Aber ein Klima gegenseitigen Misstrauens und beständiger Verhandlungen erhöht aus meiner Sicht die Wahrscheinlichkeit, dass es schiefgeht und dann sind die Folgen vielleicht was Zugewinn und Unterhalt besser, aber die Trennung mit wahrscheinlich weniger Kontakt zu den Kindern wäre trotzdem da mit all ihren Folgen. Dann lieber insgesamt das Risiko vermindern, dass die Folgen eintreten indem man in ein kooperatives Spiel einsteigt.

Das wäre der theoretische Teil der Überlegungen meinerseits, ein anderer wäre, dass Südländerin es – siehe gestriger Artikel – auch als schlechtes Zeichen gesehen hätte, wenn ich ihr erklärt hätte Kinder mit ihr bekommen zu wollen aber sie nicht heiraten wollte. Das hätte vermutlich letztendlich dann auch zum Ende der Beziehung geführt. Ich hätte es vermutlich genau so gesehen, wenn sie mitgeteilt hätte, dass sie nicht heiraten will.

Müsste man die Ehe in vielen Teilen reformieren? Ja durchaus. Aber ihr Charakter als stärkende Verbindung hat sie – trotz vieler Scheidungen – glaube ich immer noch nicht verloren.