„BIDA weil ich Kollegen nicht als erstes nach Pronomen gefragt habe?“

Auf Reddit gibt es eine Gruppe, in der man einen bestimmten Sachverhalt daraufhin bewerten kann, ob man sich wie ein Arschloch verhalten hat. (daher da Name: r/BinIchDasArschloch). Der Fall hier passt zum Inhalt des Blogs:

BIDA weil ich Kollegen nicht als erstes nach Pronomen gefragt habe?

Ich bin eigentlich ein sehr offener Mensch (zumindest denke ich es von mir) und jeder soll meiner Meinung nach leben/lieben wie und wen er möchte. Ich lehne eigentlich nur das Gendern sprachlich ab oder wenn sich Leute in der Öffentlichkeit austoben (auch bei Heteros). War mit einem homosexuellen Kollegen auch schon 2x auf einer LGBTQ+/Pride Veranstaltung.

Folgende Situation: Neuer Arbeitskollege fängt bei uns an. Ich hole ihn am Eingang ab, sag ihm, dass wir uns freuen auf die Unterstützung. Dann halt ein normaler Tag, mit Laptop Überreichung, Zugänge beantragen und Einarbeitung. Der Tag drauf ist After-Work wo ich ihn eingeladen habe. Nach dem dritten (etwas stärkeren) Gin Tonic hat er gemeint, das Team sei cool. Ihn hätte es aber gestört, dass ich ihn (und die Kollegen auch) nicht vor der Begrüßung nach seinen Pronomen gefragt habe. Darüberhinaus hat er alkoholisiert dann fast ausschließlich über LGBTQ+ Themen gesprochen, obwohl ich ihn darauf hingewiesen habe, dass wir in der Runde eigentlich nicht über politische, gesellschaftliche oder religiöse Themen sprechen.

Hab kein Problem Leute mit entsprechenden Pronomen anzusprechen, wenn ich aktiv darüber informiert werde. Finde nur die Erwartungshaltung sehr hoch.

Den letzten Job und den Ersten nach dem Studium hat er einen Monat gemacht. Er hat gemeint, das Arbeitsklima war schwierig. Haben uns nicht viel dabei gedacht, da Gen Z insgesamt ja höhere Ansprüche hat. Inzwischen gehen wir davon aus, dass er gekündigt worden ist.

BIDA wenn ich dafür sorge, dass er während der Probezeit gekündigt wird, wenn er sich weiter so aufspielt?

Edit:

Ein Kommentar hat mich zum Nachdenken angeregt. Nämlich, dass er uns gelobt hat… hatte ich persönlich komplett ausgeblendet… und ein schlechtes Gewissen.

Ich rede jetzt mit dem Team, dass alle offen sein sollen für einen Neubeginn. Also alle Uhren werden wieder auf den Anfang zurückgestellt. Er persönlich hat ja nichts davon mitbekommen. Wir schauen, wie es sich entwickelt. Ich werde mir außerdem Tipps von der hauseigenen Queer-Community holen bzw. von einem Ansprechpartner dort holen.

Habe mitbekommen, dass er gerne kickt. Lade jetzt ihn und das restliche Team zum Bubble-Fußball kommende Woche ein.

Die Meinungen sind sich größtenteils einig, dass jemand, der meint, dass er nach Pronomen gefragt werden will, erst einmal eher Probleme verspricht.

Zumal er selbst ja nicht nach Pronomen gefragt hat.

Eingewandt wird, dass er zum einen alkoholisiert war und vorher nicht zu negativ aufgefallen ist,

Und das es etwas unfair wäre allein aufgrund dieser alkoholisierten Aussagen zu kündigen.

Wie man im Edit sieht will er dann wohl dem Neuen auch erst einmal eine Chance geben.

Was würdet ihr sagen?