Ich hatte hier einen Artikel zu langen Beziehungen besprochen, der Absatz inklusive Kommentar, den ich hier aufgreifen möchte, wäre dieser:
Eine Beziehung muss ein sicherer Ort sein
In einer Beziehung ist es wichtig, dass man so sein kann, wie man ist. Das bedeutet aber nicht, dass ein Paar immer einer Meinung sein muss. Auch Streit und Reibereien gehören zu einer ewigen Liebe dazu. Wichtig ist nur, dass man bei Streitereien nicht unter die Gürtellinie geht. McCoy rät: „Sicherheit in einer Beziehung zu schaffen bedeutet, dass man verdrängte Wut, ätzende Bemerkungen, unnötige Kritik oder verletzende Drohungen vermeidet. Es bedeutet gute Kommunikation, auch in der Hitze des Konflikts – es ist harte Arbeit, sich auch in Konflikten sicher, transparent, respektiert und authentisch fühlen und geben zu können.“
Auch ein ziemlicher Allgemeinplatz. Es ist ein guter Tipps an beide sich bei Streitigkeiten in einem zivilisierten Rahmen zu haben. Oder sich zumindest zu entschuldigen, wenn man mal über das Ziel herausgeschossen ist. Gute Kommunikation in einer Beziehung ist ein weites Feld. Vielleicht sollte ich dazu noch mal einen eigenen Beitrag aufmachen.
Und die Frage wäre eben: Wie führt ihr eure Beziehungsstreitigkeiten und was findet ihr wichtig dabei?
„Wie führt ihr eure Beziehungsstreitigkeiten und was findet ihr wichtig dabei?“ – wichtig ist, nicht feministisch zu streiten. Wer unbeirrbar auf seinem Standpunkt bleibt und nicht auf den anderen zugehen kann, immer neue und unbegründete Streitpunkte einbringt und dabei rhetorisch immer aggressiver wird und das Gegenüber erniedrigt, darf sich nicht wundern, wenn es eskaliert.
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Wir streiten uns selten. Meistens ist nur eine Stimmungsschwankung oder ein Missverständnis der Grund, wenn wir es doch tun und meistens deshalb, weil meine Frau Hunger hat, da wird sie schnell ungehalten. Nach der nächsten Mahlzeit ist dann wieder eitel Sonnenschein 🙂
Sie ist zum Glück nicht nachtragend oder sowas, also halt ich einfach die Klappe, wenn sie wütend ist und warte, bis sie sich wieder beruhigt hat. Kostet manchmal Überwindung, ist aber die beste Strategie. Macht sie bei mir auch so, sie kann sich darauf verlassen, dass ich Probleme früher oder später anspreche, also übergeht sie alle sonstigen Stimmungsschwankungen (die bei mir ziemlich extrem sein können, die ich aber nie an den anderen auslasse, zumindest versuche ich das zu vermeiden).
Bei ernsthaften inhaltlichen Konflikten ist das aber natürlich keine gute Idee, allerdings sollte man die am besten auch in entspannter Atmosphäre klären, nicht zwischen Tür und Angel. Wenn wir uns inhaltlich uneinig sind, dann vertröste ich sie manchmal auf den nächsten Tag etc. wenn ich merke, dass einer von uns gerade nicht in Stimmung für so eine Auseinandersetzung ist. Oft klären sich die Probleme dann wie von selbst, wenn man nochmal in Ruhe drüber nachgedacht hat, und man findet eine Alternative oder einen Kompromiss, mit dem beide klar kommen.
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Wichtig finde ich, Hinhaltetaktiken zu vermeiden. Was ich damit meine, führe ich am Ende meines Beitrags aus.
Konfliktscheue Menschen sind sehr einfallsreich, was Vermeidung angeht: falsche Zustimmung, gemischte Signale, Verzögerung, Näheentzug, Silent treatment, vor vollendete Tatsachen stellen,… Da hilft es, das ganze zu erkennen und darauf zu reagieren. Wobei es nicht immer heißt, es direkt und ernst anzusprechen. Witzigerweise kann auch Agree&Amplify das Gefühl hinterlassen, erfolgreich „darüber geredet“ zu haben.
Und wenn man konkrete Zeitrahmen vorgibt, sollte man sein möglichstes tun, sie einzuhalten statt verstreichen zu lassen. Dank TikTok-Aufmerksamkeitsspanne fällt sowas heutzutage zwar weniger auf, aber denen, denen es auffällt, denen erzähl ich dann mehr über die gemeinten Hinhaltetaktiken.
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Ja, diejenigen, die eine komplett emotionale und wenig logisch denkende Partnerin haben, stehen vor schwierigen Herausforderungen. Da lohnt sich das Erlernen von NLP und allen möglichen Argumentationstricks 🙂
Aber nerven würde es mich trotzdem.
Ich hatte mal eine Freundin, die Unstimmigkeiten einfach nicht diskutieren wollte, wenn sich sowas anhäuft, führt das aber zu emotionaler Distanz und am Ende zerbricht die Beziehung daran. Es ist ein toxisches Verhalten.
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Als erstes sollte Einigkeit herrschen was überhaupt streitwürdig ist.
Weiterhin sollte man sich erlauben Mensch zu sein. Gerade mit Kindern liegeb die Nerven manchmal blank. Besonders in Deutschland wo den Kindern von außen bitterkalte Ablehnung entgegenweht.
Dazwischen sollte man trennen.
Das einzige Streitthema bei mir ist das Unverständnis zu Finanzen. Meine Frau wünscht sich *eine schöne Wohnung in einer Großstadt“. Was enorme finanzielle Belastungen bedeutet ohne viel Gewinn. Sie hofft da auf „Glück von außen“. Ehrlich gesagt ist dieser Streitpunkt oft besprochen aber ungelöst. Sie besteht darauf ihr Lebensglück aus „der schönen Wohnung in einer Großstadt“ zu beziehen.
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Ich verstehe deinen Punkt nicht ganz. Sie verdient vermutlich sehr, sehr gut, wie man ja zwischen den Zeilen ja lesen kann. Da ist ein solcher Wunsch doch nachvollziehbar und angemessen? Was hast du denn stattdessen mit ihrem Geld vor zu tun?
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