Selbermach Samstag

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Schmidt Juniors erste Enttäuschung bei dem anderen Geschlecht

Schmidt Junior hat eine gute Freundin im Kindergarten. Wir sind mit den Eltern befreundet und sie hat auch noch eine größere Schwester, die wiederum mit Fräulein Schmidt in den Kindergarten gegangen ist und mit der sie auch viel gespielt hat.

Schmidt Junior und Sie haben sich so gut verstanden, dass wir Erwachsenen sie schon als „seine Verlobte“ bezeichnet haben, weil sie einfach ein Herz und eine Seele waren.

Jetzt ist Schmidt Junior in dem Alter, wo man Freunde zu sich nach Hause einladen kann und wir haben „die Verlobte“ auch eingeladen.

Schmidt Junior hat ihr dann ganz stolz all seine Dinosaurier gezeigt und ihr erklärt was das für welche sind, von Ankylosaurus bis zum T-Rex

Und was macht dieses kleine Miststück?

Sie erklärt, dass sie Dinosaurier doof findet und lieber mit Barbies spielen will. Und wollte dann lieber zu  Fräulein Schmidt ins Zimmer – der arme Schmidt Junior war am Boden zerstört.

Symbolbild

Immerhin konnte es Südländerin dann noch hinbekommen, dass sie zu dritt spielen, aber sie soll ihn ziemlich ignoriert haben.

Im Kindergarten erfahren wir, dass sie jetzt auch weniger mit ihm spielt, sie will lieber mit zwei großen Mädchen spielen.

Schmidt Junior ist sehr gesellig und spielt dafür jetzt wohl auch eher mit anderen.

Sie hat ihn auch nicht verdient! Die Verlobung ist vorerst abgesagt!

Diskrimierung der Frauen durch die Wechseljahre

Ferda Ataman hat eine weitere Diskrimierung im Auge:

Ferda Ataman ist seit 2022 Unabhängige Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, nominiert von der Ampelregierung. Vor zwei Wochen stellte die 46-Jährige eine neue Kommission vor, die Empfehlungen für den Umgang mit Frauen in den Wechseljahren vorlegen soll.

Wenn man nicht weiter weiß, dann gründet man eine Kommission. Und die stellt dann wie gewünscht einen Bedarf fest, den man dann einfordern kann.

DIE ZEIT: Frau Ataman, braucht das Land wirklich noch eine neue Kommission?

Nein. Es ist reine Geldverschwendung

Ferda Ataman: Auf jeden Fall braucht die Bundesregierung Druck, damit sich beim Thema Wechseljahre endlich etwas tut. Jede bisherige Bundesregierung hat das Thema ignoriert. Insofern finde ich es richtig, dass jetzt nicht eine Person oder gar ein Mann alleine Entscheidungen trifft, sondern Expertinnen und Experten Vorschläge für die Politik, für die Wirtschaft und für das Gesundheitswesen erarbeiten.

Oder gar ein Mann!

Ich würde ja die Position direkt abschaffen wenn ich was zu sagen hätte und wenn das nicht gehen würde, dann würde ich ihr die Möglichkeit nehmen eine (bezahlte) Kommission einzurichten.

ZEIT: Sie sagen, dass Frauen in den Wechseljahren diskriminiert werden. Woran machen Sie das fest?

Ataman: Elf Millionen Frauen in Deutschland sind zwischen 40 und 59 Jahre alt und damit üblicherweise in den Wechseljahren. Viele von ihnen leiden unter körperlichen Symptomen, die sie in ihrer Arbeit einschränken, etwa Konzentrationsschwierigkeiten, Hitzewallungen oder Inkontinenz. Doch viele Frauen schämen sich, das Thema anzusprechen – auch deshalb, weil nur wenige Arbeitgeber sich dafür interessieren und Frauen unterstützen. Etwa mit flexiblen Pausen, Homeoffice oder der Möglichkeit, die Temperatur im Arbeitsraum selbst zu regulieren. In einigen Berufen ist ja nicht mal eine Toilette zu jeder Zeit verfügbar.

In welchem Beruf, in dem man drinnen arbeitet, ist denn keine Toilette zur Verfügung?
Aber es ist immer wieder interessant, was unter dem Begriff der Diskriminierung alles möglich ist, was gleichzeitig unter dem Begriff etwa des Gender Pay Gaps / der Leistung von Männern und Frauen nicht möglich ist.

Würde ein Arbeitgeber anführen, dass Frauen in den Wechseljahren viel mehr Pausen brauchen, Konzentrationsschwierigkeiten haben und deswegen weniger effektiv arbeiten als die Männer, dann wäre er ein sexistisches Schwein.

Wenn man das Ganze als Leid der Frauen deklariert, welches ausgeglichen werden muss, dann ist es wiederum okay.

„Für unsere Wirtschaft ein Nachteil“

ZEIT: Warum sehen Sie an der Stelle die Politik am Zug?

Ataman: Wir können nicht über Fachkräftemangel und hohe Teilzeitquoten klagen und gleichzeitig erwerbstätige Frauen mit ihren Problemen alleinlassen. Studien zufolge reduzieren Frauen in den Wechseljahren wegen ihrer Beschwerden oftmals ihre Stundenanzahl oder gehen früher in Rente. Das ist nicht nur für die Betroffenen selbst ein Nachteil, sondern auch für unsere Wirtschaft.

Man kann Frauen so verletzlich und eingeschränkt darstellen, wie man möchte, wenn es dann eine abzustellende Diskriminierung ist.

Das wäre also wenn man eine halbe Stunde pro Woche weniger rechne:

  • Bei 40-Stunden-Woche
    Monatssoll: ca. 173 Stunden
    Minderarbeit: 2,17 h
    ≈ 1,25 % weniger Arbeitszeit
  • Bei 38-Stunden-Woche
    Monatssoll: ca. 165 Stunden
    Minderarbeit: 2,17 h
    ≈ 1,32 % weniger Arbeitszeit

Würde ja wunderbar eine weitere Lohndifferenz im Gender Pay Gap erklären.

Was wird da wohl rauskommen? Verpflichtende Zusatztoiletten? Eine Lohnzulage? Ein pauschaler Menopausenabzug?

Das ist ja mal eine vernünftige Frage!

Was für eine absolut nichtssagende Antwort, die der eigentlichen Frage ausweicht!

Sie hat es schlicht nicht beantwortet. Wahrscheinlich kann sie in den Bahnen gar nicht denken: Für sie ist da eine Diskriminierung. Das sie da selbst eine Minderleistung darlegt kann für sie kein Grund sein die „Diskriminierte Person“ nicht zu befördern.
Dafür kann Grund eben nur Sexismus sein.

 

Klar, die Wechseljahre sind in der Medizin vollkommen unbekannt. Das glaubt sie doch wohl selbst nicht. Vieles ist im übrigen nicht Teil des Studiums in der Medizin oder in jedem anderen Fachgebiet. Deswegen spezialisieren sich die Leute, werden Fachärzte, gehen auf Fortbildungen etc.

Und dann so eine leere Behauptung, dass das bei Männern natürlich anders wäre. Aber auch die haben Veränderungen im Hormonhaushalt.
Ab etwa 30–40 Jahren sinkt der Testosteronspiegel langsam. Es ist nicht so deutlich wie die Menopause, aber es bringt Folgen mit sich (hier von ChatGPT aufgelistet)
Typische Symptome
Körperlich

  • weniger Muskelmasse, mehr Bauchfett
  • geringere Belastbarkeit
  • schneller erschöpft
  • Schlafstörungen
  • Hitzewallungen (seltener, aber möglich)

Sexuell

  • geringere Libido
  • Erektionsprobleme
  • weniger morgendliche Erektionen

Psychisch

  • Reizbarkeit
  • depressive Verstimmung
  • Antriebslosigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • „Ich erkenne mich selbst nicht wieder“
  • Kognitiv / emotional
  • geringeres Selbstvertrauen
  • Rückzug
  • Sinnkrisen (verstärkt durch Lebensphase: Job, Beziehung, Alterung)

„Die Ärzte haben keine Ahnung und keiner kümmert sich darum“ aber gleichzeitig ein „Goldrush“. Was natürlich dazu führt, dass die Pharmaindustrie versucht über die Ärzte ihre Produkte zu verkaufen und Fortbildungen etc anbietet.

Bisher hat sie übrigens nicht gesagt, wie sie diskriminiert werden.

 

„Die Beziehung ist nicht so toll und er passt auch irgendwie nicht, aber ich bin über 30 lass uns mal ein Baby bekommen“

Auf Reddit wird ein interessantes Thema angesprochen:

ich muss kurz über meine Nachbarin reden.

Sie ist 32, seit gut zwei Jahren mit ihrem Partner zusammen. Er hat einen guten Job und ist super lieb, das hat sie auch immer wieder betont. Aber gleichzeitig meinte sie ständig, dass er irgendwie nichts checkt, null emotional ist und überhaupt nicht mitdenkt. Er hat schon ein Kind aus einer früheren Beziehung und selbst da ist er wohl total inkonsequent, setzt sich nicht durch und kümmert sich eher halbherzig.

Sie hat sich seit Beginn dieser Beziehung über ihn beschwert, jedes Mal wenn ich sie traf gab es was Neues. Sie hat auch immer betont, was für ein schlechter Vater er ist, das Kind nicht auf ihn hört etc.

Auch in der Beziehung hat sie oft gesagt, dass er als Partner nicht wirklich taugt, auch wenn er sehr gutherzig ist, einen tollen Job hat und sowas. Beim letzten Gespräch meinte sie dann sogar, dass mit ihm eh nichts wird und sie sich trennen will. Aber weil sie Angst hat, dass es zu lange dauert, jemanden Neuen zu finden, hat sie sich gedacht, „Hauptsache ein Baby.“

Ich habe es immer belächelt, dachte mir nichts bei, weil ich mir eben dachte „Wer spielt bewusst mit Leben anderer?“ Gibt ja Leute, die sich immer über die Beziehung auskotzen müssen und damit hab ich das Thema für mich erledigt.

Und jetzt hat sie vor paar Wochen tatsächlich verkündet, dass sie schwanger ist. Ich finde das extrem krass, weil sie damit auch mit dem Leben von diesem Mann spielt. Er denkt wahrscheinlich, das wird seine Familie und seine Zukunft, während sie innerlich schon abgeschlossen hat und nur ein Baby wollte. Saß da mit offenem Mund, weil ich eben weiß, dass sie es nur für sich geplant und kalkuliert hat.

Selbst wenn sie sagen würde, sie kann das Kind alleine großziehen, bleibt er ja trotzdem immer in der Verantwortung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er sie mit den Informationen (die ich habe) geschwängert hätte.

Ich finde das einfach richtig heftig und würde gerne mal eure Meinung dazu hören.

Ähnliche Geschichten (sie ist sich eigentlich unsicher ob die Beziehung war ist, aber jetzt will sie schwanger werden, sie ist ja auch schon über 30 und hat nicht mehr viel Zeit) habe ich auch schon häufiger gehört. Oder in der Variante „Beziehung hat ja leider nicht geklappt, aber sie hat zwei tolle Kinder bekommen und sie war ja auch schon 30+“

Hier ist auch interessant, dass einmal angesprochen wird, dass es auch unfair gegenüber dem Mann sein kann, wenn es so läuft. Wobei dann die Frage ist, wie der die Beziehung und ihre Stabilität einschätzt.

Auch dort wird es genug geben, die zwar merken, dass es nicht so gut läuft, aber hoffen, dass es sich durch ein Kind irgendwie verbessert.

Kennt ihr entsprechende Fälle?

 

Selbermach Mittwoch

Bitte Kommentare bündeln, wenn sie nur aus einzelnen Tweets und kurzem Kommentar bestehen und man sehr viele davon plant.

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Die Epstein-Akten

Nach langen Hin- und Her sind ein Schwung Unterlagen aus den Epstein-Ermittlungsakten veröffentlich worden.

Hier eine kurze Zusammenfassung zu der Sache an sich von Grok:

Jeffrey Epstein – Die Enthüllungen im Überblick (Stand Februar 2026)

Jeffrey Epstein war ein US-amerikanischer Finanzier und verurteilter Sexualstraftäter, der ein ausgedehntes Netzwerk aus einflussreichen Persönlichkeiten unterhielt und beschuldigt wurde, Minderjährige systematisch sexuell auszubeuten und zu handeln. Seine Fälle sorgen seit über 15 Jahren für weltweites Aufsehen – durch Gerichtsverfahren, Zeugenaussagen, FBI-Untersuchungen und schrittweise Dokumentenfreigaben. Epstein starb 2019 in Haft (offiziell Suizid). Seine langjährige Komplizin Ghislaine Maxwell wurde 2021 zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Frühere Enthüllungen und der 2008er-Deal

Die ersten Ermittlungen begannen bereits 2005 in Florida wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger. 2008 schloss Epstein einen höchst umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft: Er bekannte sich schuldig zu zwei Anklagepunkten (u. a. Prostitution mit Minderjährigen) und erhielt nur 18 Monate Haft – von denen er 13 Monate absaß, tagsüber durfte er arbeiten. Dieser „Sweetheart Deal“ wurde später massiv kritisiert; viele sehen darin eine Bevorzugung durch den damaligen US-Staatsanwalt Alexander Acosta (später Arbeitsminister unter Trump).

2019 folgte die erneute Verhaftung auf Bundesebene wegen Sexhandels mit Minderjährigen. Nur Wochen später starb Epstein in seiner Zelle.

Wichtige Gerichtsunterlagen und Freigaben bis 2025

Die zentralen Enthüllungen stammen vor allem aus dem Zivilprozess Virginia Giuffre gegen Ghislaine Maxwell (ab 2015):

  •  Epstein betrieb ein ausgeklügeltes Rekrutierungssystem: Junge Mädchen wurden unter dem Vorwand von „Massagen“ angeworben, die in sexuellen Missbrauch übergingen.
  •  Schauplätze waren u. a. seine Privatinsel Little St. James („Pedophile Island“), seine Residenzen in New York, Palm Beach und Paris.
  • Prominente Namen tauchten auf: Bill Clinton (mehrere Flüge mit Epsteins Jet „Lolita Express“ – keine Beweise für Missbrauch), Prince Andrew (von Giuffre beschuldigt; außergerichtliche Einigung 2022), Alan Dershowitz, Jean-Luc Brunel (später Suizid in Haft), Les Wexner (Victoria’s-Secret-Gründer, der Epstein weitreichende Vollmacht gab).
  • Januar 2024: Freigabe von ca. 900 Seiten Gerichtsdokumenten mit über 150 Namen (u. a. Stephen Hawking, Michael Jackson, David Copperfield) – meist ohne direkte Vorwürfe, sondern als Kontakte oder Erwähnungen.
  • Dezember 2025: Hunderttausende Seiten mit Fotos (u. a. Clinton), Fluglisten und Erwähnungen von Donald Trump (Flüge in den 1990er-Jahren, keine Missbrauchsvorwürfe).

Die große Freigabe Januar 2026 – über 3 Millionen Seiten

Am 30. Januar 2026 veröffentlichte das US-Justizministerium (DOJ) die bislang umfangreichste Tranche: über 3 Millionen Seiten Dokumente, 2.000 Videos und 180.000 Bilder. Die Freigabe erfolgte gemäß dem Epstein Files Transparency Act (unterzeichnet von Präsident Trump im November 2025). Teile bleiben redigiert, um Opfer zu schützen.

Die wichtigsten neuen Erkenntnisse (Januar 2026)

  • Epsteins Anwälte verhandelten nur knapp zwei Wochen vor seinem Tod (August 2019) über eine mögliche Kooperation mit den New Yorker Staatsanwälten.
  • Donald Trump wird über 3.000 Mal erwähnt, darunter E-Mails und eine FBI-Liste von Vorwürfen sexueller Übergriffe aus dem Jahr 2025 (vor der Wahl 2020).
  • Weitere häufig genannte Namen: Elon Musk, Bill Gates, Bill Clinton, Steve Bannon, Steve Tisch (New York Giants), Andrew Mountbatten-Windsor (Prince Andrew).
  • Viele dieser Kontakte fanden nach Epsteins Verurteilung 2008 statt.
  • Prince Andrew lud Epstein nach dessen Haftentlassung nach Buckingham Palace ein; E-Mails deuten auf fortbestehende Freundschaft hin.
  • Persönliche Details: Psychologische Gutachten aus der Haft, Hinweise auf eine mögliche Vaterschaft eines Kindes vor etwa 15 Jahren.
  • Die 2.000 Videos und 180.000 Bilder enthalten investigative Materialien und „schreckliche Fotos“, aber keine neuen Beweise für Missbrauch durch Dritte.

Aktueller Stand und offene Fragen

Das DOJ erklärte im Januar 2026, die Überprüfung sei abgeschlossen – es gebe keine Grundlage für neue Strafverfahren gegen weitere Personen. Kritiker (Opferanwälte, Teile des Kongresses) fordern vollständig unredigierte Dokumente.

Die Dateien zeigen eindrucksvoll Epsteins enormen Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Unterhaltung – und werfen die Frage auf, warum so wenige seiner einflussreichen Kontakte je strafrechtlich belangt wurden.

Für die Originaldokumente empfiehlt sich die offizielle DOJ-Website oder die Archive des Gerichtsverfahrens.

Das Modell Epstein ist interessant, weil er soweit ersichtlich ein gewisses Programm aus Sex und gleichzeitig Treffen der Mächtigen organisiert hat, welches vielleicht gerade wegen des Sex auch gleichzeitig eine gewisse Vertraulichkeit mit sich brachte.

  • Epstein bot bestimmte Luxuserlebnisse z. B. Flüge, Partys, Finanzberatung, Treffen mit anderen Mächtigen) als „Belohnung“ an, um Kooperation zu erreichen. Man brauchte ihn als Mittelmann wenn man Zugang dazu haben wollte. Er sammelte „Schulden“ in Form von Gefallen, Informationen oder Schweigen, was ihm gleichzeitig eine gewisse Macht gab.
    Wer auf der Insel war war damit auch gleich Teil eines gewissen Klubs und konnte vielleicht neben einem Milliardär sitzen und dadurch Beziehungen gewinnen.
  • Die Einbindung verbotener Aktionen haben Epstein zum einen wahrscheinlich erlaubt seine eigenen Vorlieben auszuleben, aber eben auch eine gewisse Macht zu erreichen und etwas anzubieten, was man woanders nicht bekommen kann. Ein Milliardär mag keine Probleme haben, ein Call Call für sich buchen zu lassen, aber bei Epstein konnte man wahrscheinlich allen Gelüsten nachgehen, auch solche mit denen man keine Angestellten beauftragen konnte. Gleichzeitig erlaubte das Epstein durch Videos oder Fotos noch mehr Macht zu bekommen.
  • Das machte es gleichzeitig sicherer. Wenn alle wußten, dass sie bei einer Aussage gegen ihn ebenfalls Gefahr laufen mit dem dortigen Treiben in Zusammenhang gebracht zu werden, dann erhöht das die Kosten für Gegenmaßnahmen. Und andererseits: Wenn man eh schon die Gefahr eingegangen war UND auch viele andere hochstehende Personen mit Einfluss, dann war es weniger gefährlich dies auch weiterhin zu machen.
    Vorteil für Epstein: Langfristige Kontrolle über einflussreiche Netzwerke, die ihm finanzielle und soziale Vorteile brachten, ohne direkte Konfrontation.
  • Das System war skalierbar: um so  mehr Besucher, desto stärker der Netzwerkeffekt (Das Metcalfesche Gesetz (englisch Metcalfe’s law) gehört zur Netzwerkökonomie und beschreibt in Netzwerken einen positiven Netzwerkeffekt, wonach sich der finanzielle Wert und Einfluss eines Telekommunikationsnetzes oder der Nutzwert insbesondere sozialer Netzwerke proportional zum Quadrat der Anzahl der angeschlossenen Benutzer des Systems ist, während die Kosten nur linear zur Teilnehmerzahl steigen) 
  • Ich vermute mal, dass es gleichzeitig eine gewisse „sauberere Ebene“ gab, bei der man nicht gleich Sex hatte sondern es noch relativ gesittet zuging, schon weil man das wahrscheinlich als Cover braucht. Wäre interessant, ob man als Einstieg zumindest mal in die „tieferen Ebenen“ musste um sich „zu beweisen“. So wie es ja auch bei der Mafia teilweise die Pflicht gegeben haben soll eine schwere Straftat zu begehen, damit man zeigt, dass man wirklich dabei ist und mit drinsteckt. Wäre wahrscheinlich effektiv.

Eine Mischung aus Sex, Perversion und Netzwerken also. Und das verführerisch geheim.

 

Frankreich schafft die „Sexpflicht“ in der Ehe ab (bzw. fehlender Sex ist keine Pflichtverletzung mehr, die beim Schuldprinzip zu berücksichtigen ist)

Gerade geht eine Meldung durch die Presse, dass Frankreich (endlich) die „Sexpflicht“ abgeschafft hat.

Allerdings geht es weniger um eine tatsächliche Sexpflicht, sondern vielmehr darum, dass bei Scheidungen in Frankreich nicht wie in Deutschland das Zerrüttungsprinzip (es muss bei Gericht nur festgestellt werden, dass die Ehe endgültig zerrüttet ist) sondern das Schuldprinzip gilt (wenn jemand die Schuld am scheitern der Ehe hat, dann kann das negative Folgen haben, etwa keinen Unterhalt etc.)

ChatGPT hat mir die Änderungen rausgesucht:

Art. 242 des Code civil (bisher)

Wortlaut vor der Reform (noch nicht geändert):

„Le divorce peut être demandé par l’un des époux lorsque des faits constitutifs d’une violation grave ou renouvelée des devoirs et obligations du mariage sont imputables à son conjoint et rendent intolérable le maintien de la vie commune.“

Eine Scheidung kann beantragt werden, wenn schwerwiegende oder wiederholte Verstöße gegen die Ehepflichten vorliegen, die ein Fortsetzen der ehelichen Gemeinschaft unzumutbar machen.

 Nach altem Recht konnten Gerichte in der Praxis aus dem Unterlassen sexueller Beziehungen einen „Verstoß gegen eheliche Pflichten“ herleiten und somit einen schuldhaften (mit Verschulden begründeten) Scheidungsgrund annehmen – was vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte 2025 bereits kritisiert wurde.

Neue Rechtslage (geplante Reform 2026)

Die französische Nationalversammlung hat am 28. Januar 2026 einen Gesetzentwurf zur Reform des Zivilrechts verabschiedet. Dieser soll – sobald er vom Senat bestätigt und promulgiert ist – folgende Änderungen einführen:

Ergänzung von Art. 215 (neu)

Der Text von Art. 215 soll ergänzt werden durch eine Klarstellung:

„Cette communauté de vie ne crée aucune obligation pour les époux d’avoir des relations sexuelles.“

Die gemeinschaftliche Lebensführung begründet keine Verpflichtung für Ehegatten, sexuelle Beziehungen zu haben.

Damit wird rechtlich eindeutig klargestellt, dass es keine eheliche Pflicht zu sexuellen Beziehungen gibt – und Gerichte sollen dies nicht mehr aus Art. 215 interpretieren können.

Ergänzung / Klarstellung von Art. 242 (neu)

Die Reform enthält außerdem den Zusatz, dass ein schuldhafter Scheidungsgrund nicht auf dem Fehlen oder der Verweigerung sexueller Beziehungen basieren kann.

Das bedeutet konkret:

Eine Verweigerung von Sex kann nicht mehr Grundlage für einen „verschuldeten“ Scheidungsgrund nach Art. 242 sein.

Das Schuldprinzip in Scheidungsfällen bleibt grundsätzlich erhalten, aber dieser konkrete Aspekt wird ausgeschaltet.

Ich hatte das französische Recht gerade in Hinblick auf die „Sexpflicht“ hier einmal besprochen:

Einen Artikel zum bis 1977 in Deutschland geltenden Schuldprinzip und die dortige „Sexpflicht“ hatte ich hier besprochen:

In einem Schuldprinzip macht die Frage, ob einer einseitig nicht mehr mit dem anderen schlafen wollte ja durchaus Sinn. Gegenstimmen würden sagen, dass der reine Umstand, dass man nicht mehr mit dem Partnern schlafen will, ja nicht an einem selbst liegen muss, sondern auch in dem Verhalten des Partners begründet sein kann (was allerdings bei dem Verschulden ohnehin geprüft werden müsste) und vermutlich, dass es Frauen benachteiligt. Und man wird wahrscheinlich hinzusetzen, dass Sexualität etwas zu privates ist um daraus einen Schuldvorwurf zu machen.

Interessant ist hier, dass nicht das Schuldprinzip an sich angegriffen wurde, sondern lediglich diese Ausnahme geschaffen wird.

Aus einem Artikel zur Änderung:

Noch 2019 war in Versailles eine Französin bei der Scheidung von ihrem Mann von einem Berufungsrichter mit vermutlich konservativen Vorstellungen „schuldig“ gesprochen worden. Ihr Gatte hatte sich mit einem ersten Scheidungsurteil wegen „Zerrüttung“ nicht begnügen wollen und war in Berufung gegangen.

Dabei hatte er geltend gemacht, dass seine Frau, mit der er seit 1984 verheiratet war und vier Kinder hatte, seit Jahren keinen Sex mehr mit ihm gewollt habe. Der Richter entschied in seinem Sinne. Die Frau habe sich damit einer „schweren und wiederholten Verletzung der ehelichen Pflichten“ schuldig gemacht.

Patriarchalische Vorstellungen

Diese Argumentation musste schockieren, denn auch im französischen Zivilgesetzbuch steht nirgends ausdrücklich, dass es in der Ehe eine Pflicht zum Geschlechtsverkehr gibt. Bezog sich die Justiz da auf alte patriarchalische religiöse Vorstellungen, bei denen die Ehe namentlich der sexuellen Fortpflanzung dient?

So zu tun als wäre die Ehe keine sexuelle Gemeinschaft, auch ohne Fortpflanzung, ist schon interessant. Natürlich kann man eine Ehe ohne Sex führen, aber die meisten werden andere Vorstellungen haben.  Andererseits hatte ich ja oben schon angeführt, dass es eben kein Anrecht auf Sex gibt.

Der Richter konnte sich offenbar auf eine gewisse Unklarheit berufen. Im Gesetz sind die Eheleute gehalten, sich „gegenseitige Treue, Beistand, Unterstützung und Lebensgemeinschaft“ zu versprechen. Das sind dehnbare Begriffe, wenn ein Richter „Lebensgemeinschaft“ als „Bettgemeinschaft“ auslegen will.

Auch eine Beschwerde beim Kassationsgericht änderte für die verurteilte Frau nichts. Sie zog vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EMGR). Dieser gab ihr vor einem Jahr recht und hielt fest, eine solche Interpretation einer „ehelichen Pflicht“ stehe im „Widerspruch zur sexuellen Freiheit und zum Recht auf den eigenen Körper“.

Antiquierte Vorstellungen

Die Forderung nach sexuellen Beziehungen ohne Zustimmung sei somit eine Form sexueller Gewalt. Auch dies ist eine wichtige Klarstellung, denn erst 2006 war in Frankreich der Tatbestand der Vergewaltigung durch Ehegatten im Strafgesetzbuch verankert worden.

Auf dieses Urteil des EGMR gestützt, reichte die Abgeordnete der französischen Grünen, Marie-Charlotte Garin, ihren Antrag ein, der nun die Zustimmung aller Fraktionen erhalten hat. Im Zivilgesetz müsse stehen, dass die Ehe in Frankreich „kein rechtsfreier Raum“ sein könne, in dem das notwendige Einverständnis zu Sex ausgeklammert sei.

Die Anwältin Delphine Zoughebi, die vor dem EMGR die französische Klägerin vertreten hatte, hofft auf eine „pädagogische“ Wirkung, namentlich in Justizkreisen. Dort existierten noch immer antiquierte Vorstellungen von Ehepflichten.

Nach der Nationalversammlung muss der Senat dem Gesetz nun ebenfalls noch zustimmen. Dann könnte auf dem Standesamt den zukünftigen Ehepartnern die modernisierte Version der Rechte und Pflichten vorgelesen werden.

Hier noch mal ein Überblick über das französische Schuldprinzip (ChatGPT):

Was bedeutet „Schuld“ (faute) im französischen Scheidungsrecht?

Eine Scheidung pour faute liegt vor, wenn ein Ehepartner
schwerwiegend oder wiederholt
gegen die Pflichten der Ehe verstößt
– und dadurch das Fortsetzen der Ehe unzumutbar macht
(Art. 242 Code civil).

Zu den ehelichen Pflichten zählen insbesondere:

  • Treue

  • Respekt

  • Beistand

  • Gemeinschaft des Lebens

  • Loyalität und Rücksichtnahme

Typische Fälle, in denen Gerichte Schuld zugewiesen haben (abseits von Sex)

1. Untreue (Infidélité)

Der klassische Fall.

Beispiele:

  • Affäre (auch ohne Zusammenleben)

  • Dauerhafte Parallelbeziehung

  • Öffentlich gelebte Beziehung mit einer dritten Person

➡️ Sehr häufig als Schuld anerkannt, sofern belegbar (Nachrichten, Zeugenaussagen, Hotelrechnungen usw.).

2. Gewalt und Demütigung

Physische oder psychische Gewalt.

Beispiele:

  • Körperliche Übergriffe

  • Dauerhafte Beleidigungen oder Erniedrigungen

  • Kontrollverhalten und Isolation

  • Drohungen

➡️ Nahezu immer als Schuld bewertet, oft mit zusätzlichen strafrechtlichen Folgen.

3. Schwerwiegende Respektlosigkeit

Auch ohne körperliche Gewalt relevant.

Beispiele:

  • Öffentliche Bloßstellung

  • Verächtliche oder entwürdigende Sprache

  • Systematisches Herabwürdigen

  • Rassistische oder sexistische Beschimpfungen

➡️ Gerichte sehen hierin eine Verletzung der Pflicht zu Respekt und Würde.

4. Verlassen der Ehe / Entzug der Lebensgemeinschaft

Nicht jede Trennung, sondern ein einseitiger Abbruch ohne legitimen Grund.

Beispiele:

  • Plötzliches Verschwinden

  • Dauerhafte räumliche Trennung ohne Absprache

  • Abbruch jeglicher Kommunikation und Unterstützung

 Kann als Verstoß gegen die communauté de vie gewertet werden.


5. Finanzielles Fehlverhalten

Oft unterschätzt, aber rechtlich relevant.

Beispiele:

  • Verheimlichung von Schulden

  • Zweckentfremdung gemeinsamer Gelder

  • Glücksspiel mit Familienvermögen

  • Verweigerung finanzieller Beiträge trotz Leistungsfähigkeit

Schuld wegen Verletzung der Pflicht zu Beistand und Loyalität.


6. Schwerwiegende Pflichtverletzungen gegenüber Kindern

Nicht unmittelbar Ehepflicht, aber relevant.

Beispiele:

  • Vernachlässigung

  • Instrumentalisierung der Kinder gegen den anderen Elternteil

  • Gefährdung des Kindeswohls

Kann Schuld begründen und hat erhebliche Auswirkungen auf Sorge- und Umgangsrecht.

Folgen einer Schuldfeststellung

1. Schadensersatz (dommages-intérêts)

Nach Art. 266 Code civil möglich bei besonders schweren immateriellen Schäden, z. B.:

  • Demütigung

  • Rufschädigung

  • schwere psychische Belastung

 Kein Automatismus, aber realistisch bei Gewalt oder öffentlicher Bloßstellung.

2. Auswirkungen auf nachehelichen Unterhalt (prestation compensatoire)

  • Schuld schließt Unterhalt nicht automatisch aus

  • Kann aber zu Kürzungen führen, insbesondere bei schwerem Fehlverhalten

 Frankreich bleibt hier moderater als Deutschland: Schuld ≠ vollständiger Ausschluss.

3. Auswirkungen auf Sorge- und Umgangsrecht

  • Schuld allein ist nicht ausschlaggebend

  • Gewalt, Manipulation oder Instabilität wirken sich jedoch negativ auf die elterliche Verantwortung aus

4. Wohnung und Vermögensfragen

  • Schuld kann Einfluss haben auf:

    • Nutzung der Ehewohnung

    • mögliche Schadensersatzansprüche

  • Eigentumsfragen bleiben grundsätzlich vermögensrechtlich neutral, außer bei Missbrauch.

5. Symbolische und prozessuale Folgen

Nicht zu unterschätzen:

  • Moralische Rehabilitierung eines Ehepartners

  • Einfluss auf Vergleichsbereitschaft

  • Psychologische Wirkung im Verfahren

Was sich durch die Reform nicht geändert hat

Nicht abgeschafft wurden:

  • das Schuldprinzip an sich

  • Treue-, Respekt- und Beistandspflichten

  • Sanktionen bei Gewalt, Demütigung oder Loyalitätsbruch

Abgeschafft wurde ausschließlich:

  • die Möglichkeit, fehlenden oder verweigerten Sex als schuldhaften Scheidungsgrund zu werten

„Die Verknüpfung der Tendenz zur interpersonellen Opferrolle, Opfersignalisierung und Narzissmus: Das Bedürfnis, als Opfer wahrgenommen zu werden“

Eine interessante Studie zu Narzissmus und interpersoneller Opferhaltung:

The Tendency for Interpersonal Victimhood (TIV) captures a victim mindset, and victim signalers use perceived victim status for exploitation. In a sample of 400 participants, we investigated connections between narcissism, TIV, and victim signaling. TIV had more similarities through the Big Five factors with vulnerable narcissism, and victim signaling had similarities to vulnerable and grandiose narcissism. TIV mediated the relationship between vulnerable narcissism and victim signaling, Neuroticism and victim signaling, and grandiose narcissism and victim signaling. Thus, narcissism may be important in the experience of TIV and victim signaling

Quelle: Linking the Tendency for Interpersonal Victimhood, victim signaling, and narcissism: The need to be seen as a victim

Eine kurze Zusammenfassung:

Überblick
Diese Studie von Bedard et al. (2025) untersuchte die Zusammenhänge zwischen der Tendenz zu interpersoneller Opferhaltung (TIV), Opfersignalisierung und Narzissmus bei 400 kanadischen Teilnehmern.

Zentrale Konzepte
Tendency for Interpersonal Victimhood (TIV) – eine verfestigte Opfermentalität mit vier Dimensionen:

  • Bedürfnis nach Anerkennung als Opfer
  • Moralischer Elitismus
  • Mangel an Empathie
  • Grübeln über vergangenes Unrecht
  • Victim Signaling – das absichtliche, öffentliche Deklarieren von Opferstatus, um Ressourcen zu erlangen

Das dürfte alles sehr gut zu den intersektionalen Theorien passen.

Zwei Formen von Narzissmus:

  • Grandiose Narzissmus (GN): selbstbewusst, charmant, machtorientiert
  • Vulnerable Narzissmus (VN): hypersensibel, neidisch, geringes Selbstwertgefühl

Hypothesen und Hauptergebnisse
Persönlichkeitskorrelate (Big Five)
TIV zeigte positive Korrelationen mit:

  • Neurotizismus (r = 0.31, p < .001)
  • Offenheit (schwächer)

Victim Signaling korrelierte mit:

  • Neurotizismus (r = 0.21, p < .001)
  • Extraversion (r = 0.14, p < .01)
  • Offenheit (r = 0.19, p < .001)
  • Negativ mit Verträglichkeit (schwächer)

 

Zusammenhänge mit Narzissmus
Vulnerable Narzissmus (VN) und TIV:

  • Starke positive Korrelation (r = 0.50, p < .001)
    VN erklärte 15% zusätzliche Varianz in TIV
    Beide teilen hohen Neurotizismus als gemeinsames Merkmal

Grandiose Narzissmus (GN) und TIV:

  • Moderate positive Korrelation (r = 0.29, p < .01)
    GN erklärte 10% zusätzliche Varianz in TIV
    Entgegen der Hypothese zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang

Victim Signaling:

  • Positive Korrelation mit VN (r = 0.25, p < .001)
  • Positive Korrelation mit GN (r = 0.22, p < .001)

Bei VN war besonders die Übersensitivität relevant
Bei GN war die grandiose Exhibitionismus-Komponente entscheidend

Mediationsanalyse
Zentrale Erkenntnis: TIV fungiert als Mediator zwischen Narzissmus und Victim

Signaling

Das Pfadmodell mit VN, Neurotizismus und TIV zeigte gute Passung:

χ²(1) = 2.95, p = .09
RMSEA = 0.07
CFI = 0.99
TIV erklärte 25.37% der Varianz
Victim Signaling erklärte 11.32% der Varianz

Schlussfolgerungen der Autoren

  • VN und TIV sind eng verwandt, primär durch gemeinsamen Neurotizismus
  • Beide Narzissmusformen begünstigen Victim Signaling als Manipulationsstrategie
  • Unterschiedliche Motivationen:VN: Hypersensitivität und Neurotizismus
    GN: Aufmerksamkeitssuche und Exhibitionismus
  • TIV und Victim Signaling sind antagonistische Traits, die bei narzisstischen Personen häufiger auftreten

Aus der Studie (übersetzt):

Die Tendenz zur interpersonellen Opferrolle (Tendency for Interpersonal Victimhood, TIV) ist dadurch gekennzeichnet, dass sich Personen in zwischenmenschlichen Beziehungen als Opfer erleben (Gabay et al., 2020). Individuen mit hohen TIV-Werten fühlen sich häufig, intensiv und über einen längeren Zeitraum hinweg viktimisiert, sodass dieses Erleben als zentraler Bestandteil ihrer Identität erscheinen kann (Gabay et al., 2020). TIV umfasst vier Dimensionen:
(
1) Bedürfnis nach Anerkennung (der Wunsch, für das eigene Opfersein Anerkennung zu erhalten, um Schuldgefühle zu erzeugen und Unterstützung von anderen zu gewinnen; Urlic et al., 2010),
(2) moralischer Elitismus (die Wahrnehmung der eigenen Person als frei von Fehlverhalten und anderer als unmoralisch; Urlic et al., 2010),
(3) Mangel an Empathie (die Unfähigkeit, das Leiden anderer nachzuempfinden; Gabay et al., 2020) und
(4) Rumination (wiederholtes gedankliches Kreisen um vergangene Kränkungen oder erlittene Ungerechtigkeiten; Gabay et al., 2020).

Neben dem subjektiven Gefühl, Opfer zu sein, möchten manche Personen auch, dass andere von ihrem Opferstatus wissen. Opfersignalisierung (victim signaling) bezeichnet das bewusste und öffentliche Bekunden von Opfersein. Die Inanspruchnahme einer Opferrolle kann Vorteile bringen, etwa indem sie soziale Anerkennung und Gerechtigkeit fördert. Aufgrund der Verbreitung egalitärer Werte und der starken kulturellen Fokussierung auf die Linderung menschlichen Leids kann es in westlichen Kulturen vorteilhaft sein, Opferstatus zu beanspruchen, da dies Individuen ermöglicht, Ressourcen von anderen zu erhalten (z. B. Empathie, materielle Güter, Respekt; Ok et al., 2021).

Wichtig ist, dass TIV und Opfersignalisierung nicht mit tatsächlichen Viktimisierungserfahrungen gleichzusetzen sind (Gabay et al., 2020; Ok et al., 2021). Vielmehr wird TIV als eine tief verankerte, dauerhafte Denk- und Wahrnehmungsweise verstanden, die aus verschiedenen Prozessen resultieren kann, darunter Sozialisation und Bindungserfahrungen (Gabay et al., 2020), und nicht notwendigerweise eine Folge von Trauma ist. Darüber hinaus wurde gezeigt, dass Opfersignalisierung mit manipulativem Verhalten in Zusammenhang stehen kann (Ok et al., 2021); ihr konzeptioneller Fokus liegt auf dem Proklamieren von Opferstatus, um Ressourcen zu erlangen. TIV und Opfersignalisierung sind nicht auf Personen anwendbar, die tatsächliche Viktimisierung oder Marginalisierung erlebt haben, und dürfen niemals gegen diese instrumentalisiert werden. Da es sich bei TIV und Opfersignalisierung um individuelle Dispositionsmerkmale handelt, die sich in unterschiedlichen Kontexten zeigen können und nicht ausschließlich an eine Traumageschichte gebunden sind, können sie Aufschluss darüber geben, wie sich narzisstische Tendenzen äußern.

Das ist kurz zusammengefasst ja der typische Vorwurf an Social Justice Warriors.

Und zum Narzissmus:

Narzissmus steht in einem positiven Zusammenhang mit der Tendenz, sich selbst als Opfer wahrzunehmen (z. B. Day et al., 2020). Allerdings haben bisherige Studien die Beziehungen zwischen grandiosem Narzissmus (GN) und vulnerablem Narzissmus (VN) einerseits und interpersoneller Opfermentalität (TIV) oder Opfersignalisierung andererseits nicht systematisch untersucht. Fatfouta und Rogoza (2024) erfassten agentischen Narzissmus (z. B. eine Form von Narzissmus, die durch Überlegenheitsgefühle gekennzeichnet ist) sowie antagonistischen Narzissmus (z. B. eine durch Rivalität gekennzeichnete Form des Narzissmus) und subjektiv wahrgenommene Opfererfahrungen. Day et al. (2020) erfassten GN und VN, wobei die Teilnehmenden über eine nahestehende Person berichteten, von der sie annahmen, dass sie ein hohes Maß an Narzissmus und eine Opfermentalität aufweise. Schließlich untersuchten Armaly und Enders (2022) Opferrollen im Kontext der US-amerikanischen Politik unter Verwendung eigener Messinstrumente zu Trait-, State- und kollektivem Narzissmus.

Narzissmus – insbesondere vulnerabler Narzissmus (VN) – könnte mit TIV in Zusammenhang stehen. Während sich das Anspruchsdenken (Entitlement) beim grandiosen Narzissmus aus einem Gefühl der Überlegenheit speist, resultiert das Anspruchsdenken beim vulnerablen Narzissmus aus einem Empfinden von Ungerechtigkeit sowie aus dem Gefühl, im Vergleich zu anderen benachteiligt oder zu kurz gekommen zu sein (Freis & Hansen-Brown, 2021). Diese Wahrnehmung, unfair benachteiligt zu sein, kann zu einem Anspruchsgefühl auf positive Ergebnisse führen (Freis & Hansen-Brown, 2021). Auch Personen mit hohen TIV-Werten nehmen sich selbst als unfair behandelt wahr; TIV steht positiv mit einem Anspruchsdenken in Zusammenhang, das die Rechtfertigung unmoralischen Verhaltens begünstigt (Gabay et al., 2020). TIV ist – ebenso wie VN – positiv mit Neurotizismus assoziiert (Gabay et al., 2020).

Darüber hinaus neigen Personen mit hohen TIV-Werten dazu, Verfehlungen als schwerwiegender wahrzunehmen, Verletztheit intensiver und über längere Zeiträume zu erleben und negative Emotionen leichter wieder abzurufen (Gabay et al., 2020). In ähnlicher Weise zeigen Personen mit hohem VN nach sozialer Zurückweisung eher negative implizite und explizite Selbstbewertungen, was darauf hindeutet, dass sie automatische, negative Vorstellungen von sich selbst und davon haben, wie sie von anderen wahrgenommen werden (Weiss & Huppert, 2022).

1.3. Opfersignalisierung, TIV und Zusammenhänge mit Narzissmus
Sowohl Opfersignalisierung als auch Narzissmus beinhalten das Ausnutzen von Situationen zum persönlichen Vorteil. Personen, die Opfersignalisierung einsetzen, zeigen nicht nur häufiger täuschendes Verhalten, sondern weisen auch amoralische Manipulationstendenzen auf (d. h. die Bereitschaft, moralische Werte zu missachten, wenn dies dem eigenen Vorteil auf Kosten anderer dient) sowie höhere Ausprägungen von kommunalem Narzissmus (eine Form des Narzissmus, bei der man sich selbst eine moralische Überlegenheit zuschreibt).

Geschlechterunterschiede bei der Rechtfertigung politischer Morde

Ein Bericht darüber, dass Frauen anscheinend eher als Männer politische Morde unterstützen:

When we talk about political violence, we almost always assume that its perpetrators are young men. That makes sense: men are statistically more likely to engage in physical aggression and get arrested for violent crimes at higher rates. At the same time, many are dealing with rising unemployment, declining educational achievement, and growing social disengagement. Given all that, researchers may reasonably assume that young men are driving greater tolerance for political violence.

New data complicate that assumption. A recent survey by the Network Contagion Research Institute at Rutgers found that under certain conditions, women were more likely than men to express support for political violence. The findings were so counter to the prevailing narrative that they surprised even the researchers.

It makes sense, though, when you start to recognize where these women’s impulses come from. The rise of what I call “punitive femininity” is downstream of the toxic political culture online, a culture that is transforming the sex long viewed as more restrained and less prone to violence.

To investigate toleration of political violence, NCRI use data from a survey of 1,055 respondents, weighted to be representative across sex, age, race/ethnicity, and education. The survey asked participants whether they sawany justification for the targeted murder of President Donald Trump and New York City Mayor Zohran Mamdani. It recorded responses on a seven-point scale ranging from zero (“completely unjustified”) to six (“highly justified”).

Among left-of-center respondents, 67 percent expressed at least some justification for the murder of Trump, an 11-point increase over NCRI’s earlier 2025 study. Fifty-four percent of right-of-center respondents expressed some degree of justification for murdering Mamdani.

Strikingly, justification for killing Trump and justification for killing Mamdani were strongly correlated. This implies that support for political murder is not merely partisan but reflects a generalized tolerance for political violence.

The most unexpected result: women were significantly more likely than men to endorse such violence. Female respondents were approximately 21 percent more likely than males to express some justification for murdering Mamdani and nearly 15 percent more likely to justify murdering Trump.

Both differences were statistically significant. These effects persisted even after controlling for age and other variables.

This disparity isn’t obviously the result of biological sex differences or even political polarization. Rather, it reflects the rise of a distinct and disturbing mindset.

The strongest predictors of tolerance for violence in NCRI’s data were heavy social media use and a sense that America is in a state of terminal decline. The supporters of violence in the survey aren’t traditional extremists. Rather, they seem motivated by the despair, nihilism, and moral confusion online.

For whatever reason, women seem uniquely at risk for infection by this mindset. Over the past decade, women—especially younger women—have become more politically and affectively polarized in their political judgments. Political disagreement is increasingly treated as a serious moral offense rather than a simple difference of opinion. When you see the world that way, punishing someone for holding different views becomes a moral good.

I think of this mindset as “punitive femininity.” By punitive femininity, I do not mean to invoke notions of hostility, cruelty, or aggression in the conventional sense. I mean the transformation of moral concern into a license to act punitively. Adoption of this attitude is fueled by a combination of raw anger, emotional manipulation, and an exaggerated sense of moral certainty.

Social media plays a central role in this transformation. Modern platforms reward outrage, absolutism, and performative aggression. They flatten moral complexity, elevating and even glorifying condemnation.

This lens helps make sense of some of the strangest corners of the internet. Consider the online reaction to Luigi Mangione. After his arrest for the murder of UnitedHealthcare CEO Brian Thompson, some treated Mangione not as a killer, but as a celebrity. They even explicitly sexualized him, describing him as attractive, charismatic, and even romantic.

When violence is paired with attraction, it stops being judged on moral terms. Instead of asking whether an action is wrong, people start asking whether it feels meaningful, expressive, or somehow justified.

Women aren’t uniquely prone to this dynamic. But they do disproportionately occupy and get their news from the digital spaces where this kind of aestheticization spreads fastest.

Historically, women have played a stabilizing role in moral and civic life. Across cultures, they score higher on measures of empathycare, and harm avoidance.

When women become less likely to demonstrate these virtues, it doesn’t mean they’ve suddenly transformed. It means the moral climate itself has deteriorated. Social media is breaking down basic norms of restraint, and that breakdown is showing up in groups once closely associated with moral caution and care.

If we care about social stability and the well-being of the next generation, we need to change course. We must stop rewarding moral outrage—especially when it means support for violence.

In der Tat interessant. Hier noch einmal von der eigentlichen Quelle:

Contrary to conventional assumptions that political violence is more closely associated with male respondents, we observe a reversal of this pattern in expressed justification. Female respondents were more likely than male respondents to tolerate some degree of justification for the murder of both Mamdani and Trump. Specifically, females were approximately 20 percent more likely to express some justification in the Mamdani case and approximately 14 percent more likely in the Trump case, indicating that support for political violence in this context does not conform to traditional gender-based expectations.
(…)
The new findings also indicate that support for assassination culture is no longer concentrated among traditionally high-risk groups. Most striking is an unexpected rise in tolerance for assassination rhetoric among women under conditions of high social media exposure and perceived national decline. This is not a claim about blame or disposition. It is an empirical signal that something fundamental in the moral environment has shifted.
This shift matters because women have historically played a stabilizing role in civic and social life. Across cultures they are more strongly associated with norms of care, harm avoidance, and social cohesion.
When even groups long linked to moral restraint begin to show elevated
tolerance for political violence it suggests that the erosion is not ideological but structural. The environment itself is failing to reinforce basic moral boundaries.

Das sind recht deutliche signifikante Unterschiede. Wobei es eben auch nur eine Rechtfertigung einer solchen Tat wäre, was ja etwas anderes ist als ihre konkrete Ausführung.