„Wut auf Männer ist wichtig, aber nicht immer eine Lösung“

Die Süddeutsche findet:

„Wut auf Männer ist wichtig, aber nicht immer eine Lösung“

Das ist ja fast schon ein geradezu männerfreundlicher Ansatz für die heutige Zeit

Das Männlichkeitsbild steht in der Kritik. Während rechtsextreme Parteien sich an konservativen Rollenbildern orientieren und damit – vorzugsweise – junge Männer auf Tiktok und Instagram ködern wollen, bezeichnen links-feministische Kreise das gesellschaftliche Bild von Männlichkeit als überholt. Das Gleiche gilt im Übrigen für das Frauenbild. Im medialen Diskurs ist oft von toxischer Männlichkeit die Rede. Auf der anderen Seite predigen Dating-Coaches sowie selbsternannte „Alphas“ ein konservatives Rollenverständnis.
Viele Frauen predigen ein sehr konservatives Rollenverständnis, zumindest wenn es um den Partner geht.
Der soll:
  • Einen guten Job haben
  • selbstbewußt und erfolgreich sein, gerne mit Status
  • üblicherweise in Vollzeit arbeiten wenn Kinder da sind und ihr ermöglichen die ersten drei Jahre auszusetzen und dann in Teilzeit zu arbeiten

Klar, er soll auch im Haushalt helfen und ein guter Vater sein.  Aber das Grundbild ist dennoch reichlich konservativ.

Und zwischen den Extremen stehen auch noch Männer, die einfach ein normales Leben führen wollen, ohne als toxisch beschimpft zu werden, in einer Beziehung lebend, auch mit dem Wunsch ein guter Vater zu sein und das alles hin zu bekommen.

Das Problem an derlei Argumenten ist: Menschen sind individuell verschieden. Festgefahrene Rollenbilder verhindern ihre Entfaltung, während sie Vorurteile und Diskriminierungserfahrungen fördern.
Drei Frauen erzählen, was sie von einem modernen Mann erwarten und wie sich ihre Beziehungsvorstellungen über die Jahre verändert haben.
Na mal schauen wen sie da ausgesucht haben

„Ich muss nicht eingeladen werden, ich kann für mich selbst sorgen“

Foto: Privat
Valeria, 29, lebt in Essen, ist single und queer. Durch ihre Dating-Erfahrungen mit Männern und Frauen hat sie viel über Sexismus von beiden Seiten gelernt.
Klar das da jemand queeres dabei sein muss.
„Meine Familie kommt aus Usbekistan. Meine Eltern vermittelten mir das Bild, dass eine Liebesbeziehung mit Verschmelzung einhergeht. Dass eine Ehe fast schon einer Co-Abhängigkeit gleicht und eine Scheidung keine Option ist. Meine Mutter hat mir bereits früh gesagt, dass echte Männer hart, sehr dominant und sehr männlich auftreten müssen.
Mütter allerdings fehlen in der Auflistung der besonders konservativen. macht sich ja auch nicht so gut.
Und so habe ich es vorgelebt bekommen: meine Mutter in der Rolle der Hausfrau und mein Vater als Brotverdiener. Gleichberechtigung in der Familie? Nein, bei uns war ganz klar mein Vater das Familienoberhaupt. Mein Männerbild glich lange Zeit dem, was mein Vater mir vorgelebt und meine Mutter mich gelehrt hat.
Also hat sie selbst auch Druck auf Männer ausgeübt (zumindest indirekt) sich an konservative Vorgaben zu halten.
Mittlerweile weiß ich, dass der Grund für seine impulsive Art, raumeinnehmendes Wesen und seine zuweilen emotionale Unerreichbarkeit toxische Männlichkeit ist. Er ist in patriarchalen Strukturen genauso gefangen wie andere auch. Aber daraus ausbrechen kann oder will er offenbar nicht.
„Patriarchale Strukturen“ sind da immer eine einfache Erklärung. Aber zumindest ihre Mutter hat genau einen solchen Mann angefordert. Frauen hatten entsprechende Anteile daran.
Nach einigen Dating- und toxischen Beziehungserfahrungen fing ich an, mich mit Feminismus und Queerness auseinanderzusetzen. Ich bin bisexuell und habe über die Jahre Männer und Frauen gedatet. Ich bin mir meines eigenen Sexismus‘ selbst erst dann bewusst geworden und musste mich davon befreien. Wir werden nicht als Feministen geboren. Es ist ein Prozess, zumal wir im Patriarchat aufwachsen. Irgendwann war ich nur noch wütend auf toxisch männliches Verhalten, das sich bei meinen Dating-Erfahrungen mit Männern wiederholte. Ständig wurde ich unterbrochen oder sexualisiert, das hat mich genervt. Cat Calling ist noch so eine sexistische Unart. Meiner Meinung nach liegt die Ursache für Sexismus in veralteten Rollenbildern. Für alle Menschen sollten die gleichen Bedingungen gelten: Kommunikation auf Augenhöhe, Wertschätzung und Respekt!
Das ist natürlich nach ihrer kurzen Schilderung schwer zu beurteilen. Interessant wäre welche Männer sie ansprechend fand. Es gibt sie ja, die weichen zurückhaltenden Männer, die sie nicht unterbrechen würden. War aber vielleicht nicht interessant.
Wut auf Männer ist wichtig und berechtigt, aber nicht immer eine Lösung – die Gemeinsamkeit bei dem Thema ist, dass weder Frauen noch Männer sexistisch sein wollen.
Das ist echt arrogant. Und vielleicht auch ein guter Grund warum ihre Resonanz bei Männern nicht sehr gut war.
Und sie will nicht sexistisch sein und rechtfertigt Wut auf eine ganze Gruppe? Insbesondere basierend auf ihrer Auswahl für Dates?
Bei Männern beobachte ich häufiger eher den Wunsch, das Selbstbild und den Stolz zu erhalten, statt tatsächlich zu versuchen, es besser zu machen. Das ist unglaublich schade.
Ich würde mir von einem modernen Mann wünschen, dass er sich mit Feminismus beschäftigt und das durch sein Verhalten reflektiert.
Im gegenwärtigen Feminismus? Wobei es ja genug männliche Feministen gibt. Warum hat sie die eigentlich nicht gedatet?
Alle sollten sich mit Feminismus beschäftigen, weil es dabei nun mal um Gleichberechtigung geht.
Leider nein
Ich will, dass auch Männer sich verletzlich zeigen (dürfen), ihre eigene Auffassung von Männlichkeit hinterfragen und begreifen, dass beipsielsweise das Klischee vom starken Mann quatsch ist.
Ist es ja leider nicht. Einmal sind Männer in vielen Fällen weniger senisibel.
The multivariate effect for latent variables was D = 2.71 (with 95% CI from 2.66 to 2.76); this is an extremely large effect, corresponding to an overlap of only 10% between the male and female distributions (assuming normality). On the basis of univariate d’s (Table 2), it might be hypothesized that global sex differences are overwhelmingly determined by the large effect size on factor I, or Sensitivity (d = −2.29). Thus, we recomputed the multivariate effect size for latent variables excluding Sensitivity; the remaining d’s ranged from −.89 to +.54. The resulting effect was D = 1.71 (with 95% CI from 1.66 to 1.75), still an extremely large difference implying an overlap of 24% between the male and female distributions (the corresponding effect size for observed scores, corrected for unreliability, was D = 1.07, implying a 42% overlap). In other words, the large value of D could not be explained away by the difference in Sensitivity, as removing the latter caused the overlap between males and females to increase by only 14%. While Sensitivity certainly contributed to the overall effect size, the large magnitude of global sex differences was primarily driven by the other personality factors and the pattern of correlations among them. It should be noted that Sensitivity is not a marginal aspect of personality; in the 16PF questionnaire, Sensitivity differentiates people who are sensitive, aesthetic, sentimental, intuitive, and tender-minded from those who are utilitarian, objective, unsentimental, and tough-minded.
d=2.29 ist ein enormer Unterschied. Und vieles spricht dafür, dass es eine biologische Begründung dafür gibt zb hier
Von einem modernen Mann erwarte ich, dass er seine männlichen Freunde auf frauenfeindliches Verhalten oder sexistische Witze hinweist. Außerdem erwarte ich, dass er sich in manchen Momenten zurücknimmt und Frauen den Vortritt lässt – und das nicht, weil er ihr die Tür aufhält.
Schreibt einen komplett männerfeindlichen Artikel aber die Männer sollen nur Männer auf frauenfeindliches Verhalten hinweisen…
Und Frauen den Vortritt lassen… Warum?
Auch meine Beziehungsvorstellungen haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Einige Erfahrungen, über die viele Frauen klagen, haben sich immer wiederholt. Einfühlungsvermögen ist mir wichtig – auch beim Sex. Früher, wenn ich mit Männern schlief, dachte ich oft, das passiert an mir, aber nicht mit mir. Eine Beziehung auf Augenhöhe ist mir sehr wichtig. Ich möchte nicht allein dafür verantwortlich sein, Konflikte zu lösen oder Veränderungen anzusprechen. Fehler einzugestehen zeugt für mich von wahrer Stärke.
Es wäre wirklich interessant zu sehen, welche Männer sie sich bisher so ausgesucht hat.
Und wie will sie eigentlich eine Beziehung auf Augenhöhe führen, wenn sie Hass gegen Männer gut findet und die ihr den Vortritt lassen sollen?
Und beim Date ist es für mich normal, die Rechnung zu teilen. Ich muss nicht eingeladen werden, ich kann für mich selbst sorgen.“
Das ist ja immerhin etwas.
Die anderen mache ich später