Arbeitsbelastung von gewählten Politikern, gerade in höheren Positionen, als Grund für geringen Frauenanteil?

Karl-Theodor zu Gutenberg berichtet aus dem Alltag eine Ministers / Politikers in hoher Position:

Spitzenpolitiker verlieren nach der Erfahrung des ehemaligen Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ihre innere Freiheit – und ihre früheren Freunde. »Es ist ein Geschäft, das zerstörerische Elemente hat«, sagte Guttenberg der »Süddeutschen Zeitung«. Der »völlig abartige Rhythmus« lasse Spitzenpolitikern kaum Zeit zum Reflektieren. Und bei 15, 16 Terminen am Tag sehe man selbst seine Familie nur wenige Stunden die Woche. Der Preis: Einsamkeit.

»Ja, wir werden von einsamen Menschen regiert – die aber das Gegenteil behaupten«, sagte Guttenberg. Die Zeit zum Pflegen von Freundschaften fehle, sie gingen deshalb ganz schnell verloren. Immerhin könnten sich manchmal innerhalb der Politik neue Bande bilden. »Die Erkenntnis der wechselseitigen Einsamkeit kann auch zusammenschweißen«, berichtete der 51-Jährige. Er selbst habe auf diese Art einige belastbare Freundschaften geknüpft. »Aber fast ausschließlich in andere Parteien hinein. Im eigenen Laden ist man leicht direkter Konkurrent. Oder wird wenigstens so empfunden.«

Das könnte auch ein wichtiger Punkt sein, warum alle Parteien Probleme haben Frauen für die Politik zu finden. Es kommt ja noch dazu, dass man in vielen Fällen zum einen im Wahlkreis aktiv sein muss und zum anderen in dem jeweiligen Parlament. Also in zwei Welten mit erheblichen Termindruck. Gut, als Minister ist es wahrscheinlich kaum zu umgehen, dass man in die jeweilige Stadt zieht in der das Parlament ist.

Normalerweise haben alle Jobs, die eine sehr hohe Arbeitsbelastung haben, gerade in zeitlicher Hinsicht, einen höheren Anteil an Männern.

Sicherlich wird das als „Normaler Abgeordneter“ etwas weniger intensiv sein, aber auch dort wird ein gewisses Arbeitspensum herrschen.

Bundestagsabgeordneter, um so eher mit Funktion ist eine typische Statusposition und das wiederum dürfte die Belastung für Männer attraktiver machen als für Frauen