Selbermach Mittwoch

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Jungfrauen als „gute Heiratskandidaten“ in konservativen Darstellungen aus den USA

In der amerikanischen traditionellen Szene scheint mir eine gewisse Idee herumzugehen, dass man eine Frau mit einem möglichst geringen „Bodycount“, also möglichst wenig Sexualpartnern heiraten sollte, alles andere wäre eine Schlampe und damit kein heiratsmaterial. Ideal, ist wohl teilweise vertreten, es eine Jungfrau zu heiraten.

Ich verlinke mal ein paar Tweets:

Natürlich hatte die Idee eine Jungfrau zu heiraten früher, vor Erfindung effektiver Verhütungsmittel, und bei Ehen, die für eine Lebenszeit geschlossen wurden, sicherlich einiges für sich. Für die moderne kann ich es nicht wirklich nachvollziehen.

Scherzhaft formuliert: Sie braucht schon deswegen ein paar vorherige Sexualpartner vorher, damit sie weiß, wie gut sie ist bei mir hat.

Aber abgesehen davon scheint der Gedanke in gewissen konservativen Kreisen in den USA noch verbreitet zu sein oder zumindest ausgesprochen zu werden.

Das hat er sicherlich auch damit zu tun, dass die USA religiöser sind, was wahrscheinlich eine andere Form von konservativen Kräften bewirkt. Es ist in vielen Fällen wahrscheinlich auch einfach eine Übertreibung, die auch ein virtue signaling in diese Richtung darstellen soll. „Ich will eine anständige Frau, sogar eine Jungfrau“ und natürlich auch damit verbunden der Ansatz, dass insoweit hohe Ansprüche an eine Partnerin gestellt werden und insoweit nur das Beste gut genug ist.

Neben dem logistischen Problem, dass es wahrscheinlich kaum Frauen gibt, die ab einem gewissen Alter überhaupt noch Jungfrauen sind erscheint mir das aber auch keine sehr schlaue Wahl zu sein.

Da wäre zum einen die Frage, wann man überhaupt heiraten möchte. Wenn man jünger heiratet, dann mag das noch gehen, man muss sich aber auch sehr früh auf eine Partnerin festlegen. Natürlich kann man seinen „high school sweetheart „heiraten, mit dem man seit sie 16 ist zusammen ist und das muss ja auch keine schlechte Wahl sein. Genug der Männer, die dies so verkünden scheinen mir aber eher gleichzeitig selbst mit Frauen schlafen zu wollen und nicht unbedingt an einer frühen Ehe interessiert zu sein.

Will man später erst heiraten dann wird es immer schwieriger eine entsprechende Frau zu finden und zum anderen würde ich von einer normalen Frau ab einem gewissen Alter erwarten, dass sie in der Lage ist gesunde Beziehungen einzugehen. Eine sagen wir mal 27-Jährige, die noch nie im Leben eine Beziehung hatte und noch nie Sex hatte würde ich persönlich eher sehr misstrauisch gegenüberstehen. Sie scheint kein großes Verlangen nach Sex zu haben was für eine Beziehung nicht unbedingt die beste Sache sein muss. Oder sie ist nicht in der Lage das passende Vertrauen zu jemanden aufzubauen und mit ihm eine vernünftige Bindung einzugehen, in der auch Sex eine Rolle spielt.

Ich persönlich weiß auch nicht wo der Vorteil darin liegen soll, dass sie nicht Erfahrung mit anderen Beziehungen und eben auch mit Sex gehabt hat. Das macht einen ja nicht zu einem schlechteren Menschen. Natürlich kann die Anzahl der Sexualpartner auch negatives über eine Person Aussagen, und eine sehr hohe Zahl an Sexualpartnern kann etwa darauf hinweisen, dass sie keine vernünftigen langfristigen Bindung eingehen kann, dass sie sehr viel Bestätigung braucht und sich diese etwa über Sex mit Männern holt etc.

Gleichzeitig muss dies nicht der Fall sein. Wenn wir eine Frau von 27 Jahren nehmen dann wird sie in der Schule einen Freund gehabt haben, vielleicht vorher oder danach noch mit einer anderen Person Sex, sie wird gegebenenfalls im Studium ein bis zwei Freunde gehabt haben und vielleicht noch ein bis zwei Sexualpartner, bei denen sich herausgestellt hat, dass es nichts wird oder bei denen bei dem für beiden klar war, das ist nur etwas kurzfristiges ist. Da wären wir schon bei 6 bis 7 Personen, ohne dass aus meiner Sicht daraus etwas negatives zu schlussfolgern ist.

Wer nicht nur eine Jungfrau kennenlernen dann, dann mit ihr eine Beziehung haben will und sie später dann heiraten will, sondern wirklich eine Frau haben will, die bis zur Ehe Jungfrau ist, der würde sich sogar ein noch größeres Eigentor schießen. Denn er wird ja wohl vor einer Heirat zumindest zwei Jahre lang mit ihr zusammen sein, was bedeuten würde, dass er in dieser Zeit dann auch keinen Sex haben könnte.

Ich würde weil er schauen, was sie für Partner hatte, ob langfristige Beziehungen dabei waren und wie sie über ihre Ex-Partner redet. Aus meiner Sicht gibt dies eine wesentlich bessere Sicht darauf, wie sie sich in der Ehe Verhalten wird als darauf abzustellen, dass sie lediglich eine sehr geringe Anzahl von Sexualpartnern hat oder gar gar keine Sexualpartner hatte