„Mir gehen diese ganzen „Oh Gott, Schneewittchen wird von einer PoC Person gespielt, obwohl das Original weiß ist!“ Empörungen so hart auf die Nerven“

Ein Tweet zu dem neuen Schneewittchenfilm und weil so etwas in der Art ja gerne zu „woken“ Filmen eingestellt wird stelle ich es hier mal ein.

Bin bestimmt nicht der wokeste Mensch auf Erden, aber mir gehen diese ganzen „Oh Gott, Schneewittchen wird von einer PoC Person gespielt, obwohl das Original weiß ist!“ Empörungen so hart auf die Nerven. Hier warum:

1.: Es ist lächerlich, sich einerseits auch nur für annähernd liberal zu halten, aber gleichzeitig den Machern eines Filmes erzählen zu wollen, wie sie Rollen zu besetzen zu haben. Wenn eine Schwarze Arielle so ein großes Problem für dich ist, dann guck ihn einfach nicht an. Wenn alle so wie du denken „regelt der Markt“ sicherlich (höhö)… Du willst nicht warten? Dreh doch deinen eigenen Meerjungfrauenfilm. Halbiere ne Forelle und steck das Endstück auf ne 70er Jahre Barbypuppe und lass sie vor der Handycam rumtanzen. Wahlweise kannst du dich auch dazu entscheiden, deine Ausbildung als Schreiner aufzugeben und dich aus eigenen Stücken zum Disney Chef hochzukämpfen. Im Kapitalismus ist das ja bekanntlich total gut möglich. Es kommt auf deinen Willen an! (zwinker zwinker)

2.: Eure Argumente wie „Das war so nicht damals, es gab keine Schwarzen Menschen im britischen Adel! Alles muss getreu der Geschichte sein!!!“ usw zählen nicht. Mal abgesehen davon, dass es sehr wohl PoC im britischen Adel vor 200 Jahren gab, stört euch doch sonst nicht, wenn irgendwas mal nicht so dargestellt wird, wie es wirklich war? Ihr feiert den Film „Gladiator“? Dort wurde Kaiser Commodus in einer Arena vor halb Rom unter lautem Jubel gekillt. Nie passiert. Juckte keinen. Der ist übrigens praktisch in seiner Wanne erdrosselt worden. Bei Braveheart genauso. Und vom Film „300“ muss ich ja jetzt wirklich nicht anfangen, oder? Aber hey. WEHE man wagt es, dass eine Fischfrau oder eine Frau, die bei 7 Zwergen (!!!) wohnt, und zudem aus einem Märchen stammt, NICHT WEISS IST!

3.: Geschichten verändern sich. Ihr müsst einfach aus diesem „HALT STOPP! DAS BLEIBT HIER ALLES WIE ES IST!!!“ Film rauskommen. Geschichten verändern sich. Werden angepasst, erzählen sich neu. Keine Ahnung, wie gerne ihr euren Kindern einen Arielle Film zeigen würdet, in dem die Frau am Ende zu Meerschaum zerfällt? Übrigens waren die Märchen der Grimm Brüder teilweise ziemlich harter Scheiß. Generell. Ganz gut, dass die kinderfreundlich abgeändert werden/wurden.

4.: Gönnt doch mal! Findet ihr es nicht ein wenig seltsam, als 30, 40 oder 50 jähriger Mensch empört auf den Boden zu stampfen, weil der Bro von Gaston schwul ist oder Schneewitchen keine schneeweiße Haut hat? Ich gehe jede Wette ein, dass es euren Kindern völlig scheißegal sein wird. Warum sollte man denn die Disney Geschichten nicht an die heutige Realität anpassen? Warum sollten PoC Kids nun alle Disney Filme, die nun reihenweise durchgedreht werden, anschauen und denken „Hey? Das sind immer weiße Menschen? Warum? Warum ist die Prinzessin eigentlich IMMER weiß?“. Nur weil ihr nicht darauf klarkommt (als erwachsene Menschen wohlgemerkt), dass Arielle ein bisschen anders aussieht als in den 90ern im Zeichentrick? So… schönen Abend noch…

„NGOs“, also „Nichtregierungsorganisationen“, die überhaupt keine sind.

Crumar hat interessantes in den Kommentaren gesagt, was ich hier noch einmal in die Diskussion werfen möchte:

Zuerst:

Der Trick ist, wenn bspw. Treffen von Regierungsvertretern mit denen der „Zivilgesellschaft“ stattfinden, die wiederum medial verbreitet werden.

Wer nicht weiß, dass der sogenannte „Deutsche Frauenrat“ zu über 90% vom Frauenministerium finanziert wird, der wird sich freuen (oder wundern), wie übereinstimmend deren Sichtweisen sind.

Der „Frauenrat“ (den niemand gewählt hat, außer den Mitgliedsverbänden) stellt als Vertreter der „Zivilgesellschaft“ Forderungen auf, die wiederum vom Ministerium „aufgegriffen“ werden.

So dann die mediale Darstellung (u.a. in den ÖRR).

In der Realität wird in mit Staatsknete finanzierten Kungelrunden ein politisches Manöver festgelegt, das über diesen Vorgang in einer Simulation von Demokratie durchgesetzt wird.
Während die Medien durch weglassen („Lügen durch auslassen“ ist sehr populär) der finanziellen Details und personellen Verflechtungen dafür sorgen, dass dies als legitimer Vorgangs, gar als demokratischer Akt erscheint.

Was wie ein Austausch zwischen Staat, „Zivilgesellschaft“ und Medien aussieht, ist keiner, sondern die identische Fraktion in drei Abteilungen wirft sich gegenseitig die Bälle zu.

„Kommt es eigentlich nur mir so vor als wenn der Vorwurf der Demokratiefeindlichkeit seitens der Feministen gestiegen ist, nachdem ihr Paritätsgesetz an zwei Landesverfassungsgerichten und dem Bundesverfassungsgericht gescheitert ist – weil es mit unserer FDGO nicht vereinbar ist?“

Gute Bemerkung.
Natürlich würden sie z.B. gerne „Gleichstellung“, in die FDGO hineinschreiben, weil dort davon eben nicht die Rede ist.
Wie so oft handelt es sich bei dem Vorwurf um reine Projektion

 

Und:

Ich möchte das gerne erweitern auf u.a. „NGOs“, also „Nichtregierungsorganisationen“, die überhaupt keine sind.
Weltweit größtes Beispiel ist die NED, die „National Endowment for Democracy“ aus den USA. Laut Eigenaussage „a private, nonprofit foundation dedicated to the growth and strengthening of democratic institutions around the world“.

Weder ist sie eine „Stiftung“, noch ist sie „privat“, denn sie finanziert sich aus dem Budget des Außenministeriums der USA.
Und sie ist ein Werkzeug dieses Außenministeriums, um Vorstellungen umzusetzen, für die man früher die CIA gebraucht hätte („Farbenrevolutionen“/regime change).
Das zum Thema „demokratisch“.

D.h. „NGO“ ist in diesem Fall ein gern verwendeter Etikettenschwindel, um eine Unabhängigkeit zu suggerieren, die nicht existiert.
Was auch für „Stiftungen“ zutrifft, die sich hier in D im Falle von Parteien zu 95-99% aus Steuermitteln finanzieren und im Falle von neoliberalen „think tanks“ in erster Linie Steuervermeidungsorganisationen sind (s. Gates und Soros).
Die übrigens im Fall der Bertelsmann-„Stiftung“ nicht einmal auf der Basis des deutschen Stiftungsrechts funktionieren.

Sie simulieren eine „Vielfalt“ der Akteure und Meinungen, eine „demokratische Zivilgesellschaft“, die aber alle die gleiche Meinung haben und die alle die gleiche Botschaft quäken.
Das ist ein Kunststück, denn seit dem Programm der „Young Global Leaders“ des WEF sollte bekannt sein, wie sich das Personal solcher „Eliten“ rekrutiert. Was sich als „Demokratie“ ausgibt ist keine.

Die positive Botschaft ist, was sich früher auf der Basis von Hinterzimmern und elitären Treffen abgespielt hat, passiert nun in der erweiterten Öffentlichkeit.
Man begreift die („transatlantische“) Vernetzung, man begreift den Mechanismus der „Schwingtüren“ und den Aufstieg (bzw. Abstieg) von Gestalten wie bspw. Ralf Fücks.

Die Wiederherstellung von Demokratie wird mühselig sein, aber sie ist m.E. machbar.

Das scheint mir auch gerade etwas zu sein, weswegen man „Bürgerräte“ einsetzen möchte. Wenn man die passend zusammenstellt, dann kann man eine nichtrepräsentative Gruppe als „die Gesellschaft“ ausgeben und versuchen damit die eigene Politik weniger angreifbar und demokratisch legitimiert erscheinen zu lassen.

Es erinnert auch daran, dass die öffentlich rechtlichen Sender immer wieder damit auffallen, dass sie vorgeben Bürger zu befragen und dann auffällt, dass es sich eigentlich um Mitglieder oder gar Mitarbeiter von Parteien oder gar Mitarbeiter des Senders handelt.
Es dürfte auch der Grund sein, warum gerade Fördermittel für die Presse im Gespräch sind, deren Vergabe wohl über die „Neue deutsche Medienmacher*innen“ (sic!) einen eher linken, woken Verband der ebenfalls stark vom Staat gefördert wird, geregelt wird.
Es dürfte viele weitere Beispiele geben.