Gerade läuft der neuste Indiana Jones Film in den Kinos an und die Besprechungen sind bisher wohl eher schlecht. Vermutlich wird Lucas Film, nachdem es Star Wars aus Sicht vieler Fans ruiniert hat, auch die Fans dieser Filmreihe enttäuschen.
Dabei zeichnet sich in einer Vielzahl von Filmen ein klassisches Schema ab:
- Der männliche bisherige Held ist am Ende seiner Laufbahn angekommen, er ist nicht mehr relevant, er ist ein Schatten seiner selbst. Er hat keine genialen Pläne mehr, er treibt die Handlung nicht mehr voran
- Die Frau ist der neue Akteur des Filmes. Sie macht die Pläne, sie bringt die Handlung voran, der bisherige Held ist nur eine Nebenfigur, der ihr eher folgt als selbst etwas macht.
- Die weibliche Figur hat keine Fehler, versucht nicht sympathisch zu sein, ist allen Männern überlegen, sie braucht keinen wirklichen Handlungsbogen, in denen sie an ihren Aufgaben wächst.
Hier Indiana Jones:

Indiana Jones als alter Mann ohne Tatkraft
Und hier Luke Skywalker:

Gut, Luke Skywalker hatte zumindest noch einen Abgang mit einer gewissen Würde (wenn auch einer, der einige Canonprobleme aufwirft), aber letztendlich macht er zuvor nichts sinnvolles und seine Handlung hätte man auch weglassen können, weil die weitere Rettung dann über die Frau erfolgte, die, ohne ein wirkliches Training von Luke die Macht meistert.
Ganz ähnlich ist es auch bei der Nachfolge von Ironman: Von einer Figur mit vielen Schwächen, unter anderem einer großen Eitelkeit und Selbstverliebtheit der seinen Anzug immer weiter verbessert und dabei aus seinen Fehlern lernt zu einem Mädchen (Ironheart), die den Anzug sofort perfekt baut und auch gleich mit ihm umgehen kann und sich über Ironman lustig macht.
Die Heldinnen brauchen keine Darstellung mehr, dass sie gut sind, es reicht, wenn gesagt wird, dass sie gut sind, Sie müssen nicht als Heldinnen aufgebaut werden, sie sind per Definition Heldinnen. Sie müssen nicht um das Publikum kämpfen und positive Gefühle aufbauen, es ist einfach sexistisch sie nicht zu mögen.
Das faszinierende daran ist, dass damit recht klassische Regeln des Schreibens verletzt werden, was in so teuren Produktionen eigentlich auffallen sollte. Irgendjemand sollte dort aufstehen und auf die Schwächen hinweisen.
Aber, da es immer wieder passiert, scheint das dort niemand zu machen.
Meine Vermutung wäre, dass es eine typische Folge davon ist, dass man ideologische Fanatiker darstellt. Ihr wichtigstes Anliegen ist dann eben die Botschaft, die Darstellung einer „starken Frau“, diverser Filme etc. Der Einwand, dass die Frau sich einem Publikum anbiedern muss, dass sie nicht einfach die Beste ist, dass sie gar etwas lernen muss, bei der Nachfolge eines Mannes am besten von diesem Mann, das eine starke Frau Schwächen und eine Charakterentwicklung haben muss, die in etwas anderem besteht als das sie erkennt, dass die Gesellschaft sie eingeschränkt hat und sie schon immer perfekt war, ist dann eben ein Zweifel an der wahren Lehre. Und da sich Ideologen üblicherweise mit Gleichdenkenden umgeben wird dort auch jeder nur darauf hinweisen, dass es richtig ist, dass man dort eine starke Frau hat und die Männer endlich mal als schwach darstellt. Anscheinend werden sie auch nicht ausgesucht, weil sie Erfahrung damit haben, wie man starke Charaktere aufbaut, sondern eher, weil sie (diverse) Frauen sind und eine Vision der starken Frau teilen, die stellvertretend für sie alle ihre Fantasien der Macht ausleben.
Es wird spannend werden, wie viel Geld die Konzerne dort verlieren müssen bis sie umdenken.
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