Selbermach Samstag

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Supreme Court verbietet Affirmative Action

Die Welt berichtet über die Entscheidung des Supreme Court in den USA zu den Affirmative Actions, also Maßnahmen, die (vermutete) Benachteiligungen einer Bevölkerungsgruppe etwa aufgrund Rassismus oder Sexismus ausgleichen sollen, in dem Mitglieder dieser Gruppe bevorzugt werden.

 Am Donnerstag urteilte der Supreme Court, dass die bevorzugte Aufnahme von Studenten aus bestimmten Minderheiten gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz der US-Verfassung verstößt. Geklagt hatte eine Gruppe anonymer Asien-stämmiger Studienbewerber, die an den Elite-Universitäten Harvard und North Carolina zurückgewiesen worden waren. In konservativen Kreisen wird die Entscheidung gefeiert. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Vivek Ramaswamy nannte Affirmative Action gar „psychologische Sklaverei.“

Auf der anderen Seite der Debatte steht das linksliberale Establishment, für das die ethno-basierten Vorzugsprogramme ein Garant für die Abschaffung historischer Benachteiligungen sind. Der ehemalige Präsident Barack Obama schrieb, Affirmative Action habe Generationen von Studenten wie ihm und seiner Frau Michelle ermöglicht zu beweisen, „dass wir dazu gehören.“

Im Kern geht es bei der Auseinandersetzung um die Frage, wer zur Elite gehören darf und wer nicht. Denn die prestigeträchtigen – meist privaten – Bildungseinrichtungen der USA sind das gesellschaftliche Nadelöhr, das Zugang zu Eliten ermöglicht. Wer es nach Harvard, Princeton oder Yale schafft, muss sich normalerweise um seine berufliche Zukunft keine Sorgen mehr machen.

Nicht mehr zeitgemäß

Umfragen zeigen allerdings, dass eine Mehrheit der US-Amerikaner gegen Affirmative Action ist. Selbst Schwarze, die besonders von den Programmen profitieren, sind laut Pew Research nur zu 47 Prozent dafür, dass die ethnische Zugehörigkeit beim Auswahlprozess der Colleges eine Rolle spielt. Bei Weißen und Asiaten überwiegt knapp die Ablehnung.

Trotz durchschnittlich weit besserer Testergebnisse werden laut Klage Asian Americans häufig abgelehnt – und das mit teils dubiosen Methoden. Harvard attestiert den Anschuldigungen zufolge Asiaten Defizite bei sozialen Fähigkeiten, wie etwa Nettigkeit, Persönlichkeit und Mut, um ihnen verdiente Studienplätze vorzuhalten. Deshalb spielen viele asiatische Bewerber im Bewerbungsprozess auch ihre Herkunft herunter, wie die „New York Times“ berichtet.

Auf der anderen Seite behaupten ambitionierte Nachwuchswissenschaftler benachteiligten Gruppen anzugehören, um ihre Aufnahmechancen zu verbessern. So gab sich ein indischstämmiger Bewerber als Schwarzer aus. Nur eine von vielen Absurditäten im identitätsverliebten US-Diskurs, dessen propagierter Essentialismus längst nicht mehr zeitgemäß ist. Denn im multiethnischen Amerika der Gegenwart ergeben ethnische Abgrenzungen kaum noch Sinn – genau wie die Gleichsetzung von Ethnie mit Benachteiligungen. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich längst eine multiethnische Mittel- und Oberschicht gebildet, deren prominente Vertreter etwa Barack Obama oder Kamala Harris sind.

Eine neue bunte Oberschicht

Das Resultat der auf Ethnien fokussierten Förderprogramme ist ein ungerechtes System, von dem übrigens überwiegend nicht der prototypische schwarze Jugendliche aus dem innerstädtischen Problembezirk profitiert, sondern vielmehr die obere schwarze Mittelschicht. Laut Recherchen des Publizisten Richard Kahlenberg kommen 71 Prozent der Schwarzen, Latinos und Native Americans in Harvard aus Haushalten, deren Einkommen über dem Bevölkerungsschnitt liegt – und in dem mindestens ein Elternteil bereits einen Universitätsabschluss besitzt.

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann haben die Universitäten auch nicht einfach auf die Hautfarbe geschaut, dies war wohl schon vorher verboten, sondern haben  Faktoren herangezogen, die nicht direkt zB die Hautfarbe betreffen, aber dann doch zu einer erheblichen Bevorzugung dieser führten. Etwa wenn man aus bestimmten armen Gegenden kam (die überwiegend von Schwarzen bewohnt waren) oder an bestimmten schlecht ausgestatteten Schulen war (die überwiegend von Schwarzen bewohnt waren) und natürlich die Auswertung von Essays, bei denen man dann eine gewisse Willkürlichkeit walten lassen konnte. Es war also letztendlich ein System, in dem man über Umgehungen die Hautfarbe etc wieder mit in das System gebracht hat, wenn man es auch etwas verschleiert hat.

Die Auswirkungen waren aber sehr deutlich:

Wie man sieht gab es sehr unterschiedliche Unterschiede auf der Basis der vorherigen akademischen Leistungen.

Das hatte wohl auch zur Folge, dass es einiges an Überforderungen bei den Affirmativ Action Kandidaten gab, die auf ein sehr hohes Leistungsniveau trafen, auf das sie nicht vorbereitet waren. Teilweise soll das ausgeglichen worden sein, indem sie ihre benötigten Kreditpoints dann eben nicht zB im eigentlichen Jurabereich machten, sondern in „Critical race theory„, der wir einige der Grundlagen der intersektionalen Theorien verdanken

Havard und Co mit ihrer sehr linken Einstellung werden aber natürlich nicht einfach aufgeben. Sie werden versuchen ein neues System mit neuen Auswahlkriterien aufzustellen, dass den Worten des Supreme Courts Urteils gerecht wird. Ich bin sicher es wird in den USA schon Diskussionen dazu geben, wie man das am besten macht bzw welche Lücken der Supreme Court gelassen hat.  Wer einen guten Link zu einer findet: Gerne in den Kommentaren