„Weil sie so abgeturnt sind von chinesischen Männern, buchen viele Chinesinnen andere Frauen für Dates“

Aus China kommt ein neuer „Datingtrend“. Frauen gehen aus Dates mit Frauen, die vorgeben Männer zu sein, aber eben Männer die nicht so schlimm wie Männer sind: 

Weil sie so abgeturnt sind von chinesischen Männern, buchen viele Chinesinnen andere Frauen für Dates. Die dann einfühlsame Männer verkörpern. Klingt bizarr, aber offenbart, wie die Geschlechter auseinanderdriften.

(…)

Seit drei Jahren spielt Zhangzhang nun schon das Computerspiel „Worlds Beyond“, eines jener romantischen Spiele, die in China millionenfach von Frauen gespielt werden. Es simuliert mit erstaunlicher Präzision Gespräche, Emotionen und Nähe, sodass viele Spielerinnen den Eindruck haben, mit einer Art künstlicher Intelligenz zu sprechen. Die virtuellen Männer schicken Sprachnachrichten, antworten auf Texte, reagieren eifersüchtig oder liebevoll, je nach Eingabe. Jeder Klick lässt sie echter wirken. Die männlichen Hauptfiguren haben eine eigene Geschichte, Stimme und einen Charakter. Zhangzhangs Favorit ist Gu Shiye: klug und kühl, doch einer, der fürsorglich wird, wenn man die harte Schale mal durchdrungen hat. Für viele Spielerinnen ist er längst mehr als eine Computerspielfigur. Er ist Begleiter, Seelentröster und Projektionsfläche für das, was viele Frauen in der Realität vermissen: Geduld, Verständnis, Verlässlichkeit

Und genau diesen Gu Shiye will Zhangzhang heute treffen. Dafür trägt die Schauspielerin Coco, ebenfalls 20 Jahre alt, die Kleidung, die er im Spiel trägt: einen schwarzen Anzug mit weißem Hemd und Krawatte. Die Schultern stark gepolstert, um breiter zu wirken. Das Haar steckt unter einer schwarzen Kurzhaarperücke, akkurat geschnitten. Selbst ihre Schuhe haben Plateauabsätze, damit sie einige Zentimeter größer ist als Zhangzhang

Was in der Beschreibung noch fehlt, ist das Gui Shiye auch unglaublich reich ist. Hier noch eine Beschreibung aus dem Netz:

Gu Shiye’s CVs were Jiang Guangtao. Jiang Guangtao was a very famous big shot in the dubbing circle. He was the voice actor for Gu Shiye in Beyond the World. Gu Shiye was a character in the game and he was one of the four male leads. As a businessman, Gu Shiye was smart and had a scheming personality, giving off a dangerous vibe. However, he was very loyal to his lover and was willing to give up everything to protect the female lead. Gu Shiye’s appearance in the game was very eye-catching. He was dressed in black and his dark gray eyes stared at the female lead, giving people a sense of security. Gu Shiye was a very wealthy businessman. He could be described as rich as a country. He was very generous to the female lead, and his wealth was obtained through his intelligence and business acumen. When he had a good impression of the female protagonist, he became a knight-like figure, firmly choosing the female protagonist and doing his best to protect her. In the game, the female protagonist would be involved in some business battles. At this time, the players needed to think calmly and make the right choice. They would overcome the difficulties together with Gu Shiye and return to the real world.

 

Genial. Wie wäre wohl der Bericht über einen Mann, der findet das echte Frauen nicht so toll sind wie die aus Computerspielen, der sich dann mit einem Mann trifft, der vorgibt eine der Frauen aus dem Computerspiel zu sein?

Würde Incel  da noch reichen? Oder wäre das „MegaIncel und dazu noch schwul“ Territorium? Zumal wenn der Darsteller schwul wäre (die Darstellerin im Artikel ist lesbisch)

Aber zurück zu den chinesischen Männern:

Deren Ruf ist unter jungen Frauen in China geradezu desaströs. Sie gelten als ungepflegt, chronisch desinteressiert und dadurch wenig begehrlich. Gleichzeitig fühlen sich viele Männer von dieser Einschätzung und ihrem daraus resultierenden Single-Dasein ungerecht behandelt und entladen ihren Frust in misogynen Chatgruppen und Internetforen. Dort schreiben sie über angeblich verwöhnte oder zu anspruchsvolle Frauen, behaupten, die seien zu westlich, zu eigenständig, zu stolz. Das Vertrauen zwischen den Geschlechtern bröckelt sichtbar

Das chinesische Frauen überaus materialistisch sind und gerne mal zumindest ein Haus erwarten war hier schon mal Thema. Der Markt ist, wie auch der Artikel anführt, in China noch problematischer weil es dort aufgrund der früheren 1 Kind Politik einen Männerüberhang gibt.

 

 

Cuckoldry und die Manosphäre

Ein Artikel in „Scientific America“ behandelt „Cuckoldry“

In the “manosphere,” an online world of angry young men, those who have been “red-pilled,” in a nod to the film The Matrix, have purportedly been awakened to the truth about gender and sexual politics. At its core is the notion that men do not actually have systemic privilege; they are instead at the whims of women, who will take advantage of them unless they assert their dominance. In their worldview, the “cuck” is a disenfranchised victim of hyperfeminist power.

Ein „Cuckhold“ ist der Definition nach jemand, der der in einer festen Partnerschaft oder Liebesbeziehung durch den intimen Kontakt seines Partners mit anderen Personen sexuellen Lustgewinn erlangt. Im englischen Sprachgebrauch ist Cuckold gleichzeitig die Entsprechung des veralteten deutschen Begriffes Hahnrei, also eines Mannes, der durch das Fremdgehen seiner Partnerin gedemütigt wird. Mit der Einführung des englischen Lehnwortes in die deutsche Sprache fand hier eine Differenzierung zwischen dem klassischen heimlichen Fremdgehen und den offen ausgelebten sexuellen Vorlieben innerhalb der Beziehung statt.

Und gegen diese persönlichen Präferenzen in der ersten Definition des Einzelnen ist ja auch grundsätzlich nichts einzuwenden, das ist seine Sache. Wobei viele Männer (und auch viele Frauen) das eben äußerst unattraktiv finden, sei es als Vorstellung für einen Selbst oder in Bezug auf einen für sie attraktiven Partner. Und die meisten Menschen wollen eben nicht Partner eines fremdgehenden Partner sein, insbesondere wenn er sie dabei noch vorführt und demütigt.

For evolutionary biologists, the term cuckoldry originated to describe cuckoo birds who lay their eggs in other species’ nests, leaving their offspring to be unknowingly raised by foster parents. In humans, it’s been more broadly used to describe the husbands of unfaithful wives: such husbands have been said to have been “cuckolded.” More recently, however, both the manosphere and the alt-right have adopted the term cuck as a more general synonym for weakness, desperation and foolishness.

The resurgence of such wording—previously popular in Renaissance and Shakespearian literature—has been fostered by research within evolutionary psychology, which has proven to be a treasure trove of inspiration for the most insidious interpretations of women’s behavior. Evolutionary psychologists have typically emphasized two core features of cuckoldry: that men are being tricked by women into raising nonbiological children and that the care they provide for those children is “wasted” effort. Both features have resonated within the manosphere as they depict women as amoral, promiscuous, and untrustworthy and infer that men are the victims of female cunning.#

Sie sehen insbesondere die Männer, die das gegen ihren Willen mit sich machen lassen als schwach an und da dürfte die Sichtweise von Frauen nicht anders sein.

Bei Frauen gibt es ja durchaus etwas ähnliches, „Billige Tussen“ vielleicht, die sich von jedem für Sex ausnutzen lassen, haben da ebenfalls nicht das beste ansehen. Oder Frauen, die sich an Männer anbiedern und als „Pick me“ bezeichnet werden.

Natürlich wird das sexuelle immer eine gewisse Symbolkraft in einer Geschlechterdebatte haben. Und dort werden immer bestimmte „ungünstige Konstellationen“ aus dem Bereich aufgegriffen werden.

A closer look at the science reveals a more complicated picture of cuckoldry, which is as likely to promote the views and interests of men as it is of women. Cross-cultural studies of cuckoldry reveal that men are not necessarily being tricked; they may also advocate for cuckoldry when it suits their interests.

Warum sich Cuckoldry als eine gewisse männliche Nischen-Vorliebe entwickelt haben kann ist durchaus interssant. Gerade weil es genetisch natürlich erhebliche Nachteile mit sich bringt, genau wie wenn man als Frau eine „Schlampe“ ist.

Vorteil wäre vielleicht, dass man sich damit die Gunst der Mächtigen sichern kann, indem man quasi seine Frau „ausleiht“ und damit ggfs auch aufsteigt oder andere Vorteile erhält oder seine eigenen Kinder (wenn man das Glück hat,  dass sie von einem sind) eine bessere Chance haben, weil mächtigere Männer sie für die eigenen halten oder sie einflussreichere Brüder haben. Es wäre also ähnlich wie die Schlampe eine suboptimale Strategie, die aber in einer sonst schlechten Situation ggfs vorteilhaft sein kann.

The manosphere depicts “cuckolds” as hapless suckers duped by cunning women, a picture that fuels misogynistic rhetoric and shields men from accountability for their words and actions. But anthropologists have shown that paternity and fatherhood are malleable concepts that both women and men have used to their advantage.

One of the most popular borrowed theories in online forums on cuckoldry is the idea that women pursue a dual-mating strategy—seeking long-term partners who will be reliable husbands and providers (“betas” in manosphere lingo) while surreptitiously seeking “alphas,” extra-pair partners with “better” genes to father their children. The trouble is, there is little evidence women actually engage in a dual-mating strategy. While a few studies have shown that women are more interested in extra-pair sex when they are ovulating, many others did not, and no studies have shown that these preferences are connected to extra-pair births. Even within evolutionary psychology, dual-mating theory has now been largely dismissed.

Die „Mate switching“ theory hat wohl mehr für sich würde aber den Cuckhold auch nicht besser stellen.

Anthropology reveals other explanations for cuckoldry that don’t necessitate deception. In some societies women maintain multiple partners as a way of ensuring they have reliable resources in the face of uncertainty. In many of these cases, societal norms and beliefs are constructed (by both men and women) to support this system. The folk notion of “partible paternity,” held in many Indigenous South American cultures, regards any man who has sex with a woman around the time of her pregnancy as a claimant to biological parentage, expected to help provision the woman and her child. Children with more than one “father” are more likely to survive than those with singular paternity. The system benefits women and children, but it is also believed to benefit men because it improves their access to extramarital partners and can strengthen male alliances. In my own work with Himba cattle herders in Namibia, where multiple partners are common for both men and women, men are taught by their fathers that they should suppress jealousy toward their wives’ lovers and that children should be treated equally, regardless of parentage.

Abgelegene kleinere Gruppen von Menschen können merkwürdige Bräuche haben, die nicht optimal sind aber eben kulturell gefestigt sind. Das sagt nicht unbedingt etwas über den Rest der Menschenheit aus.

Across history and cultures, men have utilized their wives’ extra-pair partnerships to suit their own needs. From ancient Greece to medieval Europe, infertile men enlisted lovers for their wives in order to continue their lineage. In other cases, men have suggested their wives take extramarital lovers who can serve as their allies or with whom they want to curry favor. This often occurred through formalized “wife lending.” In almost all cases, the husband was considered the legitimate father of any children born through these liaisons, and men’s interests were served by these arrangements.

Auch das unfruchtbare Männer damit ihre Nachkommenschaft sichern kann evolutionsbiologisch wenig Relevanz haben. Sie hinterlassen ja an sich dadurch keine Gene im genpool.

In the human realm, at least, equating cuckoldry solely with trickery and the cuckolded as weak and foolish is inaccurate. This is not to dismiss the fact that extra-pair relationships are often conducted in secret or that they can cause harm. Rather this variation should remind us of the dangers of claiming universalist “natural” tendencies for humanity, as is so often the case with depictions of cuckoldry in the manosphere. We should understand not only why behaviors occur but also how they vary. Besides providing a more accurate picture of human behavior, paying more attention to variation can serve as an antidote to the nefarious co-optation of knowledge that feeds the online underbelly of Internet pseudoscience.

ich finde selbst den Begriff „Cuck“ schlecht, einfach weil er wenig Gehalt hat und es unnötig sexuell macht.
Aber so zu tun als sei Cuck keine evolutionär gut verständliche Beleidigung und eigentlich etwas ganz normales bringt die Sache doch nicht weiter.

Warum so ein Artikel, der ja im wesentlichen ein sinnloser Seitenhieb gegen eine Manosphere ist in einen Wissenschaftsmagazin soll ist wohl nur damit zu verstehen,  dass die Grundmessage gefiel.

Selbermach Samstag

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

„Es gibt nichts Abstoßenderes als einen nackten Mann im Bett.“ sagt Flora Gill über ihren Ehemann

Ein Artikel in der Daily Mail von Flora Gill:

I have woken up to a number of horrible sights. A small, dead rodent my cat kindly left for me on my pillow. The ex I’d promised I was just meeting for closure. My house on fire.
But worst of all is the sight of my naked husband.
Now, before I elaborate further, let me stress that I love my husband and feel very grateful I get to wake up each day to his face beside mine. But ‘face’ is the key part of that statement.
Because, like a snooty Mayfair nightclub, I operate a strict dress code policy when it comes to my bed – and night clothes are a must.
I’m not too prescriptive on the type of nightwear a man wears. You can don loose cotton trousers and an old T-shirt or a proper matching chequered set from M&S. I had a friend who swore by nightshirts that came down to his knees like the kid in Peter Pan. Apparently, it let all his bits breathe but kept him warm for a middle-of-the-night pee.
But what I cannot endure is no clothes at all.
Sorry naked sleepers, but you need to grow up and buy some pyjamas. In fact, it’s not really a matter of growing up, because even babies wear sleepsuits.
My words may seem controversial to the hordes of men who love to sleep in the nude. But, trust me, I am far from the only woman who wishes her other half would cover up in the bedroom. You might think it’s a turn on, but often it has the opposite effect. It’s as much of an ick as wearing shoes without socks.
(…)
When I groggily open my eyes in the morning, I don’t want to be greeted by a hairy posterior. During the summer, I don’t want to feel your sweaty skin against mine as I try to drift off.

(…)

I’ve noticed it’s mostly men who sleep naked. For some, it’s a power move, a sort of peacocking. They think it’s sexy to be permanently bare, when really the act of undressing when the mood does strike is far sexier than simply being nude.
There’s a certain male self- indulgence involved, too. They don’t think about the comfort of the person next to them – or that they might need to jump up at a moment’s notice to help a child who is having a nightmare. It’s the sleep equivalent of manspreading on the Tube.
When we first started dating, my husband was a nude sleeper and I didn’t immediately voice my disapproval. We were at that stage in our relationship where I was pretending to be a low-maintenance, cool girl. But over time, with increasing hints – like buying him sleepwear every birthday, Christmas and Valentine’s Day – he changed his ways.
I know what you may be thinking, does this woman even like her husband if she’s this perturbed by his bare bod.
But the point is, I love the sight of him naked so much that I want to protect it. When you live with someone long enough, you get used to each other’s bodies to the point of indifference.
Zunächst: Es ist ihr gutes Recht dafür zu sein, dass man angezogen schläft. Das ist per se keine irrationale Position.
Aber woher nimmt sie das Recht über ihren Mann so zu schreiben? Ihn nackt als schlimmer zu finden als eine tote Ratte, die ihr ihre Katze ins Bett gelegt hat? So über seinen „haarigen Hintern“ zu reden?
Gibt es auch nur einen Artikel der an so etwas rankommt von einem Mann über seine Frau?
„Ich sehe lieber eine tote Ratte als sie nackt im Bett. Wenn ich meine Augen aufmache möchte ich nicht als erstes ihren mit cellutiösen Hintern sehen“
Er würde sofort gelyncht werden, wenn er es überhaupt schafft den Artikel zu veröffentlichen.
Und ich vermute auch: Ein Mann wüsste, dass er das so nicht schreiben darf. Dass es ihn selbst nicht in ein gutes Licht stellt.
Ich finde es immer wieder erstaunlich wie abwertend viele weiblichen Journalisten über Partner oder anderweitige Männer aus ihrem Umfeld schreiben.

Rentenreform

Gerade wird darüber diskutiert wie es mit der Rente weitergeht. Das Problem ist, dass man das Rentenniveau nur mit erheblichen Zuschüssen wird halten können, einfach weil es weniger Einzahler gibt (dank weniger Kinder) und es ein reines Umlagesystem ist, bei dem die Rentenbeträge, die man eingezahlt hat, eben gerade nicht irgendwo hinterlegt sind.
Was haltet ihr von der geplanten Reform?
Wie würdet ihr die Rente neu gestalten?
Sollte man zumindest einen Teil kapitalbasiert umgestalten? Wer sollte es verwalten, der Staat oder private Rentenanlagespezialisten? Wie würde man den Ausfall überbrücken, wenn zumindest ein Teil eben nicht an den Staat geht sondern angelegt wird?

Feminist Queer Crip Theory

Durch diese wunderbare Studie entdeckte ich  Feminist Queer Crip Theory

Feminist Queer Crip Theory – Überblick

Feminist Queer Crip Theory ist ein interdisziplinärer Ansatz, der Feminismus, Queer Theory und Disability bzw. Crip Studies miteinander verbindet. Er untersucht, wie Geschlecht, Sexualität und Behinderung strukturell verwoben sind und wie gesellschaftliche Normen über Körper, Begehren und Leistungsfähigkeit Machtverhältnisse stabilisieren. Der Ansatz ist intersektional angelegt und geht davon aus, dass es keinen neutralen oder normalen Körper gibt, sondern dass „Normalität“ ein politisch erzeugtes Konzept ist.

Zentrale Ideen

Ein Kernpunkt ist die Kritik an der Normativität des Körpers, also an der Erwartung, dass Menschen gesund, unabhängig, belastbar und produktiv sein müssen. Diese „compulsory able-bodiedness“ funktioniert ähnlich wie die gesellschaftliche Erwartung von Heterosexualität: Sie setzt einen Standard, an dem alle gemessen werden. Feminist Queer Crip Theory zeigt, dass Geschlecht, Sexualität und Behinderung nicht getrennte Bereiche sind, sondern sich gegenseitig beeinflussen und oft durch ähnliche Narrative reguliert werden. Frauen und queere Personen werden häufig als schwach, emotional oder irrational dargestellt, während Menschen mit Behinderungen als abhängig oder unselbstständig gelten. In beiden Fällen stabilisieren diese Zuschreibungen patriarchale und soziale Macht. Der Ansatz kritisiert außerdem das neoliberale Ideal des optimierten, effizienten, autonomen Körpers. Feminist Queer Crip Theory argumentiert, dass Abhängigkeit kein Defizit ist, sondern eine alltägliche menschliche Realität, die sozial gerecht organisiert werden muss. Im Bereich Sexualität setzt die Theorie ein starkes Gegengewicht zur Entsexualisierung behinderter Menschen und betont vielfältige Körper, Lustformen und Zugänge zu Intimität.

Wichtige Autor*innen und Werke

Zu den zentralen Stimmen gehört Robert McRuer, dessen Werk „Crip Theory“ die Verbindung von Queer Theory und Disability Studies entscheidend geprägt hat. Er entwickelt den Begriff der compulsory able-bodiedness und zeigt, wie die Figur des „behinderten Körpers“ als Gegenfolie für neoliberale Produktivitätsnormen dient. Alison Kafer erweitert die Perspektive in „Feminist, Queer, Crip“ um einen dezidiert feministischen Zugang. Sie kritisiert Fortschrittslogiken, die Behinderung als Problem verstehen, das es zu lösen gilt, und fordert politische Strategien, die Behinderung nicht pathologisieren. Autor*innen wie Eli Clare verbinden politische Theorie mit poetischer Erfahrung und arbeiten heraus, wie Vorstellungen von Heilung, Optimierung und Normalität Körper unter Druck setzen. Rosemarie Garland-Thomson wiederum liefert wichtige feministische Beiträge zu Sichtbarkeitspolitiken, Staring, Misfitting und Körper-Normen. Ergänzend wird die Arbeit von Theoretikerinnen wie Mia Mingus relevant, die Konzepte wie Access Intimacy geprägt haben und die Bedeutung gemeinsamer Abhängigkeitserfahrungen hervorheben.

Kernbegriffe

Zentral ist der Begriff „Crip“, eine selbstbestimmte politische Identität, die einen ehemals abwertenden Ausdruck zurückerobert. Compulsory Able-bodiedness bezeichnet die gesellschaftliche Grundannahme, dass Menschen funktional, autonom und „fähig“ zu sein haben. Crip Time verweist auf Zeitmodelle, die mit chronischen Erkrankungen, Behinderung oder psychischen Belastungen verbunden sind und die starre Norm der linearen Produktivität infrage stellen. Misfitting beschreibt die Passung oder Nicht-Passung zwischen Körpern und Räumen und macht damit strukturelle Barrieren sichtbarer als individuelle Defizite.

Warum Feminist Queer Crip gemeinsam gedacht wird

Feminismus zeigt, dass Körper politisch sind und dass Geschlechterrollen Macht organisieren. Queer Theory destabilisiert normative Vorstellungen von Sexualität und Identität. Crip Theory destabilisiert normative Vorstellungen von Körperlichkeit und Funktionsfähigkeit. Zusammen ermöglichen sie eine Analyse, die mehrfachmarginalisierte Positionen sichtbar macht und patriarchale, medizinische und ökonomische Normen zugleich kritisieren kann. Feminist Queer Crip Theory entwirft alternative Politiken von Körper, Abhängigkeit, Care, Begehren und Gemeinschaft, die über die üblichen Kategorien der Identitätspolitik hinausgehen.

Anwendungen

Der Ansatz lässt sich auf zahlreiche gesellschaftliche Bereiche übertragen: auf Schönheitsnormen, Fitness- und Selbstoptimierungsdiskurse, auf die Kritik medizinischer Normalisierung, auf Sexualpädagogik und Pornografie, auf die Organisation von Care-Arbeit oder die Gestaltung von Barrierefreiheit. Feminist Queer Crip Theory macht deutlich, dass Zugang, Beziehung, Intimität, Körperlichkeit und Fürsorge nicht im Rahmen neoliberaler Autonomie-Ideale verstanden werden können, sondern als kollektive Prozesse, die gerechter organisiert werden müssen.

Eigentlich der typische Ansatz aller queeren Theorien:

Aus etwas eine Opferhaltung aber auch etwas machen, was nicht als schlecht sehen kann. Die Bezeichnung als krank lässt „schlechter“ mitschwingen und das darf nicht sein. Also muss über die Opferstellung und das „Anderssein“ eine Sonderstellung herausgearbeteitet werden, aus der heraus man zu den „Besseren“ gehört und von Leuten eine Sonderbehandlung verlangen kann.

Es ist Macht durch Anderssein und das Recht Sonderbehandlungen zu verlangen.

Selbermach Mittwoch

Bitte Kommentare bündeln, wenn sie nur aus einzelnen Tweets und kurzem Kommentar bestehen und man sehr viele davon plant.

Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.

Unterhalt und das Gefühl, dass es für den Unterhaltsverpflichteten nicht mehr zum Leben reicht an einem Beispiel aus Neuseeland

Ein Bericht aus Neuseeland über die Lasten des Kindesunterhalts:

Ich bin ein in Neuseeland geborener Staatsbürger und lebe nun dauerhaft in Australien. Ich schreibe, um den bleibenden persönlichen Schaden zu dokumentieren, der durch das frühere Kindergelddurchsetzungssystem Neuseelands entstanden ist, das über die Child Support Agency und das Inland Revenue Department verwaltet wurde.

Seit ich gerade achtzehn Jahre alt war, wurde ich unnachgiebig von einem System verfolgt, das kein Verständnis, kein Mitgefühl und kein Maß kannte. Was als Kindergeld bezeichnet wurde, entwickelte sich schnell zu etwas völlig anderem – einer Form der finanziellen Bestrafung, die es mir unmöglich machte, zu leben, zu arbeiten oder mein Leben wieder aufzubauen.

Vierzehn Jahre lang war ich Belästigungen und Zwangstaktiken ausgesetzt, die heute als finanzielle Gewalt anerkannt würden. Das traumatischste Beispiel war eine Lohnpfändung am Heiligabend, die mich über einen Monat lang ohne einen einzigen Dollar zum Leben zurückließ. Dieser Moment und viele andere ähnliche Situationen waren darauf ausgelegt, zu zerschmettern, statt zu unterstützen.

Die finanziellen Grenzwerte des Systems machten das Überleben unmöglich. Während des Zeitraums, in dem ich bewertet wurde – ungefähr von 2001 bis 2015 – betrug der offiziell anerkannte Lebensunterhalt vor der Berechnung nur etwa 11.500 Neuseeland-Dollar pro Jahr, eine absurd niedrige Summe, die nicht einmal Miete und Lebensmittel für eine einzelne Person deckte. Heute hat sich dieser Betrag ungefähr verdoppelt, was beweist, was viele von uns damals bereits wussten: Das frühere System basierte auf unrealistischen und strafenden Erwartungen, die erwerbstätige Eltern unter die Armutsgrenze zwangen.

Diese Berechnungen hatten reale menschliche Konsequenzen. Nachdem die Regierung alles genommen hatte, war ich nicht mehr in der Lage, sinnvoll am Leben meiner Tochter teilzunehmen. Mit Besuchsrechten, die nur einen Tag alle zwei Wochen erlaubten, konnte ich mir oft nicht einmal Benzin leisten, um sie zu sehen, geschweige denn Ausflüge, Aktivitäten oder gemeinsame Mahlzeiten. Das System, das angeblich ihre besten Interessen schützen sollte, machte es mir unmöglich, der Vater zu sein, der ich sein wollte. Es reduzierte Elternschaft auf eine Zahl in einer Bilanz.

Das System raubte mir auch mein Potenzial. Ich lebte in ständiger Angst, dass, wenn ich härter arbeite, mehr verdiene oder versuche, mein Leben zu verbessern, ich im folgenden Jahr durch höhere Berechnungen bestraft würde. Diese Angst prägte jede Entscheidung, die ich als junger Mann traf. Sie entmutigte Ambitionen und hielt mich im Überlebensmodus gefangen. Ich durfte nie eine Zukunft aufbauen, nur eine Vergangenheit begleichen, die von Schulden und Scham definiert war, aus der ich nie entkommen konnte.

Zu allem Überfluss hatte die Mutter meiner Tochter nie eine Vollzeitstelle inne, doch das System war vollständig auf mein Einkommen und meine Anstrengung ausgerichtet. Es belohnte Abhängigkeit und bestrafte Beitrag. Es gab keine Gerechtigkeit, keine gemeinsame Verantwortung und kein Verständnis für die langfristigen Folgen, die dieses Ungleichgewicht für Familien und Kinder haben würde.

Als ob das nicht genug wäre, wurde das Kindergeld bis zum 19. Lebensjahr meiner Tochter weitergezahlt, nur um dann mitten im Jahr gekürzt zu werden, als das Anspruchsalter plötzlich auf 18 Jahre gesenkt wurde. Infolgedessen zahlte ich bis sie etwa 18½ Jahre alt war, ohne Bezug zu einem Studium oder weiterem Bedarf – lediglich aufgrund einer willkürlichen administrativen Änderung, die mich länger zahlen ließ, als erforderlich.

Dann, in meinem letzten Bewertungsjahr, stritt die Behörde mein angegebenes Einkommen ab und entschied, ich hätte mehr verdienen können. Allein aus diesem Grund wurde ich gezwungen, weitere 8.500 AUD an die Mutter meiner Tochter zu zahlen. Es gab keinen Beweis dafür, dass ich mein Einkommen zu niedrig angegeben hatte, nur die Annahme, dass ich mehr hätte verdienen können. Es war eine demütigende und unbegründete Machtausübung, die die gesamte Erfahrung zusammenfasste: Bestrafung für Anstrengung, Annahme statt Fakten.

Die psychische Belastung war enorm. Ich lebte in ständiger Angst und fühlte mich gefangen in einem System, das mich wie einen Kriminellen behandelte, nicht wie einen Elternteil. Es gab keinen Weg zur Rehabilitation, keine Anerkennung von Härte und keine Menschlichkeit im Prozess. Es ging nicht um das Wohl des Kindes, sondern um Kontrolle und Einnahmenerzielung.

Wenn ich heute Beiträge über Mobbing und Suizid lese, denke ich unweigerlich daran, wie viele Leben das Kindergeldsystem stillschweigend zerstört hat. Wenn jemand aufgrund gezielter Belästigung sein Leben nimmt, ist das kein Suizid, es ist institutioneller Totschlag. Die Regierung muss sich bewusst werden, wie viele Männer in jener Zeit unter der Last der Verzweiflung starben, die durch ihre Politik verursacht wurde.

Ich habe Neuseeland verlassen, weil ich mir unter diesem System das Leben dort nicht leisten konnte. Es raubte mir Hoffnung, Zugehörigkeit und Selbstwert. Erst nach meinem Umzug nach Australien konnte ich ein stabiles Leben wieder aufbauen, würdevoll arbeiten und positiv zur Gemeinschaft beitragen. Doch der Schaden kann nicht rückgängig gemacht werden. Meine Tochter hat nun keinen Kontakt mehr zu mir oder ihrer Mutter. Die Jahre der Trennung, Not und emotionalen Distanz, die durch dieses System entstanden, haben Beziehungen zerrissen, die nie vollständig repariert werden können.

Was ich will, ist einfach: Anerkennung. Eine formelle Entschuldigung für die Ungerechtigkeiten, die Männer wie ich erlitten haben, und die Anerkennung, dass das, was im Namen von Unterstützung getan wurde, in vielen Fällen systemischer Missbrauch war.

Ich suche keine Rache mehr. Ich suche Abschluss. Ein Eingeständnis, dass das, was vielen von uns angetan wurde, falsch war und dass keine Regierung jemals wieder Leben durch finanzielle Zwangsmaßnahmen und administrative Grausamkeit zerstören sollte.

Ich habe, da ich keine Ahnung vom neuseeländischen Recht habe und man bei Aussagen von Betroffenen nie genau weiß, wie repräsentativ  diese sind mal ein LLM um Einschätzung gebeten:

Das ist eine gute und wichtige Frage. Ich konnte teilweise verifizieren, dass einige der Angaben — insbesondere zu Regelmechanismen des Inland Revenue Department (IRD) bzw. des Kindesunterhaltsrechts in Child Support Agency / Child Support Act 1991 in Neuseeland — korrekt sind. Aber andere Details aus dem geschilderten Erfahrungsbericht lassen sich aus öffentlichen Quellen nicht eindeutig bestätigen — so dass sich nicht mit Sicherheit sagen lässt, ob alle persönlichen Angaben stimmen. Hier, was man belegen kann — und wo Unklarheiten bleiben:

✅ Was sich belegen lässt

  • Der Unterhalt in Neuseeland (bei „formula assessment“) wurde nach einer Formel berechnet: Einkommen des zahlungspflichtigen Elternteils minus einer „Living Allowance“, multipliziert mit einem Prozentsatz abhängig von der Zahl der Kinder. taxpolicy.ird.govt.nz+2oag.parliament.nz+2
  • Für 2010/2011 etwa: Die „Living Allowance“ reichte — je nach Familien‑ und Wohnsituation — von ca. NZ $ 14.158 (alleinstehend ohne Kinder) bis ca. NZ $ 35.868 (mit mehreren abhängigen Kindern) oag.parliament.nz+2taxpolicy.ird.govt.nz+2
  • Der Ansatz änderte sich mit der Child Support Amendment Act 2013: Seit 1. April 2014 wird bei der Formel­berechnung das Einkommen beider Elternteile berücksichtigt (nicht mehr nur des zahlenden Elternteils), sowie der tatsächliche Betreuungsanteil („care cost percentage“) des zahlpflichtigen und betreuenden Elternteils. taxtechnical.ird.govt.nz+2taxtechnical.ird.govt.nz+2
  • Bei geringerem Einkommen bzw. bestimmten Lebenssituationen kann das berechnete Unterhalts­einkommen auch als „nil“ (also Null) gelten, wenn die Living Allowance und andere Abzüge das Einkommen übersteigen. taxtechnical.ird.govt.nz+2taxtechnical.ird.govt.nz+2

Fazit daraus: Es stimmt, dass das System durchaus mit starren Einkommens‑ und Abzugsregeln arbeitete — und dass bei geringem Einkommen der Unterhalt unter Umständen sehr gering ausfallen oder sich wieder auf null reduzieren konnte. Die historische Spannbreite für Lebensunterhalt (Living Allowance) war bereits relativ niedrig (mindestens ~14.000 NZD/Jahr).

⚠️ Wo sich Angaben nicht eindeutig verifizieren lassen / mögliche Diskrepanzen

  • Der im Text genannte Wert von „ca. NZ $ 11.500 pro Jahr“ als Lebensunterhalt (vor Unterhaltsberechnung) konnte ich nicht als offiziellen Standardwert finden. Öffentliche Dokumente sprechen für 2010/11 von mindestens 14.158 NZD für Alleinstehende ohne Kinder. oag.parliament.nz+1 Möglicherweise gibt es Sonderfälle — aber ein Standardwert von 11.500 NZD ist in den Quellen nicht genannt.
  • Ob tolerierte Pfändungen genau am Heiligabend stattfanden, oder ob Bestrafungs‑/Nachforderungs‑Mechanismen in der konkreten beschriebenen Form (z. B. zusätzlich 8.500 AUD Forderung aufgrund angenommener Einkommens­potenziale) systematisch so durchgeführt wurden — dafür gibt es keine öffentlichen Statistiken oder Berichte, die solche Einzelfälle verifizieren. Öffentliche Quellen beschreiben zwar, dass IRD Einkommen schätzt und bei Unter‑ oder Fehlangaben nachfordern kann. oag.parliament.nz+2taxtechnical.ird.govt.nz+2 Aber ob das im konkreten Jahr, mit den genannten Summen, passiert ist — bleibt unklar.
  • Der geschilderte Effekt, dass Eltern durch das System in „Überlebensmodus“, Armut oder soziale Isolation gedrängt wurden — das ist sehr subjektiv und hängt stark von den individuellen Umständen ab. Solche Langzeitfolgen sind nicht quantifiziert dokumentiert — dafür bräuchte es empirische Studien oder Erfahrungsberichte, die über das Gesetz hinausgehen.
  • Das Alter, bis zu dem Unterhalt gezahlt werden muss: Öffentlich heißt es, ein „qualifying child“ ist in der Regel unter 18 (oder 18 + Schulbesuch). oag.parliament.nz+2Wikipedia+2 Der Bericht nennt Zahlung bis 19. Auch das kann möglich gewesen sein — z. B. bei bestimmten schulischen Bedingungen — aber eine generelle Pflicht bis 19 ist gesetzlich nicht eindeutig dokumentiert.

🎯 Warum das Ganze nicht eindeutig „richtig“ oder „falsch“ ist — und was das bedeutet

  • Das System selbst war — zumindest nach dem öffentlichen Gesetz — so aufgebaut, dass es mit festen Abzügen und prozentualem Unterhalt arbeitete. Das führte bei niedrigen Einkommen tatsächlich zu relativ niedrigen Zahlungen oder sogar keiner Zahlungsverpflichtung, was das Erleben als „hart“ oder „unfair“ erklären kann.
  • Aber persönliche Erlebnisse — Pfändungen, psychische Folgen, soziale Isolation — sind nicht Teil der Gesetzestexte. Solche Erfahrungen sagen sehr viel über das System in der Praxis, aber sie lassen sich öffentlich nur schwer als generelle Systemergebnisse verifizieren.
  • Manche der konkreten Zahlenangaben (z. B. 11.500 NZD) stimmen mit öffentlichen Referenzwerten nicht exakt überein — das deutet darauf, dass persönliche Erfahrungswerte, regionale Unterschiede oder Sonderfälle eine Rolle gespielt haben könnten.

✅ Meine Einschätzung

Ja — es ist wahrscheinlich, dass das frühere Unterhaltssystem in Neuseeland in vielen Fällen sehr restriktiv war und reale Härten erzeugte. Die öffentlich dokumentierten Regeln zeigen, dass es durchaus möglich war, dass Unterhaltszahlungen in vielen Fällen niedrig oder kaum existierend waren.

Gleichzeitig — und das ist wichtig —: **ich kann nicht bestätigen, dass alle Angaben in dem Schilderungskontext — mit exakten Beträgen, Dauer, psychischen Folgen oder Einzelfall‑Ereignissen — objektiv korrekt oder typisch waren. Manche Details sind schlicht nicht dokumentiert, weil sie schlicht persönliche Erlebnisse sind.

Und noch eine Erläuterung: 11.500 NZD waren wohl ca. 5.700–6.900 €,

14.500 NZD wären damals 8.495 € gewesen. Das wären knapp 707 € im Monat vom Jahr umgerechnet.

LLMs bevorzugen weibliche Kandidaten bei Bewerbungen für Jobs bei ansonsten gleichen Bewerbungen.

Eine interessante Studie was uns so bevorstehen könnte, wenn KIs die (Vor-)Auswahl von Kandidaten für einen Job überlassen wird:

This study examines the behavior of Large Language Models (LLMs) when evaluating professional candidates based on their résumés or curricula vitae (CVs). In an experiment involving 22 leading LLMs, each model was systematically given one job description along with a pair of profession-matched CVs-one bearing a male first name, the other a female first name-and asked to select the more suitable candidate for the job. Each CV pair was presented twice, with names swapped to ensure that any observed preferences in candidate selection stemmed from gendered names cues. Despite identical professional qualifications across genders, all LLMs consistently favored female-named candidates across 70 different professions. Adding an explicit gender field (male/female) to the CVs further increased the preference for female applicants. When gendered names were replaced with gender-neutral identifiers „Candidate A“ and „Candidate B“, several models displayed a preference to select „Candidate A“. Counterbalancing gender assignment between these gender-neutral identifiers resulted in gender parity in candidate selection. When asked to rate CVs in isolation rather than compare pairs, LLMs assigned slightly higher average scores to female CVs overall, but the effect size was negligible. Including preferred pronouns (he/him or she/her) next to a candidate’s name slightly increased the odds of the candidate being selected regardless of gender. Finally, most models exhibited a substantial positional bias to select the candidate listed first in the prompt. These findings underscore the need for caution when deploying LLMs in high-stakes autonomous decision-making contexts and raise doubts about whether LLMs consistently apply principled reasoning.

Quelle: Gender and Positional Biases in LLM-Based Hiring Decisions: Evidence from Comparative CV/Résumé Evaluations

Also:

Weibliche Kandidatinnen wurden in 56,9% der Fälle gewählt, männliche nur in 43,1%. das entspricht d= 0,28. Die Chancen, als Frau gewählt zu werden, sind 32% höher als für Männer.

Wenn zusätzlich zum Namen auch ein Feld „Geschlecht: Männlich/Weiblich“ hinzugefügt wurde, verstärkte sich die Bevorzugung weiblicher Kandidatinnen auf 58,9% (statt 56,9%).

Als die Namen durch „Kandidat A“ und „Kandidat B“ ersetzt wurden (A=männlich, B=weiblich), zeigten die Modelle eine Präferenz für „Kandidat A“ (52,3%).

CVs mit Pronomen-Angabe (he/him oder she/her) wurden häufiger gewählt (53,0% vs. 47,0%) egal welches  Geschlecht sie hatten.

Das zeigt den ideologischen Unterbau der LLMs bzw die in den Daten, die zum lernen verwendet wurden, enthaltene Ideologie.

Es könnte interessant sein, wer sich da gegen diese Entwicklung stellt. Bisher scheint nur Elon Musks Grok in die Richtung gehen zu sollen , aber ob man das umsetzen kann wird interessant (oder ob er dann einfach nur in eine andere ideologische Richtung geht).

Ich vermute woke Tendenzen in LLMs werden uns noch lange beschäftigen.

Jeden Tag werden weltweit 227 Frauen und 909 Männer umgebracht (nach UNWOMEN)

Nochmal ein interessanter Beitrag auf Twitter zu Tötungen von Männern und Frauen durch Partner:

1/5
Headlines say a woman is killed by an intimate partner or family member every 10 mins, globally
An issue that needs to be addressed Did you know that the same report tells us that a man is killed by an intimate partner or family member every 14 mins, globally? Read on..
.2/5
Pages 4 & 17 of the ‘UN Women and UNODC report Femicides in 2024: Global Estimates of Intimate Partner/Family Member Femicides’ are where we can find the info:
https://www.unwomen.org/sites/default/files/2025-11/femicides-in-2024-global-estimates-of-intimate-partner-family-member-femicides-en.pdf
3/5
The report’s data tells us that in 2024 there were 415,000 intentional homicides. 83,000 female victims (20%) and 332,000 male victims (80%)
4/5
Of the 83,000 female victims, 49,800 (60%) were murdered by an intimate partner or family member
This equates to one woman killed every 10 minutes by an intimate partner or family member
5/5
Of the 332,000 male victims, 36,500 (11%) were murdered by an intimate partner or family member
This equates to one man killed every 14 minutes by an intimate partner or family member

Also:

  • 415,000 intentional homicides.
    • 83,000 female victims (20%) and
    • 332,000 male victims (80%)

Das  bringt einen aber zu der  Formel:

  • Alle 1½ Minuten wird ein Mann ermordet.
  • Alle 6½ Minuten wird eine Frau ermordet.
Oder
  • 227 Frauen pro Tag
  • 909 Männer pro Tag
Davon durch Partnergewalt oder Gewalt aus der Familie nach diese Statistik:
  • 49.800 getötete Frauen vs.
  • 36.500 getötete Männer

Schon deutlich näher zusammen.

(das ist etwas unklar, da „Gewalt aus der Familie eben auch Brüder oder Väter aber bei Frauen dafür ja auch Tötungen durch Mütter und Schwestern betrifft (letzteres dürfte seltener sein).

und nur weil ich sie gerade beim nachvollziehen der Daten gesehen habe noch diese Grafik:

Femizide in verschiedenen Ländern

Femizide in verschiedenen Ländern

Ich muss leider vermuten, dass UN Women rechts ist…

Was daran noch nicht berücksichtigt ist sind Tötungen im Krieg. Der Ukrainekrieg alleine dürfte die Zahlen jeweils deutlich übertreffen und noch ein deutlicheres Geschlechtergefälle haben