Auf den Twitteraccount von Rob Henderson fand ich folgenden Text (übersetzt):
Ratgeberbücher für Frauen vs. Männer erzählen nicht dieselbe Geschichte.
Wenn man durch die Selbsthilfesektion geht und die Bücher vergleicht, die an Männer vermarktet werden, mit denen, die sich an Frauen richten, fällt der Kontrast stark auf.
- Die Bücher für Männer betonen eher Stoizismus, Disziplin und Selbstgenügsamkeit: werde fokussierter, härte dich ab, lass dich von der Welt nicht aus der Bahn werfen, niemand kommt, um dich zu retten. Die Botschaft lautet im Grunde, dass du dich stärken und dir deinen Weg nach vorne verdienen musst.
- Die Bücher für Frauen hingegen beginnen selten mit der Idee, dass dir etwas fehlt, das aufgebaut werden muss. Stattdessen lautet das Thema eher: Du bist schon großartig, aber du stehst dir ständig selbst im Weg. Die Welt hat deinen Wert nicht erkannt, weil du ihn selbst noch nicht vollständig angenommen hast. Das Versprechen lautet, dass andere es sehen werden, sobald du aufhörst, auf dich selbst einzuschlagen, und annimmst, wer du bereits bist.
Zwei sehr unterschiedliche Botschaften – die eine basiert auf Verbesserung, die andere auf Bestätigung.
Ich habe ChatGPT mal gebeten jeweils die drei erfolgreichsten Selbsthilfebücher für Männer und Frauen zu finden und die These aus dem Text abzugleichen (schon weil ich es schwierig finde da eine Wertung abzugeben, welche Bücher da populär sind):
Top-Bücher für (hauptsächlich) allgemeines / männerfokussiertes Publikum
1. Atomic Habits – James Clear
Ein extrem erfolgreicher Bestseller über Gewohnheiten, Selbstdisziplin und Produktivitätssteigerung. Das Buch betont Selbstkontrolle, Fokus und den Aufbau von Stärke.
Einordnung zur These: Passt sehr gut – harte Selbstverbesserung im Zentrum.
2. The 7 Habits of Highly Effective People – Stephen R. Covey
Ein Klassiker der Selbsthilfe- und Produktivitätsliteratur, der effektive Gewohnheiten und Führungsprinzipien vermittelt.
Einordnung zur These: Stark leistungs- und entwicklungsorientiert.
3. Think and Grow Rich – Napoleon Hill
Eines der meistverkauften Selbsthilfebücher mit Fokus auf Zielsetzung, Ausdauer und mentale Stärke.
Einordnung zur These: Deutlicher Schwerpunkt auf Selbstoptimierung und Disziplin.
Top-Bücher, die oft besonders bei Frauen beliebt oder an Frauen vermarktet werden
1. Girl, Wash Your Face – Rachel Hollis
Ein sehr populäres Frauen-Selbsthilfebuch, das auf Selbstvertrauen und das Ablegen negativer Glaubenssätze abzielt.
Einordnung zur These: Affirmativ – du bist gut, du musst es nur erkennen.
2. You Can Heal Your Life – Louise L. Hay
Ein internationaler Bestseller mit Fokus auf Selbstliebe, Heilung, Affirmationen und innerer Akzeptanz.
Einordnung zur These: Emotions- und selbstwertorientiert, keine Verbesserungsideologie.
3. The Let Them Theory – Mel Robbins
Ein aktueller Bestseller, der darauf abzielt, Kontrolle loszulassen und innere Ruhe zuzulassen.
Einordnung zur These: Starker Fokus auf Selbstannahme statt Optimierungsdruck.
Die Analyse der erfolgreichen Bücher zeigt:
-
Männer- bzw. neutral vermarktete Selbsthilfebücher konzentrieren sich stärker auf
Disziplin, Routinen, Leistung, Selbstverbesserung und Zielorientierung.
Diese Werke passen klar zur beschriebenen „Verbesserungs“-Botschaft.
-
Frauen-orientierte Selbsthilfebücher betonen häufiger
Selbstwert, Loslassen, Akzeptanz, Affirmation und innere Heilung.
Diese Bücher bestätigen die These, dass Frauenliteratur oft eher vermittelt:
„Du bist schon gut – du musst es nur selbst erkennen.“
Insgesamt lässt sich die These aus dem Ausgangstext anhand der meistverkauften und bekanntesten Selbsthilfebücher sehr gut nachvollziehen.
Das passt auch dazu, dass Frauen eher intrasexuelle Konflikte vermeiden wollen/sollen und möglichst von einer gewissen Gleichheit ausgehen und Männer sich eher bestimmte Hierarchien ausbauen, in denen man Auf- und absteigen kann
Es passt auch zu den gegenwärtigen feministischen Theorien, bei denen man nur zurückgehalten wird, weil die anderen privilegiert sind und nicht – im Gegensatz zu anderen Ansätzen von Beauvoir und Co – sich selbst verbessern muss und in eine Konkurrenz einsteigen soll.
Noch aus ein paar Kommentaren darunter:
1.
- Message to women: stop beating yourself up.
- Message to men: start beating yourself up.
2.
Very true, the constant expose that women don’t need improvement nor accountability. How can you grow, if you deny yourself adversity?
Es passt auch gut zu der „Woken Girl Boss Superheldin“, etwa Rey (ich vermeide angebliche Nachnamen) aus Star Wars, die eigentlich nicht trainieren musste, sondern nur erkennen musste, wer sie ist, genau wie Captain Marvel.
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