Weihnachtsmarkt

Wir waren am Wochenende auf dem Weihnachtsmarkt. Fräulein Schmidt wollte gerne zum ersten Mal Schlittschuhlaufen und dort gab es eine Eisbahn. Man musste zwar eine halbe Stunde anstehen bis man auf das Eis kam, aber versprochen ist versprochen.

Es lief sogar erstaunlich gut für das erste Mal, auch weil sie sehr gut Inliner fahren kann. Klar ist sie ein paar Mal hingefallen, aber sie ist schon tatsächlich gefahren, was ich für das allererste Mal ganz erstaunlich finde.

Schmidt Junior ist in der Zeit mit einem Karussell gefahren.

Wir haben dann noch jeder eine Bratwurst gegessen, für 4,50 €, was ja auch nicht gerade wenig ist, dann noch uns je zu zweit ein paar Poffertjes (a 5 €) geteilt und schon war man auch einiges Geld los ohne gefühlt wirklich was gegessen zu haben.

Aber etwas Weihnachtsmarkt muss ja auch sein.

Immerhin: Ich fand die Stimmung ganz schön, die Kinder haben auch noch einige Freunde getroffen.

Wie ist eure Weihnachtszeit?

1 Million auf einmal oder 1000 Euro jede Woche?

In Canada gibt es anscheinend eine Lotterie, bei der man bei Gewinn wählen kann, ob man eine Million erhält oder ein Leben lang jede Woche 1000 Euro.

Eine 20jährige Kanadierin hat nunmehr wohl gewonnen und die 1000 € die Woche genommen.

Die Meinungen gehen auseinander ob das eine schlaue Wahl war

  • Die Anhänger der Million führen an, dass sie diese investieren kann und dann über ihr Leben einen deutlich höheren Gewinn erzielen kann.
  • Die Anhänger der 1000 € führen an, dass sie dadurch eine sehr lange Zeit sicher Sorgenfrei leben kann und keine Gefahr läuft durch dumme Entscheidungen ganz ohne etwas dazustehen. Sie kann in Ruhe studieren, sie kann ein Haus abzahlen, sie kann wenig, gar nicht oder voll arbeiten und hat ein erhebliches (ich nehme an steuerfreies?) Zusatzeinkommen.

Natürlich: Wenn sie morgen überfahren wird ist das Geld in der zweiten Variante weg. Hätte sie die erste Variante genommen, dann könnten ihre Erben/Kinder abgesichert sein.

Es ist insofern vielleicht die Frage, wie man sich selbst vertraut und gleichzeitig den Leuten um sich herum. Eine Million auf dem Konto weckt Begehrlichkeiten bei Verwandten und Freunden die mit den 1000 Euro pro Woche (editiert: vorher versehentlich pro Monat) nicht unbedingt zu vergleichen sind. Wie legt man es an, wie schützt man es vor sich selbst? Sie wäre ja nicht der erste Lottogewinner, der nach kurzer Zeit pleite war.

Ich finde insofern ihre Entscheidung gar nicht so schlecht. Sie bringt vielleicht einfach Ruhe in ein Leben. Und ist bei einer 20jährigen immer noch eine sehr hohe Summe, wenn sie die klassische Lebenserwartung vollbekommt. Dass man mehr hätte, wenn man die Million richtig anlegt muss da nicht relevant sein.

(Ich würde die Million nehmen, aber ich bin ja auch keine 20 Jahre mehr)

Studieren ohne Eltern, die Akademiker sind

Gerade macht dieses Bild die Runde auf Twitter:

Arbeiterkind an der Uni

Kind ohne Akademikereltern an der Uni

Es wurde allgemeine eher kritisch gesehen, gerade weil es in Internetzeiten nicht wirklich schwer ist sich herauszusuchen, was die Begriffe Immatrikulation oder Credit Points bedeuten.

Und auch was man tun muss und wo man hin muss wissen auch die meisten Kinder mit Akademikereltern nicht: Sie finden es eben in der Orientierungswoche heraus oder fragen Kommilitonen.

Das ist vielleicht leicht gesagt, wenn man „Akademikereltern“ aber da ist das Studium zB bei mir bereits jedenfalls schon 25 Jahre her gewesen, war in vollkommen anderen Städten und in anderen Fächern als dem meinem. Damals hatte man noch nicht einmal Credit Points würde ich vermuten. Sie hätten mir beim besten Willen nicht helfen können an DIESER Uni und mit MEINEM Studienfach zurechtzukommen.

Ich hatte mehrere Freunde aus meinem Semester, die keine Akademikereltern hatten und ich habe da eigentlich keinen Unterschied gemerkt.

Etwas anderes, was vielleicht ernster zu nehmen ist, ist das GEFÜHL, dass man da nicht hingehört und alle anderen einen Vorteil haben, sich bereits auskennen und man selbst aus einer anderen Welt kommt. Wobei man ja zumindest an einem Gymnasium gewesen ist und an der Uni auch keine anderen Leute sind als vorher in der Schule.

Ich kann mir vorstellen, dass dieses Gefühl vielleicht auch aus der eigenen Familie kommen kann, die einen evtl. mit Erwartungen überhäuft („einer von UNS wird groß rauskommen“) oder das Gegenteil kommuniziert („du bist einer von denen, nicht mehr von uns“).

Und diese Gefühle mag bei einigen zu gewissen Blockaden führen, die sie dann mehr Probleme sehen lassen als andere.

Aber das man nicht versteht, was Credit Points sind deswegen dürfte wohl kaum der Fall sein.

 

Selbermach Samstag

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Will Canada die Tötung von Frauen teilweise schwere bestrafen als die von Männern?

Wie Arne auch schon berichtete will man anscheinend neue Gesetze in Canada einführen, die die Tötung von Frauen unter bestimmten Umständen anders bestrafen als die gleiche Tat bei einem Mann:

The Liberal government has tabled sweeping new legislation that it says will protect victims and survivors of sexual and intimate partner violence and protect children from predators.

(…)

The legislation tackles intimate partner violence by making hate-motivated murder a first-degree offence even if it was not deliberate or planned.

Cases of femicide, the killing of a woman or girl, will be considered first-degree murder even if the crime was not planned or deliberate if it can be proved that the victims were subject to a pattern of abuse or coercive control.

The benchmark for establishing that level of abuse requires a court to agree that a reasonable person in the same circumstance would be considered by the court to be controlled or abused, not that the specific victim felt they were being abused or controlled.

Ich habe mir den Änderungsvorschlag mal hier angeschaut und wenn ich richtig verstehe, dann bezeichnet man zwar bestimmte Fälle als Femizid, die Tat selbst ist aber anscheinend neutral definiert. Ich zitiere mal:

Aus der Einleitung:

It amends the Criminal Code to, among other things,

(a) create a new offence that prohibits engaging in a pattern of coercive or controlling conduct toward an intimate partner;

(b) provide that, in the following circumstances, murder — known as femicide when committed against a female person — is murder in the first degree:

(i) the murder is committed against an intimate partner in the context of a pattern of coercive or controlling conduct,

(ii) the murder is committed in the context of sexual violence,

(iii) the murder is committed in the context of human trafficking, or

(iv) the murder is motivated by hate;

Und der eigentlich einzufügende Paragraph:

Femicide, including of intimate partner, and other aggravated circumstances

Start of inserted block

(5.‍1) Irrespective of whether a murder is planned and deliberate on the part of any person, murder is first degree murder when the death is caused by that person
  • (a) while engaging in, or after having engaged in, a pattern of coercive or controlling conduct with intent to cause the victim to believe that the victim’s physical or psychological safety is threatened, in the case where the victim is that person’s intimate partner;

  • (b) while exercising control, direction or influence over the movements of the victim with intent to exploit the victim, within the meaning of section 279.‍04;

  • (c) while committing or attempting to commit an offence of a sexual nature or an offence for a sexual purpose; or

  • (d) while motivated by hate based on colour, race, religion, national or ethnic origin, age, sex, sexual orientation, gender identity or expression, or mental or physical disability.

     

Und:

Femicide, including of intimate partner, and other aggravated circumstances

Start of inserted block

(2) The court that imposes a sentence for manslaughter shall consider imposing a sentence of imprisonment for life if the person committed the manslaughter
  • (a) while engaging in, or after having engaged in, a pattern of coercive or controlling conduct with intent to cause the victim to believe that the victim’s physical or psychological safety is threatened, in the case where the victim is that person’s intimate partner;

  • (b) while exercising control, direction or influence over the movements of the victim with intent to exploit the victim, within the meaning of section 279.‍04;

  • (c) while committing or attempting to commit an offence of a sexual nature or an offence for a sexual purpose; or

  • (d) while motivated by hate based on colour, race, religion, national or ethnic origin, age, sex, sexual orientation, gender identity or expression, or mental or physical disability.

     

Wenn ich es richtig verstehe, dann werden da also Mann und Frau gleich behandelt. Das ist schon meist die Folge davon, dass man sonst Ärger mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz im Strafrecht bekommt und auch nur schwer zu begründen ist, warum man jemanden anders bestraft, wenn er eine Frau tötet statt eines Mannes.

Aber natürlich wird es als Gesetz verkauft, welches insbesondere Femizide verhindern soll und zum Schutz von Frauen da ist (was der Häufigkeit nach in der Tendenz ja auch durchaus sein könnte.)

Wer was findet, wonach ich daneben liege: Gerne mitteilen

(ich wollte eigentlich einen Artikel darüber schreiben, dass die Regelung ungerecht ist und schauen wie sie differenzieren)

 

 

Selbsthilfe-Literatur für Männer und Fraun und deren verschiedene Botschaften

Auf den Twitteraccount von Rob Henderson fand ich folgenden Text (übersetzt):

Ratgeberbücher für Frauen vs. Männer erzählen nicht dieselbe Geschichte.

Wenn man durch die Selbsthilfesektion geht und die Bücher vergleicht, die an Männer vermarktet werden, mit denen, die sich an Frauen richten, fällt der Kontrast stark auf.

  • Die Bücher für Männer betonen eher Stoizismus, Disziplin und Selbstgenügsamkeit: werde fokussierter, härte dich ab, lass dich von der Welt nicht aus der Bahn werfen, niemand kommt, um dich zu retten. Die Botschaft lautet im Grunde, dass du dich stärken und dir deinen Weg nach vorne verdienen musst.
  • Die Bücher für Frauen hingegen beginnen selten mit der Idee, dass dir etwas fehlt, das aufgebaut werden muss. Stattdessen lautet das Thema eher: Du bist schon großartig, aber du stehst dir ständig selbst im Weg. Die Welt hat deinen Wert nicht erkannt, weil du ihn selbst noch nicht vollständig angenommen hast. Das Versprechen lautet, dass andere es sehen werden, sobald du aufhörst, auf dich selbst einzuschlagen, und annimmst, wer du bereits bist.

Zwei sehr unterschiedliche Botschaften – die eine basiert auf Verbesserung, die andere auf Bestätigung.

Ich habe ChatGPT mal gebeten jeweils die drei erfolgreichsten Selbsthilfebücher für Männer und Frauen zu finden und die These aus dem Text abzugleichen (schon weil ich es schwierig finde da eine Wertung abzugeben, welche Bücher da populär sind):

Top-Bücher für (hauptsächlich) allgemeines / männerfokussiertes Publikum

1. Atomic Habits – James Clear
Ein extrem erfolgreicher Bestseller über Gewohnheiten, Selbstdisziplin und Produktivitätssteigerung. Das Buch betont Selbstkontrolle, Fokus und den Aufbau von Stärke.
Einordnung zur These: Passt sehr gut – harte Selbstverbesserung im Zentrum.

2. The 7 Habits of Highly Effective People – Stephen R. Covey
Ein Klassiker der Selbsthilfe- und Produktivitätsliteratur, der effektive Gewohnheiten und Führungsprinzipien vermittelt.
Einordnung zur These: Stark leistungs- und entwicklungsorientiert.

3. Think and Grow Rich – Napoleon Hill
Eines der meistverkauften Selbsthilfebücher mit Fokus auf Zielsetzung, Ausdauer und mentale Stärke.
Einordnung zur These: Deutlicher Schwerpunkt auf Selbstoptimierung und Disziplin.

Top-Bücher, die oft besonders bei Frauen beliebt oder an Frauen vermarktet werden

1. Girl, Wash Your Face – Rachel Hollis
Ein sehr populäres Frauen-Selbsthilfebuch, das auf Selbstvertrauen und das Ablegen negativer Glaubenssätze abzielt.
Einordnung zur These: Affirmativ – du bist gut, du musst es nur erkennen.

2. You Can Heal Your Life – Louise L. Hay
Ein internationaler Bestseller mit Fokus auf Selbstliebe, Heilung, Affirmationen und innerer Akzeptanz.
Einordnung zur These: Emotions- und selbstwertorientiert, keine Verbesserungsideologie.

3. The Let Them Theory – Mel Robbins
Ein aktueller Bestseller, der darauf abzielt, Kontrolle loszulassen und innere Ruhe zuzulassen.
Einordnung zur These: Starker Fokus auf Selbstannahme statt Optimierungsdruck.

Die Analyse der erfolgreichen Bücher zeigt:

  • Männer- bzw. neutral vermarktete Selbsthilfebücher konzentrieren sich stärker auf
    Disziplin, Routinen, Leistung, Selbstverbesserung und Zielorientierung.
    Diese Werke passen klar zur beschriebenen „Verbesserungs“-Botschaft.

  • Frauen-orientierte Selbsthilfebücher betonen häufiger
    Selbstwert, Loslassen, Akzeptanz, Affirmation und innere Heilung.
    Diese Bücher bestätigen die These, dass Frauenliteratur oft eher vermittelt:
    „Du bist schon gut – du musst es nur selbst erkennen.“

Insgesamt lässt sich die These aus dem Ausgangstext anhand der meistverkauften und bekanntesten Selbsthilfebücher sehr gut nachvollziehen.

Das passt auch dazu, dass Frauen eher intrasexuelle Konflikte vermeiden wollen/sollen und möglichst von einer gewissen Gleichheit ausgehen und Männer sich eher bestimmte Hierarchien ausbauen, in denen man Auf- und absteigen kann

Es passt auch zu den gegenwärtigen feministischen Theorien, bei denen man nur zurückgehalten wird, weil die anderen privilegiert sind und nicht – im Gegensatz zu anderen Ansätzen von Beauvoir und Co – sich selbst verbessern muss und in eine Konkurrenz einsteigen soll.

Noch aus ein paar Kommentaren darunter:

1.

  • Message to women: stop beating yourself up.
  • Message to men: start beating yourself up.

2.

Very true, the constant expose that women don’t need improvement nor accountability. How can you grow, if you deny yourself adversity?

Es passt auch gut zu der „Woken Girl Boss Superheldin“, etwa Rey (ich vermeide angebliche Nachnamen) aus Star Wars, die eigentlich nicht trainieren musste, sondern nur erkennen musste, wer sie ist, genau wie Captain Marvel.

 

 

„Ich habe einen Hass auf das System Mann“

Die Komikerin Teresa Reichl zum schweren Leben als weiblicher Comedian:

Schreiben Frauen Literatur, wird das oft „Frauenliteratur“ genannt. Männer aber schreiben „Literatur“. Ähnliches gilt im Kabarett: Eine Mixedshow nur mit Männern ist Comedy, treten nur Frauen auf, ist es eine „Ladies Night“.
Weil man vermutlich gerade ein weibliches Publikum ansprechen will vermute ich. Und vielleicht weil man bei den Männern eher mal mit größeren Namen locken kann?
„Humor von Männern ist objektiv, aber Frauen machen automatisch Frauenhumor, bei dem Männer rein biologisch nicht lachen können.“
Vielleicht finden Frauen häufig Frauenhumor lustiger oder weibliche Comedians bedienen eher Frauenthemen.
Reichl findet: „Auf der Bühne zu stehen ist deutlich schwerer als Frau.“ Sie war oft die einzige Frau bei Poetry Slams, musste sich bei jedem sexistischen Witz entscheiden: mitlachen oder diskutieren und riskieren, als grantige Feministin zu gelten? „Beides ist anstrengend. Deshalb wundert es mich gar nicht, dass sich weniger Frauen trauen, bei Open Mics anzufangen.“
Viele Comedians sind gerade deswegen nicht politisch korrekt, weil Witze immer einen Überraschungsfaktor haben müssen, damit sie witzig sind. Die Grenzüberschreitung auf lustige Art ist gerade das, was Humor ausmacht. Es geht da vielleicht eher darum, dass man etwas als guten Witz erkennt und es inhaltlich nicht zu ernst nimmt.
Deswegen: Ein Comedian sollte bei einem sexistischen Witz natürlich mitlachen. Und am besten eine Pointe zurückgeben. Er sollte auch über sich selbst, seine Gruppe, lachen können. Das ist die Atmosphäre, die Comedy braucht. Und grantige Feministinnen sind eben nicht komisch.
Es geht auch anders. Moritz Neumeier lädt Reichl immer wieder in seine Show „Falsch, aber lustig“ ein. Hier fällt auf, wie gut Deutschlands weibliches Humorpotential ist, das andere Veranstalter zu verstecken scheinen.
Und doch bescheinigen ihr Männer, ihr Humor sei zu schwul, zu feministisch, zu links. „Das finde ich von ganzem Herzen okay, weil denen die ganze restliche Medienlandschaft gehört. Ich fühle mich wahnsinnig geehrt, dass in meinem Publikum sehr viele junge Frauen und queere Personen sind“, sagt Reichl.
Sie macht – wie viele weibliche Comedians, ich meine mehr als männliche Comedians – Shows für (junge) Frauen (und queere) und wundert sich gleichzeitig, dass es dann eher als Ladysnight beworben wird. Dann mach Humor, der auch gut bei einem gemischten überwiegend nichtqueeren Publikum gut ankommt, dann kann man es allgemeiner Bewerben.
„Es ist nicht so, als würde ich jeden Mann, den es gibt, privat hassen, sondern ich habe einen gesellschaftlichen Männerhass. Ich habe einen Hass auf das System Mann und auf die männlich dominierte Gesellschaft und aufs Patriarchat.“ Was heißt, dass sie jeden Mann „a bissl hasse“, aber nicht aus Prinzip und nicht als Person, sondern „weil ich weiß, dass der Dinge machen und sagen darf, die ich nicht kann – und er checkt es nicht“.
Comedian sein ist ein hartes Brot. Es kann sich wahrhaftig nicht jeder Mann einfach auf die Bühne stellen und ist per Patriarchat lustig. Wäre interessant was sie meint nicht machen und sagen zu dürfen – gerade wenn sie vorher indirekt sagt, dass sie eigentlich mehr Zensur, mehr Korrektheit im Comedybereich will.
Das Leben ist ein Kampf. „Ich habe schon zynische Momente, in denen ich mir denke, ich kann doch nicht mein ganzes Leben lang kämpfen müssen.“ Ihre Freundin, die Autorin und Comedienne Lara Ermer, hat es einmal so formuliert: „Mir reicht’s nicht, dass wir kämpfen, damit es die nach uns einfacher haben. Ich will es einfacher haben.“
Das ist schön. Wer will es nicht einfacher haben. Aber nach oben zu kommen war noch nie einfach. Und vielleicht sind Männer eben eher Grenzenüberschreiter und kommen insofern auch im Comedybereich besser an.
Ihre ganze Existenz, ihr Leben als Frau, sei „politisch“, sagt Reichl. Aber sie steht nicht mit erhobenem Finger auf der Bühne und missioniert. „Durch meine bloße Existenz gewöhne ich Leute daran, dass es Menschen wie mich gibt.“ Die Männer hätten es leichter in ihrem Beruf, sie bekämen mehr Geld, könnten schneller vor mehr Leuten spielen. „Das ist objektiv gesehen erstens unfair und zweitens dumm, unlogisch und nicht zielführend. Dann darf ich wütend sein.“
Sie macht Shows für junge linke Frauen und Queers und wundert sich dann, dass Leute die Sachen für ein breites Publikum machen schneller vor mehr Leuten spielen.
Und das nur weil sie Männer sind.
Nicht etwa weil ihr Programm vielleicht besser ist.

Selbermach Mittwoch

Bitte Kommentare bündeln, wenn sie nur aus einzelnen Tweets und kurzem Kommentar bestehen und man sehr viele davon plant.

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Social Media Verbot für unter 16 Jährige in Australien

In Australien sollen Personen unter 16 Jahren nicht mehr auf verschiedenen Sozialen Medien aktiv sein dürfen:

Als erstes Land der Welt wagt sich Australien an ein gigantisches Experiment: Ab dem 10. Dezember um 0 Uhr Ortszeit müssen zahlreiche große Techkonzerne Jugendliche von ihren Plattformen verbannen, die jünger als 16 Jahre alt sind. Wegen der Zeitverschiebung fällt der Startzeitpunkt, ab dem das Gesetz gilt, in Deutschland auf den 9. Dezember um 14 Uhr.
Die Regierung von Premierminister Anthony Albanese begründet das neue Gesetz mit dem Wohl von Teenagern: Junge Menschen sollen davor geschützt werden, zu viel Zeit vor Bildschirmen zu verbringen und Inhalte zu konsumieren, die ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden schaden können.

(…)

Das neue Gesetz gilt bislang für zehn Apps: Facebook, Instagram, Kick, Reddit, Snapchat, Threads, TikTok, Twitch, X und YouTube.
Ausgenommen sind mehrere Apps, die laut eSafety vor allem fürs Austauschen von Nachrichten oder zum Spielen genutzt werden, darunter Facebook Messenger, Pinterest, WhatsApp und YouTube Kids. Auch der Messengerdienst Discord und die Spieleplattform Roblox sind nicht betroffen – dabei stehen beide massiv in der Kritik, zu wenig für den Schutz von Minderjährigen zu tun (mehr dazu hier ).
Gut Facebook hat den Vorteil, dass es unter 15jährige ja eh nicht nutzen. Insofern müssen die da vielleicht nicht viel machen. Sie vergessen dann vielleicht ein paar Geburtstage mehr.
Youtube sperren stelle ich mir hingegen schon relativ schwierig vor, weil es die meisten Leute ja eh zumindest auch über den Fernseher als App nutzen.
Im ganzen kann ich mir vorstellen, das bei Konkurrenten er Netzwerke, die noch nicht auf der Liste stehen, gerade die Korken knallen, sie gewinnen dann vielleicht vollkommen neue potentielle Kunden und können die neue „Jugendlichen-App“ werden.
Auch die Hersteller von VPN-Apps könnten an der Sache interessiert sein, auch wenn man dann vielleicht etwas kreativer mit seinem Eintrag und seiner Handynutzung sein muss.
Oder ein paar 18jährige entdecken das Geschäft ein Handy auf sich freizuschalten und dann abzugeben. Das scheint straffrei möglich zu sein:
Die australische Regierung und die Behörde für Internetsicherheit haben bereits klargestellt, dass sie damit rechnen, dass Jugendliche versuchen werden, das Verbot zu umgehen. Zum Beispiel, indem sie gefälschte Ausweise oder mit KI manipulierte Fotos von sich vorlegen. Den Jugendlichen oder ihren Eltern droht aber keine Strafe. Die Verantwortung liegt allein bei den Techkonzernen.
Das lädt ja zu Missbrauch ein. Und selbst die Techkonzerne scheinen ja einiges an Möglichkeiten zu haben:
(…)
Das Gesetz schreibt keine bestimmte Methode für die Verifizierung des Alters vor. Es gibt verschiedene Möglichkeiten dafür. So müssen die Plattformen keine Ausweise überprüfen, sondern können etwa auf deutlich billigere Dienste zurückgreifen, die das Alter der Nutzer aufgrund eines Videos mithilfe künstlicher Intelligenz einschätzen.
Bei einem öffentlichen Test solcher Anbieter zeigten sich deutliche Abweichungen bei der Alterseinschätzung, andere Gutachter stellten »unakzeptabel hohe Fehlerquoten« fest. Die zuständige Behörde kam dennoch zum Schluss, dass die erreichte Genauigkeit für einen ersten Start ausreicht, wenn die Plattformen mehrere Systeme parallel einsetzen.
Der Facebook-Mutterkonzern Meta hat bereits vergangene Woche damit begonnen, Konten auf der Grundlage von Informationen wie dem bei der Erstellung angegebenen Alter zu deaktivieren. Nutzerinnen und Nutzer, deren Konto zu Unrecht gelöscht wird, können ihr Alter mit einem Video von sich oder einem amtlichen Dokument nachweisen. Dabei werden nicht alle Nutzerinnen und Nutzer überprüft, sondern nur im Verdachtsfall – etwa wenn ein Account das eigene Alter von 14 auf 16 Jahre hochsetzen will.
Snapchat begann in Australien Ende November mit der Altersüberprüfung: User in dem Land müssen mit einem amtlich zugelassenen Dokument nachweisen, dass sie mindestens 16 Jahre alt sind. Möglich sei auch eine Gesichtsaltersschätzung mit der Technologie zur Altersverifizierung-App »k-ID«, so Snapchat.
Auch TikTok kündigte an, unter anderem auf Gesichtsaltersschätzung, Kreditkartenautorisierung und die Vorlage eines amtlich anerkannten Dokuments zu setzen.
Wäre interessant, ob sie die einmal durchführen müssen oder immer wieder. Und ob sie biometrische Daten und sonstige Daten mit anderen abgleichen müssen.
Letzteres wäre schon datenschutzrechtlich bedenklich.
Es mag durchaus sein, dass Soziale Medien nicht gut für Jugendliche sind. Aber: Vermeiden wird man sich nicht können. Kleine Kinder sollten bereits kein Smartphone haben, da sollte sich das Problem ohnehin nicht stellen. Kinder, die bereits ein Smartphone haben könnten ohnehin durch Einschränkungen auf den Handys eingefangen werden, die ihre Eltern vornehmen.
Die Idee, dass man erst ab 16 Youtube schauen darf erscheint mir auch recht absurd.
Und auch die Idee, dass jeder, der ein Smartphone oder einen Smart-TV nutzen will sich ausweisen muss finde ich noch bedenklicher. Twitter und Co meinen Pass zeigen? Wo kommen wir denn da hin (Gut, sie haben meine Telefonnummer, was wahrscheinlich schlimm genug ist, aber einen Pass vorzeigen erscheint mir dann doch bei allem Schutz Jugendlicher ein zu großer Eingriff)
Mal sehen ob das vor den australischen Gerichten bestand hat, Klagen dagegen sollen ja schon eingereicht worden sein.
Derweil bin ich gleichzeitig froh, dass meine Kinder gegenwärtig noch zu jung sind um sich in Soziale Netzwerke abgesehen von Youtube zu begeben. Wobei ich es bei Jugendlichen Kindern von Freunden eher so sehe, dass die (gesteuert sicherlich auch durch die Eltern) einen relativ vorsichtigen Umgang zu scheinen haben.

Magen-Darm

Eigentlich hätten wir es vermuten können. Die beste Freundin von Fräulein Schmidt hatte schon vor dem Wochenende ein paar Tage ausgesetzt weil sie eine Magen-Darm-Infektion hatte. , sodass am Samstag unsere Kinder jeweils ins Bett gebrochen haben über Magenschmerzen klagten. Am Sonntag erwischte es dann erst Südländerin und dann mich.

Ich war schon lange nicht mehr wirklich krank gewesen, vielleicht einmal eine Erkältung, aber sonst nichts. Am Sonntag war mir unglaublich kalt und ich konnte keine Lebensmittel und auch nicht ein Schluck Wasser in mir behalten.

Diese kleinen verdammten Viren haben mich recht erfolgreich für mindestens für einen Tag ausgeschaltet.

Heute (also gestern für die den Artikel lesen) war ich noch etwas schlapp, im ganzen ging es aber.

Schon irgendwie erstaunlich dass Viren oder Bakterien gibt die uns so einen Ärger machen können, ohne dass es möglich Sinn macht außer dass sie dadurch überleben. Und klar, sie haben durch das Red Queen Rennen ihre Vorteile im Kampf zwischen Immunsystem und Viren und Bakterien aber dennoch erstaunlich, dass wir sie noch nicht losgeworden sind. Klar, im Vergleich zu anderen Krankheiten ist man mit einem Tag Übelkeit und Schwäche relativ bedient, aber dennoch nix schönes.