Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?
Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)
Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?
Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?
Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs
Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.
Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.
Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen
Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.
[…] Bei der Siegerehrung umarmte er Jennifer Hermoso, die zuvor noch einen Elfmeter verschossen hatte, leidenschaftlich, nahm dann mit beiden Händen ihren Kopf und drückte ihr einen festen Kuss auf den Mund. Die Bilder verbreiteten sich über die sozialen Medien in Windeseile. Kurz darauf gab es Aufnahmen von Rubiales, die ihn zeigen, wie er sich während des Jubels auf der Ehrentribüne – neben ihm standen Königin Letizia und Prinzessin Sofía – kräftig in den Schritt fasst. Und dann ist er in der Kabine zu sehen, wie er den Siegerinnen zur Belohnung eine Urlaubsreise nach Ibiza verspricht, wo er und Jennifer Hermoso heiraten würden – was wohl witzig sein sollte.
Das war es allerdings nicht. Rubiales mag privat ein kumpelhafter Typ sein, der mit unangenehmen Manieren nervt, dem man aber auch verzeiht. Aber er hat vergessen, dass er Vorsitzender eines Verbands mit einer hierarchischen Struktur ist. Es war, als würde ein Firmenchef seine Mitarbeiterin ungefragt auf den Mund küssen – auch wenn die Betroffene später sagte, es habe ihr zwar nicht gefallen, sie wolle daraus aber keine große Nummer machen und sich Rubiales später am Tag zurückhaltend entschuldigte. Spaniens Gleichstellungsministerin Irene Montero nannte den Vorfall eine „Form der sexuellen Gewalt.“
Sportminister Miquel Iceta erinnerte Rubiales zudem daran, dass er als Verbandsvorsitzender Vorbildcharakter genießt. Zum Beispiel im Umgang mit Frauen. In dieser Frage ist Spanien lange Vorreiter, die Gesellschaft ist enorm sensibilisiert für das Thema Gleichstellung, das in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert wird. Ausländische Politikerinnen reisen nach Madrid, um aus dieser Entwicklung zu lernen.
Manche sehen im von vielen Männern durchaus geteilten Feminismus in Spanien sogar einen Grund für den WM-Erfolg der Fußballspielerinnen. Eine aktive Gleichstellungspolitik und mehr Chancengleichheit führten zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit der Frauen, die dadurch wiederum mehr Zeit für die Entwicklung ihrer sportlichen Talente hätten, schrieben drei Sport- und Wirtschaftswissenschaftler dieser Tage in der Tageszeitung „El País“. […]
Nach Kuss-Eklat bei Frauen-WM: Spanische Regierung fordert Rücktritt von Verbandspräsident Rubiales
„Dieses Verhalten ist nicht zu akzeptieren. Seine Entschuldigungen sind weder ausreichend noch angemessen.“ Spaniens amtierender Ministerpräsident Pedro Sánchez wollte an diesem Dienstag von seiner Besprechung mit König Felipe VI. über die Regierungsbildung berichten, doch dann wurde er zu Luis Rubiales befragt, dem Chef des spanischen Fußballverbands, der von einer Spielerin des Weltmeisterteams am Sonntag einen Kuss auf den Mund erzwungen hatte. „Er muss weitere Schritte machen“, sagte Sánchez während Vizeregierungschefin Yolanda Díaz die Richtung wies: Sie forderte den Rücktritt von Rubiales. […]
[…] n der spanischen Tagespresse finden sich neben Berichten über die Begeisterung beim Autokorso der Spielerinnen zwei Tage nach dem Erfolg weiter Kommentare zu Rubiales. Er beschmutze „die Heldentat der Weltmeisterinnen“, schrieb die konservative Tageszeitung „El Mundo“. Rubiales verstehe weder die Bedeutung des Erfolgs noch die Verantwortung, die das Amt mit sich bringe.
Auch die auf Gleichstellungsthemen spezialisierte Redakteurin von „El País“, Isabel Valdés, unterstrich, es sei Rubiales selbst, der den Fokus weg vom historischen Sieg auf sich selbst gelenkt habe. Sie sah hinter der Affäre den alten Glauben, dass eine Frau und damit auch ihr Körper dem Mann gehörten. Allein nur zu denken, Rubiales könne eine Spielerin einfach auf den Mund küssen, ohne dass dies Konsequenzen haben würde, sei ein Zeichen „für eine mangelnde Kultur des gegenseitigen Einvernehmens im Verhalten der Geschlechter zueinander“, so „El País“.
„La Vanguardia“ zitierte am Dienstag aus einem Protokoll des spanischen Fußballverbands. Dort steht zu den Beschreibungen von möglichen Fällen sexueller Gewalt: „Jemanden in einer Umarmung an sich ziehen mit dem Versuch zu küssen“, und „gegen den Willen küssen“. „Solches Verhalten ist nicht zu akzeptieren“, heißt es im Verbandsdokument weiter, „und führt sofort zu Konsequenzen.“
Um zu verstehen, warum so viele spanische Medien den Fall jenseits der sonst tiefen ideologischen Gräben so wichtig nehmen, muss man wissen, wie intensiv in Spanien die gesamte Gesellschaft Fragen der Gleichstellung und des Feminismus verhandelt, eben auf einer viel breiteren Ebene als in vielen anderen europäischen Ländern. Die Folge sind auch eine ganze Reihe von Gesetzen gegen Gewalt gegen Frauen, zur Gleichstellung in Politik und Wirtschaft oder auch ein gerade reformiertes Sexualstrafrecht, in dessen Zentrum das gegenseitige Einvernehmen steht, das sogenannte Ja-heißt-Ja-Gesetz.
Ob Rubiales nun trotz des immer größeren gesellschaftlichen Drucks an der Spitze des Fußballverbands bleibt, ist schwer einzuschätzen. Nur die Landesverbände könnten ihn absetzen. „Wer hält ihn eigentlich noch im Amt?“, schrieb „El Mundo“, „eine Frage, die wir uns schon zu lange stellen.“
Ich kann nicht verstehen, wie man einen fremden Menschen in einer solchen Situation einfach auf den Mund küssen kann. Das ist ja üblicherweise eine klare Grenzüberschreitung. Aber ich bin andererseits ja auch noch nie Weltmeister geworden. Ich habe extra das Video oben reingenommen, weil ich die Bilder des Kusses dramatischer finde als das Video oben, bei dem er erst umarmt, und dann erkennbar sehr enthusiastisch ist. Vielleicht ist es ihm tatsächlich einfach passiert, aber ich würde auch sagen, dass man Leute nicht einfach auf den Mund küsst.
Muss man deswegen gleich zurücktreten? Keine Ahnung, wenn es ein ehrlicher Fehler war, aus dem Augenblick heraus, dann sollte man es vielleicht auch nicht überbewerten. Ich kenne aber auch seine Vergangenheit nicht.