Sibel Schick „Tötet Männlichkeit“ und die Zusammenhänge von Amoktaten und unterdrückten Gefühlen

Sibel Schick schreibt auf Twitter:

Die These wäre also:

  • Männer werden zur Gewalttätigkeit erzogen
  • sie unterdrücken Gefühle und verleugnen sie
  • das führt zu Kontaktverlust zu den eigenen Gefühlen und zu Gewalttätigkeit
  • Jungen zeigen Zuneigung durch Gewalt (?)

Das alles ist Männlichkeit, die daher getötet werden muss.

Lustigerweise kombiniert sie das mit er Aufforderung, nicht zu heulen und diese Gefühle, dass man damit auch Männer an sich angreift, zu unterdrücken.

Aber auch ansonsten erscheint mir das Gerüst etwas wackelig:

Natürlich könnte man damit anfangen, dass die Erziehung von Kindern zuallererst von Frauen betrieben wird. Aber da ist ja auch nur wieder internalisierte Frauenfeindlichkeit der Frauen selbst und damit die Schuld der Gesellschaft.

Ich sehe aber auch keine Erziehung zur Gewalt. Sicherlich raufen Jungs gerne, aber eben auch nur bis zu einem gewissen Alter und auch ansonsten gibt es natürlich viele Regeln zu einem fairen Umgang und Gewalt gegen Frauen wird gesellschaftlich geächtet.

Auch Anzeichen dafür, dass der Täter Gefühle unterdrückt hat, fehlen. Eher scheint er sich mit anderen im Internet zusammengeschlossen zu haben und gejammert zu haben, dass Frauen ihn nicht mögen und das alle gemein zu ihm sind. Er scheint hier eine Menge Gefühle ausgedrückt zu haben, eben negative.

Hätte er sich gesagt:

„Sei ein Mann, arbeite an dir, bis du ein besseres Leben hast und höre auf Rumzuheulen und dich in Selbstmitleid zu verlieren, warum heulst du hier rum wie ein Mädchen, kein Wunder, dass sie dich nicht mögen“ dann wäre es „männlicher“ gewesen.

Und dieses „Tötet Männlichkeit, nicht Männer“ ist bereits an sich problematisch. Ähnlich wie Transsexuelle kann man sich nicht aussuchen, welche Geschlechterrolle man leben will.

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Toronto, Incels und die unfreiwillige Enthaltsamkeit

In Toronto hat ein Fahrer einen Wagen in eine Menge gelenkt und er soll wohl hauptsächlich von einem Hass auf Frauen getrieben worden sein. Der Spiegel schreibt:

Ein unbändiger Hass auf Frauen: Ersten Hinweisen der Polizei zufolge hat dieses Motiv den mutmaßlichen Attentäter von Toronto zu seiner Amokfahrt getrieben. Nun sind zehn Menschen tot, Angaben eines Polizisten zufolge sind es „überwiegend“ Frauen – und ein Schlaglicht fällt auf eine zutiefst frauenfeindliche, von Gewaltfantasien beherrschte Nische des Internets, die immer schwerer zu ignorieren ist.

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Genährt worden sein könnte der Frauenhass des 25-jährigen Alek M. wohl durch Misogynie – die Frauenfeindlichkeit – in einschlägigen Internetforen, beispielsweise auf Reddit. Auf der Onlineplattform tauschen sich Nutzer in vielen Unterforen, sogenannten Subreddits, über alle erdenklichen Themen in langen Kommentarspalten aus. Einige Mitglieder der Plattform kultivieren dort seit mehreren Jahren eine von Verachtung für Frauen geprägte Haltung.

Wenn er tatsächlich Frauen umbringen wollte, weil er sich abgelehnt fühlte und einen Frauenhass entwickelt hat, dann  ist er wirklich ein Idiot, der sich in eine fürchterliche Ideologie hineingesteigert hat. Er wäre auch ein gutes Beispiel dafür, was eine Gruppenbildung und die einseitige Verteufelung einer als Feind wahrgenommenen Gruppe, letztendlich also eine Identitätspolitik alles bewirken kann.

Man entmenschlicht die andere Gruppe und macht sie alleine für alles verantwortlich.

Im Spiegelartikel heißt es weiter:

„Incel“ ist die Abkürzung für den englischen Ausdruck „involuntary celibacy“, auf Deutsch bedeutet das „unfreiwillige Enthaltsamkeit“. Heute dient der Begriff einer Gruppe von Männern, die Frauen verachten, als Definition ihres Daseins und wird von ihnen als identitätsstiftender Kampfbegriff im Internet verwendet.

Unfreiwillige Enthaltsamkeit, also Männer, die bei Frauen nicht ankamen und von ihnen abgelehnt worden sind und wahrscheinlich in vielen Fällen den Grund nicht verstanden. Und bei denen das Ganze dann teilweise in Hass umgeschlagen ist.

In dem Bereich der „abgelehnten Männer“ im weiteren Sinne gibt es ein breites Feld an Bewegungen. Etwa könnte man zum Teil MGTOWs hier einordnen, da viele dort eben auch ihren Platz finden, die keinen Erfolg bei Frauen haben, wenn auch andere Teile der Bewegung schlicht das Risiko zu groß finden oder sich aus anderen Gründen dagegen entschieden haben, sich auf Frauen einzulassen. Andere wären die männlichen „Absoluten Beginner“, also Männer, die gerne etwas mit Frauen hätten, aber das „erste Mal“ trotz entsprechender Bemühungen nicht erreichen.

Auch Elliot Rodger, einen anderen Amokläufer, der insbesondere Frauen bestrafen wollte, wird man da irgendwie zuordnen können, vielleicht als „Incel“, was bei ihm Überschneidungen zur „Anti-Pickup-Szene“ hatte.

Im Spiegelartikel heißt es weiter:

Von den vielen Frauenhassern, denen man online begegnen kann, zählen die Incels mit zu den schlimmsten. Das beschreibt auch die Autorin und Wissenschaftlerin Angela Nagle in ihrem Buch über Online-Subkulturen „Kill all Normies“. Der Titel ihres Buchs ist an Incel-Sprech angelehnt, „Normies“ ist eine ihrer abfälligen Bezeichnung für andere Menschen.

„Schlampen (alle Frauen) können keine Incels sein.“

Wer verstehen will, woher die Incel-Bewegung kommt, muss einige Jahre zurückgehen und tief in die Nischen des Internets blicken, etwa auf Unterforen von Reddit oder der Seite 4chan. Während das notorische Subreddit r/Incels mittlerweile von der Plattform verbannt wurde, gibt es etliche Nachahmer-Unterforen.

So wird die Amokfahrt von Toronto etwa auf /r/Braincels diskutiert, in einem Beitrag heißt es: „Schlampen (alle Frauen) können keine Incels sein.“

Natürlich wird auch dies direkt wieder an vielen Stellen in die klassischen feministischen Theorien eingeordnet, etwa die „Toxische Männlichkeit“:

Das ist eben eine sehr eindimensionale Betrachtung, denn die meisten Männern fahren keine Frauen um. Und natürlich reagieren auch Frauen auf Ablehnung. Der Kampf dagegen stehlt ein wesentliches Element für viele Feministen da.

Ich habe nichts dagegen, wenn sie die Gruppe der „Incels“ oder deren radikaleren Flügel, wenn es da auch gemäßigte gibt, angreift. Ich kann mir gut vorstellen, dass es da einige Foren etc gibt, die vor Frauenhass triefen.

Mein Gefühl sagt mir, dass sie aber als Gruppe hier eher „Männer“ ansieht.

Ich hätte kein Problem damit extreme Flügel von Männern zu verurteilen. Wenn ich sie auch keineswegs mit jemanden vergleichen möchte, der Frauen überfährt, dann habe ich beispielsweise Kritik an dem Gelben Forum geäußert.

Dennoch kann man sich natürlich davon distanzieren und darstellen, dass man ja auch ganz andere Theorien vertritt, die damit nichts zu tun haben. Leider wird da schnell  alles in einen Topf geworfen

Meiner Meinung nach ist der Hass dort schlicht aus der Frustation der Ablehnung und des eigenen Versagens geboren. Das hat wenig mit Männlichkeit zu tun, auch Frauen kennen diesen Frust sehr gut. Bei Männern mag er eher zu einem Handeln über Gewalt führen, aber Männer handeln allgemein eher direkt als Frauen. Das hat den Vorteil, dass sie sich in anderen Bereichen vielleicht eher in einen Wettbewerb stürzen und tolle Produkte erfinden oder unternehmen aufbauen und leider auch eher solche Aktionen durchführen, um sich zu beweisen.

Was aber bringt es nun, wenn man einem solchen Menschen, der sich beständig abgelehnt fühlt, den Frauen nicht wahrnehmen, egal, wie er sich angestrengt hat, vorhält, dass er toxische Männlichkeit lebt und seinen Privilegien entsagen soll? Oder wenn er ansonsten mit Theorien konfrontiert, die angeben, dass Männer alle Unterdrücken, die Bösen sind, es ihnen überall besser geht und sie davon eben lassen sollen?

Man richtet einen gefallenen Menschen nicht auf indem man ihm sagt, dass seine Gruppe schlecht ist und er ebenso. Der Feminismus hat keine positive Botschaft für Männer wie ihn.

Und meine Vermutung ist: Die gleichen Männern haben auch einen Hass auf die Männer, die besser bei Frauen ankommen. Die Coolen, die Gutaussehenden, die Alphamänner, die ebenso auf sie herabsehen. Sie sind häufig bereits eher „Beta“ und es frustriert sie gerade, dass sie damit nicht bei Frauen ankommen, während es die Alphamänner schaffen. Sie sehen sich als Underdogs, die es gerade verdient hätten, statt der anderen. Und sie werfen den Frauen vor, auf toxische Männlichkeit zu stehen und nicht auf Leute wie sie. „Seid nicht so männlich und gebt eure Privilegien ab“ muss ihnen dann wie Hohn vorkommen, wenn sie das Gefühl haben, dass die meisten Frauen sie verachten und für minderwertig oder jedenfalls nicht gut genug halten.

Weitaus eher würde jemand wie Jordan Peterson vielleicht etwas erreichen können, indem er eine Botschaft der eigenen Verbesserung bringt: Fange an, dein Leben in Ordnung zu bringen, suche die Schuld nicht bei anderen, räume dein Zimmer auf.

 

„Toxische Männlichkeit“ ist selbst ein toxisches Konzept

Passend zum Nikolaus geht es um das Konzept der „toxischen Männlichkeit“, also dem Grund, warum Männer nach den feministischen Theorien heute allenfalls eine Rute im Stiefel gehabt haben sollten.

Ein interessanter Artikel erläutert , warum „Toxische Männlichkeit“ als Konzept nicht überzeugt:

Whether or not you accept the concept of “toxic masculinity,” it obviously refers to something real. Men, after all, are arrested for almost 75 percent of all crimes and 90 percent of violent crimes. The vast majority of murders and rapists are male. And as many feminists have pointed out, with only rare exceptions such as (half of) San Bernardino, mass shooters are male, too.

Between the bookends of the horrific mass shootings by Stephen Paddock in Las Vegas and Devin Kelley Harris at a Baptist church is Texas, we’ve had a flurry of sexual harassment, assault and rape accusations leveled against high profile men in Hollywood, the media and government such as Harvey Weinstein, James Toback, Kevin Spacey and many others.

It would seem that “toxic masculinity” is out in force.

Das alte Prinzip: Viele schlechte Taten werden von Männern getätigt, aber die wenigsten Männer begehen schlechte Taten.

Und: Frauen machen häufig andere Sachen oder sind generell sehr passiv, im Guten und im Schlechten.

Interessant aber die nächste Frage:

But shouldn’t the concept of “toxic masculinity” should be opposed by something on the other side? Namely, something good. For example, in between the Paddock shooting and the Weinstein scandal, the Nobel Prizes were announced. Nine prizes in science were awarded, nine men won.

As of 2015, men had won 825 of the 871 Nobel Prizes since 1901, or 94.7 percent. In physics, the ratio is 199 to 2. Yes, there have obviously been institutional barriers for women in the past, but all such barriers have been removed. While discrimination may still play a roll, the Cornell University study shows that, in STEM fields, women’s resumes were preferred over identical male ones by a ratio of two to one.

In der Tat kann man auch einen Großteil der modernen Errungenschaften Männern zuordnen, sie erwirtschaften einen Großteil der Gelder, zahlen die meisten Steuern, entwicklen die meisten neuen Produkte, gründen die meisten Gesellschaften etc

As one might expect, feminists berated the Nobel Prizes as being “sexist.” This highlights the problem. While it is not a contradiction per se, it does seem that the prism through which feminists view the world mandates that men are somehow bad no matter what. If men do something bad, they have “toxic masculinity.” If they do something good, that simply proves that men are discriminating against women as there’s no way men could do something better than women without oppressing them.

Es wäre mal ein interessantes Konzept: Eine Gruppe von Feministinnen führt an, wie sich Männer benehmen sollen, damit sie nicht toxisch handeln, dann gibt man diese Liste anderen Feministinnen mit dem Hinweis, dass sie darlegen sollen, warum das Verhalten doch schlecht ist. Es wäre interessant, was dabei heraus kommt und wie lange man das machen kann.

However, there are other, more convincing explanations for men’s disproportionate share of Nobel prizes than discrimination. For example, women tend to value status and wealth in a mate more than men (who are even more superficial in this regard), giving men a greater incentive to strive for achievement. Women are more likely to drop out of the workforce when they have a child than men are, which makes it difficult for women to reach the upper echelons of achievement.

Regardless, one would think that winning Nobel Prizes and moving humanity forward would be a credit in men’s collective account. Therefore, in so far as “toxic masculinity” is a useful concept at all, it should be seen as a negation. A negation of “positive masculinity,” or some other term like that which would signify the positive characteristics that good men hold and that we should teach boys and men to aspire to.

So what is that term?

Is it “positive masculinity” or “healthy masculinity” or just “good masculinity?” What is it?

Es hätte was, wenn im modernen Feminismus ein solches Konzept aufgestellt werden würde. Aber dort gilt eher: Gutes Verhalten ist lediglich Ausdruck eines Privilegs oder eben eine Selbstverständlichkeit (es gibt keine Kekse für gutes Verhalten)

While you can find these terms used from time to time, as well as awkward, academic nonsense-phrases such as “a positive reconstruction of what masculine identity should pertain to espouse,” there appears to be no agreed upon term for this incredibly simple concept.

Jezebel is one of the most popular feminist websites online, so I decided to search for these various phrases on its site. Here are the results as of this writing:

Toxic Masculinity: 871

Positive Masculinity: 1

Good Masculinity: 0

Healthy Masculinity: 2

Das ist doch mal eine interessante Statistik. Auch gut ist die nähere Aufschlüsselung:

The only article that came up under “positive masculinity” was an article titled “Monday Morning Misandry.” The article is just one paragraph and links to a Medium article titled “Men, Get on Board with Misandry” by Jess Zimmerman. The subtitle reads: “Believe it or not, the man-hating movement loves you and needs your help. Here’s why.”

In this confused, mess of an article, Zimmerman describes how men should hate men, not because men are evil, but because the “concept of masculinity” is evil and needs to be “taken out and shot.”

The term “positive masculinity” does not appear in Zimmerman’s article. It shows up in a comment by ModestMoussourgsky in the article on Jezebel that linked to Zimmerman’s piece. It notes that “One of the reasons a lot of guys [get] upset with the term ‘toxic masculinity’ is that it’s so rarely contrasted with positive masculinity.” Good point, ModestMoussourgsky.

Also wären die Artikel, in denen etwas positives auftaucht letztendlich nicht positiv. Im wesentlichen schreibt man dort nur negatives über Männer und Männlichkeit.

This highlights the critical failing of the concept of “toxic masculinity.” Other than the relatively small group of radical feminists who see men as some sort of subhuman, genetic mistake, most feminists see men as otherwise decent people who have been infected by the dreaded patriarchy. In other words, feminists see men and women as effectively the same (when not talking about how there are 57 different genders, of course), it’s just that evil patriarchy thing that causes men to be so terrible and oppress women so much.

So, for example, this year Hollywood provided us with The Battle of the Sexes which depicts how in 1973, the 30-year old Billy Jean King proved women are just as good at sports by beating the 55-year old Bobby Riggs in tennis. You’ll find countless articles on the “myth” of the male and female brain, like this one. (Despite a mountainofevidenceto the contrary.) James Damore was pretty much fired from Google for merely suggesting such differences in an internal memo just as Larry Summers was forced to resign from Harvard some years ago for a similar “infraction.” And of course, you’ll also see plenty of action movies with 115-pound petite women beating the daylights out of some muscular, 250-pound man.

Everything must not just be equal, but the same. We must have the same number of male and female politicians, scientists and CEO’s (but not inmates, of course). Norway even introduced a quota that 40 percent of company directors must be female.

Es ist schon erstaunlich, dieses Patriarchat. Es wird eher stärker in offeneren und wohlhabenderen Gesellschaften, es funktioniert ohne wirkliche Organisation, es findet sich in allen Völkern der Erde und Frauen können trotz einer Mehrheit in einer Demokratie bei freien geheimen Wahlen nichts dagegen tun.

Therefore, if feminists generally believe men and women are effectively the same biologically and that men are infected with “toxic masculinity,” then the answer to the question I opened this article with is self-evident: There is no such thing as “positive masculinity.

Und das ist in der Tat das einfache Argument, welches im Feminismus jedes Hinterfragen von Gründen für Ungleichheit ersetzt. Es ist in seiner Einfachheit vergleichbar damit, dass man eine Person als Hexe ausfindig macht, wenn die Ernte schlecht ist, statt zu ermitteln, warum diese schlecht war. „Der Böse Blick“ ist dann das Gegenstück zur „Toxischen Männlichkeit“. Beide bleiben aus den gleichen Gründen auch vollkommen vage.

It would appear that androgyny is the goal. Indeed, one feminist professor laid this out neatly, noting that “the problem is not toxic masculinity; it’s that masculinity is toxic.”

This, unfortunately, does not seem to be a particularly unusual sentiment.

Yet, as noted above, men and women are not the same and men do plenty of great things that should be lauded. And such achievements should not be taken as further proof of male malevolence. In addition, women are by no means incapable of being “toxic.” For example, there is a wide array of studies showing that domestic violence is committed by men and women in roughly similar proportions, although women are hurt more often. Furthermore, the worst forms of so-called “toxic masculinity” are found in places where there are few if any good male role models, such as fatherless homes in poor and crime-infested areas.

Masculinity should be seen as a positive thing in and of itself and men should be lauded for meeting a certain ideal and condemned when failing to do so. Some men will be more feminine (as some women will be more masculine) and that’s fine. No broad category can apply to all. But “toxic masculinity” only takes one side into account. Men should not just be diagnosed as “toxic” because they aren’t androgynous.

Es ist eben einer der anziehenden Punkte des modernen Feminismus, dass er eine so einfache Schuldzuweisung ermöglicht. Die Behauptung, dass es eben die toxische Männlichkeit ist, ersetzt den Beweis, weil es gar nichts anderes sein kann. Die Verantwortung wird insofern komplett abgegeben, die Männer sollen sich eben besseren. Die Frau kann sich exkulpieren, der männliche Feminist kann Besserung geloben.

The longingness to strive, create, build and innovate while tempered by courage, wisdom and kindness would make for a solid description of such “positive masculinity.” Of course, this isn’t all or nothing. Women can have those traits too. But that description would certainly make for a positive conception of masculinity that we should uphold as an ideal for boys and men to aspire to.

Es wäre schon eine erhebliche Verbesserung, aber es würde den Feminismus in seiner heutigen Form eben um sein einfaches Weltbild, die Einteilung in Gut und Böse bringen.

 

 

Wie können sich Männer überhaupt von „toxischer Männlichkeit“ distanzieren?

Schoppe kommentierte zum Fall Weinstein:

Tatsächlich könnten solche Typen wie Weinstein – einmal vorausgesetzt, die Vorwürfe bewahrheiten sich, was ja kaum jemand bezweifelt – nur dann wirkungsvoll eingehegt werden, wenn Menschen rundweg bei der Aufrechterhaltung ziviler Standards zusammenhalten würden. Frauen sind dabei auf die Kooperation von Männern angewiesen, aber Männer auch auf die Kooperation von Frauen: Wie sollten sich Männer denn wirkungsvoll von einem Typen wie Weinstein distanzieren können, wenn gleichzeitig von feministisch inspirierten Frauen beständig verkündet wird, in Weinsteins Verhalten würde sich lediglich die ganz allgemeine „toxische Männlichkeit“ ausdrücken.

Denn tatsächlich glaube ich, dass der Großteil der Männer ein Verhalten wie das von Weinstein scharf ablehnt. Feministinnen hingegen unterlaufen und negieren diese Ablehnung, wenn sie Weinstein lediglich als besondere Ausprägung eines typischen männlichen Verhaltens hinstellen.

In der Tat ist „Toxische Männlichkeit“ eher daraus ausgerichtet, dass man einen Sündenbock hat. Alles ist sexistisch und alles kann ein Ausdruck toxischer Männlichkeit sein, sogar das man sich gegen eine solche ausspricht, denn damit sahnt man nur Aufmerksamkeit ab, die eigentlich Frauen zusteht, die das schon immer gesagt haben.

In der feministischen Theorie gibt es kein „Genug“, kein „Jetzt wollen wir es mal nicht übertreiben“. Alles männliche Verhalten ist schlecht und führt zu Weinstein. Wer das Binnen-I nicht würdigt hat quasi selbst Frauen belästigt.

Wer tatsächlich Verbündete haben wollte, der müsste anders auftreten. Wer nur einen Sündenbock will, ein Feindbild, auf das er seine Sorgen und seine Wut projizieren kann, der macht hingegen alles richtig. Da ist es gut, wenn das Ideal nicht zu erreichen ist. Da ist es gut, wenn man immer mehr fordern kann.

Der moderne Feminismus braucht sein Feindbild dringender als Verbündete.

Abwertungen von Männern als feministisches Gaslighting

„Gaslighting“ war schon mal Gegenstand eines Artikel. Ich hatte dort die folgende Definition zitiert:

Gas lighting ist eine Art psychologische Kriegsführung, die beabsichtigt ist, und sich mit der Zeit steigert. Menschen, die Gas lighting betreiben, beginnen mit subtiler psychologischer Kriegsführung, um das Selbstbewusstsein des Opfers zu vermindern, um dessen Sinn für die Realität durcheinander zu bringen, und um es an sich selbst zweifeln zu lassen. Sie wollen das Opfer erst klein machen, bevor sie die direkteren Attacken starten. So ist das Opfer geschwächt, weniger in der Lage zu erkennen, was vor sich geht, und kann sich deshalb nicht schützen.

Es kann zum Beispiel sein, dass du etwas erwähnst, was der Psychopath gesagt hat, und dieser streitet ab, es jemals gesagt zu haben. Oder du kannst dein Portemonnaie nicht finden, und der Psychopath hilft dir beim Suchen. Schlussendlich stellt sich heraus, dass es im Kühlschrank gelegen hat. Der Psychopath lacht und umarmt dich liebevoll. Dabei sagt er dir, dass du ziemlich gestresst sein musst. Dann, eine oder zwei Wochen später, suchst du deinen Autoschlüssel, und bist dir sicher, dass du ihn auf den Computertisch gelegt hast, weil du ihn immer dorthin legst. Nach schier unendlich langer Suche findest du ihn: Er steckte die ganze Zeit über im Zündschloss deines Autos. Der Psychopath ruft aus: „Meine Güte, jemand hätte den Wagen direkt von der Auffahrt stehlen können! Und alles nur wegen deiner Unvorsichtigkeit und Vergesslichkeit!“ Du kratzt dich am Kopf und denkstHhhmm, vielleicht werde ich vergesslich. Denn es muss ja an dir liegen, oder? Wer würde jemals jemanden, der einem seine Liebe bekräftigt, verdächtigen, einem diese Dinge mit Absicht anzutun? Psychopathen sind Meister des Gas lighting.

Ein interessanter Artikel legt nunmehr dar, dass „Wir haben nichts gegen Männer, aber Männer sind Mist“ eine Form des Gaslighting ist:

Kiri Rupiah’s article „Men are trash … end of discussion“ is a great example of this. She begins the article by saying „Let me begin by making a disclaimer for those of you I’d most like to read this: I and many other women don’t think that all men are inherently abusive or dangerous. Plenty of men aren’t trash.“ Yet she ends the article by saying

„Men Are Trash is not an indictment of men but rather of patriarchy. The phrase “not all men” invalidates women’s lived experiences (that’s if they even come out of these interactions alive) and makes men feel less uncomfortable about their role in advancing and maintaining the dangers women face. Intellectualising or witnessing women’s pain without making any tangible effort to destroy the status quo is a waste of time. You know you have to protect us from yourselves because you are trash.“

Denying that it is the case that „men are trash“ is presumably itself a form of gas lighting because it involves the lived experience of women that all men are tras (That’s funny, I know a lot of women who don’t feel that way). Of course „men“ refers to a plurality of individuals and „patriarchy“ refers to a singular entity. So to say that men are trash is an attack on (#all?) male individuals rather than on a „structure“ or „institution.“ Clearly, she attacks men in general only to immediately deny that she just did so…only to immediately do it again. Here’s my favorite part of the article:

„I understand that, as a man, your initial response to women talking about misogyny, rape culture and sexual violence is to yelp like something wet touched your face in the dark “Not all men! Not all men!” as a neon sign signalling that you are not an entitled, presumptive sack of **** who harms women. Stop doing that, it’s bull****; interjecting yourself in this unhelpful way just confirms you are a member of the faecal family.

In other words, „men, you are trash; and if you do not agree with me that you are trash, that is just further proof that you are trash.“ Major luminaries in the hermeneutics of suspicion loved this style of argumentation. Sigmund Freud argued that repudiating psychoanalytic theory is just evidence of unresolved Oedipal conflicts that actually vindicates his theoretical framework. Karl Marx believed that repudiating dialectical materialism is just proof of ideological mystification that proves your collusion with the bourgeoisie; feminists believe that disagreeing with them that you are trash only proves that you are a brainwashed plaything of „patriarchy,“ and that taking exception to the accusation that you are trash actually proves that you are trash.

Diese Figur hatte ich so ähnlich auch bereits in meinem Artikel besprochen. Hier wird es noch mal sehr passend dargelegt: Man beleidigt Männer, verschleiert das dann aber indem man es irgendwie auf Männlichkeit oder Männer als Gruppe abwälzt und Einwände direkt als etwas sieht, was einen selbst zu der Gruppe der schlechten gehören lässt.

Alle Gegeneinwände werden abgetan, indem man anführt, dass da gar kein Hass vorhanden ist, dass alles nur eine Einbildung ist und man ja nur etwas gegen böse Männer habe. Sehe man etwa die ganzen bösen Männer nicht? Wenn man dann darauf hinweist, dass es auch Ungerechtigkeiten für Männer gibt und Männer insofern nicht die bösen sind, dass es vielmehr ungerechtfertigte Beschuldigungen sind, dann wird das als Angriff gedeutet und so davon abgelenkt, dass der Feminismus in der Hinsicht tatsächlich Männer zum Feindbild gemacht haben

What is particularly interesting about this is that the radical feminist will insist that you are the one who is actively „interjecting yourself“ and derailing the conversation rather than desiring to take exception to the accusation that you are trash. As we have seen, this is virtually gas-lighting 101. The individual lashes out at you and when you take exception to being attacked, they act like you are the actual aggressor. As with much gas-lighting, projection forms an integral part of the act. I like to call this the „PG-13“ effect. PG stands for „projection-gas lighting“ and „13“ serves to remind us that the individual who engages in this behavior has the mental maturity of about a 13 year old. We all remember girls on the playground pestering and bothering boys until the boys chase them, and the girls shriek and run away, playing the role of passive victim. This is that, except much more disturbing and pathological.

(…) It is psychologically important for feminists to create mythological „structures“ that cause otherwise benign men to rape because it means that we are able to look away from what characterizes the kinds of individuals who perpetuate these crimes, and blame men in general for the crimes of a pathological minority.

Den Blick auf den Einzeltäter verstellen und immer die Gruppe der Männer für alle verantwortlich machen ist in der Tat eine Form der Verhüllung, der Täuschung über den eigentlichen Täter und die Unschuld der übrigen.

To say „Men are trash“ while failing to specify the linguistic extension of the element in question is fundamentally disingenuous. It leaves room for the feminist to deny doing what she knows she just intended to do. Because women (and men) who engage in gas-lighting frequently experience overwhelming feelings of worthlessness and powerlessness, they seek to feel empowered by abusing others. They also have guilty taking responsibility for their own actions and tend to project their own faults onto others. Thus, they are able to feel empowered by psychologically abusing men by referring to them as trash while denying that they just did so; this is classic gas-lighting. 

In predicate logic and set theory, we speak of a „universe of discourse.“ This universe of discourse specifies the „elements“ of a set. „Elements“ are simply those items being specified (pigs, blankets, chairs, men) and a „set“ is a group of these elements. Sometimes a universe is left merely implicit. In this case, our „universe of discourse“ is men, and lack of the universal quantifier „all“ implies an unlimited extension because „some“ is otherwise used to limit the extension in ordinary speech.

The feminist knows this. True, she has technically not used the expression x P(x), which in predicate logic denotes the universal quantification of the atomic formula P(x), which, rendered into colloquial English language, means For all x, P(x) holds“, “ for each x, P(x) holds“ or “ for every x, P(x) holds“. She has not technically used a universal quantifier and has technically not said „P(x) is true for every object x in the universe [of course].“ But she knows that her phraseology must be ordinarily interpreted this way when used colloquially.

Indeed, she knows full well that if someone were to say „women are trash,“ that the individual is a misogynist who intends to indicate that literally all women are trash, and that it would be disingenuous at best, abusive at worst, for such a person to deny having done so.

Thus, she accuses you personally of being trash and becomes upset, even indignant, when you insist that you are not, denying that she ever said such a thing. The term „gas-lighting“ itself comes from the 1944 Alfred Hitchcock movie Gas Light, in which one of the characters tries to drive his wife insane in order to distract her from his criminal behavior. Gregory (the man engaging in the abuse) manipulates a gas light while at the same time insisting that the changes in the light are simply figments of her imagination. Likewise, Kiri Rupiah accuses males individually of being trash while denying that she has done so in the same breath, and derails the male’s indignation at being disingenuously treated by herself derailing the issue., and she derails this issue precisely with pre-emptive accusations of derailing.

Das ist in der Tat eine sehr klassische Vorgehensweise im Feminismus. Wer sich wehrt, der „verteidigt toxische Männlichkeit“ und arbeitet ihr damit zu. Wer sich nicht wehrt, der gesteht ein, dass Männer toxisch sind.

Es wird dann in dem im ganzen lesenswerten Text weiter an dem Text erläutert. Das Fazit:

Next time, a feminist tells you that „men are trash,“ insist on piercing to the root of the issue at hand by opening up a DSM-V reading the symptoms of borderline personality disorder, antisocial personality disorder, narcissistic personality disorder and histrionic personality disorder. Explain to them that, statistically, it is overwhelmingly such psychologically abnormal males who engage in the most hideous violence against women, rather than „patriarchy“ which socializes men into such behavior. Indeed, it is not because of socialization into a rape culture that men rape, but because the minority of men who are rapists are constitutionally defective in such a way that makes adequate socialization problematic. Next, discuss frankly with them the possibility that they themselves exhibit such tendencies. I guarantee that this will make the conversation much more interesting. Moral of the story: Women who say „men are trash,“ are trash.

Es dürfte die Unterhaltung üblicherweise auch sehr kurz machen, da sie blocken oder das Gespräch anderweitig beenden wird.