Wie können sich Männer überhaupt von „toxischer Männlichkeit“ distanzieren?

Schoppe kommentierte zum Fall Weinstein:

Tatsächlich könnten solche Typen wie Weinstein – einmal vorausgesetzt, die Vorwürfe bewahrheiten sich, was ja kaum jemand bezweifelt – nur dann wirkungsvoll eingehegt werden, wenn Menschen rundweg bei der Aufrechterhaltung ziviler Standards zusammenhalten würden. Frauen sind dabei auf die Kooperation von Männern angewiesen, aber Männer auch auf die Kooperation von Frauen: Wie sollten sich Männer denn wirkungsvoll von einem Typen wie Weinstein distanzieren können, wenn gleichzeitig von feministisch inspirierten Frauen beständig verkündet wird, in Weinsteins Verhalten würde sich lediglich die ganz allgemeine „toxische Männlichkeit“ ausdrücken.

Denn tatsächlich glaube ich, dass der Großteil der Männer ein Verhalten wie das von Weinstein scharf ablehnt. Feministinnen hingegen unterlaufen und negieren diese Ablehnung, wenn sie Weinstein lediglich als besondere Ausprägung eines typischen männlichen Verhaltens hinstellen.

In der Tat ist „Toxische Männlichkeit“ eher daraus ausgerichtet, dass man einen Sündenbock hat. Alles ist sexistisch und alles kann ein Ausdruck toxischer Männlichkeit sein, sogar das man sich gegen eine solche ausspricht, denn damit sahnt man nur Aufmerksamkeit ab, die eigentlich Frauen zusteht, die das schon immer gesagt haben.

In der feministischen Theorie gibt es kein „Genug“, kein „Jetzt wollen wir es mal nicht übertreiben“. Alles männliche Verhalten ist schlecht und führt zu Weinstein. Wer das Binnen-I nicht würdigt hat quasi selbst Frauen belästigt.

Wer tatsächlich Verbündete haben wollte, der müsste anders auftreten. Wer nur einen Sündenbock will, ein Feindbild, auf das er seine Sorgen und seine Wut projizieren kann, der macht hingegen alles richtig. Da ist es gut, wenn das Ideal nicht zu erreichen ist. Da ist es gut, wenn man immer mehr fordern kann.

Der moderne Feminismus braucht sein Feindbild dringender als Verbündete.

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Abwertungen von Männern als feministisches Gaslighting

„Gaslighting“ war schon mal Gegenstand eines Artikel. Ich hatte dort die folgende Definition zitiert:

Gas lighting ist eine Art psychologische Kriegsführung, die beabsichtigt ist, und sich mit der Zeit steigert. Menschen, die Gas lighting betreiben, beginnen mit subtiler psychologischer Kriegsführung, um das Selbstbewusstsein des Opfers zu vermindern, um dessen Sinn für die Realität durcheinander zu bringen, und um es an sich selbst zweifeln zu lassen. Sie wollen das Opfer erst klein machen, bevor sie die direkteren Attacken starten. So ist das Opfer geschwächt, weniger in der Lage zu erkennen, was vor sich geht, und kann sich deshalb nicht schützen.

Es kann zum Beispiel sein, dass du etwas erwähnst, was der Psychopath gesagt hat, und dieser streitet ab, es jemals gesagt zu haben. Oder du kannst dein Portemonnaie nicht finden, und der Psychopath hilft dir beim Suchen. Schlussendlich stellt sich heraus, dass es im Kühlschrank gelegen hat. Der Psychopath lacht und umarmt dich liebevoll. Dabei sagt er dir, dass du ziemlich gestresst sein musst. Dann, eine oder zwei Wochen später, suchst du deinen Autoschlüssel, und bist dir sicher, dass du ihn auf den Computertisch gelegt hast, weil du ihn immer dorthin legst. Nach schier unendlich langer Suche findest du ihn: Er steckte die ganze Zeit über im Zündschloss deines Autos. Der Psychopath ruft aus: „Meine Güte, jemand hätte den Wagen direkt von der Auffahrt stehlen können! Und alles nur wegen deiner Unvorsichtigkeit und Vergesslichkeit!“ Du kratzt dich am Kopf und denkstHhhmm, vielleicht werde ich vergesslich. Denn es muss ja an dir liegen, oder? Wer würde jemals jemanden, der einem seine Liebe bekräftigt, verdächtigen, einem diese Dinge mit Absicht anzutun? Psychopathen sind Meister des Gas lighting.

Ein interessanter Artikel legt nunmehr dar, dass „Wir haben nichts gegen Männer, aber Männer sind Mist“ eine Form des Gaslighting ist:

Kiri Rupiah’s article „Men are trash … end of discussion“ is a great example of this. She begins the article by saying „Let me begin by making a disclaimer for those of you I’d most like to read this: I and many other women don’t think that all men are inherently abusive or dangerous. Plenty of men aren’t trash.“ Yet she ends the article by saying

„Men Are Trash is not an indictment of men but rather of patriarchy. The phrase “not all men” invalidates women’s lived experiences (that’s if they even come out of these interactions alive) and makes men feel less uncomfortable about their role in advancing and maintaining the dangers women face. Intellectualising or witnessing women’s pain without making any tangible effort to destroy the status quo is a waste of time. You know you have to protect us from yourselves because you are trash.“

Denying that it is the case that „men are trash“ is presumably itself a form of gas lighting because it involves the lived experience of women that all men are tras (That’s funny, I know a lot of women who don’t feel that way). Of course „men“ refers to a plurality of individuals and „patriarchy“ refers to a singular entity. So to say that men are trash is an attack on (#all?) male individuals rather than on a „structure“ or „institution.“ Clearly, she attacks men in general only to immediately deny that she just did so…only to immediately do it again. Here’s my favorite part of the article:

„I understand that, as a man, your initial response to women talking about misogyny, rape culture and sexual violence is to yelp like something wet touched your face in the dark “Not all men! Not all men!” as a neon sign signalling that you are not an entitled, presumptive sack of **** who harms women. Stop doing that, it’s bull****; interjecting yourself in this unhelpful way just confirms you are a member of the faecal family.

In other words, „men, you are trash; and if you do not agree with me that you are trash, that is just further proof that you are trash.“ Major luminaries in the hermeneutics of suspicion loved this style of argumentation. Sigmund Freud argued that repudiating psychoanalytic theory is just evidence of unresolved Oedipal conflicts that actually vindicates his theoretical framework. Karl Marx believed that repudiating dialectical materialism is just proof of ideological mystification that proves your collusion with the bourgeoisie; feminists believe that disagreeing with them that you are trash only proves that you are a brainwashed plaything of „patriarchy,“ and that taking exception to the accusation that you are trash actually proves that you are trash.

Diese Figur hatte ich so ähnlich auch bereits in meinem Artikel besprochen. Hier wird es noch mal sehr passend dargelegt: Man beleidigt Männer, verschleiert das dann aber indem man es irgendwie auf Männlichkeit oder Männer als Gruppe abwälzt und Einwände direkt als etwas sieht, was einen selbst zu der Gruppe der schlechten gehören lässt.

Alle Gegeneinwände werden abgetan, indem man anführt, dass da gar kein Hass vorhanden ist, dass alles nur eine Einbildung ist und man ja nur etwas gegen böse Männer habe. Sehe man etwa die ganzen bösen Männer nicht? Wenn man dann darauf hinweist, dass es auch Ungerechtigkeiten für Männer gibt und Männer insofern nicht die bösen sind, dass es vielmehr ungerechtfertigte Beschuldigungen sind, dann wird das als Angriff gedeutet und so davon abgelenkt, dass der Feminismus in der Hinsicht tatsächlich Männer zum Feindbild gemacht haben

What is particularly interesting about this is that the radical feminist will insist that you are the one who is actively „interjecting yourself“ and derailing the conversation rather than desiring to take exception to the accusation that you are trash. As we have seen, this is virtually gas-lighting 101. The individual lashes out at you and when you take exception to being attacked, they act like you are the actual aggressor. As with much gas-lighting, projection forms an integral part of the act. I like to call this the „PG-13“ effect. PG stands for „projection-gas lighting“ and „13“ serves to remind us that the individual who engages in this behavior has the mental maturity of about a 13 year old. We all remember girls on the playground pestering and bothering boys until the boys chase them, and the girls shriek and run away, playing the role of passive victim. This is that, except much more disturbing and pathological.

(…) It is psychologically important for feminists to create mythological „structures“ that cause otherwise benign men to rape because it means that we are able to look away from what characterizes the kinds of individuals who perpetuate these crimes, and blame men in general for the crimes of a pathological minority.

Den Blick auf den Einzeltäter verstellen und immer die Gruppe der Männer für alle verantwortlich machen ist in der Tat eine Form der Verhüllung, der Täuschung über den eigentlichen Täter und die Unschuld der übrigen.

To say „Men are trash“ while failing to specify the linguistic extension of the element in question is fundamentally disingenuous. It leaves room for the feminist to deny doing what she knows she just intended to do. Because women (and men) who engage in gas-lighting frequently experience overwhelming feelings of worthlessness and powerlessness, they seek to feel empowered by abusing others. They also have guilty taking responsibility for their own actions and tend to project their own faults onto others. Thus, they are able to feel empowered by psychologically abusing men by referring to them as trash while denying that they just did so; this is classic gas-lighting. 

In predicate logic and set theory, we speak of a „universe of discourse.“ This universe of discourse specifies the „elements“ of a set. „Elements“ are simply those items being specified (pigs, blankets, chairs, men) and a „set“ is a group of these elements. Sometimes a universe is left merely implicit. In this case, our „universe of discourse“ is men, and lack of the universal quantifier „all“ implies an unlimited extension because „some“ is otherwise used to limit the extension in ordinary speech.

The feminist knows this. True, she has technically not used the expression x P(x), which in predicate logic denotes the universal quantification of the atomic formula P(x), which, rendered into colloquial English language, means For all x, P(x) holds“, “ for each x, P(x) holds“ or “ for every x, P(x) holds“. She has not technically used a universal quantifier and has technically not said „P(x) is true for every object x in the universe [of course].“ But she knows that her phraseology must be ordinarily interpreted this way when used colloquially.

Indeed, she knows full well that if someone were to say „women are trash,“ that the individual is a misogynist who intends to indicate that literally all women are trash, and that it would be disingenuous at best, abusive at worst, for such a person to deny having done so.

Thus, she accuses you personally of being trash and becomes upset, even indignant, when you insist that you are not, denying that she ever said such a thing. The term „gas-lighting“ itself comes from the 1944 Alfred Hitchcock movie Gas Light, in which one of the characters tries to drive his wife insane in order to distract her from his criminal behavior. Gregory (the man engaging in the abuse) manipulates a gas light while at the same time insisting that the changes in the light are simply figments of her imagination. Likewise, Kiri Rupiah accuses males individually of being trash while denying that she has done so in the same breath, and derails the male’s indignation at being disingenuously treated by herself derailing the issue., and she derails this issue precisely with pre-emptive accusations of derailing.

Das ist in der Tat eine sehr klassische Vorgehensweise im Feminismus. Wer sich wehrt, der „verteidigt toxische Männlichkeit“ und arbeitet ihr damit zu. Wer sich nicht wehrt, der gesteht ein, dass Männer toxisch sind.

Es wird dann in dem im ganzen lesenswerten Text weiter an dem Text erläutert. Das Fazit:

Next time, a feminist tells you that „men are trash,“ insist on piercing to the root of the issue at hand by opening up a DSM-V reading the symptoms of borderline personality disorder, antisocial personality disorder, narcissistic personality disorder and histrionic personality disorder. Explain to them that, statistically, it is overwhelmingly such psychologically abnormal males who engage in the most hideous violence against women, rather than „patriarchy“ which socializes men into such behavior. Indeed, it is not because of socialization into a rape culture that men rape, but because the minority of men who are rapists are constitutionally defective in such a way that makes adequate socialization problematic. Next, discuss frankly with them the possibility that they themselves exhibit such tendencies. I guarantee that this will make the conversation much more interesting. Moral of the story: Women who say „men are trash,“ are trash.

Es dürfte die Unterhaltung üblicherweise auch sehr kurz machen, da sie blocken oder das Gespräch anderweitig beenden wird.

„Liebe Feministinnen, „Männliche Verletzlichkeit“ ist keine vorteilhafte Eigenschaft“

Im Feminismus wird „toxische Männlichkeit“ als Problem angesehen und es tauchen immer wieder „Umerziehungsprogramme“ auf, in denen Männer lernen sollen, ihre Gefühle zu zeigen, verletzlich zu sein, sprich: Der harten Männlichkeit zu entsagen.

Denn dann, wenn Männer endlich lernen Gefühle zu zeigen und Weichheit zuzulassen bricht plötzlich das Paradies auf Erden aus und die Welt wird schöner.

Ein Artikel greift diese These frontal an:

Here we go again. Another new year, another effort to make men vulnerable. This time it’s the “Men’s Project” at the University of Wisconsin–Madison. Available only to “men-identified” students, its goal is to “create a sense of security in vulnerability” by operating through a “transformative model of social justice allyship.” As the College Fix notes, Wisconsin’s program is hardly unique. Programs designed to combat “toxic masculinity” are popping up across the fruited plain. Designed to end “harm, oppression, and dominance,” they look suspiciously like the same liberal critique I’ve been hearing my entire adult life.

Men would be better men if only they were more like women. And “vulnerability” is the key.

Das wäre die Ausgangslage, die ich auch bereits dargestellt habe.

It’s as if male tears water the garden of social justice. When I was younger, male vulnerability was called “getting in touch with your feminine side.” But since men don’t necessarily want to be feminine, the words shifted to the language of therapy and wellness. Strong men cry, they said. Crying is healthy, they said.

Indeed, traditional concepts of masculinity, which asked men to cultivate physical and mental toughness, to assume leadership roles in the home, in business, and on the battlefield, and to become guardians and protectors, became the “trap” or “man box,” to quote the University of Richmond’s ridiculous “authentic masculinities” site. The most destructive words a boy can hear? “Be a man,” at least according to the mandatory freshman orientation at Gettysburg College.

But here’s the problem — vulnerability isn’t a virtue. It’s a morally neutral characteristic at best and a vice at worst. Yes, some men are more naturally sensitive than others, but we now ask — no, beg — men to indulge their emotions, as if the antidote to awful male aggression is a good cry.

Er zweifelt also bereits die Ausgangsthese an, dass dies wirklich der Weg ist, auf dem man etwas erreichen kann.

There are good reasons why generations of fathers have taught their sons to “man up,” and it’s not because young boys are blank canvases on which the patriarchy can paint its oppression. It’s because men in general have essential natures that are different from women. We tend to be more aggressive, more energetic, and less nurturing than women, and the fundamental challenge of raising most boys is in channeling that nature in productive ways, not in denying or trying to eradicate its existence. In other words, we need to make men more purposeful, not more vulnerable.

Also eine Herleitung aus der Unterschiedlichkeit von Mann und Frau: bei Frauen mag Verletzlichkeit funktionieren, aber Männer hätten andere Wege und die würden eben nicht dazu passen.

We are failing in that key task. Feminism has infected child-rearing and modern education so thoroughly that legions of parents and teachers are adrift and clueless. They have no idea what to do with their sons, and absent fathers compound the confusion and create yawning cultural voids. Yes, there are some pajama boys out there, the guys who embrace the feminist project (truthfully in part to hook up with feminist women), but there are countless others who reject feminism’s version of a “man box” and are instead adrift in purposeless masculinity.

In der Tat sind die meisten Frauen gerne Frauen und die meisten Männer gerne Männer, einfach weil sie sind wie sie sind und große Teile davon ein Ergebnis unserer Biologie sind.

Here is the key question — what better equips a man to confront a difficult and challenging world? Is it more tears? Or is it more toughness? Is it teaching men to be compassionate or to be objects of compassion? The vulnerable male’s cry is “help me.” The masculine male’s quest is to become the helper.

In dem Buch „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“ wurde als einer der wesentlichsten Unterschiede dargestellt, dass Frauen häufig wollen, dass man ihre Gefühle versteht, die eine bestimmte Situation auslöst, und Männer eher das Problem lösen wollen. Eines der Mißverständnisse zwischen den Geschlechtern sei dann, dass der Mann nicht zuhören kann, sondern versuche, dass Problem zu lösen, also nicht einfach aufnimmt, dass der Chef sie wegen eines Problems angeschnauzt hat sondern anführt, wie sie das nächste Mal vermeiden kann, dass der Chef sie anschnauzt.

In diese Richtung geht es wohl etwas: Männer brauchen die Verwundbarkeit häufig weit weniger, sie brauchen weitaus eher die Beschäftigung mit der Lösung. Das sind natürlich hier absolut formulierte Thesen, die in der Realität eher als Grade je nach Situation zutreffen.

No matter what feminists say or do, boys will be boys. Feminists can’t change hormones and brain chemistry, and they can’t alter the fundamental biology of the human male. Boys will continue to be stronger and more aggressive than girls no matter how many peer-reviewed articles decry biologically based gender stereotyping. Campus radicals choose to deny rather than deal with reality, and in denying reality they increase human misery.

Dass man die Biologie und die Geschlechterunterschiede im Schnitt nicht ändern kann und Versuche, dass zu erreichen, bisher alle gescheitert sind und scheitern müssen, ist ja hier eine alte These.

At their best, shorthand admonitions such as “man up” or “be a man” carry with them the weight of tradition and morality that makes a simple, though difficult request: Deny self. Don’t indulge your weakness. Show courage. Avoid the easy path. Some men fall naturally into this role, for others it’s much more difficult. The proper response to those who struggle is compassion. It’s not to redefine masculinity for the minority.

Es ist bei dem Verständnis sicherlich auch nicht verwunderlich, wenn Männer weit eher Risiken eingehen, sich weitaus eher einem Wettbewerb stellen, weitaus eher Karriere machen wollen und Statusaufbau betreiben und deswegen auch mehr Geld verdienen als Frauen.

For a father, there are few more rewarding things in life than helping a son become a man, to watch him test himself in productive ways and to help him cultivate and demonstrate a protective spirit. Among the great gifts a father can give a son is a sense of masculine purpose, and no that purpose isn’t a “box,” it’s a powerful force for good.

Finde ich eine interessante Sicht der Dinge. Was meint ihr?

„Warum es sexistisch sein kann, wenn ein Mann sich beim Sex auf ihre Lust konzentrieren will“

Everydayfeminism ist aus meiner Sicht gegenwärtig wohl einer der deutlichsten Vertreter eines intersektionalen Opferfeminismus. Es ist eine dieser Seiten, bei denen man bei jedem Artikel denkt, dass es Satire sein muss und das niemand das wirklich ernst meinen kann. Es ist aber eine große feministische Seite ohne eine Spur von Humor.

Ein Artikel, der das deutlich macht, ist der Artikel „Drei Wege wie Männer sexistisch sein können, wenn sie sich beim Sex auf ihre Lust konzentrieren

1. The Focus Is Still On His Achievement
Toxic masculinity says that a man is only as good as what he can accomplish.

When it comes to sex, this can often mean “To be a man, I have to achieve orgasm/ejaculation” or “I have to win as many sex partners as I can.”

These days, it can also mean “I have to give my partner the most intense pleasure possible.” Because if she has a body-shaking orgasm, it’s a mark of his skill and prowess. And if she doesn’t have an orgasm at all, it feels like a personal failure to him.

For the female partner, this can turn into yet another way she has to perform emotional labor. When her experience of pleasure becomes tied to his ego, then she often feels pressure to have a big, showy orgasm for him… even if that’s not how her body works.

Instead of genuinely connecting with her body and experiencing the pleasure that’s there for her in the moment, she can become anxious about whether she’s satisfying him with her show of pleasure.

Ich will gar nicht bestreiten, dass es Stress sein kann, einen Partner zu haben, der nicht zufrieden ist und bei dem man das Gefühl hat, dass man ihm etwas vorspielen muss, damit er zufrieden ist. Aber das ist kein Sexismus. Das ist auch nicht toxische Männlichkeit. Das ist ein persönliches Problem zwischen zwei Leuten, die Sex haben und kann natürlich auch bei der Frau auftreten.

Ich finde es erstaunlich, wie problemlos es hier in ein sehr einseitiges Schema eingearbeitet wird:

  • Er ist voller toxischer Männlichkeit, weil er in etwas gut sein will. Interessant, dass sie das hier als Aspekt von toxischer Männlichkeit ausweisen, es wäre ja auch ein Element, welches erklären würde, warum mehr Männer in Führungspositionen sind, wo diese Eigenschaft sehr praktisch sein kann.
  • Sie muss „emotionale Arbeit“ leisten, indem sie ihm vorgaukelt, dass sie Spass hat. Und damit geht alles wieder nur um ihn. Dass er häufig auch emotionale Arbeit für sie leistet kommt einer radikalen Feministin gar nicht in den Sinn.

Natürlich lässt sich das auch auf andere umgekehrte Situationen übertragen: Sie wollen zusammen einen schönen Abend verbringen, und sie fängt bereits beim Zurechtmachen an mit „Sehe ich in diesem Kleid dick aus?“. Obwohl sie gemeinsam einen schönen Abend verbringen wollten geht es alles nur wieder um sie. Und er muss die emotionale Arbeit machen und ihr versichern, wie toll sie aussieht.

This whole dynamic makes it hard to connect in true intimacy in the moment. Instead, sex becomes a performance for both parties.

Sometimes it becomes literally a performance, when the woman fakes more pleasure than she feels (up to and including orgasm) so that her partner won’t get upset.

In addition to the pressure it puts on both parties, the “her pleasure is his accomplishment” attitude has an ugly power side to it, wherein the woman’s body becomes something for the man to manipulate.

A statement like “I love making a woman [scream, come, writhe, whatever]” carries an implication that sexual pleasure is something that he does to her, rather than a gift from her own body which he helps draw out.

Aus einer so simplen Sache wie „ich mag es, wenn ich eine Frau dazu bringen kann zu [wasauchimmer]“ wird Sexismus. Dabei kann es tatsächlich etwas sehr schönes sein, wenn man einen Partner dazu bringt, dass er besondere Lust zeigt. In der feministischen Betrachtung ignoriert er sie, ignoriert, dass ihr Körper das macht und er ihn nur unterstützt. Und deswegen ist es sexistisch.

Dass Frauen es wohl auch häufig genau so formulieren werden ist anscheinend für sie unvorstellbar. Dabei ist es normal, wenn man stolz darauf ist, dass man den anderen besonders gut erregen kann und jede Frau wird auch nicht dagegen haben, wenn ihr ein Mann bescheinigt, dass sie perfekt bläst und er dabei den Verstand verliert. Man würde auch eher irritiert schauen, wenn er sagt „Es war mein eigener Körper, der die Lust erzeugt hat, dein blasen hat diese Lust nur hervorgeholt“. Aber die Lusterzeugung bei einer Frau als etwas anderes als selbstbestimmt darzustellen, scheint hier bereits Unterdrückung zu sein

2. He’s Still Primarily Focused On His Own Enjoyment
This is another way in which a female partner’s pleasure can become more about what it does for the man.

Rather than being about feeding his sense of accomplishment, though, it’s about giving him visual enjoyment. The woman may feel pressure to perform pleasure visibly – making more noises, moving more intensely – because he likes looking at it.

I’m not saying there’s anything wrong with finding it hot when your partner is clearly gripped by ecstasy – of course not! But sometimes the erotic enjoyment of the other person becomes more of a focus than the pleasure you’re actually experiencing.

This is especially a danger for women, who are socialized to prioritize “looking good to male eyes” over their own experiences and comfort.

Male partners may be completely unaware of how, if they talk a lot about how much they enjoy seeing a woman orgasm, how hot a particular noise or movement she makes in pleasure is, and so on, they may be setting up a sense of “do this for my pleasure” in their female partner.

Auch immer wieder interessant: Das ist also Sexismus. Wenn man sich beim Sex nicht zusammenreißt und nicht beständig darauf achtet, dass sie vielleicht meint, dass sie ihm mehr visuelle oder sonstige Eindrücke bieten muss. Also: Sie meint, dass sie besser im Bett sein muss, damit es ihm mehr gefällt. Und macht deswegen Sachen, damit es ihm besser gefällt. Gerade eben war dieser Leistungsgedanke noch toxische Männlichkeit. Jetzt ist es schon wieder emotionale Arbeit für sie.

Und er soll sich in seiner Lust anscheinend zurücknehmen, damit sie nicht in diesen Leistungsdruck, diese toxische Männlichkeit verfällt. Er soll also die emotionale Arbeit übernehmen, zu überwachen, wie sie auf seine Blicke reagiert und sie damit nicht zu überfordern: Es ist okay, dass du sie geil findest, aber bitte nicht zu viel.

3. He’s Looking for a Gold Star

When I told a friend I was writing this article, she mentioned how some men will brag about how much they looove performing cunnilingus. And I laughed – because I knew just what she was talking about.

There’s a special attitude, that I’ve heard often, where a man talks about enjoying a sex act where the woman’s pleasure is the focus.

Someone can say “I like being spanked” and just be telling you some information about themselves. But when a man says “I like going down on a woman,” there’s very often a subtext of “Doesn’t that make me awesome?”

Erstaunlicherweise wollen diese miesen sexistischen Männer deutlich machen, dass ihnen beim Sex die Lust und die Befriedigung der Frau wichtig ist und sie sehen das als Werbung für sich. Wer hätte das gedacht? Man hätte auch noch nie von einer Frau gehört, die meint, dass sie sexuell interessanter ist, weil sie angibt, dass sie gerne bläst oder das ihr Analsex Spass macht.

Even while talking positively about women’s pleasure, this reinforces the idea that giving a woman pleasure is above and beyond the norm.

Oder er will deutlich machen, dass er jedenfalls einer ist, mit dem sie sehr viel Spass im Bett haben wird, weil er sie befriedigen will und  nicht nur auf seinen eigenen Spass aus sein wird. Oder das der Sex mit ihm jedenfalls nicht unter der Norm liegen wird. Oder eben, dass er super im Bett ist. Alles aus meiner Sicht unproblematisch.

I want my partners to desire and appreciate my pleasure. I want my enjoyment to be rewarding for them, just as their enjoyment is rewarding for me.

But when my pleasure gets treated as something they deserve extra credit for, all the positive feelings are erased. I start to feel like I’m supposed to be grateful for the fact that they actually care if I’m having a good time.

Gott, ist das eine arrogante Einstellung. Er darf nicht anführen, dass er ihr besondere Lust verschaffen will und das auch nicht damit werben, sonst ist ihre Lust weg. Natürlich könnte sie es auch einfach als etwas sehen, was ihn toll macht und was sie auch toll für ihn macht, wenn sie sich ebenfalls als jemand herausstellt, der besonders toll im Bett im Bett ist und ihm ebenfalls große Lust verschaffen wird.

So let me be clear about this: I deserve pleasure from my sexual encounters. So does every woman, and every non-binary person (and, of course, every man – but in our culture, that’s usually taken for granted).

Having a partner who cares whether I’m having a good time is not a treat, and it’s not something to be grateful for. It’s baseline.

Da ist wieder die alte feministische Theorie „Es gibt keine Kekse für gutes Verhalten, das kann ich erwarten“.  Dass es trotzdem etwas schönes ist, wenn jemand verspricht, sich besonders um einen zu bemühen, und nichts selbstverständliches, dass kommt ihr anscheinend nicht in den Sinn.

Important note: This does not mean that a partner of mine, of any gender, has to do things that they don’t like or feel uncomfortable with to please me. Their comfort and satisfaction is just as important as mine, and full consent comes before pleasure on all sides.

The point, in all of these cases, is that when we emphasize women’s pleasure, we need to really be emphasizing women’s pleasure – not ways that women’s pleasure makes men feel great or look great.

Ein auch gar nicht schmaler Grad. Auch gar keine überhöhten Erwartungen. Es ist okay, wenn du die weibliche Lust betonst, aber wehe du findest das geil oder meinst, dass du dafür was besonderes tun willst oder verleitest sie dazu, dass sie meint, besondere Lust zeigen zu müssen. Denn sonst bist du ein Sexist.

Advice for Men Thinking, ‘Oh Shit – This Might Be Me!’
Remember, none of this is about whether you’re a good person or not. Our culture’s messages affect us all, and learning how to grow past them is a huge part of becoming our best selves.

Dieser Text sagt nichts darüber aus, ob du gut oder schlecht als Person bist. Oder vielmehr bleibst. Denn wenn dieser Text auf dich zutrifft, dann bist du ein schlechter Mensch, du kannst aber ein besserer werden.

When you feel anxious that you’re not “accomplishing” your partner’s pleasure well enough, remember that that’s toxic masculinity talking.

Wenn du meinst, dass du deinen Partner nicht gut genug befriedigen kannst, dann ist das die toxische Männlichkeit, die aus dir spricht. Wenn du meinst, dass du ihn zu gut befriedigt und er besonders Lustvoll auf deine Bemühungen reagiert und dich das anregt, dann ist sie es allerdings auch.

Your partner’s pleasure is for them first. Your most important job, when it comes to helping your partner enjoy sex, is to be attentive to what they want.

Sometimes an explosive orgasm is not what your partner wants. Sometimes they know that mild shudders of pleasure are the most their body has to offer that day. Whatever it is, work on learning how to quiet that ego and really listen to what your partner is expressing.

Take the pressure off yourself to be the perfect lover.

Aber bitte nehme den Druck an, dass alles was du im Bett machst, sexistisch sein kann und ein Ausdruck deiner toxischen Männlichkeit ist. Und das es deine Schuld ist.

Sure, it’s nice to think of ourselves as providing an unforgettable sexual experience for our partners, being the best they’ve ever had. But despite what culture has probably been telling you, your worth is not determined by whether you’re the best lay (or the best anything).

Also versuch es auch besser gar nicht erst du sexistisches Schwein!

The best sexual encounters, in my experience, happen when everybody involved comes as they are and gives open attention to what the other person is bringing.

It’s easier, in some ways, to play the roles and enact the tropes we’ve all been taught. But when you do the work to be authentic, vulnerable, and attentive, it’s so worth it.

Wenn dir aber authentisch bestimmte Ansichen ihrer Lust gefallen oder du ganz authentisch deinen Partner befriedigen willst, dann bist du jedenfalls ein Schwein.

 

 

Margarete Stokowski über Gewalt durch Männer und toxische Männlichkeit

Im Spiegel schreibt Margarete Stokowski über Gewalt durch Männer. Sie führt diverse Taten von Männern auf, sie stellt dar, dass man gar nicht mehr Fragen muss, ob ein Gewaltakt durch einen Mann verübt wurde, weil man es schon weiß, sie stellt dar, dass zwar die meisten Männer nicht gewalttätig sind, aber eben Gewalt dennoch mit Männlichkeit verknüpft ist.

Sie kommt dann zur feministischen Theorie:

„Im Englischen gibt es den Begriff der „toxic masculinity“, also einer Form von Männlichkeit, die auf Dominanz und Gewalt basiert und Gefühle nicht zulässt. Dazu gehört auch die Vorstellung einer gigantischen Ladung sexueller Triebhaftigkeit, die nur mit Mühe in zivilisierten Bahnen gehalten werden kann. Es ist ein Problem, wenn Jungs und Männern immer wieder erzählt wird, dass ein „richtiger Kerl“ nicht weine, eine ausschweifende und geradezu animalische Sexualität habe und alles, was sich ihm in den Weg stellt, eigenhändig beiseite räumen müsse – ein Problem für Frauen und Männer.“

Ich finde es, auch wenn toxische Männlichkeit hier schon häufiger Thema war, ja immer wieder erstaunlich, wie simple diese Argumentation ist. „Männern wird beigebracht, dass sie keine Gefühle zulassen können, also greifen sie zu Gewalt“. Wurde das eigentlich mal von den diese Theorie aufstellenden überprüft? Man muss nur den letzten Fall nehmen, die Vorfälle in Orlando, bei der sicherlich eine Vielzahl von Gefühlen im Spiel war: Seine unterdrückte Homosexualität vielleicht, seine religiösen Gefühle, vielleicht sein Wunsch ohne Sünde zu sein. Wäre er gefühlskalt gewesen und ihm alles egal gewesen, dann hätte er keine Leute umbringen müssen. Selbstmordattentäter werden meist eine Vielzahl von Gefühlen haben, die sie eben mit dieser Tat ausleben, Hass auf bestimme Menschen, das Gefühl etwas Gutes für einen Gott zu machen, Erlösung zu erfahren oder einfach nur es eben allen einmal richtig zu zeigen, die sie bisher ignoriert haben. Es wird häufig damit zusammenhängen, dass sie abgewiesen worden sind, wie die klassischen Schüler, die in einer Schule Amok laufen, auf einem Gefühl der Unterlegenheit, weil Männer eben weitaus seltener als Frauen aufgefangen werden und sei es nur, weil man mit ihnen schlafen möchte.

Richtig ist, dass Männer Probleme gerne lösen wollen und gerne einen hohen Status haben – das ist aber nicht einfach toxische Männlichkeit, es ist gleichzeitig der Grund dafür, dass Männer mehr Firmen gründen, eher in Führungspositionen sind, mehr Patente anmelden und eher bereit sind unzählige Überstunden abzuarbeiten um so an eine Beförderung zu kommen.

Diese Eigenschaft hat eben eine gefährliche und eine gute Seite und man kann beides nicht unbedingt voneinander trennen – die einen trägt es hoch hinaus, die einen tief hinab, bis sie eben Gewalt als ein Mittel sehen, wie sie ein Problem lösen.

Es ist diese Form von Männlichkeit, die wir thematisieren müssen. Dass sie weit verbreitet ist, heißt nicht, dass sie in der „Natur“ von irgendwem liegt.

Fast: Dass sie ihre biologischen Seiten hat, nämlich intrasexuelle Konkurrenz unter Männern, Statusdenken und Hierarchien, bedeutet nicht, dass wir ihre „dunklen Seiten“ gut und richtig finden müssen.

Vor einer Weile fand man auch noch, dass es natürlich und gut ist, wenn Eltern und Lehrer Kinder schlagen. Heute denken die meisten von uns das nicht mehr, und wir halten es nicht für verhandelbar, ob Männer Frauen schlagen dürfen. Aber wir wundern uns auch nicht, wenn sie es tun.

Wir wundern uns allerdings, wenn Frauen es tun. Obwohl sie es durchaus häufig tun.

Wir halten es für eine verdammte Selbstverständlichkeit, dass eine Frau in der Dämmerung nicht mehr im Wald joggen gehen sollte. Eine Frau. Immer sind es die Frauen, die ihr Verhalten anpassen sollen. Vielen Männern ist nicht klar, wie sehr Frauen die Angst und den Schutz vor Gewalt in ihren Alltag integrieren. Wie sehr wir ein Klima von Bedrohung für normal halten. Wie oft wir ein Taxi nehmen, um nach Hause zu kommen, nicht aus Bequemlichkeit, sondern um sicher nach Hause zu kommen. Wenn wir das Geld haben.

Selbst Männer, die sich für komplett harmlos halten, können etwas dafür tun, dieses Klima der Angst zu ändern. Wenn Sie zum Beispiel abends auf der Straße allein hinter einer Frau laufen und diese Ihre Schritte hört, oder wenn Sie ihr entgegenkommen, wechseln Sie doch die Straßenseite. Sie ahnen nicht, wie erleichternd das sein kann.

Da sind einige sehr häufige feministische Denkfehler enthalten:

  • Das man Abwehrmaßnahmen gegen eine Gefahr trifft bedeutet nicht, dass sie eingetreten wäre und die Angst berechtigt ist. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wäre den Frauen absolut nichts passiert, wenn sie einfach nach Hause gegangen wären. Denn Vergewaltigungen sind nach wie vor sehr sehr selten.
  • Wenn ein Teil der Männer die Straßenseite wechselt, weil eine Frau ihnen entgegenkommt, die Angst haben könnte, könnte die Unsicherheit der Frauen sogar noch erhöhen, denn wenn dann ein Mann nicht die Straßenseite wechselt, dann will er sie wahrscheinlich angreifen.
  • Frauen werden sich schlicht damit abfinden müssen, dass sich Männer auch auf der Straße bewegen und ihnen kein Ausweichen schulden.

 

Auch zu dem Artikel:

„Moralische Panik“ (Moral Panik)

Leser Keppla kommentierte:

Gab es hier schon mal was zu “moral panic”?

Ich habe den Eindruck, dass sich vieles im Bereich Feminismus/SJWism recht gut dadurch erklären lässt.

Der englische Wikipediaeintrag dazu:

A moral panic is an intense feeling expressed in a population about an issue that appears to threaten the social order. The Oxford University’sDictionary of Sociology defines a moral panic as „The process of arousing social concern over an issue – usually the work of moral entrepreneurs and the mass media.“ The media are key players in the dissemination of moral indignation, even when they do not appear to be consciously engaged in crusading or muckraking. Simply reporting the facts can be enough to generate concern, anxiety or panic.

Auf der deutschen Seite heißt es:

Moralische Panik (aus englischMoral Panic) bezeichnet ein Phänomen, bei dem eine soziale Gruppe oder Kategorie aufgrund ihres Verhaltens von der breiten Öffentlichkeit als Gefahr für die moralische Ordnung der Gesellschaft gekennzeichnet wird. Ziel des öffentlichen Aufruhrs ist die Unterbindung des als Bedrohung empfundenen Verhaltens auf langfristige Sicht. Die dabei entstehende öffentliche Dynamik wird durch eine sensationsfokussierte Medienberichterstattung und privat organisierte Initiativen begleitet. Häufig handelt es sich dabei um Problematiken wie Kindesmissbrauch, Drogenmissbrauch oder Jugendkriminalität. Letztendlich führt die moralische Panik zu einer Verstärkung der sozialen Kontrolle und der Verringerung der Wahrscheinlichkeit für einen normativen Wertewandel.[1] Der Begriff ist von dem der Massenhysterie abzugrenzen, die nicht der sozialen Kontrolle gilt.

Es werden also bestimmte Personen bzw. eine bestimmte Gruppe als „die Bösen“ dargestellt und als Gefahr für die moralische Ordnung der Gesellschaft ausgewiesen.

Das passt durchaus gut zu

  • toxischer Männlichkeit
  • Rape Culture
  • der weiße Mann als Verursacher allen Leids
  • Eine Hierarchie der abgestuften Bösartigkeit wie in der intersektionalen Theorie

Es passt natürlich auch zu Äußerungen von Anne Wizorek (marthadear) a la “ Für ganz viele Frauen ist es extrem schlimm einfach schon auf die Straße zu gehen

Wobei ich bezweifeln würde, dass viele Feministinnen in dieser Hinsicht kühle Ausnutzer dieses Mechanismus sind, sie sind eher tatsächlich überzeugt davon, in gewisser Weise also selbst Produkte der „Moralischen Panik“, die sich mit den Anhängern immer weiter verstärkt.