Boris von Heesen: Was Männer kosten: Der hohe Preis des Patriarchats (Gastbeitrag)

Ein Gastbeitrag von Ronin

Zum Autor
In Zeiten, in denen sämtliche politischen Lager auf Fake News und Propaganda setzen, ist es legitim, sich zunächst einmal den Autor eines Schriftstücks genauer anzusehen, um seine Expertise einschätzen und seine Glaubwürdigkeit als Quelle bewerten zu können.
Boris von Heesen taucht seit Kurzem in verschiedenen Medien als Interviewpartner auf und wird als Wirtschaftswissenschaftler bezeichnet. Auch er selbst bezeichnet sich im Buch mehrfach so. Laut seiner Vita hat er bisher außer zweier Monatskalender für Männer (mit feministischen Sprüchen! Nicht, was viele jetzt denken!) nichts weiter veröffentlicht. Seine fachliche Vorgeschichte beschränkt sich darauf, Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Soziales Marketing studiert zu haben – wo, wann und mit welchem Abschluss, war nicht in Erfahrung zu bringen – und zwei Unternehmen gegründet zu haben, über deren Natur (außer, dass das eine ein OnlineMarktforschungsintitut ist/war), Identität und Erfolgsgeschichte wir auch nichts erfahren. Ob man als geschäftsführender Vorstand eines Jugendhilfewerks irgendwas mit Wirtschaftswissenschaften zu tun hat, kann ich leider nicht beurteilen.

Zum Inhalt
Schon im Vorwort stellt der Autor klar, dass er in Bezug auf Geschlecht eine streng sozialkonstruktivistische Weltsicht vertritt. Biologische Geschlechtsunterschiede gibt es nicht, die Einteilung „Männer“ und „Frauen“ ist willkürlich, und alle Ungleichverteilungen, die uns in verschiedensten Bereichen begegnen, müssen folglich entweder das direkte Ergebnis von direkter Diskriminierung oder die mittelbare Folge schädlicher Geschlechterstereotypen sein. Im Folgenden möchte der Autor darstellen,
wieviel gesellschaftlichen Schaden diese Geschlechterstereotypen anrichten, und tritt an, diese ganz schlicht monetär sichtbar zu machen. Das Ziel: Da im Kapitalismus nichts mehr zählt als Geld, gelänge es vielleicht, die Machteliten darüber auf patriarchalische Missstände aufmerksam zu machen, dass man ihnen klar macht, wieviel Geld dabei verloren geht. Er bezeichnet diese Vorgehensweise als „friedliches Trojanisches Pferd“.
Zu Beginn des Hauptteils stellt der Autor zunächst seine Methodik dar. Dabei ist er zumindest noch dahingehend um Fairness bemüht, dass in seiner Kostenaufstellung nur die von Männern verursachten Schadenssummen enthalten seien, die über das hinausgehen, was Frauen im gleichen Bereich und Zeitraum verursachen. Beispiel: Von Frauen verübte Kriminalität verursacht einen Schadensbetrag von X, die von Männern verübte einen Schadensbetrag Y, dann ist der als „Kosten des Patriarchats“ ausgewiesene Betrag Y – X.
Damit hat es mit der Fairness allerdings auch schon wieder ein Ende. Denn in diesem Buch seien nur die Bereiche aufgeführt, in denen Männer mehr gesellschaftliche Schäden verursachen. Zwar möge es auch Bereiche geben, in denen Frauen mehr Schäden verursachen, aber die möchte er hier ausblenden, da es hier erst mal nur um Männer gehen soll und er außerdem vermeiden möchte, die Schäden von Männern und Frauen gegeneinander aufzurechnen, denn das würde ja nur zur Spaltung der Geschlechter beitragen. Aber schließlich kann uns der Autor beruhigen: Die Aussage, dass Männer aufgrund ihres Verhaltens daran Schuld sind, dass in Deutschland jährlich 63 Milliarden Euro verschwendet werden, soll natürlich keinesfalls als MännerBashing verstanden werden!
Es folgt dann eine lange Aufzählung an Bereichen, in denen Männer mehr gesellschaftliche Schäden anrichten als Frauen.
Sie belasten das Gesundheitssystem, indem sie mehr rauchen, nicht frühzeitig zum Arzt gehen, mehr Alkohol trinken und mehr Fleisch essen. Sie verursachen mehr Autounfälle, begehen mehr Verbrechen und verursachen damit sowohl direkte Schäden als auch indirekte, z.B. durch Polizeieinsätze und Unterbringung in Gefängnissen.
Sie sind häufiger arbeitslos, werden als Jugendliche häufiger auffällig und neigen deutlich mehr zu Suchtkrankheiten. Männer mögen gewalttätige Sportarten, in deren Umfeld es zu Randalen kommt (z.B. Fußball).
Und schließlich sind Männer auch schlecht für die Umwelt, da sie den Machtpositionen aus, die sie innehaben, umweltschädliche politische Entscheidungen treffen.
Auf eine weitere detaillierte Aufzählung der Litanei verzichte ich hier; ich denke, die Intention des Autors wird klar.
Wichtig ist jedoch zu erwähnen, dass der Autor in den Kapiteln über Kriminalität und Suchtverhalten auch eindringlich darauf hinweist, dass viele Hilfsangebote z.B. für verhaltensauffällige Jugendliche oder Suchkranke sich nicht speziell an Männer richten, obwohl diese überproportional von solchen Problemen betroffen sind.
Im folgenden Kapitel erfolgt dann noch eine Aufzählung aller nicht bezifferbaren Schäden, die das Patriarchat in der Gesellschaft anrichtet. Auch hier werde ich nicht auf jeden einzelnen Punkt eingehen, es handelt sich im Wesentlichen um die Punkte, die von feministischen Autoren und Autorinnen seit Jahren immer und immer wiedergekäut werden:
Klimakatastrophe, Umweltzerstörung, Rechtspopulismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Incels, Amokläufe, Vergewaltigung, CumEx-Geschäfte, Sexismus in der UEFA, Blut, Verwüstung, Tod, Krieg und Horror – hinter allem steckt das Patriarchat.
Alles, was auf der Welt schief läuft, hat nur damit zu tun, dass an den wichtigen Schaltstellen der Macht zu viele Männer und zu wenige Frauen sitzen. Und dahinter wiederum stehen die schädlichen Stereotype, die den Männern einreden, dass sie miteinander und gegeneinander um Macht und Geld ringen müssten, während die Frauen zuhause sitzen und die Kinder hüten.
Hat der Autor im vorherigen Kapitel eine einzige, allumfassende Ursache für alle
Probleme gefunden, so kommt er im folgenden nun zur einzigen, allumfassenden Lösung: Feminismus! „Das Patriarchat ist allgegenwärtig“, schreibt er, doch mit dem Angriff des Feminismus wird das alles in Ordnung kommen.
Im Feminismus, schwärmt der Autor, gibt es keine Ungleichheit mehr, keinen Kapitalismus, keine Notwendigkeit mehr, sich gegenseitig zu übertrumpfen, alle sind gleichgestellt und glücklich. Die Männer müssten nur endlich begreifen, wie sehr das Patriarchat auch ihnen schadet, und wie gut der Feminismus auch für sie wäre. Endlich keine schädlichen Stereotype mehr, die sie in ihren Lebensentwürfen einengen; endlich würde man als Mann nicht mehr vom Patriarchat gezwungen, Physiker oder Automechaniker zu werden, obwohl man lieber Balletttänzer oder Erzieher geworden wäre (das ist kein Witz: Der Autor ist überzeugt, dass viele Leute sich in ihrer Berufswahl nicht nach ihren ureigenen Präferenzen richten, sondern danach, was Geschlechterstereotype ihnen vorgeben, und am Ende damit todunglücklich sind).
Zu Beginn des Kapitels bleibt die Definition von Feminismus des Autors etwas schwammig, doch im Verlauf wird klar, dass er sich darunter nicht nur Gleichberechtigung und Chancengleichheit oder auch materielle Gleichstellung vorstellt, sondern die völlige Auslöschung der Unterscheidung zwischen Mann und Frau, die nur durch einen völligen Umbau der Gesellschaft herbeizuführen sei.
Nach dieser Aufzählung der Vorzüge, die der dereinstige Sturz des Patriarchats auch für Männer haben wird, setzt sich der Autor damit auseinander, wie dieser denn zu bewerkstelligen sein wird.
Zunächst betrachtet er in etwa eineinhalb Seiten den historischen Ursprung des Patriarchats, sozusagen die Quadratwurzel allen Übels: Die bürgerliche Kleinfamilie.
Die bürgerliche Kleinfamilie sei etwa 3000 v.Chr. in böswilliger Absicht erfunden worden (Quelle: eine feministische Soziologin) und seitdem als alleiniges Modell des Zusammenlebens weitgehend stabil geblieben. Für den Autor ist dies erstaunlich, bedenkt man, dass die bürgerliche Kleinfamilie doch die Keimzelle des Kapitalismus sei, Gewalt, Machtmissbrauch, Vereinsamung und Leistungsdruck produziere, und zudem ineffizient und umweltschädlich sei (zumal sie häufig in Einfamilienhäusern stattfindet). Ihre Popularität kann laut dem Autor nur an Indoktrination durch patriarchalische Diskurse liegen. Zur Bekämpfung der bürgerlichen Kleinfamilie sei zunächst einmal das Ehegattensplitting abzuschaffen und das Sorgerecht zu reformieren, so dass auch nichtverwandte Bezugspersonen sorgeberechtigt sein sollen.
Einfamilienhäuser und -wohnungen sollen durch große WGs ersetzt werden, so dass Kinder nicht mehr von einem einzelnen Elternpaar, sondern von einer größeren Gemeinschaft aufgezogen werden – und das natürlich geschlechtsneutral.
Schädliche Geschlechtersterotype müssten überall bekämpft werden: In Kunst, Medien, Unterhaltung und vor allem Erziehung. Das ganze Bildungssystem muss auf die Vermeidung von Geschlechterstereotypen ausgerichtet werden. Staatliche und nichtstaatliche Organisationen, die sich dem Kampf gegen Geschlechterstereotype verschrieben haben, wie etwa Pinkstinks, der Deutsche Kulturrat oder die Bundesstiftung Gleichstellung, müssten großzügige staatliche Förderung erhalten. Aktionen für Geschlechtergerechtigkeit wie z.B. MeToo müssten gefördert werden, um sie über die feministisch-intellektuelle Blase hinaus bekannt zu machen.
Problematische Inhalte, wie etwa Fußball, TikTok mit seinen BeautyInfluencerinnen oder Germany’s Next Top Model, sollten mit einem Warnhinweis versehen werden, über dessen Vergabe „ein sensibles und verantwortungsbewusstes Gremium, das mit Menschen aus den unterschiedlichsten Feldern der Gesellschaft besetzt ist“ entscheiden soll.
Schließlich sollten Männern mehr Angebote zu machen, die sie von ihren ansozialisierten schädlichen Stereotypen wegbringen und überzeugen, den Feminismus anzunehmen. Er nennt u.a. das „Bundesforum Männer“ als positives Beispiel einer entsprechenden Lobbygruppen. Männergesundheit sollte mehr in den Vordergrund gestellt und mehr männerspezifische Gesundheits- und Hilfsangebote bereitgestellt werden.
Kampagnen für mehr Verkehrssicherheit sollen riskantes Fahrverhalten von Männern thematisieren.
Als letzte Maßnahme schlägt der Autor einen „Gleichstellungsmonitor“ vor; einen Dienst, der kontinuierlich Statistiken und Fakten zum Thema Geschlechtergerechtigkeit und Kosten des Patriarchats für alle zugänglich und transparent bereitstellt. Dafür müssten natürlich entsprechende Organisationen (hier wird wieder die Bundesstiftung Gleichstellung genannt) mit deutlich mehr Geld gefördert werden – diese Förderung sei in Anbetracht der 63 Milliarden Euro Patriarchatskosten, die die Gemeinschaft dadurch jährlich sparen würde,eine echte Investition.

Bewertung
Über weite Strecken liest sich das Buch wie ein religiöses Pamphlet. Über allem steht das Dogma vom Patriarchat, das das Böse schlechthin und die Ursache praktisch aller Probleme der Menschheit ist.
Demnach müssten nur alle den Feminismus als ihre:n Herr:in und Erlöser:in annehmen, dann würde alles gut werden. Wäre der Autor wirklich so wissenschaftlich, wie er sich darstellt, dann würde er sämtliche Fakten zusammentragen und versuchen, eine Theorie zu finden, die diese Fakten am Besten erklärt.
Was er aber tut, ist, ein Dogma zu vertreten, dessen Wahrheit von Anfang an als gegeben angenommen wird und nicht angezweifelt werden darf, und nun trägt er alle Daten zusammen, die sich auf Biegen und Brechen so interpretieren lassen, dass sie das Dogma stützen – die, bei denen das nicht geht, werden einfach ausgeblendet.
Glaubenssätze werden ohne Beleg aufgestellt, etwa, dass alles besser wäre, wenn mehr Frauen an der Macht wären. Für tatsächliche Zusammenhänge interessiert sich der Autor erkennbar nicht; wo immer eine Korrelation auftaucht, die sich im Sinne seines Dogmas interpretieren lässt, wird die erwünschte Kausalität einfach als erwiesen angenommen.
Beispiel: Norwegen „gilt“ als feministisch, gleichzeitig ist dort die Zahl der gesunden Lebensjahre über 65 bei Männern und Frauen annähernd gleich. Ob sich dieser Sachverhalt auch wirklich auf die angenommene Ursache zurückführen lässt, und ob die Aussage, Norwegen wäre „feministisch“, so überhaupt stimmt, wird nicht weiter untersucht. Allein die Möglichkeit, dass es so sein könnte, wird als Beweis akzeptiert, dass es so sein muss.
Noch ein Beispiel: Die Lebenserwartung von Mönchen ist, anders als die der männlichen Normalbevölkerung, im Vergleich zu den Frauen nicht reduziert.
Damit sei bewiesen, dass ein Unterschied in der Lebenserwartung nicht naturgegeben ist, worum wiederum bewiesen sei, dass für den Unterschied, den wir beobachten, nur das Patriarchat verantwortlich sein kann. Mit derselben Logik könnte man auch argumentieren, dass die Gegenwart von Frauen für Männer gesundheitsschädlich ist, und Mönche deshalb länger leben, weil sie weniger mit Frauen zu tun haben.
Die ganze Litanei seiner Statistiken dient weniger der Aufklärung, sondern eher der Vernebelung.
Viele der Zahlen, die er nennt, wirken eindrucksvoll, sind aber bei näherer Betrachtung eigentlich nichtssagend, da sie zu nichts in Relation gesetzt werden. Es mag sein, dass die Zahl der Autounfälle, die von Männern verursacht werden, viel höher ist als die derer, die von Frauen verursacht werden, aber wie hoch ist sie relativ zu den jeweils gefahrenen Kilometern? Es interessiert nicht, Hauptsache, wir haben eine hohe Zahl.
Allerdings, wenn es dann später um Umweltverschmutzung geht, sind die von Männern mehr gefahrenen Kilometer plötzlich wichtig.
Wir erfahren zwar, wieviel der Fleischkonsum der Männer das Gesundheitssystem kostet, aber nicht, ob das im Vergleich zu anderen Posten oder zum Gesamtbudget des Gesundheitssystems viel oder wenig ist.
Die eklatanteste Augenwischerei besteht darin, dass mit keinem Wort erwähnt wird, in welchem Verhältnis diese 63 Milliarden Euro, die Männer jährlich über Gebühr verbraten, zu dem Betrag stehen, die Männer im gleichen Zeitraum erwirtschaften. Es wird immer von Kosten geredet, aber unser Herr Wirtschaftswissenschaftler verschwendet anscheinend keinen Gedanken daran, von wem diese Kosten mehrheitlich beglichen werden.
Viele seiner Schlussfolgerungen gründen sich eher auf Philosophie als auf empirisch erlangtes Wissen. Insofern ist es kein Wunder, dass der angebliche Wirtschaftswissenschaftler auffällig häufig Philosophinnen und Aktivistinnen zitiert, und zwar quer durch das Who-is-Who des Twitter-Feminismus (Stokowski, Gesterkamp, Allmendinger, um nur 3 zu nennen).
Die Schlussfolgerungen nehmen teils absurde Züge an:
Die Tatsache, dass der Klimawandelleugner Donald Trump ein Mann, die voll auf Klimaneutralität setzende schwedische Umweltministerin aber eine Frau ist, ist für ihn ein Beweis mehr, dass Männer umweltschädlich sind.
Positiv herauszuheben ist, dass von Heesen die mangelnde Ausrichtung von Hilfsangeboten speziell für Männer bei Drogensucht, häuslicher Gewalt, Depressionen usw. kritisiert; er spricht an, dass Männergesundheit und Jungen als Bildungsverlierer in den Medien selten Thema sind. Einige seiner Ausführungen könnten, so wie sie gemacht wurden, glatt von Männerrechtlern stammen, doch genau die, die zumindest in diesen Punkten mit ihm voll auf einer Linie sind, stellt er im Kapitel über immaterielle Schäden des Patriarchats in eine Reihe mit rechtsextremen Amokläufern und radikalisierten Incels – eine Folge davon, dass er auf fundierte Recherche verzichtet und stattdessen nur von Veronika Kracher abschreibt.
Für die Unterrepräsentanz von Themen wie Männergesundheit, männliche Opfer von häuslicher Gewalt oder Suizide bei Männern macht er übrigens nicht die Feministinnen verantwortlich, die finden, dass das Ansprechen der Probleme von Männern nur „Whataboutism“ ist und Männerprobleme aufgrund ihrer Privilegien sowieso irrelevant seien, wie die von ihm hochgelobte Margarete Stokowski. Nein, die Ursache ist für ihn – wir ahnen es schon – auch wieder das Patriarchat, das mit seinen Geschlechterstereotypen bestimmt, dass Männer hart sein zu haben und Probleme anzusprechen als unmännlich gilt. Vielleicht ist ihm Logik auch schon zu patriarchalisch, vielleicht sieht aber, wenn man nur einen Hammer hat, eben alles wie ein Nagel aus.
Das ganze Buch macht den Eindruck, dass Boris von Heesen weder an einer fairen Darstellung gesellschaftlicher Sachverhalte noch an der Erforschung irgendwelcher Ursachen interessiert ist, sondern nur an der Erregung von Aufmerksamkeit und auf der Verfestigung seiner vorgefassten Meinung.
Jedesmal, wenn er sich belegmäßig auf dünnes Eis begibt, beginnt er zu schreiben, wie sehr er von irgendetwas überzeugt ist.
Was man z.B. vermisst, ist die Klärung, wieso wir das böse Patriarchat überhaupt Patriarchat nennen – stellt er doch selbst mehrfach heraus, wie sehr es einerseits auch Männern schadet, und wie es auch von Frauen gestützt wird, indem sie z.B. für sich die Rolle als Hauptbezugsperson der Kinder beanspruchen oder erfolgreiche, selbstbewusste Männer bevorzugen.
Dass es Geschlechtersterotype gibt und diese teilweise auch sowohl Männern als auch Frauen schaden können, ist ja unbestritten – aber der Autor geht ohne ausreichenden Beleg davon aus, dass diese Stereotype für alles verantwortlich sind, was nur schief gehen kann, und jede Abweichung von einem 1:1- Geschlechterverhältnis in irgendeinem Bereich nur das Ergebnis von Diskriminierung und Indoktrination sein kann, und betrachtet jegliche Empirie nur unter dem Gesichtspunkt, das zu bestätigen, was man ohnehin schon meint. Warum? Na, es ist ein Dogma, und Dogmen werden eben bestätigt.
Und wie nicht anders zu erwarten, kommt am Ende der Klingelbeutel: Finanzielle Unterstützung für alle möglichen feministischen Projekte wird gefordert, die auch alle einzeln genannt werden, allen voran Pinkstinks e.V. – für die von Heesen rein zufällig auch als Autor tätig ist. Ein Schelm, wer böses dabei denkt!

Andere Beiträge von Ronin oder anhand von Kommentaren von Ronin:

Teste deine toxische Maskulinität!

Die Seite IDRlabs stellt einen Test auf Toxische Maskulinität ins Netz. Die Seite schreibt dazu

Der Test zur Toxischen Maskulinität wurde auf der Grundlage der folgenden Quellen erstellt: Heilman, B., Barker, G., and Harrison, A. (2017). The Man Box: A Study on Being a Young Man in the US, UK, and Mexico. Washington, DC and London: Promundo-US and Unilever. Kant, L., Skogstad, A., Torsheim, T., & Einarsen, S. (2013). Beware the angry leader: Trait anger and trait anxiety as predictors of petty tyranny. The Leadership Quarterly, 24(1), 106-124. Lee, K., Ashton, M. C., Wiltshire, J., Bourdage, J. S., Visser, B. A., & Gallucci, A. (2013). Sex, power, and money: Prediction from the Dark Triad and Honesty–Humility. European Journal of Personality, 27(2), 169-184.

Unsere Messung der Toxischen Maskulinität liefert Rückmeldungen wie die folgende: Arglist-Arroganz misst die Bereitschaft einer Person, die Regeln zum eigenen Vorteil zu beugen. Menschen mit dieser Eigenschaft neigen zu Schmeicheleien und unaufrichtiger Freundlichkeit, streben zwangsläufig nach Luxus und Prestige und fühlen sich zu besonderem Status und Privilegien berechtigt. Zorn misst eine dispositionelle Tendenz zu häufigem Ärger, der oft von damit verbundenen negativen Emotionen wie Neid, Groll, Hass und Ekel begleitet wird. Menschen mit dieser Eigenschaft werden schnell wütend und neigen dazu, viele zwischenmenschliche Konflikte in ihrem Leben zu haben. Die Heteronormativität umfasst unterdrückende, stigmatisierende und ausgrenzende Vorstellungen darüber, wie ein „richtiger Mann“ sein sollte, sowie die Erwartung, dass Frauen sich Männern unterordnen und ihnen dienen sollten. Menschen mit dieser Eigenschaft glauben in der Regel, dass Männer stark und gewaltbereit sein sollten, um sich zu verteidigen oder zu bekommen, was sie wollen. Homophobie umfasst eine Reihe negativer Ansichten über Homosexualität oder Menschen, die als schwul, lesbisch, bisexuell oder transgender wahrgenommen werden. Menschen mit einer hohen Ausprägung dieses Merkmals zeigen in der Regel eine feindselige Haltung gegenüber Homosexuellen, möglicherweise begleitet von Verachtung, Vorurteilen und Abneigung. Die Totale Toxische Maskulinität zeigt den Gesamtgrad der Toxischen Maskulinität des Testteilnehmers an. Höhere Werte deuten auf ein höheres Maß an Toxischer Maskulinität hin.

Die Autoren dieses kostenlosen Online-Tests zur Toxischen Maskulinität sind in der Anwendung zahlreicher psychologischer Tests zertifiziert und haben berufliche Erfahrung mit Psychometrie, Geschlechterkonzeption und Persönlichkeitstests. Bevor Sie unseren kostenlosen Online-Tests zur Toxischen Maskulinität verwenden, beachten Sie bitte, dass einige der Ergebnisse mit den Ergebnissen anderer Tests und Schulungsmaterialien übereinstimmen können.

Es werden einem 35 Fragen gestellt, die man auf einer Skala die etwa dem Schema

Nicht zustimmen -2 -1  0  +1 +2 Zustimmen

entspricht.
Ich lege mal los:

1. Ich würde keine Schmeicheleien verwenden, um meinen Willen durchzusetzen, selbst wenn ich glaubte, dass es Erfolg hätte.

Schmeicheleien? Würde ich durchaus versuchen, wenn sich damit jemand überzeugen lässt etwas zu tun, was ich für richtig halte. Das würde ja vermutlich unter Arroganz fallen? Ich halte Schmeicheleien da für noch recht harmlos.

Ich nehme: -1

2. Andere Menschen scheinen in ähnlichen Situationen wütender zu werden als ich.

Dem würde ich zustimmen. Ich bin eigentlich ein recht gefasster Mensch

+2

3. Mein Partner und/oder meine Freunde erwarten von mir, dass ich Gewalt anwende, um meinen Ruf zu verteidigen, wenn es sein muss.

Sie würden wohl eher erwarten, dass ich keine Gewalt anwende.

-2

4. Ich werde häufiger wütend als die meisten Menschen, die ich kenne.

Ich stimme nicht zu -2

5. Es ist leicht, mich wütend zu machen.

Irgendwie ist das immer die gleiche Frage, ich zweifele etwas an dem guten Design des Tests.  -2

6. Es ist nicht gut für einen Jungen, wenn man ihm beibringt, wie man kocht, näht, das Haus putzt und sich um jüngere Kinder kümmert.

Es ist sehr gut für ihn. Jeder Mensch sollte, kochen, notdürftig nähen und putzen können und sich um kleinere Kinder kümmern kann eine tolle Sache sein -2

7.Ich habe Anspruch auf mehr Respekt als die Durchschnittsperson.

Anspruch ist eine blöde Fomulierung. Wer viel im Anzug unterwegs ist bekommt eh mehr Respekt. Aber das ist ja kein Anspruch. -2

8. Es macht mich fast jeden Tag etwas wütend.

Das ist die wievielte Frage nach Wut? Hier hätten allerdings die meisten radikaleren Intersektionalisten schon eine Vielzahl von Punkten für toxische Männlichkeit gesammelt -2

9. Ich habe viel Freude daran, teure Luxusgüter zu besitzen

Ich habe eigentlich keine teure Luxusgüter und ich sehe auch wenig Sinn in Luxusgütern, die nicht gleichzeitig einen höheren Funktionswert haben. Ich könnte mich beispielsweise, auch wenn ich gerne Bluetoothkopfhörer nutze, nicht dazu durchringen über 100 € dafür zu zahlen. Meine 30 € Kopfhörer funktionieren hervorragend. -2

10. Männer sollten das Geld nach Hause bringen, um ihre Familien zu versorgen, nicht Frauen.

Da würde ich niemals jemanden vorschreiben, wie er sein Leben lebt. Wenn die jeweilige Frau mehr verdient und er die Kinder versorgen will, dann ist das deren Sache. Es mag eine Konstellation sein, die für viele Paare gut funktioniert, aber das heißt ja nicht, dass es so sein muss. Ich bin im übrigen ein großer Fan davon, dass beide Partner einen Job haben und keiner allein von dem anderen abhängig ist. -2

11. Viel Geld zu haben, ist für mich sehr wichtig.

Wer hat schon etwas dagegen viel Geld zu haben? Aber ich muss meine Einnahmen nicht um jeden Preis steigern. Ich kenne Leute, die sich so in den Beruf hineingesteigert haben, dass alles andere dahinter zurückgetreten ist, inklusive 3 Ehen und abgebrochenen Kontakt mit den Kindern aus diesen. Das wäre es mir nicht wert. Ich brauche auch nicht viel Geld, aber es sichert einen natürlich schön ab. Ich bleibe mal bei 0

12. Ich käme nicht in Versuchung, Falschgeld zu verwenden, nicht einmal, wenn ich sicher wäre, dass ich damit durchkäme.

Wäre mir ehrlich gesagt viel zu riskant. Ich wüßte auch nicht, was ich damit kaufen  oder finanzieren sollte, was das Risiko erwischt zu werden wert wäre. Bei jedem Schein, bei dem ich merken würde, dass er falsch wäre, wäre mir das selbst geringe Risiko schon zu hoch. -2
(andererseits natürlich: „Wenn ich sicher wäre nicht erwischt zu werden“ das ist ja schon eine Annahme, die man im realen Leben kaum haben kann. Aber hätte man sie, wie würde man sich verhalten? Käme vielleicht auch darauf an, wie man das Falschgeld bekommen hat. Wenn man selbst betrogen worden wäre, dann wäre es moralisch irgendwie leichter es wieder unter das Volk zu bringen).

13. Ich wäre bereit, eine Million Euro zu stehlen, wenn ich wüsste, dass ich nie erwischt werden würde.

Wie soll man so etwas sicher wissen? Eine Million ist ja schon ein ziemlich strafwürdiges Verhalten. Ich denke es wäre mir zu hoch. Allein über Geldwäsche und ähnliches nachzudenken und evtl dem Finanzamt erklären zu müssen, wo ich es herhabe, selbst wenn ich nicht wegen des Stehlens erwischt werden. Mein Beruf ist zu gut um ihn dafür zu riskieren. Weniger Geld würde es wahrscheinlich eher erhöhen. -2

14. Ein Mann, der sich nicht wehrt, wenn andere ihn herumschubsen, ist schwach.

Was ist denn unter „sich wehren“ zu verstehen. Und was unter herumschubsen? Tatsächliches körperliches Herumschubsen? Dann habe ich volles Verständnis dafür, dass es jemanden die Sache nicht wert ist dafür körperliche Gewalt zu riskieren und er den Ort lieber verlässt, gerade wenn es um nichts geht.

Geht es darum, das andere ihn mobben oder anderweitig zur Zielscheibe erkoren haben, dann würde ich schon eher dafür plädieren, sich zu wehren, wenn er der Situation nicht entfliehen kann, und nimmt er es beständig hin, in einer Opferrolle, dann sollte man ihm helfen stärker zu werden und sich dagegen zu wehren, damit er wieder ein normales Leben führen kann.

Ich gehe mal mit der körperlichen Auslegung, dann wäre es eine -2

15. Wenn ich wütend werde, beruhige ich mich schneller als die meisten Menschen.

Schon wieder die gleiche Frage. Ich würde sagen ich komme recht schnell wieder runter. Wobei ich mich sicherlich auch mit einer Sache beschäftigen kann und sie mich länger umtreibt, wenn ich einen Grund hatte wütend zu sein. Ich gebe mir mal eine +1

16. Manchmal stören mich die Leute schon, wenn sie einfach nur in meiner Nähe sind.

Leute an sich? Nein. Bestimmte Leute? Da kann das schon mal passieren. Hier ist es aber „die Leute“. -2

17. Männer sollten nach außen hin stark sein, auch wenn sie innerlich Angst haben oder nervös sind.

Das ist für Männer und Frauen in vielen Situationen durchaus eine sehr gute Strategie. Ruhig zu wirken, sich Ängste und Nervösität nicht zu sehr anmerken zu lassen macht häufig Sinn. Hier soll aber sicher das „Männer“ hervorgehoben werden. Ich nehme mal +1

18. Ich habe „männliche“ Frauen und/oder „feminine“ Männer schon einmal mit abwertenden sexuellen Begriffen verspottet.

„Schon einmal“ ist natürlich eine sehr weite Frage. Und „abwertende sexuelle Begriffe“ ist auch sehr weit. Habe ich etwa schon mal gesagt, dass eine bestimmte Frau wie eine „Kampflesbe“ aussieht? Ja bestimmt. Aber das war eher eine Beschreibung als eine Abwertung. Ist „Weichei“ ein abwertender sexueller Begriff? Die Frage ist mir zu vage, ich nehme eine 0

19. Ein echter Mann sollte so viele Sexualpartner haben, wie er kann.

Ich lehne bereits den Begriff „echter Mann“ ab. Es kann Spass machen viele Sexualpartnerinnen haben zu können. Aber deswegen muss man nicht mit jeder schlafen. Ich habe schon neue Sexpartnerinnen abgelehnt und finde mich deswegen nicht weniger männlich. Ohnehin ist eine Beziehung auch etwas sehr schönes und dafür gebe ich getrost die Jagd nach mehr Kerben im Bettpfosten auf. Dazu noch: Wem das nicht liegt, der sollte es erst recht nicht machen. -2

20. Der Ehemann sollte sich nicht um die Hausarbeit kümmern müssen.

Nicht, dass ich gerne Hausarbeit mache, aber ich sehe da nichts geschlechtergebundenes -2

21. Wenn ich herausfinden würde, dass einer meiner Freunde schwul ist, würde ich erwägen, die Freundschaft zu beenden.

Nein, warum? -2

22. Ich würde nicht so tun, als würde ich jemanden mögen, nur um die Person dazu zu bringen, mir einen Gefallen zu tun.

Ich würde zB im beruflichen Bereich immer darauf hinarbeiten, zu einem Geschäftspartner ein gutes Verhältnis zu haben und ein Vertrauensverhältnis, welches über die Geschäftsbeziehung hinaus geht aufzubauen. Würde ich es bei jemanden machen, den ich überhaupt nicht mag? Eher nein. Aber hier geht es denke ich eher darum, dass man etwas nur für den Gefallen vortäuscht, nicht um den Aufbaue einer guten beiderseitigen Geschäftsbeziehung in der man natürlich auch kleinere Gefälligkeiten für den anderen übernimmt damit dieser das auch wiederum für einen tut. Ich würde es hier – auch angesichts dessen, was hier abgefragt werden soll, so verstehen, dass man einen einseitigen Gefallen möchte und dazu etwas vorspielt. Ich gehe mal etwas vorsichtig auf +1

23. In der Nähe von homosexuellen Menschen fühle ich mich unwohl.

Ich bin nicht so häufig in der Nähe von mir bekannten homosexuellen Menschen, aber bei denen, bei denen ich es wußte, fühlte ich mich bisher sehr wohl.

Ich habe mich mal etwas unwohl in einer Schwulendisko gefühlt, weil ich irgendwie das Gefühl hatte fehl am Platz zu sein (Ich und Südländerin wollten mit einem Freund in eine ihm bekannte Disko und er meinte es sei ganz üblich zum Vorfeiern in einen nahegelegene Schwulendisko zu gehen, also sind wir da rein und es war auch nette Stimmung, aber irgendwie war ich mir nicht sicher, ob ich störe). Aber ich denke das war mit der Frage nicht gemeint. -2

 24. Ein Mann, der viel über seine Sorgen, Ängste und Probleme spricht, sollte nicht wirklich respektiert werden.

Er würde mich vielleicht etwas nerven, es sei den er hat wirklich sehr beängstigende Sorgen, Ängste und Probleme, ansonsten sollte er lieber über Lösungen nachdenken. Aber das hat ja auch wenig mit Respekt zu tun und gilt ebenso für Frauen. Insofern, wenn es gerade etwas bei Männern sein soll, gehe ich auf -2

25. Wenn ein Mann eine Freundin oder Frau hat, hat er Anspruch darauf, jederzeit zu wissen, wo sie ist.

Würde ich albern finden. Ich weiß zwar meist, wo Südländerin ungefähr ist und würde es auch etwas merkwürdig finden, wenn sie (was eh nur vor den Kindern möglich gewesen wäre) plötzlich einfach so für ein paar Tage weg wäre, aber wenn sie zB mit Freundinnen weg geht, dann geht sie eben mit denen weg und muss mir nicht pausenlos Statusberichte senden. -2

26. Ich würde niemals eine Bestechung annehmen, nicht einmal, wenn sie sehr hoch wäre.

Eine Bestechung. Hat noch keiner versucht und würde ich auch für zu gefährlich halten. Man macht sich abhängig und um so höher die Bestechung wäre um so gefährlicher wäre es ja auch wieder (siehe Geldwäsche).

Ich bin eigentlich sehr zuversichtlich, dass ich eine tatsächliche Bestechung (also gegen meine „Dienstpflichten“ verstoßen und anderen damit schaden ablehnen würde. Aber ich kann mir gerade auch keinen Fall vorstellen, in dem Leute mir extrahohe Beträge anbieten würden um etwas zu machen. Bei kleinen Beträgen lohnt sich das Risiko nicht, bei großen Beträgen ist es erst recht zu riskant. Aber niemals? Ich gebe mir mal eine +1

27. Es stört mich nicht, wenn ich homosexuelle Paare in der Öffentlichkeit sehe.

Nein, stört mich nicht +2

28. Mir missfällt der Gedanke, dass Homosexuelle in Berufen arbeiten, in denen sie als Vorbilder für Kinder dienen könnten (Lehrer, Sporttrainer usw.).

Nein, ich hätte eher Probleme mit Anhängern intersektionaler Theorien, die das an die Kinder herantragen als Leute, die halt auf das gleiche Geschlecht stehen. -2

29. Ein Mann sollte immer das letzte Wort bei Entscheidungen in seiner Beziehung oder Ehe haben

Wäre nicht mein Beziehungsstil. Ich diskutiere lieber über Sachen und dann ergibt sich daraus, wer bessere Argumente hat. In einigen Punkten weiß ich auch, dass Südländerin bestimmte Sachen wichtiger sind als mir und sie weiß das auch umgekehrt. Dann ist es okay, wenn in dem Punkt derjenige entscheidet. Immer ist eh ein Begriff, dem ich da nicht zustimmen kann -2

30.Selbst wenn ich wütend bin, versuche ich, mit anderen über angespannte Situationen zu sprechen, ohne sie wissen zu lassen, dass ich wütend bin.

Klar, ich bin immer für über etwas sprechen. Und sachlich zu bleiben ist dann erst recht eine gute Idee. Ich würde es für eine sehr gute Idee halten, das immer zu versuchen +2

31. Männer sollten ihre persönlichen Probleme selbst lösen, ohne andere um Hilfe zu bitten.

Es ist ein guter Ansatz es erst einmal selbst zu versuchen. Daraus kann man lernen. Viele persönliche Probleme kann man eh nur alleine lösen, also indem man selbst handelt. Aber da wäre wieder die Frage, was „persönliche Probleme“ sind und wer „andere“ sind und was „um Hilfe bitten“ ist.
Klar würde ich vieles, was mich beschäftigt mit Südländerin oder einem guten Freund besprechen. Und wenn ich weiß, dass jemand in einem Bereich besonders gut ist, dann würde ich ihn um Rat fragen. Aber persönliche Probleme sind ja üblicherweise nicht „Wie wechselt man das Thermoelement an einem Wasserhahn aus“ sondern eher „in meiner Beziehung läuft es schlecht, wie verbessere ich das“. oder „Ich prokrastiniere zu viel, wie ändere ich das“.  Wenn „andere“ auch das Internet und diverse Seiten oder entsprechende Bücher sind, dann würde ich sagen: Such da auf jedem Fall um Hilfe. Wenn es eine bestimmte Aufgabe ist, die gemacht werden muss, an die man sich aber nicht rantraut, dann schadet Hilfe auch nie. Wenn man depressiv mit einem Krankheitswert ist, dann sollte man sich klar Hilfe besorgen. Aber viele Sachen kann man gut alleine lösen und bei vielen ist die Antwort auch recht einfach „mach einfach, streng dich an, setze dir selbst Fristen und halte sie ein, investiere Zeit in die Lösung statt es herauszuschieben“ etc. Darüber zu reden bringt dann wahrscheinlich wenig.

Aber sollten? Wem es hilft zu reden, der sollte das tun. Es macht ihn nicht weniger männlich. In der Hinsicht also -2

32. Ich ärgere mich leicht über etwas aus der Vergangenheit, wenn ich nur daran denke.

Ich ärgere mich mitunter über mich selbst in der Vergangenheit, etwa darüber wie wenig Ahnung ich von Frauen hatte oder wie ich mich in bestimmten Situationen verhalten habe. Aber es ist ja eher so eine typische Scham über die eigene Blödheit als ein wirkliches ärgern im Sinne von wütend sein. Ansonsten ärgere ich mich eigentlich nicht über etwas in dem Sinne, dass ich tatsächlich wütend werde. -2

33. Männer sollten sich notfalls mit Gewalt Respekt verschaffen.

-2 ich bin gegen Gewalt.

34. Für mich spielt es keine Rolle, ob meine Freunde homosexuell oder heterosexuell sind.

Leicht zu sagen, wenn alle meine Freunde so weit ich weiß heterosexuell sind. Bei einem bin ich nicht ganz sicher, Südländerin meint homosexuell, ich weiß er war früher verheiratet und trifft sich immer wieder mit einer Frau, mit der er auch in den Urlaub fährt und die er als „eine Freundin“ bezeichnet. Aber würde er sich als schwul herausstellen wäre es für mich in der Tat egal. Ich habe mal mit einem Schwulen in einer 8 WG gewohnt, das war vollkommen unkompliziert. +2

35.Ein Mann, der viel Zeit mit seinem Aussehen verbringt, ist nicht sehr männlich.

Mein Ding wäre es nicht, bei mir muss es schnell gehen. Aber er muss nicht unbedingt unmännlich sein, wenn dabei ein maskuliner Look entsteht. Und wenn unter „Aussehen“ auch Gewichte stemmen etc fällt dann kann das sehr zeitintensiv und männlich sein.
Ich habe aber ehrlich gesagt keine Ahnung wie viel Zeit andere Männer mit ihrem Aussehen verbringen. Es ist mir auch relativ egal. In dieser Absolutheit -2

 

Das Ergebnis.

Ha, bestätigt nicht toxisch. Wobei natürlich einige Antworten auch anders hätten ausfallen können, je nachdem wie man sie versteht.

Interessant würde ich eine Auflistung finden, wie Frauen und Männer im Schnitt abschneiden. Hätte ja was, wenn Frauen mehr toxische Männlichkeit hätten als Männer.

Insgesamt würde ich auf den Test nicht viel geben. Allein schon die Fragen zur Wut. Und viele Fragen, die sehr absolut gestellt sind und die man auslegen kann.

„Wir sehen Männer nur negativ“. Das stört Markus Theunert. Deswegen spricht er ihnen gleich mal das Menschsein ab.

Arne weist auf einen interessanten Artikel von Markus Theunert in der Psychologie heute hin.

Es geht um das alte Problem, warum Männer ihr Privilegien abgeben sollten bzw sich im Feminismus engagieren sollten.

Gleichstellung ist nicht bloß Frau­ensache, sondern geht alle an. Das ist unbestritten. Aber was heißt das für Männer? Sie sind ja Vertreter des privilegierten Geschlechts, nicht? Also muss Gleichstellung für sie vor allem darin bestehen, Privilegien abzugeben und ansonsten einfach mal die Klappe zu halten?

In der etwas unterkomplexen Sicht des gegenwärtigen Feminismus sind Männer die Privilegierten. In einer komplexeren Sicht sind Männer und Frauen im Schnitt verschieden und leben daher auch ihr Leben im Schnitt anders. Ungleichheiten bedeuten nicht zwangsläufig, dass eine Ungerechtigkeit vorliegt, weswegen Gleichstellung ein eher günstiger Begriff ist, weil er eher auf eine Ergebnisgleichheit abzustellen scheint.

Diese Erwartung ist weit verbreitet – gerade auch in den progressiv-feministischen Milieus. Und die Haltung ist durchaus berechtigt.

Mit „diese Erwartung ist verbreitet und berechtigt“ meint er Privilegien abgeben und Klappe halten. Klappe halten ist aber eigentlich nie berechtigt. Schon gar nicht bezogen auf ein gesamtes Geschlecht.

Denn wer eine geschlechterpolitische Zeitdiagnose vornimmt, muss bei der Feststellung landen: Männer sind bis heute die Profiteure des kapitalistisch-patriarchalen Systems. Sie verdienen um die 20 Prozent mehr und übernehmen nur in einem Viertel aller Familien ihre Hälfte der Verantwortung für die Haus- und Familienarbeit.

Dafür verdienen sie üblicherweise 70% des Familieneinkommens. Und sie verdienen eben auch nicht mehr im gleichen Jobs, sie verdienen mehr in ganz anderen Jobs, die Frauen eben nicht machen und häufig auch nicht machen wollen.

Wie erreichen wir Gleichstellung?

Das Problem ist aber: Weshalb sollen Privilegierte freiwillig auf ihre Privilegien verzichten? Klar, Anstand, Verantwortungsgefühl und Gerechtigkeitssinn wären noble Gründe. Dass sie in der Praxis nicht ausreichen, um Gleichstellung zu erreichen, ist aber leider offenkundig. Bleibt also nur der Zwang?

Was für ein herablassender Artikel, selbst wenn er nicht so gemeint sein sollte.

Mal mit etwas Polemik:

Wenn Männer Anstand, Verantwortungsgefühl und Gerechtigkeitssinn, dann würden sie ihre Arbeit in einem Stahlwerk im Schichtbetrieb mit hohen steuerfreien Nacht- und Wochenendzulagen an Frauen abgeben, damit sie ihre Privilegien los sind und statt dessen auch mal den Frauen die harte Arbeit der Kinderbetreuung abnehmen. Aber sie haben ja keinen Anstand, Verantwortungsgefühl und Gerechtigkeitssinn! Diese Schweine! Dabei würde jede Frau da sofort ja sagen um endlich der Unterdrückung zu entkommen!

Nein, eben gerade nicht! Damit wir Gleichstellung verwirklichen, müssen wir unseren „Mindset“ so ändern, dass wir herauskommen aus dem Teufelskreis von Fairnessappell, Widerstand, Enttäuschung und Wut.

Aus dem Teufelskreis kommt man eigentlich recht einfach. Denn es ist bereits nicht unfair für die Frauen.

Dafür gibt es zwei Wege:

Die erste Möglichkeit ist, den Nutzen aufzuzeigen, den Gleichstellung auch für Männer hat. Erklären, wie sie selbst unter Geschlechtsrollenkorsetten leiden. Aufzeigen, wie zerstörerisch der Wunsch wirkt, ein „echter Kerl“ zu sein. Deutlich machen, wie viel Leid und Kosten durch „typisch männliches“ Risikoverhalten entstehen. Dafür braucht es die Bereitschaft, Männer nicht nur als Profiteure und Täter zu sehen – und Frauen nicht nur als Benachteiligte und Opfer. Das ist für viele schon zu viel verlangt.

Das ist immer eine Verknüpfung, die überhaupt keinen Sinn macht. Erstens ist gar nicht dargelegt, welche Verbindung zwischen den Privilegien und dem toxischen Verhalten besteht.

Hat ein Mann  den Führungsjob (oder dem Job im Stahlwerk) nur weil ich toxische Männlichkeit lebe? Man kann natürlich in einem Stahlwerk arbeiten und über Gefühle reden. Und wie soll ich meinen durch toxische Männlichkeit erworbenen Job dann überhaupt an eine Frau weitergeben, wenn sie die dafür notwendige toxische Männlichkeit nicht mitbringt?

Und warum kann ich die zerstörerische Wirkung des Wunsches ein „echter Kerl“ zu sein nicht ablegen

  • ohne meine Privilegien vollumfassend zu behalten
  • ohne Feminismus und die damit verbundene Abwertung?

Das erscheint mir sogar relativ einfach. Denn vieles an einem „echten Kerl“ ist ja durchaus eine gute Sache und passt zu vielen Männern, sie müssen quasi nur

Männer als Gefangene sehen
Die zweite Möglichkeit ist eleganter und noch mutiger. Denn sie unterstellt Männern eine Sehnsucht nach Gleichstellung, einen tiefverwurzelten Wunsch nach einem Leben jenseits des „Mann-sein-Müssens“, einen Hunger nach Beziehungen ohne Hierarchie und Gewalt – auch sich selbst gegenüber. Wenn wir daran glauben, dass diese Sehnsucht besteht, weil auch Männer Menschen waren, bevor sie sich zu Männern machen ließen, verändert sich die Dynamik.

Männer sind also keine Menschen. Sie waren, wurden dann aber zu Männern gemacht. Was für ein Mist.

Ich habe kein Problem mich als Mann zu sehen und gleichzeitig als Mensch. Wie wohl die meisten Menschen Männer als Menschen sehen.

Denn nun stehen wir nicht mehr konfrontativ einem bockigen Profiteur gegenüber und versuchen, ihn auf unsere Seite zu ziehen. Sondern wir stehen auf seiner Seite und versuchen mit ihm zusammen, Schritte ins Offene zu gehen – wir verbünden uns mit seiner Sehnsucht und kämpfen gemeinsam mit ihr gegen jenen fatalen Reflex, den die Männer so verinnerlicht haben, dass sie es meist selbst gar nicht mehr merken: den Reflex, in ihrem Innern alles auszublenden und abzuspalten, was bedürftig ist.

Wer mich nicht als Mensch sieht oder meint das damit Mann sein nicht vereinbar ist, der kämpft nicht mit mir und ist kein Verbündeter. Und wer meint, dass man als Mann immer alles im Inneren ausblenden und abspalten muss, der hat eine sehr merkwürdige Vorstellung von Männlichkeit, die ich so nicht teile.

Männer heute sind Gefängniswärter und Gefangene in Personalunion. Solange wir sie als Gefängniswärter ansprechen, verhärten sie weiter. Begegnen wir ihnen aber (auch) als Gefangene, ist der erste Schritt zur Flucht aus dem Gefängnis bereits gemacht.

Was für ein Blödsinn. Wir brauchen keinen Herrn Theunert um unser Menschsein zu entdecken und die allermeisten Männer sind, genauso wie die allermeisten Frauen vollkommen in der Lage Gefühle zu zeigen, sich nicht nur von einem Männlichkeitsbild wie im Feminismus angenommen leiten zu lassen und eine darüber hinausgehende Individualität zu haben. Sie sind Mann, aber das ist nicht alles was sie ausmacht, schon gar nicht nach dem Zerrbild von Männlichkeit, welches Herr Theunert hier entwirft.

 

Toxische Männlichkeit Definition

Ich sammele mal ein paar Definitionen:

Englische Wikipedia zu Toxische Männlichkeit

The concept of toxic masculinity is used in academic and media discussions of masculinity to refer to certain cultural norms that are associated with harm to society and men themselves. Traditional stereotypes of men as socially dominant, along with related traits such as misogyny and homophobia, can be considered „toxic“ due in part to their promotion of violence, including sexual assault and domestic violence. The socialization of boys in patriarchal societies often normalizes violence, such as in the saying „boys will be boys“ about bullying and aggression.

Self-reliance and emotional repression are correlated with increased psychological problems in men such as depression, increased stress, and substance use disorders. Toxic masculine traits are characteristic of the unspoken code of behavior among men in prisons, where they exist in part as a response to the harsh conditions of prison life.

Other traditionally masculine traits such as devotion to work, pride in excelling at sports, and providing for one’s family, are not considered to be „toxic“. The concept was originally used by authors associated with the mythopoetic men’s movement such as Shepherd Bliss to contrast stereotypical notions of masculinity with a „real“ or „deep“ masculinity that they say men have lost touch within modern society. Critics of the term argue that its meaning incorrectly implies that gender-related issues are caused by inherent male traits.[1]

The concept of toxic masculinity, or certain formulations of it, has been criticized by some conservatives as an undue condemnation of traditional masculinity, and by some feminists as an essentialist concept that ignores the role of choice and context in causing harmful behaviors and attitudes related to masculinity.

Deutsche Wikipedia zu toxische Männlichkeit:

Toxische Männlichkeit (auch „giftige Männlichkeit“) ist eine Bezeichnung für ein Verhalten von Männern, das als schädlich für die Gesellschaft oder Männer selbst gesehen wird. Der Begriff wurde in der mythopoetischen Männerbewegung der 1980er- und 1990er-Jahre geprägt und fand von dort ihren Weg in die akademische und politische Literatur. Er wurde anfangs überwiegend für Männer am Rande der Gesellschaft gebraucht, etwa in Gefängnissen, um deren aggressives und kriminelles Verhalten zu beschreiben. Als wesentlich für die Ausbildung eines solchen Verhaltens wurde eine fehlende oder gestörte Vater-Sohn-Beziehung gesehen.[1]

Feministen benutzten den Begriff seit den 2000er-Jahren – insbesondere seit 2016 im Kontext von Donald Trump und #MeToo – in Literatur und Medien. Die Begriffsverwendung, insbesondere in feministischen Kontexten, ist umstritten. Oftmals fehlt eine klare Definition des Begriffs oder der Bezug zu anderen theoretischen Konzepten über Männlichkeit. Generell wird Gewalt, Dominanz, Aggressivität, Misogynie und Homophobie mit dem Begriff assoziiert. Der Begriff wird in feministischer Literatur auch als Antwort auf die Wiederkehr rechtsgerichteter maskulinistischer Politik verwendet.[1]

Missy Magazin zu toxischer Männlichkeit:

Toxic masculinity ist Englisch und bedeutet toxische, also schädliche Männlichkeit. Das Konzept beschreibt eine in unserer Gesellschaft vorherrschende Vorstellung von Männlichkeit und umfasst das Verhalten, das Selbstbild und Beziehungskonzepte von Männern sowie kollektive männliche Strukturen. Männer sollen keine Schwäche zeigen, höchstens Wut, sie sollen hart sein, aggressiv und nicht zärtlich oder liebevoll, schon gar nicht miteinander. Männlichkeit muss immer wieder bewiesen werden, z. B. durch die Einordnung in eine Hierarchie, die mit Mutproben und erniedrigenden Ritualen gefestigt wird – auf dem Schulhof genauso wie in der Bundeswehr.

So findet toxische Männlichkeit in der Kindheit ihren Anfang und setzt sich nicht zuletzt in Männerbünden als Organisationsform auf allen Ebenen der Gesellschaft fort. Sie findet aber nicht nur „unter Männern“ statt, sondern richtet sich auch nach außen: In Form von Gewalt gegen andere, vor allem Frauen und Queers, und sexualisierter Gewalt gegen Menschen aller Geschlechter. Es geht immer auch um Sexualität: Nach den Vorannahmen von toxischer Männlichkeit muss ein Mann immer (heterosexuellen) Sex haben wollen und können. Dies ist ein wichtiger Baustein der Vergewaltigungskultur (Rape Culture) und verstärkt zudem das gefährliche Vorurteil, dass Männer nicht Opfer von sexualisierter Gewalt werden können.

100mensch.de

TOXISCHE MÄNNLICHKEIT

Der Begriff bezeichnet ein Verhalten bzw. Selbstbild, das auf einem traditionellen, stereotypen und patriarchalen Männerbild basiert. Die Bezeichnung „toxische Männlichkeit“ (toxisch = giftig, vergiftend) meint nicht, dass alle Männer generell toxisch sind. Sie bezieht sich auf übersteigerte und für die ganze Gesellschaft schädliche Verhaltensweisen und Einstellungen, wie z. B.:

Gefühle (außer Wut und Aggression) werden unterdrückt bzw. nicht gezeigt Gewalt als Mittel der Problemlösung / Recht des Stärkeren Aggressives und dominantes Auftreten (z. B. auch in Gesprächen)
„Recht“ auf sexuelle Aggression, Übergriffigkeit, Grenzüberschreitungen
Übersteigertes Konkurrenzdenken
Selbstanspruch, alles unter Kontrolle haben müssen
Selbstanspruch, alles alleine schaffen zu müssen
Abwehr von vermeidlich „weiblichen“ Eigenschaften als Schwäche
Dieses Verhalten hat negative Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft, da toxische Vorstellungen von Männlichkeit zur Diskriminierung aller anderer Geschlechter, z.B. in Form von Misogynie (Frauenfeindlichkeit) sowie Homo- und Trans*feindlichkeit, führen.

Viele dieser Vorstellungen sind noch immer in der Erziehung von Kindern in Aussagen wie „Jungen weinen nicht“, oder „Gewalterfahrungen gehören zum Mann-werden dazu“ verankert. Das toxische Männlichkeitsbild und die Gewalterfahrungen der Väter werden so auf deren Söhne übertragen (Traumavererbung).

Toxische Männlichkeit geht mit der Angst einher, Privilegien zu verlieren oder nicht als „richtiger Mann“ bzw. als „weiblich“ angesehen zu werden. Sie schränkt die eigene Individualität ein, kann aber auch ein Gefühl von Sicherheit geben. Dabei hat toxische Männlichkeit ausgeprägte negative Auswirkungen auf Männer: z.B. selbstschädigendes Verhalten wie das Vermeiden von Arztbesuchen und das Verschweigen von Depressionen, was sich in Krankheits- und Selbstmordstatistiken niederschlägt. Männer sterben außerdem früher und werden häufiger Opfer von Gewalttaten.

Frauenseiten Bremen zu toxischer Männlichkeit:

Was ist eigentlich … toxische Männlichkeit?

Ab und zu tauchen im feministischen Diskurs Begriffe auf, die vielen von uns neu sind. Eine Zeit lang bin ich immer wieder über den Ausdruck toxische Männlichkeit, beziehungsweise Maskulinität, gestolpert und habe mich gefragt…was genau ist das eigentlich?

Maskulinität und Femininität
Fangen wir erst einmal einfacher an. Was verstehen wir unter Maskulinität? Maskulinität beschreibt eine Reihe von Verhaltensweisen, Gepflogenheiten und Einstellungen, die in unserer Kultur typischerweise mit Männern und Mann-Sein in Verbindung gebracht werden. Das Gegenteil, Femininität, bezeichnet demnach Eigenschaften, die meist Frauen zugeschrieben werden. Jeder Mensch verfügt aber in gewissem Maße über maskuline und feminine Merkmale.

Anerzogene Verhaltensmuster
An sich ist Maskulinität nicht problematisch. Wenn bestimmte ‚maskuline‘ Verhaltensweisen aber Menschen Schaden zufügen, werden sie als toxisch bezeichnet. Dominanz, Aggressivität, Einschüchterung, Kontrolle, emotionale Distanziertheit – das sind einige Beispiele. Auch die Sexualisierung von Frauen, sowie jegliche Formen von Gewalt zählen dazu. Oftmals wird toxisch-maskulines Verhalten mit Männlichkeit gleichgesetzt und somit als natürlich wahrgenommen. Es ist wichtig zu verstehen, dass es hier aber um anerzogene Verhaltensmuster geht, mit denen Jungs nicht geboren werden.

Menschen, die toxische Maskulinität praktizieren, definieren diese immer als der Femininität überlegen. Eigenschaften wie Mitgefühl, Fürsorge oder Emotionalität werden als schwach dargestellt, während gegensätzliches Verhalten als stark empfunden wird. Daraus folgt, dass Menschen, die sich eher durch feminine Eigenschaften auszeichnen, suggeriert wird, anderen unterlegen zu sein. Das kann Personen aller Geschlechter betreffen. Auch kann jede*r toxisch-maskulines Verhalten ausüben oder fördern, wie beispielweise eine Mutter, die ihrem Sohn beibringt: „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“.

Die Angst vor ‚Entmannung‘

Toxische Maskulinität geht Hand in Hand mit Sexismus und Homophobie. In unserer patriarchalen Gesellschaft zählen Männer oftmals nicht als ‚wahre Männer‘, wenn sie in ihrer Beziehung nicht das Sagen haben. Die Anliegen der Partnerin zu respektieren gilt als Schwäche oder Unfähigkeit, sich durchzusetzen. Auch die Angst, Zuneigung für andere Männer zu zeigen, äußert sich in toxischer Maskulinität. Denn unsere Gesellschaft ist heteronormativ konzipiert. Dementsprechend wird die Liebe zu Männern allein von Frauen erwartet. Wenn aber Männer sich gegenseitig Zuneigung bekunden, wird dieses Verhalten als frauentypisch und somit schwach verstanden. Daraus resultiert häufig eine emotionale Verschlossenheit von Jungen und Männern. Sie schämen sich, Zuneigung zu zeigen, aus Angst sich zu entmannen. Wer kennt nicht das anscheinend obligatorische „no homo“, das jugendliche Jungs jedem Kompliment anhängen, das sie einander machen.

GenderIQ.de

Was ist eigentlich ‘Toxic Masculinity’?

‍“toxic masculinity,” a (heterosexual) masculinity that is threatened by anything associated with femininity (whether that is pink yogurt or emotions) – Sarah Banet-Weiser and Kate M. Miltner.

Der Begriff  toxic masculinity wird oft benutzt, wenn es darum geht aggressives Dominanzverhalten von heterosexuellen cis-Männern zu beschreiben. Toxic masculinity (zu Deutsch ‚schädliche /toxische Männlichkeit‘) ist ein Konzept, das gerne mal falsch verstanden wird. Ganz schnell endet man bei der Gleichung Männer = Toxisch. So einfach diese Gleichung auch erscheint, sie ist leider falsch, denn bei dem Konzept geht es nicht um ‚Männer‘ (sex), sondern um ‚Männlichkeit‘ (gender). Also darum, was wir als männliches Verhalten anerkennen und was nicht. Genauer gesagt, geht es darum zu erkennen, dass bestimmt Aspekte die traditionell zum Mann-werden dazu gehören, schädlich sind. Schädlich für sie selbst, aber auch alle anderen um sie herum.

Bei ‚Toxic Masculinity‘ geht es nicht darum, dass Männer schädlich oder schlecht sind

Grundidee dahinter ist, dass wir bei männlich gelesen Kindern bestimmte Verhaltensweisen fördern, die ihnen vielleicht momentan weiterhelfen (zum Beispiel, um auf dem Schulhof nicht gehänselt zu werden), die aber auf Dauer toxisch sind. Deshalb dürfen Jungs gerne mal wild sein und über die Stränge schlagen, auch wenn das für andere unangenehme Folgen hat (‘Boys will be boys’). Jungs sollen sich durchsetzen können und keine Schwäche zeigen, damit ja keiner auf die Idee kommt sie zu dominieren. Nach dem Motto ‚Indianer kennt keinen Schmerz‘ ermutigen wir Jungs nicht zu weinen und versuchen sicher zu gehen, dass sie nicht am Ende noch ‚verweichlichen‘.

‚Wer toxische Männlichkeit erlernt hat, lebt mit einem Mangel‘, schreibt Frederik Müller. ‚Diese Personen haben meist kein gutes Verhältnis zu ihrem Körper, können ihre eigenen Grenzen ebenso wenig respektieren wie die anderer und haben Schwierigkeiten damit, Gefühle zuzulassen, zu zeigen und zu verarbeiten. Konsequenzen hieraus sehen wir etwa im schlechten Umgang heterosexueller cis Männer mit dem eigenen Körper, ihrer Nachlässigkeit gegenüber der eigenen Gesundheit und ihrer Tendenz zu Depressionen, Sucht und Suizid.‘

Olympes Erben

Toxische Männlichkeit meint klischeehafte und einengende Verhaltensweisen oder Umgangsformen zur Demonstration von Männlichkeit, die ein eindimensionales Bild vom Mann-Sein entwerfen. Diese Vorstellungen von Männlichkeit werden zum Teil gesellschaftlich eingefordert und schränken Emotionen und Verhaltensweisen von Jungen und Männern ein.

Zu diesen Umgangsformen und Verhaltensweisen von toxischer Männlichkeit gehören zum Beispiel diese:

  • Männer sollen hart sein und keine Schwäche zeigen.
  • Männer sollen Gefühle verstecken oder unterdrücken (außer Wut und Aggression).
  • Männer lösen Konflikte mit Gewalt.
  • Männer packen Probleme an und bewältigen sie ohne fremde Hilfe.
  • Männer verhalten sich nicht „weibisch“ oder „verweichlicht“ (schüchtern, liebevoll, zärtlich).
  • Männer sind auf Wettbewerb und Dominanz, nicht auf Kooperation ausgelegt.
  • Männer wollen immer Sex und können auch immer.
  • Männer und Frauen verstehen sich nicht und können nicht befreundet sein.
  • Männer sind breitschultrig, muskulös, hochgewachsen und schmerzresistent.

Im Zusammenhang mit toxischer Männlichkeit fallen häufig auch Begriffe wie Macho oder Alpha-Mann.

Das Problem an toxischer Männlichkeit ist, dass sie oft von der Gesellschaft eingefordert wird – also viele Leute erwarten, dass sich Männer so verhalten wie oben beschrieben wird. Wenn Jungen oder Männer diesen Stereotypen nicht entsprechen, müssen sie auch heute noch mit negativen Folgen rechnen, zum Beispiel indem sie ausgelacht, beleidigt oder bloßgestellt werden. Ihnen wird abgesprochen, ein „wahrer Mann“ zu sein und oftmals wird es so dargestellt, als ob Frauen eben nur solche „wahren Männer“ attraktiv finden (auch von Frauen selbst).

Toxische Männlichkeit bedeutet auch, dass diese stereotypen Verhaltensweisen immer wieder bestätigt werden müssen, zum Beispiel durch die Abwertung von Frauen oder anderen Geschlechtsidentitäten, von Männern, die nicht „Alpha“ genug sind, aber auch durch „typisch männliche“ Verhaltensweisen wie Bier trinken oder Fleisch essen. Ein Mann, der lieber eine Saftschorle als ein Bier bestellt, eher einen Salat statt eines Steaks isst? – In diesem Konzept von Männlichkeit schwach, lächerlich, unmännlich. Und das ist schädlich.

Doch nicht nur auf den eigenen Lebensbereich einzelner Menschen kann sich toxic masculinity negativ auswirken. Auch gesellschaftlich-politisch gesehen kann toxische Männlichkeit ein Problem sein, weil sie ein Geschlechterbild aufrechthält, das rechtsgesinnten Menschen zusagt. Denn mit toxischer Männlichkeit gehen nicht nur traditionelle Bilder von Männlichkeit einher, sondern auch von Weiblichkeit. Toxische Männlichkeit äußert sich häufig (auch) in Frauenfeindlichkeit, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit.

WMN.de

Was ist toxische Männlichkeit?

Der Begriff ist in erster Linie auf destruktive und schädliche Denk- und Verhaltensweisen von Männern bezogen. Diese Handlungen richten sich vorwiegend gegen Frauen, Kinder, queere Menschen – und gegen sich selbst. Das eigentliche Problem liegt aber viel tiefer.

Toxischer Männlichkeit beruht auf Stereotypen über männliche Eigenschaften. Männer nehmen bestimmte Rollen ein, weil die in der Gesellschaft weit verbreitet sind. Das begrenzt den Spielraum, sich frei auszuleben. Stattdessen werden Klischees bedient. Zum Beispiel: Männer sind stark und emotional extrem unempfindlich. Sie lassen sich nichts sagen und sind in ihrer unerschütterlichen Heterosexualität gefestigt.

So entsteht das veraltetes, konservative Bild eines Mannes, das unüberlegt übernommen wird. Toxisch ist es noch nicht. Die Toxizität entsteht später.

In Zeitungen wird toxische Männlichkeit wird nicht selten für Vergewaltigungen und Gewalt verantwortlich gemacht. Tatsächlich stehen maskuline Verhaltensweisen laut Studien in Zusammenhang mit Aggressionen, Misogynie, schlechter Gesundheit und Depressionen.

Das birgt zum einen eine Gefahr für sie selbst. Männer lassen sich ungern helfen, wollen keine Schwäche zeigen und gehen seltener zu Ärzt:innen oder Psycholog:innen.

Zum anderen zeigen Nachforschungen auch, dass Jungen und Männer mit sexistischen Verhaltensweisen häufiger genderbezogene Gewalttaten ausübenDas verinnerlichte Verhaltensmuster begünstigt also Gewalt und Missbrauch.

Feminismus vs. Männerrechtsbewegung

Auf die Dinge gibt es natürlich auch andere Sichtweisen. Vor allem Konservative sind häufiger der Meinung, der Begriff „toxische Männlichkeit“ sei eine Attacke auf die Männlichkeit selbst. Sie berufen sich dabei auf die hohen Raten an Suiziden und dem Drogenmissbrauch von Männern.

Die Debatte wird so nicht als Denkanstoß gesehen, eher als Angriff feministischer Bewegungen. Als Gegenstück bildeten sich Männerrechtsbewegungen. Dort werden traditionelle Männerbilder, teilweise aber auch antifeministische und frauenfeindliche Positionen vertreten. Stattdessen werden Verhaltensstereotypen aus der herausgekramt.

Die weiteren Argumente sind genauso wenig überzeugend. Sie verwechseln Opfer und Täter, indem sie sich selbst als Geschädigte darstellen. Belegbare politische Ungerechtigkeiten gibt es dagegen zu selten. Während sich feministische Bewegungen gegen belegbare Ungleichheiten wie den Gender Pay Gap stellen, sind beispielsweise männerfeindliche Haltungen im Gesundheitssystem aufgrund häufig fehlender geschlechterspezifischer Medizin mehr als fraglich.

„Liebe Männer, wie müsste ein Buch über toxische Männlichkeit und ihre Konsequenzen geschrieben und verpackt sein, damit ihr es lesen würdet?

Ich gebe mal wieder eine Frage auf Twitter weiter:

Warum der intersektionale Feminismus nur zerstören will, aber keine Pläne hat wie die „Neue Welt“ funktioniert

Diesen Dialog fand ich ganz interessant:

Yeyo:

Grievance studies and critical theory talk a lot about deconstruction but very little about construction. They want to tear down society but have no clue about what is going to replace it.

The Rino

heir understanding of racism is deeply flawed. This leads to an “abolish” mentality. If they had the correct understanding they would know that racism will still exist when after they tear society down. They would know that you can’t eliminate it, but can only contain it.

Yeyo:

It’s what Thomas Sowell referred to as the unconstrained vision of human nature. Human nature is flawless, all bad things appear only because of the corrupting influence from oppressive institutions. So the solution is to tear those institutions down.

Wir hatten hier schon einmal die These, dass alle die, die in einer Kategorie „Opfer“ innerhalb des intersektionalen Feminismus sind im Prinzip Abwandlungen des „edlen Wilden“ sind, die erst durch die böse Gesellschaft korrumpiert worden sind.

  • Die PoCs durch die Unterdrückung durch den weißen Mann, die Schwarzen durch Kolonialismus und den Sklavenhandel
  • die Dicken durch westliche Schönheitsideale
  • der Islam durch die Abwertung durch den Westen und den Kolonialismus
  • die Frauen durch Geschlechterrollen
  • Die Transexuellen durch binäre Geschlechterrollen
  • Und selbst die Männer könnten gut sein, sind aber  durch andere Männer korrumpiert

Dieser Einfluss muss nur beseitigt werden, dann bricht irgendwie das Paradies aus. Und irgendwie ist das plötzlich kein Rassismus, keine Vergewaltigung, keine unterschiedlichen Löhne, nichts schlechtes mehr. Aber es wird eben auch nicht konkret, ein wirkliches „Endspiel“ gibt es nicht, es bleibt vage. Das bisherige muss nur weg. Dann wird magisch alles besser.

Feminismus ist in der Hinsicht eben eine Religion.

Und in Religionen fragt man auch nicht, wo die Leute im Paradies das Essen herbekommen, ob sie noch Sex haben können oder wie zwischenmenschliche Beziehungen aussehen, wenn plötzlich alle alles haben. Es sind ja nur die Guten dort oben, also verstehen sich alle super und allen geht es gut.

So ist es auch im Feminismus: Plötzlich verstehen sich alle, alle sind gleich, alle schätzen sich, Konflikte sind bereits nicht mehr denkbar und danach fragen ist blöd. Wenn es Konflikte noch geben würde, dann müsste eben noch Patriarchat oder Weiße Unterdrückung vorhanden sein. Woher sollte es sonst komme?

 

Männer und Frauen lehnen die Theorien um „toxische Männlichkeit“ in Mehrheit ab und finden sie beleidigend

Eine interessante Studie untersucht die Akzeptanz von Begriffen wie „Toxische Männlichkeit“ (via Arne)

Masculinity is frequently talked about in contemporary Western media as being in crisis, needing reform or even being ‘toxic’. However, no research to date has assessed the impact that this pervasive narrative might be having on people, particularly men themselves. This cross-sectional online pilot survey asked 203 men and 52 women (mean + SD age 46 + 13) their opinions about the terms toxic masculinity, traditional masculinity, and positive masculinity, and how they would feel if their gender was seen as the cause of their relationship or job problems. Most participants thought the term toxic masculinity insulting, probably harmful to boys, and unlikely to help men’s behaviour. Having feminist views, especially being anti-patriarchy, were correlated with more tolerance of the term toxic masculinity. Most participants said they would be unhappy if their masculinity or femininity were blamed for their work or relationship problems. Further analysis using multiple linear regression found that men’s self-esteem was significantly predicted by older age, more education, and a greater acceptance of traditional masculinity. Men’s mental positivity – which is known to be negatively correlated with suicidality – was significantly predicted by older age, a greater acceptance of traditional masculinity, and more education. Implications for the mental health of men and boys are discussed in relation to the narrative around masculinity in the media, social sciences, and in clinical psychology.

Quelle: Reactions to contemporary narratives about masculinity: A pilot study

Es wurde hier schon häufiger diskutiert, dass die Akzeptanz der Theorien sich auf bestimmte Kreise beschränkt und gerade in der „normalen Bevölkerung“ zwar eine gewisse Kenntnis besteht, soweit diese jünger sind, aber eigentlich keine Rolle in deren Leben spielt. Der typische Arbeiter hat keinen großen Bezug zu Privilegien etc.

Entsprechend scheint die Studie zu bestätigen, dass viele Personen diese Theorien ablehnen.

„Klar“ würde vielleicht jemand aus den Gender Studies sagen „die Männer wollen ja auch ihre Privilegien nicht ablegen und merken gar nicht wie toxisch sind. Und die Frauen und Männer haben keine Vorstellung davon, wie gut die Welt ohne toxische Männlichkeit wäre. Wir müssen es ihnen beibringen und dazu brauchen wir mehr Gender Professuren, mehr Medienaufmerksamkeit und mehr Geld“

Es ist in der Hinsicht ganz interessant auf anderen „neutralen“ Seiten, etwa auf Spass ausgerichtete Seiten wie 9gag die Kommentare zu lesen, wenn Social Justice Theorien Thema sind. Dort sieht man, dass die meisten Leser dort die Theorien eher übertrieben finden.

Andererseits sind viele Seiten und Medien voll von Themen und Artikeln aus der Sicht der Gender Studies.
Insofern begrüße ich, dass jemand sich des Themas annimmt und dort einmal untersucht, wie die Leute eigentlich zu den Begriffen stehen.

Noch aus der Studie:

Die Tabelle muss man so lesen, dass in die leere Stelle vor „Masculinity“ entweder „Traditional“, „Toxic“ oder Positive“ einzusetzen ist und dann kann in der Tabelle abgelesen werden, welche der Aussagen zugestimmt wird.

Da wird deutlich, dass die Idee von toxischer Männlichkeit von den wengisten (10,1%) als etwas gesehen wird, was sie sich besser verhalten lässt (eben indem sie sich davon abgrenzen), hingegen traditionelle Männlichkeit weitaus besser abschneidet.

88,4% meinen, dass die Idee von toxischer Männlichkeit sich negativ auf Jungen auswirkt. Und nur 10% finden die Theorie hilfreich. 87,9% der Männer und 84,6% der Frauen (bei sehr kleiner Teilnehmerzahl) finden die Theorie der toxischen Männlichkeit als beleidigend.

Es ist eine interessante Studie, die sich Politiker einmal genau anschauen sollten. In ihrem Umfeld mögen viele Personen sein, die die Theorie überzeugend finden, weil Frauen, die in die Politik gehen wollen häufig diese Ansätze verfolgen, der Anteil in der Bevölkerung, die, die die Politiker wählen, ist aber deutlich geringer.

 

An Corona gestorbene Ärzte in Italien: 60 Männer, drei Frauen

Arne hatte auch berichtet, hier noch etwas aktualisierte Zahlen:

Immer mehr Ärzte, die in Italien alles in ihrer Macht stehende tun, um Corona-Patienten vor dem Tod zu bewahren, bezahlen ihren Einsatz mit dem Leben. Auf ihrer Webseite zählt die italienische Ärztekammer (FNOMCeO) jeden einzelnen Mediziner und jede einzelne Medizinerin auf, die an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben sind. Stand heute stehen 63 Namen auf der Liste, 60 Männer und 3 Frauen.

Das ist angesichts des Umstandes, dass Medizin ein sehr weibliches Studium ist, eine durchaus erstaunliche Zahl.

Gestorben sind Ärzte im Alter zwischen 49 und 90 Jahren, sie stammen aus ganz Italien von Como bis Caltanissetta. Die meisten Fälle gibt es in Bergamo und Umgebung. Aus der am schwersten betroffenen Region Italiens sendeten Klinikärzte vor einer Woche schockierende Bilder aus einer Notaufnahme. In Bergamo verlor auch der 90-jährige Flavio Roncoli sein Leben. Wie viele der verstorbenen Mediziner kehrte der pensionierte Arzt in seinen Beruf zurück, um Kollegen und Patienten in der Krise zur Seite zu stehen. Ebenfalls in Bergamo arbeitete eine der drei Ärztinnen, die nach einer Corona-Infektion verstarben. Vincenza Amato war als Ärztliche Direktorin zuständig für Hygiene und Gesundheitsprävention. Im kommenden Jahr wollte die 65-Jährige in Pension gehen.

Das gerade Ältere sterben könnte natürlich zu der Geschlechterquote beitragen. Einfach weil heute 60jährige eben zu einer Zeit studiert haben als vermutlich das Geschlechterverhältnis in der Medizin noch männlicher war.

Es wäre natürlich aber auch interessant, ob sich mehr pensionierte Männer zurückmelden, um die gefährliche Arbeit zu machen. Dazu fehlt es hier leider an Zahlen.

Auch eine Erklärung könnte die Fachrichtung der jeweiligen Ärzte sein. Frauen sind beispielsweise überproportional in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe tätig. Wie die Verteilung bei Lungenfachärzten ist habe ich leider nicht gefunden.

Die Mehrzahl der in den letzten Wochen verstorbenen Mediziner waren Hausärzte. Dass besonders sie häufig angesteckt wurden, hat einen Grund: Sie waren schon vor der offiziellen Ausbreitung der Epidemie in Kontakt mit zahllosen Patienten, die vermutlich bereits an Covid-19 erkrankt waren und in ihre Praxen kamen. An Schutzkleidung hatte zu dem Zeitpunkt noch niemand gedacht.

Auch Hausarzt dürfte eine eher von Männern ausgeübte Tätigkeit sein, schon weil sie üblicherweise Selbständigkeit erfordert und damit schwerer mit Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen ist.

Einer dieser Ärzte war Marcello Natali. Der 57-Jährige schlug schon kurz nach dem Ausbruch der Epidemie in Italien Alarm, dass das Land auf eine medizinische Katastrophe zusteuere. Wie recht er hatte, musste der Allgemeinmediziner jeden Tag in seiner Praxis in Codogno hautnah miterleben. Codogno liegt etwa 60 Kilometer südöstlich von Mailand und war eine der ersten Städte, die in Italien zur „Roten Zone“ erklärt und abgeriegelt wurden. Im örtlichen Krankenhaus soll sich der sogenannte „Patient eins“, der inzwischen genesen ist, mit dem Coronavirus angesteckt haben.
Als die Fallzahlen stiegen und viele seiner Kollegen in Quarantäne gehen mussten oder krank wurden, öffnete Natali seine Praxis auch für deren Patienten, um sie in einer so schwierigen Situation nicht alleine zu lassen. Das berichtete eine Kollegin der Zeitung „Il Resto del Carlino“. „Er hat sich nie geschont, obwohl wir keinen angemessenen Schutz hatten.“ In einem der letzten Interviews, die er vor seinem Tod gab, erzählte Natali dem Sender „Euronews“, dass er bei der Behandlung von Corona-Patienten keine Handschuhe tragen konnte. Es gab einfach nicht genug für alle.

Eigentlich ein guter Text, wenn man mal etwas der „toxischen Männlichkeit“ entgegen halten möchte. Denn das Aufopfernde, das Durchhalten trotz großer Gefahren, das stoische Hinnehmen der Risiken, dass kann eben auch alles Männlichkeit sein und beides, dieses Verhalten und das Verhalten, welches gern als toxische Männlichkeit dargestellt wird, bei dem man eben keine Schwäche und keine auf sich bezogenen Emotionen zeigt, kann sehr dicht beieinander liegen. „Er hat sich nie geschont“ und „er hat keine Handschuhe tragen können, weil keine mehr da waren“ kann man durchaus unter „toxische Männlichkeit“ fassen – er würde wahrscheinlich noch leben, wenn er nicht seine eigene Gesundheit hinten an gestellt hätte. Aber das wird dem, was er dort getan hat, wohl kaum gerecht.

„Jungs sind nicht böse und müssen auch nicht korrigiert werden“

Eine schöne Stellungnahme zu dem Konzept der „toxischen Männlichkeit“:

Boys are not bad. Boys do not need to be fixed. Boys do not need to be more like girls. And no matter how many lazy pieces of faux-journalism appear that shame our sons as inherently toxic and expendable, we will fight to ensure that they know that the culture is lying to them.

My life would not be what it is without the men who have and continue to bless it.

The loving heart of my father, still willing to drop everything if his girls need him, whose kindness and sense of humor makes the world a little better every day.

The department heads and colleagues who encouraged and supported me as an educator. My mentors through my twenties, thirties and still into my forties.

My friends.

My students.

My husband.

My sons.

Da würde eine Feministin vielleicht anführen, dass „toxische Männlichkeit“ da falsch verstanden wird und ja nur toxisches Verhalten beschreibt. Andererseits ist ja in deren Vorstellung auch keine „gesunde Männlichkeit“ vorhanden und sie werden wohl auch keinem Mann bescheinigen, dass er frei von toxischer Männlichkeit ist.

I never thought we would reach a point where it was commonplace to hear social commentators, journalists and presidential candidates awfulize boys and men — our fathers, brothers, husbands and sons — simply because they are male. There were always those fringe women’s studies professors and radical feminists who made their living by hating on men but I couldn’t have imagined that such ugliness would infect the public discourse and be lauded as brave, let alone enlightened.

It is not enlightened. In fact, it is woefully uninformed. And it is cruel.

Das ist in der Tat das eigentlich erschreckende. Das diese Konzepte als anerkannt dargestellt werden und unproblematisch verwendet werden können. Man kann damit als Weltverbesserer durchkommen, als jemand, der sich ja nur gegen das toxische wendet, die Welt für alle besser machen will.

Artikel, die den toxischen Anteil dieses Konzepts selbst thematisieren sind hingegen eher rar.

We hear the word “toxic” constantly, often followed by the word “masculinity.” Sometimes these men-haters throw in “problematic,” “misogyny” and “mansplaining” too. But having lived almost half a century, it is clear to me that toxicity has little to do with gender and everything to do with character and behavior.

Some men talk about and treat women terribly. So talk about those men. Some women are toxic from sun up to sun down. So include them in the conversation about toxicity.

But leave our sons alone and far away from the ugly stereotypes that feminists and media commentators immediately decry when they are applied to women.

Das ist natürlich innerhalb einer Identitätspolitik ein kaum zu vermittelnder Gedanke: etwas soll individuell zu betrachten sein und nicht einfach der Gruppe angelastet werden können?

Das gar andere Faktoren abseits des Geschlechts bereits negative Vorkommnisse erklären könnten ist da unvorstellbar. Aus meiner Sicht wäre ja schon der Anteil an Psychopathen in der Bevölkerung, die bei Männern eher auch zu Gewalt neigen, geeignet bestimmte Taten zu erklären.
Aber es muss eben etwas sein, was man der ganzen Gruppe als homogener Einheit anhängen kann. Alle Differenzierungen schaden da nur.

„Frauenmorde 2018: Von ihren Männern getötet“ die Zeit-Liste

Die Zeit hat eine Liste der Tötungen von Frauen durch ihre Partner veröffentlicht

Da die Taten unter „Femizid“ und „toxischer Männlichkeit“ behandelt wurden ist es durchaus interessant die mal durchzuschauen. Ich habe damit angefangen und es scheinen mir viele Fälle dabei zu sein, die zeigen, dass da Verzweifelung, geistige Krankheiten, erweiterte Suizide etc im Spiel sind. Ich habe versucht mal noch etwas mehr zu finden, merke aber, das ich da auch nicht wirklich voran komme und stelle es daher hier ein in der Hoffnung, dass es als Gruppenarbeit etwas eher ausgewertet werden kann.

Sie dazu auch:

1. Backnang (Baden-Württemberg) Er bringt sie, während die Kinder schlafen, „durch stumpfe Gewalt gegen den Hals“ um, wie es in der Anklage heißt. Er versteckt die tote Frau zunächst in einer Mülltonne, steckt die Leiche am nächsten Tag in Brand. Er habe seine Freundin immer wieder geschlagen und bedroht, auch gewürgt, sagen deren Familienmitglieder aus. Sie wurde 22 Jahre alt und hinterlässt einen sechsjährigen Sohn und ein elf Monate altes Baby.

Der Täter scheint schlicht sehr bestimmtes Persönlichkeitsprofil zu haben:

Narzisstisch, manipulativ, skrupellos, impulsiv-aggressiv – die Beschreibung des angeklagten Daniel E. durch den psychiatrischen Gutachter Peter Winckler wartete mit vielen gewichtigen Adjektiven auf. Eine Persönlichkeitsstörung – und damit verbunden eine eventuelle Schuldunfähigkeit – könne er bei Daniel E. aber nicht diagnostizieren. Das sei schon deshalb nicht möglich, weil der Beschuldigte dem Psychiater gegenüber keine Angaben gemacht habe, die über seine derzeitige Haftsituation hinausgehen. Was Winckler aber sagen konnte, war, dass die „Dissozialität“ des Angeklagten auffalle: seine „hohe Bereitschaft, Gesetze zu brechen und andere übers Ohr zu hauen“. Prognostisch bedenklich fand der Gutachter vor allem die Empathielosigkeit, die Daniel E. zeigte. „Er lässt bedenkenlos andere über die Klinge springen.“

 

2. Bad Peterstal-Griesbach Sie gibt zu, dass sie fremdgeht, und sagt, sie könne nicht verstehen, warum sie ihn je geheiratet habe. Er würgt sie, fügt ihr 32 Messerstiche zu. Das Gericht wertet die Tat nicht als Mord, sondern als Totschlag. Die Trennung habe dem Täter den Boden unter den Füßen weggezogen, so die Begründung. Sie wurde 46 Jahre alt.

Partnerschaftgewalt in Deutschland und Europa

Anzahl der Menschen, die in Deutschland von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet wurden

Quelle für alle Grafiken in diesem Artikel: BKA, eurostat© ZEIT-Grafik

3.Bad Sebastiansweiler Sie bewohnen gemeinsam ein Zimmer in einem Pflegeheim. Er erschießt zunächst sie, dann sich selbst mit einem Revolver. Sie wurde 84 Jahre alt.

Könnte eine Tötung auf Verlangen sein. Wäre dann kein Fall von Partnerschaftsgewalt in dem kritisierten Sinne.

 

4. Freiburg Während eines Streits an seinem Geburtstag schlägt er mehrmals kraftvoll mit einer leeren Bierflasche und einem Glaskrug auf seine Ehefrau ein. Sie stirbt am Tatort, der gemeinsamen Wohnung.

5. Heilbronn Er erwürgt laut Ermittlungen seine Lebensgefährtin und bringt sich anschließend selbst um. Sie wurde 47 Jahre alt.

Evtl Tötung auf Verlangen?

 

6. Laichingen Während er eine Haftstrafe verbüßt, reicht sie die Scheidung ein. Nach seiner Freilassung gelangt er durch ein Kellerfenster in die Wohnung, wo sie mit den drei Töchtern lebt. Er bricht im Schloss den Schlüssel ab, sodass sie nicht fliehen kann. Mit mehreren Messerstichen tötet er sie. Sie wurde 30 Jahre alt.

Aus einem Bericht:

Er habe der Frau, die sich von ihm trennen wollte, „das Weiterleben außerhalb der Beziehung nicht vergönnt“. Der verurteilte Russe habe die 30-jährige, ebenfalls aus Russland stammende Frau mit elf Stichen getötet, davon sieben in den Rücken, hieß es in der Urteilsbegründung. Der Mord wurde im November 2018 in Laichingen (Alb-Donau-Kreis) in der Wohnung der Frau begangen.

Der Angeklagte hatte zu Beginn des Prozesses im Juni ein weitgehendes Geständnis abgelegt. Allerdings machte er mit Hilfe seines Verteidigers geltend, er sei nicht in der Absicht in die Wohnung gegangen, seine Frau umzubringen. Zu der Tötung sei es im Affekt gekommen. Staatsanwältin Claudia Nemetz hatte erklärt, der alkoholkranke Ehemann sei gezielt und planmäßig vorgegangen.

 

7. Marburg Keine Daten verfügbar.

8. Mühlacker In der Wohnung, in der sie mit ihren Kindern und ihrem neuen Partner lebt, tötet er sie, 41 Jahre alt, mit neun Messerstichen. Er nimmt nach der Tat ein Video auf: „Gerade bin ich zu meiner Frau gegangen, um mit ihr zu sprechen und alle Probleme zu klären, um unsere Beziehung wieder zu bessern. Aber sie hat mich rausgeschmissen, woraufhin ich sie mit dem Messer erstochen habe. (…) Das ist eine Nachricht an alle Frauen, die das mit ihren Männern machen.“

9. Nagold Er tötet zunächst seine Frau, dann sich selbst. Die Ermittler vermuten, dass die Frau sterben wollte. Das konnte jedoch nicht geklärt werden. Möglicherweise hatte die Frau ihren Mann angewiesen, ihr das Leben zu nehmen. Sie starb im Januar 2018, ihre Leiche wurde erst im April gefunden. Sie wurde 55 Jahre alt.

Auch evtl Tötung auf Verlangen und damit eher ein schlechter Nachweis für die Schlechtigkeit der Männer.

 

10. Pfullendorf Sie schläft. 30 Mal sticht er mit großer Wucht auf sie ein. Sie, 34 Jahre alt, hatte sich von ihm trennen wollen wegen seines starken Alkoholkonsums.

Evtl erhebliche Störungen

Ein 34-jähriger Mann soll seine Frau am 6. Dezember 2018 in Pfullendorf mit 30 Messerstichen getötet haben. Die Staatsanwaltschaft stuft die Tat als Totschlag ein, geht jedoch aufgrund eines Gutachtens davon aus, dass der 34-Jährige die Tat im Zustand der Unzurechnungsfähigkeit begangen hat. Daher läuft jetzt ein Sicherungsverfahren vor dem Landgericht. Hier wird geklärt, ob der Mann in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen wird, statt eine Haftstrafe im Gefängnis zu verbüßen.

 

 

11. Rastatt Er schlägt, so gesteht er, mit einem Baseballschläger gegen 3 Uhr morgens auf seine schlafende Ehefrau, 45, ein und erwürgt sie dann mit bloßen Händen.

12. Rems-Murr-Kreis Er steht laut Ermittlungen bei der Nachbarin vor der Tür, wirkt verwirrt, wie oft seit einer Hirnoperation, der er sich hat unterziehen müssen. Er mache sich Sorgen um seine Frau, sagt er. Die Nachbarin bringt ihn zur Polizei. In der Wohnung des Paars wird die Leiche der 69-Jährigen gefunden.

Auch ein schlechter Nachweis, da er anscheinend geistig verwirrt ist

 

13. Sandhausen Er erwürgt sie in der gemeinsamen Wohnung, da ist er schon schwer krank. Wenige Monate später stirbt er. Sie wurde 86 Jahre alt.

 

 

14. Schwäbisch Gmünd In dem Mehrfamilienhaus wird sie tot aufgefunden, am gesamten Körper weist sie „Anzeichen stumpfer Gewalt“ auf. Der Ehemann flieht nach Litauen, wo er sich der Polizei stellt. Sie wurde 69 Jahre alt.

15. Sindelfingen Er, ein Physiklehrer, lauert ihr auf einem Parkplatz auf, zieht sich eine Faschingsperücke über und sticht, mitten am Tag, vor den Augen zahlreicher Passanten, mit einem 20 Zentimeter langen Messer minutenlang auf seine von ihm getrennt lebende Ehefrau ein. Lässt erst von ihr ab, als ein herbeigerufener Polizist mit einer Maschinenpistole im Anschlag ruft: Messer weg. Er sah nicht ein, ihr den Unterhalt zahlen zu müssen, den ein Gericht ihr zugesprochen hatte. Die Tat war geboten, sagt er vor Gericht. Das natürliche Recht ist auf meiner Seite. Sie wurde 57 Jahre alt und hinterlässt zwei Söhne.

 

Klingt sehr verrückt

der 60-Jährige fordert seinen Freispruch. Er habe in Notwehr getötet. Nicht sein Leben wollte er schützen, sondern sein Vermögen. Mit Immobiliengeschäften hatte er das Erbe seiner Eltern bis zur Höhe von 3,8 Millionen australischer Dollar gemehrt, umgerechnet 2,4 Millionen Euro. Seine Frau wollte die Scheidung. Danach hätte ihr etwa die Hälfte des Geldes zugestanden. „Das ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit“, sagt der 60-Jährige, „die Tat war geboten“. Nicht für sich, für die gemeinsamen drei Kinder habe er das Geld vor dem Vater seiner Ehefrau retten wollen. „Natürlich hätte ich ihr Leben erhalten sollen, aber ich sollte auch das Erbe erhalten“, sagt der 60-Jährige, „das war eine Pflichtenkollision

(…)

Noch kurz vor der Tat hatte er seine Ehefrau gebeten, sich auf einen Kompromiss zu einigen. Dies per Handynachricht in zwar eindringlichen, aber ebenso wohl gewählten wie höflichen Sätzen. Vor Gericht spricht er von seiner Ehefrau anders: „Sie war eine Nutte“, sagt der 60-Jährige. Seine 34 Jahre währende Ehe beschreibt er als Martyrium. „Das war die allerschlimmste Männermisshandlung, mich zu unterdrücken, war ihr ein sportliches Vergnügen.“ Wegen der Scheidungsgesetze habe er sich nicht wehren können. Nach seiner Rechnung hätte nicht er seiner Frau Geld überweisen müssen, sondern sie ihm. Auf umgerechnet 2,5 Millionen Euro rechnet der Angeklagte die Summe hoch, die seine Frau ihn im Verlauf der Ehe gekostet habe.

16. Stuttgart Laut Ermittlungen hatte sie sich einige Monate zuvor von ihm getrennt. Ihre Mutter findet sie erstochen in ihrer Wohnung. Die Gewerkschaftsmitarbeiterin wurde 39 Jahre alt und war wegen ihres großen Engagements im Bezirk sehr beliebt.

17. Stuttgart Bekannte des Ehepaares alarmieren in den Morgenstunden die Polizei. Er, 87 Jahre alt, ist schwer verletzt, sie, 91, ist tot. Er wollte sich nach der Tat das Leben nehmen.

 

Erweiterter Suizid

 

18. Stockach Sie äußerte seit einer Weile Suizidgedanken. An ihrem 39. Geburtstag gerät das Ehepaar in Streit. Er drückt sie zu Boden, sagt, dass er ihren Wunsch zu sterben erfüllen wird und erwürgt sie. Danach ruft er die Polizei und gesteht seine Tat.

Hier ein Bericht

 

19. Reutlingen Der Pflegedienst entdeckt Montagmorgen um 7 Uhr ihre Leiche neben der ihres Mannes, der nach der Tat Suizid beging. Sie wurde 86 Jahre alt.

Auch ein gemeinsamer Suizid

 

20. Winterlingen Im Wohnzimmer, wo die Tat passierte, finden die Ermittler sechs Patronenhülsen und sechs Projektile. Fünf Schüsse hat der Mann auf seine Ehefrau abgegeben, drei davon aufgesetzt, in den Bauch und in die Brust. Ein sechster Schuss hat sich wahrscheinlich im Gerangel mit der 17-jährigen Tochter gelöst. Sie kam verletzt ins Krankenhaus, ihre Mutter starb am Tatort. Sie wollte ihren Mann verlassen, er wollte es nicht hinnehmen. Sie wurde 41 Jahre alt.

Hier ein Bericht:

 Der Mann, der am 1. April dieses Jahres seine Frau in Winterlingen vor den gemeinsamen vier Kindern erschoss, wurde vom Hechinger Landgericht zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die Ehefrau wollte ihn zusammen mit den vier Kindern verlassen. Diesen Autoritätsverlust habe der Mann nicht verkraftet. „Ihr Denken und Handeln war geprägt von Ihrer kosovarischen Herkunft“, sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung.

Wie viele männliche Tatverdächtige (TV) in Fällen von Partnerschaftsgewalt aus dem Jahr 2018 vorher bereits aufgefallen sind

© ZEIT-Grafik

21. Amberg (Bayern) Sie erlitt zwei Hirninfarkte und wurde zum Pflegefall. Er kümmert sich um sie und den Haushalt. Man habe die Frau manchmal am Stock beim Spaziergang gesehen, sagen die Nachbarn. Und: Die Wohnung sei immer picobello gewesen. Doch er trinkt jeden Abend ein Sixpack Bier. Eines Nachts setzt er sich rittlings auf seine Frau, während sie schläft, und erwürgt sie. Er habe entschieden, dass „für meine Frau (…) jeder Sinn des Lebens verloren gegangen“ sei, erklärt er vor Gericht.

Ein Bericht

Eine neue Wohnung zu finden, sei dem Mann nicht gelungen, obwohl er sich ehrlich darum bemühte. In dieser Lage habe der Angeklagte den Tötungsplan gefasst und ihn am 21. Februar 2018 gegen 21.30 Uhr umgesetzt. „Sie lag schlafend im Bett und konnte sich nicht wehren“. Der 59-Jährige sei unter „erheblichem Alkoholeinfluss“ ins Schlafzimmer gegangen und habe das Opfer erwürgt.

Auch was danach geschah, ließ die Richterin nicht unerwähnt. „Er hat versucht, sich mit 60 Tabletten das Leben zu nehmen und schrieb zwei Abschiedsbriefe an den Sohn“. Auch daraus habe sich die verzweifelte Lage des Mannes entnehmen lassen. „Ein Mensch, der überfordert war, obgleich er sich anstrengte, Herr der Lage zu werden.“ Zur Tatzeit sei seine Steuerungsfähigkeit sicher eingeschränkt gewesen. Gleichwohl aber hieß es in der Urteilsbegründung: „Keiner hat das Recht, darüber zu entscheiden, ob ein Leben noch lebenswert ist“. Auch nicht in einer solchen Situation der Verzweiflung.

 

22. Bad Staffelstein Beide werden tot von Einsatzkräften des Rettungsdienstes im Einfamilienhaus aufgefunden. Das Ermittlungsverfahren ergibt, dass er sie getötet hat. Unklar bleibt, ob sie sterben wollte, es also eine Tötung auf Verlangen war. Sie wurde 57 Jahre alt.

Tötung auf Verlangen

 

23. Birkhausen Sie wird tot in der Güllegrube des gemeinsamen Hofs gefunden. Er behauptet, es sei ein Unfall gewesen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 55-Jährigen vor, er habe seine Frau bewusstlos geschlagen und mit Gülle übergossen, bis sie starb. Er habe sich über sie geärgert, weil sie sich habe scheiden lassen wollen. Nachdem sie sich zuletzt kaum noch um die Schweine und die Felder gekümmert habe, habe er ihr kein Haushaltsgeld mehr zugebilligt.

Ein Bericht

 

24. Coburg 18 Mal war die Polizei im Einsatz, weil er seine Frau immer wieder schlug. Panische Angst habe sie vor ihrem Mann gehabt, sagen mehrere Zeugen im Gerichtsverfahren aus. Sie wagt die Trennung, doch er verfolgt und beobachtet sie. 15 der 20 Messerstiche, die er ihr beibringt, sind tödlich. Sie wurde 35 Jahre alt.

Ein Bericht

 

25. Gunzenhausen Am Tag vor ihrem Tod sagt sie bei der Polizei aus, um ein Kontaktverbot zu erwirken, nachdem sie sich getrennt hat. Er bedrohe sie, habe ihr ein Messer gezeigt und gesagt: „Willst du sterben, dann mache ich das fertig.“ Nachts schleicht er sich in die Wohnung. Er ersticht seine dreijährige Tochter, seine sieben und neun Jahre alten Söhne, seine Frau. Deren Bruder, der zum Schutz der Familie auch in der Wohnung übernachtet, kann nichts ausrichten

Ein Bericht

 

 

26. Haar Sie, 41 Jahre alt, vertraute sich einer Ärztin an: Sie habe Angst vor ihrem Mann. Einer Freundin sagte sie, sie wünsche sich, ihr Mann würde sich Arbeit suchen und mit den drei kleinen Kindern etwas unternehmen statt den ganzen Tag vor dem Fernseher zu sitzen. 19 Mal tritt er ihr gegen Kopf und Gesicht und schneidet ihr dann mit einem Messer die Kehle durch.

 

 

27. Ingolstadt Sie leben in der städtischen Obdachlosenunterkunft. Er schlägt sie, „wegen Nichtigkeiten“, so geben es vor Gericht ihre Freunde an, bricht ihr die Nase. Er ist 49 Jahre alt, hochintelligent, IQ 130, alkoholkrank. Sie sei ein fröhlicher Mensch gewesen, aufgeschlossen und freundlich. In ihrer Beziehung habe sie fürchterliche Gewalt erleben müssen. Er erschlägt sie mit bloßen Händen: mindestens ein wuchtiger Schlag mit der Faust ins Gesicht ist tödlich. Sie wurde 34 Jahre alt.

Ein Bericht

Sie war nach außen hin ein Sonnenschein, in der Regel immer fröhlich, aufgeschlossen und freundlich. So beschrieben Freunde und Bekannte die Frau, die schon vor dem 5. September 2017 in ihrer Beziehung „ein Martyrium durchlitten“ hat, wie der Landgerichtsvizepräsident Jochen Bösl am Freitag zusammenfasste. „Fürchterliche Gewalt“ musste die 34-Jährige durchstehen, weil sie von ihrem Lebensgefährten über Monate grün und blau geschlagen wurde; er ihr sogar die Nase brach. Und meist „wegen Nichtigkeiten“, wie Bösl sagte. „Man kann sich nicht vorstellen, dass sie diese Beziehung aufrechterhalten hat.“ Doch so sehr die Frau litt, gehört zur Wahrheit der „ambivalenten Beziehung“ (Bösl), dass die 34-Jährige sich nicht von ihrem Peiniger trennen wollte, ihn immer wieder zur Rückkehr aufforderte und ihn – obwohl ihr Umfeld sie dazu drängte – nicht für seine Gräueltaten anzeigen wollte. Letztlich bezahlte sie in der Septembernacht dafür mit ihrem Leben.

Wie Bösl als deren Vorsitzender und der Rest der Schwurkammer des hiesigen Landgerichts überzeugt sind, hat der 15 Jahre ältere Lebensgefährte die 34-Jährige in deren Wohnung in der städtischen Obdachlosenunterkunft am Franziskanerwasser totgeschlagen. Mindestens einen nachweisbaren und äußerst wuchtigen Schlag muss der schwere Alkoholiker seiner geliebten Saufkumpanin nach einem gemeinsam durchzechten Abend (fast zwei Flaschen Obstler, sechs Bier und fünf bis sieben Joints) gegen den Kopf versetzt haben. Daraus entstand eine schwere Gehirnblutung. Die Frau lag am nächsten Morgen leblos im Bett. Der 49-Jährige setzte selbst einen Notruf ab. Jede Hilfe kam aber zu spät.
(…)
Weit prägender für den Ausgang des Verfahrens war die Suchterkrankung des Alkoholikers, der zur angenommenen Tatzeit im Bereich von um die drei Promille intus gehabt haben müsste – allerdings dadurch keinerlei Einschränkungen bei der Steuerungsfähigkeit hatte. Da die vom Gericht bestellte psychiatrische Sachverständige die rechtlichen Voraussetzungen für einen stationären Alkoholentzug als erfüllt ansah, verhängte die Schwurkammer den sogenannten Maßregelvollzug in einer geschlossenen Einrichtung. Die Therapie dauert maximal zwei Jahre, nach denen der Verurteilte – wie vom Gesetzgeber vorgesehen – nach der Hälfte der Gesamtstrafe auf Bewährung freikommen kann. Für den 49-Jährigen, der seit 14 Monaten in Untersuchungshaft sitzt, heißt das: In etwa einem halben Jahr kann er – weil die U-Haft angerechnet wird – schon aus der Strafhaft in die geschlossene Entziehungsanstalt zur Therapie wechseln. Und er wäre bei erfolgreicher Behandlung (Bösl: „Reißen Sie sich zusammen“) womöglich nach insgesamt drei Jahren und neun Monaten in Haft oder Behandlung (unter Auflagen) frei.

Das ist eine Zeitspanne für jemanden, der ein Menschenleben gewaltsam ausgelöscht hat, die am Freitag nicht nur im Zuhörerraum mit Erstaunen aufgenommen wurde, sondern auch vom Verurteilten selbst. Der 49-Jährige hatte „in einem beeindruckenden letzten Wort“, wie Richter Bösl selbst sagte, voller Reue für sich tatsächlich die Höchststrafe gefordert. „

 

28. München Die beiden Architekten waren sechs Jahre zuvor für kurze Zeit ein Paar gewesen. Sie trennt sich, seither stalkt er sie. Sie geht gegen ihn juristisch vor, wechselt mehrmals den Wohnort. Zuletzt geht sie nur noch in Begleitung einer Nachbarin aus dem Haus. In ihrem Hauseingang sticht er 18 Mal mit einem Buchbindermesser auf sie ein. Sie wurde 45 Jahre alt.

Ein Bericht ?

Tat von 2017?

29. München Fünf Männer – einer von ihnen ist ihr Lebensgefährte – sind an dem Mord beteiligt: Einer schlägt ihr ins Gesicht, sodass sie mehrere Zähne verliert. Ihr Lebensgefährte würgt sie. Ein anderer schlägt ihr mit einem Hammer auf den Kopf. Mithilfe zweier weiterer Männer werfen die Täter die Frau, die obdachlos war, in einen Bauschacht.

 

 

30. München Unter dem Vorwand, dass der gemeinsame siebenjährige Sohn ins Krankenhaus müsse, lockt er sie in die Stadt – sie, 30 Jahre alt, lebt seit der Trennung in Brandenburg. Er holt sie morgens am Busbahnhof ab, zusammen durchqueren sie ein nahe gelegenes Waldstück. Mehrmals sticht er auf sie ein, sie verliert ihre Schuhe, versucht barfuß zu fliehen. Er ist schneller. Eine halbe Stunde später ist sie tot.

31. München Sie waren seit zwölf Jahren ein Paar. Sie arbeitet in einem Elektronikunternehmen, er spielt zu Hause Computer und geht mit dem Hund spazieren. Er ist eifersüchtig und kontrolliert ihr Telefon. Dort findet er Nachrichten von einem Arbeitskollegen, mit dem sie eine Affäre begonnen hat. Als er sie konfrontiert, sagt sie ihm, dass sie sich trennen will. Mit seinem Gewicht von 103 Kilo setzt er sich auf den Oberkörper seiner Freundin, einer zierlichen Frau, drückt mehrere Minuten lang mit den Daumen gegen ihren Kehlkopf. Noch Tage später würden ihm, so gibt er an, Daumen und Unterarme schmerzen. Er versteckt ihre Leiche in einer Kellerruine, die er vom Spielen aus Kindertagen kennt. Dann schickt er sich selbst von ihrem Telefon eine Nachricht: „Ich weiß, dass ich dich tief drin immer noch liebe, mach’s gut“. Die Leiche der 31-Jährigen wird erst nach wochenlanger Suche gefunden.

Europäischer Vergleich

Tötung pro 1 Mio. Einwohner im Jahr 2017 (*Datenerhebung nach Beginn der polizeilichen Ermittlungen; **Datenerhebung nach erfolgter erster Anzeige)

© ZEIT-Grafik

32. Neuendettelsau Seit vier Wochen sind sie verlobt, er ist 36 Jahre alt, sie 21. Sie geraten in einen Streit über eine unbezahlte Rechnung, da würgt er sie zu Tode.

33. Neumarkt in der Oberpfalz Sie sitzt im Arbeitszimmer am Computer, als er ihr laut Geständnis mit einer zwei Kilo schweren Hantelstange gegen den Kopf schlägt. Sie stürzt sofort zu Boden, er schlägt noch einige Male mit der Stange zu, dann würgt er sie, bis sie stirbt. Er meinte, sie habe eine Affäre, außerdem habe sie begonnen, in ihrer Freizeit Romane zu schreiben, und sich immer weniger um die sieben Katzen, den Hund und den Haushalt gekümmert. Sie wurde 55 Jahre alt.

34. Postbauer Heng Keine Daten verfügbar.

35. Unterföhringen Sie sind beide beruflich erfolgreich, sportlich, haben ein reges Sozialleben. Er verliebt sich in eine andere Frau, die glaubt, er sei Single. Eines Abends sagt er seiner Affäre, sie solle ihn im Reihenhaus besuchen kommen. Dort hat er gerade seine Freundin über Minuten zu Tode gewürgt, ihre Leiche in den Keller gebracht. Die Nacht verbringt er mit seiner ahnungslosen Geliebten. Diese gibt bei der Gerichtsverhandlung an, sie wisse nicht, wie sie nach diesem Erlebnis wieder Vertrauen zu Fremden fassen solle.

 

 

36. Wunsiedel Seine Versicherung überweist ihm kein Krankengeld, er begleicht seinen Anteil an der Miete und Verpflegung nicht mehr. Er gerät mit seiner Frau in Streit darüber und erschlägt sie mit 22 Beilhieben. Es habe „irgendwie Klick gemacht“, sagt er vor Gericht. Sie wurde 73 Jahre alt.

37. Berlin Er schlägt sie immer wieder, die Nachbarn im Haus sagen aus, sie hätten Angst vor dem muskulösen Mann gehabt. Als sie sich von ihm trennen will, eskaliert der Streit. Er sticht mit dem Küchenmesser 14 Mal zu, stellt sich dann der Polizei. Sie wurde 36 Jahre alt und hinterlässt ihre drei Kinder.

38. Berlin Sie lebten seit zehn Jahren getrennt, aber hatten seither auch kurze Phasen des Verliebtseins. Dann lernt sie einen anderen Mann kennen. Ihr Ex-Partner sucht sie in ihrer Wohnung auf, erwürgt sie mit der Strumpfhose eines der vier gemeinsamen Kinder. Er hätte, ermahnt ihn der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung, „wissen müssen, dass eine Frau hierzulande frei entscheiden kann, was sie tun und wie sie leben will“. Sie wurde 44 Jahre alt.

39. Berlin Er injiziert ihr, 67 Jahre alt, Demenzpatientin, im Zimmer ihres Pflegeheims eine Dosis Pento-Darbital.

 

40. Berlin Sie hatte schon oft die Polizei gerufen, weil er gewalttätig war. Nach elf Jahren Ehe will sie sich scheiden lassen. Laut Anklage sehen die vier Kinder mit an, wie er sie ersticht. Sie wurde 32 Jahre alt.

41. Berlin Sie will sich von ihm trennen, hat einen neuen Freund. Er würgt sie zu Tode. Sie wurde 44 Jahre alt und hinterlässt fünf Kinder.

42. Berlin Sie arbeitete als Altenpflegerin, die Familie lebte von ihrem Gehalt. Immer wieder alarmierte sie die Polizei, weil er gewalttätig war. Schließlich erwirkte sie einen Beschluss, wonach er die gemeinsame Wohnung nicht mehr betreten durfte. Darüber wird er so wütend, dass er sie bewusstlos schlägt. Er fesselt sie und vergewaltigt sie, bevor er ihr mit dem Küchenmesser in den Oberkörper sticht.

43. Berlin Sie ist 40, er 21. Sie sind noch nicht lange ein Paar, da erschlägt er sie in ihrer Wohnung mit einem gläsernen Windlicht.

44. Berlin Sie ist eine erfolgreiche Hotelmanagerin, sie lernen sich beim Spazierengehen mit den Hunden im Park kennen. Als sie sich trennt, stellt er ihr nach, hämmert gegen ihre Tür. Sie kommt bei ihrer Schwester unter, erwirkt ein Kontaktverbot. Er kauft ein Steakmesser und googelt, in welchem Gefängnis die Pritschen am bequemsten sind. Als sie morgens zur Arbeit will, sticht er sie auf offener Straße nieder. Sie wurde 32 Jahre alt.

45. Bad Saarow (Brandenburg) Sie, 44 Jahre alt, hatte die Scheidung eingereicht und Strafanzeige gestellt, nachdem er sie krankenhausreif geschlagen hatte. Zwei Wochen später erschlägt er sie, so die Ermittlungen, und wirft sich dann vor einen Zug. Der neunjährige gemeinsame Sohn wird in Obhut des Jugendamts gegeben.

46. Bremen Ein 27-Jähriger ersticht seine gleichaltrige Frau in der Silvesternacht. Beide standen unter Einfluss von Drogen. Die Frau habe sich trennen wollen, es aus Angst aber nicht getan, bezeugt eine Arbeitskollegin vor Gericht. Er habe sie immer wieder geschlagen, gewürgt, bespuckt, ihr einmal beim Baden des gemeinsamen Sohns den Kopf unter Wasser gedrückt.

47. Bremerhaven Seine Geliebte will nicht bei ihm einziehen, solange seine Ehefrau noch bei ihm wohnt. Er antwortet auf WhatsApp: „Das spornt mich an, dass sie weg muss, die entsorge ich.“ Er erstickt seine Frau, 41 Jahre alt, im Schlaf und vergräbt die Leiche im Gemüsebeet. Der gemeinsame zehnjährige Sohn lebt seither bei Angehörigen.

114.393Weibliche Opfervon Partnerschaftsgewalt gab es in Deutschland 2018

48. Hamburg Er stellte ihr nach, bedrohte sie. Sie erwirkte ein Kontaktverbot. Am S-Bahnhof Jungfernstieg treffen sich beide zufällig, sie hat die gemeinsame Tochter dabei, 21 Monate alt. Er sticht auf sie und das Kind ein. Die Hamburger AfD-Fraktion trägt das falsche Gerücht weiter, der Mann habe seine beiden Opfer enthauptet.

49. Hamburg Sie geraten in Streit, weil sie ihn nicht heiraten will. Er schlägt ihr mit der Bratpfanne auf den Kopf, würgt sie, sticht dann mehrmals auf sie ein. Sie wird 26 Jahre alt.

50. Hamburg Sie teilen sich eine Wohnung im neunten Stock eines Studentenwohnheims. Er fügt ihr laut Ermittlungen tödliche Stich- und Schnittverletzungen zu, stürzt sich dann aus dem Fenster und stirbt. Sie wurde 23 Jahre alt.

51. Hamburg Sie hatte Schutz im Frauenhaus gesucht, eine Kontaktsperre für ihren Ex-Mann erwirkt, der ihr immer wieder Gewalt angetan hatte, sie bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und mit einem Elektroschocker gequält hatte. Die Kontaktsperre läuft aus. Er sucht sie in ihrer Wohnung auf, es kommt zum Streit. 50 Schnitte und Stiche notiert die Gerichtsmedizin später. Die zwei jüngeren Söhne finden die Leiche ihrer Mutter, als sie von der Schule kommen. Sie und die beiden Brüder leben seit der Tat bei Verwandten.

52. Hamburg Als die Nachbarn aus der Wohnung einen Schuss hören, dann noch einen und dann gar nichts mehr, rufen sie die Polizei. Das SEK rückt an. Er liegt, die Pistole noch in der Hand, im Flur der Wohnung, sie, 68 Jahre alt, in der Küche. Das Paar sei immer freundlich gewesen, man habe nie etwas von Streit oder Gewalt mitbekommen, sagen die Nachbarn.

53. Bad Homburg (Hessen) Keine Daten verfügbar.

54. Hanau In der Innenstadt sticht er mit einem beidseitig geschliffenen Dolch insgesamt 40 Mal auf sie ein. Sie wollte ihn verlassen. Sie wurde 52 Jahre alt.

55. Heringen Sie leben weitgehend von ihrem Geld. Er kontrolliert sie und ist eifersüchtig. Sie will ihn verlassen, als sie sich in einen anderen Mann verliebt, hat aber Angst vor der Reaktion ihres Freundes, wie ihre Mutter der Polizei sagt. Bei einem Waldspaziergang will sie Klarheit schaffen. Er würgt sie minutenlang, laut Spuren habe sie sich verzweifelt gewehrt, so bezeugt es die Gerichtsmedizin. Sie liegt acht Monate lang im Koma, bevor sie stirbt. Sie wurde 24 Jahre alt.

56. Heusenstamm Sie sind seit 24 Jahren verheiratet. Dann verlässt sie ihn für einen alten Schulfreund. Sie wird ihre Strafe noch bekommen, sagt er der Tochter und dem Schwiegersohn, wie dieser von Gericht bezeugt. Sechs Mal schlägt er seiner Frau mit einem Hammer auf den Kopf, drückt ihr dann mit Händen und Unterarmen die Kehle zu. Sie wurde 52 Jahre alt.

57. Kelsterbach Das Paar, er 72, sie 63, arbeiten beide nicht mehr, streiten sich seit Jahren. Er ist eifersüchtig und wirft ihr vor, sie wolle ihn vergiften. An diesem Nachmittag geht es um eine Steuernachzahlung. Im Keller ihres Hauses verletzt er sie mit einer abgebrochenen Glasflasche tödlich am Hals.

58. Langen Sie hatte noch mal studiert, tritt mit 39 Jahren ihre Stelle als Grundschullehrerin an. Er wird arbeitslos. Er drückt ihr, während sie schläft, ein Kissen auf das Gesicht, würgt sie dann zu Tode. Die gemeinsamen Kinder, 13 und 16 Jahre alt, schlafen nebenan. Sie wurden nach der Tat Familienangehörigen in Obhut gegeben.

59. Lich Keine Daten verfügbar.

60. Oberursel Er kontrollierte sie, sie durfte nicht ausgehen, musste ihre Einkünfte abgeben. Sie flirte auf Instagram mit einem anderen, hält ihr Ehemann ihr vor, während sie gerade staubsaugt. 25 Mal sticht er ihr mit dem Messer in den Oberkörper. Im Nebenzimmer sitzen seine neun und zwölf Jahre alten Töchter sowie deren 15-jähriger Cousin. Er droht ihnen, er werde sie auch umbringen, wenn sie jemandem etwas erzählen. Vor Gericht bestätigt die Jugendgerichtshilfe, die Töchter hätten „panische Angst, in Gegenwart ihres Vaters auszusagen“.

61. Alt Rehse (Mecklenburg-Vorpommern) Nach einem Streit fesselt er, bekennender Reichsbürger, sie nackt ans Bett und misshandelt sie mit einer Peitsche. Dort ließ er sie liegen, sie litt Hunger und Durst, ihre Leiche wurde zwei Monate später von der Polizei bei einem Einsatz wegen Ruhestörung gefunden. Die Frau wurde 32 Jahre alt.

62. Rostock Sie waren 13 Jahre lang zusammen, trennten sich dann. Über Monate nähert er sich ihr über ein Fake-Profil in einem sozialen Netzwerk. Mit einem Schlüssel verschafft er sich Zutritt zu ihrer Wohnung und tötet sie, die in der Badewanne liegt, mit mehreren Messerstichen. Gegen das Urteil auf Mord wurde Revision eingelegt.

63. Landkreis Rostock Keine Daten verfügbar.

64. Stralsund Sie ist 85, er 80. Er erstickt sie mit einem Kissen, während sie schläft. Sie hatte die Scheidung gewollt.

65. Vorpommern-RügenKeine Daten verfügbar.

66. Bramsche (Niedersachsen) Sie, 23 Jahre alt, teilt ihm mit, sie wolle ihn verlassen. Er gibt bei gute-frage.de ein: Wie lange kommt man bei Mord ins Gefängnis? Er erschlägt sie mit der Axt, zündet dann die gemeinsame Wohnung an.

67. Bockenem Er fuhr mehrmals am Tag zu dem Bistro, in dem sie arbeitete, um sie zu kontrollieren. Er hatte Zugriff auf ihr Facebook-Konto. Sie beginnt ein Verhältnis mit ihrem Chef, er erfährt davon. Ihre nackte Leiche wird im Gebüsch an der A7 gefunden. Sie wurde 32 Jahre alt und hinterlässt zwei Kinder.

68. Delmenhorst Beide sind obdachlos, leben auf einem brachliegenden Bahngelände, er ist 30, sie 51. Aus Eifersucht schlägt er mit einem Hammer auf sie ein, 80 Mal. Er entblößt sein Opfer, lässt es liegen. Sein Verteidiger gibt vor Gericht an, sein Mandant habe nicht ahnen können, dass die Frau sterben würde. Ihm wird nicht geglaubt. Das Urteil lautet 13 Jahre wegen Totschlags.

69. Hannover Sie hat sich von ihm getrennt, er lauert ihr auf, als sie morgens um 5.30 Uhr zum Dienst als Krankenpflegerin das Haus verlässt. Elf Mal sticht er zu. Sein Opfer klagte ihn einen Monat vor der Tat an; er soll sie in der Beziehung vergewaltigt haben, ihr aufgelauert haben, verkleidet mit Perücke und geschminktem Gesicht, ihr mit dem Tod gedroht haben. „Ich habe sie so geliebt“, sagt er unter Tränen vor Gericht. Sie wurde 35 Jahre alt.

70. Hardegsen Wenige Tage zuvor hat sie sich getrennt. Er lauert ihr auf, sticht mit einem Klappmesser elf Mal auf sie ein. Sie schleppt sich noch 80 Meter weit, bricht dann zusammen. Er tritt vor Gericht mit drei Verteidigern auf, von denen einer regelmäßig in Sat.1-Doku-Soaps auftritt. Sie wurde 23 Jahre alt.

71. Hannover Keine Daten verfügbar.

72. Grünenplan Sie hatte die Trennung schon ausgesprochen, da taucht er überraschend in der ehemals gemeinsam bewohnten Wohnung auf. Es kommt zum Streit. Er prügelt auf sie ein, tritt sie, greift sich einen Hammer und einen Haken. Der Vermieter, der dazwischengeht, kann ihn nicht abhalten. 20 Minuten lang dauert der Angriff. Die drei kleinen Töchter müssen es mit ansehen. Sie wurde 33 Jahre alt.

73. Salzgitter Immer wieder hat er sie geschlagen, deshalb trennt sie sich von ihm. Sie bekommt das Sorgerecht für die vier Kinder zugesprochen. Am Abend der Gerichtsverhandlung sitzt sie mit den Kindern und ihren Geschwistern im Garten. Da taucht ihr Ex-Freund auf, ruft: „Das wolltest du so“, und schießt ihr aus der Nähe in die Stirn. Sie wurde 30 Jahre alt.

74. Salzgitter In der ehemals gemeinsam bewohnten Wohnung sticht er sie nieder. Vier Tage später meldet er sich bei der Polizei und gesteht die Tat. Sie wurde 33 Jahre alt.

75. Winsen Sie sagt ihm, dass es bei der Trennung bleibe, sie sich vorstellen könne, mit jemand anderem zusammenzuleben. Am Abend gelangt er durch die unverschlossene Gartentür in ihr Haus. Er sticht mit dem Messer auf sie ein. Die beiden acht und zwölf Jahre alten Söhne sind auch im Haus. Der ältere der beiden klingelt laut Pressebericht beim 84-jährigen Nachbarn und bittet um Hilfe. Der betrunkene Täter steht im Vorgarten des Reihenhauses und ruft der einrückenden Polizei entgegen: „Erschießt mich, erschießt mich!“

76. Wolfsburg Sie will sich von ihm trennen, er sticht auf sie ein, so die Anklage. Die kleine Tochter versucht, die Mutter zu beschützen, und wird auch verletzt. Einer Polizistin kommen die Tränen, als sie vor Gericht von dem Einsatz berichtet. Er könne sich an nichts erinnern, sagt der Beschuldigte, da er zu betrunken gewesen sei. Ein Urteil steht aus.

77. Aachen (Nordrhein-Westfalen) Er warf ihr vor, mit dem Geld verschwenderisch zu sein, gab jedoch selbst viel für Drogen aus. Zwei Mal hatte sie ihn wegen Körperverletzung angezeigt, die Anzeigen aber zurückgenommen. Sie trennten sich, kamen wieder zusammen, bis sie sich endgültig trennten. Er klingelt an ihrer Wohnung, die Kinder begrüßen ihn freudig, weil sie den Vater lange nicht gesehen haben. Er schickt sie zu seinem Bruder, der nicht weit entfernt wohnt, und sticht 120 Mal auf seine Ex-Frau ein.

78. Arnsberg Er erwürgt sie, ruft die Polizei und fügt sich dann selbst schwere Verletzungen zu. Er ist 82 Jahre alt, sie wurde 81 Jahre.

79. Augustdorf Die Logistikfirma, bei der sie arbeitet, meldet sie als vermisst. Sie wird tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Er hat mehrmals auf sie eingestochen, so oft, dass ihr Tod durch Verbluten eingetreten wäre. Er legt ihr dann ein Drahtseil um den Hals, um sie zu erwürgen. Das Urteil lautet auf Totschlag im minderschweren Fall, da das Opfer provoziert habe.

80. Dortmund Mit 43 Messerstichen tötet er die Mutter seiner Söhne, sieben und drei Jahre alt. Das Foto der Leiche stellt er ins Internet, er bekommt 24 Likes dafür. „Ich weiß, wie sehr ihre Eltern darunter leiden“, sagt er vor Gericht, „ich leide aber auch. Ich habe mein Leben und das meiner Kinder ruiniert.“

81. Düsseldorf Er arbeitet in einem Kiosk in der Nähe ihrer Wohnung, verliebt sich in sie. Sie weist ihn zurück, blockiert seine Telefonnummer. Er stellt ihr nach. Ein Passant wird Augenzeuge der Tat: Der Täter verfolgt das Opfer zu Fuß, sie flieht, er sticht auf offener Straße mehrmals auf sie ein. Sie wurde 36 Jahre alt.

82. Essen Sie arbeitete als Klavierlehrerin, hatte sich von ihrem gewalttätigen Mann getrennt, einem studierten Informatiker. Er bricht nachts in ihre Wohnung ein, schlägt mit einem Hammer auf sie ein, sticht auch mit einem Messer zu. Als sie tot ist, greift er die Schwester des Opfers an, fesselt sie, entkleidet sie, um sie zu vergewaltigen. Sie liegt noch ein Jahr später im Koma.

83. Hagen Weil er einem Bekannten mit einem Schlagring ins Gesicht geschlagen hat, sitzt er in Untersuchungshaft. Er wird entlassen, weil sie beteuert, es bestehe keine Fluchtgefahr, er wohne bei ihr. Vor den Augen des gemeinsamen fünfjährigen Sohns schießt er ihr aus nächster Nähe in den Kopf. Ein Unfall, sagt er vor Gericht. Das Kind sagt aus, es sei Absicht gewesen. Das Urteil lautet auf Totschlag. Sie wurde 24 Jahre alt.

84. Heek Sie haben drei Kinder, 7 und 5 Jahre alt sowie 7 Monate. Sie streiten öfter, er wirft ihr vor, sie zeige dem ältesten Sohn und ihm zu wenig Respekt. Bei einem Spaziergang an einem Ententeich durchtrennt er ihre Halsschlagader, ihre Leiche wirft er in den Teich, beschwert sie mit Netzen und Steinen.

85. Köln Sie sind seit 60 Jahren verheiratet. Er, 89 Jahre, glaubt, sie wolle ihn für einen anderen Mann verlassen. Tatsächlich wollte sie laut Aussage einer Tochter der von Gewalt geprägten Ehe entkommen und ohne ihn in ein Pflegeheim ziehen. Dreimal schlägt er seiner Frau mit einem Schlosserhammer gegen den Kopf, greift dann zum Küchenmesser, sticht sechsmal zu. Immer wieder habe der pensionierte Oberstudienrat seine Frau geschlagen, sei krankhaft eifersüchtig gewesen, nur aus Angst sei sie bei ihm geblieben, erklärt die Tochter vor Gericht.

86. Köln Sie haben sich getrennt. Er sucht sie in dem Restaurant auf, in dem sie als Kellnerin arbeitet. Als sie in den Keller geht, um Getränke zu holen, erschießt er sie mit einer Faustfeuerwaffe, dann nimmt er sich das Leben. Die Gaststätte ist Freitagabend voll besetzt. Sie wurde 50 Jahre alt.

87. Pulheim Sie leben getrennt, er will, dass sie zurückkommt. Sie lehnt ab. Er schießt das Schloss ihrer Wohnung auf, mit ihrer Mutter, die gerade zu Besuch ist, flieht sie. Vier Kugeln treffen sie. Vor Gericht weint er, sagt, er wolle so lange inhaftiert bleiben, bis er sterbe. Sie wurde 24 Jahre alt.

88. Viersen Sie ist 15, er 17. Sie sind seit zwei Jahren ein Paar, dann trennt sie sich. In einem Park in der Innenstadt von Viersen ersticht er sie am helllichten Tag. Die Polizei macht nach falschen Zeugenaussagen betrunkener Obdachloser im Park die Fahndung öffentlich, wonach ein „Nordafrikaner“ gesucht würde. Die AfD ruft zu einer Kundgebung auf.

89. Wesel Sie heirateten schnell, zogen in eine gemeinsame Wohnung. Er begann, sie mit seiner besitzergreifenden Art zu nerven. Sie wollte ausziehen. Er erwürgt sie. Sie wurde 57 Jahre alt.

90. Birken-Honigsessen (Rheinland-Pfalz) Sie lebt in einem Pflegeheim, ist schwer krank. Er bringt sie um, tötet dann sich selbst.

91. Kandel Sie hatte sich getrennt, ihn angezeigt wegen Bedrohung, Nötigung, Verletzung persönlicher Rechte. In einem Drogeriemarkt verletzt er sie mit einem Brotmesser tödlich. Sie wurde 15 Jahre alt.

92. Koblenz Sie sind seit zwei Jahren geschieden, haben fünf gemeinsame Kinder. Er ist betrunken, als er zehn Mal zusticht und sie verblutet. Sie wurde 38 Jahre alt.

93. Neustadt an der Weinstraße Sie haben ein wenige Monate altes Baby zusammen, aber sind nicht mehr zusammen. Sie zeigt ihn an, weil er sie geschlagen und gewürgt hat. Ein Jahr und zehn Monate auf Bewährung, lautet das Urteil. Außerdem darf er sich ihr nicht nähern. Am späten Abend steigt er über den Balkon in ihre Wohnung ein. Er verfolgt sie über mehrere Wohnungen, sticht insgesamt zehn Mal zu, verletzt auch einen Nachbarn, der ihr helfen will. Sie wurde 19 Jahre alt.

94. Merzig (Saarland) Sie wollte sich nach zehn Jahren Ehe trennen. Er, ein Polizist, geht mit dem Hund spazieren, kehrt in das gemeinsame Einfamilienhaus zurück, greift seine Dienstwaffe und schießt ihr, die gerade ein Bad nimmt, dreimal in den Brustkorb. Dann bringt er sich selbst um. Sie wurde 45 Jahre alt.

95. Neunkirchen Sie schreibt ihm eine WhatsApp: Ja, es sei wahr, sie habe sich in einen anderen Mann verliebt. Er fordert sie auf, zur Aussprache zu ihm zu kommen. Er schlägt ihr mit der Faust ins Gesicht, würgt sie minutenlang, bis sie stirbt. Er ruft die Polizei und sagt den eintreffenden Einsatzkräften, er habe seiner Freundin gleich von Anfang an gesagt, wenn sie ihn belüge, betrüge und fremdgehe, würde er sie umbringen. Sie wurde 21 Jahre alt.

96. Saarbrücken Sie kennen sich schon aus Jugendtagen. Er ist bei der Bundeswehr, sie noch eine Schülerin. Sie bekommen fünf Kinder zusammen. Als die Kinder größer werden, macht sie den Führerschein. Er verdächtigt sie, ein Verhältnis mit dem Fahrlehrer zu haben. Mit einem einzigen Axthieb enthauptet er sie, während sie schläft. Dem Fahrlehrer schickt er eine Nachricht vom Telefon seiner Frau: „Schachmatt. Arschloch.“ Sie wurde 34 Jahre alt.

97. Saarbrücken Sie wollte die Trennung. Er greift zum Messer, 18 Zentimeter lange Klinge, sticht zehnmal zu. Sie versucht zu fliehen. Der achtjährige Sohn hielt sich während der Tat in der Wohnung auf. Sie wurde 28 Jahre alt.

98. Borna (Sachsen) Sie leben als Familie in einer Flüchtlingsunterkunft. Er ist eifersüchtig. Vor den Augen der beiden Söhne ersticht er sie. Sie wurde 24 Jahre alt.

99. Chemnitz Sie haben beide Geschichte studiert. Er hat noch den Schlüssel zu ihrer Wohnung, die in einem Gründerzeithaus von 1905 liegt, einem Kulturdenkmal. Sie hat sich erst ein paar Stunden zuvor getrennt, und er weiß, dass sie mit Ohrstöpseln schläft. 18 Stich- und Schnittverletzungen fügt er ihr zu. „Ich liebe sie bis auf den heutigen Tag und werde sie immer lieben“, sagt er vor Gericht. Sie wurde 31 Jahre alt und hinterlässt eine neunjährige Tochter.

100. Chemnitz Er ersticht sie in der gemeinsamen Wohnung und begeht dann Suizid.

101. Dresden Er erschlägt sie, 77 Jahre alt, im Schlaf mit einem Hammer, einem sogenannten Fäustel, der etwa ein Kilo wiegt. Vor Gericht gibt er an, er sei angesichts der finanziellen Probleme verzweifelt gewesen. Er leide unter Spielsucht, habe seit Monaten keine Miete mehr bezahlt und fürchte, seinen Job zu verlieren, weil er sich aus der Firmenkasse bedient habe. Er habe seine Frau vor dem ganzen Ausmaß dieser Schwierigkeiten bewahren wollen.

102. Geringswalde Sie ist 30, sie waren fünf Jahre lang ein Paar, lebten in ihrer Eigentumswohnung. Weil er ihre Urlaubskasse plündert, geht sie auf Distanz, hat vor, sich zu trennen. Er will nochmal reden. 18 Mal sticht er mit dem Küchenmesser zu. Am Flughafen wird er festgenommen. „Es tut mir alles so leid“, sagt er unter Tränen vor Gericht. Er muss den Erben 1000 Euro zahlen, die er ihr noch schuldete.

103. Leipzig Schon vor der Tat greift er sie tätlich an, beschimpft und bedroht sie. Sie ist im achten Monat schwanger, zieht in der Flüchtlingsunterkunft mit den beiden Söhnen in eine andere Wohnung. Er unterstellt ihr eine außereheliche Affäre und ersticht sie. Auch das ungeborene Kind stirbt. Sie wurde 34 Jahre alt.

104. Wilkau-Hasslau Laut Ermittlungen tötet er zunächst seinen Schäferhund, steckt dann das Haus in Brand, in dem seine Frau, seine 92-jährige Mutter und sein Sohn schlafen. Dann nimmt er sich das Leben. Seine Mutter und sein Sohn kommen schwer verletzt ins Krankenhaus, seine Frau stirbt. Sie wurde 50 Jahre alt.

105. Haldensleben (Sachsen-Anhalt) Er war wieder eifersüchtig, sie trennte sich per Nachricht und forderte ihren Wohnungsschlüssel zurück. Er werde sie umbringen, sagt er mehreren Freunden. Mit einer Sektflasche erschlägt er sie. Sie wurde 37 Jahre alt.

106. Halle Sie beendet nach 17 Jahren die Partnerschaft. Er sucht sie in dem Reisebüro auf, in dem sie arbeitet. Er sticht 29 Mal auf sie ein.

107. Magdeburg Sie waren seit 56 Jahren verheiratet. Ihr gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich, ihr Mann kümmerte sich um sie. Er überrascht sie im Schlaf, schlägt ihr mit einer Axt mindestens sechsmal auf den Schädel, fügt ihr dann noch mit einem Messer tiefe Schnitte mit einem Messer am Hals zu. „Ich wollte uns vor weiterem Leid befreien“, sagt er vor Gericht. Tötung auf Verlangen, lautet das Urteil. Sie wurde 76 Jahre alt.

108. Magdeburg Er ruft den Notarzt, sagt, seine Frau sei gestürzt. Nach der Obduktion wird festgestellt, dass die Frau erstochen wurde. Tatverdächtig ist ihr Lebensgefährte. Weitere Daten konnten zu dem Fall nicht ermittelt werden.

109. Schönebeck Er schlägt sie derart heftig, dass sie an den Folgen stirbt. Er bestreitet im Ermittlungsverfahren die Tat. Weitere Daten konnten zu dem Fall nicht ermittelt werden.

110. Bad Schwartau (Schleswig-Holstein) Vor Gericht verliest er mit zittriger Stimme eine dreistündige Erklärung. Seine Frau, eine erfolgreiche Ärztin, habe ihn immer unter Druck gesetzt. Im gemeinsam bewohnten Reihenhaus schlägt er sie erst mit einem Kaffeebecher zu Boden, dann sticht er auf sie ein. Als die Klinge des Messers abbricht, greift er sich ein größeres Messer. Der siebenjährige Sohn steht daneben und sagt: „Tu Mama nicht weh!“

111. Flensburg Sie trennt sich nach zwei Jahren On-off-Beziehung. Er will sich mit ihr zu einem letzten Gespräch verabreden, passt sie am Bahnhof ab, sie gehen zu ihr. 14 Mal sticht er mit massiver Gewalt zu. Sie wurde 17 Jahre alt.

112. Segeberg Sie sind seit 50 Jahren verheiratet. Es ist sein Geburtstag. Laut Ermittlungsergebnis erschlägt der pensionierte Polizist sie mit dem drei Kilo schweren Stößel eines Gewürzmörsers, während sie schläft. Sie wurde 79 Jahre alt.

113. Schackendorf Er überwachte und verfolgte sie. Wenn sie Nachtschicht hatte, rief er bis zu zwölf Mal in dem Krankenhaus an, in dem sie als Krankenschwester arbeitete. Sie will die Scheidung. Auf einem Spaziergang mit dem Hund erschlägt er sie mit einem Zaunpfahl. Sie hinterlässt einen dreijährigen Sohn.

114. Erfurt (Thüringen) Sie streiten immer wieder, meist geht es um die Pflege der schwerstbehinderten achtjährigen Tochter. Es sei vorgekommen, dass seine Frau ihn geschlagen und getreten habe. Dieses Mal schlägt sie auch auf die Tochter ein. Er zieht sie von dem Kind weg, setzt sich auf sie und würgt sie, bis sie blau anläuft. Dann ruft er den Krankenwagen.

115. Erfurt Er ersticht laut Anklage mit dem Küchenmesser seine 34 Jahre ältere Geliebte.

116. Jena Er erschlägt laut Ermittlungsergebnis seine Ex-Freundin, 25, ersticht ihren neuen Freund, der bei ihr ist. Dann zündet er den Holzkohlegrill in der verschlossenen Wohnung an, um sich und das drei Wochen alte Baby zu vergiften, das er und seine Ex-Freundin haben.

117 bis 122. Keine Daten verfügbar

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