Buchbesprechung: Meike Stoverock: Female Choice (Gastbeitrag von Ronin)

Ronin hatte mir relativ kurzfristig nach der Ankündigung von Djadmoros, dass er eine Besprechung machen will, ebenfalls eine  Besprechung übersandt. Das Buch hat anscheinend einen Nerv getroffen, was angesichts der biologisch eher gewagten Thesen aber auch verständlich ist. Hier daher die dritte Rezension des Buches

„Female Choice“ von Meike Stoverock

Eine Rezension

Female Choice bezeichnet in der Biologie das Prinzip, dass ausschließlich das Weibchen die Wahl trifft, mit welchen Männchen es sich paaren will. Da das Weibchen mit dem Nachwuchs das höhere Risiko und den höheren Aufwand hat, verfolgt es die Strategie, nur die Männchen mit den besten Genen auszuwählen. Deshalb konkurrieren die meisten Weibchen um eine Minderheit der Männchen, wodurch wiederum ein großer Teil der Männchen fortpflanzungsmäßig leer ausgeht.
Die Männchen dagegen haben nur geringen Aufwand bei der Fortpflanzung und verfolgen eine Strategie der Masse. Deshalb ist ihr Sexualtrieb ungleich aggressiver; umso negativer wirkt es sich für sie aus, dass die meisten von ihnen sexuell nie zum Zug kommen.
Das alles belegt die Autorin anschaulich anhand verschiedener Beispiele aus der Tierwelt. Ihre These ist nun, dass auch der Mensch in seiner ursprünglichen Gesellschaft als nomadisierende Jäger und Sammler diesem Prinzip unterworfen war. Genetische Untersuchungen scheinen dies auch zu belegen.
Mit dem Aufkommen des Ackerbaus, so die Autorin, hätte dies sich jedoch geändert: Das Konzept Besitz kam auf, und statt guter Gene war an einem Mann nun sein Vermögen das Wahlkriterium für Frauen. Bei den Männern erzeugte das das Bestreben, ständig mehr Macht und Besitz anzuhäufen, um mehr Frauen zu bekommen. Dadurch seien Machtstrukturen mit Männern an der Spitze und im Endeffekt eine stark männlich geprägte Zivilisation entstanden.
Ein wichtiges Merkmal der Zivilisation war die Monogamie. Die Monogamie versorgt die Männer gleichmäßig mit Zugang zu Sex: Zwar hat jeder nur noch eine Frau, dafür geht aber niemand leer aus. Für die Frauen bedeutet dies aber ein starke Einschränkung ihrer Freiheit; sie werden quasi zu Eigentum. Die Autorin geht sogar so weit, zu sagen, dass die Monogamie der Grundstein für die Zivilisation war – von der Notwendigkeit zur ständigen Suche nach einer Sexpartnerin befreit, konnte sich der Mann dem Fortschritt widmen.
Durch die Monogamie wurde das natürliche Prinzip der Female Choice beim Menschen quasi über die Kultur abgeschafft.
Die Folge ist eine hochgradig männerdominierte, patriarchale Gesellschaft, die sich seit der neolithischen Revolution gebildet hat und bis heute fortbesteht. Dass Frauen aus allen wichtigen Entscheidungen, auch über ihren eigenen Lebensentwurf und über ihren eigenen Körper, ihre Fortpflanzung, herausgehalten wurden, begann sich erst im Laufe des 20. Jahrhunderts umzukehren. Aber selbst heute ist die Gesellschaft auf männlichen Prinzipien aufgebaut: Nur mit männlichen Eigenschaften wie Leistungsbereitschaft, Konkurrenzdenken, Macht- und Besitzstreben kommt man weiter.
Bis dahin ist alles ziemlich plausibel und gut erläutert. Ob es auch gut belegt ist, ist schwer zu sagen, denn Frau Stoverock zieht keinerlei Referenzen von ihrem Text zum
Literaturverzeichnis. Ob eine Aussage fundiert ist, nur Behauptung oder „gefühlte Wahrheit“, wüsste man nur, wenn man die komplette Sekundärliteratur ebenfalls durchwälzt. Wenn man jemanden von seinen Thesen überzeugen will, ist das keine gute Taktik.
Eine eklatante Benachteiligung der Frau sieht die Autorin auch heute noch, etwa in der Form, dass der Staat in die körperliche Autonomie von Frauen eingreift, indem er Abtreibungen reglementiert; oder dass alleinerziehende Mütter nicht so gefördert werden, dass ihr Armutsrisiko verschwindet; oder dass Väter sich zu leicht der Unterhaltspflicht entziehen können.
Männer sieht Frau Stoverock übrigens sowohl als Täter als auch als Opfer dieses Systems: Im kapitalistischen Hamsterrad stehen sie immer unter Erfolgsdruck, befinden sich im ständigen Konkurrenzkampf, müssen immer Stärke zeigen und dürfen nie über ihre Gefühle reden. Da die Männer dieses System aber selbst geschaffen haben und es aufrecht erhalten, hält sich ihr Mitleid mit ihnen in Grenzen.
Nach meiner Ansicht ist diese Aussage aber ungerechtfertigt – als ob heutige Männer etwas für ein System könnten, das vor 10000 Jahren entstanden ist, und als ob sie sich dem einfach entziehen oder es ändern könnten. Das könnten nur die, die an der Spitze sind, und die haben keinen Anreiz dazu. Außerdem wird dieses System ja genauso von Frauen getragen: Sie wollen ja Männer, die selbstbewusst, ehrgeizig und erfolgreich sind. Und mal ehrlich: Welcher Mann, der das hier liest, hat eine Frau, die etwas von seinen Gefühlen hören will? Sie will ja, dass der Mann ihr ein Fels in der Brandung ist und nicht ein Klotz am Bein.
Genauso absurd wäre es, es den Frauen anzukreiden, dass sie sich damals vor 10000 Jahren den Männern mit dem vielen Land und Vieh an den Hals geworfen haben, anstatt bei den besten Jägern zu bleiben. Damit hat das Patriarchat ja laut der eigenen These der Autorin erst angefangen.
Tatsache ist, dass das damals eine lang andauernde, evolutionäre Entwicklung war, die sich ganz automatisch aufgrund natürlicher Verhaltensweisen so ergeben hat. Die Männer haben sich nicht irgendwann hingesetzt und überlegt, wie sie am Besten die Frauen versklaven können, und am nächsten Tag die Monogamie eingeführt.
Der an herkömmliche feministische Texte gewöhnte Leser liest dann auch etwas von Gender Pay Gap und verdreht die Augen: Es ist schließlich ein offenes Geheimnis, dass die unterschiedlichen Durchschnittslöhne von Männern und Frauen nicht auf direkter Diskriminierung beruhen, sondern auf unterschiedlichen Präferenzen wie Berufsfeld, Work-Life-Balance, Ausfallzeiten für Kinder usw. – aber genau darin sieht die Autorin eben doch eine Diskriminierung; keine direkte, sondern eine, die dadurch verursacht wird, dass das ganze Wirtschaftssystem im Grunde auf männliche Werte aufgebaut ist.

Dagegen kann man argumentativ erst mal wenig sagen; zwei, die unterschiedliche Wertesysteme haben, können schlecht darüber argumentieren, was gerecht ist.
Die weiteren Thesen der Autorin sind aber an dieser Stelle wenig durchdacht. Sie schreibt z.B., wenn die Ursache, dass Frauen seltener befördert werden, darin liegt, dass sie nicht nach Beförderungen verlangen, dann müsse man in Zukunft eben die Beförderungen vornehmen, ohne dass jemand danach verlangt. Nur dann wäre es gerecht. Dass aber eine Beförderung oft auch mit mehr Verantwortung einhergeht und von dem oder der Beförderten auch gewollt sein muss, daran scheint sie nicht zu denken.
Argumenten wie, dass die Arbeitswelt so umgestaltet werden sollte, dass ein Kind kein
Karrierehindernis für eine Frau mehr ist, kann ich eher folgen. Jedenfalls findet sie die Gesellschaft, so wie sie war und ist, nicht gerecht. Deshalb schlägt sie vor, langfristig einen größeren Umbau des ganzen Wirtschaftssystems, der ganzen Gesellschaftsordnung vorzunehmen, hin zu einem System, das nicht mehr allein auf
männlichen Vorstellungen beruht. Den Schlüssel dazu sieht sie in der Rückkehr zum natürlichen Prinzip der Female Choice.

Das bedeutet: Die Monogamie als idealisierte Beziehungsform wird abgeschafft, die Frau darf schlafen, mit wem sie will, und wenn sie ein Kind will, sucht sie sich einen Mann für ein paar Jahre, bis das Kind aus dem Gröbsten heraus ist, und ist dann wieder frei, sich einen anderen zu suchen. Das funktioniert nur, wenn die klassische Rolle des Vaters als Ernährer in den Hintergrund tritt und stattdessen die Gemeinschaft die Versorgung und Erziehung der Kinder übernimmt. Außerdem soll es normal werden, dass Frauen ihre kleineren Kinder überall hin mitnehmen, auch zur Arbeit. Dabei nimmt sich die Autorin traditionell lebende nomadische Ethnien zum Vorbild.


Außerdem muss jede Reglementierung der weiblichen Sexualität abgeschafft werden – sie muss allein darüber bestimmen können, ob, wann, und mit wem sie ein Kind bekommt und ob sie es austrägt oder nicht.
Der Haken an der Sache: Wie oben erwähnt, konkurrieren Frauen um eine kleine Minderheit von genetisch herausragenden Männern – Studien über Dating-Apps zufolge sind das etwa 20% während der Rest der Männer nur wenig oder keine Chancen auf eine Partnerin hätte.
Die Autorin nennt mehrere Anzeichen dafür, dass eine Entwicklung in diese Richtung bereits eingesetzt hat. In Norwegen bleiben bereits bis zu 20% der Männer kinderlos, bei gleichbleibender Geburtenzahl. Die Anzahl der Incels würde unter Female Choice, so wie sie sich das vorstellt, durch die Decke gehen und damit wahrscheinlich auch die Zahl der Gewalttaten und der Zulauf zu radikalen Parteien. Große Mengen sexuell frustrierter und chancenloser Männer sind ein Pulverfass.
Wenn feministische Autorinnen über Incels schreiben, dann weisen sie zumeist alarmistisch auf das Problem hin, machen aber fast nie Vorschläge, was man denn dagegen tun soll, außer die Foren zu schließen, in denen sie sich organisieren. Wütend zu sein, weil man keine Partnerin findet, kann man schließlich nicht verbieten. Meike Stoverock ist die erste, die zwar kein Verständnis für deren Hass auf Frauen zeigt, aber für ihre Frustration, und sich wundert, dass man Menschen, die aufgrund von z.B. Arbeitslosigkeit von Wohlstand ausgeschlossen sind, hohe Empathie entgegenbringt, aber solche, die dasselbe Problem bei Partnerschaft und Sexualität haben, komplett verachtet. Aber auch das führt sie auf die patriarchalische Gesellschaft zurück.
Sie fordert eine Reihe von Gegenmaßnahmen – alss Erstes eine Wende in der
Sexualerziehung. Sexualität und Nacktheit sollten nicht mehr als etwas Schmutziges, etwas Beschämendes, etwas Besonderes oder gar etwas Heiliges (Religion sollte sowieso komplett ins Private verbannt werden) dargestellt werden, sondern als ein ganz natürliches Bedürfnis. Mädchen sollte beigebracht werden, dass, was immer sie mit ihrem Körper tun wollen, in Ordnung ist, solange es einvernehmlich ist.
Jungs dagegen müsste man von Anfang an beibringen, dass es ganz natürlich ist, wenn einige, vielleicht sogar die Mehrheit, nie Sex, eine Partnerin oder Kinder haben werden. Heute dagegen werden Jungen als Verlierer bezeichnet, wenn sie keinen Sex hätten, und sie werden in dem Glauben gelassen, dass jeder Junge Sex bekommen kann, wenn er sich nur richtig anstellt (was auch jetzt schon nicht stimmen würde, sagt Frau Stoverock). Female Choice hieße aber, dass allein das Mädchen entscheidet, mit wem sie schläft, und dass weder sie noch er daran schuld sei, wenn es nicht dazu kommt. Jungs müsse beigebracht werden, dass sie sich nicht schlecht fühlen müssen und sie als Mensch nicht weniger wert sind oder weniger Respekt verdienen, nur weil sie keine Frau bekommen. Zitat: „Die Verknüpfung von Mannsein und Sex muss gelockert werden“.
Natürlich ist Frau Stoverock klar, dass das nicht reichen wird, um sämtliche sexuelle Frustration abzufangen. Man müsse den übrig gebliebenen Männern Ausweichmöglichkeiten bieten – und das ist der Punkt, an dem das Ganze ein wenig ins Science Fiction abgleitet.
Noch eher bodenständige Vorschläge gehen in die Richtung, dass sich diese Männer mit Pornographie und Prostitution behelfen sollen. Diese seien zu enttabuisieren und zu normalisieren, wobei ausbeuterische Missstände darin natürlich bekämpft werden sollen.
Außerdem solle Homosexualität enttabuisiert werden und die strikte Trennung in schwul/nicht schwul aufgehoben werden – so würden sich für Incels auch viele Möglichkeiten ergeben. Und für wen das nichts ist, für den gebe es ja schließlich inzwischen realistische Sexpuppen, und bald wohl auch Sexroboter.
Und wenn das alles nichts hilft, soll es Sexualassistenz auch für Menschen ohne Behinderung geben, staatlich finanziert und bei Bedürftigkeit zu beantragen.
Als Letztes erläutert Frau Stoverock noch ihre Pläne, wie man das Wirtschaftssystem umbauen müsste. Und wir bleiben beim Science Fiction:

Das Geldsystem solle reformiert oder abgeschafft werden; jede Arbeit solle gleich viel wert sein und gleich bezahlt werden; eine Obergrenze für Besitz soll verhindern, dass einzelne zu mächtig werden und die Motivation nach immer mehr Reichtum bremsen; und Unternehmen (Privatwirtschaft gibt es anscheinend noch) sollen verpflichtet werden, Wohnraum für ihre Mitarbeiter bereitzustellen.
Letztere Forderung finde ich besonders kurios; ob das wohl bedeuten soll, dass man auch gleich obdachlos wird, wenn einem die Arbeitsstelle gekündigt wird?
Man merkt, dass sie sich hier außerhalb ihres Fachgebiets bewegt. Alles in Allem finde ich das Buch gut geschrieben und viele der Thesen auch durchaus plausibel.
Positiv finde ich, dass sie keine Scheu hat, menschliches Verhalten mit biologischen Vorgängen zu erklären – heute wird man da schnell in die Ecke der bösen „Biologisten“ gestellt, die Benachteiligungen angeblich mit Pseudowissenschaft rechtfertigen wollen (was größtenteils Propaganda ist). Sie leugnet ja auch nicht den Effekt der Kultur, denn darauf basiert ja gerade die These: Dass das eigentlich natürliche Fortpflanzungsverhalten der Frau durch Kultur zugunsten der Männer ausgehebelt worden sei. Sie positioniert sich klar gegen eine rein sozialkonstruktivistische Sichtweise auf Geschlecht, wie sie von John Money und Judith Butler trotz ihrer wissenschaftlichen Unhaltbarkeit vertreten wurde und wird.
Was mir an dem Buch allerdings fehlt, ist eine Auseinandersetzung mit anderen möglichen Faktoren, die die Zivilisation ermöglicht haben und die sie so geformt haben, wie sie ist. Einen erheblichen Anteil wird z.B. auch die Erfindung der Arbeitsteilung gehabt haben, aber die Autorin schreibt fast so, als ob die Unterdrückung der weiblichen Sexualität der einzige Faktor war. Abgesehen davon gibt es für ebendiese auch noch eine andere möglich Erklärung, nämlich die Dezimierung der Männer durch Kriege, harte Arbeit und schlechte Gesundheitsversorgung.
Dadurch wurden Männer knapp und die Freiheit der Frauen beschränkt. Eine Frau musste sich dem Willen der Männer fügen, sonst bekam sie keinen Partner, weil es einfach zu wenige gab.
Das würde auch meiner Ansicht nach plausibler erklären, warum sich Frauen absurden
Schönheitsidealen unterwerfen mussten, um attraktiv zu sein, als die Theorie, dass dies einfach irgendwann vom Patriarchat verfügt worden ist und seither den Frauen eingeredet wird, bis sie es selbst glauben.
Die Tatsache, dass wir dank einer langen Friedenszeit, Bürojobs und Krankenversicherung wieder einen deutlichen zahlenmäßigen Überschuss an Männern haben (jedenfalls was die Altersgruppe 18 – 45 betrifft), könnte auch eine Erklärung sein, warum das Prinzip Female Choice heute wieder an Boden gewinnt.
Dass es das nämlich tut, davon bin ich überzeugt. Ich glaube sogar, dass das Prinzip schon viel weiter Einzug gehalten hat, als Frau Stoverock sich denkt.
Die Idee, Jungen beizubringen, dass übrigzubleiben etwas Natürliches ist und man nicht wertlos ist, wenn man keine Frau rumkriegt, halte ich grundsätzlich für gut, aber ob es etwas nützt?
Ich selbst hatte auch ziemlich spät meine erste Beziehung, aber ich hegte nie Hass auf Frauen.
Ich dachte nur die ganze Zeit, mit mir stimmt etwas nicht, da alle um mich herum Beziehungen hatten. Erst als es dann das Internet gab und ich erfuhr, dass das noch viele andere betrifft, wurde mir klar, dass es wohl einfach eine gewisse natürliche Menge an Männern geben muss, die übrig bleibt. Beruhigend fand ich das aber nicht. Wenn es etwas an mir gewesen wäre, was man hätte beheben können, wäre ich hoffnungsvoller gewesen.
Natürlich hätte ich es in der Schule besser gefunden, wenn man mir nicht gesagt hätte, ich sei eine Niete, weil ich keine Freundin hatte, sondern wenn man mich verständnisvoll beiseite genommen und mir gesagt hätte, dass es ganz natürlich ist, dass manche allein bleiben und ich deswegen nicht weniger wert bin. Aber hätte es langfristig an meiner Frustration etwas geändert? Ich glaube kaum.
Deshalb glaube ich auch nicht, dass die Vorschläge der Autorin das Problem der wütenden überzähligen Männer in den Griff kriegen würden. Sexpuppen?! Frau Stoverock glaubt anscheinend, dass es Männern ausschließlich um Sex geht. Man braucht ihnen nur etwas zum Ficken zu geben, und schon sind sie harmlos. Sehr simpel gedacht. Eine Gesellschaft so wie sie es sich vorstellt, mit 80% oder mehr Single-Männern ohne Chance auf eine Partnerin – das wird auf jeden Fall zu Konflikten und zu Gewalt führen. Im besten Fall verfallen diese Männer dann in Lethargie und lassen sich vom Staat aushalten.
Ich halte es aber für plausibel, dass sich unsere Gesellschaft trotzdem in diese Richtung entwickeln wird. Es gibt ja nicht nur schon Symptome wie Incels und Pick-Up, sondern auch Frauen, die das Modell „alleinerziehende Mutter“, früher ein Garant für das gesellschaftliche Aus, nicht nur nicht problematisch finden, sondern sogar anstreben.
Aber anders als Frau Stoverock glaube ich nicht, dass die Politik da nachhelfen muss. Das ist eine Entwicklung, die sich aufgrund von Verhaltensmustern und Reaktionen auf externe Faktoren ganz automatisch vollzieht. In ein paar Generationen wird sich keiner mehr vorstellen können, einen Partner nicht über elektronische Plattformen zu finden, und die sind der Inbegriff von Female Choice. Wie man dann die 80% Incels davon abhält, die Gesellschaft zu zerstören, weiß ich nicht. Jede Lösung, die mir einfällt und die nicht zum Scheitern verurteilt ist, hört sich nach Endlösung an.
Ob aber Female Choice letztendlich zu einer gerechteren Gesellschaft führt, wage ich zu bezweifeln. Denn wer wird Frauen daran hindern, dann doch wieder vermögende, erfolgreiche Männer auszuwählen, die nach Macht streben? Das Prinzip Female Choice hat sich vor 10000 Jahren auf genau diese Weise schon einmal selbst abgeschafft, was spricht dagegen, dass genau dasselbe wieder passiert?

86 Gedanken zu “Buchbesprechung: Meike Stoverock: Female Choice (Gastbeitrag von Ronin)

  1. „Wie man dann die 80% Incels davon abhält, die Gesellschaft zu zerstören, weiß ich nicht.“
    Das halte ich für ein falsches Framing. Die Incels werden die Gesellschaft nicht zerstören – sie werden im Wesentlichen aufhören, sie zu stützen, weil sie sich ausgebeutet fühlen werden. Wenn dann die Gesellschaft zusammenbricht, ist das nicht die Schuld der Incels. (Um eine Analogie zu gebrauchen: Die Abschaffung der Sklaverei in den amerikanischen Südstaaten wurde begleitet von Befürchtungen, die Wirtschaft in diesen Staaten würde ohne die Sklaven zusammenbrechen – aber würde man dann sagen, dass die Ex-Sklaven die Wirtschaft zerstört hätten? Wohl eher nicht.)

  2. Die Frau hat offenbar nicht verstanden, dass das Ende der Monogamie, auch das Ende der Zivilisation wie wir sie kennen bedeutet. Obwohl sie es am Anfang erwähnt, versteht sie das nicht. Sie denkt nicht darüber nach, dass ein Mann, der keine Chance hat eine Frau zu bekommen, keine Motivation hat großes für die Gesellschaft zu erreichen, ganz einfach weil ihm die Gesellschaft egal ist. Ein Mann, der kein Gewinn aus einer Sache ziehen kann, wird früher oder später aufhören da Energie hineinzustecken.
    Wenn die Karotte fehlt, dann läuft nicht einmal der Esel. Aber die 20% der Erfolgreichen, können die nicht den Laden am laufen halten? Nein, denn diese bekommen die Frauen ja so, die werden sich eher um ihr Aussehen kümmern, als darum einige Loser weiter zu unterstützen.
    In der Realität würde es aber vermutlich dazu führen, dass viele der 80% Loser sich einer Gruppe anschließen, welche sich das nimmt, was ihnen verwehrt wurde. Ein Beispiel dafür sind die frühen Wikingerüberfälle oder viele der IS Angehörigen in Syrien und dem Irak. Männer die keine Frau abbekommen werden gewalttätig und nehmen sich das, was ihnen gefällt.

    Was kann jetzt die Lösung sein?
    Die Idee 90% der männlichen Föten abzutreiben kam ja schon einmal von einer Feministin.
    Das würde dann dazu führen, dass die Männer gar nicht mehr arbeiten, wozu auch, sie haben ja das, was sie wollen und selbst der Hässlichste hat mehr Pussy als je zuvor. Bestenfalls arbeiten diese Leute für sich selbst aber ansonsten werden sie die Frauen arbeiten lassen.

    Sexroboter? Ja, eine gute Idee. Für einen solchen Roboter müsste man schon Geld verdienen. Allerdings würden dann die Frauen bald komplett unter den Tisch fallen, da diese Roboter natürlich mit der Zeit so gut werden würden, dass sie die biologischen Frauen komplett verdrängen, nicht nur in Sachen Sex, sondern auch in Sachen Liebe. Aber auch dann würden viele Männer nur noch so viel arbeiten wie es wirklich nötig ist, um sich das neueste Modell zu kaufen.

    Die Autorin versteht nicht, dass MGTOW im Prinzip der Beginn der Abkopplung ist. Natürlich haben Frauen vor den MGTOW die sich so bezeichnen keine Angst, Angst haben sie, vor den vielen Männern, die so handeln wie MGTOW aber sich nicht so bezeichnen. Denn wenn die Nachfrageseite sinkt, dann sinken die Preise und Frauen merken dies bereits jetzt. Es geht hier auch nicht um die individuelle Frau, der mag das egal sein, aber wenn immer weniger Männer bereit sind die Drecksjobs der Gesellschaft zu machen, dann wird das auch die individuelle Frau irgendwann bemerken. In Deutschland wird versucht dies durch Immigranten aus 3. Welt Länder zu kompensieren aber durch das Wirtschaftswachstum, was in Afrika durch China angestoßen wurde, sinkt die Geburtenrate immer mehr. Vielleicht wird sie in 20 Jahren niedrig genug sein, dass keiner mehr kommt. Wer macht dann die Drecksjobs für die Frauen?

    • Vermutlich, wenn die technologische Entwicklung so weitergeht, wird es eine Gesellschaft wie in der Romanreihe „His Robot Patience“ von Wesley Allison sein. Die Männer (und auch Frauen) nehmen einen Roboter als Partner, der alles für sie tut, die Drecksjobs werden auch von Robotern erledigt.Selbst die amerikatnischen Kriege werden von Robotern geführt, während die Soldaten, gleich der Drohnenpiloten heute, in Büros sitzen.
      In der Reihe wird auch von einem Mann berichtet, der neben einer Roboterfrau auch Roboterkinder hat. Leider gibt es die Bücher nur auf Englisch, sind aber gut verständlich zu lesen. Der erste Roman „His Robot Girlfriend“ gibt es kostenlos bei allen E-Book-Läden.

    • Sie denkt nicht darüber nach, dass ein Mann, der keine Chance hat eine Frau zu bekommen, keine Motivation hat großes für die Gesellschaft zu erreichen

      Männer die keine Frau abbekommen werden gewalttätig und nehmen sich das, was ihnen gefällt.

      Du scheinst ein genauso krankes Welt- und Männerbild zu haben wie die Dame. Bist du sicher, daß du bei der seriösen Feminismuskritik richtig bist?

      • „Du scheinst ein genauso krankes Welt- und Männerbild zu haben wie die Dame. Bist du sicher, daß du bei der seriösen Feminismuskritik richtig bist?“
        Du gehst von einer friedlichen Gesellschaft, aus die wie die unsere sediert ist. Schau dich doch mal in der Geschichte um. Schau mal in die Bürgerkriegsgebiete, schau in die Konfliktzonen dieser Welt. Lustigerweise ist der Gründungsmythos der Stadt Rom damit sehr stark verbunden. Der Raub der Sabinerinnen ist eine Geschichte wo es genau um dieses Thema geht. Und die wurde schon vor 3000 Jahren geschrieben.

        • Du scheinst keinerlei Ahnung von den Ursachen sexueller Gewalt zu haben.

          Männer, die selbst keine sexuelle Gewalt in der Kindheit erfahren haben, werden auch in Bürgerkriegen etc. keine Frauen vergewaltigen.

          Kommt doch mal aus dieser peinlichen, sozialdarwinistischen, pseudowissenschaftlichen Blase raus.

          In diesem Text wird die Kindheit eines Sexualstraftäters „durchgenommen“: Und, oh Wunder, er wurde von seiner Mutter sexuell mißbraucht: http://www.alice-miller.com/de/frenzy/

          Werdet doch mal erwachsen. Kein psychisch gesunder Mann übt Gewalt gegen Frauen aus, auch wenn er noch so geil ist.

          PS: Mir ist natürlich klar, daß es „schön“ ist, Gewalt pseudowissenschaftlich zu mystifizieren, statt die wirkliche Ursache, nämlich elterliche Gewalt gegen Kinder, zu sehen. Solch ein Verhalten ist aber infantil bzw. unwürdig.

          • Du scheinst es immer noch nicht verstanden zu haben, was ich schreibe, oder? Deutschland ist nicht die Welt. In anderen Teilen der Welt, wo Männer keine Chance haben eine Frau zu bekommen und dies ist in manchen Regionen und zu manchen Zeiten der Fall, reifen Männer zur Gewalt und nehmen sich, was ihnen verwehrt wird. Das ist im syrischen Bürgerkrieg gut dokumentiert und auch für verschiedene andere Zeiten in der Geschichte. Dass es in normalen Zeiten nicht passiert liegt natürlich auch daran, dass diese Abenteurer nicht zugelassen werden aber in besonderen Zeiten passieren besondere Dinge. Ich schreibe hier auch von einem Massenphänomen und nicht von irgendeinem vereinsamten Jungen, der von den Eltern sexuell belästigt wurde. Offenbar reicht deine Vorstellungskraft nur bis zur Landesgrenze, vielleicht solltest du einfach mal deinen Horizont erweitern und ein paar Geschichtsbücher auspacken, dann wirst du sehen, dass diese Phänomene nicht so selten sind wie du glaubst.
            Und über Vergewaltigungen habe ich noch gar nicht geschrieben, die kommen nämlich in den meisten Kriegen regelmäßig vor, vor allem dann, wenn es sich um irreguläre Truppen handelt.

            PS: Nimm mal deine Männerrechtlerbrille ab, du klingst wie eine Feministin die nicht wahrhaben will, dass ihr Geschlecht eben nicht nur aus Heiligen besteht.

    • Ja, wie man es dreht und wendet, es scheint immer darauf hinauszulaufen, jemanden für sich selbst arbeiten zu lassen. Das ist so auch in Ordnung, nur in solchen Szenarien gewinnen die Belohnungssysteme eine besondere Bedeutung. Meine Frage ist jeden Tag die gleiche, wie kann ich meine Kollegen motivieren, ihr bestes zu bringen.
      So wird auch in den obigen Szenarien die Hauptfrage sein, wie kann ich die Menschen motivieren eine gute oder gar bessere Leistung weiter zu erbringen, von der wir so gut leben.
      Und in der Tat scheinen viele Menschen davon auszugehen, die Ausgangsparameter (meist zu deren Gunsten) verändern zu wollen, aber die Verhältnisse weitestgehend beibehalten zu wollen.
      Dabei begegnen mir zunehmend Menschen (auch in Beziehungen), die sich ernsthaft fragen, wenn ich keine Kinder habe, warum soll ich dies und das. Man ist so allgemein mit weniger zufrieden, und wirtschaftlich ist das ein Desaster.
      Klare Symptome der Dekadenz halt…

  3. Hmmm, warum bringen wir den Frauen nicht bei, dass es nichts Schlimmes und Verwerfliches ist, einen statusniedrigen Mann zu haben? Und wenn jedwede Arbeit eh gleich bezahlt wird, hat doch ohnehin jeder den gleichen Status.

    • Das war ja in der UdSSR der Fall. Es gab da mal ein Buch von einer Deutschen, die dort etwa ein Jahrzehnt gelebt hat und viele Freunde hatte. Die hat geschrieben, dass zwar Ärzte und Krankenschwestern genauso viel verdient haben aber ein Arzt ein viel höheres Prestige hatte. Daraus folgte, dass es zwar genügend Ärzte aber zu wenig Krankenschwestern gab. Deswegen wurde die Schwester gerne bestochen, damit sie sich um die Patienten kümmerte. Zudem konnte sich die Schwester jedes Benehmen erlauben – sie war in einer guten Verhandlungsposition, wer sich über sie Beschwerte, der musste sich um seine Angehörigen selbst kümmern.
      Man kann an diesem Beispiel sehr gut sehen, dass Angebot und Nachfrage auch im Sozialismus nicht außer Kraft gesetzt werden. Auch ist Status mehr als nur Geld, in der Tat hat Geld ziemlich wenig mit Status zu tun. Ein Lottogewinner hat ja auch keinen höheren Status, während jemand der Arm ist aber dafür etwas besonders Tolles kann (z.B. 10 Fremdsprachen spricht) unter Umständen einen viel höheren Status hat. Daraus speisen sich ja auch die SJW, die in ihrer Gruppe einen um so höheren Status haben, je „reiner“ sie sich geben.

    • Dann hast nicht unbedingt jeder den gleichen status, man muss ihn nur anders ausbilden als über Geld.
      Wobei es natürlich schlicht nicht klappt alle gleich zu bezahlen. Es lässt sofort schwarze Kassen und „Zusatzeinahmen“ aller Art entstehen, weil sonst die Jobs nicht besetzbar sind.

  4. Dieses Buch ist ja wirklich ein Füllhorn von Erstaunlichkeiten.

    Die Männer haben also die Polygamie und Vielweiberei abgeschafft, um ihresgleichen gerechten Zugang zur Ressource Frau und damit Nachwuchs zu ermöglichen.
    Daraus, dass fortan nicht mehr jede Praktikantin eine Chance auf Jeff Bezos hatte, begründet sich das Patriarchat. Dass Jeff vielleicht aber nicht mit jeder aus der Seele Stinkenden sofort in die Kiste hüpfen will, nur um ihr dann das Leben mit den Bälgern zu finanzieren – diese Male Choice scheint außerhalb der Vorstellungskraft der Autorin zu stehen.

    Die Forderung, die sich da anscheinend rausschält, entspricht weitgehend der vierten Welle des Feminismus: Die Frau ist geil und hat Sex mit einem Mann ihrer Wahl – wenn sie ein daraus entstehendes Kind nicht haben will, dann treibt sie ab. Wenn sie es aber haben will, dann obliegt es der Gesellschaft, diesen Umstand als die Arbeit dieser Frau anzusehen und sie fortan jenseits jeden Armutsrisikos zu versorgen. Wenn sie dem Vater Kontakt zu ihrem Kind gewährt, erfolgt das immer nur entsprechend ihren Vor- und Maßgaben.

    Wenn eine Frau aber so schlimm aus der Seele stinkt, dass sie nicht mal jemand mit FFPx-Maske vögeln möchte, dann erhält sie eine anonyme Samenspende. Das gilt zum Beispiel auch, wenn sie Männer generell nicht mag oder lästig findet.

    So oder so. Viele Frauen und Männer finden keinen Partner oder verlieren ihn. Wenn ich die verbitterten, mittelalten Frauen am Gemüsestand in Action erlebe, frage ich mich immer, was denn dieses Thema „Incels“ überhaupt bedeuten soll. Hier wird doch nur eine männliche Gruppe klassifiziert und als Gefahr aufgeplustert.
    Wie geht denn die Besitzerin des kleinen Schokoladengeschäfts um die Ecke mit ihren Kunden um, nachdem sie jetzt schon über 60 ist und noch immer nicht Johnny Depp in der Tür stand? Da hat sie seit vielen Jahren ihren Ehegattenunterhalt reininvestiert – und trotzdem kommen nur andere alte Frauen, die fair gehandelte Bio-Schoki kaufen. Na klar ist die stinksauer. Aber keiner nennt sie „Incel“. Obwohl jeder männliche Kunde sofort spürt, welche Gefahr da lauert, wenn er ihren Laden betritt.

    Nachdem mein Opa an der Ostfront verreckt war, hat meine Oma unter den paar hier verbliebenen Männern einen Nazi-Fotografen aufgerissen, den sie unbedingt behalten wollte. Der war aber eher an meiner Mutter interessiert. Also erklärte meine Oma ihr, sie solle „sehr lieb“ zu dem Mann sein, wobei sie mit lieb nicht wirklich lieb meinte. Wie würde Frau Stoverock diese Choice einordnen?

    Ich sehe zunehmend das Bestreben, mit solchen Theorien und ähnlichen anthropologisch-biologistischen Umdeutungen ein vorgeblich wissenschaftliches Fundament für unsere künftige Welt der Herrenfrauen zu schaffen. Denn erst die garantiert die wahre Female Choice.

    P.S. Dank, mir hat die Besprechung gut gefallen.

    • „Die Forderung, die sich da anscheinend rausschält, entspricht weitgehend der vierten Welle des Feminismus: Die Frau ist geil und hat Sex mit einem Mann ihrer Wahl – wenn sie ein daraus entstehendes Kind nicht haben will, dann treibt sie ab. Wenn sie es aber haben will, dann obliegt es der Gesellschaft, diesen Umstand als die Arbeit dieser Frau anzusehen und sie fortan jenseits jeden Armutsrisikos zu versorgen.“

      Ich glaube bald das fällt alles für Feministinnen noch körperliche Selbstbestimmung der Frau.

  5. Mal eine Frage: Spricht Stoverock irgendwo in ihrem Buch das Thema weibliche, intrasexuelle Konkurrenz an?
    Wenn 80% der Frauen um 20% der Männer wetteifern – um mal eines der in Incel-Kreisen beliebten Memes aufzugreifen -, entfaltet das ja auch eine interessante Dynamik zwischen den Frauen. Wenn ich diese Rezension aber so lese, scheint sie von einer kindlich-naiven Harmonie der Frauen untereinander auszugehen.

      • Wenn sich 80% der Frauen 20% der Männer teilen, sind wir bei einem Verhältnis von 4:1. Das ist genau, das, was dem Allah sein Prophet vorgesehen hat.

        • „Die Ehelichung von mehr als einer Frau ist nach islamischem Recht an hohe Anforderungen gebunden. Der Mann muss eine vollkommene Gleichbehandlung der Frauen gewährleisten; keine der Ehefrauen darf finanziell oder emotional bevorzugt werden. Der Mann muss darüber hinaus finanziell in der Lage sein, jeder seiner Ehefrauen einen eigenen Haushalt zu finanzieren.“

          Und dann auch noch mit einer sehr frauenfreundlichen Regelung. Kein Wunder, dass die Muselmannen auf sowas eher keine Lust hatten und haben. Allerdings gibt es auch schöne Auswege, z.B. in dem Mann sich Konkubinen anstatt Frauen hält. Die sind sogar handelbar also bei Überdruss leicht ersetzbar. Ein bisschen wie Leasing 😀

    • Ja, guter Punkt. Scheint ein blinder Fleck in den utopischen Gedankenwelten der Meike S. zu sein. Entweder ist sie selber isoliert und nie in weibliche Gruppenstrukturen eingebunden gewesen; Oder sie blendet das radikal aus damit sie ihre Kritik auf Männer fokussieren kann….

      • Das Ausblenden ist evolutionär tief verankert, inhärenter Teil ihrer sexuellen Stratgie. Und damit meine ich keinesfalls, dass sie bewusst lügen – auch wenn das natürlich auch mal vorkommt. Aber was von außen, mit nüchternen Augen betrachtet, wie ein offensichtlicher Konflikt aussieht, erleben sie subjektiv noch lange nicht als solchen. Benenson beschreibt die Mechanismen sehr schön („warriors and worriers“):

        „How does a woman compete while minimizing the risk of retaliation? I suggest that women use a few simple strategies. Strategy 1 is that a woman does not ever let anyone else know that she is competing with them. This is an ideal strategy, since if she can disguise her intentions, the risk of retaliation is reduced. She preaches the mantra of equality for all, and sincerely believes it. This sincerity allows her to be maximally convincing to other women. Unaware of her own competitive instincts, she tries to get as much as she can for herself, while insisting that everyone else share equally.
        If strategy 1 is not working out well enough, then a woman may switch to strategy 2, which requires employing social exclusion. She must ally with other females to run their target out of town. That way, they retain more resources, status, allies, babysitters, and high-quality mates for themselves. The virtue of social exclusion is that it allows overt competition but reduces the risk of retalitation because the target is outnumbered.

        Should strategy 2 fail, the final fallback is strategy 3, which is reserved for emergencies. It entails a direct hit on a competitor, a physical or verbal assault. If a woman must use strategy 3, she has failed. She is no longer nice; she is mean [36]. No one likes mean girls or women [37]. She will be abandoned by former allies. Not only that, but she risks retaliation from her target. She endangers herself and her children’s immediate survival.
        […]
        In a woman’s mind, she never competes. Rather, in fairness to all, she insists that every woman is equal. Accordingly, almost all social scientists and evolutionary biologists describe women as the noncompetitive and egalitarian sex [38, 39]. Most people believe this simply because males compete over everything at least in public [40]. Card games, horse races, football statistics, and running times, to name a few of males’ passions, are not of interest to women. They can’t waste time on frivolous pursuits. Women focus on whether they and their children are surviving and thriving. They must compete to do so, but because women always must be very careful to avoid retaliation, they must do so in private. Strategy 1 is a low-cost approach that is effective because it is so misleading.

        While insisting — and believing — that she and other women do not compete, a woman then does her best to advance her own and her children’s interests. If she manages to get more resources, a more worthy mate, a safer house, or a better school for her children without anyone else realizing it until it is too late, she succeeds. Her competitors are left bewildered that she got ahead of them. She was so nice.
        This only works if a woman can convince others that she is not competing. This works best when she herself is not aware that she competes [41]. Nonetheless, the outcomes of women’s competitions count more than those between men. Should a woman lose, she and her children will inevitably suffer. Should a man lose, it doesn’t make as much difference to the future of his genes because a woman is looking aft er them.
        […]
        A woman’s honest belief that she never competes with other females is what allows her to do just that. Nothing works better than self-deception at permitting one to gain the upper hand in interpersonal conflicts of interest without potential retaliation [41]. By being unaware of her own competitive instincts, a woman can go about her business of pursuing her goals, so that she and her children can survive and thrive. How else to ensure that she gets the best resources, territory, allies, babysitters, mates, and status? If she didn’t compete to get what she can, her female peers certainly would. She and her children would then suffer. She would be letting her genes down.
        […]
        Based on interviews with hundreds of women, several researchers independently have reached the same conclusion [42, 44, 45]. Women honestly do not believe they compete with one another. Women absolutely will not tolerate any other woman who competes with them.
        […]
        Because girls follow this strategy so early in life, across diverse cultures, in so many areas, it seems likely that genes have arranged for women not to be aware of competing with other women. That way, they can ensure that no other female tries to outdo them [38, 39, 63], and they can compete with less danger of retaliation. If they compete (without knowing it), they can get what they want safely, as long as other women remain uncertain about what has happened.“

        Wenn Feministinnen die Gleichheit predigen, sollte man das stets bedenken. Das Geschwätz ist der Ausdruck ihrer instinktiven Betrugsmasche, um andere Frauen zu übervorteilen.

        • Ein faszinierender Text; woher stammt das Zitat?

          Fallen viele Frauen vielleicht deshalb auf das Geschwätz mit den Quoten herein?
          Kurz bevor die neue Frauenquote für Vorstände beschlossen wurde, äußerte Ministerin Giffey sinngemäß, dass, weil Frauen in der Pandemie in systemrelevanten Berufen viel geleistet hätten, die Quote sozusagen als Gegenleistung der Politik dafür kommen müsse – so als ob die Krankenschwestern und Kassiererinnen irgendwas mit der Handvoll Frauen zu tun hätten, die dann die Vorstandsposten bekommen.
          Könnte es sein, dass Frauen sich so sehr einreden, dass sie alle gleich seien und nicht mit anderen im Wettbewerb stehen, dass sie andere Frauen quasi schon als Stellvertreterinnen des eigenen Selbst betrachten und den Erfolg anderer Frauen als eigenen Erfolg sehen, obwohl sie selbst gar nichts davon haben?

          • Zumindest ist es eine gute Erklärung für die idiotische Idee, dass nur Frauen Politik für Frauen machen können. Wenn alle Frauen gleich sind, dann ist es nur selbstverständlich, dass Männer da nicht teilnehmen können!

          • „woher stammt das Zitat?“

            Vermutlich aus Joyce F. Benenson, Henry Markovits: Warriors and Worriers: The Survival of the Sexes. Oxford University Press, 2014.

            Habe ich leider nicht. Von Benenson habe ich aber einen Survey-Artikel, der wesentliche Punkte des Buchs abdecken dürfte und der frei zugreifbar ist:

            Joyce F. Benenson: The development of human female competition: allies and adversaries, December 2013, https://doi.org/10.1098/rstb.2013.0079

            Diese Literaturübersicht (204 Referenzen) ist mMn einer der wichtigsten Texte überhaupt zur Geschlechterdebatte, uneingeschränkte Leseempfehlung.

            Neben den Arbeiten von David M. Buss sind das die Hauptquelle, auf die sich meine Seite Intrasexuelle Konkurrenz bzw. Aggression, insb. von Frauen, stützt.

            Was man vielleicht schon geahnt hat: Das Verlangen nach Gleichstellung (gegenüber anderen konkurrierenden Frauen) ist eine wichtige weibliche Form vom Aggression, schon bei sehr kleinen Mädchen.

        • „Women honestly do not believe they compete with one another.“

          Diese mentale Verdrängung offensichtlicher Fakten kommt mir wie eine extrem steile These vor. Dazu paßt zumindest vordergründig überhaupt nicht die bekannte notorische Eifersucht unter Frauen, wenn es um den Mann geht, der ihr „Eigentum“ ist. Auch in beruflichen Kontexten habe ich mehr als einmal erlebt, daß Frauen andere Frauen als gefährliche Konkurrenten behandeln.

          Ich habe den obigen Satz mal in die Suchmaschine eingeworfen, um ggf. die Quelle zu finden. Hat sie nicht, stattdessen aber Dutzende von Texten „Why Do Women Compete with Each Other?“ oder ähnlich. Klagen über die fehlende Solidarität unter den Frauen sind schon fast eine Literaturgattung. Nicht zu vergessen den legendären Satz von Madeleine Albright „there is a special place in hell for women who don’t help each other.“

          Insofern fände ich es sehr interessant, die kompletten Literaturangaben [38, .. 45] zu kennen, die oben als Belege angeführt werden.

  6. „Deshalb ist ihr Sexualtrieb ungleich aggressiver; umso negativer wirkt es sich für sie aus, dass die meisten von ihnen sexuell nie zum Zug kommen.“

    „Für die Frauen bedeutet dies aber ein starke Einschränkung ihrer Freiheit; sie werden quasi zu Eigentum. “

    „Dass Frauen aus allen wichtigen Entscheidungen, auch über ihren eigenen Lebensentwurf und über ihren eigenen Körper, ihre Fortpflanzung, herausgehalten wurden“

    Alle tiefenpsychologisch Interessierten bitte ich, die notwendigen Schlüsse aus diesen Zeilen zu ziehen. Was kann man aus diesen (projektiven und paranoiden) Bildern über die Kindheit von Frau Stoverock schließen?

    „Frauen“ stehen hier für das Mädchen Meike Stoverock. „Männer“ kann man als Chiffre für ihren Vater lesen.

    Woher kommt diese paranoide und irrationale Weltsicht der Frau Stoverock? Ich bin der Meinung, daß es durchaus sinnvoll für eine Gesellschaft ist, wenn man sich diese Fragen stellt und sie beantwortet. Einfach nur zu sagen, das Böse, das Irrationale ist nun mal da, ist zu wenig.

    http://alice-miller.com/de

    Jungs dagegen müsste man von Anfang an beibringen, dass es ganz natürlich ist, wenn einige, vielleicht sogar die Mehrheit, nie Sex, eine Partnerin oder Kinder haben werden.

    Die Frau hat gehörig einen an der Waffel. Auch hier schwingt das Kindheitsthema der Dame mit, daß Männer angeblich gewalttätige Sexmonster sind, die mit unfreiwilliger Sexaskese nicht klarkommen.

    Vielleicht hat dieses Männerbild ja auch mehr mit dem Vater der Dame zu tun..

    • „…einen an der Waffel“. Das bestätigt meine Ansicht, dass die sogenannten „gender sciences“ ein Tummelfeld für Leute sind, die zu konstruktiver wissenschaftlicher Arbeit nicht in der Lage sind, aber einen Hang haben, sich an die Öffentlichkeit zu drängen. Sprachliche Kompetenz ist da, fachliche nicht, aber da die „woke“ Gemeinschaft alles gierig aufnimmt, was ihren Vorstellungen entspricht bzw. ihre Iedeologie stärkt, reicht das aus. Die Veröffentlichung von „wokem“ Unsinn wird inzw. ja quasi institutionalisiert, wie man an den Texten der „Forschungsstelle für interkulturelle Studien (FiSt)“ in Köln oder dem Foroutan’schen Institut in Berlin sieht. Dazu gehört auch, dass z. B. in jeder Talkshow Leute auflaufen, die die kruden Theorien weiterverbreiten, sei es als angebliche Experten oder vermeintliche Opfer.

  7. Ich finde ja den Gedanken, dass man Homosexualität enttabuisieren sollte um Optionen zu eröffnen ziemlich skurril.
    Ich dachte wir waren über den Punkt hinweg, dass man sich aussuchen kann welches Geschlecht man attraktiv findet.
    Und insgesamt fehlt mir der Blick auf den Verlauf dieser Female Choice über die Lebenszeit. Selbst in polygamen Gesellschaften ist es für Frauen ja positiv jenseits der 40 zwar keine Kinder mehr bekommen zu können und auch optisch der 20 jährigen Drittfrau nicht mehr ebenbürtig zu sein, aber dennoch in ein Versorgungssystem eingebunden zu sein.
    Hier ist meiner Meinung nach ziemlich deutlich zu sehen, dass Frau Stoverock vor allem ihr Trauma der eigenen Unfruchtbarkeit und der daraus resultierenden Trennung von ihrem Mann verarbeitet. Denn bei Licht betrachtet war sie auch zu ihren besten Zeiten keine herausragende Schönheit und mag deswegen eine Welt in der sie bestimmt wer aus Mangel an Alternativen und Mitspracherecht mit ihr schlafen muss, aber sie verkennt, dass sie spätestens jetzt auch für diesen Markt unattraktiv geworden ist. Eine Welt wie sie ist gibt ihr heute die Möglichkeit einen Mann zu finden, der das realistisch einschätzen kann und zugunsten exklusiven Zugangs zu Sex darüber hinweg sieht. Das ist aber vermutlich dem üblichen Mangel an Realismus beim weiblichen Geschlecht geschuldet. So bleibt ihr vermutlich nur die lokalen Swinger Clubs abzugrasen. Da hat sie female choice und freien Eintritt.

    • „Ich finde ja den Gedanken, dass man Homosexualität enttabuisieren sollte um Optionen zu eröffnen ziemlich skurril.“

      Ich unterstütze diesen Punkt ausdrücklich.

      • Ich glaube kaum, dass du möchtest, dass Otto Normalincel dann erörtert ob er nicht doch schwul ist und sich widerwillig probeknutschen lässt… 😂 Das klingt spaßarm….

    • Ich würde zwischen Homophilie und Homosexualität unterscheiden. Wer seinen Penis in eine Gummipuppe stecken kann, um ihn zu stimulieren, kann ihn unter Umständen auch in den Anus eines Mannes stecken, um ähnliches zu erreichen. Dafür muss man nicht im engeren Sinne homophil sein.

      Beispiele gibt es schon heute: Furries und ähnliche Communities speisen sich vermutlich zum Teil aus Männern, die (teils unbewusst) aus derartigen Motiven handeln.

  8. „Jungs dagegen müsste man von Anfang an beibringen, dass es ganz natürlich ist, wenn einige, vielleicht sogar die Mehrheit, nie Sex, eine Partnerin oder Kinder haben werden.“
    Die Dame hat übrigens nicht verstanden, dass wenn ein Mensch weiß, dass er keine Zukunft hat, er sich ganz auf das hier und jetzt beschränkt.
    Ich habe z.B. als MGTOW keinerlei Perspektive über mein Leben hinaus. Deswegen ist mir Klimawandel, Weltfrieden und menschlicher Fortschritt vollkommen gleich. Ich würde die menschliche Zukunft für ein Bohnengericht verkaufen, so wenig ist mir die wert. Menschen die keine, über sie selbst gehende Zukunft mehr haben, egal ob freiwillig oder unfreiwillig, wird man auch nur schwer dafür einspannen können, die Welt zu retten.

    • Ich denke, hier kommt wirklich der einfache Gedanke zu tragen, ich muss nur diesen oder jenen Parameter ändern und ich komme ans Ziel. Dass durch die Änderungen auch die andere Seite der Gleichung sich ändert, ist außerhalb des Horizontes dieser Menschen.

      • Ja, das sind Menschen die nur in statischen Gebilden denken können. Eigentlich ist diese Dynamik gut mit einer Differentialgleichung zu beschreiben, dem bekannten Jäger Beute Verhalten. Da jede Änderung sich auf das Gesamtsystem auswirkt, muss man schon vorher überlegen, wie sich dieses ändern kann.
        Vielleicht sind Frauen dazu weniger in der Lage als Männer, was im übrigen auch erklären würde, warum Frauen beim Schachspielen keine gute Figur abgeben.

  9. Stoverocks These zum Entstehen des Patriarchats ist absolut unwissenschaftlich. Die wissenschftlich korrekte Vorgehensweise wäre „Vermögen“ als indirektes Mass für das Vorhandensein „guter Gene“ anzusehen. Denn alles, was dem Überleben und der Proliferation dient, ist ein Merkmal der fitness!

    Mit dem Aufkommen des Ackerbaus, so die Autorin, hätte dies sich jedoch geändert: Das Konzept Besitz kam auf, und statt guter Gene war an einem Mann nun sein Vermögen das Wahlkriterium für Frauen.

    Aber nur so kann Stoverock ihren Punkt machen, die Zivilisation sei widernatürlich und frauenfeindlich und als derart künstlicher Überbau leicht zu entsorgen, was sie ja will! Um eben damit ein wirklich sozialdarwinistisches Konzept für Männer zu etablieren, welch eine Ironie 😀

    … natürliche Prinzip der Female Choice ….

    Es gibt keine „female Choice“, es gibt nur eine „geschlechtliche Zuchtwahl“ und die ist immer wechselseitig. Aber der ideologisch motivierte Sexismus Stoverocks ist es, der den männlichen Anteil einfach unter den Tisch fallen lässt. Männer können ja keine gleichberechtigten Lebewesen für diese Sexisten sein.

    Nur mit männlichen Eigenschaften wie Leistungsbereitschaft, Konkurrenzdenken, Macht- und Besitzstreben kommt man weiter.

    Damit man sich nicht auf die feministisch-sexistische Denunziation dieser ganz allgemein menschlichen Eigenschaften stützen muss, hat ja der schwesterliche Rassismus eben diese Eigenschaften als typisch und alleinig „weiss“ deklariert, womit Stoverok als Rassistin dastünde. Denn schwarze Männer müssen für eine Antirassistin doch schliesslich vollkommen ausgenommen sein und können nicht der patriarchalen weissen Todsünden wie „Leistungsbereitschaft“ schuldig befunden werden. Aber wenn es in den Kram passt, dann schaut der Sexist und/oder Rassist von heute nicht so genau hin!

    Bis dahin ist alles ziemlich plausibel und gut erläutert.

    Das ist nichts anderes als ein neuer Aufguss von dem, was diese sexistischen Feministinnen, die alles Männliche dämonisieren wollen, immer behauptet haben. Es ist im Kern die angebliche Widernatürlichkeit des zivilisatorischen Fortschritts, der mit einem angeblichen „goldenen Zeitalter“ Schluss gemacht hätte. Das ist nicht nur die Grundthese des Feminismus, sondern auch allen Antimodernismus insgesamt.

    Wie oben erwähnt, konkurrieren Frauen um eine kleine Minderheit von genetisch herausragenden Männern – Studien über Dating-Apps zufolge sind das etwa 20% während der Rest der Männer nur wenig oder keine Chancen auf eine Partnerin hätte.

    Auch diese Vorstellung ist Unsinn. Fast alle Frauen, nämlich 80%, verbandeln sich doch mit den angeblich unerwünschten 80 % der Männer. Das ist sicher keine reine Notlösung, wie man in der Realität leicht sehen kann, wenn man nur will!
    Diese irreale Vorstellung dient nur den sozialdarwinistischen sexistischen Phantasien von Stoverok als weitere Grundlage.

    … Unternehmen (Privatwirtschaft gibt es anscheinend noch) sollen verpflichtet werden, Wohnraum für ihre Mitarbeiter bereitzustellen.
    Letztere Forderung finde ich besonders kurios; ob das wohl bedeuten soll, dass man auch gleich obdachlos wird, wenn einem die Arbeitsstelle gekündigt wird?

    Die Fratze des Sozialdarwinismus springt einem bei Stoverok eben überall an, wenn man ein wenig an der Oberfläche kratzt ….

    Positiv finde ich, dass sie keine Scheu hat, menschliches Verhalten mit biologischen Vorgängen zu erklären – heute wird man da schnell in die Ecke der bösen „Biologisten“ gestellt …

    Aus allen Besprechungen geht bisher klar hervor: Stoveroks Ausführungen sind reiner Biologismus, also eine unwissenschaftliche Argumentation zu politischen Zwecken. Wie für Biologisten üblich werden damit menschenverachtende sozialdarwinistische Weltanschauungen gerechtfertigt und legitimiert, wie der sexistische Feminismus hier.

    Die Tatsache, dass wir dank einer langen Friedenszeit, Bürojobs und Krankenversicherung wieder einen deutlichen zahlenmäßigen Überschuss an Männern haben (jedenfalls was die Altersgruppe 18 – 45 betrifft), könnte auch eine Erklärung sein, warum das Prinzip Female Choice heute wieder an Boden gewinnt.
    Dass es das nämlich tut, davon bin ich überzeugt. Ich glaube sogar, dass das Prinzip schon viel weiter Einzug gehalten hat, als Frau Stoverock sich denkt.

    Interessanter Gedanke. Aber ist das nicht einfach das heutige Vorherrschen der Ideen des feministischen Sexismus, was eine „female choice“-Situation vertäuscht?

    Ich halte es aber für plausibel, dass sich unsere Gesellschaft trotzdem in diese Richtung entwickeln wird. Es gibt ja nicht nur schon Symptome wie Incels und Pick-Up, sondern auch Frauen, die das Modell „alleinerziehende Mutter“, früher ein Garant für das gesellschaftliche Aus, nicht nur nicht problematisch finden, sondern sogar anstreben.

    Auch das alles kann man ganz banal als Folge des vorherrschenden feministischen Sexismus sehen, der als eine die Geschlechter spaltende Hassphilosophie die Menschen voneinander entfremdet. Nichts weiter ….

    Das Prinzip Female Choice hat sich vor 10000 Jahren auf genau diese Weise schon einmal selbst abgeschafft, was spricht dagegen, dass genau dasselbe wieder passiert?

    Es gab nie eine „female Choice“ und die wird es auch nie geben. Das ist ein antimoderner sexistischer Mythos, den Stoverock für ihre Denunziation der menschleichen Zivilisation und der Männer braucht.

  10. Die Tatsache, dass sie keinerlei ihrer Thesen im Text mit entsprechenden Belegen im Literatur- und Quellenverzeichnis verknüpft, ist unwissenschaftlich. Aber mir ist schon klar, dass die „woke“ Gemeinschaft sich von solchen Kleinigkeiten nicht abhalten lässt. Dann ist eben 2+2=5.

  11. Ok, hier klingt die Rezension sogar so, dass die gute Meike noch weniger Ahnung hat, als ich dachte: „Ein wichtiges Merkmal der Zivilisation war die Monogamie. Die Monogamie versorgt die Männer gleichmäßig mit Zugang zu Sex: Zwar hat jeder nur noch eine Frau, dafür geht aber niemand leer aus. Für die Frauen bedeutet dies aber ein starke Einschränkung ihrer Freiheit; sie werden quasi zu Eigentum.“

    In Abwesenheit von zuverlässigen Verhütungsmitteln hat Sex Konsequenzen und die „Ehe“ war früher durchaus kurz, denn nicht wenige Frauen starben im Kindsbett und die Lebenserwartung von Frauen war insgesamt niedriger als die der Männer.

    Was sie ebenfalls nicht reflektiert, vor dem Privateigentum gab es gar keine Möglichkeit, familiären Besitz anzuhäufen, der an Kinder vererbt werden konnte. Die Verbindung mit einer Sippe/Stamm/Gens bedeutete, nach dem Tod fiel der Besitz an Boden wieder in das Eigentum der Sippe/Stamm/Gens.
    D.h. die Bildung von „Familie“ in diesem Sinne war auch eine Emanzipation von dieser.
    Zu unterstellen, „Frau“ wäre nicht Mitglied dieser Familie, sie würde nicht davon profitieren und kein Eigeninteresse daran haben ihren leiblichen Kindern etwas zu hinterlassen ist dummdreist.
    Das ist die Falle, in die Feministinnen sich mit ihrer Voraussetzung „patriarchaler Herrschaft“ schubsen; Frauen haben keinen eigenen Willen und kein Motiv für ihre Handlungen.

    Auch dieser Blödsinn nervt: „Dass Frauen aus allen wichtigen Entscheidungen, auch über ihren eigenen Lebensentwurf und über ihren eigenen Körper, ihre Fortpflanzung, herausgehalten wurden, begann sich erst im Laufe des 20. Jahrhunderts umzukehren.“

    1. „Das Patriarchat“ hatte so viel Vertrauen in Frauen, dass die Planung „verabredeter Ehen“ durchaus ihnen überlassen werden konnte und das galt bis in die bürgerliche Gesellschaft hinein.
    Was gerne übersehen wird, der andere Teil solcher „Zwangsehen“ ist ein Mann, über dessen Kopf hinweg ebenfalls entschieden wird.
    2. Frauen waren lange Zeit bereits Frauen, als die Geschlechtsreife einsetzte. Erste Periode = Frau.
    Da Frauen in der Tat gerne selber Sex haben woll(t)en, musste der möglichst in einem sicheren Rahmen erfolgen (s. Konsequenzen).
    Und noch einmal: Vor der Erfindung sicherer Verhütungsmittel gab es nur eine Maßnahme gegen eine mögliche Schwangerschaft, nämlich den Verzicht auf Sex. Die Idee, da wäre etwas zu „entscheiden“ gewesen ist absurd und unbiologisch.

    Noch eine lustige Geschichte: „Männer sieht Frau Stoverock übrigens sowohl als Täter als auch als Opfer dieses Systems: Im kapitalistischen Hamsterrad stehen sie immer unter Erfolgsdruck, befinden sich im ständigen Konkurrenzkampf, müssen immer Stärke zeigen und dürfen nie über ihre Gefühle reden.“

    Es ist komisch, dass man Frauen die komplette Aufzucht und Erziehung von Jungen vom Säugling bis zum verlassen der Grundschule fast vollständig überlassen kann, aber das Resultat hat zu 100% mit dem „patriarchalen System“ zu tun und nichts, rein gar nichts mit Frauen. Und ihren Interessen z.B.

    Die Tatsache, dass Frauen stets an der Ziellinie stehen und „sexuell selektieren“, aber nicht selber rennen müssen, Frauen auf Erfolg und Sieger im „kapitalistischen Hamsterrad“ getrost passiv warten können, ohne sich die Hände schmutzig zu machen oder Schweiß zu vergießen bleibt zuuuuuufällig unerwähnt. Man hätte hier nämlich ein „Interesse“ identifiziert. Z.B. an der Existenz des „kapitalistischen Hamsterrads“.

    Wenn sie aber ernsthaft glaubt, die 80% der prognostizierten Single-Männer würden sich für die Finanzierung einer Gesellschaft abrackern, die ihnen nichts bringt, dann hat sie ein geistiges Problem.
    Diese werden auf Selbstversorgung umschalten und so viel arbeiten, dass es für sie reicht.
    Gesellschaftlicher Zwang zur Mehrarbeit für diese Männer? Wie denn? Ca. 70-80% der Armee und der Polizei stehen auf deren Seite.

    (Kann auf Kommentare wahrscheinlich erst am Abend antworten)

    • „Wenn sie aber ernsthaft glaubt, die 80% der prognostizierten Single-Männer würden sich für die Finanzierung einer Gesellschaft abrackern, die ihnen nichts bringt, dann hat sie ein geistiges Problem.“

      Ach wo, das ist doch gar kein Problem. Mit Peitsche und Arbeitslager geht das! Absolut erprobtes Konzept, welches Stoverock garantiert für sich entdecken wird, wenn es soweit ist!

      • Alex, woher will sie denn die Auspeitscher und die Wächter für das Arbeitslager nehmen? Aus der Gruppe der zwanzig Prozent? Die müssen doch schon arbeiten, um die Frauen und ihre Kinder zu ernähren. Wie möchtest du ein repressives System errichten, ohne Kräfte zur Unterdrückung zur Verfügung zu haben? Die achtzig Prozentder Männer brauchen nur eine Woche streiken und diese Seifenblasen platzt.

    • Wenn sie aber ernsthaft glaubt, die 80% der prognostizierten Single-Männer würden sich für die Finanzierung einer Gesellschaft abrackern, die ihnen nichts bringt, dann hat sie ein geistiges Problem

      Indirekt spricht aus dieser Erwartung der pure unverschämte Sexismus und das zu wichtig nehmen der eigenen Vagina. Für die sind Männer Ugas die Ruhe geben, wenn du sie ranlässt. Die kommt nicht auf die Idee das es Männer gibt, die ganzheitlich denken.

    • Gesellschaftlicher Zwang zur Mehrarbeit für diese Männer? Wie denn? Ca. 70-80% der Armee und der Polizei stehen auf deren Seite.

      Eigentlich reicht dazu als Antwort ein Wort.
      Hartz-IV

    • Gesellschaftlicher Zwang zur Mehrarbeit für diese Männer? Wie denn? Ca. 70-80% der Armee und der Polizei stehen auf deren Seite.

      Sehe ich nicht so. In der Welt, die ich kenne, würden eher 70-80% der Männer das für die Frauen durchsetzen, da sie als Lebensziel die Versorgung von Frauen und mit etwas Glück auch Kindern eingetrichtert bekommen haben. Die würden auch heute noch Frauen vor Kindern oder gar Männern aus dem Feuer retten.
      Frauen erziehen Jungs so, dass die lernen, dass Frauen der menschliche Goldstandard sind. Und die Jungs ziehen dann irgendwann „I’m a feminist“-T-Shirts über, während die Mädchen Manifeste verbreiten, in denen steht: „Feminismus ist männlich, weiblich, divers.“
      Der Zug ist längst abgefahren…

      • @beweis

        Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen der Anpassung an den feministischen Mainstream, um die Übereinstimmung mit vorgeblichen weiblichen Erwartungen an eine zukünftige Partnerschaft zu signalisieren und der kompletten Absage dieses Fernziels bei Beibehaltung der Forderung nach Anpassung. Die individuelle Motivation ist Null und die bekommst du auch durch eine noch so ausgeprägte Gehirnwäsche nicht in den positiven Bereich.

        Ohne Aussicht auf eine Partnerin und Kinder beschränkt sich dein Leben wirklich auf das irdische und die reine Gegenwart, die dadurch umso wertvoller wird.
        Der Narzissmus, 80% der Männer würden sich für diesen lustigen Harems-Staat der Frauen aufopfern ist zwar bemerkenswert, aber die Realität klopft spätestens dann an, wenn wir ihnen eine Woche den Strom abstellen und eine weitere Woche das Wasser.

        Und glaub mir, diese Organisation wird es in noch kürzerer Zeit geben, als die Arbeiterbewegung entstanden ist. Wir legen per Streik nur konsequent alle Sektoren nacheinander lahm, in denen Frauen sich bisher weigerten tätig zu sein – es sind eine Menge.
        Mal kurz die Kanalisation volllaufen lassen, das Benzin und die Nahrung nicht transportieren, die Züge und Flugzeuge stehen lassen, die Pakete nicht ausliefern, die Server nicht warten, die Gas- und Telefonleitung nicht reparieren. Und das wäre nur die Anfang.

        6 Monate Minimax-Strategie und der männliche Mindestlohn liegt bei 50 Euro die Stunde.
        Samt eigener Kranken- und Rentenkasse etc. – kurz: Sozialversicherung für Männer.
        Dann wird ihr auffallen, auf welcher Lebenslüge, auf welchem Betrug und Selbstbetrug ihre Überzeugung beruht hat. Denn dann muss die gute Frau nämlich ihre realen Kosten selber bezahlen, statt sich darauf zu verlassen, die materiellen Transfers für die Sicherung ihrer Existenz sind vorhanden.
        Weil sie Männer erarbeiteten. Aber die werden keine Lust mehr haben, diese zu teilen.

          • Jeder muss selber seinen Hintern hoch bekommen. Veränderung beginnt bei sich selbst, nicht nur mit der Erkenntnis, sondern auch in der eigenen Handlung.
            Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, es gibt unendlich viele Möglichkeiten.

          • Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, es gibt unendlich viele Möglichkeiten.

            Klar. Aber ich sehe halt wirklich nur wenige, die zu der Erkenntnis gelangen, dass es eben nicht in Ordnung ist, Männer als Versorger, Beschützer und Arbeitssklaven zu verheizen. Männer werden im femininen Erziehungs- und Bildungsbereich genau in dieser Richtung geformt.
            Ich sehe in der öffentlichen Diskussion nirgends Männer, die auf solche Ungleichgewichte hinweisen oder gar etwas dagegen tun. Die findet man nur in solchen Nischen wie hier.

            Dabei denke ich, dass inzwischen doch schon erheblicher Schmerz zu spüren sein müsste, z. B. durch Mindestquotierungen, Verweiblichung der Sprache, Abschaffung von Vätern, Gender Empathy Gap, etc…

        • Gibt es eigentlich irgendwo eine schöne Darstellung der Kosten die Frauen in Bezug auf ihren finanziellen Beitrag für Sozialversicherungen? Ich kenne nur die 70 Prozent der Konsumentscheidungen, aber das ist eben nur ein Teil

  12. Ich gehe mal davon aus, dass das Thema Partnersuche in tribalistischen Kulturen wie der islamischen aussen vor bleibt, denn als „woke“ Schreiberin möchte man sich keinen Vorwürfen ausgesetzt sehen, die einen als rassistisch abstempeln könnten. Und wieder ist 2+2=5.

  13. Beeindruckend, dass der Frau nicht der letzte Schluss gelingt, dass Female Choice zum Untergang der Gesellschaft führt.

    Könnte eigentlich nur daran liegen, dass sie denkt, Männer würden sich für ihren Nachwuchs überhaupt nicht interessieren. Vielleicht will sie sich auch nicht vor ihren Freundinnen blamieren.

    • Vielleicht will sie ja eben diesen „Untergang der Gesellschaft“?! Es gibt so enorm viele von diesen nihilistischen Kapitalismushassern und deren geistige Bedürfnisse versucht dieses Buch zu bedienen.

      Diese progressive Linke ist längst ein grosser Todeskult.

  14. Eine eklatante Benachteiligung der Frau sieht die Autorin auch heute noch, etwa in der Form, dass der Staat in die körperliche Autonomie von Frauen eingreift, indem er Abtreibungen reglementiert;

    Ich dachte sie ist will back-to-nature? Oder gab im Matriarchat schon Abtreibungspillen? Und außerdem gilt das gleiche wie für Männer: wenn sie nicht schwanger werden wollen (bzw. keine Kinder wollen), dann müssen sie eben keinen Sex haben.

    „oder dass alleinerziehende Mütter nicht so gefördert werden, dass ihr Armutsrisiko verschwindet“

    Wer wird den überhaupt so gefördert, so dass sein Armutsrisiko verschwindet? Ist hier keine Förderung = Diskriminierung?

    „oder dass Väter sich zu leicht der Unterhaltspflicht entziehen können“

    Ha und das unterhaltspflichtige Frauen noch viel häufiger keine Unterhalt zahlen ist dann was?

    • …dass der Staat in die körperliche Autonomie von Frauen eingreift, indem er Abtreibungen reglementiert…

      Was „der Staat“ vollkommen zu Recht tut. Denn Frauen vergessen ja gerne mal, dass zwar in die Autonomie ihres Körpers eingegriffen wird, es aber NICHT IHR Körper ist, um den es dabei geht.

      Jetzt ist es ja leider so, dass der Mensch erst per Geburt seine Menschenrechte erhält, nichtsdestotrotz handelt es sich bei diesem ekelhaften, widerlichen Ding, dass sich einfach so erdreistet, Platz im zarten Frauenkörper zu beanspruchen, um einen werdenden Menschen.

      Im Falle einiger Feministinnen imho entwicklungstechnisch gesehen auch schon um einen fertigen Menschen, wenn gemäß feministischer Wundschvorstellung bis unmittelbar vor der Geburt abgetrieben werden darf.

      • „Jetzt ist es ja leider so, dass der Mensch erst per Geburt seine Menschenrechte erhält, nichtsdestotrotz handelt es sich bei diesem ekelhaften, widerlichen Ding, dass sich einfach so erdreistet, Platz im zarten Frauenkörper zu beanspruchen, um einen werdenden Menschen.“

        Eben, was ist denn das für ein Menschenbild? Mal wieder sehr erhellend, wie sowas einfach unter dem Label Feminismus durchgeht, ohne die Radikalität dahinter überhaupt mal zu benennen und zu diskutieren.

  15. Rezensionen enden normalerweise mit einem Gesamturteil, ob man (bzw. bestimmte Lesertypen) das Buch lesen soll oder eher nicht. Das fehlt mir hier ein bißchen. Allerdings ist mein Urteil ziemlich klar, wenn ich die hier gesammelten Eindrücke und die von djadmoros zusammennehme: Das Buch versucht sich als groß angelegte Gesellschaftskritik verbunden mit einer Vision, wie alles besser sein sollte. So etwas besteht immer aus drei wesentlichen Anteilen:

    1. eine Analyse der aktuellen Zustände, und wie es dazu kam,

    2. eine moralische Bewertung der Zustände,

    3. Visionen, wie es besser sein könnte, ggf. ergänzt mit Vorschlägen von Interventionen, wie man den visionären Zustand erreicht.

    In allen drei Teilbereichen scheitert Stoverock kläglich.

    Ihre Analyse der aktuellen Zustände geht von einem sehr unterkomplexen biologischen Modell auf, wie unsere Gesellschaft entstanden ist. Ihre Meinungen zur Anthropologie sind großenteils spekulativ, unbelegt oder sogar im Widerspruch zum Wissensstand. Sogar das Phänomen der female choice wird zu sehr verallgemeinert.

    Eine verabsolutierte Form von female choice als das „gerechte“ Gesellschaftsmodell hinzustellen, anhand dessen die vorhandene Gesellschaft bewertet wird, ist ein gewaltiger naturalistischer Fehlschluß.

    Ihre Visionen einer künftigen 2-Klassen-Gesellschaft, in der nur Frauen das Sagen haben, dürfte wohl kaum funktionsfähig oder schrittweise realisierbar sein (von der moralischen Bewertung ganz zu schweigen).

    Das ganze Buch ist blühender Unsinn, also keine Leseempfehlung.

    Die Frage stellt sich nun, wieso trotzdem etliche Leute ihre kostbare Restlebenszeit für das Lesen und ggf. Bewerten von so einem hanebüchenen Murks verwenden. Offenbar vor allem deshalb, weil unsere Massenmedien dieses Buch hochrangig bewerben bzw. durch Auftritte im Ersten Programm dem Publikum aufdrängen.

    An dieser Stelle hilft ein kleines Gedankenexperiment: Angenommen, das exakt gleiche Buch wäre von Lieschen Müller (oder sogar Karl Donnerschlag) geschrieben worden und den Redaktionen von ttt, DLF usw. als Rezensionsexemplar zugeschickt worden – wäre das in die Sendung gekommen? Wäre der Autor interviewt worden? Man darf wohl annehmen, daß das Oeuvre nach kurzem Blättern im Vorwort in der Tonne gelandet wäre.

    Das Interessante an dem Buch ist nicht der Inhalt, sondern die mediale Reaktion darauf, die nur einmal mehr zeigt, was für eine Schlagseite speziell der ÖRR hat.

    • An der Schlagseite liegt es weniger, Stoverock hat vermutlich einfach die richtigen Verbindungen.
      Man beachte ihre Vorgeschichte: Ihre teils umstrittenen früheren Äußerungen (etwas zum sozial- und umweltverträglichen Frühableben der Alten -> https://www.danisch.de/blog/2020/03/10/weg-mit-den-alten/ ), ihre teils (nach deren Standards) „biologistische“ Argumentation, ihre diversen psychischen Probleme, die sie in den sozialen Medien freimütig schilderte, usw. Unter normalen Umständen wäre sie schon längst gecancelt worden.

    • Gut zusammengefaßt.

      Ich hatte ja die Rezension im DLF gehört. Und da muß man konstatieren: Unsere Qualitätsjournalisten sind intellektuelle Meerschweinchen. 🙂

      Die haben nicht den geringsten Biß, nicht die geringsten Eier, etwas mal systematisch und bedingungslos zu hinterfragen, sobald da irgendwie das Label „Feminismus“ oder „Gender“ draufsteht.

      Ich finde das als Ossi immer beklemmend.

      Beklemmend ist ja auch, mit was für einer tumben Selbstverständlichkeit im gesamten Medienbetrieb der Begriff bzw. die Wertung „geschlechtergerecht“ übernommen wird. Dieser Begriff ist ungefähr so intelligent und angebracht wie der Begriff „antifaschistisch“ bei Schutzwall. 🙂

      Also daß das Fake ist, fällt jedem Drittklässler auf. Das Ausmaß der selbstverschuldeten Unmündigkeit ist schon beklemmend. Und das in einer Gesellschaft, in der formal gewisse Grundrechte garantiert werden.

  16. Die „männliche Zivilisation“, die von Frauen schon immer mitgetragen wurde, gründet darauf, dass Väter ihren Kindern auch tatsächlich ein Vater sein wollen. Will das Stoverock abschaffen?

  17. Mir scheint, dass ein deutlich unterschiedlicher Blickwinkel auf die Realität bei der Dame vorliegt.

    Beschränkung von Abtreibungen? Was wird denn da bei 100.000 Eingriffen pro Jahr beschränkt (oder um den feministischen Duktus zu imitieren: Alle 6 Minuten ermordet eine Frau ihr ungeborenes Kind)?

    Auch diese neo-kommunistischen Gedankengänge verkennen die Realität: Nichts verteilt Güter so effizient wie der Markt. Wettbewerb schafft Nutzen. Nachfrage schafft Angebot. Produktivität schafft Einkommen. Wenn alle gleich viel verdienen, leistet niemand mehr mehr. Das hat der real existierende Sozialismus mit seinen unterirdischen Produktivitätszuwächsen doch hinlänglich bewiesen. Der Markt und der Wettbewerb maximieren die allgemeine Wohlfahrt, nicht irgendwelche Hinterzimmerrunden von Politkommissaren. Und das sage ich als Sozialliberaler, dem die Mängel des Marktes hinsichtlich Monopolen, Oligopolen, Infrastruktur und Allmendegütern wie Umwelt vollkommen bewusst sind.

    • Gut, daß dir das bewußt ist. 🙂

      Denn abstrakt gesprochen kann das von dir hochgelobte Konkurrenzprinzip eben nur dann sein maximales Potential entfalten, wenn es eben nicht absolut gesetzt wird, sondern durch das Solidaritätsprinzip ergänzt/komplettiert wird.

      Konkurrenz ist nur dann gut, wenn daraus kein erbarmungsloser, unregulierter Kampf wird. Und das war sie zu Zeiten von Marx.

      Marx hatte eben nicht gesehen und auch ein Stück weit nicht sehen können, daß Märkte erfolgreich humanisiert und domestiziert werden können. Sodaß die von ihm beschriebenen Dynamiken in Schach gehalten werden können.

      Mich nerven jedenfalls Neoliberale genauso wie fatalistische, zynische Marxisten, die nicht sehen wollen, daß ihre Utopie und ihre Marktdämonisierung etc. nur der gegenteilige Schwachsinn des Neoliberalismus sind.

      Die einen vergöttern das Konkurrenzprinzip, die anderen das Solidaritätsprinzip.

      Die polare, fernöstliche Philosophie – Stichwort Yin und Yang – ist durchaus hilfreich, um den einen oder anderen Zusammenhang besser zu verstehen. 🙂

  18. Eine sehr interessante Diskussion!
    Ich muss mir das Buch besorgen, auch wenn es arg schlimm klingt.
    Die Autorin driftet (mutmaßlich) schon arg in Science-Fiction-Vorstellungen ab.
    (So baut man einen Plot: Man nehme eine Grundannahme und überlegt sich, was die Protagonisten damit anstellen. Also: das verliebte Paar in einem stalinistischem Universum made by Meike. Was passiert dann?).

    Also: wieder mal so ein gehypter Titel ohne Substanz. Immerhin verdient dann Frau Stoverock ein bisschen Geld, das gönnen wir ihr doch. Und natürlich darf sie (wie ohnehin schon) durch die Gegend vögeln, wie es ihr Spaß macht.

    Alles schön – aber reife Menschen verarbeiten ihre Enttäuschungen anders…

    • Beim Lesen des Buchs kamen mir tatsächlich einige Ideen zu einem dystopischen Roman, der in Meike Stoverocks Welt spielen könnte. Aber bis ich die Zeit finde, den zu schreiben, wird er wahrscheinlich von der Realität überholt.

  19. „Zwar hat jeder nur noch eine Frau, dafür geht aber niemand leer aus. “

    Erstaunlich funde ich, dass eine Frau mal merkt, dass Monogamie Männern mehr nützt als Frauen. Das Problem ist neben dem Partnermarkt leider die Versorgung.
    Da geht sie zum Glück auch drauf ein.

    „jede Arbeit solle gleich viel wert sein und gleich bezahlt werden; eine Obergrenze für Besitz soll verhindern, dass einzelne zu mächtig werden“

    Gleich zwei interessante Punkte. Erstens hebelt das die Versorgung aus, da auch jede faule Teilzeitarbeit so gut wie der Manager bezahlt wird. Frauen müssen so nicht mehr versorgt werden, trotzdem sollen männer natürlich weiter arbeiten, man betäubt sie ja mit Ablenkungen wie Nutten. Zweitens die Obergrenze von Besitz. Ich habe mehrere Ratgeber für Sugarbabes gelesen, da wurde genau das angesprochen. Männer wollen die Beziehung mit Geld kontrollieren und Frauen mit Sex. Diese Kontrolle entzieht man Männern so, da soe ihre Ressource nicht anhäufen können. Frauen bleibt aber körperliche Attraktivität.

    Wie weiter oben bereits angesprochen will gerade sie aber Männer weiter im “ Hamsterrad“ halten, auch wenn sie anders formuliert. Der Mann wird mit Bespaßung bei der Stange gehalten. (bringe jetzt nicht den Matrix-Vergleich ) Es ist wie bei Pinnocchio, die Männer haben kurzfristigen Spaß und werden so zu Arbeitseseln.

    „oder dass alleinerziehende Mütter nicht so gefördert werden, dass ihr Armutsrisiko verschwindet“

    Das sieht man auch hier, Vollversorgung für Frauen, die aber nicht von einer Person abhängt, sondern von allen getragen word, ohne dass man sich herauswinden kann.

    Auch sehr gut finde ich, wie Jungs und Mädchen erzogen werden. Denn Männer dürfen hier keine Frau ablehnen, also sollen auch die Chads jede Schl*mpe akzeptieren müssen. Da man ihnen ja wirtschaftliche Macht nimmt und jede Frau pusht, wird der Wert der Chads gesenkt.

    Das funktioniert aber nur, solange Männer es mitmachen. Im ersten Moment klingt das natürlich gut für Chads, allerdings sind es zu wenige, um alles am laufen zu halten. Die schlechten Männer werden sich da aber irgendwann ausklinken (MGTOW) und die Chads können nicht alles zahlen. Des weiteren indet sich auch nicht ganz für jede Frau ein Chad, zumindest keiner, der sie vergöttert, manche Frauen fallen auch da raus und über viele will Chad nur mal drüber rutschen. Letztlich hoffe ich, dass in diesem Szenario alle schwul werden und kein Geld für Frauen ausgeben. Sollen das doch die Chads tun, die auch ran dürfen.

  20. Promotion im Bereich Epidemiologie? Studium der Biologie? Immerhin kein geschwätzwissenschaftlicher Hintergrund, aber vielleicht macht die bald auch einen auf Coronaexpertin, wenn es mit Genderqaurk nicht klappt.

  21. Twitterauszug: „Sexpositive Feminist, biologist, religion critic. All radical. You don’t want to see me furious.“ Wenn ich dieses Gebrabbel schon lese……Biologist – geschenkt, Religionskritikerin – geschenkt (dass sie allerdings dabei ist, eine neue Religion zu erschaffen, ist ihr wohl nicht klar). Aber radikal und ihr wollt mich nicht wütend sehen? Wenn ich solche Schabracken sehe, werde ich auch wütend. Aber das ist ja frauenfeindlich.

  22. Gibt ein Update von ihr zu spezifischen Nachfragen:

    https://www.fraumeike.de/2021/female-choice-haeufige-anmerkungen/

    „Female Choice unterscheidet sich aber grundlegend von der Machtverteilung des Patriarchats. Bei seiner Entstehung hatte das Patriarchat männliche Sexualinteressen ziemlich weit oben auf der Prioritätenliste und die frühen sesshaften Männer waren bereit, zu ihrer Befriedigung die weibliche Sexualität künstlich und fast vollständig zu unterdrücken. Female Choice ist anders, weil sie auf der Freiwilligkeit aller Beteiligten beruht und kein künstliches Konzept ist. Dass Männer dabei nicht erwählt werden, ist kein künstlicher Akt der Unterdrückung durch Frauen, sondern die natürliche Ausprägung weiblicher Sexualität. Das kann man gemein finden, ungerecht, aber es ist keine Ausübung von Macht.“

    Einer der vielen Punkte, an denen das Konzept für mich vollkommen auseinanderfällt, ist die augenscheinlich fehlende Definition/Berücksichtigung der „natürlichen“ männlichen Sexualität. Die weibliche Variante soll ja wiederhergestellt werden, weil sie unterdrückt wurde. Wenn es aber auch eine natürliche männliche gibt, die eben NICHT beinhaltet, dass man den Alphamännern beim Paaren zuschaut, sondern jeder Mann selbstverständlich gleichwertig Nachwuchs zeugen möchte, ist die notwendige „Umerziehung“ zu Prostitution und/oder „Sex ist für dich gar nicht so wichtig“ doch nichts anderes als eine kulturelle Umprogrammierung der natürlichen männlichen Sexualität, also genau das, was angeblich den Frauen angetan wurde.
    Das ist ganz offensichtlich nicht „gerecht“ (worum es ja angeblich geht) und zweitens natürlich ebenfalls wieder nur über Macht, also GEGEN den Willen der Männer durchzusetzen.

    „Das Hauptübel der männlichen Zivilisation besteht in dem Machtmonopol, das (weiße) Männer über nahezu alle anderen Menschen ausüben.“

    Der „weißer Mann“-Wahn der modernen Progressiven ist nun endgültig full circle wieder beim arischen Kulturbringer angekommen. Wenn das der Führer wüsste…

    • Richtige Beobachtung. Da die männliche und weibliche Sexualität aufeinander bezogen sind, kann man nicht die eine ohne die andere unterdrücken. Feminismus versucht Männer daran zu hindern, dass sie ihre Sexualität ausleben können und schränke damit in der Konsequenz auch die Chancen ein, dass Frauen die ihre ausleben.

    • die frühen sesshaften Männer waren bereit, zu ihrer Befriedigung die weibliche Sexualität künstlich und fast vollständig zu unterdrücken.

      Merke: Einseitige Unterdrückung und kein Geben und Nehmen.

      Es ist NICHT der Fall, dass für Männer mit dem weiblichen Versprechen der Monogamie irgendeine Verpflichtung verbunden wäre, die sehr im Interesse der Frauen war, so dass diese aus freien Stücken in die Spielregeln eingewilligt hätten.
      Nein. Es gibt in dem Ganzen NICHTS zu sehen, außer, dass die fiesen Männer sich das Fickzeug untereinander aufteilten.

      Das ist so dumm, das schwimmt in Milch.

  23. Es fällt sehr leicht, die vielen Schwächen des Buches darzulegen, wie auch vielfach geschehen.
    Allerdings befinden wir uns in diesem Moment bereits, wie von Ronin erkannt, im Übergang zu der Stoverocks Dystiopie.

    Interessant ist allerdings die Gegenwart: Der Status Quo beschreibt eine Gesellschaft, in welche die Female Choice der zunehmend bestimmende Aspekt der sexuellen Selektion ist. Ob diese der „biologischen Urzustand“ ist, kann man eigentlich als zweitrangig erachten.

    Zweifelhaft ist, ob die „übriggebliebenen Männer“ sich ihres benachteiligten Statuses überhaupt bewusst sind. Entscheidend ist, dass für sie der Traum, irgendwann eine Partnerin zu finden, noch am Leben ist. Solange die Hoffnung nicht gestorben ist, bezweifle ich, dass eine große Revolution die Female Choice Gesellschaft gefähreden wird. Oder denkt irgendwer, dass reddit – Moderatoren und sonstige Blue Pill Simps den AUfstand wagen würden?

    Die Frage, ist, wie diese gesellschaftliche Herausforderung gemeistert werden kann. Frauen haben nunmal gewisse Fortpflanzungspräferenzen. In einer gleichberechtigten Gesellschaft können diese nicht ignoriert werden. Eine Rolle Rückwärts in das Jahr 1950 kann insofern auch keine Antwort sein.

    • „Solange die Hoffnung nicht gestorben ist, bezweifle ich, dass eine große Revolution die Female Choice Gesellschaft gefähreden wird.“

      Diese sexistischen Ideen werden doch jetzt und sicher auch in Zukunft nur von einer abgehobenen und sehr kleinen Elite vertreten. Die muss man einfach links liegen lassen und sich ein richtiges Leben suchen. Irgendwann macht keiner mehr den Fernseher an und die Soverocks können sich mit sich selbst beschäftigen.

      • Ich bitte die Rechtschreibfehler zu entschuldigen, anscheinend kann man hier Kommentare nicht editieren(?)
        Der Punkt ist meiner Meinung nach der, dass es egal ist, wer solche Ideen vertritt. Female Choice nunmal mittlerweile Realität. Dadurch, dass eine unseriöse Person wie Frau Stoverock darauf aufmerksam macht, wird es nicht weniger wahr. Insofern bin ich nicht der Meinung, dass man ein solches Thema links liegen lassen kann.

        • ne, Editieren ist nicht. Dieses Privileg hat nur der Blogmaster. Also gleich richtig schreiben!

          „bin ich nicht der Meinung, dass man ein solches Thema links liegen lassen kann.“

          Ja, dann thematisier das doch hier öfter. Ich kann das nicht sehen, also wäre ich besonders neugierig.

        • „Female Choice [ist] nunmal mittlerweile Realität.“

          Dem möchte ich energisch widersprechen. Ich fange mal einfach mit mir an (also nur anekdotische Evidenz):
          Ich war mein Leben lang übergewichtig, hatte früh eine Glatze, dann auch noch früh graue Haare. Also echt kein Adonis! Ich hatte nie einen wirklich gut bezahlten Job, viele Jahre war das eher so lala.

          Aber ich hatte ein interessantes Leben und bin (hoffentlich!) auch ein interessanter Mensch.
          Natürlich gibt es immer Frauen, die man nicht haben kann.

          SO IST DAS LEBEN!

          Trotzdem (Aussehen, Geld) hatte ich einige lange Beziehungen, recht viel Gelegenheitssex, eine langjährige Geliebte (best sex ever!) und bin jetzt mit Mitte 50 in einer stabilen Beziehung angekommen, wo alles passt. Frau verdient ihr eigenes Geld (verbeamtet!), kommt rundum ganz gut klar, der Sex ist sehr schön. Wenn das in der Richtung ausklingt, kann ich wohl recht zufrieden sein.

          „Bewegungen“, wie von Frau Stoverock und anderen Damen (und auch noch Herren…) in die Welt gesetzt, haben nicht genügend Grundlage und Verbreitung, um tatsächlich relevant zu werden.

          Feministische Ideen meiner Partnerinnen habe ich großzügig weggelächelt (damit war das dann auch erledigt).

          Und sollte tatsächlich die Mehrheit der weiblichen Wesen denken, sie könnten so wie beschrieben agieren, gibt es immer noch einen sehr großen Rest, der das offensichtlich anders sieht.

          Man kann Probleme auch herbeireden. Das passiert jedes Jahr aufs Neue. Meike Stoverock ist wahrlich nicht die Erste, die solche Erlöserphantasien hat und sie wird nicht die Letzte sein.

          Also Jungs, nicht entmutigen lassen!

          • Es handelt sich bei deinem Beispiel wie du bereits sagst um anekdotische Evidenz und ist daher nicht aussagekräftig.
            „Female Choice“ ist keine Bewegung, die von Witzfiguren wie Frau Stoverock erschaffen wurde. Es handelt sich um ein evolutionsbiologisches Prinzip, welches zunehmend zum Tragen kommt. Die Mehrheit der weiblichen Wesen denkt nicht darüber nach zu agieren wie beschrieben. Sie agieren so, weil es ihr biologischer Instinkt ist. Und durch die moderne Gesellschaft wird es ihnen ermöglicht, diesem Instinkt uneingeschränkt zu folgen.
            Dies wird letzendlich die von Frau Stoverock geschilderten gesellschaftlichen Konsequenzen haben.

          • „Es handelt sich um ein evolutionsbiologisches Prinzip“

            Ist es nicht. Es ist zweckentfremdete und tendenziös ausgewalzte und verfälschte Biologie, Biologismus genannt. Nur nicht ins Boxhorn jagen lassen.

          • „Ist es nicht. Es ist zweckentfremdete und tendenziös ausgewalzte und verfälschte Biologie, Biologismus genannt. Nur nicht ins Boxhorn jagen lassen.“

            Man kann das als Biologismus bezeichnen, aber man sollte dann auch argumentativ darlegen, warum hier eine solche Deutung nicht zutreffend ist.
            Du denkst also, dass der Mensch sich vollständig seiner biologischen Urinstinkte entledigt hat und nur noch bewusste Entscheidungen fällt? Warum sollte das genau bei dem zentralen Thema des Lebens, der Reproduktion, der Fall sein? Ich sehe das nicht so.
            Es ist mir durchaus bewusst dass es den Menschen auszeichnet, sich über Instinkte hinwegzusetzen. Allerdings gibt es überhaupt keinen Grund mehr, dies zu tun.

            Um es ganz vereinfacht auf den Punkt zu bringen: Stell dir vor du hast eine enorm große Zahl von Männern zur Auswahl, mit denen du theoretisch schlafen kannst. Würdest du dich dann noch mit unterdurchschnittlichen Frauen abgeben?
            In genau dieser Position, nur umgekehrt, befinden sich viele Frauen der heutigen Zeit. Selbst Frauen bei denen das nicht der Fall ist, haben zumindest den Eindruck, dass dem so wäre.

            Mir ist auch bewusst, dass sich viele Frauen sich nach Exklusivität und Beziehungen sehnen und daher ihre Freiheit nicht in großem Maße nutzen und Kompromisse eingehen. Es reicht allerdings schon, wenn ein gewisser Anteil ihre Partnerwahl ausschließlich nach biologischen Gesichtspunkten trifft, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Männer dauerhaft außen vor bleibt und die von Frau Stoverock beschriebenen Effekte eintreten.

            Und nein, die Auswahl nach biologischen Gesichtspunkten war vor 10 Jahren in diesem Maße noch nicht möglich. Erst neueren Entwicklungen haben dies fazilitiert.

          • @horus
            Oben hatte ich was zu „geschlechtlicher Zuchtwahl“ nach Darwin geschrieben… Dies zum Biologismus dieses Buches.

            „Du denkst also, dass der Mensch sich vollständig seiner biologischen Urinstinkte entledigt hat und nur noch bewusste Entscheidungen fällt?“

            Überhaupt nicht, der Geschlechtstrieb ist ein sehr wirksamer „Urinstinkt“. Und der folgt vor allem der Passendheit zu dem Imunsystem des potentiellen Partners, wie man molekularbiologisch weiss, wie von der Nase vermittelt. Es ist das ganze Soziale, was da draufgepropft ist, das was wir meinen, warum wir den und den „gut“ finden, was eher nachträgliche Ratiopnalisierung zu sein scheint.
            Aber manche satteln das Pferd von hinten auf und bilden sich ein, es käme auf irgendwelche bestimmten Eigenschaften an, wie sozialer Status. Danach kann man sich richten, aber ich fürchte, dass das nicht so recht glücklich macht. Besser man ist so klug seiner Biologie nachzugeben, dann stört sie auch nicht weiter 😉

  24. Hm, bisher hatte ich durchaus immer den Eindruck, dass meine Partnerinnen weitestgehend instinktgesteuert agieren.
    Ohne behaupten zu wollen, dass ich ein „ALPHA“ bin, scheine ich doch irgend etwas richtig gemacht zu haben. Denn hinreichend viele Frauen waren bereit sich mit mir einzulassen. Dazu kommt, dass ich – aus Kompliziertheitsgründen – Frauen, die sich durch die Betten vögeln, nur dann berücksichtigt habe, wenn ich ohnehin nicht an einer festen Beziehung interessiert war. Da durfte es sogar eine Feministin sein 😉

    Aber ich will gerne zugeben, dass ich ganz sicher nicht hinreichend fachkundig bei der aktuellen Diskussion mitreden kann.
    Selbstverständlich kann ich an jeder Ecke und in jeder Publikation feministische Idden jeder Blödheitsstufe finden. Deswegen muss ich doch nicht dran glauben!
    Vielleicht sollten Männer nicht denselben Fehler machen wie Frau Stoverock: eine arg komlizierte These vertreten um a) den persönlich unbefriedigenden Zustand zu rechtfertigen oder b) das zu tun, was man halt tun will (und man mit Kritik zu rechnen hat).

    Also (wieder nur anekdotisch) meine persönliche Lebenserfahrung:
    „Schönheit“ ist irrelevant.
    Gepflegtheit und gute Manieren sind nie von Nachteil.
    Frauen sollten mehr zu bieten haben als nur ihren Körper. Gilt auch für Männer.

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