Fragen und Antworten zu Incels (Ronin)

Ronin hat angesichts eines Videos zu Inceln einen interessanten Kommentar geschrieben:

(…)

Fragen, die aus meiner Sicht hätten gestellt werden müssen, wären folgende gewesen:

Wie bzw. warum wird man „Incel“?

Jede Wette, der Großteil der Incels weist ein angeborenes geringes Selbstbewusstsein auf. Sie sind konfliktscheu, wollen gemocht werden und glauben, der Schlüssel dazu bestünde darin, zu allen nett zu sein. Sie sehen nicht, dass jemand, dessen einziges herausragendes Merkmal Nettigkeit ist, auf die meisten anderen Leute uninteressant und langweilig wirkt und eher gemieden wird – mit Ausnahme von denen, die seine Nettigkeit ausnutzen.
Um reale oder potenzielle Ablehnung zu vermeiden, ziehen sie sich oftmals zurück und flüchten sich in virtuelle Welten.

Ich vermute man müsste erst einmal zwischen „Incel“ im Sinne von „Menschen, die keinen Sex bekommen obwohl sie gerne welchen hätten“ und dem politisierten Begriff Incel „Männer, die noch nie was mit Frauen hatten und sie hassen, weil sie meinen, dass die Frauen ihnen Sex vorenthalten obwohl es  daran liegt, dass sie Frauenhasser sind, mit denen sich zurecht niemals eine Frau einlassen will“ unterscheiden bei der Frage. Ein Teil der Frager hatte wohl eher die zweite Definition vor Augen.

Aber die Frage, warum man Incel wird ist natürlich interessant. Bei Männern ist Schüchternheit sicherlich ein sehr großes Hindernis, schlechte soziale Fähigkeiten ebenfalls, mitunter auch zu hohe Ansprüche an die Frauen im Verhältnis zu ihrem Marktwert.

Das alles kann dann in den „zweiten Typ“ umschlagen, den das ganze verbittert.

Bei Frauen, die Incels sind, ist es schon schwieriger. Schüchternheit ist sicherlich ebenfalls ein großer Punkt. Aber selbst schüchterne weibliche Incels werden wahrscheinlich schon mal Typen abgelehnt haben, die was versucht haben. Die Erwartung, dass es etwas besonderes sein muss, dass es der Richtige sein muss, dass alles perfekt sein muss, könnte auch stark dazu beitragen.

Warum sind so viele „Incels“ verbittert?

Sie glauben, um gemocht zu werden, müssten sie „nett“ zu allen und jedem zu sein, alles vermeiden, was Ablehnung durch andere verursachen könnte, und um jeden Preis zu den „Guten“ gehören. Deshalb vermeiden sie alles, was irgendwie übergriffig sein könnte (googelt mal nach „hover hand“). Irgendwann stellen sie aber fest, dass sie dafür nicht mehr, sondern sogar weniger gemocht werden und Leute, die genau das Gegenteil machen, viel mehr Erfolg im Leben und bei Frauen haben. Deshalb verachten viele Incels auch Pickup Artists. Obwohl sie aus ihrer Sicht immer alles richtig gemacht haben und alle Forderungen der Mee-Too-Aktivistinnen erfüllt haben, müssen sie zusehen, wie andere, die das eben nicht tun, Erfolg haben.

Das kann ein Element sein. Und ich denke gerade die verbitterten sagen gerne solche Sachen wie „Die Schlampen ficken doch mit allen/den heißen Typen/den coolen/den bad Boys warum ficken die nicht mit mir??“ und eben auch „ich mache doch alles, warum nehmen die mich nicht war“? Ich könnte mir auch gut einen gewissen Narzissmus vorstellen, der sie einfach nicht akzeptieren lässt, dass Frauen nicht einfach so mit ihnen schlafen oder das sie etwas anderes machen müssten, damit Frauen sie interessant finden. Was dann wahrscheinlich auch zu einer Verachtung für Pickup führen kann, weil sie die Mechaniken nicht verstehen. Sie wollen die sein, die problemlos mit Frauen schlafen können, weil sie das bei einigen meinen so zu sehen (in Wahrheit verpassen sie meist viele wesentliche Elemente) und verachten alle, die keinen Erfolg bei Frauen haben und alle die dafür etwas tun müssen (Pickup Artist). In ihrem Narzissmus erwarten sie, dass Frauen so auf sie anspringen müssten, weil sie da sind. Sie zählen sich nicht zu denen, die keine Frau bekommen können, sondern zu denen die zu Unrecht von den Frauen mißachtet werden.

Der nette Junge mit der Erwartungshaltung, dass ihm sein Verhalten ein Recht auf Sex gibt, dass „die Frauen“ zu erfüllen haben

Sind „Incels“ an ihrer Lage selbst schuld?

Ja und nein. Ein Incel ist an seiner Situation genauso schuld wie z.B. eine Frau, die keinen Partner findet, weil sie hässlich ist (falls es so etwas gibt). Aber es ist falsch, wenn Incels der Gesellschaft oder den Frauen die Schuld dafür geben. Genau wie man Männern nicht vorwerfen kann, dass sie hübsche Frauen attraktiv finden, kann man Frauen nicht vorwerfen, dass sie selbstbewusste Männer mögen. Es ist einfach biologisch so in uns allen verdrahtet.

Das ist eine sehr aufgeladene Frage, weil Schuld ein sehr schwieriger Begriff ist. Und auch „Lage“ ist ein sehr schwieriger Begriff.

Was ist beispielsweise die „Lage“? Geht es einfach nur darum überhaupt Sex haben zu können? Dann ist jede weibliche Incel natürlich in der Lage sich aus dieser Lage zu befreien. Sie könnten sogar – vollkommen ungeachtet ihres Aussehens – Geld damit verdienen. Und natürlich könnte jede von ihnen irgendjemanden – nicht unbedingt jemanden Tolles – finden, der mit ihnen  – dann vielleicht keinen guten – Sex haben würde.

Und auch jeder männliche Incel, der die Lage als Gottgegeben und unabänderbar darstellt muss sich fragen welche Anforderungen er denn abseits „Sie muss weiblich sein und der Penis muss in die Vagina“ stellen würde (gibt es eigentlich schwule Incels?)

Und natürlich kann man sehr viel machen um auch im Bereich flirten und Aussehen besser zu werden. Sind die entsprechenden Versäumnisse eine „Schuld“? Geh ins Fitnessstudio, stemm richtig Gewichte, geh zum Friseur, lege dir bessere Kleidung zu, beschäftige dich damit, was Frauen interessant finden und was auf die anziehend wirkt, sorge dafür, dass sich überhaupt mehr Frauen in deinem Umfeld aufhalten und du Kontakt mit ihnen hast, senke deine Ansprüche ab, damit du zumindest einmal die Anspannung des „ersten Mals“ überwinden kannst und Erfahrungen sammeln kannst.

Dagegen könnte man anführen, dass einige Leute einfach nicht in der Lage sind, aus ihrem bisherigen Denkbild und ihrem Charakter auszubrechen, dass sie schon zu tief in einer Ideologie oder bestimmten Ansichten drin sind um sich zumindest allein daraus zu befreien

Noch erstaunlicher scheint mir, dass es Foren mit männlichen und weiblichen Incels gibt, die diskutieren. Noch nie war ein Problem so einfach über ein Gruppentreffen zu lösen.

Wie kann man „Incels“ helfen?

Incels müssen erkennen, dass das Problem in ihnen selbst liegt und nicht in allen anderen um sie herum. Ob man das Problem aber irgendwie lösen kann, ist fraglich. Seine Persönlichkeit zu ändern, ist schwierig. Selbstbewusstsein ist nach meiner Überzeugung angeboren und kann nachträglich nur geringfügig beeinflusst werden. Außerdem muss man sich im Klaren sein, dass es ganz einfach viel mehr Männer gibt als gesellschaftlich notwendig wären, dass also schon rein mathematisch nicht jeder Mann eine Partnerin bekommen kann.

Einige haben sicherlich einen schweren Stand. Aber man muss aus meiner Sicht auch nicht gleich seine gesamte Persönlichkeit ändern und natürlich kann einem ein gewisser Erfolg auf einem Gebiet auch Selbstvertrauen geben.

Rechnungen, nach denen nicht jeder Mann eine Partnerin bekommen kann, überzeugen mich jetzt als Gedanke nicht so. Der durchschnittliche Mensch hat meine ich zwischen 5-6 Sexpartner oder so. Man muss zudem ja auch nicht perfekt werden, es reicht interessanter zu sein als andere Bewerber um diese jeweilige Frau.

Man muss auch kein Leonardo DiCaprio sein und Victoria Secret Models der Reihe nach ins Bett bekommen, aber höchstens bis sie 25 sind. Es reicht, wenn man die Zuneigung eines Mädchens in seiner Schönheitskategorie oder darunter für sich begeistert.

Aber ob man tatsächlich helfen kann? Wohl nur, wenn derjenige bereit ist Sachen zu lernen und sie auszuprobieren und es als eine Reise der kontinuierlichen Verbesserung sieht.

123 Gedanken zu “Fragen und Antworten zu Incels (Ronin)

  1. Zu ein paar klammheimlichen Grundvoraussetzungen:
    Wäre Herr Hawking unser Parade-Incel und zutiefst verbittert, weil er keinen Sex bekommt, würden alle betreten auf den Boden starren. „Incels müssen erkennen, dass das Problem in ihnen selbst liegt und nicht in allen anderen um sie herum.“
    Wer hätte sich getraut, einen solchen Satz gegenüber Herrn Hawking zu formulieren?

    Die Konstruktion des Incel, der sich einfach individuell ändern muss, beruht auf der Konstruktion, dass er sich ändern kann:
    1. Objektive und nicht veränderbare Beeinträchtigungen oder Behinderungen werden rundweg abgestritten. Nicht, weil sie nicht existieren, sondern das Publikum möchte nicht damit konfrontiert werden.
    2. Nachdem das Problem durch schiere Ignoranz subjektiviert worden ist, wird jede gesellschaftliche Beteiligung an der Problemlage abgestritten und dem Individuum als eigenes übereignet: „Stephen, ab mit dir in die Mucki-Bude und arbeite an deiner Persönlichkeit!“

    Auch wenn es sich um keine körperliche Behinderung handelt, sondern um Formen von Autismus oder Asperger oder soziale Phobien, erfolgt die Ausblendung der objektiv existierenden Beeinträchtigung. Es wird nicht gefragt, ob solche Probleme für den Incel existieren, sondern unterstellt, es handle sich um Probleme die durch eigenes Handeln schnellstens lösbar wären. Diese Unterstellung und Verzwergung auf der ersten Ebene führt automatisch zum Vorwurf der Unterlassung auf der zweiten Ebene.

    Kafka-Trap: Männern wird unterstellt, dass sie ihre eigene psychische Befindlichkeit nicht ernst genug nehmen würden und eine „Mister-fix-it“-Mentalität hätten – machen sie ihre eigene psychische Befindlichkeit zum Thema, wird ihnen vorgeworfen, nicht genug „Mister-fix-it“ zu betreiben.

    Die verborgene Botschaft 1: Das Publikum möchte nicht damit konfrontiert werden.
    Die verborgene Botschaft 2: Der gnadenlose Entzug jedweder Empathie gegenüber Problemen die Männern haben muss gleichermaßen gelten und unentdeckt bleiben; der Hohn und der Sadismus gegenüber den „Versagern“ ist gerechtfertigt, denn sie haben ihn verdient.

    Es wäre in dieser Gesellschaft völlig unmöglich, dass mit Frauen genauso verfahren wird.

    • „Sei Mr-Fit-It“ ist ja nicht das erste, was Incels hören.

      Dem gehen ja viele Jahre von „Sei einfach du selbst“ voraus.

      All der Zeitgeist, der die APA dazu verleitete, „giftige Männlichkeit“ als Krankheit zu definieren
      All die #HeForShe Aufrufe.
      All die Frauen-geht-es-so-schlecht-Wir-müssen-mehr-für-Frauen-tun Appelle
      All die getrennt-erziehenden Mütter, die lieber einen pflegeleichten als einen gesungen Jungen haben.
      All die Mädchen, die den Status Quo nicht ändern wollen, dass er ihnen ohne Gegenleistung die Hausaufgaben macht.

      Sie alle trompeten ohne Unterlass: „Sei NETT! Sei HARMLOS!! Machos sind SCHLECHT! Sei OHNE Ansprüche! Nur so mögen wir dich.“

      Es gibt Tonnen und Tonnen und Tonnen von Einflüssen im Leben jedes Incels, die ihn aktiv daran hindern, sich zu fixen selbst, wenn er dazu eigentlich in der Lage wäre

      Deine Perspektive ist sicherlich das bessere Argument in einer Diskussion, weil es die Incel-Verachter besser beschämen kann.
      Es fällt aber auch leichter zusammen, sobald der Gegenpart sich fragt, wie viele Frauen wohl angetörnt sind von der Vorstellung eines Sexakts mit Hawking.

      • > Sie alle trompeten ohne Unterlass: „Sei NETT! Sei HARMLOS!! Machos sind SCHLECHT! Sei OHNE Ansprüche! Nur so mögen wir dich.“

        Das ist ein Filter, um attraktive Männer von unattraktiven zu trennen. Man erzählt das einfach mal allen Männern, und die, die es glauben, sind die, die man nicht haben will.

        • Und ein paar Prozent derer, die irgendwann verstehen, dass alle Frauen in ihrem Leben sie in der wehrlosesten Zeit ihres Lebens kontinuierlich belogen haben, entwickeln einen starken Frauenhass.

          Wer hätte damit rechnen können?

          => Männer sind halt schlecht.

        • Den Gedanken habe ich auch schon gehabt, dass das ganze Gerede der Frauen, dass sie keine Machos mögen sondern auf sensible Männer stehen, nur ein Shittest ist, um die richtigen Machos herauszufinden (die sich von dem Gerede nicht beeindrucken lassen).

          • „…dass das ganze Gerede der Frauen, dass sie keine Machos mögen sondern auf sensible Männer stehen, nur ein Shittest ist, um die richtigen Machos herauszufinden…“

            Ich bin NICHT davon überzeugt, daß die meisten Frauen generell den Macho suchen, denn „Macho“ ist doch eine mehr oder weniger aufgesetzte ROLLE. Ein Macho mag ja mal im Rahmen von „Erfahrungen sammeln“ eine reizvolle Herausforderung sein, sich kurzzeitig auf einen Macho einzulassen; die meisten Frauen streben aber wohl nach wie vor dauerhaft eine feste Partnerschaft an, und dazu taugt ein nachgemachter Casanova nun mal nicht!

            Es ist zutreffend, daß die meisten Frauen wohl kaum den sensiblen Softie präferieren, denn auch das ist ja meistens eine andressierte ROLLE, i.d.R. „präpariert“ durch feministische Mütter, wie hier ja auch schon mehrfach festgestellt worden ist.

            Nein; weder Softie noch Macho sind die ersehnen Typen einer Frau.
            Gewinnend ist hingegen der Mann, der sich seiner selbst bewußt ist, der weiß was ER ist, und was ER will, eben ein AUTHENTISCHER Typ, den er auch glaubhaft mit den ihm eigenen Charakteristika verkörpern kann!
            Und unterschätzt bitte nicht die nonverbale „Lese“-Fähigkeit der meisten Frauen!

            Es könnte doch wirklich „so einfach“ sein!

          • Sabrina – interessehalber – bist du eigentlich ne echte Frau?

            Und wieso glaubst du, du weisst wie alle Frauen ticken?

          • @EinLeser:
            „Sabrina – interessehalber – bist du eigentlich ne echte Frau?

            JA! Das weiß ich, und das bin ich, mit Ausnahme meiner fehlenden Fortpflanzungsfähigkeit…
            In meiner Sturm-und-Drang-Zeit haben mir das auch alle Männer, die mich näher kennengelernt haben, bestätigt.
            Im übrigen bin ich jetzt seit 40 Jahren glücklich vrheiratet, mit meinem immer noch sehr attraktiven Mann, der mich auch noch heute „über alles“ liebt!

            „Und wieso glaubst du, du weisst wie alle Frauen ticken?“

            Ich habe nicht von „allen Frauen“ gesprochen, aber zum einen bin ich bestens mit meinen Freundinnen vernetzt, habe soeben mein dienstliches Berufsleben als wiss. Mitarbeiterin (Sozialpsychologin) „abgeschlossen“, und hatte in meinem etwa 40-jährigen Berufsleben mehr oder weniger regelmäßig mit Untersuchungen zu tun, die derlei Themen betrafen.
            Und auch die Studentinnen in meinen Seminaren sind gerne zu mir gekommen, um sich von mir in ihren persönlichen Angelegenheiten „beraten“ zu lassen…

      • Mir geht es nicht um „das bessere Argument“, sondern um die Hohlheit der existierenden:

        Deshalb: „Es wird nicht gefragt, ob solche Probleme für den Incel existieren, sondern unterstellt, es handle sich um Probleme die durch eigenes Handeln schnellstens lösbar wären. Diese Unterstellung und Verzwergung auf der ersten Ebene führt automatisch zum Vorwurf der Unterlassung auf der zweiten Ebene.“

        Du leidest unter sozialen Phobien?
        „Dann geh doch unter Menschen!“ 🙂
        Du hast Depressionen?
        „Lächel doch mal!“ 🙂

        Die Idee, wie ein konkretes Problem zu lösen ist, ist nicht nur saudumm, wenn es sich auf Männer bezieht, sondern es ist saudumm, wenn und weil es sich auf Männer bezieht.
        Niemand würde sich trauen diese Sätze zu formulieren, wenn es sich um Frauen und Mädchen handelt.

        In irgendeiner Form würden wir annehmen und akzeptieren, dahinter steckt eine gesellschaftliche Ursache und die ist schlecht.
        Weil sie Männern nutzt. Keine Ahnung wie und warum, aber das wird so sein.
        Die Irritation setzt ein, wenn das vorab als privilegiert markierte Geschlecht anfängt zu behaupten, es gibt diese Privilegien nicht und rundweg abstreitet, privilegiert zu sein.

        Man könnte fast sagen, dann beginnt „Gender Trouble“…

        • @Crumar:

          „sondern unterstellt, es handle sich um Probleme die durch eigenes Handeln schnellstens lösbar wären.

          Du leidest unter sozialen Phobien?
          „Dann geh doch unter Menschen!“ 🙂
          Du hast Depressionen?
          „Lächel doch mal!“

          Nein, zumindest ich unterstelle das nicht, dass es einfach und schnell lösbare Probleme sind. Aber wenn du z.B. soziale Phobien oder Depressionen hast, musst du dich SELBST damit auseinander setzen, z.B. durch eine psychotherapeutische Beratung DEINE EIGENEN Probleme lösen und nicht nach einer Lösung von oben plärren. Selbstverständlich braucht so etwas eine Menge Zeit und kostet den Betroffenen eine Menge Kraft. Es hilft dem einzelnen Incel übrigens einen scheiss Dreck, wenn ihr Problem gesellschaftlich akzeptiert wäre und genau wie armen Jammerfrauen gehätschelt werden würden. Aber ich weiss ja, dass du ein Kollektivist bist.

          Noch mal, nimm die fetten Frauen „Bodyshaming“ „Beautiful is what i think“ mal als weibliche Gegenstück zu den Incels. Genau diese werden ja von unseren MSM und der Gesellschaft im Allgemeinen akzeptiert und gehätschelt.
          Glaubst du ernsthaft, dass das der einzelnen von denen irgendetwas bringt? Glaubst du WIRKLICH, dass es denen aufgrund gesellschaftlicher Akzeptanz in ihrem Seelenleben besser geht als den männlichen Counterparts? Geht es einem Sebastian (siehe Selbstmachmittwoch) der seine Probleme durch viel Zeit, Konfrontation mit sich selbst und seinen Abgründen und geändertem Verhalten und Denken möglicherweise besser geht, als einer gepamperten Fetten, die sich nach dem sie auf Vice gelesen hat, wie toll sie doch in Ihrer Fettheit sei, abends mit einem Karton Eiskrem in den Schlaf weint?

          Und nein, ich persönliche finde es nicht fair, dass die einen gehätschelt und die anderen verteufelt werden, aber das ist nicht das Thema. Wenn man Probleme hat, so muss man sie lösen, statt immer nur nach Akzeptanz oder Fairness zu bitten.

          • Ich glaube, deine nervigen Unterstellungen beruhen nicht auf Missverständnissen, sondern auf deiner schieren Bösartigkeit.

            Merkst du eigentlich: „Noch mal, nimm die fetten Frauen „Bodyshaming“ „Beautiful is what i think“ mal als weibliche Gegenstück zu den Incels. Genau diese werden ja von unseren MSM und der Gesellschaft im Allgemeinen akzeptiert und gehätschelt.“ dass du mir ein „Gegenstück“ präsentierst, von dem du selbst sagst, diese würden im Gegensatz zu Incel „akzeptiert und gehätschelt“?
            Der Unterschied, wie gesellschaftlich mit individuellen Problemen je nach Geschlecht umgegangen wird ist offensichtlich.

            Nach diesem unlogischen Satz kommt deine rhetorische Frage: „Glaubst du ernsthaft, dass das der einzelnen von denen irgendetwas bringt?“
            Glaubst du ernsthaft die kollektive Dämonisierung von Incel trägt etwas zur Lösung der individuellen Probleme der Incel bei?
            Selbst wenn man unterstellt, in beiden Fällen ignoriert die Gesellschaft wissentlich und willentlich vorliegende Probleme, hat die identische Ignoranz je nach Geschlecht völlig andere Auswirkungen.
            Im weiblichen Fall wird durchgesetzt, die Benennung des Problems ist eine unziemliche Stigmatisierung, im männlichen Fall wird rundweg geleugnet, dass sie ein Problem haben, sie sind das Problem.

            Dass individuelle Problem individuell gelöst werden müssen ist eine Binse. Wenn 30% einer Alterskohorte aber das gleiche Problem haben, dann geht es weit über ein individuelles Problem hinaus.
            Es handelt sich dann um ein sogenanntes „gesellschaftliches Problem“.

    • @Crumar:

      „Die Konstruktion des Incel, der sich einfach individuell ändern muss, beruht auf der Konstruktion, dass er sich ändern kann:
      1. Objektive und nicht veränderbare Beeinträchtigungen oder Behinderungen werden rundweg abgestritten.“

      Meinst du wirklich, der Grossteil der Incel sind tatsächlich körperlich und oder geistig schwer eingeschränkte Menschen? Meiner Ansicht nach baust du hier einen Strohmann auf.
      Wäre das nämlich wirklich so, würden Incels in Ihren Foren nicht über ‚Jawlines‘ oder Körpergrösse und Muskelmasse fabulieren. Nehmen wir – anektdotisch ja ich weiss – mal den berühmtesten: Elliot Rogers. Hier siehst du ein Bild von ihm:
      https://www.qwant.com/?q=Elliot%20Rogers&t=images&o=0:c5aa3ac21c9df421c186f4afe0ce627a&size=all&license=all&freshness=all&color=all&imagetype=all&source=web

      Ich schliesse gar nicht aus, dass es keine mit den von dir beschriebenen Einschränkungen gibt, aber ich behaupte mal, dass das nicht die Masse ist.

      Und dann fängst du an, dass man bei Frauen ja anders reden würde.
      Meinst du wirklich eine körperbehinderte Frau hat es wirklich leichter auf dem Partnerschaftsmarkt? Mir liegt es wirklich fern hier einen white knight zu spielen, aber genauso wie sich Feministen nur um die Belange eines Geschlechts kümmern, scheint in deinem Weltbild die körperbehinderte Frau in diesem Kontext überhaupt nicht zu existieren.

      Ich weiss du magst den Schattenmacher nicht, weil er politisch eher rechts autoritär steht, aber schaue dir dieses vollkommen apolitische Video über Elliot Rogers von ihm an, in welchem er sich wirklich tiefergehend mit der Gedankenwelt dieses Kerls beschäftigt:

      • Hmmm, Strohmann?
        Eigentlich hatte ich das alles schon einmal geschrieben:

        „Ihre Lebensumstände äußern sich bei Incel laut Umfragen auf den eigenen sites so:
        „- 78% report always suffering from extreme sadness, anxiety, and stress.
        – 82% have considered suicide.
        – 62% have considered surgery to improve their looks.
        – 77% report being a healthy weight or underweight (only 23% report being overweight, which is far less than the general western population average).
        – 57% report receiving a medical diagnosis labeling them as non-neurotypical or having a physical disability that impairs their normal daily functions.“

        Du schreibst: „Meinst du wirklich eine körperbehinderte Frau hat es wirklich leichter auf dem Partnerschaftsmarkt?“

        Nein, aber das ist nicht mein Punkt.
        Sondern bei ihr würde akzeptiert werden, es handelt sich tatsächlich um ein objektives Problem, während bei Männern auch nur die bloße Existenz eines objektiven Problems massiv geleugnet wird. Aus diesem Grund habe ich Hawking herbeigeholt, um wenigstens dadurch die rein subjektivistische Betrachtungsweise zu torpedieren.

        • Ich Frage mich wie viel der Incels als Kinder auf Ritalin waren. Ich bin da kein Experte, habe aber gelesen das die Patienten nach dem Absetzen von fehlenden Antrieb und Motivation berichtet haben.

        • „Sondern bei ihr würde akzeptiert werden, es handelt sich tatsächlich um ein objektives Problem, während bei Männern auch nur die bloße Existenz eines objektiven Problems massiv geleugnet wird“

          Wer leugnet das Problem denn? Wer sind die? Deine linksorientierten Mainstream-Medien? Unsere Bundesregierung?
          Ja gebe ich dir Recht. Da werden aber auch noch viele ganz andere Gruppen als böse dämonisiert seien es jetzt Wutbürger oder Covidioten.

          • Du unterstellst mir Dinge, die ich bereits wesentlich früher geklärt habe und wenn ich sie wiederhole und damit deine Unterstellung widerlege, dann kommt die nächste Unterstellung. Nervig.

            Die Pseudo-linke, nichtsdestotrotz reichweitenstarke MSM charakterisiert Incel so:
            „Incel“ ist die Abkürzung für den englischen Ausdruck „involuntary celibacy“, auf Deutsch bedeutet das „unfreiwillige Enthaltsamkeit“. Heute dient der Begriff einer Gruppe von Männern, die Frauen verachten, als Definition ihres Daseins und wird von ihnen als identitätsstiftender Kampfbegriff im Internet verwendet.“

            Vergleiche mit MGTOW im gleichen Artikel: „Die Bewegung „Men going their own way“ (MGTOW, auf Deutsch: „Männer gehen ihren eigenen Weg“) ist ein Zusammenschluss von Männern, die sich – vorgeblich freiwillig – dazu entschieden haben, keinen Kontakt mit dem angeblich verdorbenen weiblichen Geschlecht zu haben. Viel schlechter kann man als Mann seine sexuelle Frustration als Triebfeder des Hasses wohl kaum maskieren.“

            In beiden Fällen wird als gemeinsames Motiv unterstellt:
            1. Sexuelle Frustration
            2. Frauenverachtung, Frauenhass

            Kafka trap: Bekommst du keine Frau, führt das zu Frauenhass – willst du keine Frau, dann ist das Motiv Frauenhass. Supi! 🙂
            https://www.spiegel.de/netzwelt/web/toronto-taeter-ein-frauenhasser-das-ist-die-incel-bewegung-a-1204729.html

            Diese Einsichten einer feministischen Hausfrauen-Psychologie beruhen immer darauf, Motive zu erfinden und zu unterstellen, die es erlauben über Männer zu sprechen, statt mit ihnen oder/und sie zum sprechen zu bringen.

            Unter einem Artikel mit der ebenfalls supitollen Überschrift: „Die Sprengkraft des unfreiwilligen Zölibats“, der mit dem irre erhellenden Satz endete: „Das Problem an sich muss auf andere Weise gelöst werden.“ – natürlich ohne einen Einblick zu liefern, wie „das Problem“ gelöst werden kann, lieferte „Antimodes“ in seinem Kommentar einen Einblick in die Herkunft des Problems aus individueller Sicht:

            „Körperliche Nähe und auch sexuelle Beziehungen sind ein soziales Bedürfnis der meisten Menschen. Dass Isolation uns schadet, ist bekannt. Ich denke es ist Aufgabe von Gesellschaften niedrigschwellige soziale Räume zur Verfügung zu stellen, um jedem eine Möglichkeit zur Teilhabe zu geben.

            Ich war als Kind lange allein. Es fiel mir schwer soziale Kontakte außerhalb der Familie aufzubauen und auch den Umgang, die vielen Kleinigkeiten mit anderen zu erlernen. Durch meine Armut waren mir die meisten sozialen Räume verschlossen. Wenn alle ins Kino gehen, ist ein Spaziergang im Park nunmal keine Option.

            Irgendwann schlägt Verzweiflung in Hass um. Man ist kaum Teil der Konsumgesellschaft, kann niemanden kennenlernen. Ich habe erst Anschluss gefunden und konnte Miteinander lernen, als ich in eine Jugendgruppe des CVJM kam. Das hat mir sehr geholfen, auch wenn ich die Gemeinschaft mittlerweile als nicht unproblematisch sehe.

            Trotzdem habe ich keinen intuitiven Zugang zu Emphathie oder Verhaltensnormen entwickelt. Ich war zu lange weitgehend allein. Kinder sind grausam zueinander. Jetzt geht es mir gut, ich habe Freunde und gelernt menschliche Kontakte zu pflegen. Wäre ich nicht in eine Gruppe gekommen…
            Die Frage ist doch, wo man vulnerable Personen abholt. Das kann ein Sportverein, Hackspace oder eine Jugendgruppe sein. Extremisten haben immer offene Türen.“
            https://hpd.de/artikel/sprengkraft-des-unfreiwilligen-zoelibats-18064

            Die Frage ist, warum man Incel – als Gruppe – nicht als das sieht, was sind vulnerable Personen, sondern sie so auffällig schnell als „Frauenhasser“ labelt.
            Hier mein Erklärungsansatz: Damit man sich mit sozialer Isolation, objektiven Gründen für gesellschaftliche und individuelle Ausschlüsse und sozialen Bedürfnissen von Männern nicht auseinandersetzen muss. Männern wird der Status „verletzlich“ nicht zugestanden.

            Ich schrieb: „Wie groß das zugrunde liegende gesellschaftliche Problem (in den USA) ist, steht – erstaunlicherweise – auf der Startseite der Incel-Wiki: „Among American millennials, 15-30% are incels, roughly 51% do not have a steady partner, roughly 30% are often or always lonely, and roughly 22% have no friends.“ Wobei „Millenial“ alle Personen umfasst, die zwischen 1981 und 1996 geboren sind.“

            Weiter aus dem Jahr 2019: „The portion of Americans 18 to 29 reporting no sex in the past year (!!!) more than doubled between 2008 and 2018, to 23 percent.“
            https://www.sciencealert.com/the-percentage-of-americans-not-having-sex-has-reached-a-record-high

            Dies setze sich jedoch so zusammen: 18% der jungen Frauen in diesem Altersspektrum, aber 28% der jungen Männer hatten im letzten Jahr (!!!) keinen Sex.“
            15-30% hatten per Definition (Incel) wenigstens im letzten halben Jahr keinen Sex, 51% (die Mehrheit) keine/n feste/n Partner/in, 30% sind oft oder immer einsam und 22% haben keine Freunde.
            Das betrifft eine Alterskohorte zwischen 24-39 Jahren.
            In der zwischen 18-29 hatten satte 28% aller Männer im ganzen Jahr 2018 gar keinen Sex.

            Vor diesem gesellschaftlichen Hintergrund ist m.E. erstens die „Dämonisierung“ der Incel als geradezu panischer Versuch zu verstehen, nicht zu „diesen Verlierern“ dazu gerechnet zu werden, obwohl man es per Definition ist.
            Zweitens ist das Problem der sozialen Vereinsamung und der Beziehungs- (!!!) und Sexlosigkeit offensichtlich ein Massenphänomen, dessen Diskussion sich kanalisieren lässt, wenn man es unter dem Label „Frauenhass“ einsortiert.
            Dieses Label sorgt drittens für eine gezielte Mitleidslenkung – schaut nicht auf die Männer in erbärmlichen Zustand, sondern auf die, denen der unterstellte „Hass“ gilt.
            Das sind (selbstredend) besonders Frauen.
            Damit ist der Kreislauf der Ignoranz wieder geschlossen.

            Gesellschaftliche Probleme in diesem Umfang, die besonders eine gesellschaftliche Gruppe betreffen, lassen sich auf Dauer aber nicht unter den Teppich kehren, ignorieren und in „gewohnte Bahnen“ lenken.
            Auch nicht von feministisch dominierten MSM und nicht durch diese initiierte Zensur.
            Es reicht aber nicht aus, nur von „Dämonisierung“ zu sprechen, sondern man muss versuchen, die Ursachen für diese Dämonisierung zu erfassen und klar benennen, welche Kräfte aus welchem Grund gezielt dämonisieren.

          • @crumar

            „Dies setze sich jedoch so zusammen: 18% der jungen Frauen in diesem Altersspektrum, aber 28% der jungen Männer hatten im letzten Jahr (!!!) keinen Sex.““

            Es wird ja immer gesagt, dass es bei Männern erst mit 30 gut wird und auch mit 40 oder 60 keinerlei Probleme auf dem Partnermarkt bestehen. Es gibt doch ganz viele Blogs wo man lesen kann, dass es mit Ende 20 plötzlich besser wurde. Wieso soll man dann unter 29 jährige so aufbauschen anstatt ihnen zu sagen, dass sie einfach noch 10 Jahre warten sollen bis die Pubertät richtig abgeschlossen ist anstatt über Suizid nachzudenken nur weil man auf der High School nicht auf Parties war. Es würde sich ja mit evolution decken. Für Frauen ist es bis 29 leichter, für Männer ist es ab 29 leichter. Weil man als Mann dann Geld, Auto, Job hat. Viele der Unter 29 Jährigen sidn vielleicht einfach nur Spätzünder.

  2. >> Der Unterschied zwischen „Menschen, die keinen Sex bekommen obwohl sie gerne welchen hätten“ und dem politisierten Begriff Incel

    Sind das überhaupt verschiedene Definitionen? Oder ist das zweite nur ein durch die Medien propagiertes Zerrbild des ersten?

    Ich gehe davon aus, die meisten Incels sind frustriert, manche sind verbittert und ein kleiner Teil ist radikalisiert. Das ist aber in allen Gruppen so, die durch ein gemeinsames Problem definiert sind, da es nun mal immer Menschen gibt, die den Grund für ihre persönlichen Probleme bei anderen sehen, siehe Feminismus (und fast alle anderen Ideologien).

    > Narzissmus […], der sie einfach nicht akzeptieren lässt, dass Frauen nicht einfach so mit ihnen schlafen oder das sie etwas anderes machen müssten, damit Frauen sie interessant finden.

    Ich glaube, das hat auch damit zu tun, dass den meisten Leuten gar nicht so recht klar ist, was die Attraktivität eines Mannes überhaupt ausmacht. Sogar den Frauen selbst ist das anscheinend nicht klar. Ich habe mal von einem Experiment gelesen, bei dem man Frauen Bilder von ungefähr gleich gut aussehenden Männern zeigte, darunter stand der angebliche Beruf des Mannes, und die Frauen sollten das Aussehen der Männer bewerten. Die mit den statusträchtigen Berufen schnitten signifikant besser ab. Als man die Berufsbezeichnungen vertauschte, blieb das Ergebnis dasselbe. Die Frauen bewerteten also unbewusst den Status, bewusst schoben sie das aber aufs Aussehen.
    Dass Status und Selbstbewusstsein DIE entscheidenden Kriterien für die Attraktivität eines Mannes sind, ist erstaunlicherweise eine kaum bekannte Tatsache (bzw. sie ist schon bekannt, aber kaum jemand scheint sich dessen wirklich bewusst zu sein bzw. darüber nachzudenken).

    Deshalb wissen Incels auch nicht, was mit ihnen nicht stimmt.

    > Das ist eine sehr aufgeladene Frage, weil Schuld ein sehr schwieriger Begriff ist.

    Mag sein, aber der Begriff ist dennoch angemessen. Incels geben „der Gesellschaft“ die Schuld, während alle anderen ihnen selbst die Verantwortung für die Lage zuschieben. Bekanntlich sind Männer an allem, was ihnen passiert, selbst schuld.

    > Und natürlich kann man sehr viel machen um auch im Bereich flirten

    Wie gesagt glaube ich, dass viele Incels dinge wie „flirten“ usw. nicht nur nicht beherrschen, sondern aktiv ablehnen. Man hat ihnen erzählt (oder sie haben es so verstanden), das sei übergriffig, und das wollen sie um jeden Preis vermeiden. Ich habe in entsprechenden Foren schon Aussagen gelesen in der Richtung „Also bevor ich SO werde [d.h. wie ein Pickup Artist] bleibe ich lieber alleine!“

    > und Aussehen besser zu werden. Sind die entsprechenden Versäumnisse eine „Schuld“? Geh ins Fitnessstudio, stemm richtig Gewichte, geh zum Friseur, lege dir bessere Kleidung zu

    Beileibe nicht jeder Incel ist ein fetter, blasser, pickliger Kellerbewohner. Die meisten sehen wohl völlig normal aus und nicht wenige werden wohl auch all das machen, aber trotzdem keine Partnerin finden. Siehe oben.
    Auch ich war immer wieder erstaunt, dass man das aufgrund meines Aussehens nicht für möglich gehalten hätte.

    > beschäftige dich damit, was Frauen interessant finden und was auf die anziehend wirkt

    Siehe oben.

    > sorge dafür, dass sich überhaupt mehr Frauen in deinem Umfeld aufhalten und du Kontakt mit ihnen hast

    Das nützt alles nichts, solange man sich nicht traut, mit ihnen in Kontakt zu treten.

    > Noch erstaunlicher scheint mir, dass es Foren mit männlichen und weiblichen Incels gibt, die diskutieren. Noch nie war ein Problem so einfach über ein Gruppentreffen zu lösen.

    Was nützt ein Gruppentreffen bei einem Verhältnis Männer:Frauen von 10:1 oder noch ungleichmäßiger? Abgesehen davon, was bringt es, wenn sich Leute treffen, die füreinander nicht attraktiv sind?

    > natürlich kann einem ein gewisser Erfolg auf einem Gebiet auch Selbstvertrauen geben.

    Mag sein, aber oft entscheidet das Selbstvertrauen auch darüber, ob man etwas überhaupt als Erfolg wahrnimmt oder nicht.

    > Rechnungen, nach denen nicht jeder Mann eine Partnerin bekommen kann, überzeugen mich jetzt als Gedanke nicht so. Der durchschnittliche Mensch hat meine ich zwischen 5-6 Sexpartner oder so.

    Der Durchschnitt mag stimmen, aber wie groß ist die Streuung? Leider finde ich dazu keine Statistiken, aber mein Verdacht ist, dass ein Großteil der Männer deutlich weniger Sexpartner hat, ein kleiner Teil dafür umso mehr.

    Aber schon allein zahlenmäßig geht es nicht auf. Ich habe in einem Kommentar hier auf der Seite schon mal eine interaktive Grafik verlinkt, aus der hervorging, dass es zumindest in den USA für jede Altersgruppe unter 45 deutlich mehr Männer gibt als Frauen (darüber kehrt es sich um, weil die Männer anfangen, wegzusterben). In Kalifornien z.B. gibt es demnach 100 000 mehr männliche Singles als weibliche. Dazu kommt, dass Frauen generell höhere Ansprüche haben und sich lieber sequentiell die attraktiveren 20% der Männer teilen.

    Überleg mal, warum es „Incels“ überhaupt gibt? Der überwiegende Teil davon sind Männer. Wenn die Ursache des Problems nur darin läge, dass Männer und Frauen irgendwie nicht zusammenfinden, müsste es etwa gleich viele männliche wie weibliche Incels geben, oder zumindest eine gleich hohe Zahl an weiblichen Dauersingles. Davon ist mir aber zumindest nichts bekannt.

    Die simple Wahrheit ist, dass manche Männer allein aufgrund der Zahlenverhältnisse einfach übrig bleiben müssen.

    • @ronin
      „Die simple Wahrheit ist, dass manche Männer allein aufgrund der Zahlenverhältnisse einfach übrig bleiben müssen.“

      ? Ich dachte, das Geschl-Verhältnis ist so etwa 1:1 (also menschlich unbeeinflusst).

      Liegt hier vielleicht ein dynamisches Missverhältnis vor?

      • Ja. Biologisch sind es annähernd 50:50.
        ABER das weibliche Interesse ist eine Paretoverteilung. Sie interessieren sich primär für die Top20%. Der Rest ist meh, kann bleiben wo der Pfeffer wächst.

        • Kann das die Erklärung sein? Dann müsste es sehr viele willentlich solitäre Frauen geben, oder auch Abzös (absichtlich zölibatär).
          Oder sind die vielleicht absichtlich zölibatär, weil sie der „Sexarbeit“ (so ein schöner zynischer Euphemismus btw) nachgehen etwa?
          Die Geburtsdifferenz der Geschlechter ist ja eher marginal und sollte den „Incel-Effekt“ nicht verursachen können….

      • Hier sieht man, dass jedem Jahrgang deutlich mehr Jungen geboren wurden als Mädchen: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/880778/umfrage/anzahl-der-geburten-in-deutschland-nach-geschlecht/
        Lässt man die etwas höhere Kindersterblichkeit bei Jungs außer Acht, müsste es nach dieser Statistik derzeit etwa 23000 mehr 29-jährige Männer als 29-jährige Frauen in Deutschland geben.

        Zwar hört man immer, dass gesamtgesellschaftlich die Frauen in der Mehrzahl sind, aber das kommt daher, dass nur die Gesamtzahlen der Geschlechter verglichen werden, nie die zusammenpassenden Altersgruppen. Dabei wird außer Acht gelassen, dass sich das Geschlechterverhältnis ab 45 umkehrt, weil die Männer dann anfangen, wegzusterben.
        Einem 20-jährigen Mann kann es aber herzlich egal sein, dass es viele alleinstehende 80-jährige Frauen gibt.

        • Boah! Also ehrlich mal! Denkst du auch nur eine Sekunde mal an die 80jährigen Witwen, die nun bis zu ihrem Tode ein partner- und sexloses Leben führen müssen?

          Diese ganzen jungen Männer sollen gefälligst mal ihre Ansprüche an Jugend, Schönheit und Fortpflanzungsfähigkeit ein Bissel runterfahren, damit auch jede Frau, egal wie alt, noch ein erfülltes Sexleben haben kann, mit einem Mann, egal wie jung! Das, was du da sagst, ist ja mal so was von übelstem Ageism!!!!1!11!

        • „weil die Männer dann anfangen, wegzusterben.“

          In jedem einzelnen Jahr seines Lebens hat ein männlicher Mensch eine höhere Wahrscheinlichkeit zu sterben als ein gleichalter weiblicher Mensch. Es schwankt nur, wie groß der Unterschied ist. In den ersten 5 Jahren deutlich höher, dann schwacht es etwas ab, Ende der Teens wieder deutlich höher, etc.

          Männer fangen also sofort mit der Geburt an „wegzusterben“.

          • Das mag sein. Und führt dann dazu, dass die von ronin benannten 40 Jahre nicht das Alter sind, ab wann die Männer erst wegzusterben beginnen, sondern eher das Alter ist, in dem in einer Generation der Break-Even-Point liegt, nach dem dann, obwohl mehr Jungen geboren wurden, mehr Frauen übrig bleiben. Und das führt dann dazu, dass, obwohl bei Kindern und Jugendlichen die Jungs noch in leichter Mehrheit waren, im Gesamtschnitt der Wahlberechtigten, was alle Menschen zwischen 18 und Kiste beinhaltet, Das Männer-zu-Frauen-Verhältnis meines Wissens bei etwa 48 zu 52 Prozent liegt.

      • Ja, das ist auch mein Kenntnisstand. Es werden leicht mehr Jungs geboren, doch aufgrund der höheren Sterblichkeit der männlichen Säuglinge gleicht sich das irgendwann aus.
        Allerdings gibt es natürlich regional große Unterschiede, siehe der Osten Deutschlands oder eben Kalifornien. Da ziehen die Frauen weg und woander ziehen Männer in Scharen hin, wegen Technik und guter Jobs.

      • Das hier ist Erica:

        Und das hier hier erwartet Erica von Dir, damit Du als Ehemann in Betracht kommst:

        Bist Du unter 1.85m? Zieh Leine.
        Hast Du keinen Universitätsabschluss? Zieh Leine.
        etc.

        Kurz: Erica will einen Top-20-Prozenter. Der Rest kann als Incel sterben gehen.

        • @Freddy

          „Kurz: Erica will einen Top-20-Prozenter. Der Rest kann als Incel sterben gehen.“

          Jede(r) will ein mate, was in seinen/ihren Augen wünschenswert ist und seinen/ihren Präferenzen entspricht.
          Und jede(r) scheisst drauf, was mit solchen Teilnehmern des Marktes ist, der oder die nicht ins persönliche Muster passt.
          Oder gehst du dich dich dann etwa um fette Mitte-40er Katzenladies kümmern, die auf dem Datingmarkt so beliebt sind wie vergammelte Bananen im Supermarkt? Wahrscheinlich nicht, denn, die sind dir nämlich genauso scheissegal wie du möglicherweise einer Erica.

          Abgesehen davon, Erica kann viel wollen, was sie am Ende kriegt, steht auf nem anderen Blatt.
          Ich denke nämlich nicht, dass sie so viele Chancen bei begehrten Männern hat. Letztlich wird sie sich mit dem zufrieden geben müssen, was sie kriegen kann oder halt alleine bleiben.

          Dass Frauen tendenziell nach den Top 20% begehren und auf dem Datingmarkt sehr selektiv agieren mag ja richtig sein, aber das ist halt nun mal ihre Biologie genauso wie es deine ist, keine Mitte-40er Katzenladies mit einer Obelix Figur besteigen zu wollen.

          Bottomline: Also entweder spielst du das Spiel auf dem Datingmarkt mit oder lässt es halt bleiben. Es wird dir nichts nützen sich drüber aufzuregen.

        • Also, ich weiss nicht. Das sind alles wachsweiche Eigenschaften, eher nicht ernstzunehmen. Einzig und allein das mit dem Nichtrauchen ist ein hartes Kriterium und das kann man doch sehr nachvollziehen.

        • Hihi! Da frage ich mich auch immer, wie es eigentlich Femis gelungen ist, durch das Streuen des Buzzwords „male entitlement“ die Vorstellung zu etablieren, dass überbordendes Anspruchsdenken etwas typisches und rein männliches ist?

          Man denke da nur mal an den auch hier schon mal besprochenen Song „Dear Future Husband“, der auch nichts anderes ist, als ein endloser Anforderungskatalog. Und das einzige selbst Angebotene ist, dass jener, der all dies erbringt und erfüllt, VIELLEICHT „that special loving“ bekommt.

          Irgendwie kann man sich in unserem „frauenunterdrückenden Patriarchat“ nur schwer vorstellen, dass ein männlicher Popsänger skandalfrei ein Lied raushauen kann, in dem er überbordende Ansprüche an die Frauenwelt aussendet und ihnen als einzige Gegenleistung etwas anbietet, von dem er selbst wiederum auch in nicht geringem Maße profitiert. Und, um die Spiegelung perfekt zu machen, stelle man sich vor, dass solch ein Lied nicht von einem Jon Bon Jovi, Robby Williams oder Jonas Brother gesungen wird, sondern von einem kleinen, dicklichen Typen, den auf einer Datingplattform kaum eine Frau mit dem Arsch angucken würde.

          • „die Vorstellung zu etablieren, dass überbordendes Anspruchsdenken etwas typisches und rein männliches ist?“

            Die Idee entstammt der weiblichen Projektion und die Etablierung erfolgt durch ständiges Wiederholen, wie bei allen realitätsfernen, feministischen Mythen.

      • Das 1:1 Verhältnis bringt nix. Welcher Mann will schon eine alte Frau haben. Und da Frauen eh älter werden als Männer, ist das wahre Verhältnis vielleicht 1 Mann auf 0,6 Frauen. Da werden viele übrig bleiben. Dank Porno und käuflichem Sex hat dies keine Nachteile für die Gesellschaft aber, wenn dies nicht so ist…
        Im Nahen Osten soll sich der IS stark aus Männer rekrutiert haben die keine Chance auf die Heirat mit einer Frau hatten.

        • Schon immer sind hauptsächlich zwei Sorten Männer freiwillig zum Militär gegangen: Die Abenteuerlustigen und die Perspektivlosen.

          In umgekehrter Hinsicht hat eine Ehe natürlich auch einen pazifierenden Effekt. Wer Frau und Kinder zu versorgen hat, bevorzugt keine risikoreiche Tätigkeit fernab der Familie.

    • „Die simple Wahrheit ist, dass manche Männer allein aufgrund der Zahlenverhältnisse einfach übrig bleiben müssen.“

      Leicht OT:
      Die UNO schätzt, weltweit fehlten derzeit schon ca. 140 Millionen Mädchen und Frauen. Dieses Problem ist u.a. im sogenannten Westen sogar besonders gering ausgeprägt.

      • „Dieses Problem ist u.a. im sogenannten Westen sogar besonders gering ausgeprägt.“

        Ein netter Euphemismus für „im Westen ist es, wenn auch in geringerer Form genau, umgekehrt“.

        Beachten sollte man auch die lokalen Verhältnisse und mögliche politische Einflussnahmen, die dazu geführt haben. 140 Millionen klingt z. B. erst einmal verdammt viel, ist aber gesehen auf 7,5 Milliarden Menschen dann doch wieder… naja…

        Dabei nicht vergessen: China kommt alleine auf fast eineinhalb Milliarden Menschen. Die dortige über viele Jahre betriebene Einkindpolitik zur Eindämmung des Bevölkerungswachstums führte in diesem Riesenland mit derart vielen Einwohnern dazu, dass über einen längeren Zeitraum in ländlichen Gegenden massenhaft weibliche Neugeborene umgebracht wurden, weil dort nur dem männlichen Nachwuchs der Besitz und die Verantwortung weitergegeben wurde und vor dem Hintergrund der Pekinger Politik die Geburt eines Mädchens als einzigem erlaubten Nachwuchs für die Menschen ein Fiasko war.

        Wie viele der 140.000.000 werden wohl alleine auf China entfallen??? 😉

        Ganz nebenbei bin ich vor dem Hintergrund der Erfahrungen der letzten Jahre bei Zahlen zu irgendwelchen Geschlechterverhältnissen sehr skeptisch, wenn sie von der UN stammen. Dass dort inzwischen auch ein stramm feministischer Wind weht, ist unübersehbar und wie es Feministinnen mit der Lauterkeit beim Erstellen von Statistiken und Studien haben, das ist bekannt.

        • „Ein netter Euphemismus für „im Westen ist es, wenn auch in geringerer Form genau, umgekehrt“.“

          Umgekehrt ists wo?
          Aus der Erinnerung fiele mir da eigentlich bloß Russland ein?

          „140 Millionen klingt z. B. erst einmal verdammt viel, ist aber gesehen auf 7,5 Milliarden Menschen dann doch wieder… naja…“

          immernoch nicht unerheblich. Manche Schätzungen gehen übrigens bis 200 Millionen, und dann wäre das ganz grob ca. eine Verdoppelung des so gesehen Männer-Überschusses binnen kaum mehr als 2 Dekaden; Ende nicht absehbar.

          „Wie viele der 140.000.000 werden wohl alleine auf China entfallen???“

          Ich las da schon Zahlen zwischen 23.000.000 und mehr als 70.000.000. Der zweite, große Batzen fällt natürlich auf Indien, mit Ausnahme der 1-Kind-Politik im Endeffekt aus demselben Grund (Misogynie). Eigentlich präferieren m.W.n. Menschen sogar nur in Europa und Nordamerika nicht mehr so eindeutig wie zuvor die Geburt von Söhnen (bei künstlicher Befruchtung und erlaubter Geschlechtswahl entschieden sie sich leicht häufiger für Mädchen, las ich mal).

          Letzt wurde mir auf youtube folgende arte-Doku empfohlen:

          Eine der Haupt-Protagonistinnen (die, zu der die Heiratsvermittlerin eingangs meint, sie sei nicht bloß zu alt, sondern sähe auch nicht besonders gut aus…) landet am Ende übrigens zum (erneuten) Studium in Frankreich. Auch so gehts…

          • Ööööh… z. B. Deutschland. Wahlberechtigte Bürger: 52 % Frauen, 48 % Männer.

            Die prozentuale Differenz entspricht dabei lustigerweise in etwa der, die sich durch deine Zahlen auf die Weltbevölkerung zu „Ungunsten“ der Frauen vermeintlich ergeben. Wo bleibt denn nun nur der Aufschrei der UN zum „Männermangel“ in Deutschland?

          • (Streich das mit Russland, übrigens. Da ist die männliche Übersterblichkeit bloß noch ausgeprägter als bei uns, und das seit 100 Jahren)

            „Wo bleibt denn nun nur der Aufschrei der UN zum „Männermangel“ in Deutschland?“

            Was stört Dich eigentlich?

          • „Was stört Dich eigentlich?“

            An sich nichts. War auch eine, wie ich denke, erkennbar ironische Äußerung. Ich finde es nur halt affig, wie hier von der UN Dinge, die sich erkennbar auf Basis lokaler Eigenheiten begründen, zu gaaanz großen globalen Problemen aufgeblasen werden, immer mit dem üblichen „die armen, armen Frauen“-Duktus.

            Zu deiner Bemerkung zu den Geburtenzahlen: das hatten wir hier doch schon. Es werden leicht mehr Jungen geboren. Aber die Sterblichkeit ist beim männlichen Geschlecht aus allerlei vorrangig kulturellen und sozialen Gründen höher, so dass sich in der Gesamtbevölkerung ein leichter Frauenüberhang bildet (siehe wahlberechtigte Bürger). Und diese Tendenz gibt es tatsächlich in vielen Teilen der Welt, wo nicht gerade undurchdachte Regierungsmaßnahmen oder Gesetzgebungen dazu geführt haben, dass Erwachsene reihenweise weibliche Kinder umbringen (also quasi fast überall außerhalb Chinas und Indiens). Ansonsten kann man noch nicht mal sagen, überall dort, wo es den Menschen so schlecht geht wie in weiten Teilen Indiens oder wo sie so rückständig leben wie in den ländlichen Regionen Chinas. Je rauer eine Gesellschaft ist und erst recht je öfter es in einer Region zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommt, desto höher ist die Sterblichkeitsrate von Jungen und Männern aller Altersstufen im Vergleich zu Mädchen und Frauen. Oder wie war das noch mit diesem Zentralafrikanischen Staat, der von den westlichen Medien für seinen hohen Frauenanteil im Parlament gefeiert worden ist, was daher rührte, dass bei einem jahrelangen Bürgerkrieg die männliche Bevölkerung massiv dezimiert wurde und der Frauenüberhang im Parlament aus einem allgemein massiven Frauenüberhang in der Gesellschaft herrührte?

            Und das wiederum kann mich fuchsig machen. Da kommt eine global einflussreiche Institution um die Ecke und nimmt irgendwelche Zahlen, behauptet, diese wären irgendwie global relevant, obwohl sie faktisch von den Umständen verhältnismäßig kleiner Regionen mit verhältnismäßig sehr hoher Bevölkerungsdichte massiv geprägt sind und verschleiern so zahlreiche komplett und erheblich das Gegenteil bestimmenden Zustände zu Ungunsten von Männern. Sie werden so einfach unsichtbar gemacht von denen, die sich da eigentlich drum kümmern müssten. Aber was findet stattdessen statt? Krieg löscht große Teile der männlichen Bevölkerung aus und alle finden es toll, dass da jetzt so viele Frauen im Parlament sitzen. Widerlich!!!

          • „die Sterblichkeit ist beim männlichen Geschlecht aus allerlei vorrangig kulturellen und sozialen Gründen höher“

            Der Wissenschaft zufolge vorrangig aus biologischen Gründen (so erklärt sich das ja auch bei Covid-19, meinste nicht?).

            Und zwar auch „nur“, weil die Müttersterblichkeit so derbe absank/absinkt über x Generationen hinweg (allerdings nicht so stark wie „geplant“; nun möchte man bis in 10 Jahren global bei max. 70 toten Frauen pro 100.000 Geburten landen. In Deutschland liegt die entsprechende Kennzahl schon noch nur bei 7; Schlusslicht Südsudan kommt hingegen auf 1150).

            „wie war das noch mit diesem Zentralafrikanischen Staat, der von den westlichen Medien für seinen hohen Frauenanteil im Parlament gefeiert worden ist, was daher rührte, dass bei einem jahrelangen Bürgerkrieg die männliche Bevölkerung massiv dezimiert wurde und der Frauenüberhang im Parlament aus einem allgemein massiven Frauenüberhang in der Gesellschaft herrührte?“

            Du meinst Ruanda?
            Wiki sagt, da gäbs – genau wie bei uns – 96 Männer auf 100 Frauen^^
            (Frauenanteil im Parlament 60 %)
            Das Geburtenverhältnis beträgt dort 102 zu 100, und damit liegt dieses Land zusammen mit Simbabwe und Guinea – knapp hinter Sierra Leone und Togo (jeweils 101:100) – ganz vorne in Sachen Geschlechter-Ausgewogenheit (seh ich zum ersten Mal; müsste da nicht eigentlich auch die Theorie der natürlichen Geburtenverhältniszahl entsprechend angepasst werden?).

            Spannender fänd ich da theoretisch noch die VAE (wärs keine absolute Monarchie^^):
            Platz 2 beim Männerüberschuss weltweit (272 vs. 100; Geburtenverhältnis 104:100) und dennoch Parität im Parlament laut verschiedener Quellen (die haben wohl auch „Gleichstellung“ in ihrer Verfassung verankert btw).

      • Das liegt daran, dass in den muslimischen Ländern Mädchen Kinder zweiter Klasse sind und schlechter behandelt werden als Jungs. Und in Indien z.B. werden weibliche Föten bevorzugt abgetrieben, weil sie später eine riesige Mitgift bekommen müssen, die sich viele Familien nicht leisten können. In China mit der Ein-Kind-Politik will man natürlich auch lieber einen Stammhalter haben, als eine Tochter, die irgendwann das Haus verlässt.

        Hat also kulturelle Gründe, aber es sind ja alle Kulturen gleich viel wert und wer etwas anderes behauptet, ist Rassist.

        • Danke! Gute Ergänzung zu meinem obigen Kommentar. Alleine die genannten kulturellen / politischen Gegebenheiten in China und Indien legen nahe, dass es in diesen Ländern einen nicht unerheblichen, künstlich erzeugten Männerüberschuss gibt. Und nun kommt der Knaller, den Leute wie Semi nicht kapieren können: Indien hat eine fast genauso große Bevölkerung wie China. Diese beiden Völker machen alleine mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung aus. Das heißt, demographische Verhältnisse in diesen Ländern haben automatisch immer auch erheblichen Einfluss auf demographische Verhältnisse der ganzen Weltbevölkerung. Wenn etwa drei von acht Menschen Chinesen oder Inder sind, ist das für jeden leicht plausibel nachvollziehbar, der nur über ein basales Gefühl für Zahlen verfügt.

          Es ist bezeichnend, dass die UN (oder wohl eher speziell UN Women) versucht, hier Zahlen zu instrumentalisieren, um abermals das Schreckensszenario globaler Frauenunterdrückung zu zeichnen, die aber erstens auf die Weltbevölkerung gesehen am Ende anteilig doch eher marginal erscheinen, aber zweitens viel mehr nahe legen, wenn man bedenkt, dass es etwa in der westlichen Welt in vielen Ländern eher einen leichten Frauenüberhang gibt, in wohl vor allem besagten zwei Ländern geradezu besorgniserregende demographische Zustände geben muss, um so das in der Mehrheit der Welt vorhandene Verhältnis in sein Gegenteil verkehren zu können.

          • Bestreit ich doch gar nicht: der weltweite Männerüberschuss ist zum Großteil genau darauf zurückzuführen, dass in China, Indien und noch einigen weiteren Ländern nicht wie „normalerweise“ zwischen 103 und 105, sondern 110 bis 115 männliche auf 100 weibliche Neugeborene kommen (und nirgendwo auf der Welt werden mehr Mädchen als Jungen geboren).
            Die Effekte dessen tragen – jetzt und in Zukunft – aber nicht allein diese Länder, Zustimmung?

          • @Semi:
            „Und während ich nicht bestreiten möchte, dass Homosexuelle in muslimisch geprägten Ländern einen extrem schweren Stand haben, ist ein Land wie Iran immerhin ganz ganz vorne mit dabei was MtF-Transsexuelle angeht..“

            Was wohl zu dieser Erkenntnis beigetragen haben mag?!
            Klingt bzgl. Transsexualität immerhin „weiter“ als Manche hier bei uns im „aufgeklärten Westen“ dazu von sich geben!

          • @Seerose „Klingt bzgl. Transsexualität immerhin „weiter“ als Manche hier bei uns im „aufgeklärten Westen“ dazu von sich geben!“

            Da hab ich starke Zweifel. Ist es nicht so dass in islamischen Ländern Homo- und Transsexualität viel stärker miteinander verwoben sind? Ich denke eher die relative Akzeptanz für Transen ist ein indirektes Symptom der Homophobie. Männer die Männer stehen, pfui. Aber wenn es eigentlich nur ne verkappte Frau ist, dann ist es sozusagen „in Ordnung“. Weshalb Schwule dann gedrängt werden sich als Frauen zu stylen, auch wenn ihnen das fernliegt. Ob dieses Motiv für den aktuelle Transen-Hype im Westen auch eine Rolle spielt, sei dahingestellt.

        • „Das liegt daran, dass in den muslimischen Ländern Mädchen Kinder zweiter Klasse sind und schlechter behandelt werden als Jungs.“

          Gemäß mehrerer Studien erhalten Mädchen bei uns im Schnitt übrigens weniger Taschengeld als Jungs (und lange Zeit fanden Eltern wohl auch nix Schlimmes dabei, dass ihre Töchter sich in großer Mehrheit chemisch kastrieren ließen – musste jetzt sein, ist klar)^^

          „Und in Indien z.B. werden weibliche Föten bevorzugt abgetrieben, weil sie später eine riesige Mitgift bekommen müssen, die sich viele Familien nicht leisten können.“

          Meine Mutter hat auch noch Mitgift gekriegt – eben in Form von Aussteuer.
          Gibt es eigentlich Theorien, wie bzw. weshalb genau dieser Brauch bei uns ausstarb?
          Was mir neu ist: „Im Fall des Todes ihres Vaters muss sich die Tochter die Aussteuer nur dann gemäß §§ 2050 ff. BGB auf ihren Erbteil anrechnen lassen, wenn ihr außerdem eine Berufsausbildung finanziert wurde, so der Bundesgerichtshof.“
           
          Das Gegenstück zur Mitgift wiederum kennen Muslime.

          „In China mit der Ein-Kind-Politik will man natürlich auch lieber einen Stammhalter haben, als eine Tochter, die irgendwann das Haus verlässt.“

          Einen sogenannten Stammhalter wünschen sich hier immer noch die Meisten – oder glaubst Du, Christian bspw. würde sich wenn möglich nicht wenigstens beim zweiten Kind ein männliches aussuchen?

          Ich weiß nicht mehr, wer das als Erstes aufwarf, aber ein Gedanke lautet, dass viele Mädchen letztlich nur deshalb leben, weil das ersehnte Geschlecht noch nicht dabei war (hab sogar eine im Bekanntenkreis, bei der erst mit dem vierten Kind Schluß war, weil das dann endlich der von der väterlichen Familie erwartete Junge wurde… sie hätte schon vorher genug gehabt, sagt sie)

          Dass Töchter das Haus verlassen respektive ihre Arbeitskraft vorrangig der angeheirateten Familie überstellen (müssen), ist überdies rein kulturell bedingt. Unter nicht-patriarchalen/natürlicheren Bedingungen siedeln sie sich sogar typischerweise besonders nah an ihrer Herkunftsfamilie an und es sind häufiger die Söhne, die „hinaus in die Welt“ ziehen.

          • Heiraten im Islam ist sauteuer. Du musst der Frau ein Brautgeschenk in Goldmünzen machen und das selbst in Staaten wie Afghanistan. Da können schon einmal 10.000 € zusammen kommen. Das Geschenk gehört der Frau, so wie das Geld, dass sie durch einen eventuellen Job verdient. Der Mann hingegen muss genug verdienen, um die Familie angemessen zu unterhalten. Bei einer Scheidung muss der Mann die Frau weiter versorgen. Stirbt der Vater, muss der älteste Sohn die Familie versorgen. Nicht zu heiraten ist für Männer in muslimischen Staaten kaum möglich (soziale Ächtung), und auch das Zölibat ist dort keine Tugend. Da Pornos und Nutten verboten sind, musst du auch heiraten, wenn du auch nur ein wenig Sex haben willst. Schwul sein ist ebenfalls oft verboten.

            Ist aber noch ein deutlich schlechterer Deal als hierzulande aber die meisten Männer haben oft eh kein Mitspracherecht, da sie von den Eltern verheiratet werden (wie Frauen oft auch).

          • „Da Pornos und Nutten verboten sind, musst du auch heiraten, wenn du auch nur ein wenig Sex haben willst. Schwul sein ist ebenfalls oft verboten.“

            An das Porno-Verbot halten sich die Gläubigen wohl speziell nur während der Fastenzeit (auch wenn sie allgemein nicht solche Porno-Junkies sind wie bspw. wir):

            „Die Streamingseite hat den Einbruch der Nutzungszahlen nach überwiegend islamisch geprägten Ländern aufgeschlüsselt. Demnach sind die strengsten Befolger des Ramadans in Algerien, Jemen, Ägypten und Libyen zu finden. In all diesen Ländern musste xHamster einen Nutzerrückgang von knapp 75% hinnehmen.

            In neun Ländern verzichten mehr als 50% der Aufrufer auf ihre Pornogewohnheiten. Schlusslichter in der Rangliste sind Iran und Marokko. Im scheinbar so streng islamisch ausgerichteten Iran ging der Pornokonsum auf xHamster lediglich um 14,3% zurück. In Marokko nahmen es nur etwas mehr als 11% sehr genau mit den Vorschriften zum Ramadan.“

            https://venus-adult-news.com/regionen/naher-osten/xhamster-alarmiert-ramadan-sorgt-fuer-nutzerrueckgang/

            Prostitution ist meiner Kenntnis nach sogar quasi im religiösen System (mit der Morgengabe) angelegt, Stichwort 1-Tages-Ehen.

            Und während ich nicht bestreiten möchte, dass Homosexuelle in muslimisch geprägten Ländern einen extrem schweren Stand haben, ist ein Land wie Iran immerhin ganz ganz vorne mit dabei was MtF-Transsexuelle angeht (Chomeini in den 80ern: „Die sexuelle Identität jeder Person beruht auf ihrer Wahrnehmung von sich selbst.“).

            „Ist aber noch ein deutlich schlechterer Deal als hierzulande aber die meisten Männer haben oft eh kein Mitspracherecht, da sie von den Eltern verheiratet werden (wie Frauen oft auch).“

            Hast Du Vergleichszahlen, wie oft minderjährige Jungen bzw. Mädchen verheiratet werden? Da wirds schon noch eine gewisse Diskrepanz geben, wette ich.
            Und die Scheidung ist für Männer vom System her schon auch erheblich leichter _gedacht_ als für Frauen. Dass das in der Praxis manchmal/vielleicht auch oft nicht so klappt, steht dann wieder auf nem anderen Blatt und hat auch viel mit – tada!: – Feminismus zu tun.
            Den man mit Fug und Recht als globales Phänomen bezeichnen darf, inzwischen.
            Auch in China nimmt #metoo Fahrt auf. Und auch in Indien gründen Männer maskulistische Interessensgruppen, weil sie sich gegenüber Frauen benachteiligt sehen, wie Arne uns gelegentlich informiert (ein Schwerpunkt auch hier: häusliche Gewalt, oddly enough).

          • „Die Männer stehen den Frauen in Verantwortung vor, weil Allah die einen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Vermögen hingeben. Darum sind tugendhafte Frauen die Gehorsamen und diejenigen, die (ihrer Gatten) Geheimnisse mit Allahs Hilfe wahren. Und jene, deren Widerspenstigkeit ihr befürchtet: ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie! Wenn sie euch dann gehorchen, so sucht gegen sie keine Ausrede. Wahrlich, Allah ist Erhaben und Groß.“

            Koran 4:33

            Kein weiterer Kommentar.

          • „Und während ich nicht bestreiten möchte, dass Homosexuelle in muslimisch geprägten Ländern einen extrem schweren Stand haben, ist ein Land wie Iran immerhin ganz ganz vorne mit dabei was MtF-Transsexuelle angeht“

            Amnesty International Iran 2019
            Todesstrafe:
            Zahlreiche Personen wurden 2019 nach unfairen Gerichtsverfahren hingerichtet, einige von ihnen öffentlich. Unter den Opfern befanden sich auch Personen, die zur Tatzeit noch MINDERJÄHRIG waren.
            Die Todesstrafe wurde nach wie vor auch für Handlungen verhängt, die gemäß internationaler Menschenrechtsnormen nicht strafbar sind, wie z. B. einvernehmliche GESCHLECHTLICHE sexuelle Beziehungen oder außereheliche Beziehungen sowie für vage formulierte Anklagen wie „Beleidigung des Propheten“, „Feindschaft zu Gott“ und „Förderung von Verdorbenheit auf Erden“.
            Das islamische Strafgesetzbuch sah weiterhin STEINIGUNG als Hinrichtungsmethode vor.

            Rechte von Frauen und Mädchen:
            Die Behörden gingen massiv gegen Frauenrechtlerinnen vor, die sich gegen den diskriminierenden Kopftuchzwang engagierten. Einige von ihnen wurden unter anderem schuldig gesprochen, zur „Enthüllung“ aufgerufen und damit „Verdorbenheit und Prostitution geschürt und begünstigt“ zu haben, und zu Gefängnisstrafen und Peitschenhieben verurteilt. Im Juli 2019 erhielten die Aktivistinnen Yasaman Aryani und Monireh Arabshahi eine Freiheitsstrafe von je 16 Jahren, die Aktivistin Mojgan Keshavarz von 23 Jahren und sechs Monaten. Im August 2019 verurteilte ein Gericht die Aktivistin Saba Kordafshari zu 24 Jahren Gefängnis.

            Vielleicht weiß jemand in welchem Bereich Nordkorea 🇰🇵 „ganz ganz vorne mit dabei ist“!??

            Maybe Kükenschredderverbot, Autobahnbau.. 🤔

          • Danke Esther, dass du da ein paar schöne Zahlen hingepfeffert hast.

            Ich lachte mich grad ziemlich kaputt was sie da über den Iran geschrieben hat.
            Aber ja für Feministen ist ja auch Ruanda eine Vorzeige-Demokratie 😉

            Was haben Linke und Feministinnen denn nur immer mit diesem Iran?
            Semikolons Lobrede passen zu diesem Foucault, Homosexueller, jener „zeigte Ehrfurcht vor Khomeinis islamistischer Bewegung“ (Quelle wikipedia).
            Semi, du dürfest da nicht mal das Internet benutzen, wenn es dir dein Mann verbieten würde und den Foucault hätte man da am nächsten Baum aufgeknüpft.

        • @El Mocho
          „Hat also kulturelle Gründe“

          Im Gegenteil, hier geht es um eine die Kulturen überschreitene Sache: die Leute wollen einfach eine geeignete Sozialversicherung….

  3. Wenn es irgendwo „Incels“ gibt, dann doch wohl in jenen Kulturkreisen, die die Ehe mehrerer Frauen zu einem Mann (aber nicht etwa umgekehrt) erlauben. Soziologisch gesehen wäre das eine echte imperialistische Gesellschaftsstrategie.

    Seltsamerweise interessiert dies diejenigen, die den Begriff „Incel“ benutzen aber überhaupt nicht, und zwar da sie nämlich Rassisten sind. Man hat den Eindruck, dass das Beschwören von „Incels“ vor allem dazu dienen soll, eine Blitzableiterfunktion zu gewährleisten. Ausserdem kann man noch seinem sexistischen Männerhass frönen, double win.

  4. Zunächst – ich beziehe mich ausschließlich auf die wörtliche Definition eines Incels, also als eines Menschen der gerne Sex hätte, aber (über einen längeren Zeitraum) keinen hat. Das schließt auch Personen in einer Beziehung mit ein.
    Die zweite Definition der verbitterten, radikalisierten Incels bezieht sich nur auf eine kleine Teilmenge (die ich mal als „Incioten“ bezeichnet hatte). Diese Leute meine ich ausdrücklich nicht, obwohl in der Öffentlichkeit leider inzwischen allen Incels dieses Stigma aufgedrückt wird. Dabei sind die allermeisten einfach nur einsame, unglückliche Menschen, die die Gleichsetzung mit Incioten noch einmal zusätzlich trifft.

    Ich glaube nicht, dass es dem Großteil ausschließlich um Sex geht. Reiner Sex (egal mit wem) wäre verhältnismäßig einfach zu bekommen, notfalls gegen Bezahlung.
    Stattdessen sehnen sich viele nach einer Beziehung, oder zumindest Beachtung, menschlicher Zuwendung, vielleicht „Romantik“, „Liebe“, oder wenigstens „[Girl|Boy]friend Experience“.
    Leider propagiert unsere amatonormative Gesellschaft nur völlig überzogene Erwartungen, die das reale Leben dann nicht erfüllen kann, und tabuisiert andere Lebensentwürfe.

    Was also kann man Incels empfehlen?
    Ansprüche und Erwartungen senken, Selbstvertrauen aufbauen (beruflich oder durch ein Hobby), unter Menschen gehen, vielleicht einen Volkshochschulkurs o.ä. besuchen, sich in einem Verein (der den eigenen Interessen entspricht) engagieren, ..
    Sich nicht verbissen nur darauf konzentrieren, jemanden zu finden, sondern versuchen, eine gelassene, indifferente, aber aufgeschlossene Einstellung zu entwickeln.

    • Im Prinzip die richtige Empfehlung.

      Es gibt aber noch eine Besonderheit bezüglich der Definition: Es ist ja nicht jeder ein Incel, der unfreiwillig solo bleibt. Sondern nur, wer sich dem Label anschließt, wer sich selbst als Incel versteht und in entsprechenden Netzwerken unterwegs ist. (Ansonsten hätte nämlich niemand was gegen Incels.)

      Insofern müsste man auch verstehen: Warum haben sich solche Netzwerke gebildet? Ist da gesellschaftlich was falsch gelaufen; ist es einfach nur den neuen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme geschuldet? Was sind die Ursachen?

      Eventuell ergeben sich dann andere Handlungsoptionen.

      • Es ist ja nicht jeder ein Incel, der unfreiwillig solo bleibt. Sondern nur, wer sich dem Label anschließt, wer sich selbst als Incel versteht und in entsprechenden Netzwerken unterwegs ist.

        Ist das so? Ich sehe die Definition weitergefasst.
        Heutzutage ist es so einfach, sich online mit anderen zu vernetzen, aber viele leiden auch nur allein und still vor sich hin.

        (Ansonsten hätte nämlich niemand was gegen Incels.)

        Ich habe schon den Eindruck, dass sie gerne zum Sündenbock gemacht werden, und ihnen überverallgemeinernd die Schuld an Verfehlungen einer kleinen Splittergruppe zugeschoben werden soll.
        Die Frage ist nur: cui bono?

        So wie die Medien mit Incels umgehen, ist der Gender Empathy Gap hier besonders ausgeprägt. Männliche Incels bekommen nicht nur kein Mitgefühl, sondern werden öffentlich diffamiert und in Gruppenhaftung genommen, während weiblichen Vocels (voluntary celebates) das Verständnis und die Unterstützung der gesamten Gesellschaft sicher ist.

        • @Anne
          „Ich habe schon den Eindruck, dass sie gerne zum Sündenbock gemacht werden …“

          Auch die (eigentlich altehrwürdige) „Anti-Defamation Leage“ hetzt gegen Incels, die aufgeblasen werden zu „the most violent sector of the online, misogynist “manosphere”“

          Bitte beachten: Die ADL macht hier eine Ideologie draus! Also wäre ein Incel der Anhänger der Incel-Ideologie, die einfach radikaler Frauenhass wäre.

          Wie so vieles andere auch ist die ADL von den progressiven Identitären unterwandert und vereinnahmt. Das „A“ können sie demnächst mal streichen.

          • Korrekt.
            Es fehlt nicht mehr viel und wir können ihnen einen Text namens „The Elders of Incel“ unterjubeln.
            Die Bereitschaft an Verschwörungstheorien zu glauben ist inzwischen umfassend geworden, weil bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen zur Kenntnis zu nehmen mit „Tabu“ versehen ist.
            Beispiel gefällig?
            „Die Menschen vereinsamen nicht trotz, sondern wegen der „sozialen Medien“?!“
            TABU! „Das kann nicht sein, denn ich befinde mich in den sozialen Medien und veröffentliche dort!“
            Wie Pi mal Daumen 4% der Bevölkerung, die Twitter nicht mit „fringe ideology“ verwechseln, auf der fringe Ideologen ihr Unwesen treiben.

    • Mich überkommt immer ein Grausen, wenn ich davon lese, dass Incels „ihre Ansprüche“ senken sollen. Da kriegt man den Eindruck, dass die alle erwarten würden, Supermodels vögeln zu können. Und das ist Quatsch. Ich wage zu behaupten, dass gerade Incels weniger hohe Ansprüche haben als andere, aber natürlich ist es ihr gutes Recht, sich einen Partner zu wünschen, den sie selbst attraktiv finden, so wie jeder andere auch. Ihnen zu sagen: „Sei doch zufrieden mit dem, was du finden kannst, du niedere Kreatur, und begnüge dich mit Resteficken“, ist für das Selbstwertgefühl überhaupt nicht hilfreich.

      • Wenn die Ansprüche bereits realistisch sind, brauchen sie natürlich nicht weiter gesenkt werden.
        Ich meinte auch nicht unbedingt die Ansprüche bzgl. der Person, sondern insbesondere die Hoffnungen und Erwartungen, wie denn die künftige „Beziehung“ auszusehen hat.
        Da erwarten doch viele Personen eine Art rosarot und himmelblau Hollywood-Schmonzette mit eine[m|r] Oneitis-Traumprinz[en|essin], und solche Phantastereien können nur enttäuscht werden.

        Ich war selbst mehrere Jahre Incel, und wenn ich nicht irgendwann meine Ansprüche heruntergeschraubt hätte, wäre ich’s vermutlich immer noch.

        natürlich ist es ihr gutes Recht, sich einen Partner zu wünschen, den sie selbst attraktiv finden

        Klar, wünschen kann man sich viel, aber viele Wünsche gehen nicht in Erfüllung. That’s life.
        Statt bis zum Nimmerleinstag auf Godot zu warten, ist es wesentlich zielführender, Abstriche zu machen. Aus der optischen Attraktivität kann man ohnehin nur sehr begrenzt Rückschlüsse auf die sexuelle Performance schließen. Da sind auch sehr erfreuliche Überraschungen möglich, wenn man jemandem eine Chance gibt, der nur solala aussieht.

      • Ergänzend zu dem was Anne alles Richtiges gesagt hat – beschäftige dich doch einfach mal näher mit der Gedankenwelt eines Elliot Rodgers (natürlich abseits seines Amoklaufs), dem Parade-Incel – noch mal der Verweis auf das Schattenmacher video von oben.

        Das war ein verwöhnter Bengel, der als 18 Jähriger in einem nagelneuen neuen BMW coupe durch die Gegend Kaliforniens gurkt, stets von seinen Eltern jeden Konsumschrott bekommen hat, was er wollte und seinen Kopf schon als Kind gegen die Eltern durchgesetzt bekommen hat.

        Aber in seinem jungen Leben nie gelernt hat, dass man halt im Leben nicht ALLES einfach so geschenkt bekommt, sondern sich mancherlei ggf. auch durch Blood, Sweat und Tears erarbeiten muss.

        Und ja der hatte durch seinen Lebenlauf genau diesen Anspruch dass er quasi qua seiner Existenz ein verkanntes Genie ist zu dem alle aufschauen müssen und die Frauen nur so auf ihn fliegen müssten. Und ja der hatte auch die naivsten Vorstellungen einer Beziehung in der Form ‚wenn ich erstmal ne Frau habe, bin ich für immer glücklich‘.

        Der wesentliche Unterschied zwischen einem wie ihm und einer sagen wir mal 18 Jährigen attraktiven weiblichen verwohlstandsverwahrlosten Göre ist halt, dass letztere die Aufmerksamkeit tatsächlich qua ihrer Existenz durch Männer bekommt (zumindest in ihren jungen Jahren), dann letztlich im Leben aber genauso oft genug genauso scheitert hinsichtlich ihrer eigenen Glückseeligkeit, weil sie innerhalb anderer Kontexte (abseits des Partnerschaftsmarktes z.B. in der Arbeitswelt) nie gelernt mit Niederlagen, Frustration und empfundener (oder meinetwegen tatsächlicher Ungerechtigkeit) umzugehen. Nix anderes sind nämlich junge und junggebliebene Feministinnen, die da drüber rumheulen, dass sie ja so wenig verdienen würden, dass andere so privilegiert seien etc. und deren einziges Auffangbecken in halbstaatlich gepamperten Auffangorganisationen besteht in dem sie ihren narzistischen Unsinn in die Welt rausplärren.

      • ich kann mir sogar vorstellen, dass grad die reduzierten Ansprüche von Incels (in der Art von „ich will ja nur eine Freundin, irgendeine, Hauptsache Frau …“ ) noch zu Unattraktivität beitragen. Was auch die Chancen verringert.
        Frauen „riechen“ Needyness quasi, und das stösst ab …

  5. „Es wäre in dieser Gesellschaft völlig unmöglich, dass mit Frauen genauso verfahren wird.“

    Das ist das entscheidende! Wie man an deinen Beispielen gut sehen kann: ein Mann muss schon offen erkennbar schwerbehindert sein, damit anerkannt wird, dass er wohl selbst nicht viel an diesem Zustand ändern werden kann. Liegen andere, weniger offensichtliche Dinge vor, werden diese ignoriert bzw. dem Mann / Jungen als „biste halt auch irgendwie selber Schuld“ angelastet. Nur… auch etwa Schüchternheit lässt sich nicht mal so eben ausziehen wie ein schmutziges T-Shirt. Man kann zwar an Details arbeiten, aber du wirst nie aus einem sehr schüchternen Menschen mit ein Bissel Personal-Training wirklich einen absolut authentisch selbstbewussten Menschen machen. Meist läuft es drauf hinaus, dass der eigentlich Schüchterne beginnt, eine Rolle zu spielen. Das geht aber nicht lange gut, denn dabei wirkt er oft sogar für andere NOCH unsympathischer als Menschen mit völlig übersteigertem aber ECHTEM Ego. Denn ein eigentlich schüchterner Mensch, der versucht, selbstbewusst zu wirken, der wird in dieser Rolle Authentizitätsbrüche nicht vermeiden können, welche bei anderen Menschen wiederum diffuses Unwohlsein verursachen.

    Und obwohl Schüchternheit eines der größten Probleme vieler Incels sein dürfte, werden sie medial geradezu rituell als frauenhassende, narzisstische Monster verkauft. Dieses Framing macht es natürlich leichter, so über sie zu berichten und sich dabei noch als einer von den Guten zu fühlen und nicht erkennen zu müssen, dass man mit all dieser schamlos zur Schau gestellten Empathielosigkeit selbst das Monster ist, zu dem man die anderen machen möchte.

    Ich meine, was kann man schon alleine an der Bezeichnung „UNfreiwillig zölibatär“ missverstehen? Die wenigsten von denen hassen Frauen; die meisten hätten gerne eine. Und weil sie das nicht hinkriegen, qualifiziert sie das dazu, dass man sie als „Creeps“ darstellt, über die man sich wechselweise amüsieren oder auf die man beliebig seine eigenen abgespaltenen Charaktermängel projizieren kann.

    Und gleichzeitig erscheint der 138.478ste Jammerartikel darüber, dass immer mehr studierte Frauen Single bleiben, weil einfach nicht genügend brauchbare Männer am Markt vorhanden sind. Während also Männer, die gerne IRGENDEINE Frau hätten, als Monster dargestellt werden, wird über Frauen, die keine Männer finden, weil die meisten nicht ihren hypergamen Ansprüchen entsprechen können, weil sie selbst schon über viel mehr Status und Einkommen verfügen als die Mehrheit der Männer, ein deren grausames Schicksal beklagender Artikel nach dem anderen rausgehauen. Und – mal ganz nebenbei – bin ich der einzige, der hier einen möglichen kausalen Zusammenhang erahnt? Auf der einen Seite werden viele Frauen seit Jahren über allumfassende Förderung in enorme Statushöhen hochgepampert, was sie aber in großer Zahl nicht veranlasst, ihre hypergamen Partnerwahlkriterien zu ändern, was dazu führt, dass für immer mehr Frauen immer weniger Männer überhaupt noch als Partner in Frage kämen und die auf diese Weise immer öfter ungewollt allein bleibenden Männer, die sich so eigentlich bei jeder objektiven Betrachtung als erstes Opfer dieser Entwicklung qualifizieren, werden, wie ja auch durch so ziemlich alles andere schon gut eingeübt, geradezu notorisch als die Schuldigen an dieser Situation gesehen. Sie sind Schuld, dass gutsituierte Frauen nicht mehr genug akzeptable Männer finden (hätten sie sich halt mal mehr angestrengt) und sie sind Schuld an ihrer eigenen Situation (hätten sie sich halt mal mehr angestrengt). Hätten sie sich aber angestrengt – das geht jetzt mal leicht OT ins Politische, passt aber zum Thema „Kafka-Trap“ – und zahlenmäßig weiterhin die (hochgequoteten) Powerfrauen ausgestochen, wäre dies nur ein Signal an die Politik gewesen, die Powerfrauenförderung nur noch weiter zu intensivieren. Egal, was Mann macht, Mann macht es im Auge der Gesellschaft auf jeden Fall falsch.

    Abschließend möchte ich noch ein schönes, popkulturelles Beispiel dafür bringen, wie ungleich Empathie verteilt ist.

    Der Song „Scars To Your Beuautiful“.

    https://www.google.de/search?source=hp&ei=NKcrX6uwNMaWa_ePgugD&q=scars+to+your+beautiful&gs_ssp=eJzj4tVP1zc0TCrPy8gzyaowYPQSL05OLCpWKMlXqMwvLVJISk0sLclMK80BAAy7DfM&oq=scars&gs_lcp=CgZwc3ktYWIQARgIMgoIABCxAxBGEP8BMgIIADICCC4yAggAMgIILjICCC4yAgguMgIIADICCC4yAggAOgUIABCxAzoICC4QsQMQgwE6CAgAELEDEIMBOgsILhCxAxCDARCTAjoFCC4QsQNQqBdY7SBgi3FoAHAAeACAAWaIAekCkgEDNC4xmAEAoAEBqgEHZ3dzLXdpeg&sclient=psy-ab#spf=1596696405295

    Es ist meines Erachtens KEIN Zufall, dass hier das fiktive Schicksal eines Mädchens beklagt wird, das Schönheitsidealen nachrennt und von „der Gesellschaft“ nicht anerkannt wird. Alleine durch das Austauschen der Worte „she“ durch „he“ würde aus einem „tollen und sooo wichtigen Statement“ ein Ausdruck maßlosen männlichen Anspruchsdenkens werden, gerade, wenn mal eben von der ganzen Welt verlangt wird, ihn gefälligst anders wahrzunehmen. Derselbe Mensch nur mit anderem Geschlecht wäre ein lächerlicher Creep und Möchtegern, aber wenn man solch ein Liedchen über ein Mädchen singt, wird es sogar als toller und auch noch sinnvoller Tipp angesehen, man solle an sich selbst rein gar nichts ändern, sondern die Welt solle ihr Herz ändern.

    Ich denke, das sagt alles…

    • „Und obwohl Schüchternheit eines der größten Probleme vieler Incels sein dürfte, werden sie medial geradezu rituell als frauenhassende, narzisstische Monster verkauft“

      Das ist doch bei MRAs genauso. In den Medien und der Politik will sich so gut wie niemand wirklich mit deren Positionen auseinander setzen. Daher werden ihnen mit Absicht einfach verwerfliche Positionen angedichtet, damit sich der leichtgläubige Leser bloß nicht selbst ein Bild macht.

    • Genau! Pamperung, Förderung auf der einen Seite und Demütigung und Benachteiligung auf der anderen Seite . Wenn wir mal wollen, dass es unseren Töchtern besser geht, so müssen wir es unseren Söhnenschwerer machen. Wer hats so oder so ähnlich gesagt? Manche verstehen immer noch nicht, welch gestörte Wesen hier die Macht inne haben. Und was ist passiert? Augenhöhe? Lach!

  6. Als jemand, der über dreißig Jahre lang selbst Incel war (und seine jetzige feste Beziehung erst nach drei Jahren tindern gefunden hat), hier ein paar Worte dazu:

    „Wie bzw. warum wird man „Incel“?“
    Bei mir war es einfach: Ich habe nie den Einstieg in ein normales Beziehungsleben geschafft. Als Teenager war ich ein Spätzünder und an Mädchen erst mit 15 aufwärts interessiert, und damals gehörte ich in der Hackordnung unserer Klasse (Gesamtschule) als Streber nach ganz unten. Man hat mir unter den „Klassenkameraden“ deutlich beigebracht, dass ich mich gefälligst unter allen anderen einzuordnen hätte, und die holde Weiblichkeit hat das genauso mitgetragen. Dementsprechend hatte ich lange kein besonders großes Selbstbewusstsein, und das hat die Situation nicht verbessert. Dass ich später auch noch typische Nerdhobbys hatte (Fantasy-Rollenspiel, Computer, Schreiben), hat mich wahrscheinlich völlig undatebar gemacht.

    „Warum sind so viele „Incels“ verbittert?“
    Weil sie wissen, dass sie gute Partner sein könnten und als ehemalige Incels wirklich alles tun würden, um eine Beziehung funktionieren zu lassen. Zugleich sehen sie Frauen, die von ihren Partnern eindeutig misshandelt werden (mindestens emotional, teilweise auch körperlich), aber „es einfach nicht kapieren“, dass es bessere Alternativen gäbe. Mutig genug, um sich selbst anzubieten, sind Incels dann wahrscheinlich aber doch nicht – zumindest wäre ich es nicht gewesen.

    „Sind „Incels“ an ihrer Lage selbst schuld?“
    Was mich selbst angeht: ein klares Ja. Ich war nicht mein ganzes Leben lang der Klassenstreber, der regelmäßig verprügelt wurde, und spätestens als Studi hätte ich selbstbewusster mit meinem Leben umgehen können. Dass ich mich zurückgezogen habe, war alleine meine Entscheidung.

    „Wie kann man „Incels“ helfen?“
    Hilfe zur Selbsthilfe. Ermutigung dazu, aktiv auf dem Beziehungsmarkt zu werden. Einführung in die Benutzung von Datingapps, inklusive der Relativierung der dort üblichen „Ablehnerrate“ und der Vorwarnung, dass auch dort der Sex nicht binnen Stunden kommt. (Ich habe in 3 Jahren auf zeitgleich mehreren Datingapps insgesamt weniger als 40 Dates und bei vielleicht jedem fünften auch tatsächlich Sex gehabt. Aber immerhin hatte ich Sex. Und ich habe meine heutige Verlobte kennengelernt.)

    • >> damals gehörte ich in der Hackordnung unserer Klasse (Gesamtschule) als Streber nach ganz unten.

      Ich wette, dass das auf die überwiegende Mehrheit aller Incels zutrifft.

      >> Dementsprechend hatte ich lange kein besonders großes Selbstbewusstsein

      Umgekehrt wird ein Schuh draus: Du wurdest mit einem geringen Selbstbewusstsein geboren, und DARUM wurdest du zur Zielscheibe. Leute, die Mobbing betreiben, suchen sich immer die aus, die sich wahrscheinlich nicht wehren bzw. denen keiner hilft.

      >> typische Nerdhobbys hatte (Fantasy-Rollenspiel, Computer, Schreiben), hat mich wahrscheinlich völlig undatebar gemacht.

      Die Kausalität ist auch hier wieder anders herum: Ein niedriges Selbstbewusstsein geht auch immer mit einer gewissen Angst vor sozialer Interaktion einher, etwa weil man immer das Gefühl hat, anderen unterlegen zu sein usw. Daher die Flucht in Phantasiewelten oder Hobbies, die man alleine betreiben kann.

      >> als ehemalige Incels wirklich alles tun würden, um eine Beziehung funktionieren zu lassen.

      Komplett falsch! Keine Frau will einen Mann, der „alles tun würde“, damit sie ihn nicht sitzen lässt (auch wenn sie es gerne hören, wenn das einer sagt), weil das extrem „needy“ ist.
      Kennst du den Film „Ferris macht blau?“ Da gibt es eine Szene, in der Matthew Brodericks Figur in die Kamera spricht und den typischen Lebensweg eines Incels kurz, knapp und treffend zusammenfasst.

      >> und spätestens als Studi hätte ich selbstbewusster mit meinem Leben umgehen können.

      Wie ich schon sagte: Ich halte das Selbstbewusstsein für angeboren und nur sehr bedingt veränderbar.

      • Ohne allzu spitzfindig werden zu wollen, aber Selbstbewusstsein (im Sinne des Bewusstseins der eigenen Individualität) mag angeboren sein, Selbstvertrauen und Selbstsicherheit lassen sich (zumindest in gewissem Rahmen) durchaus erwerben.
        Wie ich bereits in einem anderem Kommentar geschrieben hatte, empfehle ich dazu die persönliche Weiterentwicklung in Beruf, Hobbys, Neues lernen, ..
        Wichtig sind Erfolgserlebnisse und die daraus allmählich resultierende Gewissheit, etwas besonders gut zu können. Auch die Erinnerung an schwierige Situationen in der Vergangenheit, die man erfolgreich gemeistert hat, trägt dazu bei.

        Sogar Social Skills wie Smalltalk werden besser, wenn man sie nur oft genug übt.
        (Dazu braucht man gar keine „Angst vor sozialer Interaktion“ zu haben, sondern der Umgang mit anderen Menschen erscheint schlicht nicht erstrebenswert oder gar lästig.)

    • Ich denke mal, das du ein eher introvertierter Mensch bist. Da ist dein Werdegang eher wie meiner. Auch ich war Spätzünder und hatte Nerdhobbies.

      Während meiner Kurzarbeit und erzwungenen Coronapause habe ich das Buch „Der Klügere denkt nach“ von Martin Wehrle gelesen.

      https://www.mworlds.de/2020/06/19/ich-habe-gelesen-der-klügere-denkt-nach/

      Mein Fehler war es eher, das ich mein Introvertiertsein immer bekämpft habe und mich dann aber doch zurückgezogen habe. Einen Fehler den man da machen kann ist, die erstbeste Frau zu nehmen, die dann doch sich einem erbarmt.

      Zur „Schuldfrage“: Ich glaube du wärest auch als Studi nicht der große Zampano gewesen. Du hast dich zurückgezogen, da du eher mit dir selber klarkamst, als irgendeine Rolle spielen zu müssen.

      Ich habe für mich gesehen, das es mehr bringt, die vermeintliche Schwäche als Stärke zu nutzen. Du sagst: Ich habe mich zurückgezogen. Ich sage: du hast Qualitätszeit mit dir selber verbracht, da du es brauchst. Selbst wenn du der letzte Mensch auf Erden wärest, kommst du klar. Das kann nicht jeder.

      Du bist verlässlich, mit dir kann man Pferde stehlen. Du kannst gut zuhören und denkst nach bevor du etwas sagst. Das ist eine Stärke. Du bist vermutlich in einer Beziehung nicht derjenige, der von Bett zu Bett hopst, sondern bist der Fels in der Brandung. Und das hat deine Verlobte (hoffentlich) erkannt.

      „Wie kann man(n) Incels helfen?“ Wie du sagst: Hilfe zur Selbsthilfe. Erkennen, das ihre vermeintliche Schwächen in Wahrheit Stärken sind. Und – das braucht Zeit – sich loszulösen von den Dogmen, die vor allem alleinerziehende Mütter ihren Söhnen erzählen: Sei Nett, Eng sie nicht ein etc. Ich denke, dass fällt den meisten „Intros“ schwer.

      Auf jeden Fall alles Gute von mir.

  7. zehnter_Ochse: „Sie alle trompeten ohne Unterlass: „Sei NETT! Sei HARMLOS!! Machos sind SCHLECHT! Sei OHNE Ansprüche! Nur so mögen wir dich.“
    Ronin: „…glaube ich, dass viele Incels dinge wie „flirten“ usw. nicht nur nicht beherrschen, sondern aktiv ablehnen. Man hat ihnen erzählt (oder sie haben es so verstanden), das sei übergriffig, und das wollen sie um jeden Preis vermeiden.“

    Ich denke, das sind sehr ähnliche und zumindest für einen Teil der Incels auf jeden Fall relevante Punkte, jedenfalls deckt sich das mit meinen eigenen Erfahrungen.
    Wer als junger Mann von Natur aus kein besonderes Talent im Umgang mit anderen Menschen hat und den üblichen Narrativen unhinterfragt folgt, landet wohl fast automatisch bei derartigen Einschätzungen. Die meisten jungen Männer lernen es irgendwie (meistens vermutlich über peer groups), damit umzugehen, aber manche bleiben gefangen in einem Kreislauf von wenig erfolgversprechenden Verhaltensweisen und dem Folgen von Narrativen, welche diese ungünstigen Verhaltensweisen weiter verstärken.
    Beispielsweise hätte ich es damals als völlig unangemessen empfunden, gegenüber einem Mädchen irgendwie Interesse zu signalisieren, solange ich mir nicht sicher war, ob ich mit ihr eine langfristige Perspektive sehe, denn an Mädchen einfach nur körperliches oder zeitlich befristetes Interesse zu haben, was selbstverständlich tabu. Und natürlich habe ich bei jeder Kontaktanbahnung baldmöglichst klargestellt, dass ich ernsthafte Absichten habe. Mir ist erst sehr viel später bewusst geworden, dass das nicht nur unnötig ist, sondern zumindest in der Anfangsphase meistens sehr kontraproduktiv. Und dass ich aus Angst, übergriffig zu sein, extrem vorsichtig bei der physischen Annäherung war, hat ganz sicher auch nicht geholfen.

    Ich kann es deshalb durchaus verstehen, dass bei vielen Jungen und Männer Verbitterung einsetzt, wenn sie immer wieder die Erfahrung machen müssen, keinen Erfolg bei Frauen zu haben, obwohl sie doch eigentlich „alles richtig“ machen. Ich glaube nicht, dass die meisten dabei davon ausgehen, Frauen würden Ihnen Liebe/Sex „schulden“, es ist wohl eher eine Art Verwunderung darüber, dass das tatsächliche Verhalten der Frauen nicht mit den üblichen Narrativen und verbalen Aufforderungen in Einklang zu bringen ist. Der Weg zur Erkenntnis, dass diese Diskrepanz ganz einfach darauf beruht, dass Frauen anders ticken, als es vielfach (auch von ihnen selbst) dargestellt wird, ist oft ziemlich weit. Und wenn man bei dieser Erkenntnis einmal angelangt ist, gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen.

  8. Die ganze Sichtweise auf Incels finde ich fürchterlich unbiologisch. Das geht immer in einer ekelhafte Richtung der Marke „Die sind verbittert, die müssen erkennen dass es nur an ihnen liegt usw.“

    Dann werden sie von den Medien mit Rechtsradikalen und Mördern verglichen usw. – dann wird so getan, als würde der typische Incel sich in virtuelle Welten zurückziehen, Frauen hassen usw.

    Ich definiere „Incel“ einfach wie in der Biologie üblich als „unverpaarte Männchen“. Und die gibt es im Tierreich und beim Menschen von Natur aus wie Sand am Meer.

    Es gibt Tierarten, wo sogar die Hälfte oder die Mehrheit der Männchen „Incels“ sind. Beim Menschen hatten von der Größenordnung her in der Menschheitsgeschichte nur halb so viele Männer wie Frauen überhaupt nachkommen. Haben die auch nicht erkannt, dass es nur an ihnen, an ihrem geringen Selbstbewusstsein, ihren sozialen Fähigkeiten usw. lag?

    Nein, Incels gibt es, weil das Geschlecht mit der höheren potentiellen Reproduktionsrate im Paarungs- und Fortpflanzungserfolg immer die höhere Varianz aufweist als das mit der geringeren.

    Und DAS ist bei den meisten Arten, auch beim Menschen, die Konkurrenz der Männchen um die Weibchen. Ich bin sehr dafür, dass genau diese Konkurrenz endlich überhaupt mal gesehen wird, nicht mehr bestritten wird. Sie hat eine Menge Folgen, nicht nur in Sachen Incel-Problematik.

    Auf diese Konkurrenz als einer der Punkte, die die ewig wiederholte Behauptung von der „noch immer benachteiligten Frauen und Mädchen“ stark relativieren oder widerlegen hinzuweisen, ist kein Fehler.

    Es ist auch keiner, darauf hinzuweisen, dass diese Varianz unter den Männchen im Erfolg bei den Weibchen immer mehr zunimmt, weil sich die sozialen Bedingungen im Land stark verändern.

    Es ist auch keiner, darauf hinzuweisen, dass wir ZUSÄTZLICH zu dieser Konkurrenz noch Männerüberschüsse haben, erhebliche sogar, die durch die jetzige Form der Zuwanderung weiter zunehmen.

    Darauf hinzuweisen, dass die Auswahlkritierien beider Geschlechter dem jeweils anderen geschlecht gegenüber ungerecht sind, dass Frauen z.B. Männer mit fragwürdigen Eigenschaften bevorzugen, ist kein Fehler. Und auch nicht, dass Attraktivität zu einem erheblichen Anteil kaum verändert werden kann.

    Incel sein ist von Natur aus beim männlichen Geschlecht ganz normal. Wir müssen eher aufpassen, dass Incels nicht für Idioten oder für gefährlich gehalten werden – so, wie es immer mehr in Mode gekommen ist.

    So, wie heute über „Incels“ geschrieben wird, darf man z.B. über Homosexuelle gar nicht schreiben, weil man sonst vor Gericht gezerrt wird.

    ich habe das Thema in meinem Buch analysiert. Zu Männerüberschüssen finden sich Infos auf meiner Homepage:

    https://www.verlag-natur-und-gesellschaft.de

    • @Matthias:
      Deine biologischen Beobachtungen sind zweifelsfrei richtig.
      Gerade bei solchen Säuge-Tierarten bei denen ein starker Sexualdimorphimus vorliegt, gibt es die Tendenz zur Vielweiberei – sprich Harems in denen 1 männliches Tier auf mehrere weibliche Tiere kommt.
      Der Mensch ist ja nun auch ziemlich sexual dimorph und ich persönlich denke, dass es in erster Linie eine zivilisatorische bzw. kulturelle Errungenschaft der Menschheit ist, von der Vielweiberei zu 1:1 monogamen Beziehungen zu wechseln. Auch das Modell der Vielweiberei gibt es noch in einigen Gesellschaften. Biologisch/natürlich ist die 1:1 Beziehung eher nicht glaube ich.

      Die ‚Kultur‘ kann die ‚Natur‘ nicht komplett ignorieren, weshalb sie immer wieder latent sichtbar ist – zwar nicht im grossen aber im Kleinen – sprich der Grossteil der Menschen in der westlichen Welt hat eher serielle 1:1 Beziehungen, während es aber auch eine Gruppe von Männern gibt, die eher eine 1:n und ebenfalls eine Gruppe von 1:0 Männern gibt, die quasi leer ausgehen.

      • „Biologisch/natürlich ist die 1:1 Beziehung eher nicht glaube ich.“

        Auf den Menschen bezogen unter Umständen nicht. Generell aber durchaus. Es gibt etliche Tierarten, die sich sehr fest verpartnern; dabei sogar so eng, dass beim Tod des Einen der Andere bis zum Ende seines Lebens alleine bleibt.

        • Natürlich? Naja. Der Mensch kennt nicht nur beziehungslosen Sex, sondern auch Beziehungen, von Natur aus. Die führen aber in der gesamten Population nicht zur Monogamie, wenn sie seriell sind.

          Und das sind sie von Natur aus. Absolute Monogamie ist in vielen Hinsichten eine Errungenschaft, aber auch eine „Erzwungenschaft“. Wird meist mit Gewalt erzwungen. Und da bin ich auch nicht für.

          • Wo hab ich denn geschrieben, dass es beim Menschen natürlich ist? Ich sagte nur, dass es nicht allgemein unnatürlich ist, sondern von etlichen Tierarten so gelebt wird. Auf den Menschen bezogen schrieb ich doch ausdrücklich: unter Umständen nicht.

      • @ Einleser

        Serielle 1:1-Partnerschaften bieten bereits den Spielraum dafür, dass hinterher die Männchen eine höhere Varianz im Erfolg bei den Weibchen haben als umgekehrt. Da haben bestimmte Männchen serielle Harems.

        Ich habe in meinem Buch dafür u.a. die deutsche Heiratsstatistik analysiert. Die ist ohne serielle Polygynie so gut wie nicht erklärbar,.

        • Gibt’s da Generationenauffälligkeiten?
          Meine Vermutung wäre ja das die Kindermördergeneration da ganz vorne im Haremsbusiness mit dabei ist.

          • @ bill

            Generationenauffälligkeiten kann ich in den Statistiken nicht erkennen, eher eine kontinuierliche Entwicklung weg von der Monogamie.

            „Kindermördergeneration“? Gibt es eine? Gemeint sind doch die Abtreibungen? Ich kenne ich den Verlauf der Abtreibungszahlen nicht. Ist auch schwierig zu erheben wegen der Dunkelziffer, die wird ja auch nicht immer gleich gewesen sein.

          • Die Statistiken fangen in der Nachkriegszeit an und gehen bei der neuen Statistik bis 2015. Die Statistiken der Erstausgabe und die neue, die ich anlässlich der Veröffentlichung der E-Bookversion angefertigt habe, stehen alle Online auf meiner Homepage. Warum? Weil die in so ein E-Book nicht reinpassen. Ich verweise deshalb im E-Book auf die Homepage. Damit der Kauf des Printbuchs für die kunden kein Nachteil ist, können sie sich auf der Homepage die neue Statistik auch angucken.

            Rausgerechnet habe ich da nichts, sondern alle so gelassen, wie mir das Bundesamt für Statistik das zugeschickt hat. Die einzigen Rechnungen sind z.B. Umrechnungen in Prozentzahlen, damit es besser lesbar und verstehbar ist. Die Originalzahlen sind aber immer mit dabei. ich hab also keine Statistik gefälscht.

            Ich habe aber alle Zahlen beschrieben, also die wesentlichen Ergebnisse in Worten beschrieben und interpretiert. Und dabei hab ich aus meiner Sicht alles berücksichtigt. Die Weltrkiege hatten natürlich auch einen Einfluss auf die Zahlen, den ich auch mitberücksichtigt habe.

            Die Beschreibung und Interpretation der Statistik ist jedenfalls im Buch drin, natürlich auch im E-Book. . Ich habe mich dabei bemüht, beschreibung und Interpretation des Zahlenmaterials zu trennen, so, wie in den Naturwissenschaften und anderen Wissenschaften üblich. Müsste also alles nachvollziehbar sein. Die Statistiken in unkommentierter Form stehen auf meiner Homepage.

          • „Die Weltrkiege hatten natürlich auch einen Einfluss auf die Zahlen, den ich auch mitberücksichtigt habe.“

            Dass Du uns da einen kurzen Einblick gibst, wäre zu viel verlangt?
            M.E.n. hätten die kriegstoten Soldaten ja ca. bis in die 70er Jahre hinein unter normalen Umständen am Partnermarkt noch „mitgemischt“?

          • @ Semikolon

            Ich hab hier gerade nur die Printversion griffbereit. Das Kapitel mit den Statistiken umfasst 36 Seiten.

            Und Texte veröffentlichen, die nicht zu den Leseproben gehören (die sind schon relativ umfangreich) tue ich nicht gern.

            Ist auch etwas viel alles. Ist auch viel, da jetzt aus dem Stand was zu zu schreiben. Der Krieg ist schon in den Zahlen sichtbar. In den 50ern vor allem. Also die Kriegsfolgen.

            Generell nimmt die serielle Polygynie und die simultane seit der Nachkriegszeit zu, weil die lebenslange Einehe auf dem Rückzug ist und die Gesellschaft sexuell befreit wurde. Dazu kommt, dass auch das Geschlechterverhältnis sich seit der Nachkriegszeit geändert hat. Kriegsbedingte Unterversorgungen des Partnermarktes mit Männern wichen naturgegebenen und zugewanderten Männerüberschüssen. Über die ist auch eine Aktualisierung meines Buches auf der Homepage zu finden. Das ist so im E-Book, und für Printbuchkunden hab ich das Online gestellt, damit sich der Kauf des Printbuches inhaltlich genauso lohnt.

      • @EinLeser
        „Biologisch/natürlich ist die 1:1 Beziehung eher nicht glaube ich.“

        Man kann schon argumentieren, dass das 1:1 Verhältnis erwünscht ist, denn es könnte leicht anders sein. Und warum sollte die Evolution suboptimale Ergebnisse hervorbringen?

        Von 1:1 abweichende Ergebnisse scheinen auch normal zu sein. Sie tauchen insbesondere auf, wenn die Lebensbedingungen besonders harsch sind, dann treten bevorzugt Weibchen auf.

  9. @Christian – „Noch erstaunlicher scheint mir, dass es Foren mit männlichen und weiblichen Incels gibt, die diskutieren. Noch nie war ein Problem so einfach über ein Gruppentreffen zu lösen.“

    Welches Problem, einen Partner zu finden? Viele der männlichen Incels wären sicherlich an den meisten weiblichen interessiert, aber dass das Interesse erwidert wird, dürfte die Ausnahme sein.

  10. Was mir aufgefallen war bei dem Incel-Interview war die Passage, wo er gefragt wurde, ob er eine weibliche Staatschefin akzeptieren könne, was er (nach anfänglicher politischer Korrektheit) erfrischend ehrlich verneinen musste. Wär halt interessant, ob das eine Überzeugung ist, die Incels besonders häufig teilen.

    • Hier spricht ein ExIncel.

      Ich war nämlich lange Zeit ein Incel, da kannte ich das Wort noch garnicht. Hier mal meine Erfahrung damit:

      Wie ist es, ein Incel zu sein?
      Incel sein ist eine Menge an Überzeugungen, an deren Richtigkeit man glaubt. Folgende Überzeugungen waren bei mir vorhanden:

      Wenn du lieb und nett bist, wirst du gemocht (von Frauen und von Männern).
      Status und Glück definiert sich über den Partner oder die Menge an Sex.
      Sex ist das beste auf der ganzen Welt.
      Frauen wollen einen Mann, der viel und die richtigen Sachen kann (Singen, Tanzen, Sachen reparieren, …).
      Partnerwahl belohnt richtiges Verhalten und bestraft falsches.
      Körperliche Annäherung entspricht Belästigung.

      Aus diesen Überzeugungen ergibt sich automatisch das Verhalten eines Incels. Ich habe viele Dinge gelernt, von denen ich dachte dass Frauen sie mögen. Ich habe mich immer lieb und unterstützend verhalten. Ich habe nie den ersten Schritt gemacht. Ich hatte viele weibliche Freunde (normal und friendzoned), ich hatte nur unerwiederte Lieben.

      Als zweite Stufe stellte sich dann auch noch die vielgenannte Verbitterung ein, entstanden aus den Widersprüchen zwischen Überzeugungen und Realität. Ich konnte nicht fassen, was für Männer Erfolg hatten (konnten nichts und waren fies), ich konnte nicht fassen, warum sich kein Erfolg einstellte, ich hatte einen fehlenden Selbstwert weil die Status und Glück durch Sex Überzeugung zunahm.

      Was führte zu meinem Inceltum, was waren meine eigenen Anteile, was kam von außen?

      Weil es einfacher fällt erst mal die äußeren Anteile: Ganz klar kamen diese Überzeugungen durch einseitige Erziehung und fehlendes Korrektiv. Meine Mutter war eine Femi, mein Vater hatte nichts zu sagen. So wurde mir genau das Nettsein beigebracht als ultimativ positive Verhaltensweise. Denn zum Glück war ich ja nicht so wie die anderen doofen Jungs. Sexualität spielte in der Beziehung meiner Eltern keine Rolle, sie war nonexistent, nicht einmal Umarmungen waren für mich als Kind sichtbar.

      Dann kam die Schule, durch Mobbing gab es hier keine korrigierende Peergroup. Dafür mindestens dreifache Sexualerziehung, die sagte wie toll Sex sei und Verhütung und wie früh man doch kann, die führte zu den anderen Ansichten.

      Mein eigener Anteil war fehlendes Selbstbewustsein und fehlende Hinterfragung dieser Grundsätze. Wäre ich nicht verbittert, sondern hinterfragend geworden, hätte sich vielleicht alles in Luft aufgelöst. Zudem war ich sozial etwas schwierig, weil ich mit Gruppen nicht gut konnte und überheblich, weil ich ja so anders war wie andere Jungs.

      Was hat mich da rausgebracht?

      Ein Mädchen, die sich auf den ersten Blick verliebt hat und nicht aufgegeben hat, bis ich sie geküsst habe. Wie sie das geschafft hat ist mir immer noch ein Rätzel. Kurz darauf bin ich auch zu den MRA gekommen, weil ich plötzlich alles hinterfragt habe was ich je wusste.

      Was könnte anderen Incels helfen?

      Hinterfrage alles, was du je gelernt hast. Warum glaubst du, wollen Frauen genau so einen Menschen. Welche Vorteile bietet ihnen „böses“ Verhalten, warum ist es überhaupt „böse“? Das fällt erst schwer, führt dann in viele Hochs und Tiefs, aber man lernt dabei erst wirklich, wie die Welt fonktioniert. Und wenn du einem Incel helfen willst, stelle ihm doch diese Fragen. Warum soll eine Frau einen netten Mann nehmen, ist es für sie nicht besser, wenn dießer sich und damit auch gemeinsame Interessen durchsetzen kann? etc.

      Wenn ihr also nun Fragen an mich habt, Dinge die ich nicht geschrieben habe, Kritik, etc. gerne hier rein 🙂 Ich stehe zur Verfügung!

  11. Ich hatte mich vor kurzem, nach einem Beitrag über Incel https://www.youtube.com/watch?v=ArKsF6nbMHA&lc=UgyH-LemuFtzThct96B4AaABAg.9BjtmdRLG5Q9Bon0KFX0EZ
    mit einem Ex-Incel unterhalten und die Aussagen, stimmen mit meinen Vermutungen überein, was mir auch bestätigt wurde.
    Incel sind im Prinzip die ultimativen weißen Ritter. Sie sind solche Pudel und stellen Frauen auf ein solch hohes Podest, dass sie selbst nicht herankommen. Es sind Göttinnen. Aber sie erwarten auch, dass sich diese Göttinnen so wie solche benehmen und sich nicht mit niederem Gesindel wie irgendwelchen Chads einlassen. In dem Moment wo sie dies dann doch tun, verwandelt sich ihre Verehrung in Hass, auf den Schänder und auf die gefallene Göttin. Oft scheinen sie auch einen generellen Männerhass in sich zu tragen, von daher kann man sie durchaus als die „Kinder“ des Feminismus betrachten.

    • Ein Irrtum, welcher sehr verbreitet
      Und manchen Jüngling irreleitet,
      Ist der daß Liebe eine Sache,
      Die immer viel Vergnügen mache.

      -Wilhelm Busch-

      • Oder die noch, Alles von Wilhelm Busch, dem zeichnenden dichtenden philosophierenden Junggesellen

        Für manchen hat ein Mädchen Reiz,
        Nur bleibt die Liebe seinerseits


        O Jüngling ! Da schau her !
        So bringt ein einzig Mädchen oft
        Drei Männer ins Malheur !

        Werde niemals Ehemann,
        Denn als solcher, kann man sagen
        Muß man viel Verdruss ertragen

        Geld gehört zum Ehestande,
        Häßlichkeit ist keine Schande,
        Liebe ist beinah absurd.

  12. Ich bin hierüber gestolpert: „Der nette Junge mit der Erwartungshaltung, dass ihm sein Verhalten ein Recht auf Sex gibt, dass „die Frauen“ zu erfüllen haben“
    gibt es überhaupt solche Männer in relevanter Anzahl, oder ist das doch wieder Mal eine Projektion?
    (das umgekehrte Verhalten wird ja schon in der Bibel beschrieben, Potiphars Weib oder so)

    • Meine Einschätzung: Reine Projektion. Ich wüsste keinen normalen Mann, dem nicht klar ist, dass seine Avancen von einer Frau zurückgewiesen werden können, weil sie keinen Bock auf ihn hat.
      Dass aber umgekehrt Frauen von einer Zurückweisung so überrascht sind, dass sie sogar die Heterosexualität ihres anvisierten Ziels in Frage stellen („Du willst keinen Sex mit mir? Bist du schwul?“), hört man desöfteren. Und es gibt da doch dieses englische Sprichwort: „Hell hath no fury like a woman scorned.“

      Ich glaube, viele Feminazis verstehen den von vielen Männern geteilten Wunsch nach legaler Prostitution als Anspruch auf jederzeit für Sex verfügbare Frauen. Dass sie das statt als Anspruch nicht als Wunsch zur Bedürfniserfüllung wahrnehmen (gar nicht zu reden als Ausdruck von Liberalität), dafür sorgt ihre Empathielücke. Sie selbst jedenfalls würden wohl kaum davon sprechen, dass sie den Anspruch haben, dass ihnen immer und jederzeit Automechaniker, Friseure etc. zur Verfügung stehen.

  13. Pingback: #breakthought: Soziale Interaktion | ☨auschfrei

  14. „…besteigen wollen“
    „Welcher Mann will schon eine alte Frau haben“
    Auch wenn ihr, feig wie ihr seid, das nicht im RL sagen würde, genau dies strahlt ihr aus. Jede denkende Frau weiß, dass es sich bei der Sorte nicht um einen Mann, sondern um eine Nachgeburt handelt, die aus Versehen groß gezogen wurde. Und die haben folgerichtig auch nur weibliche Nachgeburten „verdient“. Doch die sind euch nicht „gut“ genug.

    Fangt endllich an über euch selbst zu lachen! Nehmt euch nicht so wichtig! Und vor allem hört endlich auf, einem alten Möchte-gern-Intellektuellen wie diesem Christian hinterherzurennen. Kurz, get a life!

    • Wie redet man den hier über Frauen?!!!??? Wieso denkt denn keiner an die Kinder!??!??!!!????

      „Kurz, get a life!“

      In einer Diskussion über Incels.

    • Nehmt euch nicht so wichtig!
      Ein Rat den man gerade jungen Frauen, aber auch Frauen generell gar nicht laut und oft genug geben kann.
      Vielleich haben Physiker ja die Idee vom Multiversum entwickelt, als die die Denke von unseren Nachwuchsdamen beobachteten, deren jede sich für eine eigene Welt hält, mit der Vagina als Mittelpunkt (Die Physiker sehen da eher ein schwarzes Loch)

  15. Hallo zusammen,
    gute Diskussion hier,
    bin auch incel und kann vieles bestätigen was hier beschrieben wurde. Bei mir war es so, dass ich von klein auf beigebracht bekam, immer nett zu Mädchen zu sein. Kavalier und Gentleman, meine ersten Fremdworte. Meine Mutter hatte schlechte Erfahrungen mit Männern und ich sollte ein guter werden. Ich mochte Mädchen schon früh, während gleichaltrige noch die „Mädchen sind doof“ Schiene fuhren.
    Ich freute mich also auf Kontakt mit dem anderen Geschlecht und lief mit meiner netten Art ziemlich ins Messer. Ich erfuhr auf die harte Tour, dass ich keine Chancen hatte. Kleine Mädels können da sehr direkt sein. Richtig schockiert war ich, als ich sah wie erfolgreiche Klassen-/Vereinskameraden an die Sache rangingen. Gutes Aussehen, vereint mit geringschätzigem, sexuell belästigenden Verhalten scheinen das Erfolgsrezept der Womanizer zu sein. Ich hab da wirklich verstörende Sachen erlebt. Von diesen Womanizern kamen auch Tipps an meine Adresse. Frauen nicht aufs Podest stellen, nicht fragen, einfach nehmen, die blöden Schlampen usw. Das Problem ist, dass ich eine Frau, die ich mag nicht schlecht behandeln kann .Ich kann es einfach nicht. Ich bin auch das ideale Opfer für die Friendzone (so nennt man den kostenlosen Fahr-, Umzug,- Renovierungs-, etc.-Service durch verliebte Idioten). Ich bin 3 Jahre aufs übelste ausgenutzt worden. Ich habe alles für meine große Liebe getan, sie sogar 150 km zu ihrer Fickbekanntschaft gefahren, vor der Tür im Auto gewartet und sie anschließend wieder heim gefahren. Sie ist mit vielen Typen ins Bett gegangen, nur nicht mit mir. Fast schon lustig. Meine Ansprüche waren nie sehr hoch, ich fand fast alle Mädels immer irgendwie süß, aber ich habe es auch bei richtig unbeliebten versucht. Aber auch die hatten immer eine bessere Alternative am Start. Frauen haben immer die Auswahl. Ich hab auch vermutet dass es einfach Zufall/Pech/Mathematik sein kann, dass ich immer den kürzeren zog. Ich hasse Frauen nicht, im Gegenteil ich liebe sie noch immer abgöttisch. Aber es zerreißt mein Herz wenn ich sehe, wie ein Macho-Arschloch ein nettes Mädchen wie Scheiße behandelt und ich hasse diese Typen. Es geht auch nicht um Sex, sondern darum, dass eine Frau mich so sehr liebt das sie sich mir hingeben will. Für mich ist das eine sehr wertvolle Sache. Vielleicht geben deshalb auch sehr promiskuitive Frauen ihren Incel-Friendzone-„Freunden“ niemals Mitleidsex um dieses Gefühl zu haben, etwas wertvolles zu sein.
    Mein Tipp an junge Incels: Auswandern in ein Land, wo ihr einen höheren Marktwert habt. Asien?
    Vorher Sprache lernen, guten Beruf, etwas Kohle sparen und ab. Würde ich machen, wenn ich nochmal jung wäre.

    • Dass Frauen ausnutzen wird hier nicht gerne gehört, ausserdem ist der Mann immer selbst schuld .
      Hatte letztes Jahr mal ein Date mit so einer, die fragte mich, ob ich Bock hätte zu ihr zu kommen und dann fahren würde. Wenn nicht Hat sie einen abrufbereit, der sie abholt. Habe sie als Schlampe beschimpft und bin gegangen.
      Leute , die so sind, sind unter meiner Würde.

      • Was ist denn das für eine Würde, mit der Leute, die dich ausnutzen wollen, als „Schlampe“ beschimpft würden.
        Leute, die einen ausnutzen wollen, die beschimpft man nicht. Man geht ihnen einfach aus dem Wege. Man hat auch gar nichts zu erklären, also was soll das Beschimpfen und Beleidigen?

        • So eine würde, die auch mal den Mund auf macht und ja das finde ich wichtig, da auxh Grenzen zu setzen, ich kenne den anderem Kerl nicht, finde es aber auch für den nicht korrekt.
          Kannst ja machen, wie du willst, aber ich finde, da sollte man was sagen.

    • „Vielleicht geben deshalb auch sehr promiskuitive Frauen ihren Incel-Friendzone-„Freunden“ niemals Mitleidsex um dieses Gefühl zu haben, etwas wertvolles zu sein.“

      Ich glaube es ist viel einfacher: Frauen finden solche unterwürfigen Typen nicht geil und deshalb passiert auch nichts….

      Dein Bericht ist ja nicht nur treffend, sondern noch humorvoll. Wobei, Humor ist ja, wenn man trotzdem lacht 😉

      • Ja, du hast natürlich Recht. Es war halt für mich verwunderlich, wenn z.b. im Bekanntenkreis Mädels waren, die wild in der Gegend herumvögelten, mit Typen die sie seit 10 Minuten kannten. Das waren teilweise nette, intelligente Mädchen. Die auch wussten, dass ich Jungfrau war/bin aber keine hat mal so ein „Rettet den Incel-Projekt“ gestartet. Aber aussterbende Tiere werden ja auch nur (von Frauen) gerettet, wenn sie putzig aussehen. Ich hasse übrigens diese Gedanken, weil sie so Incelmäßig sind. Niemand hat ein Recht auf Sex aus Gefälligkeit. Unterlassene Hilfeleistung gibts da nicht.

        • Jaja und diese erfolgreichen Typen waren dann häufig auch noch hässlich, dumm oder beides…. Was sie auszeichnete, die schoben dieses „Ich bins, the one and only“ vor sich her und vor allen Dingen hatten sie das Soziale immer voll souverän im Griff. Diese Deppen und ihre Dämlackbräute waren mir immer schnurzegal, habe mich in meinen nerdy hobbies verloren, Philosophie gelesen, eine viel bessere Zeitbeschäftigung. Später dann kamen auch die Beziehungen, wie von alleine 🙂 Alles hat halt seine Zeit und für jeden ist das anders.

          • Ja kann ich bestätigen, dass Frauen jetzt kommen, aber will eigentlich nicht mehr. Weiß ja, wie die drauf sind, mit solchen Leuten wollen nur rückgratlose Opportunisten etwas anfangen. Lehne Frauen auch immer härter ab.

    • Eigentlich hast schon alles selbst recht deutlich geschrieben, was nötig wäre:
      lass dich nicht ausnutzen, sei dir selber wichtig, und habe eigene Ansprüche.

  16. Pingback: Billy Coen über „absolute Beginner“ und weibliche Hypergamie | uepsilonniks

  17. „Warum sind so viele „Incels“ verbittert?“

    Möglicherweise wäre es leichter, mit dem weiblichen Verdikt, nicht gut genug zu sein, umzugehen, wenn man nicht immer wieder mitansehen muss, was für Typen sich fortpflanzen durften. Typen, denen man ansieht, dass die nie was auf die Kette kriegen, denen die Dummheit aus dem Gesicht springt.
    Ok, übertrieben. Aber in den allermeisten Fällen sind das doch auch bloß Durchschnittstrottel wie ich.
    Hier auf AE gibts ja etliche Artikel. Scheißdreck, liest sich das alles kompliziert; das Ausbalancieren von Nähe und Distanz, von Attraction und Comfort… (Und wie soll das mit der Outcome Indifferenz funktionieren? Irgendwann muss Mann doch Farbe bekennen, dass Mann eben doch interessiert ist…).
    Und das haben 95% aller Männer intuitiv drauf?
    Ich vergleiche mich gar nicht mit den Playern, den Kontaktfreudigen, den Selbstsicherern, sondern mit den Lappen und Leisetretern, die es trotzdem irgendwie hinbekommen haben, das Herz einer Partnerin für sich zu gewinnen. Ne, das weibliche Partnerwahlverhalten ist für mich zeitlebens ein Rätsel geblieben.

    Sorry, ist etwas wirr, aber die Dreckswärme macht mir die Rübe matschig.

  18. Man sollte zwischen Incels und Absoluten Beginnern oder ähnlichem entscheiden.
    Bei Incels ist es gar nicht so dass sie zu nett sind, es ist oft eher da Gegenteil. Sie haben gelesen, dass Chad (das ist der fiktive Super Mann der ohne Probleme alle abkriegt) Frauen eben nicht nett behandelt und Frauen genau das toll finden weil es outcome indifference und Dominanz suggeriert. Deshalb behandeln sie Frauen oft besonders schlecht, weil sie meinen, dass das zum Erfolg führt. Wenn das dann nicht klappt, ist es die Schuld der Frauen und ihrer Hypergamie, weil es bei Chad ja auch klappt.

  19. Bin ja schon länger Incel aber lese erst seit kurzem im Netz über das „Phanomen“. Was selbsternannte Expertinnen in jüngster Zeit da so absondern ist wirklich schwer zu beschreiben. Große Bedrohung blabla. Weltweit vernetzte Verschwörung blubbblubb.
    Wenn man davon ausgeht, dass 5 % der geneigten Männer der Weltbevölkerung leer ausgehen (erscheint mir realistisch), dann sind 4 Amokläufe weltweit in 10 Jahren doch nur ein Mückenschiss. Zumal die Täter ja nicht nur Incel sondern auch juden-, moslem-, linkenfeindlich motiviert waren, also die Motive nicht ganz abgrenzbar sind. Problematisch finde ich, dass auch junge, nette Mädels in ihren Online-Auftritten neben den üblichen Flausen einen fanatischen Incel-Hass propagieren. Incels sind wirklich der allerletzte Abschaum, noch schlimmer als (normale) Nazis und die größte Gefahr schlechthin für Frauen die das Haus verlassen. Nur weil diese perversen Anhänger des Incel-Kults einen (Micro)Penis besitzen, glauben sie das alle Frauen mit ihnen erniedrigensten Sex haben müssen. So ungefähr. Apropos Penis und Frauenlogik: Männer, die Frauen bodyshamen haben ja so einen kleinen Schwanz. Hab mal versucht auf einem Emanzenforum eine Diskussion zu starten, aber mein Beitrag wurde nicht veröffentlicht. Bin gerade dabei das Thema Beziehung endgültig ad acta zu legen, aber irgendwie regt es mich noch tierisch auf den ganzen Stuss auf Twitter usw. zu lesen. Unlogische Verdrehungen von Ursache und Wirkung nerven. Sorry, musste mal Dampf ablassen.

    • Warum entschuldigst du dich?
      Willkommen auf diesem Forum! 🙂

      Die feministische Reaktion auf „Incel“ soll das gesellschaftliche Problem kaschieren.
      Zwei kurze Merksätze, wofür der bürgerliche Feminismus gebucht wird:
      1. Frauen haben Probleme gesellschaftlicher Natur, verursacht von Männern.
      2. Männer haben keine Probleme, sie sind das Problem.
      Weil für den bürgerlichen Feminismus „Gesellschaft“=Männer.

      Ich schrieb bereits:
      „Wie groß das zugrunde liegende gesellschaftliche Problem (in den USA) ist, steht – erstaunlicherweise – auf der Startseite (!!!) der Incel-Wiki: „Among American millennials, 15-30% are incels, roughly 51% do not have a steady partner, roughly 30% are often or always lonely, and roughly 22% have no friends.“
      Wobei „Millenial“ alle Personen umfasst, die zwischen 1981 und 1996 geboren sind.

      Die Definition von Incel: „The Donnelly Study defined incels as adults who fail to find a sexual partner for six months or more without choosing so.“

      In der „Atlantic“ 2018 zu lesen: „People now in their early 20s are two and a half times as likely to be abstinent as Gen Xers were at that age; 15 percent report having had no sex since they reached adulthood.“ All das wurde unter dem Oberbegriff „sex recession“ zusammengefasst.
      https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2018/12/the-sex-recession/573949/

      Weiter aus dem Jahr 2019: „The portion of Americans 18 to 29 reporting no sex in the past year (!!!) more than doubled between 2008 and 2018, to 23 percent.“
      https://www.sciencealert.com/the-percentage-of-americans-not-having-sex-has-reached-a-record-high

      Dies setze sich jedoch so zusammen: 18% der jungen Frauen in diesem Altersspektrum, aber 28% der jungen Männer hatten im letzten Jahr (!!!) keinen Sex.
      Per Definition demnach Incel.“

      Wenn man in der Größenordnung von 15-30% in einer Alterskohorte der Millenials, also der zwischen 1981 und 1996 geborenen (aktuell 24-39 Jahre alten) Männer, auftaucht, dann handelt es sich um kein Problem von einigen Individuen, sondern es tritt massenhaft auf.
      Wenn 28% (!!!) aller Männer zwischen 18-29 Jahren in einem ganzen Jahr keinen Sex hatten und per Definition Incel sind, dann ist die Beschimpfung der „Incel“ das Pfeifen im Walde.

      Die Ausgrenzung und das „othering“ hat ein klares Ziel: Sich mit dem offensichtlichen gesellschaftlichen Problem NICHT beschäftigen zu müssen.
      Ich wiederhole mich; dafür wird der bürgerliche Feminismus gebucht und bezahlt.

  20. Pingback: Vorteile und Nachteile des Alters auf dem Partnermarkt. | Alles Evolution

  21. Pingback: Veronica Kracher zu Incels | Alles Evolution

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