Arne Hoffmann: Plädoyer für eine linke Männerpolitik

Ein weiteres Buch von Arne Hoffmann ist “Plädoyer für eine linke Männerpolitik”:

Arne Hoffmann Plädoyer für eine linke Männerpolitik

Arne Hoffmann Plädoyer für eine linke Männerpolitik

Aus einer Rezension bei Amazon:

Der linksliberale Männerrechtler Arne Hoffmann hat mit „Plädoyer für eine linke Männerpolitik“ das Buch geschrieben, das in der Geschlechterdebatte bislang gefehlt hat.

„Plädoyer für eine linke Männerpolitik“ leistet zweierlei:

Erstens stellt es einen wichtigen Teil des aktuellen Forschungsstandes bezüglich Benachteiligungen, sozialer Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen, von denen Jungen und Männer betroffen sind, verständlich und wissenschaftlich fundiert dar.
In dieser Hinsicht kann das Buch sowohl als Einführung in das Thema „männliche Benachteiligungen und soziale Problemlagen“ gelesen werden als auch als zeitgemäße Aktualisierung von Arne Hoffmanns vorangegangenen sehr lesenswerten Standardwerken zum Thema. Sowohl Neueinsteiger, aber auch Personen, die sich bereits mit dem Thema beschäftigt haben, werden auf ihre Kosten kommen, denn das Buch enthält auch eine ganze Reihe von Informationen, die in vorangegangenen männerrechtlichen Werken noch nicht oder nur ansatzweise erwähnt wurden.
Arne Hoffmann legt Wert darauf seine Behauptungen zu belegen. 876 Fußnoten mit Belegquellen ermöglichen es jedem interessierten Leser sich weiter über die angesprochenen Themen zu informieren und die Quellen zu überprüfen.

Zweitens legt „Plädoyer für eine linke Männerpolitik“ aber auch die wissenschaftlichen und theoretischen Grundlagen für eine Männerpolitik aus der Perspektive eines konsequenten linken Humanismus dar. Zwar sind auch die früheren Veröffentlichungen von Arne Hoffmann stets aus Perspektive eines linken Humanismus verfasst, in „Plädoyer für eine linke Männerpolitik“ wird aber darüber hinaus ausführlich begründet, das und warum die Wahrnehmung, das Ernstnehmen und die Bekämpfung auch von Benachteiligungen, sozialen Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen, von denen Jungen und Männer betroffen sind, ein wichtiges Anliegen jeder ernsthaften linken Antidiskriminierungshaltung sein sollte, die diesen Namen verdient.

Der Autor Arne Hoffmann verfällt dabei keineswegs in einen Art umgekehrten Radikalfeminismus, für den die Problemlagen des anderen Geschlechts nicht zählen, vielmehr wird bereits im Vorwort des Buches das letztendliche Ziel einer geschlechtsübergreifenden Perspektive auf geschlechtsbezogene Probleme betont, welche Männer UND Frauen (in einer Fußnote werden auch Intersexuelle und Transgender erwähnt) berücksichtigt. Zu einem solchen geschlechtsübergreifenden Ansatz hinsichtlich geschlechtsbezogener Probleme steuert „Plädoyer für eine linke Männerpolitik“ die männliche Perspektive bei.
Auch für Frauen – und ich denke auch für gemäßigte Feministinnen, die ihren Blickwinkel erweitern wollen und die Bereitschaft besitzen, die einseitige Perspektive eines die Realität männlicher Diskriminierungen leugnenden radikalen Feminismus hinter sich zu lassen – könnte das Lesen dieses Buches ein Gewinn sein. Frauenfeindlichkeit und Macker-Gehabe sucht man in diesem Buch nämlich vergeblich.

In 14 Kapiteln, jedes einzelne angefüllt mit zahlreichen für das jeweilige Thema bedeutsamen Informationen, Fakten, Argumentationen und Belegquellen, werden wesentliche Aspekte einer linken Männerpolitik entfaltet:

Das 1. Kapitel stellt dar, warum eine linke Männerpolitik notwendig ist und erläutert inwiefern eine humanistisch-männerrechtliche Perspektive an zentrale linke Werte und Diskurse anschlussfähig ist. Zu Recht bedauert der Autor, dass in einem großen Teil der zeitgenössischen politischen Linken über die Realität männlicher Diskriminierungen und sozialer Problemlagen wenig bekannt ist, diese unter dem Einfluß einer einseitigen radikalfeministischen Perspektive und einseitigen Geschlechterpolitik oftmals sogar geleugnet werden und dass ein großer Teil der politischen Linken in dieser Hinsicht eine konservativ anmutende Haltung angenommen hat, bei der Männer, quasi entsprechend einem archaischen traditionalistischen Rollenbild, mit ihren Problemen nicht wahrgenommen werden, in etwa nach dem Motto „Jungen weinen nicht“, „ein Indianer kennt keinen Schmerz“.

Das 2. Kapitel stellt ausführlich eine Vielzahl von Befunden zum Thema Männerfeindlichkeit dar und verdeutlicht, dass gegen Männer gerichteter Sexismus in unserer Gesellschaft ein sehr reales Phänomen darstellt, das alles andere als „progressiv“ und „emanzipatorisch“ ist.
Arne Hoffmann verweist hierbei auch auf die bahnbrechende Studie des Geschlechterforschers Christoph Kucklick „Das unmoralische Geschlecht: Zur Geburt der Negativen Andrologie“, in welchem die Entstehung des männerfeindlichen Diskurses in westlichen Gesellschaften bis in die Zeit um 18oo zurückverfolgt wird. Seit dieser Zeit, so Kucklicks Forschungsbefunde, hat sich ein bis heute bestehender, gegen Männer gerichteter sexistischer gesellschaftlicher Diskurs entfaltet, der den Mann als Sündenbock für alle Übel der modernen Gesellschaft betrachtet. Radikale Formen des Feminismus haben an dieses bereits bestehende sexistische Stereotyp angeknüpft und es weiterverbreitet, anstatt es kritisch zu hinterfragen. Die Auswirkungen dieser oftmals verleugneten Männerfeindlichkeit in der Gegenwart werden von Arne Hoffmann anhand zahlreicher Beispiele und Befunde skizziert und belegt.

Das 3. Kapitel befasst sich ausführlich mit den Nachteilen der traditionellen Geschlechterrolle für Männer und wie diese zu männlichen Diskriminierungen und sozialen Problemlagen beitragen. Die Kritik an den Nachteilen der traditionellen Geschlechterrolle für Männer ist ein zentrales Thema linker Männerpolitik. Arne Hoffmann macht klar, dass der radikale Feminismus, ganz entgegen seinem Anspruch die Nachteile der traditionellen Geschlechterrollen umfassend zu kritisieren, eher dazu beiträgt, die Nachteile der traditionellen Geschlechterrolle für Männer zu erhalten, anstatt sie abzubauen.
Indem Männer kontrafaktisch als „allgemein privilegiert“ und als „Tätergeschlecht“ konstruiert werden, wird die traditionelle männliche Rolle festgeschrieben und das tradierte Geschlechterverhältnis gerade nicht aufgehoben, eben nach dem Motto: „Nur Frauen verdienen Unterstützung, Männer können sehen, wo sie bleiben.“

Ebenso kritisiert Arne Hoffmann in diesem Kapitel aber auch jegliche Versuche, eines radikalen Gender-Feminismus Jungen und Männern als geschlechtstypisch geltende Verhaltensweisen aus ideologischen Gründen aberziehen zu wollen. Die Alternative sowohl zum Traditionalismus als auch zu gender-ideologischen Umerziehungsmaßnahmen sieht Arne Hoffmann stattdessen im Respekt vor der Einzigartigkeit des Individuums und plädiert dementsprechend für nicht-normative Geschlechterbilder jenseits sowohl von traditionellen Geschlechterrollen als auch von gender-ideologischen Geschlechterrollen. Anstatt eines abstraktes Leitbildes soll jedes Individuum, egal welchen Geschlechts, so leben und sein können, wie es ist und sein will, solange dadurch niemand anderes geschädigt wird. In dieser konsequenten Orientierung am Individuum, die es ablehnt, irgendeinem Menschen seine geschlechtsbezogene Identität vorschreiben zu wollen, besteht ein wesentlicher Beitrag einer linken Männerpolitik zur Geschlechterdebatte.

Das 4. Kapitel bietet einen Überblick über einige wesentliche Aspekte männlicher Diskriminierungen und sozialer Problemlagen. Dabei geht es u.a um Themen wie die unterschiedliche Lebenserwartung von Männern und Frauen, Benachteiligungen von Jungen und Männern im Gesundheitssystem, die hohe Zahl männlicher Selbsttötungen, einseitige Forschung, Diskriminierung am Arbeitsplatz, Zwangsdienste, Diskriminierung von Männern mit Behinderungen, Väterrechte, Benachteiligungen von Männern im Kontext des Justizsystems sowie im Kontext von Internationaler Hilfe.

Kapitel 5 widmet sich einem kinderrechtlich relevanten Thema: Der Benachteiligung von Jungen im Bildungssystem. Neben einer Zusammenfassung der Forschungsergebnisse hierzu, geht es in dem Kapitel aber auch um die negativen sozialen Folgen für die Gesellschaft, mit denen zu rechnen ist, wenn es zu einer immer weiteren Zunahme schlecht ausgebildeter junger Männer kommt.

Das 6. Kapitel fasst eine ganze Reihe von Forschungsbefunden zu ökonomischen sozialen Problemlagen von Männern zusammen: Von einem sich anbahnenden Gehaltsgefälle und Jobabbau zu Lasten von Männern über die Diskriminierung von Männern durch Jobcenter, der Verarmung von Scheidungsvätern, dem hohen Anteil männlicher Wohnungsloser bis hin zu Männern als Opfer tödlicher Arbeitsunfälle reicht das Spektrum der dargestellten Themen.
Insbesondere auch für gewerkschaftlich und klassenkämpferisch interessierte und engagierte Linke bietet dieses Kapitel einige wertvolle Informationen zu Themen, die sonst innerhalb der Linken leider bislang zu wenig bekannt sind.

Kapitel 7 bietet einen Überblick zu den Forschungsergebnissen zu Männern als Opfer häuslicher Gewalt und beschreibt Schwierigkeiten und Lösungsansätze im Hinblick auf die Notwendigkeit einer Unterstützung auch männlicher Opfer häuslicher Gewalt. Arne Hoffmann erwähnt hierbei auch Forschungsergebnisse, denen zufolge in vielen Fällen häuslicher Gewalt sich die Gewalt gegenseitig hochschaukelt.
Für Präventions- und therapeutische Maßnahmen ist es besonders wichtig Tätertypologien zu erstellen und verschiedene Formen des Ablaufes häuslicher Gewalt zu klassifizieren, daher behindert das einseitige radikalfeministische Stereotyp vom Mann als Täter die Erforschung und Bekämpfung häuslicher Gewalt und schadet damit beiden Geschlechtern.

Das 8. Kapitel befasst sich mit einem in den öffentlichen Diskursen besonders tabuisierten Thema: Männer und Jungen als Opfer sexueller Gewalt durch Frauen. Hierzu werden einige Forschungsergebnisse dargestellt, die den wenigsten bekannt sein dürften, die aber zur Kenntnis genommen werden müssten, wenn alle, und d.h. auch männliche Opfer sexueller Gewalt, Anerkennung und Unterstützung erfahren sollen und wenn sexuelle Gewalt objektiv erforscht und wirksam bekämpft werden soll.
Arne Hoffmann weist dabei auch auf Studien hin, denen zufolge viele männliche Vergewaltiger in ihrer Kindheit selbst sexuell missbraucht wurden – auch von Frauen. Die Ausblendung weiblicher Täterschaft bei sexueller Gewalt ist somit für beide Geschlechter schädlich.

Kapitel 9 befasst sich mit Menschenrechtsverletzungen gegenüber Jungen und Männern in internationaler Perspektive.
Es wäre höchst wünschenswert, wenn mehr Menschenrechtsaktivisten und Menschenrechtsorganisationen, die dort dargestellten Befunde zur Kenntnis nähmen und sie genauso ernst nähmen wie äquivalente Menschenrechtsverletzungen, die Mädchen und Frauen betreffen.
Das Kapitel greift folgende Themen in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen gegenüber Jungen und Männern auf: Genderzide (geschlechtsbezogene Massentötungen), Massenvergewaltigungen, Menschenhandel und Zwangsprostitution, Zwangsrekrutierungen, religiöse Beschneidung, Todesstrafe und Polizeigewalt und der Entzug des Kontaktes zu den eigenen Kindern.
Darüber hinaus widmet sich das Kapitel auch der Problematik, dass Männer als Opfer von Menschenrechtsverletzungen oft zu wenig wahrgenommen werden und der Frage, warum es bislang keinen besseren Schutz bezüglich Menschenrechtsverletzungen speziell zu Lasten von Männern gibt.

Kapitel 10 befasst sich mit Diskriminierungen und sozialen Problemlagen, von denen speziell Männer mit Migrationshintergrund in Deutschland betroffen sind, wobei es schwerpunktmäßig um männliche Zuwanderer aus islamischen kulturellen Kontexten geht. Da Arne Hoffmann sich auch antirassistisch engagiert, fließen in diesem Kapitel zwei zentrale Interessengebiete des Autors – Antirassismus und Männerpolitik – zusammen.

Das 11. Kapitel gibt einen zusammenfassenden Überblick über Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen, von denen homosexuelle Männer international und in Deutschland betroffen sind. Arne Hoffmann stellt klar, dass auch Schwulenrechte Männerrechte sind und dass es Aufgabe einer linken Männerpolitik ist, der Diskriminierung homosexueller Männer entschieden entgegenzutreten.
Dass Menschenrechte und Bürgerrechte auch für lesbische Frauen selbstverständlich unteilbar sind, auch wenn sie aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit nicht primärer Bezugspunkt von Männerpolitik sein können, wird ebenfalls klargestellt.

Kapitel 12 gibt einen Überblick bezüglich einer humanistischen linken Kritik an radikalen Formen des Feminismus und einer einseitigen Geschlechterpolitik, welche männliche Benachteiligungen bislang ignoriert.
Dabei ist die Bejahung der Gleichwertigkeit der Geschlechter und der Gleichberechtigung für Arne Hoffmann nicht nur selbstverständlich, vielmehr werden radikale Strömungen des Feminismus gerade dann kritisiert, wenn sich begründet zeigen lässt, dass sie von ihren ideologischen Grundlagen her einer wirklichen Gleichberechtigung der Geschlechter, einer geschlechtsübergreifenden Perspektive auf geschlechtsbezogene Probleme und einer gerechten Geschlechterpolitik im Weg stehen.
Vielen innerhalb der zeitgenössischen Linken ist offenbar leider zu wenig bewusst, dass der klassische Radikalfeminismus Männer und Frauen als „verfeindete Klassen“ konzeptualisiert hat und dass der postmoderne Gender-Feminismus explizit behauptet, Sexismus gegen Männer könne es nicht geben. Dass die kulturelle Hegemonie solcher feministischer Ideologien in den akademischen und medialen Diskursen und innerhalb der Politik nur eine einseitige Geschlechterpolitik zur Folge haben konnte, ist daher kein Zufall.
Es bleibt einem engagierten Männerrechtler daher nichts anderes übrig als radikale Formen des Feminismus zu kritisieren, wenn und insofern diese zu männlichen Benachteiligungen beitragen.
Arne Hoffmann geht in diesem Kapitel aber auch auf konstruktive feministische Ansätze wie den US-amerikanischen Equity-Feminismus oder den französischen liberalen Feminismus Elisabeth Badinters ein, die sich über die Einseitigkeiten des Mainstream-Feminismus hinausentwickelt haben und Benachteiligungen und soziale Problemlagen beider Geschlechter anerkennen und z.T. auch thematisieren.
Des Weiteren zitiert Arne Hoffmann in diesem Kapitel auch einige bekannte linke Frauenrechtlerinnen, die feministische Einseitigkeiten und Fehlentwicklungen bereits früh erkannten und kritisierten, z.B. die Anarchistin Emma Goldman, die freiheitliche Sozialistin Lily Zografou und die poststrukturalistische Philosophin und Psychoanalytikerin Julia Kristeva.

Das 13. Kapitel befasst sich u.a. mit den Versuchen von Anhängern des Mainstream-Feminismus männerrechtliche Anliegen aus der Öffentlichkeit und der Politik auszugrenzen. Hierbei wird ausführlich auf die Diffamierungsstrategien von Gegnern der Männerrechtsbewegung eingegangen und diese kritisch analysiert und ihre „Argumente“ widerlegt.
Des Weiteren enthält dieses Kapitel aber auch eine kritische Analyse von problematischen und radikalen Tendenzen innerhalb der Männerrechtsbewegung, von denen sich eine linke Männerpolitik deutlich absetzen muss.

Das 14. und letzte Kapitel beschreibt Perspektiven für eine Demokratisierung der Geschlechterpolitik und analysiert die gegenwärtige gesellschaftliche Situation in Bezug auf die Möglichkeiten, Schwierigkeiten und Chancen für eine linke Männerpolitik.

In dem folgenden Anhang werden MANNdat und AGENS, die beiden wichtigsten Organisationen im Kontext der Männerrechtsbewegung in Deutschland, kurz vorgestellt, es wird auf einige Websites der Männerrechtsbewegung im deutschsprachigen Raum hingewiesen sowie wichtige Literatur zu verschiedenen, für die Männerrechtsbewegung relevanten Themen aufgeführt.

Mit „Plädoyer für eine linke Männerpolitik“ hat der Autor Arne Hoffmann ein Buch geschrieben, dass in überzeugender und kohärenter Weise eine Darstellung des aktuellen Forschungsstandes zu männlichen Benachteiligungen, sozialen Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen mit der Perspektive eines konsequenten linken Humanismus verbindet.
Meine obigen kurzen Angaben zu den einzelnen Kapiteln können die große Reichhaltigkeit und Informationsfülle des Buches, die anregenden Argumentationen und Gedankengänge des Autors natürlich nicht ansatzweise wiedergeben.
Obwohl das Buch aus einer linken Perspektive geschrieben wurde, ist es für jeden geeignet, der an einer fundierten Darstellung einer humanistisch orientierten männerrechtlichen Perspektive interessiert ist.

Was sagt ihr zu dem Buch? Hat es einer hier gelesen? Man bekommt es zB über Amazon hier

Arne Hoffmann „Männerbeben“

Ein weiteres Buch von Arne Hoffmann ist „Männerbeben“:

 

Arne Hoffmann Maennerbeben

Arne Hoffmann Männerbeben

Hier aus einer Besprechung bei Amazon:

Arne Hoffmann portraitiert in seinem Buch „Männerbeben: Das starke Geschlecht kehrt zurück“ die Geschichte, Zielsetzung und Vorgehensweise der Männerrechtsbewegung in Deutschland, als deren Exponenten er vor allem die Männerpartei und die Bewegung „Manndat“ hervorhebt.

Das Werk untergliedert sich in zwei Teile: Im ersten subsumiert er zunächst die gesellschaftliche Diskussion um Emanzipation und die Stellung des Mannes in der modernen Gesellschaft auf treffende, dabei aber immer neutrale und nicht polemische Art und Weise: Der Mann, so Hoffmann, wurde in der Gesellschaft der westlichen Länder (auch und vor allem in Deutschland) im Zuge der Emanzipation mehr und mehr als minderwertiges und unterlegenes Geschlecht präsentiert, wohingegen Frauen nur noch als Inbegriff aller edlen Tugenden und Vorzüge verklärt wurden. Die Folge davon sei eine soziale Tendenz (Hoffmann nennt es „Hintergrundrauschen“ [S. 14]), die bewirke, dass Frauen – auch realerweise, also im Hinblick auf die Vergabe öffentlicher Ämter und Führungspositionen, Stipendien etc. – übervorteilt, Männer benachteiligt würden.

Hierbei besonders bemerkenswert ist, dass Hoffmann wirklich niemals polemisch, sondern immer sachlich argumentiert. Man könnte ja annehmen, dass ein solch sensibles und – fast schon explosiv zu nennendes – Thema durchaus zur Erhitzung der Gemüter führen könnte, doch Hoffmann erliegt dieser Versuchung sichtbar nicht. Klar strukturiert, untermauert er jedes seiner Argumente auch mit einer Vielzahl von Beispielen und man merkt, dass der Autor sich gründlich in die Materie hineinvertieft hat und sich durchaus ein großes Fachwissen und eine beeindruckende Kompetenz angelesen hat.

Auch gefallen hat mir die Schonungslosigkeit, mit der Hoffmann die oftmals stark diskriminierenden Parolen von radikalen Feministinnen kennzeichnet als „Gefasel“ (S. 22), das bisweilen stark in extrem radikale Gefilde abzudriften pflegt. Hoffmann plädiert zur besseren Entlarvung radikaler feministischer Texte und Meinungen hier für eine Methode, die er als „Austauschmethode“ bezeichnet (und die scheinbar aus der sogenannten „Text- und Diskursanalyse“ stammt, S. 11): Man ersetze „das Wort „Männer“ [in diesen Texten] durch eine gesellschaftliche Gruppe…, für deren Diskriminierung heutzutage deutlich mehr Sensibilität besteht“ (S. 44) und erhält dadurch einen Einblick in die geradezu faschistoide Denkweise, mit der in unserer Zeit an das Thema „Stellung der Geschlechter“ herangegangen wird. Immerhin, aus dem Buchtitel „Wenn Männer lügen“ würde dann zum Beispiel „Wenn Ausländer lügen“ – ich denke, man sieht deutlich, wie das heutzutage wirken würde. Aber: Männer, so Hoffmann, dürfen diskriminiert, verunglimpft und beschimpft werden – so etwas ist zur Zeit salonfähig und ich finde es
erschütternd. Umso wichtiger, dass es endlich mal eine Publikation gibt, die ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, darauf aufmerksam macht.

Im zweiten Teil des Buches kommen Menschen zu Wort, die auf die eine oder andere Art und Weise mit der neuen Problematik zu tun haben. Diese Art Vorgehen ist nichts Neues für diesen Autor; wenn man zum Beispiel seine Veröffentlichung über Menschen ohne sexuelle und Beziehungserfahrung („Absolute Beginner“) liest, erkennt man dieses spezielle Schema auch hier. Diese Taktik gibt dem Buch und den darin vertretenen Meinungen einen real-sozialen Hintergrund und bettet die im ersten Teil geäußerten Thesen in einen Kontext ein, der vom Leser gut verstanden werden kann. Hoffmann zeigt auch auf, dass die Männerrechtsbewegungen hierzulande keineswegs noch vollständig in die Kinderschuhen stecken, sondern sich durchaus auf dem Weg zu schlagkräftigen und handlungsfähigen Organisationen befinden (wenngleich auch dieser Report über den Zustand der entsprechenden Bewegungen, Parteien und Initiativen eher indirekt zwischen den Zeilen hindurchscheint, als dass er explizit formuliert und in einem eigenen Kapitel mit behandelt wird).

Ja, was lässt sich zum Schluss als Fazit sagen? Es handelt sich bei dem Buch „Männerbeben“ um ein brauchbares, gut fundiertes und angenehm zu lesendes Werk mit einem sehr brisanten Thema, welches in der Öffentlichkeit endlich gewürdig werden sollte. Ich finde es nach wie vor schade, dass die Anliegen von Männern in unserer Gesellschaft schlicht und ergreifend einfach denen der Frauen untergeordnet werden, sodass wir von einer tatsächlichen Gleichberechtigung noch weit entfernt sind. Aber wer weiß, vielleicht wird sich dies eines Tages zum Besseren ändern – jedenfalls hat dieses Buch hier sein Übriges dazu getan.

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Arne Hoffmann: Sind Frauen bessere Menschen?

Vielen hier dürfte Arnes Buch „Sind Frauen bessere Menschen“ bekannt sein.

Arne Hoffmann Sind Frauen bessere Menschen

Arne Hoffmann Sind Frauen bessere Menschen

Hier einmal aus einer Besprechung auf Amazon:

Mit der Fragestellung seines Buchtitels gibt Arne Hoffmann der in Öffentlichkeit und Politik ebenso populistisch wie einseitig unter dem Motto „Gewalt ist männlich“ debattierten Geschlechterfrage einen neuen Impuls.
Auf 560 prallen Seiten Text plus „Navigator“-Anhang rückt er denjenigen Zuleibe, welche die einseitig parteiliche Debatte um die Frauen als Opfer mit Schätzwerten regierungsnaher Vereinigungen und Verbände aufzumischen pflegen. Obwohl die persönliche Empörung des Autors zeitweilig polemisch oder sarkastisch, bitter oder traurig, zornig oder spöttisch zu spüren bleibt, überzeugt die in engen Zeilen dargebotene Informationsfülle. Aus weltweit recherierten wissenschaftlichen Forschungsergebnissen, polizeilichen Ermittlungsfakten und statistischem Material im Mix mit sachlich fundierten Literaturzitaten integrer Wissenschaftler bietet sie ein fulminantes Feuerwerk der Thesen und Argumente, dem man sich nicht entziehen kann.
Als Autorin, die selbst Bücher über ausgebeutete und aus dem Leben ihrer Kinder gedrängte Väter geschrieben hat wie „Der gebrauchte Mann“ oder „Ein Vater gibt nicht auf“ oder „Handbuch für Vater nach der Trennung“, kenne ich eine Vielzahl der Informationen und Fakten, die Arne Hoffmann zu einem Plädoyer für einen selbstbewussten Mann zusammengetragen hat. Ich kenne auch die Frauen, die sich heutzutage schon fast schämen,
immer noch mit demselben Mann in einer Langzeitbeziehung zu leben und leben zu wollen.
In einer Gesellschaft, in der nahezu jede zweite Ehe auf Betreiben der Ehefrau geschieden und die Lebensform „Alleinerziehend“ immer öfter von vorn herein bewusst angestrebt wird, scheint eine Frau irgendwie anormal, die in der Gemeinsamkeit mit dem leiblichen Vater ihrer Kinder leben will. In meinem Buch „Die Frau an seiner Seite“ habe ich diese Frauen im Spiegel des Feminismus’ betrachtet und das politisch gezielte Wegrationalisieren der Familie zugunsten der Frauenerwerbsarbeit als sozialistische „Wohltat“ im Sinne von Friedrich Engels entlarvt.
Als Frau hat mich die Lektüre des Buches von Arne Hoffmann dennoch betroffen gemacht, denn die geballte Fülle der Informationen über den feministisch angeheizten Geschlechterkampf zeigt in erschreckender Klarheit, dass es hier längst schon nicht mehr um Gleichheit der Geschlechter und Gleichwertigkeit der Menschen geht.
Indem Männer durch die Verallgemeinerung von Slogans wie „Gewalt ist männlich“ gezielt zum Klassenfeind der Frauen und Kinder abgestempelt werden und die Gewalttätigkeit der Frauen verschwiegen bzw. verharmlost oder gar verleugnet wird, soll Frauen der Nimbus des ewig schwachen, hilflosen Opfers männlicher Ausbeutung aufgesetzt werden. Nur die Schwäche der Frau als Opfer rechtfertigt ja die mit Hilfe solcher Slogans praktizierte Bekämpfung eines Unterdrückers.
In Wahrheit findet durch die Negierung der von zahllosen Opfern ganz real erlebte weibliche Gewalt eine Verhöhnung eben dieser Opfer statt. Ihnen UND der gesamten Gesellschaft wird suggeriert, dass ihre Erfahrungen entweder gar nicht wahr, oder nicht so schlimm oder nicht ernst zu nehmen sind.
Erwachsene und vor allem Kinder, die von ihren Müttern misshandelt wurden und werden, werden durch die öffentliche Negierung der weiblichen Gewalt dazu verdammt, ihre Erfahrungen zu verschweigen; sie müssen ja befürchten, dass ihnen niemand glaubt oder dass es ihnen ergeht wie einem Mädchen, das ich kenne.
Dieses Mädchen war jahrelang von seiner Mutter brutal gefoltert und sexuell ausgebeutet worden. Als das Kind endlich den Mut fand, sich einer Lehrerin anzuvertrauen, lief die Maschinerie der Ermittlungsprozeduren an. Eine davon war das Erstellen eines psychologischen Gutachtens. Der Gutachter befragte das Mädchen, warum es denn nicht mehr zur Mutter sondern lieber in einem Heim leben wolle. Das Mädchen erklärte, dass es Angst vor der Mutter habe. Der Gutachter sagte darauf, ein Kind, das vor der eigenen Mutter Angst habe, müsse krank im Kopf sein. Und ein Kind, das krank im Kopf sei, müsse ins Krankenhaus, um geheilt zu werden. Ob das Mädchen das wolle? Das Mädchen wollte nicht in die psychiatrische Klinik, weil es diese nach einem Selbstmordversuch bereits kennen gelernt hatte. Nun, sagte der Gutachter, dann müsse sich das Mädchen entscheiden, ob es gesund sei und seine Mutter liebe, wie alle gesunden Kinder, und zugebe, gelogen zu haben, oder ob es seine Mutter nicht liebe und dann eben krank sei und in die Klinik müsse. Das Mädchen sagte, es habe gelogen und nahm sich eine Woche später das Leben, indem es sich mit Tabletten vergiftete, die es im Medizinschrank bei der Mutter Zuhause gefunden hatte.
Bücher wie „Sind Frauen bessere Menschen“ tragen maßgeblich zur Meinungsbildung bei. Sie informieren und klären auf. Sie regen zum Nachdenken und zum Debattieren an. Aus meiner Sicht sind sie unverzichtbar.

Lassen Sie mich zum Schluss noch anführen, dass Arne Hoffmanns Kompaktwissen des Geschlechterkriegs zwar an die neue verkaufsträchtige Lexikareihe „populärer Irrtümer“ eines Münchener Verlages erinnern mögen – tatsächlich aber ist Hoffmann ganz anders. Anders und besser, weil er nämlich bei aller Kritik an eben solchen populären Irrtümern beidäugiger hinschaut und somit wesentlich näher dran an der weltweiten Forschung über Frauen- und Männerverhalten ist. Besser auch, weil er direkter und authentischer in der gerechten Empörung und Betroffenheit des Mannes argumentiert, der sich der Anwürfe erwehrt, denen er als Mitglied der Spezies Mann immer öfter und entwürdigender ausgesetzt ist.
Nur scheinbar ist es ein Buch, das vor allem für Männer geschrieben wurde. Ich bin überzeugt, dass gerade Frauen es lesen sollten, denn es ist nicht im Sinne von klugen, lebensbejahenden und mit ihrer Weiblichkeit im Einklang lebenden Frauen, Jungen und Männer generell als die schlechtere Alternative der Schöpfung abzuwerten. Im Gegenteil, Frauen dieser Art genießen es, mit Männern zu leben und sich mit ihnen sowohl gleichwertig als auch gleichberechtigt zu wissen. Gemeinsam werden diese Frauen und Männer die leider ausgeübte Gewalt bekämpfen und dabei ohne Ansehen des Geschlechts gegen jeden Mann und jede Frau vorgehen, die sich als Täter und Täterinnen schuldig gemacht haben.
Behauptungen wie die der Hamburger Justizsenatorin Lore Peschel- Gutzeit, die mir anlässlich einer gemeinsamen Podiumsdiskussion in Berlin sagte, der Beweis dafür, dass Gewalt männlich sei, sitze in den überbelegten Männerhaftanstalten des Landes, halte ich für sogenannte „Killerphrasen“, mit denen Ernst zu nehmende Diskussionen verhindert werden oder doch verhindert werden sollen.
Arne Hoffmann hat mit seinem Buch „Sind Frauen bessere Menschen?“ einen wertvollen Diskussionsbeitrag zur echten Gleichberechtigung geleistet. Jetzt ist es an seinem Leserpublikum, Multiplikatoren seiner Arbeit zu sein. Ich wünsche ihm Glück und Erfolg dazu.

Was sagt ihr zu dem Buch?

Es ist wohl gegenwärtig nur gebraucht oder direkt über Arne erhältlich.

Definition: Maskulismus

Leszek zitiert hier Arne mit einer Definiton des Begriffs Maskulismus (im Rahmen der Beanwortung von „8 Fragen zum Maskulismus“ von Erzählmirnix, meine Antwort hier)

Maskulismus bezeichnet die Weltsicht und das Theoriegebäude der Männerrechtsbewegung. Ihr zufolge verdient auch ein Mann Zuwendung und Unterstützung, wenn er diskriminiert wird, zum Opfer wird oder aus anderen Gründen leidet. Maskulisten geht es darum, Benachteiligungen, soziale Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen in Bezug auf alle Menschen einschließlich der Männer zu erforschen, herauszufinden, was die möglicherweise vielfältigen Ursachen dafür sind, und realistische Lösungsstrategien zu entwickeln, die dann in einer gerechten Politik zur Anwendung kommen. Von der bisherigen Geschlechterpolitik nach dem Motto „Frauen und Mädchen haben Probleme, Männer und Jungen sind Probleme“ setzt sich der Maskulismus entschieden ab.

Finde ich gar nicht schlecht.

Arne Hoffmann zu starren Geschlechterrollen und Traditionalismus

Leszek stellt in einem Kommentar zunächst das Verhältnis der „Linken Männerbewegung“ zu Geschlechterrollen und einer „Rückkehr zum Traditionalismus wie folgt dar:

Die linke Männerrechtsbewegung hat überwiegend keinen Bock auf Überkompensationen, da diese in der Regel weder in psychologischer noch in politischer Hinsicht zielführend sind. Darüber hinaus akzeptiert die linke Männerrechtsbewegung im Gegensatz zu Geschlechtertraditionalisten wie Thomas Fügner einerseits oder radikalen Feministinnen andererseits aber alle selbstbestimmten männlichen Identitäts- und Lebensentwürfe, solange diese anderen Menschen nicht schaden und lehnt vereinheitlichende Leitbilder grundsätzlich ab:

Dann zitiert er Arne Hoffmann im gleichen Kommentar wie folgt:

“Als Alternative sowohl zum Traditionalismus (“Männer müssen hart sein und dürfen nicht jammern”) als auch zum Genderismus (“Männlichkeit ist eine Art Krankheit, von der die Menschen geheilt werden müssen”) fordert linke emanzipatorische Männerpolitik den Respekt vor jedem Individuum, wie es ist und sein will, solange es andere Menschen dadurch nicht schädigt. Jeder Versuch, menschlichen Individuen ein autoritäres “Du sollst” bezüglich ihrer geschlechtsbezogenen Identität in den Kopf zu setzen wird von dieser linken Männerpolitik radikal abgelehnt: die traditionalistische Botschaft: “Sei ganz Mann” ebenso wie die genderistische Botschaft “Sei so wenig männlich, wie es geht”. Beide Botschaften sind zwei Seiten derselben Medaille, da beide die geschlechtsbezogenen Identitäten von Männern und Frauen gemäß bestimmter Rollenvorgaben strukturieren wollen. Erst jenseits solcher Dogmen beginnt die Freiheit. Nur wenn man über beide Ideologien hinausgeht, hat man es mit einem wirklich emanzipatorischen Ansatz zu tun. Denn Emanzipation bedeutet, sich von den Zwängen einer fremdbestimmten Männerrolle zu befreien.”

(aus: Arne Hoffmann – Plädoyer für eine linke Männerpolitik, 3. Kapitel: Geschlechterrollen – Männer emanzipieren sich, S. 90 f.)

Ich würde ergänzen: Jeder kann so sein, wie er will (wie er ist). Niemand kann aber erwarten, dass andere das gut finden müssen oder anderes nicht attraktiver oder sympatischer. Das wäre aus meiner Sicht ein wesentlicher Unterschied zum Genderfeminismus, der darauf abstellt, dass es keine Unterschiede geben kann (solange man sich nicht „mackerisch“ verhält oder ein WHM ist).

Pick-up als moderne Männerbewegung

Maximilian Pütz, der mit Arne Hoffmann zusammen zwei neue Bücher, Das Gesetz der Eroberung und Frauen online erobern herausgebracht hat, schreibt in einem Gastartikel etwas zu Pickup als moderne Männerbewegung:

Dabei fand ich interessant

Besonders amüsiert es mich, wenn sich die Presse auf die sogenannte Push&Pull-Technik stürzt, die Pick-upper benutzen, um „Frauen gefügig zu machen“. Das finden Journalistinnen ganz schlimm und führen sie als Paradebeispiel für die Boshaftigkeit von uns Verführungskünstlern an. (Bei Push & Pull geht es darum, einer Frau erst etwas Aufmerksamkeit zu schenken, ein Kompliment zu machen (Pull), um sie nach einiger Zeit wieder von sich zu stoßen (Push), zum Beispiel durch Sich-Nicht-Melden, einer kleinen Beleidigung etcetera.)

Man mag von dieser Technik halten was man will – und ich persönlich lehre sie auch gar nicht. Nur gibt es eins sehr wesentliches Problem mit ihrer Verurteilung: Es ist eine Technik, die seit Jahrtausenden von Frauen benutzt wird, um Männer zu manipulieren.

Was ich damit sagen will, ist, dass fast jede durchschnittliche Frau auch einem Pick-up-Artist hinsichtlich manipulativer Kommunikationstechniken meilenweit überlegen ist. Frauen haben Männer immer mit großem Erfolg manipuliert, und vielleicht ist der Grund für die Hetze auf Pick-up eigentlich die Angst der Frauen, an Macht über uns zu verlieren.

vorab: Push & Pull Taktiken finde ich ehrlich gesagt, wenn man sie richtig einsetzt, ganz und gar nicht schlimm, im Gegenteil, sie schaffen etwas großartiges, nämlich sexuelle Spannung, die nicht sofort wieder abgebaut, sondern gehalten wird. Viel zu viele Männer (und auch Frauen) trauen sich nicht mehr eine sexuelle Spannung auch einfach mal zu halten, sondern bauen sie meist direkt wieder ab, indem sie zuviel pull betreiben. Einen einfachen Eindruck, wie Push Pull wirkt bietet ein Tanz wie der Tango, indem es auch ein hin und her geben kann.

Aber zum eigentlichen Inhalt: In der Tat kommen ein Großteil der Pickuptechniken auch bei Frauen im Einsatz. Frauen werden immer wieder einen Mann etwas wegstoßen, weil sie noch nicht soweit sind, sie verwenden auch ansonsten Pushtaktiken, kombiniert mit Pull, etwa ein sexy Outfit, flirten und dann plötzlich ein Shittest oder wieder Zurückhaltung. Ein Rat von Mystery war meine ich sogar, dass man sich vorstellen sollte, wie eine sehr hübsche Frau mit vielen Verehrern reagieren würden, wenn man überlegt, was ein statushohes Verhalten wäre. Ich meine auch, dass ich dazu schon mal was geschrieben habe.

Weiter schreibt Maximilian:

ich sehe Pick-up als eine neue moderne Männerbewegung, bei der es nur vordergründig um das Frauenverführen geht. Viele Männer beschäftigen sich durch Pick-up das erste Mal mit sich selbst. Mit ihren Ängsten, mit Psychologie, NLP, Kommunikationsmitteln. Sie fangen auf einmal an, Salsa zu tanzen, machen Improtheater oder lassen sich auf einmal einen neuen besseren Look verpassen, so dass aus ihnen fast neue Menschen werden.

Ich finde jede Bewegung, bei der sich Menschen treffen, um sich gegenseitig zu bestärken und zum Positiven zu entwickeln, in jedem Fall gut. Ob sie nun Pick-up, Maskulismus, Feminismus oder sonstwie heißt.

Ich meine auch, dass Pickup in vielen Fällen für Männer sehr hilfreich sein kann, einmal, weil Beziehungen zu Frauen für heterosexuelle Männer nun mal einen sehr wichtigen Teil des Lebens bilden und dann auch, weil die dortigen Grundsätze eine gewisse Emanzipation bewirken können: Wer sich bewußt macht, dass ihn Anbiedern, Getränke ausgeben etc nicht attraktiv machen, ein selbstbewußtes Leben zu führen und Herr seiner Lage zu sein aber schon, der kann insoweit einen „Red Pill“ Moment haben, in dem er erkennt, dass es sogar besser für ihn ist, Frauen nicht aufs Podest zu stellen.

Viele Männer überlassen eben Frauen zu einfach die Zügel ihres Lebens und erkennen nicht, dass sie dies gar nicht unbedingt müssen. Draus folgen dann denke ich viele der übrigen Probleme, wie der Umstand, dass man sich weniger traut gegen ungerechte Gesetze etwa im Familienrecht vorzugehen, weil man dies nicht als „Gut für Männer“, sondern als „Schlecht für Frauen“ begreift und insoweit die Wertung als Frauenfeindlich fürchtet.