39 Gedanken zu “Interview mit mir auf Cuncti

  1. @ Christian

    Sehr gut.

    Wird noch ein paar Leser mehr auf dieses Blog locken, hoffe ich.

    „Spreading the gospel!“

    Die Idee, Pick-Up mit Evolutionsbiologie und -psychologie zu kombinieren, war hervorragend.

    Es sollte sowohl im Internet als auch im realen Leben allmählich unmöglich werden, dass feminisitsche Gebestsmühlen ohne Sand im Getriebe rattern dürfen.

    An jedem Tisch muss irgendwann einer sitzen, der den Mut hat, dieser Ideologie zu widersprchen, weil er über ihre windigen Grundlagen Bescheid weiß.

    Unsere Medien werden hier erst Aufkllärung leisten, wenn die kritische Masse der Bescheidwisser groß genug ist.

    Ob das der Fall sein wird, bevor dieses System aus Wunschdenken, Lügen und Halbwahrheiten unter seinem eigenen Gewicht zusammenbricht – es trägt sich ja keine Sekunde selbst, das beibt abzuwarten – ich bin skeptisch.

    Aber nur so geht’s: Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung, wo immer und wann immer möglich.

    Irgendwann sickert die Infromation durch.

    Das in Kombination mit der renitenten Erfolglosigkeit der Frauenförderpoltik, – die Hub-und Zuggeschirre ächzen ja schon bedenklich, die nötig sind, um all die Empauerten, die immer noch nicht in der Lage sind, alleine auf’s Töpfchen zu gehen – in Position zu hieven.

    • @Alexander

      „Unsere Medien werden hier erst Aufkllärung leisten, wenn die kritische Masse der Bescheidwisser groß genug ist.“

      Da die MSM zunehmend durch das Internet
      unter Druck gesetzt werden, bringen sie
      schon heute sporadisch Beiträge aus diesem
      Bereich um interessant zu bleiben.
      So wurde vor kurzer Zeit die
      „schlagkräftige“ Beziehung zwischen
      Rhianna und Chris Brown in sog.
      seriösen Tageszeitungen thematisiert.

      Solche Vorlagen bieten eine gute
      Gelegenheit um am Tisch dem naiveren
      Teil der Männer die „hässlichen
      Wahrheiten“ ins Hirn zu Prügeln.
      Und wenn noch ein paar Schneeflocken
      dabei sind die sich winden und mit
      „Argumenten“ aus der Chicklogik
      vehement protestieren um so besser.

      Nun der Kenner und Geniesser lässt
      sich diese „hässlichen Wahrheiten“
      quasi auf der Zunge vergehen und
      er geniesst die verwunderten,
      erschreckten, und teils ungläubigen
      Gesichter die ihn umgeben.
      Und gleichzeitig weiss er, dem einen
      oder anderen beginnt es langsam zu
      dämmern.

    • „Ob das der Fall sein wird, bevor dieses System aus Wunschdenken, Lügen und Halbwahrheiten unter seinem eigenen Gewicht zusammenbricht – es trägt sich ja keine Sekunde selbst, das beibt abzuwarten – ich bin skeptisch.“

      Ob das der Fall sein wird, bevor dieses System aus Wunschdenken, Lügen und Halbwahrheiten unter seinem eigenen Gewicht zusammenbricht – es trägt sich ja keine Sekunde selbst, das beibt
      abzuwarten – ich bin skeptisch.

    • “Ob das der Fall sein wird, bevor dieses System aus Wunschdenken, Lügen und Halbwahrheiten unter seinem eigenen Gewicht zusammenbricht – es trägt sich ja keine Sekunde selbst, das beibt abzuwarten – ich bin skeptisch.”

      Gut dann halt 2 Versuch.

      Einen kompletten Systemzusammenbruch halte
      ich auch für möglich. In einem Solchen
      Szenario wird ein Teil der Männer mit
      Ressourcen, Kenntnissen, Netzwerken und
      der Entschlossenheit diese auch mit allen
      Mitteln zu verteidigen, plötzlich elementar
      wichtig für das Überleben.
      Unter solchen Umständen „vereinfachen“ sich
      gewisse Aspekte der Dynamik zwischen den
      Geschlechtern ev. recht drastisch.
      Und es ist bekannt, Frauen sind unter
      existentiellen Bedingungen sehr
      anpassungsfähig.

      Also etwa nach dem Schema:
      Du bei mir wohnen und bei mir schlafen.
      Du bei mir kochen und ich mit dir schlafen.

      Dieses Schema sieht man schon tausendfach
      in Amerikanischen Trailer-Parks.

      Und am Rande noch was für Leute die
      versuchen Probleme mit hochgestochenen
      politischen Theorien auf dialektisch
      brillantem Niveau anzugehen.

      Bei einem Totalcrasch verkommen hehre
      Prinzipien, wie z.B. Menschenrechte, von
      denen wir glauben sie
      wären in Stein gehauen, zu reinen
      Semantischen Konstrukten.

  2. Hab´s gerade gelesen und wollte es eben verlinken.

    Schönes Interview.

    Eine kurze Anmerkung zu Deinem Satz:

    „Der linke Bereich (der Männerrechtsbewegung) wird es schwer in der linken Szene haben, weil dort die Begrifflichkeiten sehr fest sind. Da müssten viele sehr umdenken. Dafür hat er den Vorteil, dass er „unverdächtiger“ ist.“

    Meiner Erfahrung nach ist das einfacher, als Du denkst.
    Ich habe bisher (bis auf wenige und seltene Ausnahmen) mit den meisten Leuten aus dem linksliberalen und dem undogmatisch-linksradikalen Spektrum überwiegend positive Erfahrungen gemacht, wenn ich versucht habe, männerrechtliche Anliegen und ihre Berechtigung zu erklären und verständlich zu machen.

    Es kommt einfach auch ein bißchen drauf an, ob man sich selbst in der Scene bewegt, diese kennt, die Diskursformen und Wertesysteme
    einschätzen kann und die Vermittlung von Informationen entsprechend ausrichten kann.

    Die echten politisch korrekten Fanatiker sind eher selten, (wiewohl natürlich nicht ohne Einfluss.) Mit solchen Leuten bin ich leider auch schonmal zusammenkracht – ist aber die Ausnahme von der Regel.

    Allerdings, bei dem ganzen Unsinn, der hier ja leider oft über Linke, über Sozialismus etc. losgelassen wurde – weit, weit entfernt, von dem meisten, was tatsächlich in den Diskursen der zeitgenössischen undogmatischen Linken aktuell präsent ist – mag es nachvollziehbar sein, dass Du dort „feste Begrifflichkeiten“ vermutest.

    Die „Begrifflichkeiten“ innerhalb der Linken sind für die Einbeziehung männerrechtlicher Anliegen m.E. allerdings bestens geeignet. Das Projekt männerrechtliche Anliegen in die Linke einzubringen, war nur bisher m.E. nicht mit gleicher Konsequenz vorgenommen worden, wie auf konservativer Seite.
    Es gibt die guten und wichtigen Bücher von Warren Farrell und Arne Hoffmann und den Equity-Feministinnen, aber es ist bislang nicht ausreichend versucht worden, diese mit den wichtigsten Ansätzen linker Theorie konkret in Beziehung zu setzen. Die linksmaskulistische Theoriearbeit ist zu stark vernachlässigt worden, die ideologische Hegemonie ist dadurch den Konservativen überlassen worden. Das wird sich nun hoffentlich bald ändern, wo der linke Flügel der Männerrechtsbewegung sich endlich als eigene Strömung konstituiert hat.

    • @Leszek

      „Meiner Erfahrung nach ist das einfacher, als Du denkst.
      Ich habe bisher (bis auf wenige und seltene Ausnahmen) mit den meisten Leuten aus dem linksliberalen und dem undogmatisch-linksradikalen Spektrum überwiegend positive Erfahrungen gemacht, wenn ich versucht habe, männerrechtliche Anliegen und ihre Berechtigung zu erklären und verständlich zu machen.“

      Das stimmt ja positiv. Das ich in dem Bereich mit meiner eher biologischen Ansicht anecke ist ja zu erwarten, aber gerade im „Geschlechterthemenbereich“ scheint mir einiges an Dogma vorhanden zu sein und das ist eher feministisch besetzt.
      Waren diese Linken denn im Geschlechterthema drin oder hatten die andere Schwerpunkte?

      „Das wird sich nun hoffentlich bald ändern, wo der linke Flügel der Männerrechtsbewegung sich endlich als eigene Strömung konstituiert hat.“

      Ja, er scheint im kommen zu sein.
      In welche Richtung wird denn die Theorie deiner Meinung nach gehen und welche Theorien werden in Richtung der Männerrechtsbewegung ausgeweitet werden?

      • @ Christian

        „Waren diese Linken denn im Geschlechterthema drin oder hatten die andere Schwerpunkte?“

        Teils, teils. Die Gender-Ideologie ist in Teilen der Linken nur deshalb so angesehen, weil sie ein fortschrittliches, emanzipatorisches Image hat. Wirklich dran glauben, dass es überhaupt keine biologischen Einflüsse auf durchschnittliche Geschlechtsunterschiede gibt, tun die wenigsten – jedenfalls nicht im persönlichen Gespräch.

        Du erinnerst Dich vielleicht an den Kommentar zu Deiner Diskussion mit Heinz Jürgen Voss, den ich mal verfasst hatte und in dem ich versucht hatte, aus einer radikal emanzipatorischen Perspektive eine Kritik an der Gender-Theorie und insbesondere ihrem Einfluss auf die Pädagogik zu formulieren:

        (3. Leszek-Kommentar auf dieser Seite)

        https://allesevolution.wordpress.com/2011/10/18/mannliche-und-weibliche-hormone/

        Also, wenn ich das anderen Linken so ähnlich erkläre, stoße ich nicht selten auf Interesse und positive Resonanz. Es muss halt deutlich werden, dass es bei einer linken Kritik an der Gender Theorie nicht darum geht, die Leute wieder in traditionelle Geschlechterrollen hineinzuzwängen – sondern dass man wirklich am menschlichen Individuum und seiner Freiheit orientiert ist.

        „In welche Richtung wird denn die Theorie deiner Meinung nach gehen und welche Theorien werden in Richtung der Männerrechtsbewegung ausgeweitet werden?“

        Auf Genderama wurde ja erwähnt, dass Wolfgang Wenger an einem Manifest für den linken Flügel der Männerrechtsbewegung arbeitet:

        http://genderama.blogspot.de/2012/03/wolfgang-wenger-der-linke-maskulismus.html

        Da bin ich auch mal gespannt.

        Ich persönlich sehe es eigentlich für die meisten Hauptströmungen innerhalb der Linken nicht als besonders schwer an, schlüssige Verknüpfungen zwischen ihren theoretischen Grundlagen und berechtigten männerrechtlichen Anliegen herzustellen – ob nun linksliberal, marxistisch, anarchistisch, poststrukturalistisch – ist m.E. alles mit einem linken Maskulismus potentiell gut kompatibel.

        Du hast ja auch selbst einige linke Kommentatoren, die hin und wieder Beiträge dazu verfasst haben.

      • @Leszek

        „Die Gender-Ideologie ist in Teilen der Linken nur deshalb so angesehen, weil sie ein fortschrittliches, emanzipatorisches Image hat. „

        Das ist aber nun auch wieder nicht ganz zufällig. Die Gender-Ideologie hat natürlich auch deshalb ein solches Image, weil sie die „Formbarkeit“ des Menschen – hier: der Geschlechtlichkeit des Menschen – verspricht. Sogar die beliebige Formbarkeit. Und das fällt natürlich in einem „linken“ bzw. „emanzipatorischen“ Denkspektrum erst einmal auf positive Resonanz.

        „Befreiung“ ist ja das Thema: Befreiung von Zwang, Unterdrückung, Einengung, irrationalen Vorgagen usw. usf.
        Und dazu braucht man die Botschaft: „Es ist anders möglich. Es muss nicht so sein, wie es gerade ist. Die Dinge SIND veränderbar. Sie sind formbar. WIR können sie formen.“ Dies MUSS Kernbotschaft jeglicher „emanzipatorischen“ Bewegung sein, sonst ist sie keine.

        „Wirklich dran glauben, dass es überhaupt keine biologischen Einflüsse auf durchschnittliche Geschlechtsunterschiede gibt, tun die wenigsten – jedenfalls nicht im persönlichen Gespräch. “
        Das ist dann ja ein wenig so, wie im protestantischen Christentum. Öffentlich wird gesagt: Ja, die Selbstvervollkommnung des Christenmenschen ist möglich. Er muss nur GENÜGEND seinen eigenen Sünden erkennen, bekennen, sich läutern. Und Schritt für Schritt wird man immer sündefreier. Nur privat sagt jeder: Ich kriege das nicht hin. Auch die Funktionäre sagen das – privat, versteht sich.

        „Es muss halt deutlich werden, dass es bei einer linken Kritik an der Gender Theorie nicht darum geht, die Leute wieder in traditionelle Geschlechterrollen hineinzuzwängen“
        Gut, aber aus einer freiheitlichen Perspektive heraus wäre natürlich auch zu fragen: Muss man Menschen UNBEDINGT aus einer Geschlechterrolle herausZWÄNGEN. Auch aus einer, die sie vielleicht selber eben aktiv so anstreben. Die ihnen gefällt. Die ihnen attraktiv vorkommt.

        Also: „Darf“ ein Paar sich entscheiden für eine „klassische“ Rollenverteilung? Weil beide Teile sich in der jeweiligen Rolle wohler fühlen? Ohne, dass die Nase gerümpft wird? Das wäre für mich der Lakmustest.

        „Ich persönlich sehe es eigentlich für die meisten Hauptströmungen innerhalb der Linken nicht als besonders schwer an … „
        Kommt sicherlich darauf an, was man nun unter „links“ subsummieren möchte. Kernfrage: Sind z.B. die Grünen noch „links“? Gehören sie noch zum „linken“ Spektrum. Wenn ja: Dort wirst du es nicht leicht haben. Da gehört die Überzeugung, dass Frauen prinzipiell benachteiligt sind und Männer privilegiert sind, zum geistigen Grundinventar. Das kann man nicht einfach so diskutieren, sich weg-relativieren lassen.

        Bei der „klassischen“ Linken – und damit meine ich nicht die Partei „Die Linke“ – ist es anders. Da denkt man in ökonomischen Kategorien und daraus abgeleiteten Klassenwidersprüchen. Und da wurde ja immer schon die „Geschlechterfrage“ als Nebenwiderspruch gesehen, nicht als Hauptwiderspruch. Und man ist dann in der 68er-Bewegung in deren Spätphase und den nachrollenden Wellen heftig dafür abgewatscht worden. So heftig, dass selbst die DKP sich hier opportunistisch anpassen musste …

        Außerdem ist diese „klassische“ Linke, die auf Klassenanalyse und Klassenkampf, auf das Proletariat als revolutionäres Subjekt usw. usf. setzt, nun aus bekannten Gründen auf absehbare Zeit diskreditiert.
        Aber nur hier würde ich es vollständig so sehen, dass Feminismuskritik „leicht“ vereinbar ist mit dem politischen Programm. Da braucht man nur „Nebenwiderspruch“ sagen bzw. sagen, die Kapitalistengattin ist natürlich KEIN Mitglied einer unterdrückten Klasse – und der Käse ist gegessen, allgemeine Zustimmung sicher.

        Aber abseits davon? Frauen als generell unterdrückte, benachteiligte, eingeschrännkte Wesen, die man dementsprechend fördern, ermutigen, empowern, bevorzugen, beschützen usw. muss – dass ist schon ein genuiner Topic zumindest der „Alternativbewegung“ mit den Wurzeln in den 70ern. Und da geht ein Stück Identität verloren, wenn du denen das wegnehmen willst.

        Jetzt kann man sich darüber streiten, ob die noch links sind oder es je waren. Aber „leicht“ wirst du es in dem Spektrum nicht haben, wenn du Männeranliegen thematisieren willst.
        Schau dir an, wie Männerthemen wie Benachteiligungen im Familienrecht, Sorgerechtsfragen bei Trennungen usw., wo es ganz offensichtliche Benachteiligungen von Männern gibt, in der TAZ verartikelt werden. Dann weißt du, wie „leicht“ das in dem Spektrum ist.

        Zwar sind die alle für „Emanzipation“ – nur nicht für die Emanzipation des Mannes vom Stereotyp des PRINZIPIELLEN Gewalttäters, Vergewaltigers, Kindervernachlässigers, Kinderschänders usw. usf.
        SO WAR das dann mit der Emanzipation doch nicht gedacht. Dass der Feind sich von seiner Feindesrolle emanzipiert. Das wäre EMPÖREND. Wo kämen wir denn da hin?

      • @ Virtual-cd

        „Also: “Darf” ein Paar sich entscheiden für eine “klassische” Rollenverteilung? Weil beide Teile sich in der jeweiligen Rolle wohler fühlen? Ohne, dass die Nase gerümpft wird? Das wäre für mich der Lakmustest.“

        Dazu hatte ich kürzlich was geschrieben.
        Ich zitiere mal aus einem früheren Kommentar von mir:

        „Es geht mir auch nicht darum, dass Paare keine klassische Rollenaufteilung hinsichtlich ihrer Lebensgestaltung praktizieren dürften. Die Leute sollen frei sein, zu tun was sie wollen. Solange sie gleichberechtigt zusammenleben und mit einer klassischen Rollenaufteilung (Mann – Ernährer, Frau – Hausfrau und Mutter) glücklich sind, ist nichts dagegen einzuwenden. (Für Paare, die so leben wollen, ist es nur zunehmend schwerer, weil viele es sich nicht mehr leisten können.)

        Umgekehrt müssen Männer und Frauen aber auch die volle Freiheit besitzen, jedes andere Modell zu wählen, wenn ihnen dies besser gefällt.

        Ein stark traditionalistisches kulturelles Leitbild zwingt Männer in die Ernährerrolle und Frauen in die Hausfrauen- und Mutterrolle – ob sie wollen oder nicht.

        Der Genderismus als Leitbild zielt u.a. darauf ab, beide möglichst auf den Arbeitsmarkt zu werfen, um dadurch die industrielle Reservearmee zu vergrößern, Lohnsenkungen möglich zu machen und auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben – wiederum, ob Männer und Frauen wollen oder nicht.

        Beides geht letztendlich auf Kosten der Wahlfreiheit. Die Wahlfreiheit ist für mich das Entscheidende.

        Wofür sich männliche und weibliche Individuen entscheiden ist allein ihre Sache.
        Sie sollen nur nicht durch kulturelle, ökonomische und gesellschaftliche Zwänge in ihrer Wahlfreiheit eingeschränkt werden.

        Und da sind die traditionellen Geschlechterrollen als Leitbild von Erziehung und Sozialisation eben nicht besser als die genderistische Umerziehung, denn beides hat nichts mit den Individuen und ihren wirklichen individuellen Wünschen und Anliegen zu tun.“

        Das wird übrigens auch von manchen vernünftigen, nicht-misandrischen Feministinnen nicht anders gesehen. Es gibt einige Eqity-Feministinnen, Individual-Feministinnen und Anarcha-Feministinnen, die in ähnlicher Weise die Wahlfreiheit in dieser Hinsicht betont haben.

        Es ist eben diese Betonung der Wahlfreiheit, die wiederum mit der Strukturlogik eines linken Weltbildes kompatibel ist.

        Bezüglich der Hauptwiderspruch/Nebenwiderspruchsthematik wäre noch anzumerken, dass es in vielen freiheitlich-sozialistischen Strömungen gerade die Ablehnung einer Hauptwiderspruch/Nebenwiderspruchs-Konzeption ist, die eine Einbeziehung männerrechtlicher Anliegen ermöglichen kann:

        Wenn Frauenrechte kein Nebenwiderspruch sind, dann dürfen es Männerrechte eben auch nicht sein. Daran lässt sich anknüpfen.

        Trotz aller potentieller Widerstände, die Du berechtigt hervorhebst, haben Männerrechtsthemen innerhalb der Linken m.E. überhaupt erst eine Chance sich breiter zu etablieren, wenn man sie zu den theoretischen Grundlagen der Hauptströmungen linken Denkens in Beziehung setzt.
        Und das ist m.E. gar nicht so schwer, ist halt nur leider zu lange vernachlässigt worden.

        Mein Wunsch wäre, dass in einigen Jahren in jeder Uni-Bibliothek Bücher verfügbar wären zu Themen wie „Männliche Benachteiligungen in intersektionaler Perspektive“ oder „Die Konstruktion negativer Männerbilder im Radikalfeminismus“ oder „Die Dekonstruktion des Mythos der hegemonialen Männlichkeit“ (oder ähnliches). 🙂

        Wäre dies erreicht, wäre der linke Maskulismus akademisch etabliert.

      • Das Problem der heutigen Linken ist (aus meiner Sicht) die Abwendung vom Denken der Aufklärung und damit auch von der Wissenschaft. Spätestens mit dem Aufstieg des Marxismus zur führenden linken Theorie etablierte sich die Wissenschaftsfeindlichkeit, die in Wissenschaft in erster Linie ein Werkzeug des Kapitalismus sieht, was zunächst ja auch nicht unplausibel war, denn der moderne Kapitalismus hängt natürlich stark von der Anwendung wissenschaftlicher Ergebnisse ab.

        Dass das Denken der radikalen Aufklärung (das materialistisch in einem nichtmarxistischen Sinn und naturalistisch schon im 18. Jahrhundert war) eigene emanzipatorische Perspektiven bietet, geriet fast vollständig aus dem Blick. Vorherrschend wurde hingegen die „Dialektik der Aufklärung“, die eine innere Verbindung von Aufklärung, Kapitalismus und Faschismus unterstellt (ohne sie plausibel machen zu können; aus meiner Sicht ein ganz übles Machwerk).

        Gleiches gilt natürlich auch für Darwin, in dem man eigentlich nur den Vater des Sozialdarwinismus zu sehen vermag.

        Die Rezeption des wissenschaftlichenDenkens durch die Linke steht großenteils noch aus.

        Einen Anfang mach Peter Singer: http://en.wikipedia.org/wiki/A_Darwinian_Left

      • Wofür sich männliche und weibliche Individuen entscheiden ist allein ihre Sache.
        Sie sollen nur nicht durch kulturelle, ökonomische und gesellschaftliche Zwänge in ihrer Wahlfreiheit eingeschränkt werden.

        das ist ein bisschen naiv gedacht. wenn es einen bequemen und einen unbequemen weg gibt, werden die meisten menschen den bequemen weg wählen und damit normen schaffen. wenn es keine ökonomischen zwänge (sprich: anreize) geben soll, muss der staat alle finanzieren, frauen wie männer, die keiner erwerbsarbeit nachgehen wollen. nun kannst du dir mal sebst überlegen, wer unter solchen paradiesischen bedingungen noch arbeiten würde.

        btw gibts gar kein entscheidung, die frei von kulturellen, gesellschaftlichen oder ökonomischen einflüssen getroffen werden kann. selbst wer genug geld hat, unterliegt anderen einflüsse und ist nie ganz frei in seinen entscheidungen.

      • Linkssein und Antifeminismus sind hervorragend vereinbar. Antifeminismus ist eine notwendige Bedingung fürs Linkssein. Denn Linke befürworten die Emanzipation aller Menschen, mithin auch der Männer, von Ausbeutung und Unterdrückung. Dazu passt es nicht, dass sich eine Gruppe Privilegien sichern will und das sexistisch begründet.

        Wie virtual-cd schon schrieb, ist die Frauenfrage bei „klassischen“ Linken, d.h. orthodoxen Marxisten wie etwa der Gruppe um den GegenStandpunkt, als Nebenwiderspruch verpönt. Frauen sind ja rechtlich seit ca. 50 Jahren gleichgestellt. Trotzdem vorhandene Ungleichheiten sind Resultat der Gleichbehandlung. Z.B. bekommen Frauen weniger Lohn, weil sie genauso wie Männer behandelt werden, sie leisten halt einfach weniger. Dieser Umstand spricht für eine Abschaffung des Lohnsystems und der Zuteilung von Gütern nach Bedürfnissen. Bei diesen Linken rennt man also mit einem Antifeminismus offene Türen ein. Dasselbe gilt für libertäre Marxisten wie mich, die wissenschaftliche Resultate (auch aus der Evolutionsbiologie) anerkennen und maximale persönliche Freiheit fordern.

        Kein Gehör wird man bei Leuten um die Partei „Die Linke“ finden, da es sich bei ihr nicht um Linke, sondern um Sozialdemokraten handelt, die eine staatliche Umverteilung der Früchte der Ausbeutung – und damit die Fortsetzung der Ausbeutung – anstreben. In ihren Initiativen zur Frauenquote wird deutlich, dass eine Gleichstellung der Frau, die systematische Bevorzugung von Menschen aufgrund des Geschlechts, erzwungen werden soll.

      • Das Problem der heutigen Linken ist (aus meiner Sicht) die Abwendung vom Denken der Aufklärung und damit auch von der Wissenschaft.

        Die zeitgenössische Linke ist vor allem durch die Geisteswissenschaften und einem ausgeprägten Misstrauen gegenüber technisch-naturwissenschaftlichen Innovationen geprägt. Die Ökologiebewegung, die so eben mal zur Linken gezählt wird, ist in ihrem Wesen eine konservative, manchmal gar eine reaktionäre Bewegung, die sich oft reflexartig gegen technische Innovationen stellt. Sie wollen lediglich den Menschen verändern, die Umwelt aber vor menschlichem Einfluss so wiet wie möglich bewahren.

        Dieser Befund trifft aber mit Sicherheit nicht auf die Marxisten/Bolschewisten Russlands zu, die im Gegenteil die Erkenntnisse der Naturwissenschaften in ihre ideologisch gefärbten Geisteswissenschaften einzuflechten versuchten. Da wurde Darwin nicht abgelehnt, sondern als wissenschaftliche Widerlegung des christlichen Schöpfungsmythos gedeutet.

        Technische Innovationen wurden als „Errungenschaften des Sozialismus“ gefeiert, eine Beschränkung des industriellen Aufbaus wegen möglicher negativer Effekte wie der Schädigung der Umwelt, solche Gedanken waren den Bolschewisten fremd. Die hatten ein völlig unverkrampftes Verhältnis zu technisch-naturwissenschaftlichen Innovationen. Schon eher wäre den Marxisten Russlands anzulasten, dass sie technische Innovationen völlig unkritisch feierten, ohne mögliche negative Effekte überhaupt in Betracht zu ziehen.

        Die Geisteswissenschaften waren dazu da, den Sozialismus ideologisch zu stützen und ihn als wissenschaftlich abgesichert darzustellen.
        Wenn von Wissenschaft die Rede ist, dann sollte scharf zwischen Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften unterschieden werden. Letztere sind oft stark politisch gefärbt, ihre Ergebnisse oft politisch motiviert. Die Geisteswissenschaften, insbesondere mit ihren konstruktivistischen Ansätzen, wollen etwas erreichen und sind daher oft vielmehr politisches Programm als Wissenschaft. Es soll nicht erklärt, sondern gestaltet werden.

      • @Peter:

        „Dieser Befund trifft aber mit Sicherheit nicht auf die Marxisten/Bolschewisten Russlands zu, die im Gegenteil die Erkenntnisse der Naturwissenschaften in ihre ideologisch gefärbten Geisteswissenschaften einzuflechten versuchten. Da wurde Darwin nicht abgelehnt, sondern als wissenschaftliche Widerlegung des christlichen Schöpfungsmythos gedeutet.“

        Eben, der Darwinismus wird nur als Alternative zum christlichen Schöpfungsmythos rezipiert und andere Aspekte werden von den Marxisten übergangen.

        Ich glaube kaum, dass Darwin vorgeschlagen hätte, den Lauf eines Flusses umzulenken um die Wüste zu bewässern und nutzbar zu machen, wie es die russischen Kommunisten getan haben (um damit eine ökologische Katastrophe herbei zu führen).

        Naturwissenschaft ist ja gekennzeichnet durch eine gewisse Neutralität in ihrem herangehen an die Realität, während Marxismus genau das Gegenteil befürwortet und verlangt, die Erkenntnis dem „Standpunkt des Proletariats“ unterzuordnen, was dann letzten Endes zu Erscheinungen wie dem Biologen Lyssenko führt.

      • @Zhen:

        Klar, ich bin ein klassischer Sozialdemokrat und sehe mich gleichwohl als Linker, anders als du unterstellst.

        Problem ist eben, dass die „Zuteilung von Gütern nach Bedürfnissen“ nicht funktionert wie die Erfahrung vielfach gezeigt hat. Die Kommunikation zwischen Konsumenten und Produzenten funktionert über den Markt offenbar besser als per Ordre de Mufti einer Staatbürokratie.

        „Ausbeutung“ kann man vielleicht effektiver über Steuer- und Sozialpolitik bekampfen als durch egwaltsamen (und damit kaum steuerbaren) Umsturz politische Verhältnisse.

      • @El_Mocho

        Naturwissenschaft ist ja gekennzeichnet durch eine gewisse Neutralität in ihrem herangehen an die Realität, während Marxismus genau das Gegenteil befürwortet und verlangt, die Erkenntnis dem „Standpunkt des Proletariats“ unterzuordnen, was dann letzten Endes zu Erscheinungen wie dem Biologen Lyssenko führt.

        Bei Lyssenko lag ja gerade keine Wissenschaft vor. Insofern ist das kein Beispiel für den Umgang der Marxisten mit Wissenschaft. Da hast du m.E. etwas missverstanden. Marxisten wollen sich die Wissenschaft für die Interessen des Proletariats zu Nutze machen wie sie sich die Kapitalisten heute für ihre Interessen zu nutze machen. Das ist gemeint mit dem „Standpunkt des Proletariats“. Wissenschaft soll nicht mehr der Optimierung der Ausbeutung dienen, sondern die Reichtumsproduktion für alle befördern. Wissenschaft ist zwar neutral, aber eben auch für viele Zwecke anwendbar. Heute ist sie den Interessen des Kapitals untergeordnet. Künftig soll sie den Interessen der Mehrheit, d.h. des Proletariats, untergeordnet sein, was nichts an ihrer Neutralität ändert.

      • Problem ist eben, dass die “Zuteilung von Gütern nach Bedürfnissen” nicht funktionert wie die Erfahrung vielfach gezeigt hat.

        Die Erfahrung zeigt mir eher, dass der Kapitalismus, und damit erst recht die „soziale“ Marktwirtschaft, nicht funktioniert. Nach fünf Jahren Dauerkrise ist das eigentlich jedem klar. Dass du als „Linker“ es anders siehst, überrascht mich. Sogar manche akademische Ideologen des Systems, sog. Ökonomen, merken inzwischen, dass sie ihr Leben lang aufs falsche Pferd gesetzt haben, und plädieren für eine Abschaffung des Kapitalismus.

        Die Kommunikation zwischen Konsumenten und Produzenten funktionert über den Markt offenbar besser als per Ordre de Mufti einer Staatbürokratie.

        Du machst da eine falsche Opposition auf. Erstens geht es nicht um Kommunikation zwischen Produzenten und Konsumenten, zumal erstere eine Teilmenge der letzteren sind. (Also sollen die Leute mit sich selbst telefonieren, oder was ist mit Kommunikation gemeint?) Die effiziente Bedürfnisbefriedigung sollte das Ziel sein. Offensichtlich ist sie das im derzeitigen System nicht. Zweitens habe ich mich nie für eine Staatsbürokratie ausgesprochen. Im Gegenteil, der Staat muss bekämpft werden.

    • @ Leszek

      „Die echten politisch korrekten Fanatiker sind eher selten, (wiewohl natürlich nicht ohne Einfluss.) Mit solchen Leuten bin ich leider auch schonmal zusammenkracht – ist aber die Ausnahme von der Regel. “

      Magst du mal beispielhaft erzählen, was da abgelaufen ist? Würde mich sehr interessieren. 🙂

      @ Christian und general public

      Schönes Interview.

      • @ ichichich

        Würde ich gerne, geht aber leider nicht. Warum, kannst Du Dir vermutlich denken.

        Wie ist es denn in Deinem persönlichen Umfeld? Würdest Du mir zustimmen, dass politisch korrekte Fanatiker eher die Ausnahme sind oder triffst Du häufiger als ich auf solche Leute?

      • @ Leszek

        Schade, ich meinte natürlich nicht, es so zu beschreiben, dass man die Situation wiedererkannt (von wegen „Feind liest mit“). Vielleicht ist das auch schlecht möglich. 😦

        Ob PC-Fanatiker die Ausnahme sind – ich denke schon. Einen Gender-PC-Fanatiker habe ich noch nicht von Angesicht zu Angesicht konfrontiert, daher mein Interesse. Einmal vielleicht, wenn ich mich recht entsinne (hat aber nicht viel mit PC zu tun): Da hat jemand von der Lohndiskriminierung geredet, worauf ich geantwortet habe, dass kein Kapitalist einem Mann freiwillig mehr zahlen würde für eine gleichwerte Arbeitskraft. Darauf die Antwort: Und dass eben doch so sei, sei ein Beweis für die Diskriminierung von Frauen. Ich habe dann versucht, meine Position durch einige Fakten zu untermauern (z.B. Tarifverträge in den meisten Bereichen, Lohnunterschiede durch mehr Überstunden, höhere formale Qualifikation etc.), worauf der andere etwas aufbrausend wurde und das Gespräch dann zu Ende war. Das war eigentlich alles.

        Im allgemeinen würde ich deine Aussagen unterstreichen, dass man im linken Bereich durchaus auf offene Ohren stoßen kann. Oft sind Frauen auch offener, neugieriger als Männer bei Themen wie Gewalt gegen Männer etc.

      • Das größere Problem als im Diskurs ist, dass ich auf Demos häufig für einen Zivilpolizisten gehalten werde. Hat aber auch Vorteile, einmal hat mich ein BFE-Typ aus dem Kessel herausgezogen, bevor dieser mit Schlagstöcken bearbeitet wurde :-D.

      • Alles klar, dann achte ich bei den nächsten Demos mal drauf, wer aussieht wie ein Zivilpolizist oder wer vorher aus dem Kessel gezogen wird – das könntest dann ja Du sein. 🙂

        Ich muss leider immer im Kessel bleiben. Bisher habe ich dort aber noch keinen Polizeiknüppel abbekommen, nur einmal auf der Marschroute als die Strasse enger wurde und sich ein Polizist durch wahlloses Knüppeln Platz verschaffte. Hatte wohl Klaustrophobie.

      • @ Leszek

        „wer aussieht wie ein Zivilpolizist oder wer vorher aus dem Kessel gezogen wird – das könntest dann ja Du sein.“

        Könnte aber auch ein Zivilpolizist sein. 😉

  3. Sehr angenehmes Interview. Ich bin zwar nicht mit allen Details einverstanden – wir können nämlich doch wollen was wir wollen – aber die Tendenz ist exzellent.

    Bei einem Absatz hätte ich eine Frage:

    „Zudem ist die Akzeptanz von Männlichkeit – bei aller Akzeptanz anderen Verhaltens – meiner Meinung nach auch wichtig. In der Geschlechterdebatte wird leider vieles, was Männer gern machen, abgewertet und als Stütze des Patriarchats, hegemoniale Männlichkeit oder Phallokratie betrachtet. Alles Weibliche hingegen wird aufgewertet. Es ist aber nicht verwerflich, z. B. ein männliches Verhältnis zu Sex zu haben. Und weibliche Vorstellungen von Sex sind auch nicht besser oder reiner. Da liegt meiner Meinung nach einiges im Argen.“

    Kennst Du das Buch von Christoph Kucklick „Das Unmoralische Geschlecht“? Sehr interessant, weil er nämlich zeigt, welchen gewaltigen historischen Vorlauf diese moralische Abwertung von Männlichkeit hatte.

    • Sehr interessant, weil er nämlich zeigt, welchen gewaltigen historischen Vorlauf diese moralische Abwertung von Männlichkeit hatte.

      Ich habs ja fast geahnt 😉

      Klingt tatsächlich sehr interessant, danke für den Tip.

      • Ja, das Buch ist wirklich sehr interessant… Kucklick beleuchtet die Abwertung von Männlichkeit vor allem zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit Hilfe eines soziologisch-systemtheoretischen Modells (nach Niklas Luhmann). Darüber kann man sich sicher streiten, aber die historischen Fakten sind unabhängig davon faszinierend, weil er eine Reihe von heute völlig unbekannten Schriften aus der Zeit um 1800 herum verarbeitet hat.

        Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens auch schon Jean-Jacques Rousseau… den Kucklick meines Wissens nicht wirklich ausführlich bespricht, weil er noch früher geschrieben hat. Zu Rousseaus Verhältnis zur Weiblichkeit gibt es hier einen sehr interessanten Artikel, für alle, die einen Universitätszugang haben:

        http://ptx.sagepub.com/content/37/4/482.abstract?rss=1

        Bei dem Artikel ist allerdings zu beachten, dass der Autor des Artikels ein Trotzkist ist. Das heißt in Kürze, er hält Rousseau für einen Reaktionär, der das Patriarchat verteidigen wollte. Ich sehe das etwas anders. Was interessant ist, ist dass schon Rousseau in der Widmung zum „Diskurs über den Ursprung und die Fundamente der Ungleichheit unter den Menschen“ von 1755 – wenn auch ironisch – das weibliche Geschlecht als moralisch überlegen, und übrigens auch als das vernunftbegabte Geschlecht lobt (im Gegensatz zu seinem Zeitgenossen Denis Diderot beispielsweise, der Frauen für nicht sehr vernunftbegabt hielt). Das heißt, dass dieser moralische Diskurs zu Rousseaus Zeiten in Teilen schon existiert haben muss.

  4. Zwei Anmerkungen von mir zu deinem Interview:
    1) Du findest, dass viele Männerrechtler zu aggressiv vorgehen? Ich bin ganz und gar gegenteiliger Ansicht. Die allermeisten Männerrechtler gehen überhaupt nicht aggressiv vor. Sie gehen gar nicht vor. Sie fühlen sich ganz toll, weil sie am abend ein paar Zeilen in ein paar Foren hinterlassen haben. Sie messen ihre Größe an der Zahl der Schimpfwörter, die sie dabei benutzt haben. Dann warten sie auf den Applaus der ihnen geistig auf demselben Niveau gegenüberstehenden. Die sind natürlich begeistert, weil sie selbst auch nicht mehr zustandegebracht haben und dann schlecht sagen können: das war ein Sch… was du da vollbracht hast.
    Unter aggressivem Vorgehen verstehe ich tatkräftig etwas leisten, was andere anerkennen können oder was einfach richtig ist und getan werden muss. Hartnäckig vorgehen und nicht locker lassen. Sein Ziel verfolgen. Bei Niederlagen nicht aufgeben. Am Ball bleiben. Neue Wege suchen, wenn alte sich als zu schwach erwiesen haben…
    Das fehlt komplett! Es gibt zuwenige aggressive Männerrechtler. Die meisten sind Luschen, die bei Bier und Nüßchen abends Kommentare abgeben, die vielen so peinlich sind, dass sie nicht zitiert werden können außer von ähnlichen Tieffliegern. Die sind nicht aggressiv, die sind nur schlecht erzogen und haben schlechte Manieren.
    2) Du schätzt IMO einen linken Maskulismus falsch ein. Es geht nicht darum, bei den Linken Eindruck zu gewinnen. Ich bin Maskulist und Linker und versuche auf MEINEM Wege für Männer und Jungen zu arbeiten. Ob das bei wem auch immer gut ankommt kann ich nicht sagen. Ich tue, was ich tun muss und mit den Mitteln und Möglichkeiten, die ich habe. Auf Erfolg hoffe und warte ich nicht und wer immer das aufgreift, was mir wichtig ist, ist mein Partner – egal, ob er links oder rechts steht und mit welchen Mitteln ER dann weiterkämpft. Und er kann dann gerne mit seinen RECHTEN Mitteln weiterkämpfen.

  5. „Die sind nicht aggressiv, die sind nur schlecht erzogen und haben schlechte Manieren.“

    🙂

    „Du schätzt IMO einen linken Maskulismus falsch ein. Es geht nicht darum, bei den Linken Eindruck zu gewinnen.“

    Ich denke, es kann verschiedene linksmaskulistische Ansätze geben.
    Mir persönlich ist es schon wichtig, der Exklusion berechtigter männerrechtlicher Anliegen in der Linken entgegenzuwirken. Sowohl aus persönlichen wie aus allgemeinen Überlegungen heraus, halte ich es für wichtig, dass der Maskulismus auch eine bessere Verankerung in der Linken bekommt.

    Aber diesbezüglich gibt es sicherlich keinen Anlass für Grundsatzdiskussionen. Verschiedene Standpunkte und Ansätze zu solchen Fragen sind völlig normal und können problemlos nebeneinander existieren.

    • @Leszek

      Sowohl aus persönlichen wie aus allgemeinen Überlegungen heraus, halte ich es für wichtig, dass der Maskulismus auch eine bessere Verankerung in der Linken bekommt.

      Dürfte ja nicht gerade leicht werden
      da der Maskulismus von den Femi…
      und ihren Helfern in die rechte Ecke
      gedrängt wird um ihn zu diskreditieren.

    • Ja, da brauche ich nicht zu widersprechen. Nur mein Augenmerk lege ich nicht darauf, ob sich maskulistische Ideen der politischen Linken nahebringen lassen. Ich denke, das wird automatisch erfolgen, wenn die Linke begreift, dass die Männer diesesmal die Unterlegenen sind. Männer haben halt leider nicht diesen Opferbonus, aber moderne Ideen werden immer von noch moderneren eingeholt. Daher sind die Linken immer der „Feind“ der Linken, weil sie sich immer von innen heraus erneuern. Auch der Kommunismus wurde vom Kommunismus abgeschafft (bzw. von den Linken)

      • @Wolfgang

        Ehrlicherweise muss man sagen,
        die existierenden politischen
        und sozialen Theorien sind nicht
        in der Lage die zugrunde liegenden
        Realitäten vernünftig abzubilden.
        Einzelne Auswüchse wie die massive
        Benachteiligung der Jungen in der
        Schule und die extreme Diskriminierung
        der Väter in Familien Angelegenheiten,
        sind mittlerweile extrem krass.
        Dadurch wird ein gemeinsames Vorgehen
        von vernünftigen Menschen über ein
        breiteres politisches Spektrum möglich.

      • Ich rede in dem Zusammenhang, wenn ich von „linken Maskulisten“ spreche nicht von einer bestimmten Personengruppe, sondern von einer bestimmten Herangehensweise. Wie Bönt in einem Interview kürzlich sagte: viele Feministinnen sind es nicht gewöhnt, wenn sie plötzlich „von links“ angegriffen werden. Ihre Kanonen gehen in die andere Richtung und sind nicht in Stellung gebracht. Ihre gewohnte Antwort: „ihr wollt uns doch nur hinter den Herd zurück“ verpsfft ins Leere, wenn ich antworte: „nein, ich möchte, dass ihr endlich in die Gänge kommt und euch mehr anstrengt, anstattt nach mehr Teilzeitstellen und noch mehr Förderung zu schreien.“

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