Männer wie Tiere, die man wegschaffen muß – feministische Terror -Gruppen bei Edition F

Edition F hat ein interessantes Interview mit  Mirna Funk geführt. Ein Auszug (leider nur noch aus dem Archiv):

Mirna Funk: „Die alten weißen Männer bäumen sich noch mal auf – wie Tiere kurz vorm Tod“

(…)

Warum gehen die Themen Weiblichkeit und Zukunft für dich Hand in Hand?

„Weil das Jetzt schon weiblich ist. Soziale Netzwerke sind weiblich. Das Internet ist weiblich. Digitalisierung ist weiblich. Deswegen bäumen sich ja auch die alten weißen Männer gerade noch mal auf. Wie ein Tier kurz vorm Tod. Sie spüren sehr wohl, dass die Zeit für sie gekommen ist.

Was ist entscheidend dafür, dass Netzwerke gut funktionieren und etwas bewegen können?

„Das man lernt in diesen Netzwerken zu kommunizieren. Narzissmus-frei zu kommunizieren. Im Moment dienen Netzwerke dem Ego. Es ist ein ständiges Monologisieren aneinander. Wir müssen also lernen, auch ohne direktes Gegenüber zuzuhören. Dem anderen zuhören. Und nicht nur uns selbst.“

Was müssen wir jetzt bewegen, damit die Zukunft sich für alle in eine positive Richtung wendet?

„Wir müssen eine feministische Terror-Gruppe gründen und die alten weißen Männer aus dem Weg schaffen.“

Also ein Vergleich von Männern mit Tieren kurz vor dem Tod und die Aufforderung die alten weißen Männer mittels einer Terror-Gruppe aus der Welt zu schaffen.

Einer der Ersten, die darauf reagiert hat, war die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder, die in letzter Zeit häufiger sehr gute Artikel, zB auch zum Gender Gap gebracht hat:

Kurz darauf twitterte der Doktorant auch dazu, wodurch ich ebenfalls darauf aufmerksam wurde:

Der Text ist in der Tat aus meiner Sicht unter aller Sau und menschenverachtend. Zurecht entbrannte ein ziemlicher Protest,

 

an dem ich mich auch beteiligte:

Ich dachte ich frage die Autorin des Artikels auch noch mal selbst, ob sie da nicht kritischer hätte sein müssen:

Ich habe aber schnell eingesehen, dass da wenig zu erwarten sein würde:

Die Reaktion bei Edition F war eine stillschweigende Änderung des Artikels zur gegenwärtigen Version:

Mirna Funk: „Die alten weißen Männer bäumen sich noch mal auf“

(…)

Warum gehen die Themen Weiblichkeit und Zukunft für dich Hand in Hand?

„Weil das Jetzt schon weiblich ist. Soziale Netzwerke sind weiblich. Das Internet ist weiblich. Digitalisierung ist weiblich. Deswegen bäumen sich ja auch die alten weißen Männer gerade noch mal auf. Wie ein Tier kurz vorm Tod. Sie spüren sehr wohl, dass die Zeit für sie gekommen ist.“
Was ist entscheidend dafür, dass Netzwerke gut funktionieren und etwas bewegen können?

„Das man lernt in diesen Netzwerken zu kommunizieren. Narzissmus-frei zu kommunizieren. Im Moment dienen Netzwerke dem Ego. Es ist ein ständiges Monologisieren aneinander. Wir müssen also lernen, auch ohne direktes Gegenüber zuzuhören. Dem anderen zuhören. Und nicht nur uns selbst.“
Was müssen wir jetzt bewegen, damit die Zukunft sich für alle in eine positive Richtung wendet?

„Wir müssen eine feministische Terror-Gruppe gründen und die alten weißen Männer aus dem Weg schaffen (lacht).“

Anscheinend wurde es ihnen mit der Terror-Gruppe zu heiß, weswegen man das „Lacht“ hinzufügte. Der Vergleich der Männer mit dem sterbenden Tier ist immerhin geblieben.

Auf Twitter führte dies zu allerlei Spott.

Bei der anderen Seite zeigte sich aber trotz Änderung wenig Einsicht:

Das ist natürlich nur ein kleiner Einblick, es war einiges los auf Twitter. Mir scheint, dass einigen bewusst geworden ist, dass der Feminismus eine ziemliche Männerfeindlichkeit haben kann. Edition F scheint zudem ein weiteres Sammelbecken radikaler Feministinnen zu sein. Mal sehen, ob es mit weiteren Aktionen dieser Art auffällt

Wünsche und Verhalten

Da Elmar zumindest mal etwas konkreter geworden ist will ich natürlich auch darauf antworten:

Zuerst scheinen mir diese Beispiele interessant:

Darüberhinaus lassen sich Wünsche wie Präferenzen offenbar hierarisch anordnen – was wir hier schon einmal durchgekaut haben:

  • (4a) Nehmen wir an, daß A drogensüchtig ist. Dann könnte A sich unreflektiert und zügelos seiner Sucht hingeben. Dann bildet er bzgl. seines Wunsches nach der Droge keine Wünsche aus und wir würden A vielleicht als triebhaft süchtig bezeichnen. Von einer Freiheit, wünschen, was A will, kann man kaum sprechen, daß A ohne jede Reflexion jede Möglichkeit der Einflußnahme abgeht.
  • (4b) Doch A könnte seine Sucht auch ablehnen und sich deshalb zu einer Therapie entschließen. In diesem Fall hat A den Wunsch, den Wunsch nach der Droge nicht zu haben: A hat einen Wunsch zweiter Ordnung nach einem Wunsch und wir würden ihn als Süchtigen wider Willen bezeichnen, weil er nicht möchte, daß sein Wunsch nach der Droge auf seine Handlungen durchschlägt.
  • (4c) Doch A muß gar nicht soweit gehen. Er kann auch den Wunsch haben, nicht drogenabhängig zu sein, ohne daß dieser Wunsch zweiter Ordnung in seinen Handlungen durchschlägt. In diesem Fall würde wir uns vorstellen, wie A abends mit seiner Droge am Kamin sitzt, sie verflucht, seufzt, wie schön er ohne die Droge leben könnte und sich Tagträumen über sein drogenfreies Leben macht – gerade unter dem verstärkenden Einfluß der Droge. Auch in diesem Fall ist A frei, zu wünschen, was er wünschen will, aber er macht von dieser Freiheit keinen Gebrauch.

Wäre A nur ein Knecht seiner Wünsche erster Ordnung, würden wir A nicht als frei und folglich nicht als autonom betrachten. (4b) zeigt auch, daß es Wünsche zweiter Ordnung gibt, deren Objekte Wünsche erster Ordnung (hier: nach der Droge) gibt. (4c) zeigt sogar, daß die Frage, ob der Wunsch zweiter Ordnung in den Handlungen von A durchschlägt, eine Rolle spielt für das Porträt, daß wir von A als Person zeichnen. (4) ist daher klarerweise ein gutes Motiv, zu glauben, daß gilt:

  • Entscheidungen sind nur dann eigene Entscheidungen, wenn bei ihrer Entstehung Wünsche oder Präferenzen mindestens zweiter Ordnung mitgewirkt haben.

Daß Wünsche hierarchisch angeordnet werden können, spielt daher eine wichtige Rolle beim Verständnis von Personen – hier gibt es dazu Beispiele.

Hier scheint mir bereits eine erste Abweichung vorzuliegen in dem Verständnis gerade von körperlich erzeugten Wünschen. Denn Elmar betrachtet das Thema Drogen sehr abstrakt und dabei geht aus meiner Sicht der eigentliche Gehalt einer Sucht verloren.

Wenn A nämlich drogensüchtig ist, dann aktivieren bestimmte Substanzen sein körpereigenes Belohnungssystem und lassen ihn Glück und Hochgefühle erleben. Im Körper wird dies als gute Erfahrung abgespeichert und es entsteht der Wunsch, diese Gefühle nochmals zu haben. Dabei haben diese Wünsche Auswirkungen auf sein Denken und Handeln: Sein Denken wird immer mehr auf eine Art gefärbt, die sich mit diesen Substanzen beschäftigt, wenn er zu lange diese Substanz nicht hat. In sein Denken schleichen sich immer wieder Fragen an, wie er an die Substanz kommt. Der Wunsch danach führt bei starken Drogen dazu, dass der Süchtige zwischen dem Drogenrausch und Tätigkeiten, die ihm schnell weiteren Zugriff auf die Substanz ermöglichen, hin- und herpendelt.

Der Satz „Er könnte seine Sucht auch ablehnen und sich deshalb zu einer Therapie entscheiden“ muss für jeden, der sich mit härteren Drogen auskennt, geradezu grotesk klingen. Denn die Entscheidung dafür, dass man keine Drogen mehr nimmt, kann man nicht im gleichen Maßt rational treffen und umsetzen wie die Frage, ob man ein Auto in der Farbe Silber oder Schwarz nimmt. In gewissen Phasen wird der Süchtige von den Drogen wegkommen wollen, er wird aber gleichzeitig den starken Wunsch verspüren, wieder Drogen zu nehmen. A ist, wenn er von Drogen wegkommen will, nicht frei zu wünschen, was wünschen will. Er ist in einem Konflikt zwischen seinem rationalen Denken, dass ihm bewusst macht, dass ihm die Drogen sein Leben kaputt machen, und dem Wunsch, wieder den gleichen Kick zu erfahren, den Rausch, die Probleme hinter sich zu lassen, die Handlung „Nehmen von Drogen“ durchzuführen, die ihm sein Körper bzw. sein Gehirn als sehr wichtigen Wunsch vorgibt.

Die Droge ist nichts absolut künstliches, was neben dem Wünschen steht. Sie erzeugt über den Funktionsweise unseres Gehirns, zB das Belohnungssystem, direkte Wünsche, die der betreffende auch als ein Wollen, einen Wunsch wahrnimmt. Gleichzeitig kann das Gehirn auch über die negativen Folgen der Drogen den Wunsch aufbauen, diese nicht mehr zu nehmen. Beide Wünsche stehen dann nebeneinander und sind nicht unbedingt logisch gebildet. Der Wunsch nach der Droge hat allerdings den “Vorteil”, dass er auf ein sehr kurzfristig zu erreichendes Ziel, eine direktere und einfachere Suchtbefriedigung ausgerichtet ist als der Vorgang des Entzugs.

Die Drogensucht in ein rationales Handlungs- und Wünschesystem einzustellen, ohne sich den Charakter als Wunsch bewußt zu machen, macht es dann sicherlich einfacher, die Biologie auszuklammern. Das ist aber ein schlichtes Wegdefinieren und nicht wirklich eine Behandlung der Frage, wie sich körperlich erzeugte Wünsche im Konflikt mit rationalen Denken auswirken

Elmar scheint mir hier einfach bereits eine künstliche Trennung in rationale Gründe und Triebe vorzunehmen und nur bei letzteren überhaupt von Wünschen zu sprechen. Wenn aber Wünsche nur das ist, was sich aus rational ermittelten Motiven ergibt, aus dem Verstand, welches das Wollen bestimmt, dann hat man per Definition den biologischen Anteil ausgeklammert.

Nun aber zu seinen Theorien zur Biologie:

IV. Kurzes Innehalten: Wie hälst du’s mit der Biologie?

Es ist an dieser Stelle leicht absehbar, daß viele – aber nicht unbedingt alle – Bedürfnisse eine biologische Quelle haben: Daß ein Säugling nicht frieren, hungern oder eine volle Windel nicht spüren will, ist vermutlich eine Sache mit der er auf die Welt gekommen ist. Auch für sehr elementare Präferenzen mag das gelten.

Da würde sich dann die Trennung auch weiter Auswirken. Bedürfnisse und Wünsche werden insoweit getrennt. Dass diese Bedürfnisse dann selbst zu Wünschen und dann wieder zu Handlungen führen können, geht etwas unter. Darauf aufbauend können biologisch erzeugte Bedürfnisse wohl auch nur Elementar sein, also eben die Grundbedürfnisse abdecken. Alles Höhere ist dann wohl eher die rationale Umsetzung der Bedürfnisbefriedigung: „Ich habe das Bedürfnis Drogen zu nehmen, entscheide mich aber rational für die Umsetzung meines Wunsches, eine Therapie zu machen“. Das hier viel irrationales hineinspielt und Wünsche disponiert, was so ziemlich das gesamte Problem einer Umsetzung des Wunsches, einen Drogenentzug zu machen, betrifft, dass geht vollkommen unter.

Doch während die Voreiligen an dieser Stelle bereits innerlich aufjubeln, ist anderen klar, daß das Grab der Vulgärbiologismus anfängt, Formen anzunehmen. Und zwar so:

„Das Grab des Vulgärbiologismus“. Mal schauen, ob Elmar hier tatsächlich eine Liegestätte für den diesen ausbuddelt oder eher sein eigenes (argumentatives) Grab.

  • i) Gäbe es nur Bedürfnisse, dann wäre die deterministische Grundintuition des Vulgärbiologismus und ihre biologische und evolutionäre – leider auch völlig akzidentielle – Verbrämung ein stärker Gegner – keine Frage. Doch da es noch mehr Pro-Einstellungen gibt, bleibt die Diskussion an dieser Stelle erst mal offen.

 

  • ii) Der Vulgärbiologismus hat die Idee, daß wenigstens die Bedürfnisse biologischer Provenienz etwas Zwingendes für die Entscheidungen im Rest des menschlichen Daseins an sich haben. Wenn man jedoch zeigen kann, daß diese Bedürfnisse untergehen oder wenigstens durch andere Pro-Einstellungen überlagert oder überschrieben werden können, dann könnte man eventuell eine persönliche Freiheit unserer Entscheidungen etablieren, die verständlich macht, daß Menschen im Laufe ihres Lebens wirklich dazulernen, sich über ihre biologischen Dispositionen erheben können, und daher der kulturelle Anteil an jeder Entscheidung dominiert – falls die Person jahrelang brav an sich gearbeitet hat. Das kostet einen weiteren post.

Natürlich können Leute auch gegen ihre Biologie handeln. Ein einfaches aber aus meiner Sicht durchaus extremes Beispiel wäre ein Homosexueller, der – beispielsweise aufgrund eines strikt christlichen Hintergrundes – seine Homosexualität als schlecht ansieht und daher von dieser „geheilt“ werden möchte. Er lebt dann in einer heterosexuellen Beziehung mit einer Frau und 3 Kindern. Solche Fälle kann ich mir problemlos vorstellen. Aber wird man hier wirklich argumentieren, dass er hier frei handelt, dass die biologischen Vorgaben und seine seit der Geburt vorliegenden Partnerwahlkriterien überschrieben worden sind?

Eher wird man davon ausgehen, dass er sich etwas vormacht. Er wird voraussichtlich sehr wenig Sex mit seiner Frau haben. Er wird wahrscheinlich beim Anblick von sexuell für ihn interessanten Männern immer noch den Reiz spüren und die Wahrscheinlichkeit, dass er irgendwo eine paar Nacktbilder von attraktiven Männern versteckt hat und dazu masturbiert oder das er sich gelegentlich in ein schwules Badehaus schleicht sind groß. Ebenso groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihn sein Versuch, gegen seine biologische Veranlagung zu leben sehr schwer fällt, vielleicht zu erheblichen seelischen Problemen führt, ihn Kraft kostet. Hier wurde ja bereits mit erheblichen Druck gearbeitet: Homosexualitätwurden in früheren Zeiten sogar mit dem Tode bestraft. Es dürfte kaum eine höhere Motivation geben, sich über seine biologischen Grundlagen hinwegzusetzen und diese einfach zu „überschreiben“. Anscheinend ist es dennoch vielen nicht gelungen.

 

Dass man Homosexualität biologisch begründen kann, dass mag für Elmar dann wieder „Vulgärbiologismus“ sein, aber die Fakten sprechen aus meiner Sicht dafür. Wenn er das aus seiner Kritik ausklammern würde, dann würde ich mich fragen, wie das in seine Theorien passt: Wenn man in diesen Bereich Verhalten biologisch festlegen kann, nämlich in dem Sinne, dass bestimmte Begehren bewirken, dass man nur mit einem bestimmten Geschlecht Sex haben will, warum sollen diese gleichen Funktionsweisen nicht auch in den anderen Bereichen wirken können?

Dass dies im Geschlechterbereich auch an anderen Stellen vorkommt, das wird an verschiedenen Fällen deutlich:

  • Bei CAH handelt es sich um einen Zustand, bei dem die Nebennierenrinden zuviel von unter anderem Testosteron produzieren und dies bereits vor der Geburt, also pränatal. Bei Mädchen mit CAH zeigt sich ein eher für Jungs typisches Verhalten, sie spielen eher wie Jungs und sie verhalten sich auch später eher wie Männer. Diese Frauen wählen auch später eher als andere Frauen technische oder anderweitig männerlastigere Berufe
  • Fälle wie David Reimer und andere seiner Art, etwa auch aufgrund cloacal exstrophy (einer Konstellation, bei der direkt nach der Geburt aufgrund Deformationen und fehlenden Penis bei männlichen Babies eine Operation durchgeführt werden muss, die zu einigen weiteren Konstellationen wie David Reimer führte) machen deutlich, dass man sich nicht einfach entscheiden kann, wie man leben will, sondern das man Abweichungen zu seinen biologischen Vorgaben als starke Belastung empfinden kann.
  • Transsexualität als Wechsel zwischen den Geschlechterrollen verläuft in Familien und ist insoweit erblich, andere Varianten wie Alternating gender incongruity (AGI) fügen sich gut in diese Theorien ein.
  • Auch sonstige soziale Experimente wie etwa das Kibbuz sind gescheitert, obwohl in diesen gerade versucht wurde „Hart an sich zu arbeiten“ und im Sinne der dortigen Ideologie „dazuzulernen“.
  • Und wenn man Leuten mehr Freiheiten lässt, dann nutzen sie diese nicht, um im Elmarschen Sinne frei von den Vorgaben der Biologie zu werden, sondern eher dazu, dieser zu folgen, weil sie eben genau das als Freiheit empfinden: So zu sein, wie sie sein wollen.

Elmar stellt also die falschen Frage, wenn er fragt, ob sich die Leute über ihre biologischen Disopositionen erheben können. Es geht eher darum, warum ihnen dies überhaupt sinnvoll erscheinen sollte und warum sie die damit verbundenen Kosten auf sich nehmen sollen. Zudem sprechen diese Punkte auch dagegen, dass es möglich ist, diese Erfahrungen tatsächlich komplett überlagern und überschreiben können. Eher scheinen sie sie häufig unterdrücken zu müsse, verbunden mit einem stetigen Kampf darum, sie nicht hochkommen zu lassen.

  • iii) Wenn der Determinismus aber nicht zwingend ist, dann haben Menschen eine Chance – wenngleich keine Garantie – auf personale Autonomie.

Auch hier müsste Elmar aufteilen:

  1. kann man sich gegen seine Disposition verhalten?
  2. welche Folgen haben in diesem Zusammenhang neue Erfahrungen? Führen sie zu einem Überlagern oder einem Überschreiben der biologischen Disposition?
  3. Welche Kosten sind damit verbunden, sich gegen seine Disposition zu verhalten?
  4. wenn damit Kosten verbunden sind: Warum sollte das Individuum sie dann tragen wollen?

Meine Antworten wären

  1. Ja, man kann.
  2. Erfahrungen können natürlich in einigen Bereichen dazu führen, dass man eine neue Form der Ausformung findet und gerade in Bereichen, in denen der biologische Einfluss gering ist, kann man auch über neue Erfahrungen sehr weitgehend sein Verhalten neu gestalten. In einigen Bereichen ist der biologische Anteil allerdings relativ hoch und ein Überschreiben nicht möglich, man kann diesen dann lediglich unterdrücken. Dann lebt man häufig etwas, in dem man sich nicht wohl führt. Das kann ein Verhalten sein, dass zu dem „äußeren Geschlecht“ passt oder auch ein Verhalten, welches eben gerade nicht zu dem „äußeren Geschlecht“ passt.
  3. Damit, sich gegen seine Dispositionen zu verhalten, können ganz enorme Kosten verbunden sein. Es kann sich „falsch“ anfühlen, keinen Spass machen, man kann sich zu einem anderen Verhalten sehr stark hingezogen fühlen und entsprechend versuchen, sich so verhalten zu können. Der Versuch, jemanden entgegen dieser Dispositionen zu erziehen, kann dann sogar dazu führen, dass er diese im Gegenzug noch stärker ausbildet, da er eine Erziehung in die von ihm als falsch empfundene Richtung, ablehnt.
  4. Es sind Gesellschaften möglich, in denen es sinnvoll ist, diese Kosten zu tragen. Um so höher aber die Kosten erscheinen, um so eher wird derjenige, sie vermeiden wollen. Freiheit ist dann nicht, sich entgegen dieser zu verhalten, sondern sich entsprechend dieser verhalten zu können.

Elmar weiter:

Wir erinnern uns, daß personale Autonomie zwei approaches hat: einen prozeduralen der Entscheidungsentstehung und einen strukturellen der Entscheidungsbegründung.  Es ist klar, daß der von Feministen bevorzugte Ansatz der prozeduralen Entscheidungsentstehung viel bessere Chancen hat, mit einem Determinismus verträglich zu sein, als der strukturelle Ansatz der Entscheidungsbegründung. Schon aus diesem Grunde ist leuchtet ein, daß der Vulgärbiologismus nicht unbedingt die schärfste Waffe gegen Feminismus sein wird – aus begrifflichen Gründen muß es schärfere Waffen geben. Doch dafür muß man zeigen, daß personale Autonomie am besten analysiert wird, durch den strukturellen Ansatz der Entscheidungsbegründung – in einem zweiten post (wenn das mal reicht).

Ich finde Argumentationen vom Ziel her immer sehr schwach. Selbst wenn man eine „bessere Waffe“ gegen den Feminismus haben könnte ändert das ja nichts daran, wie etwas erst einmal ist. Wenn die biologischen Theorien die sind, die am ehesten die Wahrheit abbilden, dann kommt es nicht darauf an, ob man auf anderem Wege den Feminismus noch umfangreicher ablehnen könnte. Denn diese anderen Wege hätten dann eben den Nachteil, dass sie falsch wären. (Sicherlich wäre es besser, wenn 10 Soldaten + 10 Soldaten 1010 Soldaten geben würde, aber deswegen gewinnt man den Kampf gegen den Feind, der mit 500 Mann anrückt trotzdem nicht, auch wenn es auf dem Papier gut aussieht).

Aber auch ansonsten ist das Argument aus meiner Sicht falsch: Im Feminismus entsteht die Entscheidung aufgrund einer sozialen Determinierung durch die Geschlechterrollen. Das wichtigste Ziel des Feminismus ist demnach eine Gesellschaft zu schaffen, in der die Gesellschaft so ausgerichtet ist, dass jeder sich frei entscheiden kann. Mit dem biologischen Ansatz hingegen muss diese Theorie aufgegeben werden: Die Häufungen bei den Geschlechterrollen wären dann weit weniger durch gesellschaftliche Umwandlung zu verändern. Die Abweichungen von den Häufungen wären dann nicht mehr Zeichen dafür, dass die Geschlechterrollen falsch sind und aus ihnen ausgebrochen werden sollte, sondern einfach andere biologische Grundlagen des Individuums aus dem man wenig gegen die anderen Häufungen herleiten kann: Im Gegenteil: Wenn man will, dass jeder so leben kann, wie er will, dann wird dies eben zu gewissen Häufungen nach Geschlecht führen und gerade nicht zu einer Gesellschaft, in der Geschlecht statistisch keine Rolle mehr spielt für die Frage, wer sich wie verhält. Was Elmar genau vertritt weiß man nicht. Aber nach bisherigen Andeutungen scheint die Entscheidungsentstehung bei ihm ja auch auf bestimmten Erfahrungen zu beruhen, die gerade Männer oder Frauen machen. Etwa „Weil Jungen mehr Herausforderungen erleben, Frauen aber alles auf dem Silbertablett präsentiert wird, verhalten sich Frauen so oder so“. Das ist im Vergleich zum Feminismus wesentlich näher als die Biologie, denn so muss man nur die Begründung diskutieren, welche Erfahrungen maßgeblich sind. Der Feminismus wird die Erfahrungen aufgrund von Geschlechterrollen für wichtig halten, Elmar die von ihm ausgesuchten Erfahrungen aufgrund der Geschlechterzugehörigkeit.

  • iv) Danach muß gezeigt werden, daß der strukturelle Ansatz der Entscheidungsbegründung, der bei der Analyse personaler Autonomie verwendet wurde, nicht nur mit Wünschen und Präferenzen arbeitet, sondern auch genau diejenigen Freiheiten aussschöpft, die Menschen gegenüber ihren Bedürfnissen haben – in einem dritten post. Kann man das zeigen, dann kann man diese philosophische Position antifeministisch nennen. Ich habe das hier immer getan.

Dazu muss man natürlich erst einmal genau untersuchen, welche Freiheiten der Mensch hat und unter welchen Umständen er sie ausüben will.

  • v) Stimmt das alles, dann muß es eine Klasse von Handlungen geben, die der Vulgärbiologismus nicht erklären oder voraussagen kann – Handlungen ohne Motive sozusagen. Die Existenz dieser Klassen von Handlungen nachzuweisen, wäre der empirische Test meiner Argumentation – vierter post. Insbsondere würde aus solchen Beispielen folgen, daß Christians Gesetze der Verhaltensgenetik nicht stimmen können.

Wer behauptet denn, dass man Verhalten vollumfänglich vorhersagen kann? Natürlich gibt es neutrale Handlungen, bei denen die Biologie einen geringen Einfluss hat. Und natürlich gibt es auch zwischen den Menschen erhebliche Unterschiede. Die Existenz von Asexuellen beispielsweise zeigt aus meiner Sicht, dass man Interesse an Sex trotz dessen ganz entscheidender Bedeutung für evolutionäre Theorien nicht annehmen kann. Gleichzeitig spricht sie wiederum für einen biologischen Hintergrund von Sex, denn diese Leute können in bestimmten Ausprägungen von Asexualität häufig das Konzept von Sex an sich nicht verstehen, obwohl ihnen dies das Leben in unserer Gesellschaft sehr kompliziert macht. Die biologischen Theorien behaupten nicht, dass alles biologisch determiniert oder auch nur disponiert ist. Allerdings ist es in vielen Fällen natürlich auch eine Frage, wie weit man bestimmte Konzepte zieht: Das Spielen von Videospielen könnte man als Handlung zum Zeitvertreib sehen, allerdings auch als Flucht in eine Welt, in der man biologische Bedürfnisse wie Status erwerben, Aufgaben meistern etc lösen kann. Dass diese Aufgaben real überhaupt keine reale Funktion erfüllen, sondern einem nur farbige Pixel auf einem Bildschirm angezeigt werden, muss das Erlebnis nicht schmälern, dass Spiel X durchgespielt zu haben und zB die gallischen Provinzen mit der römischen Armee eingenommen zu haben.

Wie er genau daraus ableiten will, dass die „Gesetze der Verhaltensgenetik“ deswegen nicht stimmen (die auch nicht von mir aufgestellt worden sind, sondern von Turkheimer) erschließt sich mir auch nicht. Die Regeln lauten:

First Law: All human behavioural traits are heritable.
Second Law: The effect of being raised in the same family is smaller than the effect of the genes.
Third Law: A substantial portion of the variation in complex human behavioural traits is not accounted for by the effects of genes or families.

„Behavioural Traits“ sind solche Verhaltenszüge, die innerhalb einer Spezies, hier den Menschen vorliegen. Demgegenüber stellt Elmar auf allgemeine Handlungen ab, also etwas vollkommen anderes. Zudem sagt Turkheimer auch nicht, dass sie genetisch determiniert sind, sondern nur, dass sie einen vererblichen Anteil haben, dass also ein gewisser Anteil der Unterschiede in diesem Bereich auf die Biologie zurück zu führen ist, ein anderer auf die Umgebung (dabei allerdings auch die vorgeburtliche Umgebung etc), ein weiterer auf die Erfahrungen etc.

v) Und wer jetzt noch den Überblick und nichts falsch gemacht hat, der kann versuchen, sich von diesem Standpunkt aus zu überlegen, wie eine Theorie der Geschechter auszusehen hat. Dabei sollte allerdings an dieser Stelle schon eines glasklar sein: Wenn man unter diesen Umständen eine Theorie der Geschlechter finden kann, dann wird es keine Theorie der Klasse der Menschen mit weiblichen Geschlechtsorganen sein, sondern eine Theorie über weibliches Handeln – genau wie vorhergesagt.

Elmar ist zuzustimmen, dass es keine Theorie ist, die einfach nur auf die Geschlechtsorgane abstellt. Denn statt der Geschlechtsorgane ist die Wirkung der pränatalen und postnatalen Hormone viel interessanter. Recht eindeutig sieht man das bei Transsexuellen, aber auch bei CAH-Mädchen oder CAIS. Innenliegende Hoden können trotzdem Testosteron produzieren, produziertes Testosteron kann nicht erkannt werden, Umwandlungen an der Blut-Hirn-Schranke können scheitern, es gibt viele Gründe aus denen uns die Geschlechtsorgane sehr wenig sagen.

Das es eine Theorie sein wird, die lediglich das Handeln betrachtet finde ich dann sehr unwahrscheinlich. Um die Biologie kommt man bei einer Theorie der Geschlechter  nicht herum.

vi) Zusätzlich sollte der dann entwickelte Standpunkt es erlauben, auf seriöse Weise mit der Dateninterpretation aus einer Unzahl von Studien, die EvoChris immer raussucht fertig zu werden.

Das wäre mal ein interessanter Ansatz von dem ich hoffe, dass Elmar ihn weiter verfolgt: Mal was konkretes zu Studien sagen. Meiner Meinung nach wäre es natürlich einfacher, sich erst einmal die Daten der Studien zu betrachten und daraus eine Theorie zu entwickeln als erst ohne Kenntnis der Forschung eine Theorie in den Raum zu stellen und dann zu schauen, wie man die Studien weg bekommt. Aber gut

Auch das – der fortgesetzte Nachweism daß Biologen ihre eigenen Daten nicht verstehen, wäre ein empirischer Test meiner Theorie.

Allerdings wäre es auch ein empirischer Test, wenn sich herausstellt, dass die Biologen ihre Daten verstehen und diese mit der Theorie von Elmar nicht in Einklang zu bringen sind. Letzeres würde ich eher vermuten.

Sozialdarwinismus

Sozialdarwinismus ist eine Theorie, nach der Grundsatz einer „Bestenauslese“ nach Möglichkeit auf alle Teile der menschlichen Gesellschaft übertragen werden soll und dort die Handlungen, durch die nach Möglichkeit andere „Ausgelesen“ werden, rechtfertigen soll.

Dabei werden moralische, soziale und ökonomische Betrachtungen dergestalt modifiziert, dass bereits der Punkt, dass man sich gegenüber den anderen Durchsetzt die Rechtfertigung bietet.

Erreicht werden soll damit eine Förderung der Fortentwicklung der Menschheit hin zu einer höheren Entiwcklungsstufe durch die Förderung „guter“ Gene und das aussortieren „schlechter“ Gene.

Passenderweise nahmen dabei die Vertreter eines Sozialdarwinismus meist an, dass sie und die ihren „gute“ Gene hatten und anderen „schlechte“ Gene.

Die Idee des Sozialdarwinismus fand mit steigender Akzeptanz von Darwins Ideen der Evolution ebenfalls eine gewisse Zustimmung und führte zunächst zu beispielsweise Sterilisierungen von Personen, bei denen man „schlechte“ Gene vermutete, etwa aufgrund Fällen von Schwachsinn in der Familie, aber auch der Abkehr von Sozialprogrammen, weil man davon ausging, dass eine Versorgung der Armen letztendlich die Auslese der in diesen Armen verkörperten schlechten Gene aus dem Genpool verhindern würde.

Kombiniert mit der Idee, dass ein ganzes Volk genetisch überlegen sein kann führte der Sozialdarwinismus auch zu den Grundlagen des Nationalsozialismus.

1. Kritik

Zuallererst ist der Sozialdarwinismus ein naturalistischer Fehlschluß. Weil in der Biologie eine Selektion erfolgt, ist sie nicht gut und hieraus ergibt sich insbesondere auch kein Grund, sie auf andere Lebensbereiche zu übertragen.

Des weiteren geht der Sozialdarwinismus unzutreffenderweise davon aus, dass es eine „Höherentwicklung“ gibt, dass also die Evolution ein Ziel hat, welches man erreichen muss.

Es wird zudem verkannt, dass es in der Evolution nicht auf eine Auslese der Besten ankommt, sondern um eine Anpassung an Gegebenheiten. Eine Evolution stellt zwar häufig einen Wettbewerb dar, dieser kann aber auch dazu führen, dass sich soziale Wesen entwickeln, die dann eben den anderen helfen.

Zudem wird nicht erkannt, dass Evolution als Ansatzpunkt nicht das Individuum oder das Volk hat, sondern Gene, die untereinander darum konkurrieren, wer sich die besseren Fortpflanzungsmaschinen baut. Nicht wer überlebt „gewinnt“ in der Evolution, sondern wessen Gene sich im Genpool anreichern.

Es stimmen zudem zumeist die Kriterien für eine echte „Bestenauslese“ nicht. Wer tatsächlich auf bestimmte Gene selektieren will, der muss die Startbedingungen mit einbeziehen und schauen, ob Erfolge aus eigener Kraft erreicht worden sind. Eine echte sozialdarwinistische Selektion würde kaum vor Familien, Völkern oder Ständen halt machen und ein Aussortieren über all diese Ebenen hinweg verlangen.

Zudem wird übersehen, dass der Genpool unter verschiedensten Gesichtspunkten Vorteile bringen kann. Eine Fixierung auf eine Eigenschaft kann dazu führen, dass andere Eigenschaften, die eigentlich gewünscht und benötigt werden, verschwinden. Wer auf Wettbewerb selektiert, der läßt eben auch gleichzeitig viele soziale Eigenschaften wie Altruismus etc verschwinden.

Zudem macht ein kleinerer Genpool anfälliger gegen Parasiten und Viren.

2. Wäre eine Menschenzucht möglich?

Ungeachtet der moralischen Fragwürdigkeit des Sozialdarwinismus bleibt die Frage ob eine Menschenzucht beispielsweise auf Intelligenz oder andere Eigenschaften möglich wäre. Und die Antwort hierauf lautet meiner Meinung nach ganz klar:

Ja, sie wäre möglich.

Wir Menschen sind Tiere und auch unsere Eigenschaften können entsprechend selektiert und durch Zucht in eine Richtung entwickelt werden. Wer nur besonders herausragende Denker und überaus intelligente Menschen miteinander kreuzt und deren Nachwuchs auf Intelligenz selektiert, der wird auf lange Sicht intelligentere Menschen züchten. Der notwendige Zeitraum dafür wäre aufgrund der langsamen Entwicklung der Menschen sehr groß, da eine Generation zumindest wohl ca. 20 Jahre hätte, aber wenn man das System kontinuierlich durchzieht, dann wäre es wahrscheinlich erfolgreich. Welche anderen Eigenschaften bei einer Züchtung auf Intelligenz auf der Strecke bleiben würden und welche Teilbereiche der Intelligenz man selektieren sollte, wäre eine andere Frage.

„Die Menschheit ist unendlich schön in ihrer jeweiligen Individualität“

Bei dem Mädchenblog singt Dodo das alte Lied, dass alle Menschen irgendwie schön sind, auch die Dicken und wir uns einfach von Schönheitsidealen lösen sollten:

Denn wenn Gewicht (ganz zu schweigen von den anderen blödsinnigen „Kriterien“) auf einmal kein Maßstab mehr ist, der pro oder contra bestimmt, dann ist die Welt, die wir erfahren, auf einmal von viel, viel mehr Ästhetik, SexAppeal und Faszination erfüllt. DAS ist auch Lebensqualität, ganz fraglos! Die Welt wird „schöner“ – nicht nur, was physisches Erscheinungsbild angeht. Wer sich nicht mehr auf die von der Gesellschaft diktierten „Knackpunkte“ wie Gewicht, reine Haut, Muskeln, blahblah konzentriert, dem fällt nach einer Weile auf, daß die Menschheit eine viel größere Fülle von Sexappeal bietet – Stimmen, Bewegungen, Gerüche, Blicke, Gesten,… die Liste ist unendlich. Man entdeckt auch eher „schräge“ Vorlieben an „Augenzucker“, die man sich zuvor nicht eingestanden hätte, deren Anblick man jetzt aber richtiggehend genießen kann. Und je weniger verklemmt man mit physischen Merkmalen bei sich und anderen umgehen kann, desto mehr Spaß macht der Sex. Hat der ja nicht unwesentlich mit Körpern und dem Genuß derselben zu tun!

Und für diesen Gewinn bin ich dankbar und strebe an, ihn zu vermehren, das ganze auszubauen.

Das täte dem Herrn aus Crunktastics Beispiel (und nicht nur ihm) vielleicht auch ganz gut. Vielleicht hätte er einen Flirt mit dieser Frau ja dann sehr genossen, vielleicht erkannt, daß sie vor Sexappeal nur so strotzt! Und sich nebenbei eine ganz neue Welt erschlossen.

Dieses „Gewichtshindernis“ abzubauen, wäre für ihn wohl ebenso gewinnbringend gewesen wie für sie.

Wenn er eines Tages auf eine dünne Crunktastic trifft und die beiden mordsmäßigen Spaß miteinander haben – prima Sache. Aber vielleicht nicht so prima, wie wenn dies gewichtsunabhängig geschenen wäre.

Nun liegt aber sicher nicht die Verantwortung bei Crunktastic, dick zu bleiben, um ihm (und anderen) zu beweisen, daß Flirt/Beziehung/Sex mit ihr trotzdem großartig wäre und ihn vor seinen beschränkenden Auswahkriterien zu erretten. Vor allem, weil sie dann auch einen ungerechten Preis zu zahlen hätte.

Die Verantwortung liegt viel mehr bei uns allen (ob dick oder dünn oder sonstwas!), weiter um den Abbau dieser Schönheitsvorschriften zu kämpfen. Und zwar nicht, damit die „armen, dicken Opfer auch mal wen abkriegen“. Sondern, damit wir vielleicht eines Tages erkennen, wie unendlich schön die ganze Menschheit in ihrer jeweiligen Individualität ist.

Das ist in meinen Augen alles recht verlogener Mist. Schönheit besteht nun einmal in einer Kultur und ich bezweifele, dass man Schönheitskriterien einfach aufgeben kann. Nicht jeder Mensch  ist schön, einige sind schlicht hässlich. Und sie wären es in jeder Kultur gewesen.

Ich bleibe nach wie vor dabei, dass sportlich-schlank ein durchaus positives Schönheitsideal ist. Frauen werden schlichtweg damit klar kommen müssen. Ebenso wie Männer damit klar kommen müssen, dass auch für sie sportlich-schlank gilt, wenn sie auch wesentlich mehr über Status etc ausgleichen können.

Wenn sich die dicke Frau in der von Dodo erzählten Geschichte ärgert, dass der tolle Typ mit allen ihren Freundinnen flirtet, nur mit ihr nicht, dann ist das sein gutes Recht. Sie hat ja auch beschlossen, dass der coole Typ interessant ist und nicht der dicke Kerl, der hinten alleine in der Bar steht.

Frauen haben genauso harte Kriterien an Männer wie umgekehrt. Diese mögen teilweise weniger körperlich sein, aber das ändert nichts daran, dass sie vorhanden sind. Zumal hässliche Jungs noch nicht einmal den Vorteil haben über Haut zeigen eine gewisse Aufmerksamkeit zu bekommen oder zumindest einen schönen Busen zu haben.

Schönheit hat viel objektives. Das mag dazu führen, dass man in anderen Punkten eingeschränkt ist, vielleicht wäre das Leben leichter, wenn man einfach dick sein könnte. Aber einfach nur wünschen hilft nicht weiter. Schönheit wird niemals einfach sein.

vgl.

Schlank als Schönheitsideal: Chance auf Sex / Partnerschaft als Attraktivitätskriterium

Das Schönheitsideal geht hin zu sportlichen Frauen mit wenig Fett am Leib. Ich hatte dazu schon ein Paar Artikel geschrieben.

Dabei hatte ich bisher folgende Faktoren gesehen, die schlank, aber sportlich / gesund /symmetrisch interessant für ein biologisches Partnerwahlkriterium sein lassen könnten:
  • Ein schlanker Bauch läßt leichter erkennen, ob die Frau schwanger ist
  • eine Unterscheidung zwischen dünn und dick lohnte sich aufgrund des Umlegens des Jagderfolges auf die Gruppe weniger, bei einer schlanken Frau war es aber wichtiger zu erkennen, ob sie gute Gene hat, deswegen erkennen wir dort entsprechende Merkmale besser
  • Fett deutet auf einen Ernährer hin, weil es wohl eher über Fleisch als über gesammelte Pflanzen zu erzielen ist.
  • Ausdauermuskeln sind ein besseres Zeichen für dauerhafte Fitness als Fett, insbesondere, da diese eher selbst erarbeitet sind

Einer Betrachtung von Schlank als Schönheitsideal steht insbesondere entgegen, dass bei dem Übergang zwischen Untergewicht und Normalgewicht die Fruchtbarkeit zu sinken anfängt. Es wäre vorteilhafter auf normalgewichtigere Frauen zu stehen.

Das berücksichtigt aber einen Punkt nicht, den ich in der Überlegung interessant finde:

Die Frage, wieviele Nachkommen ein Mann mit einer Frau zeugen kann wird von zwei Faktoren bestimmt:

  • von ihrer Fruchtbarkeit („Produktivität“)
  • Aus dem Umstand überhaupt Sex mit ihr haben zu können („Verfügbarkeit“)

Aus Sicht eines optimalen Fortpflanzungserfolges wäre daher eine Frau, bei der die Chancen auf (langfristige) hohe Fruchtbarkeit und genetische Qualität hoch ist, aber auch die Chance, dass sie einen neuen Partner (langfristig oder kurzfristig) akzeptiert.

Diese Kombination könnte gerade bei dem westlichen Schönheitsideal „schlank und sportlich gut zum tragen kommen.

Lange, glänzende Haare stellen zB dar, dass sie in der Vergangenheit eine gute Ernährung hatte, ebenso wie ein sportlicher Körper einen langen Blick zurück zulässt. Symmetrie spricht für ein gleichmäßiges Aufwachsen und gute Gene. Sauberkeit und Gesundheit sprechen für Parasitenfreiheit.

Schlankheit hat ab einem gewissen Grad den Nachteil einer gegenwärtig abgesunkenen Fruchtbarkeit, was aber ein Nachteil ist, der durch bessere Ernährung leicht behoben werden kann. Gleichzeitig spricht ihre Schlankheit dafür, dass sie entweder keinen Mann hat oder einen, der sie nicht umfassend mit Essen versorgt.

Dies wiederum macht es wahrscheinlicher, dass sie ein Partnerwechsel interessiert. Oder wenn schon kein Partnerwechsel, dann wenigstens ein kurzer Tausch, Nahrung gegen Sex oder eine Affaire.

Also:

Zeitlich verringerte Fruchtbarkeit + Möglichkeit diese zu beheben + Viele Anzeichen, dass sie ansonsten gute Gene hat und nicht schwanger ist + geringere Wahrscheinlichkeit, dass sie einen statushohen Partner hat + höhere Wahrscheinlichkeit sie erfolgreich zu umwerben oder durch Ressourcen zu beeindrucken = gute Partnerin

 

Eine magersüchtige Frau mit extremer Unterernährung hingegen würde nicht mehr gesund wirken, hätte weniger Zeichen von sonstiger Fitness, würde länger brauchen um sich zu erholen und wäre demnach auch weniger attraktiv.

Es wäre eine Theorie, die man überprüfen könnte, indem man schaut, ob Männer allgemein Frauen attraktiver bewerten, wenn diese aus ihrer Sicht leichter zu beeindrucken sind (bei ansonsten gleichem Körper).

Interessant könnte in diesem Zusammenhang sein, dass Männer in schlechten Zeiten Frauen mit etwas mehr Fettreserven schön finden, in guten Zeiten aber schlankere Frauen. Meine Vermutung ist dabei, dass hier eine ähnliche unterbewußte Rechnung erfolgt: Sind die Zeiten aus Sicht des Mannes für ihn schlecht, dann kann er eine Frau auch schlechter mit Ressourcen beeindrucken und auch schlechter ihre Fruchtbarkeit erhöhen. Es lohnt sich insofern mehr darauf abzustllen, dass sie eigene Ressourcen mitbringt. Sind die Zeiten hingegen aus Sicht des Mannes gut, dann lohnt es sich eher nach schlanken Frauen Ausschau zu halten, die man mit den Ressourcen der guten Zeiten beeinflussen kann und die noch niemanden haben, der diese mit ihnen teilt.

Nachteil dieses Systems wäre dann allerdings, dass eine Partnerin, die man dann zu „höherer Fruchtbarkeit“ gebracht hat, unattraktiver würde. Das wäre zum einen abzufangen, indem ein gewisser Spielraum vorhanden bleibt, wie es ja auch heute der Fall ist und zum anderen dadurch, dass Partnerschaft und Sex eh eine Bindung hervorrufen, die dies dann wieder ausgleichen würde und das Lösen der Verbindung vermeiden würde.

Die „Gegenseite“ bei der Frau wäre dann nicht, dass diese ein Interesse daran hat, biologisch keine Fettreserven aufzubauen. Ihre Interessen sind zwar darauf gerichtet, einen hohen Partnerwert zu erlangen, aber einem biologischen Druck zum schlechteren Aufbau von Fettreserven steht dann wieder der hohe Wert von Fettreversen bei einer Schwangerschaft und die anzunehmende Knappheit von Nahrung in der Steinzeit gegenüber. Frauen konnten diesen Aspekt weit höher gewichten, weil auf sie ein geringerer Druck in der Auswahl lag (Frauen haben sich mit höherer Wahrscheinlichkeit fortgepflanzt als Männer – Genanalysen sprechen hier von 40% der Männer und 80% der Frauen). Zudem war der Druck in diese Richtung geringer, da es meist nicht schwierig war, dünn zu bleiben, dass passiert fast von alleine bei knappen Nahrungsangebot, sondern eher die übrigen Kriterien der Sportlichkeit bei Vermeidung dauerhafter Unterernährung und ihrer Anzeichen (Vitaminmangel, stumpfes Haar, kein sportlicher Körper etc) zu vermeiden.

Für mich erscheint bei der Partnerwahl der Aspekt der Wahrscheinlichkeit des Flirts neben der Fruchtbarkeit ein Faktor, der durchaus einer biologischen Manifestation zugänglich ist.

Das muss dann natürlich nicht weltweit erfolgt oder auch nur sinnvoll gewesen sein. Es können die dafür erforderlichen Mutationen in bestimmten Bevölkerungsgruppen nicht eingetreten sein oder ein kulturell bedingter anderweitiger Selektionsdruck geherrscht haben. Bei einer Kultur, die die Paarbindung weniger betont und die Versorgung eher über die Sippe darstellt oder bei der Lebensmittelknappheit aufgrund von regionalen Unterschieden weniger verbreitet war, mag ein anderer Selektionsdruck geherrscht haben, bei der andere Faktoren in den Vordergrund gerückt sind. Eine andere Mutation mag eher Fettheit als Kriterium gefördert haben und zuerst selektiert worden sein, was wieder einen Nachteil innerhalb der sexuellen Selektion für andere Mutationen bedeutet.

Es wäre hierfür interessant zu wissen, wie resistent Schönheitsideale für einen Kulturwechsel sind. Hierzu müssten Auswanderer/Zwangsumgesiedelte, die insbesondere innerhalb ihrer Gruppe Nachkommen bekommen haben, Daten liefern können.

Idealer Partner und realer Partner

Über eine interessante Studie berichtet Science Daily

The study also found that most men would rather have female partners much slimmer than they really have. Most women are not satisfied, either, but contrary to men, while some would like slimmer mates, others prefer bigger ones.

Human mating preferences are increasingly being studied to understand what shapes our complex reproductive behaviour. Whilst previous studies have separately investigated ideal mate choice and actual pairing, this new research was specifically conducted to compare them. The researchers gathered data from one hundred heterosexual couples living in Montpellier, south of France. To measure preferences for body morphology, they used software which allowed the participant to easily modify the body shape of their ideal silhouette on a computer screen. The researchers then compared ideal silhouettes obtained with the actual characteristics of the partners.

For the three morphological traits studied — height, weight and body mass — men’s mating preferences were less different from their actual partner’s characteristics than females‘ ones. As the authors remark, the lower dissatisfaction observed for men in this study may be restricted to some physical traits, and results could be different for other traits such as personality, political opinion or sense of humor that are also important in partner choice.

Oder noch mal in den Worten des Abstracts der Studie:

The way individuals pair to produce reproductive units is a major factor determining evolution. This process is complex because it is determined not only by individual mating preferences, but also by numerous other factors such as competition between mates. Consequently, preferred and actual characteristics of mates obtained should differ, but this has rarely been addressed. We simultaneously measured mating preferences for stature, body mass, and body mass index, and recorded corresponding actual partner’s characteristics for 116 human couples from France. Results show that preferred and actual partner’s characteristics differ for male judges, but not for females. In addition, while the correlation between all preferred and actual partner’s characteristics appeared to be weak for female judges, it was strong for males: while men prefer women slimmer than their actual partner, those who prefer the slimmest women also have partners who are slimmer than average. This study therefore suggests that the influences of preferences on pair formation can be sex-specific. It also illustrates that this process can lead to unexpected results on the real influences of mating preferences: traits considered as highly influencing attractiveness do not necessarily have a strong influence on the actual pairing, the reverse being also possible.

Man bekommt also nicht immer, was man will. Hier wurde allerdings nur auf den Körper abgestellt. Gerade bei den Kriterien von Frauen wäre allerdings Status und Dominanz etc sehr interessant.

Nochmal: Schlank als Schönheitsideal

 Für die Frage, wie sich Schönheitsideale entwickeln, ist es interessant, wie dick Männer und Frauen in der Steinzeit geworden sind. Denn es könnten daraus bestimmte Selektionskriterien hergeleitet werden. Ich hatte in dem Beitrag „Schönheit: Kultur oder Biologie“ schon etwas zum Thema sportlich-schlank als Schönheitsideal geschrieben. Ich halte Schönheitsideale nicht nur für kulturelle Mythen, weil sie häufig zumindest dem Grunde nach etwas über die Attraktivität des anderen als potentieller Partner aussagen.

Dass Menschen bereits in der Steinzeit dick geworden sind, könnte man daraus schließen, dass Fettablagerungen in der Menschheit nicht so unterschiedlich sind. Männer werden eher am Bauch dick, Frauen eher an den Beinen und am Po, aber weniger am Bauch.

Die Anlagerung von Fett unterliegt natürlich einer Selektion, sowohl einer natürlichen als auch einer sexuellen.

Fett sollte nach Möglichkeit so angelagert werden, dass es die weiteren Funktionen so wenig wie Möglich beeinträchtigt. Bei zu starker Fettablagerung an den Beinen können diese beispielsweise beim Laufen aneinanderreiben und die Beweglichkeit einschränken. Der Genitalbereich muss ebenfalls einigermaßen frei gehalten werden. Gene, die eine Fettanlagerung dort ermöglichen und darüber den erfolgreichen Geschlechtsverkehr verhindern, selektieren sich sehr schnell aus dem Genpool.

Daran, dass eine Selektion in diesem Bereich stattfinden konnte, kann man zumindest ersehen, dass es dicke Leute gegeben haben muss.

Andere Faktoren sprechen allerdings gegen zu viele dicke Leute. In der Steinzeit waren die Leute Jäger und Sammler. Dies erfordert zum einen eine gewisse Beweglichkeit und bringt zum anderen eine gewisse Unstetigkeit in der Versorgung mit sich.

Wildtiere allgemein haben selten eine starke Fettschicht, sofern sie nicht in besonders kalten Gegenden leben, um die als Isolierung benötigen.

Es spricht aus meiner Sicht daher vieles dafür, dass es eher kurze Perioden gab, in denen das Essen so reichlich war, dass die Leute dick wurden und andere Perioden, in denen von diesen Vorräten gezerrt werden musste.

Zudem ist zu bedenken, wie man dick werden konnte: Ich gehe davon aus, dass über eine vegetarische Ernährung, gerade im Winter, nur selten ein wirklich großer Leibesumfang erzielt werden konnte. Zu bedenken ist dabei, dass es heute zwar dicke Vegetarier gibt, diese aber auch viele Fette und andere Kalorienträger nutzen können, die durch Weiterverarbeitung konzentriert wurden. Zuckerhaltige Nahrung wie Süssigkeiten mit aus Zuckerrüben etc gewonnen Zucker oder aber Milchprodukte wie stark fetthaltiger Käse waren in der Steinzeit weit weniger vorhanden. Auch hatten die anderen Früchte nicht die durch die Zucht im Ackerbau erreichte Nahrhaftigkeit.

Proteine und Fette werden Steinzeitmenschen insbesondere durch Fleisch zu sich genommen haben.

Gerade die Großwildjagd mag es dabei ermöglicht haben, erhebliche Kalorien zu sich zu nehmen und dabei Fette abzulagern.

Auch Spezialisierungen und Handel könnten dazu beigetragen haben, dass einige Leute sich den Luxus geringerer Bewegung und beständiger guter Nahrung leisten konnten.

Bezüglich des Fleisches wird die These vertreten, dass hier der Jagderfolg auf die Sippe umgelegt wurde. So kann sich beispielsweise die reziproke Großzügigkeit entwickelt haben, ein eingeschränkter Altruismus auf der Grundlage gegenseitiger Unterstützung in Notzeiten. Gerade bei Fleisch, dass schnell verdirbt, lohnt sich eine Vorratshaltung von vorneherein nicht. Ein erlegtes Mammut wird der Jäger nicht alleine essen können, eine gewisse Großzügigkeit lohnt sich, gerade wenn man davon ausgehen kann, dass der nächste der einen Mammut erlegt, ihn wiederum mit einem selbst teilt. Selbst wenn Frauen kein Mammut jagen konnten und sich insoweit nicht revanchieren konnten, lohnt es sich unter dem Gedanken, dass eh keine Vorratshaltung möglich war, umfassend großzüggig zu sein und so seine eigene Stärke darzustellen. Wer Fleisch verschenken kann, der muss ein guter Jäger sein, der muss eher als andere seine Kinder im Notfall versorgen können, dessen Kinder werden eher überleben, es lohnt sich also der andere Teil dieser Gene zu sein, die in diesen Kindern stecken.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen, die dick waren, daher bereits einen Mann hatten, und zwar einen, der gut im jagen und damit wahrscheinlich auch im kämpfen war, müßte damit recht hoch gewesen sein. Sofern sie nicht bereits einen Partner hatten, der sie versorgt, werden sie zumindest einen höhergestellten Vater, Bruder oder sonstigen männlichen Ersatzversorger etc gehabt haben. Es kann auch sein, dass der Stamm, in dem sie lebte, gerade zufällig Großwild erlegt hatte, es reicht aber nicht sehr weit zurück. Der Umstand, dass eine Frau dick war, musste daher nicht unbedingt etwas über ihre Fähigkeit dauerhaft Essen herbeizubringen, sondern evtl. nur etwas über die Fähigkeit bestimmter Männer, Essen herbeizubringen aussagen. Eine solche Frau zu umwerben musste damit nicht unbedingt vorteilhaft für die eigenen Gene sein.

Hingegen reicht die Vermutung, dass sie eine gute Kandidatin für gesunden Nachwuchs ist, bei einer sportlichen Frau weiter zurück. Denn der Aufbau von Muskeln erfordert ein eigenes Tun der Frau über einen längeren Zeitraum und nicht die Handlungen anderer. Es zeigt, dass sie über einen längeren Zeitraum die passende Energie hatte um die Muskeln aufzubauen.

An den Hinternmuskeln kann man beispielsweise sehen, dass sie entweder viel gelaufen ist oder aber sich mit Gewichten häufig gebückt hat.

Allerdings deuten zu viele Kraftmuskeln eher auf zuviel Testosteron hin, weswegen wir eher Ausdauermuskeln bei Frauen interessant finden.

Eine Bewertung solcher Muskeln ist natürlich bei einer schlanken Frau wesentlich einfacher als bei einer sehr dicken Frau.

Es erscheint mir daher durchaus logisch, wenn Männer im Schnitt schlanke, sportliche Frauen interessanter finden als dicke Frauen.

Nymphomanie und Klüver-Bucy-Syndrom

Ein interessanter Bericht über Nymphomanie aufgrund des Klüver-Bucy.-Syndroms findet sich bei Slate (via Nerdcore):

Although Klüver-Bucy Syndrome is relatively rare, it’s one of the most notorious neurological causes of a complete breakdown in one’s ability to control sexual urges. (…) Dramatic case studies illustrating the devastating effects of Klüver-Bucy Syndrome abound in the clinical literature, and they raise intriguing philosophical questions for us to consider. That some patients so stricken are overcome with excessive carnal urges and are not simply using the disorder as a convenient excuse to become freely promiscuous, lewd, and lascivious is perhaps best demonstrated by a 1998 Clinical Neurology and Neurosurgerystudy by Indian neurologist Sunil Pradhan and his colleagues. In this report, a group of boys between the ages of 2.5 and 6 began to exhibit hypersexualized behaviors after partially recovering from comas induced by herpes encephalitis. One to three months after emerging from the comatose state, „all seven children,“ note the authors, „demonstrated abnormal sexual behavior in the form of rhythmic hip movements (two patients), rubbing genitals over the bed (two patients) and excessive manipulation of genitals (all seven patients).“ Were these children just helpless, hapless puppets of their ancient, pleasure-driven brains? The authors believe so. „As all patients [at the time of study], except one, were 4 years of age, with no possibility of environmental learning of sex, these movements most probably represented phylogenetically primitive reflex activities.“ (…)

In a 2005 letter to the editor of European Psychiatry, two physicians describe the case of a 14-year-old schoolgirl („Ms. A“), who, prior to developing Klüver-Bucy Syndrome after being in an encephalitis-caused coma, „was an intelligent and social girl with a good academic record.“ This quiet, well-behaved teenager became somewhat challenging, to say the least, after recovering from her illness. You think you’re raising a difficult teen? Consider what these parents were dealing with:

[T]he patient started … disrobing in front of others, manipulating her genitals, and making sexual advances toward her father. She would lick any object lying on the ground and whenever she got an opportunity, she would rush to the toilet and try to put urine and feces into her mouth (urophagia and coprophagia, respectively).

In another case, an epileptic woman underwent an unsuccessful left temporal lobectomy to help stop debilitating seizures. Klüver-Bucy symptoms, including hypersexuality, emerged following the surgery. She began masturbating in public and aggressively soliciting her family members and neighbors for sex. After having another seizure, she was brought to the emergency room, where, after a half hour in the waiting area, she began performing fellatio on an elderly cardiac patient. (This may or may not be one of the few examples where one person’s syndrome is another’s lucky day; it’s also unclear if this was a display of hypersexuality or hyperorality, but it’s inevitable, perhaps, that the twain should occasionally meet.)

Other temporal-lobe epileptics have also exhibited hypersexuality in the „postictal“ state, which is the period of recovery time following a seizure. In a recent issue of Epilepsy and Behavior, New York University neurologist Vanessa Arnedo and her colleagues present the case of a 39-year-old man who began having semi-frequent seizures during the middle of the night. After nocturnal convulsions, he’d sleep for another 10 minutes, wake up, and then rape his wife. (In the authors‘ more delicate wording, he was described as „becoming sexually aggressive toward his wife by forcing intercourse.“) Importantly, however, „the tremendous remorse and abhorrence for what he had done when he learned of his actions led him to pursue possible surgery mainly to eliminate this postictal behavior.“

Dies zeigt meiner Meinung nach, wie deutlich unsere Biologie in uns wirkt. Wir sind nicht frei uns zu verhalten, wie wir wollen, sondern unterliegen bestimmten Motivationen und Wünschen, die wir zwar ausgestalten können und auch mißachten können, es erscheint uns aber logisch, ihnen bis zu einem gewissen Grad nachzugehen. Fällt ein Teil aus, dass eine gewisse Hemmung bewirkt, dann brechen sich die Triebe nach wie vor eine Bahn.

Schönheit: Kultur oder Biologie

Wie bereits in dem Artikel bezüglich der Gegenargumente zur  Queer Theorie geschrieben ist es für Lebewesen sehr hilfreich, wenn sie fest abgespeicherte Schönheitsideale haben, die „gute Gene“ und damit eine hohe Wahrscheinlichkeit auf gesunden, erfolgreichen Nachwuchs anzeigen. Das ist beim Menschen nicht anders. Hätten wir solche Merkmale nicht abgespeichert, so wäre es nur sehr schwer möglich einen biologisch „guten“ Partner zu finden. Das wiederum würde die Evolution erheblich verlangsamen oder in ungünstige Richtungen führen (zu einer entsprechenden Diskussion zwischen mir und Heinz vergleiche hier).

Es verwundert insofern nicht, dass diese Auffassung auch in der Attraktivitätsforschung weit verbreitet ist:

Die Antwort der Wissenschaft lautet klipp und klar: Schönheit ist alles andere als relativ. Quer durch alle Schichten der Gesellschaft, durch alle Kulturen und Kontinente, unabhängig von Alter, Beruf oder Geschlecht – überall werden dieselben Gesichter als attraktiv wahrgenommen.“ Renz zufolge gibt es zwar geschmackliche Unterschiede bei unserem Attraktivitätsempfinden, diese unterliegen aber allgemeinen, kulturübergreifenden Grundschemas. Denn das Aussehen liefert einen schnellen und gut einschätzbaren Hinweis darauf, ob sich der andere als Partner für gemeinsame Kinder eignet.

Dies ist meiner Meinung nach auch der wesentliche Fehler in den Gender-oder Queerbetrachtungen des gleichen Themas. Die kleinen Unterschiede werden überbewertet, die großen Zusammenhänge die kulturübergreifend sind daher nicht wahrgenommen.

Wenig überraschend werden zudem Gesichter als attraktiv empfunden, die nicht zu kindlich wirken, sondern bereits auf eine sexuelle Reife schließen lassen. Ebenso wirkt ein breites markantes Kinn attraktiver als ein kindliches Gesicht.

Bei Frauen schwanken die Vorlieben mit dem Zyklus: An fruchtbaren Tagen möglichst männlich, an nicht so fruchtbaren Tagen kann es dann auch etwas mehr Versorgertyp sein. Wie man dies angesichts der verdeckten Ovulation mit einer gesellschaftlichen, kulturellen Prägung erklären will leuchtet mir nicht ein.

In der Wikipedia ist es noch etwas vorsichtiger formuliert:

Jüngere Forschungen deuten darauf hin, dass Schönheitsempfinden eine deutliche genetische Komponente besitzt. Die evolutionsbiologische Erklärung für Schönheitsideale ist, dass empfundene Schönheit mit evolutionär vorteilhaften Eigenschaften korreliert. So wurde in Experimenten gezeigt, dass in allen Kulturen Frauen mit einem bestimmten Taille-Hüft-Verhältnis von den Testsubjekten als schön angesehen werden, und gleichzeitig höhere kognitive Fähigkeiten aufweisen. Symmetrie wird als schön empfunden und ist gleichzeitig ein Indiz für Gesundheit. Auch gibt es Hinweise, dass hinsichtlich der Schönheit von Gesichtern ein goldener Schnitt existiert. So sei ein vertikaler Abstand zwischen Augen und Mund von 36% der Gesichtslänge und ein horizontaler Abstand zwischen den Augen von 46% der Gesichtsbreite ideal. Diese Proportionen entsprechen dem durchschnittlichen Gesicht, welches zudem, ähnlich wie Symmetrie, Gesundheit signalisiert.

Warum sich die Menschheit aus Kulturgründen gerade auf diese Maße einigen sollte und nicht gerade bei teilweise sehr entfernten Kulturen unterschiedliche Vorlieben auftreten sollten erschließen sich nicht.

Dies macht deutlich, dass es eine Vielzahl von Schönheitsfaktoren gibt, die gleichbleibend sind.

Üblicherweise der größte Streitpunkt in solchen Debatten ist das Gewicht. Dabei wird gerne auf den Barock oder den Orient oder afrikanische Länder verwiesen und darauf abgestellt, dass dort wesentlich üppigere Formen modisch sind, so dass dieser Faktor nur eine Kulturfrage sein konnte.

Diese Frage wird sich nicht abschließend klären lassen. Ich möchte dennoch etwas spekulieren:

Fett von vorneherein zu verdammen bringt aus biologischer Sicht wenig. Schließlich sind es zunächst einmal Nahrungsreserven, die der Körper vorhält und die ihn Notzeiten überstehen lassen. Allerdings kann ein zu dicker Körper wieder erhebliche Nachteile haben. Bezüglich des Sexes habe ich das schon einmal in dem Artikel „Fett sein und die Nachteile beim Sex bei Mann und Frau“ dargestellt. Dick sein schränkt die Bewegungsfreiheit ein, macht anfälliger für Krankheiten, belastet die Gelenke etc.

Allerdings könnten andere Faktoren dennoch dazu führen, dass sich Schönheitsideale wandeln können und auch schlank aus biologischen Gründen attraktiv ist.

Als Pluspunkte für ein schlankes Schönheitsideal ist folgendes zu nennen:

  • Erkennbarkeit von Schwangerschaften: Bei Frauen erlaubt ein flacher Bauch die Einschätzung, ob die Frau schwanger ist. Dies zu erkennen bietet dem Mann in jedem Fall einen Vorteil, da er sie wenn sie schwanger ist nicht selbst schwängern kann. Nichtschwangeren Frauen bietet es zudem einen Vorteil dies auch deutlich zu machen, was einer der Gründe dafür sein dürfte, dass Frauen im Gegensatz zu Männern weniger Fett am Bauch ablagern
  • Erkennbarkeit von Muskeln und allgemeiner Fitness: Bei einer schlanken Frau ist besser zu erkennen, ob sie sportlich ist. Muskeln sind ein besserer Indikator für die Überlebensfähigkeiten, da Muskeln unter steinzeitlichen Bedingungen nur bei guter Versorgung aufgebaut werden können und auch dann nur erhalten werden können, insbesondere da Muskeln vor Fett abgebaut werden, wenn dem nicht durch Bewegung entgegengewirkt wird.
  • Vortäuschen eines besseren Hüft-Taile-Verhältnisses: Durch den immer größer werdenden Kopf menschlicher Kinder im Rahmen der Evolution lag ein gewisser Selektionsdruck auf Frauen breitere Hüften zu bekommen, die sie ja auch jetzt noch haben. Ebenso bestand ein Selektionsdruck bei Männern genau solche Frauen zu bevorzugen. Eine schlanke, sportliche Frau wirkt aber als hätte sie ein im Verhältnis breiteres Becken, weil ihre Taile dünner wird. (Gleichzeitig wirkt das Becken im Verhältnis zum Restkörper, insbesondere den Schultern etc nicht zu breit). Darauf dürfte die Vorliebe von Männern für Frauen mit einer Stundenglasfigur resultieren.
  • Gegenmaßnahme Brüste: Durch eine Vorliebe für Brüste, die bei unterernährten Frauen dementsprechend klein waren, konnte verhindert werden, dass Männer zu schlanke Frauen wählten (ein Umstand für den die Push-up-BH-Industrie und die kosmetische Chirugie heute sehr dankbar sind

Es ist also durchaus möglich, dass Attraktivitätsmerkmale sowohl für dicke als auch für dünne Körper abgespeichert sind, aber je nach Kultur und Gesellschaft und Zeit einzelne dieser abgespeicherten Merkmale entsprechend gewertet werden.

So wäre eine Vermutung, dass es in Afrika mit einem recht warmen Klima eine bessere Versorgungslage gab als im vergleichsweise kalten Europa. Eine schlechte Versorgungslage hat zur Folge, dass es weniger Dicke gibt und demnach die anderen Attraktivitätsmerkmale wichtiger sind und demnach auch eine höhere Bedeutung in der Bewertung bekommen können, weil der schlanke, aber sportliche Körper, dass heutige Schönheitsideal, mehr Informationen bereit stellt.

Zu bedenken ist auch, dass es Phasen guten Jagderfolges gegeben hat, indem dann die ganze Gruppe dick war und Phasen großen Hungers, indem die ganze Gruppe dünn war, da Nahrung geteilt wurde. Die dünnen Phasen dürften dabei überwogen haben. Dies führt dazu, dass man eine Wertung zwischen dicken und dünnen Frauen nicht vornehmen musste. Gerade in dünnen Zeiten wurde die Wahl aber entscheidender, da dann ein Überleben des Nachwuchses unwahrscheinlicher wurde, wenn die Voraussetzungen  schlecht waren.

Auch gesellschaftliche Faktoren können zu einer Heranziehung einiger biologischer Faktoren und der Ausblendung anderer zu einer bestimmten Zeit beigetragen haben.

So war es im Barock eher üblich dicke, den Körper verhüllende Kleider zu tragen, bei denen man einen Großteil des Körpers nicht sehen konnte. Der Hintern und die Beine waren unter Röcken verborgen, der Bauch unter sehr viel Stoff, die Brüste hingegen wurden betont. Da der Körper nach dieser Mode zum Teil ausgeblendet wurde und seine Form durch Reifröcke ersetzt aber gleichzeitig unkenntlich gemacht wurde fallen eine Menge Faktoren weg, die bei einem schlanken Körper überprüfbar wären. Der flache Bauch beispielsweise war nicht erkennbar, wurde aber durch ein Kleid mir gerade Bauchpartie angedeutet. Bei einer solchen Reduzierung erlangen dann andere Attribute, wie etwa ein großer Busen höhere Bedeutung, so dass Körperformen bevorzugt werden, die diesen betonen. Wer also wieder eine Rückkehr zum Schönheitsideal des Barocks will, der müsste auch wieder die verhüllende Kleidung einführen. Zudem sollte man, bevor man sich zu einer Rückkehr zu diesem Schönheitsideal entschließt, vor Augen halten, dass das Schönheitsideal damals zwar mehr Fett zuließ, damit ein größerer Busen erreicht werden konnte, andere Folgen des Fetts, inbesondere an der Taile aber durch ein Korsett abgefangen wurden. Hier zeigt sich, dass eine schmaler Körper mit flachen Bauch und  großen Brüsten vorgetäuscht werden sollte. Was zu den oben dargelegten Schönheitsidealen passt.

Auch ist es denkbar, dass bestimmte Merkmale zu bestimmten Lagen passend aktiviert werden. So hat man festgestellt, dass hungrige Menschen mit mehr Gewicht einverstanden sind, haben sie gegessen lässt dies wieder nach. Auch hier erscheint mir eine biologische Koppelung logischer als eine kulturelle Koppelung, die unabhängiger vom Hunger sein müsste.

Kultur an sich kann auch eine Überbetonung eines Merkmals hervorrufen, die eigentlich nicht verständlich ist, aber in der Regel einen biologischen Kern haben wird. Die „Lotusfüße“ in China, also die Verstümmelung der Füße junger Mädchen durch umbinden, haben einen biologischen Ursprung darin, dass kleine Füße tatsächlich etwas über eine gesunde Entwicklung aussagen, da sie auf einen normalen Hormonspiegel und eine gesunde Kindheit hinweisen. Die Natur musste keine Gegenmaßnahmen gegen das Verkrüppeln von Füßen entwickeln, weil dies unter normalen Umständen nicht zu erwarten war. Demnach konnte diese Technik als attraktiv wahrgenommen werden.

Ebenso verhält es sich mit den Maßnahmen der modernen Schönheitsindustrie: Große, feste, gleichmäßige Brüste an einem schlanken sportlichen Körper weisen auf einen guten Körper hin. Die Effekte lassen sich allerdings vortäuschen.

Auch Mode geht in diese Richtung: Das alle Anzüge Schulterpolster haben um ein breites Kreuz bei Männern vorzutäuschen und es keine Männerkleidung gibt, die die Schultern optisch verkleinert ist eine Auswirkung der abgespeicherten Schönheitsmerkmale.

Ich bin der Auffassung, dass das heutige Schönheitsideal der Männer das gesündeste Schönheitsideal ist, dass wir bisher für Frauen hatten.

Denn die Frauen, die Männer attraktiv finden sind sportlich und noch im Bereich eines relativ normalen BMI. Laut der BMI-Tabelle auf Wikipedia ist ein BMI von 18,5 noch normal, erst darunter beginnt Untergewicht. Ein paar Stars zum Vergleich:

  • Nathalie Portman: BMI 18,8
  • Megan Fox: BMI 18,6
  • Jessica Alba: BMI 19,7
  • Eva Longoria: BMI 19,5

Laufstegmodells repräsentieren eher ein weibliches Schönheitsideal. Denn Frauen halten dünnere Frauen für attraktiver, genauso wie Männer muskulösere Männer attraktiver finden. Beide Geschlechter übertreiben in ihrer Eigenwahrnehmung.

Es ist ein Schönheitsideal, dass es Frauen erlaubt Spitzensportlerin zu sein und gleichzeitig attraktiv. Es ist ein Schönheitsideal, dass eine Lebensweise mit gesunder Ernährung und viel Sport ermöglichst. Welches andere in der Geschichte verwendetes Schönheitsideal wäre besser?