Frohe Weihnachten 2012

Ich wünsche allseits frohe Weihnachten!

 

Ich hoffe allseits gab es schöne Geschenke und die eigenen sin gut angekommen. Ich feiere klassisch mit Kartoffelsalat und Würstchen.
Wer noch nicht hinreichend in Stimmung ist: Einfach „Last Christmas“ noch fünfmal anhören., dann sollte es geschafft sein.

Weihnachtsmärkte und Geschenke

Da abends alle eh zum Weihnachtsmarkt und zum Einkaufen stürzen hier ein thematisch passender Artikel:

  • Weihnachtsmärkte sind schon eine nette Sache, wenn auch Glühwein sehr süss und Weihnachtsmusik mitunter recht nervig ist (wobei ich „Last Christmas“ eigentlich ganz gerne mag). Aber man kann sich recht unkompliziert einfach mal zum Weihnachtsmarkt verabreden und man trifft recht viele Leute dort, zumindest wenn man einen einigermaßen lokalen Weihnachtsmarkt hat. Ich finde auch das Weihnachtsmarktessen teilweise ganz lecker, es hat ja jede Region da so seine Spezialität
  • Traditionell kaufe ich Geschenke eher spät, man braucht ja etwas Druck und verschiebt es vorher als Berufstätiger auch ganz gerne, aber vielleicht hat ja der ein oder andere ein paar gute Ideen:
    • Welche Geschenke findet ihr für das andere Geschlecht gut?
    • Welche gehen aus eurer Sicht gar nicht?

Schlechte Geschenke und ihr Einfluss auf eine Beziehung

Passend zur Weihnachtszeit hier noch eine interessante Studie zur Auswirkung auf die Partnerschaft:

We tested the hypothesis that gifts act as markers of interpersonal similarity for both acquaintances and close relationship partners. Participants were led to believe that a new opposite sex acquaintance (Experiment 1) or romantic partner (Experiment 2) had selected either a desirable or undesirable gift for them. In Experiment 1, men viewed themselves as less similar to their new acquaintance after receiving a bad versus good gift from her, whereas women’s perceived similarity ratings were unaffected by gift quality. In Experiment 2, men reported decreased similarity to their romantic partner after receiving a bad gift, whereas women responded to the bad gift more positively; perceived similarity, in turn, had an impact on participants‘ evaluations of the relationship’s future potential. This research highlights the need for more experimental work on gift-giving, which has been largely overlooked by mainstream social psychologists despite its economic and interpersonal significance.

Quelle: The Gift of Similarity: How Good and Bad Gifts Influence Relationships

Also nochmal: Bei Männern findet sich die zu erwartende Wirkung: Bei schlechten Geschenken fühlen sie sich weniger gleich, sehen eine Differenz zum Partner, ein „Wie kann er denken, dass ich dieses Geschenk gut finde?“-Effekt.+

Frauen hingegen fanden den Partner nach einem schlechten Geschenk positiver.

Eine Erklärung dazu aus dem PsyBlog:

Dunn and colleagues explain that the more threat women felt to their relationship (i.e. from the poor gift), the more they tried to protect against this threat. With a new acquaintance in the first experiment there wasn’t much relationship to protect, so the bad gift had no effect compared to the good gift. But when there was a substantial existing relationship to protect, women were motivated to guard against this potential threat. Men, in contrast, made no such effort, saying they didn’t like their partner’s choice and, by extension, their partner.

Now before men start thinking they can use these experiments to justify giving their partners poor gifts, remember that these studies are short-term and probably only represent men and women’s first instinct when receiving good and bad gifts.

The real lesson is that women are more motivated than men to marshal psychological defence mechanisms to protect against the damaging effects of poor gifts. Over the long-term the story is likely to be the same for both sexes: bad gifts damage relationships by chipping away at their heart; the feeling that in this big, bad world you’ve found someone who really understands you, and knows what you like.

Die psychologischen Verteidigungsmechanismen sind interessant. Roissy würde hier von dem „Rationalisation Hamster“ sprechen, bei dem sich Frauen entweder die Bestimmung schön denken und die Schlechtigkeit runterspielen oder aber sich selbst schlechter denken, weil er ihnen ja sonst etwas besseres geschenkt hätte. Der gleiche Ansatz, der auch den Neg oder den False Disqualifer eine Rolle spielt.

Es gibt uns Männern zudem eine schöne Entschuldigung: Warum ich dir so etwas schlechtes geschenkt habe? Weil mir unsere Beziehung etwas bedeutet mein Schatz!

Ich vermute allerdings, dass sie den wenigsten Frauen genügen wird 😉

Frohe Weihnachten 2011!

Allen Lesern ein schönes Weihnachtsfest, wenn sie denn feiern!

Ich sehe es eher als Familienfest, da mich der religiöse Aspekt nicht interessiert, aber ich mag unsere Familientraditionen, mit gemeinsamen Singen unter dem Weihnachtsbaum, einer genau geplanten Geschenkeverteilung in bestimmten Reihenfolgen, überschwenglicher Freude über die Geschenke, Kartoffelsalat und Würstchen heute, dann morgen die Weihnachtsgans.

Das alles sind schöne Sachen, und es ist zudem eine gute Gelegenheit auch ein paar Schulfreunde wiederzutreffen, da es ja gerade an Weihnachten die Leute immer mal wieder zu ihren Eltern zieht.

Ein Thema für die, die nicht feiern oder zwischendurch natürlich gerne hier etwas diskutieren wollen um nicht aus der Übung zu kommen ;.)

Weihnachten ist das Fest der Geschenke. Geschenke sind aus evolutionärere Sicht zunächst erst einmal etwas merkwürdiges, weil man damit Ressourcen weggibt ohne etwas zu erhalten.

Allerdings wird Schenken dann sinnvoll, wenn man davon ausgehen kann, dass Großzügigkeit durch ein Geschenk der anderen Seite ausgeglichen wird. Es ist die Reziprozität, also das Prinzip der Gegenseitigkeit, dass Schenken biologisch ermöglicht. Ich hatte dazu auch schon einmal etwas in „Kooperatives Verhalten und Gruppenbildung“ geschrieben. Ein Großteil menschlichen Handelns und Denkens ist darauf ausgerichtet diese Reziprozität zu ermöglichen, sei es unser Gedächtnis für Personen, unser Gerechtigkeitssinn, unser Gefühl der Dankbarkeit und unserer Verständnis von Schuld. Wir sind darauf ausgerichtet etwas zurück zu bekommen, wenn auch möglicherweise erst später und auf andere Art. Deswegen kann Schenken eine Verpflichtung begründen und das zu geringe Geschenk peinlich sein und Verärgerung auslösen. Und deswegen kann ein zu großzügiges Geschenk ebenfalls Verärgerung auslösen, weil es als eine Gegenschuld begründend angesehen wird. Schenken ist also eine heikle Sache.

Etwas abgemildert wird dies dadurch, dass man mit Schenken auch einfach nur Darstellen kann, dass man jemand ist, der schenkt, der also das System nicht ausnutzt und daher eines eigenen Geschenks würdig ist. Schenken kann zudem ein „Costly Signal“ sein, dass die eigene Fähigkeit dazu darstellt. Das Ermöglicht großzügige Spenden an „Die Armen“, die das natürlich nicht zurückgeben können oder an die Gemeinschaft an sich.

Wo seht ihr die Grundlagen des Schenkens? Über welches Geschenk habt ihr euch am meisten geärgert, mit welchem ganz daneben gelegen?

Jedenfalls noch einmal: Frohe Weihnachten!