Sexuelle Reize in unpassenden Situationen und die Anstrengung sie nicht wahrzunehmen

Der Kiezneurotiker schreibt in einem Beitrag zu Azubis in seiner Firma, die ihn mit dem Einsatz ihrer weiblichen Reize für sich einnehmen wollen:

Bling Bling Kuller Kuller. Die Brüste machen Kapriolen im viel zu engen Trägerteil. Nicht hinschauen. Wenn du da einmal hinschaust, dann hat sie dich. Und wenn das Jabba, die Frauenbeauftragte, sieht, dann zieht sie dir die Eier lang und wedelt mit der Heckenschere. Denn sexuelle Belästigung ist es nicht, mir die Dinger direkt vor die Augen zu hängen, sondern erst dann, wenn ich endlich doch einmal drauf schaue.

Es kostet eine Menge Kraft, sich dem entgegenzustellen. Mich macht es müde, als Mann unter dem Generalverdacht zu stehen, so etwas zu mögen, obwohl ich wetten könnte, dass es den meisten Männern unangenehm ist. Ich mag es auch nicht. Es ist offensiv, anmaßend, belästigend und es beleidigt mich, wenn man glaubt, dass das Wackeln mit den sekundären Geschlechtsmerkmalen Einfluss auf meine Notengebung haben könnte. Nein, hat es leider nicht. Ich habe schon so viele Brüste in meinem Leben gesehen, die meisten davon schöner als diese hier, ich muss im Anschluss nicht auf die Toilette, um Fünf gegen Einen zu spielen.

Finde ich einen guten Text, der das Problem auch passend darstellt. Das nicht reagieren dürfen auf sexuelle Reize, weil man in einer professionellen Atmosphäre ist oder weil es eben nicht angemessen wäre, es in diesem Moment zu bemerken, kann sehr nervig sein.

Hier mal ein Testbild, zur für den heterosexuellen Mann unnötigen Veranschaulichung:

tuesday-dar-13

 

 

Ich habe nichts gegen sexy gekleidete Frauen, aber in bestimmten Situationen, insbesondere dann, wenn man es eben nicht wahrnehmen darf, finde ich es ebenfalls sehr anstrengend an den sexuellen Reizen vorbeizuschauen. Ist es dann auch noch eine Situation, bei der man merkt, dass die Frau einen damit beeinflussen will, dann kann es in einem professionellen Umfeld ärgerlich sein.

Tatsächlich hatte ich es im direkten Kolleginnenumfeld bisher recht selten. Die ein oder andere Kundin war schon einmal sehr sexy gekleidet oder noch schlimmer, die volljährige Tochter von Kunden, da macht es sich ja noch schlechter, wenn man die angeifert.

Das hat auch wenig damit zu tun, dass die Kleidung einer Frau nichts darüber aussagt, ob man sie belästigen darf, sondern eher damit, dass ein Ignorieren eines Reizes erzwungen wird.

Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass einige Frauen ihre Reize in solchen Situationen sehr gerne einsetzen, vielleicht in der eher harmlosen Form, bei der es sie freut, dass sie eine gewisse Macht über ihn haben und er sie beachtet, aber natürlich auch, um es in bestimmten Situationen leichter zu haben. Sexuelle Reize holen eben häufig den weißen Ritter in Männern heraus oder bringen sie dazu, dass sie die Gunst der jeweiligen Frau erhalten wollen.

Spielen mit Geschlechterklisches

Bei einem befreundeten Paar zu Besuch. Er erzählt von einer gemeinsamen späten Autofahrt:

Er: „…und sie sollte mir eigentlich helfen wach zu bleiben, aber kaum saßen wir im Auto ist sie eingeschlafen und ich konnte sehen wo ich bleibe!“

Sie: (rutscht etwas näher an ihm ran, kuschelt sich mit ihrem Kopf an ihn, legt ihre Hand verführerisch auf seine Oberschenkelinnenseite, guckt von unten mit extra großen Augen auf und sagt mit unschuldigster Klein-Mädchen-Stimme)

„Ich fühle mich bei dir eben so sicher und behütet!! Da bin ich sofort müde geworden“

Ihr Kopf streichelt wie der einer Katze an ihm entlang

Er (Grinst zufrieden, leicht ironisch): „Ja, natürlich, wie könntest du auch nicht? Ich Autofahrerheld!“

Sie: „MEIN Autofahrerheld!“ Sie drückt ihm mit leuchtenden Augen eine Kuss auf den Mund.

Beide lachen.

Kalte, erfolgsgeile Business-Lady vs. schurrende liebevoll Miezekatze

Gerade auf dem Blog „Mein Singlebuch“ gelesen:

Ich will keine knallharte, erfolgsgeile und kalte Business-Lady zu Hause haben, keine dieser „Kampflesbe“ – da könnte ich ja gerade mit einem Mann ins Bett! Sondern eine schnurrende, liebevolle Miezekatze. Natürlich soll sie selbstbewusst sein, Charakter und ihren eigene Willen haben, eben alles Attribute welche eine Katze besitzt.

Ich könnte mir vorstellen, dass viele Männer da durchaus zustimmen. Genauso wie viele Frauen keine Softies wollen. Es ist nicht das selbstbewußte, was Männer nicht mögen, oder der eigenen Willen, es geht also nicht in Richtung „sei dem Patriarchat Untertan“, sondern – da würde ich dem Verfasser zustimmen – das harte, kalte, was einer Frau nicht steht.

„Spenglers universelles Gesetz der Geschlechterparität“

Nicht weniger als ein universelles Gesetz der Geschlechter will Spengler gefunden haben (via). Es lautet wie folgt:

In every corner of the world and in every epoch of history, the men and women of every culture deserve each other.

Spengler meint damit wohl, dass Männer und Frauen die jeweilige Kultur erzeugen, in der sie leben und diese dann jeweils bestimmte Anforderungen an die Menschen stellen, bei Amerikanern zB eine gewisse Sportverliebtheit, was zur Folge habe, dass Frauen dort männlicher, wettbewerbsorientierter sein müssten.
Bardamu (siehe via) bezieht es darauf, dass Frauen nicht erwarten können, dass Männer „echte Kerle sind“ (als Antwort auf einen „Wo sind all die guten Männer hin“, wenn Frauen im Gegenzug auch keine „echten Frauen“ mehr sind.

Ungeachtet dieser Beispiele finde ich die dort vorgeschlagene Parität eigentlich ganz interessant. Das sich die Geschlechter gegenseitig beeinflussen denke ich auch, schon weil gesellschaftliches Verhalten stets von beiden Geschlechtern geschaffen wird.

Weibliche Attraktivität und männlicher Testosteronspiegel

Eine interessante Studie zeigt, dass Frauen, die weiblicher sind, als attraktiver bewertet werden, wenn der Testosteronspiegel des Mannes hoch ist.

Many studies have shown that women’s judgments of men’s attractiveness are affected by changes in levels of sex hormones. However, no studies have tested for associations between changes in levels of sex hormones and men’s judgments of women’s attractiveness. To investigate this issue, we compared men’s attractiveness judgments of feminized and masculinized women’s and men’s faces in test sessions where salivary testosterone was high and test sessions where salivary testosterone was relatively low. Men reported stronger attraction to femininity in women’s faces in test sessions where salivary testosterone was high than in test sessions where salivary testosterone was low. This effect was found to be specific to judgments of opposite-sex faces. The strength of men’s reported attraction to femininity in men’s faces did not differ between high and low testosterone test sessions, suggesting that the effect of testosterone that we observed for judgments of women’s faces was not due to a general response bias. Collectively, these findings suggest that changes in testosterone levels contribute to the strength of men’s reported attraction to femininity in women’s faces and complement previous findings showing that testosterone modulates men’s interest in sexual stimuli.

Wenn Männer also ein hohes Interesse an Sex haben, dann nehmen sie sexuelle Stimulationen eher wahr. Dies korrespondiert damit, dass Schönheit allgemein mit einem hohen Östrogenwert korreliert, der auch wiederum für eine hohe Fruchtbarkeit spricht. Denn weibliche Gesichter entstehen wiederum bei einem hohen Östrogenwert. All dies deutet darauf hin, dass Schönheitsideale biologische Ursprünge haben.

Das Frauen an ihren fruchtbaren Tagen eher auf männlichere Männer stehen vervollständigt dieses Bild. Sexuelle Anziehung ist ein biologisches Programm um die bestmögliche Weitergabe der Gene zu ermöglichen. Da die Geschlechter unterschiedliche genetische Anpassungen an die hauptsächlich erledigten Arbeiten erlebt haben, die einen Sexualdimorphismus hervorgerufen haben, ist es die sicherste Wette einen Partner auszusuchen, der sich an diese Arbeiten am besten angepasst hat, also die typische Frau und den typischen Mann. Sexuelle Selektion, und nicht gesellschaftlicher Druck, formte dann das Gerüst der Geschlechterrollen, das durch Kultur lediglich ausgefüllt wurde.