„Frauen werden diskriminiert“ als einzig zulässiger Erklärungsansatz

Eigentlich hatte ich vor einen Artikel zu „Frauen werden im Beruf ausgebremst“ zu schreiben, aber Tom hat bereits das Nötige gesagt.

Was mir aber dabei ganz allgemein noch einmal aufgefallen ist, ist der starre Frame, den all diese Artikel haben:

Die Idee, dass Unterschiede zwischen den Geschlechtern nur auf Diskriminierung oder einer Behinderung von Frauen beruhen können

Dieser Frame ist so stark, dass er gar nicht mehr hinterfragt wird, die Kausalität wird quasi automatisch in diese Richtung angenommen. Dabei kann sie eben auch genau andersherum verlaufen:

Nicht die Umstände sind schuld an der Position der Frauen, sondern die Frauen produzieren die Umstände selbst.

Tom führt das sehr berechtigt aus, dass diese Position durchaus nahe liegt:

Wieso ist “ständig verfügbarer Siegertyp auf der Überholspur” eine männliche Rollenvorstellung? Wir reden hier über einen Vorstandsjob. Nicht über den Schichtleiter bei Daimler. Fragt mal einen Gründer, wie verfügbar er sein muss. Und natürlich gehört auch Ehrgeiz dazu.

oder:

Man könnte sich nun hinstellen und sagen, ok, da hatten die befragten Frauen eine falsche Vorstellung, was es heisst, Topmanager zu sein. Das ist doch nicht meine Welt, mir ist mein Privatleben wichtiger als meine Karriere. Absolut ok, nachvollziebar und verständlich.
Aber nein. Die Arbeitswelt muss sich ändern.

Diese einseitige Berichterstattung, die nur eine Betrachtungsweise zulässt und eine Betrachtung der anderen nicht vornimmt, beruht auf einer erfolgreichen Tabuisierung.

Dieses Tabu zu hinterfragen scheint mir eine der vordringlichsten Aufgaben zu sein, der man sich stellen muss, wenn man Rationalität in die Geschlechterdebatte bringen will.

Verstehen, was sie meint

Südländerin meint, ich habe etwas falsch gemacht. Zuwenig Aufmerksamkeit gegeben (der Blog kostet eben zu viel Zeit). Sie schmollt etwas, dreht sich auf dem Bett weg.

„Komm her“, sage ich, und lade sie zum Kuscheln ein.

„Nein“ Klingt es trotzig herüber.

Ich ziehe sie zu mir rüber, sie grummelt noch kurz etwas, dann kuschelt sie sich an mich.

„Ich hatte aber Nein gesagt“ schmollt sie dennoch noch etwas.

„So seid ihr Frauen, sagt Nein und meint Ja“ ziehe ich sie etwas auf.

Sie erwidert: „Das ist doch gar nicht kompliziert. Wir wollen einen Freund der versteht, was wir meinen, auch wenn wir es nicht sagen“

„Fast zwei Drittel aller Männer in Deutschland finden, dass es mit der Gleichberechtigung mittlerweile reicht“

Der Spiegel berichtet über eine Studie zur Situation der Geschlechter mit einem Hauptaugenmerk auf Männern. Die Studie selbst findet sich hier.

Aus dem Artikel:

Ein zentrales Ergebnis der Umfrage: 64 Prozent der Männer sind der Meinung, dass es mit der Gleichberechtigung der Frauen in Deutschland mittlerweile reicht. Ein Teil von ihnen – 28 Prozent – findet sogar, dass bei der Gleichberechtigung übertrieben wird. Und sechs Prozent der Befragten fühlen sich bereits benachteiligt.

64 % die meinen, dass Gleichberechtigung herrscht und weiteres zuviel wäre, dass ist durchaus ein großes Potential für eine Männerbewegung. Wobei dann eben auch die Meinung vorliegen müsste, dass man verhindern sollte, dass es mehr wird.

Zur beruflichen Situation das Folgende:

Laut der Studie steht für viele Männer die Karriere im Vordergrund, der Hausmann ist dagegen ein Exot:

  • Teilzeit kommt für 62 Prozent der Männer nicht in Frage
  • 66 Prozent der Frauen wünschen sich jedoch, dass Männer viele Aufgaben im Haushalt und der Familie übernehmen
  • Andererseits ist es für 52 Prozent der Frauen aber weiterhin auch sehr wichtig, dass Männer im Beruf erfolgreich sind

Frauen stellen also doppelte Ansprüche an Männer – und überfordern sie damit offenbar. Jeder dritte Mann gab bei der Befragung an, den an sie gestellten Erwartungen nicht gewachsen zu sein. Bei den Singles hatte sogar jeder zweite Befragte dieses Gefühl.

Man beachte, das es für 52% der Frauen sehr wichtig ist, dazu können also noch welche kommen, denen es nur wichtig ist.

In der Studie sind noch einige interessante Daten, gerade auch zu den Erwartungen an den Partner.

Was findet ihr dort interessant?