Was wissen wir über Mann und Frau aus der Steinzeit?

Ein häufiger Kritikpunkt an evolutionären Überlegungen ist, dass man ja gar nicht wissen kann, wie es in der Steinzeit oder gar davor ausgesehen hat. Die Schrift ist viel zu jung für entsprechende Zeugnisse und es bestehen insoweit lediglich ein paar Knochen, ein paar Habseligkeiten (Faustkeile, Speerspitzen etc) und ein paar (kühne) Vermutungen.

Dabei wird aber übersehen, dass unsere Körper selbst ein Überbleibsel der Steinzeit sind und uns dieser Körper und seine Gene einiges über unsere Entwicklung verraten.

Zudem kann man – wenn man die Evolutionstheorie akzeptiert – auch Vergleiche mit anderen Tierarten heranziehen und uns in die dort entwickelten Systeme einordnen.

Wir können inzwischen die Stammbäume des Menschen einigermaßen nachvollziehen:

Mensch Evolution Zeit

Dabei können wir anhand der gefundenen Knochen auch Veränderungen feststellen. Interessant sind hier auch die Größenveränderungen der Schädel, die uns Informationen bezüglich der Gehirnentwicklung geben.

Zudem können wir mittels der Genetik auch die Abstammungslinien besser auseinander halten.

(beide Bilder aus dem Wikipediaartikel zur Stammesgeschichte des Menschen)

Wir wissen aus archäologischen Funden etwa, welchen Zustand der Mensch zu einem bestimmten Zeitpunkt hatte, weil wir die Wanderbewegungen der Menschen nachvollziehen können und die genetischen Veränderungen zurückverfolgen können. Demnach können wir feststellen, dass das menschliche Gehirn und die körperlichen Unterschiede zumindest 70.000 – 40.000 Jahre alt sein muss, da sich zu diesem Zeitpunkt die Bevölkerungsgruppen von Afrika und Europa/Asien trennten (Out of Africa Theorie). Wäre danach noch eine wesentliche Gehirnevolution eingetreten, dann hätte diese entweder nicht aus Afrika heraus oder nach Afrika zurück gefunden, so dass der Mensch über die Erde verteilt unterschiedliche Gehirne haben müsste.

Das ein solcher Rückfluss von genetischen Veränderungen nicht erfolgte zeigt Beispielhaft die Laktosetoleranz, eine genetische Mutation, die zuerst wohl vor etwa 10.000 Jahren auftrat.

Vor 70.000 bis 40.000 Jahren (und davor erst recht) waren die Menschen aber Jäger und Sammler, wie die Archäologie festgestellt hat, so dass die wesentliche Entwicklung unseres Gehirn im wesentlichen in eine Jäger und Sammler Zeit fällt.

Die Steinzeit begann dabei vor etwa 2,5 Millionen Jahren und dauerte bis etwa 7.000 vor Christus (allerdings je nach Region auch länger), die Sesshaftigkeit und Ackerbau entwickelten die Menschen dabei erst  in der Jungsteinzeit, in der neolithischen Revolution vor etwa 12.000 Jahren.

Bei dem Verhältnis von Mann und Frau kann allerdings weiter zurückgegangen werden, bereits beim ersten Auftreten der Geschlechter bestanden ein Teil der Probleme, die die Unterschiede zwischen den Geschlechtern auch heute noch bestimmen. Aber auch, wenn man die Entwicklung unserer näheren Verwandten betrachtet. dann werden die Zeiträume schon sehr groß. Die ersten Primaten gab es vor etwa 55-90 Millionen Jahren, die Abspaltung des Menschen vom Affen liegt etwa 8 Millionen Jahre zurück.

Neben der Größenveränderung des Gehirns, die uns etwas über den Zeitraum sagen, in denen sich das Gehirn entwickelt hat, können wir zudem auch heute eine Vielzahl von Unterschieden im Gehirn von Mann und Frau feststellen. Es finden sich zudem auch viele Unterschiede in den Körpern von Mann und Frau. Dabei lassen sich genetische und hormonelle Ursachen für die Körper von Mann und Frau finden.

Die Körper der Geschlechter zeigen uns beispielsweise, dass der Mann für die von ihm übernommenen Arbeiten mehr Kraft benötigt haben muss. Denn Muskeln vorzuhalten erfordert viel zusätzliche Energie, die nicht aufgewendet wird, wenn sie nicht erforderlich ist (ein Beispiel ist der Dodo, der mangels Fressfeine auf der von ihm erreichten Insel keinen Bedarf mehr für die im Unterhalt teuern Flugmuskeln hatte).

Wir können also bereits aufgrund der verschiedenen Körper davon ausgehen, dass in der Steinzeit eine Arbeitsteilung bestand, da sich die unterschiedlichen Körper sonst nicht entwickelt hätten. Dabei spricht alles dafür, dass die gefundenen Stoßspeere hauptsächlich von den Männern eingesetzt wurden, da sie einen Körper haben, der hierfür geeignet ist.

Der weibliche Körper ist hingegen in vielen Fällen für eine erste Betreuung der Kinder optimiert. Das fängt bei der vom weiblichen Körper produzierten Nahrung an und setzt sich in der Betrachtung fort, dass Frauen stärker auf das Kindchenschema reagieren, weil dieses in Abhängigkeit vom Östrogenspiegel stärker wirkt. Hinzu kommt, dass wir hier den Menschen gut in ein Schema einordnen können, nach dem bei Säugetieren üblicherweise die Mutter die Kinderbetreuung übernimmt.

Der Umstand, dass der weibliche Körper auf die Betreuung des Kindes ausgerichtet ist, die lange Tragzeit, die hohe Unselbständigkeit des menschlichen Kindes sind Faktoren, die auch damals bestanden und die eine besondere Evolution des Menschen zur Folge hatten bzw. deren Spuren bzw. Lösungen sind nach wie vor im Körper des Menschen zeigen. Da beim Sex zB Bindungshormone ausgeschüttet werden spricht vieles dafür, dass eine gewisse Partnerschaft zwischen Mann und Frau bestand. Zudem können wir aus der Größe der Hoden und der Beschaffenheit der Spermien (die nur zum Teil der Befruchtung dienen, und verstopfende und andere Spermien tötende Spermien enthalten) ableiten, dass keine absolute Monogamie bestand, sondern eine gewisse Spermienkonkurrenz vorlag. Aufgrund unser biologischer Grundlagen spricht vieles dafür, dass wir für eine serielle Monogamie mit beiderseitigen Seitesprungmöglichkeiten konzipiert sind. Die diesbezüglichen Überlegungen sind in der Sexual Strategies Theory (SST) zusammengefasst.

Unsere Biologie lässt, wie diese Beispiele deutlich machen, eine Vielzahl von Rückschlüssen zu, die uns Zeugnis vom steinzeitlichen Leben bringen.

Frauen und die Wichtigkeit der Gruppe

Bei Mala Fide ist ein interessanter Artikel zur evolutionär höheren Wichtigkeit der Gruppenzugehörigkeit für Frauen.

Es geht um das Leben in der Steinzeit. Der Autor führt aus, dass die Männer die Gruppe nicht unbedingt brauchten und zur Not auch alleine durchgekommen sind. Bei den Frauen bewertet er die Lage anders:

If a woman were to fall out of favor with her herd, she would die. No ifs, buts or second guesses, do not pass go, do not collect $200, go straight to an unmarked grave in some lucky lion’s den. Weak, soft and likely saddled with children or pregnancy, a woman couldn’t muster enough labor to even support herself let alone possible offspring. She needed the support of a man of her own, or the collective support of the men of the herd, or she would die.

Nothing was as important for a woman’s survival and that of her children as being socially accepted. That imperative to survive, imprinted deep into the female brain by countless years of natural selection, is still there. Even today, nothing is as important to a woman as being in good favor with the herd. There is only one general case in which women can, with any reliable frequency, be seen going against the wishes of the herd – when they’re catching a man. The scientific explanation is simple – the entire surplus labor supply of a privately owned man, caught in the net of a sexual pair bond and never set free again, can do even more for her than a share of the collective plate.

Wenn ich auch den Ansatz dort zu radikal finde – ein Mann brauchte den Schutz der Gruppe ebenfalls bzw. hat von dieser profitiert und eine Frau kann sicherlich auch eine Zeit in der Wildnis überleben, wenn sie allerdings auch in der Schwangerschaft alleine wesentlich größere Probleme als ein Mann gehabt hat – erscheint mir der Grundgedanke des zitierten Absatzes richtig. Schutz ist ein wichtiger Aspekt gewesen und die geringere Körperkraft der Frauen sowie die höheren Kosten der Schwangerschaft hätten Überleben und Fortpflanzung (nur Fortpflanzung hinterlässt Spuren in der Evolution) erheblich erschwert. Das Frauen nicht in im größeren Maße selbständig waren, sondern in der Gruppe gelebt haben wird daran deutlich, dass es bei einem eigenständigeren Leben der Geschlechter weniger Geschlechtsunterschiede geben würde.

Die Bedeutung der Gruppe für die Frau könnte insoweit auch dazu geführt haben, dass die Frauen bei der „Verträglichkeit“ (Agreeableness) bei den Big 5 im Schnitt besser abschneiden.

Der Mammut Klon

Vorankündigungen hört man aus dem Bereich ja viele, aber jetzt verkünden Forscher immerhin einen gewissen Zeitplan, nach dem sie innerhalb von 5-6 Jahren einen Mammut klonen wollen.

 

Aus einem Bericht:

Professor Akira Iritani of Kyoto University told the U.K.’s Telegraph that a technique pioneered in 2008, which allowed for the cloning of a mouse using cells from another mouse that had been frozen for 16 years, could be used to resurrect the famous long-tusked mammal from remains found in Siberia’s permafrost. (…) He’ll then use the mouse-tested technique, developed by the Riken Center for Developmental Biology’s Dr. Teruhiko Wakayama, to ID healthy cells; then extract the cells and insert them into the egg cells of an African elephant, which will play the role of mom to the developing mammoth.

Interessanter wäre es natürlich direkt einen Steinzeitmenschen zu klonen. Allerdings scheint es wesentlich mehr im Eis konservierte Mammuts als Menschen zu geben, so dass sich die moralischen Fragen hier wohl gar nicht stellen. Ötzi ist ja lediglich ca. 5300 Jahre alt.

Würde man sie stellen: Ich wäre sofort dafür! Würde doch einiges an Fragen lösen, wenn man einen Klon hätte. Natürlich hätte ein moderner Steinzeitmensch auch als Klon alle Rechte, die ein heutiger Mensch hätte. Insofern wäre der Forschungsaufwand evtl. wertlos, weil man ihn ja nicht im Labor halten dürfte. Aber interessant wäre es trotzdem.

Wobei es andererseits wahrscheinlich sowieso relativ langweilig wäre. Der Steinzeitmensch ist ja, wenn er nicht älter als 40.000 Jahre ist, ein relativ normaler heutiger Mensch. Selbst bei 100.000 Jahren wäre er wohl nicht so verschieden. (vgl. auch „Warum unser Gehirn aus der Steinzeit sein könnte„)

Aber gut. Nehmen wir erst einmal das Mammut. Gegen ein paar eingefrorene T-Rex-Zellen hätte ich aber auch nichts, wenn die Technik weiter fortschreitet.

Arne Hoffmann und Vorurteile über biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Arne Hoffmann verweist auf einen Cracked-Artikel über sich als nach Auffassung der Seite als falsch herausstellende Vorurteile über Frauen.

Dies sind:

  • Frauen sind weniger aggressiv als Männer.
    • In dem Artikel wird die These aufgestellt, dass Frauen dann weniger aggressiv sind, wenn sie als Individuen wahrgenommen werden können, aber aggressiver als Männer werden, wenn sie in der Masse untergehen. Das wurde durch ein Spiel ermittelt, indem virtuelle Gewalt ausgeteilt wird.
    • Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein Teil der geringeren Aggressivität der Frauen nicht zu Tage tritt, weil sie im Schnitt schwächer sind als Männer und insoweit ein Kampf meist verlieren würden. Auch schwache Männer werden weniger Schlägereien anfangen.
    • Interessant ist natürlich ein Zusammenhang mit Testosteron. Da gibt es meines Wissens nach Studien mit verschiedenen Ergebnissen. Ich neige der Ansicht zu, dass Testosteron insbesondere Statusbewußtsein und Imponiergehabe erhöht und daraus leicht Aggression entstehen kann, wenn jemand meint, dadurch seinen Status verbessern zu können und jemanden Imponieren zu können. Und dies kann sich natürlich auch in körperlicher Gewalt niederschlagen, die ja eine sehr deutliche Art sich zu beweisen sein kann. In heutigen Zeiten haben allerdings Männer häufig durch körperliche Gewalt wenig an Status zu gewinnen. Sie führen die Revierkämpfe daher anders aus und imponieren lieber durch den Kauf teurer Sachen etc.
  • Frauen sind weniger geil als Männer.
    • Cracked stellt ein Experiment dar, nachdem Frauen mehr Sexualpartner gestanden , wenn sie an einem Lügendetektor angeschlossen waren. Aus dieser dann gleich hohen Zahl von Mann und Frau schließen sie, dass Frauen genauso geil sind.
    • Der Schluß ist aber falsch: Wenn jemand alle 6 Monate einmal Sex haben will und ihn dann auch unproblematisch bekommt macht ihn das nicht geiler als jemanden, der jeden Tag Sex will, ihn aber nur alle 6 Monate bekommt (Ein etwas übertriebenes Beispiel zur Verdeutlichung).
    • Das Männer mehr Sex wollen hatte ich bereits wiederholt, zB hier und hier dargelegt
  • Nur Männer mögen Pornos.
    • Cracked legt dar, dass Frauen auf pornografische Bilder genau so schnell reagieren wie Männer. Das soll der Beleg sein, dass sie sie auch genau so gerne mögen.
    • Das ist ein Fehlschluss. Nur weil Frauen die Bilder genauso schnell und stark wahrnehmen können sie sie natürlich anders verarbeiten. Das sexuelle Bilder bei beiden Geschlechtern den stärksten Reiz auslösen betont lediglich die Bedeutung von Sex in der Evolution: Alles was mit Sex in Verbindung seht ist für die Gene wichtig und unterliegt fast automatisch einem positiven Selektionsdruck.
    • Aber nur weil man die Bilder wahrnimmt und verarbeitet müssen sie die Geschlechter nicht auf dem gleichen sexuellen Level ansprechen. Aufgrund des geringeren Testosteronspiegels ist das Bild weniger stark auf Sex ausgerichtet.
  • Nur Frauen leiden unter von den Medien verursachten Problemen mit ihren Körpern.
  • Frauen sind nicht so gut in Mathe wie Männer.
    • Cracked stellt auf die SAT und „No Child is left behind“-Ergebnisse ab, bei denen sich nach deren Auffassung keine Unterschiede zeigen sollen
    • Meiner Meinung nach wird in den Studien unterschieden: In einfachem Zahlenrechnen können Frauen evt. besser sein, auch im Bereich der „niedrigeren Mathematik“ zeigen sich keine wesentlichen Unterschiede, genauso wie man auch bei der höheren Körperkraft keinen Unterschied feststellt, wenn beide Geschlechter leichte Gewichte anheben sollen. In der „höheren Mathematik“ hingegen zeigen sich gewisse Vorteile für Männer bzw. es sind mehr Männer mit einer besonderen mathematischen Fähigkeit vorhanden um so schwieriger es wird. Die Ausprägung mathematischer Fertigkeiten ist bei Mann und Frau verschieden, es handelt sich um zwei Normalverteilungen mit unterschiedlichen Mittelwert, deren Träger überlappen. Ich hatte auch in diesem Beitrag – insbesondere dann in den Kommentaren – hierzu etwas geschrieben.
  • Die meisten Opfer häuslicher Gewalt sind Frauen.
    • In seinem Fachbereich möchte ich Arne Hoffmann gar nicht widersprechen. Da ist er wesentlich mehr drin als ich. Das Frauen gerade in dem Bereich durchaus brutal werden können glaube ich allerdings sofort.

Arne Hoffmann empfiehlt dann noch ein Buch von Lise Eliot, unter Hinweis darauf, dass es bei der „Alles-biologisch“-Fraktion der Männerbewegung schlecht ankommen wird. Ich hatte es bereits in dem Beitrag „Biologische Unterschiede zwischen Mann und Frau und Ausgleich durch Erziehung“ besprochen und verweise darauf.

 

Männerfreundschaften, sozialer Status und Nachkommen

In einem Forschungsprojekt an Affen zeigte sich, dass Männerfreundschaften zu einem höheren sozialen Status führen, die Affen dabei durchaus geschickt vorgehen und ihnen dies mehr Nachwuchs beschert:

In ihrer Langzeitstudie können die Wissenschaftler nachweisen, dass nicht die Anzahl, sondern die Stärke der Bünde für die Koalitionen und den Aufstieg entscheidend ist und dass alle Koalitionspartner profitieren. „Je enger die Bindung eines Männchens zu Geschlechtsgenossen ist, desto öfter geht es erfolgreich Koalitionen gegen andere Männchen ein. Das Männchen, das im Herbst 2006 die engsten drei Bindungen in der beobachteten Gruppe hatte, ist stetig im Rang gestiegen und steht heute mit seinem besten Freund an der Spitze der Hierarchie“, so Dr. Schülke. Gleichzeitig haben Männchen, die nicht in Freundschaften investierten, stetig an Status verloren oder den Aufstieg nie geschafft.

Mit dem Aufstieg in der Hierarchie steigt auch die Anzahl der gezeugten Nachkommen und damit der Reproduktionserfolg sozial gut integrierter Männchen. Diesen Zusammenhang konnten die Wissenschaftler nun erstmals nachweisen, indem sie die genetische Vaterschaft anhand aus Kot gewonnener DNA-Proben analysierten.

Das macht deutlich, wie sich auch bei unseren Vorfahren eine Vorliebe für sozialen Status bei Männern entwickeln konnte. Diejenigen, die sozial gut eingebunden waren konnten nach oben kommen und es konnte ihren Erfolg mehr beeinflussen als reine körperliche Voraussetzungen.

Bei Affen haben wir wenig Probleme uns auf eine biologische Komponente zu berufen. Aber auch unsere Vorfahren waren Primaten und lebten in ähnlichen sozialen Beziehungen. Es ist damit sehr wahrscheinlich, dass sie sich auf ähnliche biologische Mechanismen verließen. Unwahrscheinlich ist hingegen, dass sich ein solches biologisches System erst hatten und danach wieder abgebaut haben um es auf einer sozialen Basis neu zu entwickeln.

Die Forscher wollen ebenfalls eine gewisse Übertragung auf den Menschen vornehmen:

Von ihren Ergebnissen erhoffen sich die Forscher auch Erkenntnisse über das menschliche Sozialverhalten. „Zusammen mit anderen neueren Studien lassen unsere Ergebnisse darauf schließen, dass die engen Sozialkontakte von Menschen ihre evolutionären Wurzeln außerhalb von verwandtschaftlichen Beziehungen haben. Dies könnte erklären, warum der Verlust von Freundschaften oder sozialer Integration beim Menschen ernsthafte gesundheitliche Probleme zur Folge haben kann“, so Dr. Schülke und Prof. Ostner.

Das der Verlust sozialer Kontakte ernsthafte gesundheitliche Folgen hat wäre, wenn unser System darauf ausgerichtet ist und zudem dies die beste Möglichkeit bietet, seine Gene weiterzugeben, sehr verständlich. Die Biologie arbeitet beim Menschen nicht über eine „Gehirnsteuerung“ im Sinne einer determinierten Verhaltens, sonder über Wünsche und Stimmungen. Das ungute Gefühl von Einsamkeit ist ein guter Motivator dafür, soziale Beziehungen einzugehen und seinen Status dadurch zu erhöhen.

Woher kommt dann aber der Typ des „einsamen Wolfes“, des „Rebel without a cause“ der ja auch durchaus seine Anziehungskraft für Frauen zeigt? Ich denke der Unterschied ist, dass er Unabhängigkeit deutlich macht . Leute wollen ihn, bewundern ihn, würden gern etwas mit ihm machen. Er kann sich aber aussuchen, mit wem er etwas macht. Auch das kann eine erfolgreiche Strategie sein. In der Steinzeit waren denke ich die Kosten dafür höher. Wer es sich nicht erlauben konnte, so zu verfahren, der war recht schnell tot oder Aussenseiter. Wer es sich aber erlauben konnte, der hatte auch seinen Grund dafür und musste potentiell „eine gute Partie“ sein – zumindest wenn die Frau es schaffen konnte wirkliche Gefühle für sich zu wecken. Das macht den Typus für Filme interessant.

Big 5 Personality Traits: Unterschiede Mann Frau

Die „Big 5 Personality Traits“ (Wikipedia deutsch / englisch) sind das Ergebnis zahlreicher Studien. Es zeigt sich, dass man die Unterschiede zwischen Personen gut als Varianten zwischen diesen Persönlichkeitsmerkmalen darstellen kann.

Die Merkmale sind:

  • Openness – (inventive / curious vs. consistent / cautious). Appreciation for art, emotion, adventure, unusual ideas, curiosity, and variety of experience.
  • Conscientiousness – (efficient / organized vs. easy-going / careless). A tendency to show self-discipline, act dutifully, and aim for achievement; planned rather than spontaneous behavior.
  • Extraversion – (outgoing / energetic vs. shy / reserved). Energy, positive emotions, surgency, and the tendency to seek stimulation in the company of others.
  • Agreeableness – (friendly / compassionate vs. cold / unkind). A tendency to be compassionate and cooperative rather than suspicious and antagonistic towards others.
  • Neuroticism – (sensitive / nervous vs. secure / confident). A tendency to experience unpleasant emotions easily, such as anger, anxiety, depression, or vulnerability

Innerhalb dieser Kriterien lassen sich weltweit Unterschiede zwischen den Geschlechtern feststellen:

Cross-cultural research from 26 nations (N = 23,031 subjects) and again in 55 nations (N = 17,637 subjects) has shown a universal pattern of sex differences on responses to the Big Five Inventory. Women consistently report higher Neuroticism and Agreeableness, and men often report higher Extraversion and Conscientiousness. Sex differences in personality traits are larger in prosperous, healthy, and egalitarian cultures in which women have more opportunities that are equal to those of men; both men and women tend to grow more extraverted and conscientious and less neurotic and agreeable as cultures grow more prosperous and egalitarian, but the effect is stronger for men

Frauen sind hiernach also im Schnitt gefühlsbetonter und verträglicher, Männer eher extrovertiert und wollen eher aufsteigen.

Das es diese Charakterunterschiede im Schnitt gibt, zeigen die diesbezüglich durchgeführten Studien. Die Frage ist natürlich wie so häufig, ob sie gesellschaftlich bedingt sind oder auf biologischen Vorgaben beruhen.

Aus Sicht der Evolution wäre dies durchaus verständlich. Frauen sind schwächer, sie müssen sich eher in fremde neue Gesellschaften einbringen, für Männer lohnt sich das erlangen von Status mehr, sie müssen daher eher auffallen und mehr riskieren. Eine gesellschaftliche Erklärung müsste sich auch entgegenhalten lassen, dass die Unterschiede weltweit vorgefunden werden.

Warum unser Gehirn aus der Steinzeit sein könnte

Die hier vertretene Theorie ist ja, dass unser Gehirn im wesentlichen aus der „Jäger und Sammler Zeit“ stammt. Ein Beleg hierfür ist die Out of Africa Theorie.

Gerade fiel mir ein Grund dafür ein, warum das Gehirn auf diesem Stand stehen geblieben sein könnte:

In der Jäger und Sammler Phase unseres Daseins konnte der einzelne wesentlich weniger Besitz anhäufen als in der Phase der Sesshaftigkeit. Demnach gab es wesentlich weniger Möglichkeiten Besitz anzufertigen und damit auch verschiedene Berufe auszuüben. Es wurde gejagt und gesammelt, es wurde Kleidung und Waffen hergestellt und die Werkzeuge um dies zu tun. Aber, so meine Vermutung, der Mensch war noch wesentlich weniger Spezialist als vorher. Ein Steinzeitmensch konnte nicht darauf vertrauen, dass er der beste zB Lanzenmacher war und die Sippe immer Lanzen gegen Essen tauschen würde. Gerade wenn die Lanzen alle heil waren, das Essen aber knapp, blieb ihm nichts anderes übrig als mit auf die Jagd oder das Sammeln zu gehen, um etwas zu essen zu haben. Demnach waren genetische Veränderungen, die zu einer Verbesserung einer der generellen Fähigkeiten führte, eher in der Lage sich durchzusetzen, denn eine Verbesserung der Brustmuskulatur war für alle, die eine Lanze in ein Tier oder einen Konkurrenten stechen mussten von Vorteil (sofern sie die zusätzlichen Kosten der Unterhaltung aufwogen). Derjenige, bei dem die Mutation auftritt, kann sich vielleicht eine bessere Position in der Gruppe erarbeiten, von der auch seine Nachkommen profitieren, die wiederum, da kräftiger, ebenfalls mehr Nachkommen haben. Demnach breitet sich das Gen aus.

Mit der Sesshaftigkeit, insbesondere Ackerbau und Viehzucht, änderte sich diese Lage aber. Ein Schafhirte musste nicht mehr unbedingt kräftig sein, die Dorfwache aber vielleicht schon. Ein Schreiber brauchte vielleicht mehr Fingerfertigkeit, ein Holzfäller konnte damit aber wenig anfangen.

Jetzt tritt beispielsweise die Mutation auf, die zu einem stärkeren Brustmuskel führt. Tritt sie bei einem Schreiber auf hat er deswegen nicht mehr Kinder. Auch die Kinder, die er hat und die das Gen erhalten, müssen nicht zwangsläufig Schreiber werden, vielleicht werden sie Schafhirte oder Töpferer und haben dann auch nichts von ihren Brustmuskeln, so dass auch sie nicht mehr Kinder haben.  Das Gen ist daher aufgrund der Arbeitsteilung wesentlich schlechter in der Lage sich auszuwirken und kann daher recht schnell wieder von anderen Genen aus dem Genpool verdrängt werden.

Allenfalls könnte eine Menschenunterart „Schreiber“ oder „Holzfäller“ geschaffen werden. Aber aufgrund der Duchmischung ist eine solche klare Linie der Vererbung bei Menschen nicht eingetreten.

Hinzu kommt, dass das Nomadenleben eher „Inseln“ bietet als feste miteinander vernetzte größere Städte. Auch hier können sich Gene besser durchsetzen, da die Durchmischung Mutationen besser aussiebt (weswegen neue Arten eher auf kleinen Inseln oder anderweitig abzugrenzenden Landteilen entstehen).

Der gleiche Mechanismus greift auch beim Gehirn. Auch die dort gespeicherten Fähigkeiten unterliegen der Mutation und der Selektion. Aber bei starker Arbeitsteilung fehlt ein klarer Vorteil, der sich durchsetzen kann. Wenn wir konsequent Menschen in Kasten oder Zünfte eingeteilt hätten, und auch die Söhne und Töchter stets nur den Beruf des Vaters oder der Mutter hätten ausüben dürfen, und das konsequent über einige 10.000 Jahre, dann hätte eine Spezialisierung eintreten können. So war es wohl besser, das alte Programm einfach beizubehalten, denn die Evolution kann nicht einfach aus sich heraus etwas besseres schaffen, sie kann sich nur langsam in eine Richtung entwickeln.

Zu bedenken ist aber auch, dass die Jäger und Sammler Phase erst seit recht kurzer Zeit (aus Sicht der Evolution) vorbei ist. Der Mensch wurde erst vor ca. 15.000 Jahren in der Jungsteinzeit sesshaft. Viehzucht gibt es erst seit ca. 10.000 Jahren. Bedenkt man, dass der Beginn der Altsteinzeit etwa 2,5 Millionen Jahre zurück liegt wird deutlich, dass der Mensch sehr viel mehr Zeit hatte, sich an die Jäger und Sammler Zeit anzupassen, als an die Sesshaftigkeit.

Steinzeitmensch und moderner Mensch

Evolutionsbiologie wird gerne entgegengehalten, dass man ja nicht wisse, inwieweit der damalige Mensch so war wie der heutige Mensch.

Argumente hierfür liefert allerdings die Out of Africa Theorie, die heute für den Ursprung des Menschens als wesentlich angesehen wird.

Die Steinzeit dauerte etwa von 2,5 Millionen Jahren vor Christus bis ca. 8.000 Jahre vor Christus. Innerhalb eines Großteils dieses Zeitraums lebte der moderne Mensch nach der heute gängigen Theorie in Afrika (und war demzufolge schwarzer Hautfarbe). Ackerbau entwickelte der Mensch etwa in der Jungsteinzeit, also ca. 11.000 v Chr..

Vor ca. 70.000  wanderte eine kleine Gruppe aus Afrika aus in den Nahen Osten, von da aus ging es vor ca. 50.000 Jahren nach Asien, in Australien kam der Mensch vor etwa 40.000 Jahren an, auch Europa wurde vor 40.000 Jahren besiedelt. Bei Amerika reichen die Schätzungen von 30.000 bis 14.000 Jahren.

Da die Gruppen danach keinen wesentlichen Kontakt zurück nach Afrika hatten wie die genetischen Analysen zeigen, würden danach entstandene evolutionäre Vorgänge jeweils nur die lokalen Gruppen und ihre Abstammungslinien betreffen. Wenn also der Mensch sich hiernach genetisch erheblich verändert hätte, dann wären diese Änderungen entweder in Afrika geblieben oder nicht in Afrika festellbar.

Wer also meint, dass in diesen Zeiträumen erhebliche Veränderungen (also abgesehen von leichteren Veränderungen der Hautfarbe, Gesichtsform, Hormonspiegel) aufgetreten sind, der muss gleichzeitig davon ausgehen, dass erheblichere Unterschiede zwischen den menschlichen Bevölkerungsgruppen bestehen.

Eine andere Möglichkeit wäre nur eine konvergente Evolution.

Dies macht deutlich, dass unsere Gene, sofern man nicht von einer konvergenten Evolution ausgeht, für die sich keine genetischen Hinweise finden lassen, noch aus einer Zeit stammen als es keinen Ackerbau, sondern eben eine Jäger und Sammler Kultur gab.

Evolutionary Psychology Bingo

Das der Feminismus keine biologischen Erklärungen mag ist bekannt. Damit man sich gar nicht groß damit abgeben muss gibt es auch gleich das „Evolutionary Psychology Bingo“ auf das man dann einfach nur noch verlinkt. Das ist zwar kein Argument (es sei denn man sieht „ein von uns übertriebener Teil ist falsch, also muss die ganze Fachrichtung falsch sein“ als Argument an), aber das macht ja nichts.

Schauen wir es uns mal an:

Evolutionary Psychology Bingo
Evolutionary Psychology Bingo

gefunden über kiturak (wo man das Wort Biologie noch nicht einmal denken darf), haiwen (Helga von der Mädchenmannschaft), ursprünglich wohl punkassblog

Schauen wir es uns mal an:

  • Reference to Pinker: Ich nehme an, dass es sich um Steve Pinker handelt, dessen Buch „The Blank State“ ich bereits gekauft hatte und der auf meiner Leseliste steht. Pinker geht sehr in die auch von mir vertretene Richtung, da er davon ausgeht, dass unsere geistigen Fähigkeiten insbesondere auch durch sexuelle Selektion entwickelt wurden. Da dies Vererbbarkeit voraussetzt passt es natürlich nicht zur Queer Theorie.
  • Men evolved not to see dirt; they need their sharp eyes for hunting: Habe ich noch nichts drüber geschrieben, aber das Männer und Frauen anders sehen ist durch Test nachgewiesen. Frauen nehmen eher das gesamte Umfeld wahr (gut bei der Betreuung von Kindern und bei Fluchttieren) Männer eher den Teil direkt vor sich. Die gleiche Sichtweise findet sich in der Tat bei Raubtieren, so dass ein Zusammenhang mit der Jagd aus meiner Sicht wahrscheinlich ist. Ob Männer deswegen Dreck weniger sehen oder ob sie einfach eine andere Hemmschwelle gegenüber Dreck haben wäre ein anderes Thema
  • Women “naturally” desire men with high incomes: Es ist weniger hohes Einkommen als Status. In der Steinzeit gab es ja kein Geld. Man kann arm sein und trotzdem Status haben, aber natürlich kann Geld auch Status erzeugen. Das Frauen ein gewisses Mindesteinkommen zumindest ab einem gewissen Alter voraussetzen und grundsätzlich Reichtum bei Männern mögen sieht man schön hier, dass selbst Milliardäre Betas sein können erklärt Roissy hier.
  • “It can all be traced back to our savannah ancestors!”: Alles nicht, aber die Ursprünge vieler Sachen finden sich in der Tat dort. Die Ausgestaltung ist dann Kultur.
  • “Science isn’t PC”: Klar, nur weil es schön wäre, dass etwas so wäre bedeutet nicht, dass es auch so sein muss. Das ist allerdings ein gerne verwendetes Argument in feministischen Diskussionen. Das nicht immer das Gute gewinnt ist überall in der Natur so. Warum dies auf den Menschen nicht zutreffen soll ist mir ein Rätsel.
  • Euro-centrism: Der Vorwurf ist, dass bestimmte Verhalten als biologisch bedingt angesehen werden, obwohl sie nur auf Europäische Kulturen zutreffen. Das kann natürlich auch so sein, da es auch zwischen den Völkern genetische Unterschiede gibt. Häufig aber liegt es auch daran, dass das Grundprinzip durchaus wirkt, es nur in der Kultur anders ausgestaltet ist.
  • The gender dynamics of our savannah ancestors looked curiously like those of 1950s America: Das mag daran liegen, dass da die Geschlechterrollen noch wesentlich klarer waren und man sich heute mehr von ihnen entfernt hat. Allerdings sagt die Biologie ja auch nicht, dass Männer Versorger sind und Frauen zwangsläufig die Kinder erziehen müssen. Sie sagt nur, dass wir vom Körperbau und von vielen geistigen Anlagen eher auf diese Jobs, allerdings in ihrer frühzeitlichen Form ausgerichtet sind. Einige Probleme in der heutigen Zeit sind genau darauf zurückzuführen.
  • Complete misunderstanding of the mechanics of natural selection: Das würde ich eher der anderen Seite vorwerfen. Wenn da jemand eine Aufschlüsselung der Ersteller hat wäre ich dankbar. Häufig wird aber auch einfach vergessen, dass man nicht alles mit natürlicher Selektion erklären muss, sondern auch noch die sexuelle Selektion hinzukommt, die viele Punkte beim Menschen wesentlich besser erklärt.
  • Confusion over whether they’re rationalising polyamory or nuclear-family patriarchy, but whatever they’re rationalising, only men evolved to enjoy it: Es ist etwas verwirrend, aber natürlich haben beide Geschlechter damit zu kämpfen, dass sie Gene für Kurzzeit und Langzeitstrategien gleichzeitig in sich tragen. Aus Sicht des Mannes ist es langfristig gut eine langjährige möglichst hochwertige Partnerin zu haben, die treu ist und mit der er gemeinsam seinem Nachwuchs die besten Chancen auf den Weg gibt. Gleichzeitig schadet es in der Kurzzeitstrategie nicht möglichst viele Frauen zu schwängern, wenn dies die Langzeitpartnerschaft nicht belastet und keinen zusätzlichen Versorgungsaufwand über das leistbare hinaus bedeutet. Für Frauen ist es sinnvoll einen treuen Partner zu haben, der den Nachwuchs versorgt, aber dieser Nachwuchs muss nicht unbedingt von diesem Partner sein, wenn das die Langszeitpartnerschaft nicht gefährdet, sondern kann auch von einem höherwertigen Partner sein, der nicht in die Versorgung eingebunden ist. Zwischen diesen Positionen sind viele Varianten möglich. Warum diese der Frau keinen Spaß machen sollen sehe ich nicht
  • Men “naturally” desire skinny blonde 17-year-olds with symmetrical features: Muss ich hierzu was sagen? Ich würde die Altersspanne so bis 26 ziehen, aber man muss sich nur einmal auf den entsprechenden Seiten umschauen, dann wird man feststellen, dass junge Frauen hoch im Kurs liegen. Das Symmetrie attraktiv ist dürfte auch nicht problematisch sein. Das „All“ ist natürlich falsch. Zum Schönheitsideal habe ich ja bereits was geschrieben.
  • “I need to spread my seed! It’s a biological imperitve!”: Männer haben eine höhere Veranlagung dazu als Frauen. Deswegen haben sie eine höhere Libido entwickelt. Das heißt natürlich nicht, dass Frauen nicht auch fremd gehen (siehe gleicher Artikel) oder dass das jedes Fremdgehen des Mannes entschuldigt. Aber es erklärt immerhin die auf Männer ausgerichtete Sexindustrie.
  • All human behaviour is hardwired into our genes: Vieles an menschlichen Verhalten hat seinen Ursprung in den Genen.
  • FREE SPACE: is a male undergraduate who can’t get laid: Herrlich. In einem Bingo über Evolutionäre Psychology den Mann dadurch beleidigen zu wollen, dass er keinen Status hat (junges Semester) und keine Frauen bekommt (Bedeutung des Fortpflanzungserfolges für den Menschen wird betont) zeigt, dass auch die Erschafferin/der Erschaffer verstanden hat, wie man die evolutionäre Psychologie zu seinem Vorteil anwendet.
  • Breast-fetishism: Da Brüste sich durch sexuelle Selektion entwickelt haben (wie sonst?) sind sie ein Attraktivitätsmerkmal. Das mögen einige feministische Forscher anders sehen, haben dabei aber die falschen Fragen an Naturvölker gestellt, weil sie nicht verstanden haben, wie Attraktivitätsmerkmale funktionieren.
  • Pseudo-scientific justification of the status quo: Pseudo-scientific dürfte eher der Ansatz der Genderstudies sein, ein Fach, dass nicht umsonst den Philosophischen Fakultäten zugeordnet ist, weil man dort keine Beweise braucht.
  • Women like pink things, possibly because of berries in a forest:  Ich würde mich bei der Farbe gar nicht lange aufhalten. Meinetwegen kann rosa und blau Kultur sein. Das Frauen Farben anders wahrnehmen ist allerdings wieder eine andere Sache und ich könnte mir einen Zusammenhang mit den Beeren durchaus vorstellen. Das eine Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau bestand ist schon aufgrund der verschiedenen Körper sehr wahrscheinlich. Eine andere Erklärung ist, dass es das Einschätzen von Gefühlsregungen erleichterte (erröten etc) was für Frauen ebenfalls wichtiger wahr als für Männer.
  • “Natural” is always good, unless the evolutionary psychologist needs glasses, of course: Natürlich ist nicht gut oder schlecht. Es ist einfach. Und man muss sich mit gewissen biologischen Gegebenheiten abfinden. Männer werden zB immer ein anderes Verhältnis zu anonymen Sex ohne Bindung haben als Frauen, solange man nicht in die Körperchemie eingreift. Das bedeutet nicht, dass man alle Ausgestaltungen davon hinnehmen muss. Aber den männlichen Sexualtrieb abzuwerten und den weiblichen Umgang mit Sex als Normalfall anzusehen (hier ist der Mann nach meiner Meinung eher das „andere Geschlecht„) bringt die Menschheit auch nicht weiter.
  • “I can rotate three-dimensional objects in my mind and you can’t”: Wen „I“ ein typischer Mann ist und „you“ eine typische Frau, dann wird er 3D-Drehungen normalerweise besser hinbekommen als sie. Bei einer feminstischen Lesbe und einem sehr weiblichen Schwulen mag dies schon wieder anders aussehen.
  • “It’s a FACT. I don’t need to prove it”: Immer ein schlechtes Argument. Das schöne ist, dass man es in der Biologie weit aus weniger braucht als in den Gender Studies. Dort wird es aber auch ersetzt durch: „Man kann nicht beweisen, das deine Meinung richtig ist, weil man die Gesellschaft nicht ausschalten kann, also ist meine Meinung richtig“. Übersieht natürlich gerne, dass zwar Menschenversuche häufig nicht durchgeführt werden können, aber die Menschheit über Erberkrankungen häufig genug „Studiengruppen“ zur Verfügung stellt.
  • Most geniuses are men: Hab ich! Ist denke ich aber auch nicht wirklich streitig. Allenfalls die Erklärung dazu. Im Gegenzug gibt es auch mehr männliche Idioten.
  • “Fertility fertility peak attractiveness blah blah blah”: Sicher. Es mag hart sein sich das einzugestehen, aber es gibt wenig weibliche Sexsymbole über 40. Noch weniger, wenn man Botoxeffekte abzieht. Was sage ich überhaupt weniger, es gibt gar keine. Die hübschesten Frauen waren in ihrer Zeit immer in einem Alter, in dem sie sehr fruchtbar waren. Natürlich können ältere Frauen „für ihr Alter schön sein“ und eine reizende Persönlichkeit haben. Aber wenn man zwei Frauen mit für ihr Alter gleicher Schönheit nebeneinander stellt und eine ist 21 und die andere 45  und dann fragt, mit welcher wohl mehr Männer schlafen wollen, dann wird die 21jährige weit vorne liegen
  • A fetish for averaging: Mit dieser Formulierung scheint mir etwas Gutes in ein schlechtes Licht gerückt zu werden. Die Biologie sagt nämlich gerade nicht, dass Männer und Frauen immer und in jedem Einzelfall so oder so sind (was ja andererseits oben vorgeworfen wird) sondern immer nur im Schnitt (in average). Fetish ist da etwas hart, es ist eben eine Klarstellung.
  • Believes that women talk more than men, but for some reason won’t let you get a word in edgewise: Frauen reden insbesondere über andere Themen als Männer. Männer reden lieber über Sachthemen (zB Fußballfakten) Frauen über Gefühle und Personen. Ich denke, dass Frauen, sofern der Mann nicht sehr viel Sachthemen zu bereden hat, auch mehr reden. Der Fall, dass zwei Freundinnen zwei Wochen zusammen im Urlaub waren, nach Hause kommen, sich anrufen und erst einmal eine Stunde quatschen ist wahrscheinlicher als der gleiche Fall mit Männern. Auch das zwei Männer miteinander Schweigen wird eher vorkommen. Mir ist bewusst, dass es hier entgegenstehende Forschungen mit Aufzeichnungsgeräten gegeben hat. Allerdings ist auch hier die Auswahl der Kandidaten entscheidend. Männliche Frauen und weibliche Männer hätten eher eine gleiche Wortzahl. Zudem mag der Student ein anderes Gesprächspensum haben als der Durchschnittsmann über sein Leben. Ich finde hier die Forschung über die Abnutzung der Kiefergelenke bei Frau und Mann insoweit aussagekräftiger. Abgesehen von der oben genannten Studie scheint ansonsten dies auch in der Forschung durchaus die vorherrschende Meinung zu sein.
  • Rape is an adaptation: ich nehme an, dass dies auf das Buch „A Natural History of Rape: Biological Bases of Sexual Coercion“ abzielt. Man möchte rufen „Science is not PC“, aber das macht ja nur die Bingokarte voller. Das es den Genen des Mannes erst einmal egal ist, ob sie sich durch einvernehmlichen Sex verbreiten oder durch nicht einvernehmlichen ist für mich logisch. Entstehen aus einer Vergewaltigung regelmäßig Kinder, dann können sich Gene von Menschen, die vergewaltigen und damit auch damit einhergehende Eigenschaften ausbreiten. Gerade bei der Häufigkeit mit der im Feminismus von Vergewaltigungen ausgegangen wird („jede dritte Frau“) ist es eher verwunderlich, dass sie die dann Eintretenden biologischen Effekte, die dann daraus folgen müssen, nicht akzeptieren.
  • Uses the terms “human nature” and “science” in the same sentence yet manages to keep a straight face: Dieser Punkt sagt recht viel über die Qualität dieses Bingos aus. Der Mensch scheint einer Forschung und Wissenschaft nicht unterliegen zu können.

Körperliche Unterschiede zwischen Mann und Frau

Neben den offensichtlichen Unterschieden bestehen zB noch die folgenden weiteren Unterschiede:

  • Männer wiegen etwa 15% mehr als Frauen
  • Männer sind im Schnitt 15 cm größer als Frauen
  • das Hüfte-Taile Verhältnis ist anders, Männer haben schmalere Hüften
  • Das Brust-Tailen Verhältnis ist anders: Männer haben normalerweise einen größeren Brustumfang
  • Der Oberkörper von Männern ist im Schnitt 40-50% stärker
  • der Unterkörper von Männern ist im Schnitt 30% stärker
  • Männer haben relativ zu ihrer Körpergröße mehr Lungenvolumen (ca. 30%)
  • Ellenbogen und Knie sind beim Mann c42-60% stärker
  • die Haut von Männern ist dicker und fettiger
  • Männer haben mehr Körperbehaarung als Frauen
  • Frauen haben einen höheren Körperfettanteil
  • Frauen haben einen niedrigeren Blutdruck, Frauenherzen schlagen dafür etwas schneller
  • Männer haben mehr androgene Hormone, Frauen mehr Estrogene
  • Männer haben im Schnitt 5,2 Millionen rote Blutkörperchen pro Kubikmililiter, Frauen 4,6 Millionen
  • Männer haben mehr Hämoglobin als Frauen und können daher mehr Sauerstoff speichern
  • Männer haben im Verhältnis zu ihrem Körper ein um 10% größeres Herz
  • Der Grundumsatz von Männern ist etwa 10% höher als der von Frauen
  • Männer haben stärkere Knochen
  • Frauen wandeln mehr ihrer Nahrung in Fett um, Männern mehr in Muskeln
  • Männer können mehr Hitze abgeben, weil sie mehr Schweißdrüsen haben
  • Frauen haben mehr weiße Blutkörperchen (bessere Imunabwehr)
  • Männer haben mehr Gerinnungsfaktoren und Inhibitoren im Blut (schnellere Wundheilung)

Das alles gilt natürlich im Durchschnitt, zeigt aber gut, wie verschieden die Körper ausgelegt sind. Ich bitte um Ergänzung in den Kommentaren.