#MeToo und #HowIwillchange

In Reaktion auf Weinstein lief gestern auf Twitter eine internationale Version des Aufschreis, #metoo

Männer wurden aufgefordert, öffentlich Besserung zu geloben ode ihre Taten einzugestehen:

Schon war auch der Hashtag #Howiwillchange geboren:

Aber natürlich rief das auch Gegenstimmen auf den Plan:

 

 

Warum Twitter sich für Aktivismus anbietet

Ich möchte, nachdem ich neulich hier angeführt hatte, dass soziale Medien wichtig sind, etwas Werbung für die Beachtung von Twitter für maskulistische Arbeit machen und mal ein paar Vorteile hervorheben:

  • Es ist sehr einfach Blogs oder andere Medien mit Twitter zu verbinden und dort die anderweitig produzierten Inhalte zu verbinden
  • Bei Twitter findet die Kommunikation quasi in einem großen gemeinsamen Raum statt, in dem leicht eine Verbindung erfolgen kann, wohingegen Blogs erfordern, dass man sie aktiv besucht. Das liegt daran, dass Twitter darauf ausgelegt ist, dass man eine Vielzahl fremder Inhalte, die dafür sehr kurz sind, präsentiert bekommt, die sogenannte Timeline, in der man (zumindest gegenwärtig noch) alle Nachrichten („Tweets“) der Leute, die man abonniert hat (denen man folgt) angezeigt bekommt, aber auch Nachrichten anderer, die diese „retweeten“. Durch die kürze des Mediums ist ein Retweet anders als ein Reblog keine große Sache, sondern man überfliegt ihn eben nur, kann ihn aber auch seinerseits kommentieren, für gut befinden („liken“) oder eben ebenfalls retweeten. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass sich eine Nachricht dort sehr schnell verbreiten kann und damit auch eine gewisse Viralität erhalten kann
  • Twitter ist im Gegensatz zu zB Facebook voll durchsuchbar, Profile und Tweets sind üblicherweise für jeden zu sehen, auch wenn dieser einem nicht folgt. Das macht eine Kommunikation über Twitter gleichzeitig privat und öffentlich. Jeder Tweet, in dem der eigene Benutzername aufgeführt wird, wird in einer speziellen Übersicht angezeigt, so dass ähnlich wie bei einer Email davon ausgegangen werden kann, dass der andere ihn auch wahrnimmt. Das wiederum kann einen gewissen Druck bewirken, der sich durchaus für eine gewisse Öffentlichkeitsarbeit anbieten kann. Jemanden auf Twitter anzuschreiben, etwa einen Journalisten bezüglich eines Fehlers in einem Artikel, macht dessen Antwort aber auch dessen Schweigen auf einen Hinweis anders als zB bei einer Email öffentlich.
  • Auf Twitter ist anders als bei Blogs schnell zu sehen, ob jemand eine gewisse Bedeutung hat oder wie sein Tweet aufgenommen wird, in dem man zum einen schaut, wie viele Follower derjenige hat und zum anderen dadurch, dass Tweets retweetet und geliked werden können. Wenn man also bestimmte Fragen stellt, diese dann retweetet und geliked werden, dann ist dem angesprochenen bewußt, dass eine gewisse Zahl von Personen hinter dem Fragenden steht und seine Antwort ebenfalls lesen wird.
  • Es ist sehr einfach über Twitter neue Personen auf ein Thema und sich selbst aufmerksam zu machen und mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Das liegt zum einen daran, dass anders als Facebook keine persönliche Beziehung für ein Folgen vorausgesetzt wird und auch keine Bestätigung einer Freundschaft erfolgen muss. Man folgt eben nur, ohne das dafür eine Grundlage bestehen muss. Viele Personen, denen man folgt, folgen aber seinerseits, so dass man bereits über Folgen selbst Follower gewinnen oder zumindest Personen auf sich aufmerksam machen kann. Gerade wenn man den Followern thematisch  nahestehender Twitterer folgt, kann man schnell eine gewisse F0llowerschaft aufbauen.
  • Nahezu jeder Journalist, Politiker und jede größere Sendung hat einen Twitteraccount, so dass man sehr direkt Leute ansprechen und damit auch auf eigene Beiträge aufmerksam machen kann oder eine Diskussion anfangen kann. Diese Kommentare gehen dabei direkter an die, die man eigentlich ansprechen will, sie erscheinen nicht auf irgendwelchen Portalen, sie erscheinen direkt in den „Mentions“ des jeweiligen Twitteraccounts.
  • Twitter ist der Traum eines jeden Journalisten für kurze, knappe Aussagen, wenn er eine Meinungsübersicht zusammenstellen möchte, gerade wenn sie eine Mischung aus nachdenklich und lustig sein sollen oder wenn man „die Stimme des Volkes“ darstellen möchte. Denn über Hashtags und die allgemeine Wortsuche lassen sich schnell Tweets ausfindig machen und dann auch leicht einbinden und zitieren. Sie sind bereits passend kurz und man kann die besten raussuchen.
  • Blogs sind, wie oben bereits gesagt, ein ganz anderes Medium: Sie bieten sich an um längere Gedanken auszubreiten und sind auch wesentlich besser zum diskutieren. Auf Twitter kann man vieles nur anreißen, aber gleichzeitig kann man es sehr schnell verbreiten, kann Personen auf seinen Blog aufmerksam machen, kann Leuten, die von sich aus niemals nach einem entsprechenden Blog suchen würden, in die Timeline gespült werden. Es ist kein Medium für ausführliche und gutrecherchierte Darlegungen, es ist ein Medium, dass auf schnelle Verbreitung und Teaser ausgelegt ist. Zusammen mit einem Blog ist es damit ein sehr gutes Marketinginstrument.
  • Auf Twitter eine gewisse Präsenz und damit auch eine gewisse Schlagkraft zu erhalten hat damit aus meiner Sicht einiges an Vorteilen. Wenn man es schafft, dort ein „Bündnis“ zu haben von Personen, die sich bemühen andere Leute für das Thema zu interessieren und entsprechende Nachrichten zu verbreiten, dann kann man aus meiner Sicht eine gewisse mediale Präsenz erhalten und sichtbarer werden.

Jacyln Friedmann und WAM! als Twitterbeauftragte gegen Belästigung

Kürzlich ging die Nachricht um, dass Twitter mit einer feministischen Gruppe zusammenarbeitet, um Frauen besser gegen Belästigungen zu schützen. ZB hier:

Um seine weiblichen Nutzer besser vor Belästigungen über das Internet zu schützen, leitet Twitter nun neue Schritte ein: Die Internetplattform wird in Zukunft mit der frauenrechtlichen Organisation WAM (Woman Action Media) zusammenarbeiten….

Die Arbeitsweise wird hier dargestellt:

Is the Internet a safe space for women?

It’s a huge question—yet, more and more, the answer seems to be a clear no. Last month, online abusers drove female video game critics and developers out of their homes with violent threats. One critic’s public event had to be canceled because of a promise of mass shootings. And a new Pew study put the harassment in statistically sharper terms: 25 percent of young women have been sexually harassed online, and 26 percent have been stalked.

This kind of online stalking and harassment isn’t new itself, but its recent visibility has accelerated the conversation about what we should be doing to protect women from abuse on the web. Much of this conversation has centered on Twitter, where so much recent abuse has happened. Because of Twitter’s open nature—any user can send a message to any other user, in public—it’s especially vulnerable to mass harassment and abuse.

On Thursday, the nonprofit organization Women, Action, and the Media—abbreviated WAM! or WAM—announced a new initiative with Twitter, to try to make the service safer for women. That partnership has been widely greeted as a step forward, a sign Twitter is finally taking harassment seriously. To my eye, though, it just seems like another stopgap—and further evidence Twitter isn’t yet willing to invest to protect its most vulnerable users.

WAM, in effect, got super powers within Twitter’s moderating environment. After submitting an abuse report to Twitter, users can now also submit one to WAM. WAM will make sure the users’s claims are credible, then “escalate” the report in Twitter’s system, flagging it for immediate handling by the company’s moderators.

While WAM hopes to bring all expedited reports to a “speedy resolution” within 24 hours of receiving them, it cautions, “we’re not Twitter, and we can’t make decisions for them.” It instead will advocate for users within the moderation system.

WAM will also be keeping track of whose reports get handled and whose don’t. Using its access to Twitter’s moderation system, WAM will be collecting data on how poorly gendered abuse is handled across the site.

“I think it’s a scandal that a tiny, under-resourced nonprofit with two staff members is having to do free labor for [Twitter].”
WAM won’t have these super powers forever, nor does it want them. Its executive director Jaclyn Friedman told me that she thought the program’s initial test period would run for only about a month.

Even only a few weeks, she hopes, will give it a sense of how well or poorly abuse reports are handled across the site. It will also let WAM figure out what Twitter’s moderators consider okay.

Also so eine Art zwischengeschaltete Beschwerdestelle. Aber was lese ich da bei Executive Director? Jaclyn Friedman. Ernsthaft Twitter? Eine radikale Feministin, die so ziemlich alles als Abuse ansehen wird, was Männer irgendwie machen? Die Rape Culture vertritt und diesen mit „enthusiastic consent“ also dem Verlangen nach durchgehender enthusiastischer Zustimmung zu allen Schritten während des Sex als Modell vertritt und auch ansonst alle Unterarten der Privilegientheorien vertritt?

Die diese Vorstellungen über eine „toxische Männlichkeit“ hat:

It’s time for a serious intervention in masculinity. It’s not enough to not be a rapist. You don’t get a cookie or a Nobel Peace Prize for that. If we want to end the pandemic of rape, it’s going to require an entire global movement of men who are willing to do the hard work required to unpack and interrogate the ideas of masculinity they were raised with, and to create and model new masculinities that don’t enable misogyny. Masculinities built not on power over women, but on power with women.

Toxic masculinity is damaging to men, too, positing them as stoic sex-and-violence machines with allergies to tenderness, playfulness, and vulnerability. A reinvented masculinity will surely give men more room to express and explore themselves without shame or fear.

Es ist nicht genug einfach kein Vergewaltiger zu sein. Man muss endlich hart daran arbeiten die Männlichkeit von ihrer Erbschuld zu befreien. Genau die Person, die man bewerten lassen möchte, was Sexismus ist.

Interessantes erfährt man auch auf der Wikipedia-Seite von Friedman:

Friedman is the founder and Executive Director of Women, Action and the Media (WAM!), a North American nonprofit focusing on gender justice and media issues.[2] WAM!’s accomplishments include the successful campaigns to pressure Facebook to enforce its terms of service against incitements to violence against women[3] and to pressure Clear Channel to rescind its decision not to run advertisements for South Wind Women’s Center, a women’s health clinic in Wichita.[4] WAM! also runs chapters in Boston, New York, Chicago, LA, DC, Ottawa and Vancouver.[5]

Da scheint man also durchaus an Einfluss zu gewinnen:

Einen interessanten Beitrag dazu gibt es bei Andrew Sullivan:

Their core objective is what they call “gender justice in media.” That means that they are interested in far more than curbing online harassment. They want gender quotas for all media businesses, equal representation for women in, say, video-games, gender parity in employment in journalism and in the stories themselves. They are outraged by the following:

Less than 1 in 100 of classical pieces performed in concert in 2009-2010 were written by a female composer (and 1 in 15 was written by Beethoven!). Women make up 2% of the standard repertoire of pieces (Repertoire Report 2009-2010).

Less Beethoven – more, er, women! The crudeness of their identity politics is of a piece with their analysis. Instead of seeing the web as opening up vast vistas for all sorts of voices to be heard, they seem to believe it is rigged against female voices, or that women are not strong or capable enough of forging their own brands, voices, websites and fighting back against ideas they abhor with wit and energy and passion and freedom. Instead, WAM’s goal is to police and punish others for their alleged sexism – along the well-worn lines of contemporary and controlling left-feminism. Here’s themindset behind the project:

“I see this as a free speech issue,” Friedman said. She said she knew some would see the work WAM does as “censorship,” but that a completely open and unmoderated platform imposes its own form of censorship. It effectively prevents women, especially queer women and women of color, from getting to speak on the service.

Also die Angst der Feministinnen davor, dass Leute sagen was sie denken. Wie man jemanden letztendlich abhalten soll zu twittern leuchtet mir zwar nicht ein, aber jedenfalls müssen anscheinend entgegenstehende Meinungen verboten werden.

Das Beispiel zur klassischen (!) Musik zeigt aber schon, dass sie Ansichten haben, die weit über das hinaus gehen, was andere unter Diskriminierung verstehen.

Man sehen, wie frei Twitter sie walten lässt. Eigentlich muss man hoffen, dass sie alles umsetzen, was Friedman und Co so als Diskriminierungsabwehr ansehen.

Da hätte man gleich einen netten Shitstorm verärgerter Twitterer.

Alles Evolution bei Twitter

Ich bin jetzt auch bei Twitter zu finden. Bisher ist es interessant, ich klicke mich gerade durch alle möglichen Beiträge und folge allem, was interessant aussieht, ein wenig wie ein Kind, dass in der Süsswarenabteilung freie Auswahl hat.

Wer mir dort folgen will:

Alles Evolution bei Twitter

Weitere Kontaktmöglichkeiten finden sich zudem im Blog rechts unten unter „Kontakt“