Testosteron und seine Wirkung auf den Sexualtrieb

In „Sex at dawn“ findet sich eine interessante Stelle zu Testosteron:

A man who suffered a hormonal disorder that left him with almost no testosterone for four months discussed his experience (anonymously) in a radio interview. Without testosterone, he said, “Everything I identified as being me [was lost]. My ambition, my interest in things, my sense of humor, the inflection of my voice…. The introduction of testosterone returned everything.” Asked whether there had been an upside to being testosterone-free, he said, “There were things that I find offensive about my own personality that were disconnected then. And it was nice to be without them…. I approached people with a humility that I had never displayed before.” But overall, he was glad to have it back, because, “When you have no testosterone, you have no desire.”

Griffin Hansbury, who was born female but underwent a sex change after graduating from college, has another well-informed view of the powers of testosterone. “The world just changes,” he said. “The most overwhelming feeling was the incredible increase in libido and change in the way I perceived women.” Before the hormone treatments, Hansbury said, an attractive woman in the street would provoke an internal narrative: “She’s attractive. I’d like to meet her.” But after the injections, no more narrative. Any attractive quality in a woman, “nice ankles or something,” was enough to “flood my mind with aggressive pornographic images, just one after another…. Everything I looked at, everything I touched turned to sex.” He concluded, “I felt like a monster a lot of the time. It made me understand men. It made me understand adolescent boys a lot.”

Was gut zu den Funden der hier aufgeführten Metastudie zum Sexualtrieb und dieser Schilderung des Journalisten Andrew Sullivan passt (über Pinker).

Es zeigt auch gut, wie die Hormone unser Verhalten mit Disponieren. Wir können eben tun, was wir wollen, aber wir können nicht wollen, was wir wollen, wie Schopnehauer schon sehr richtig feststellt.

Aus dem Mehr an Testosteron folgt eben auch eine gänzlich andere Sexualität des Mannes, die wesentlich triebhafter ausgerichtet ist. Wer objektiv an die Sache ran geht und sich zum einen die Wirkung von Testosteron anschaut und zum anderen die Mengenabweichungen zwischen Männern und Frauen bei diesem Hormon, der kann daran auch kaum vorbei.

Feste Partnerschaft und der Wunsch nach vielen Sexualpartnern

Bei Hooking up Smart wird in dem Beitrag „The Truth about Male Sexuality“ ein Kommentar zu dem Thema „feste Partnerschaft bringt den meisten Sex, warum suchen sich Männer nicht eine solche statt On-Night-Stands?“ wiedergegeben:

This simply does not compute to the male mind. But that’s very hard to explain to the female mind. Sexual variety, if we can get it, is an end in itself, its own reward. We’re born that way. (…)

In men, the drive to settle down & be deeply in love with someone you want to share your life with, AND the daily desire to still fuck everything that moves if you possibly can, coexist perfectly naturally, without dissonance. They are compartmentalized. They are both true. (…)

I love being in love & in a committed relationship but every time there is the chance of easy sex with someone I find attractive, my body cries out plaintively in a way that is directly comparable to a childless 38 year old woman looking at other peoples babies & weeping with desperation to fill her womb with one of her own. (…)

Regular sex with only one woman is not the male goal. Falling in love might be, but monogamy is more of a price men pay than the happy ending it is for women. It’s really giving up his natural destiny to fulfill hers. Again, there is simply no way to translate this for women, just how much a man gives up to be with only them.

Nein, dass ist keine Entschuldigung für das Fremdgehen. Denn natürlich muss es ein Mann nicht machen und natürlich bedeutet ein höheres biologisches Verlangen etwas zu tun nicht, dass es gut ist, so zu handeln. 

Aber das bedeutet nicht, dass dieses Verlangen nicht da ist und auch nicht, dass es nicht höher ist als bei Frauen. Natürlich gibt es wie immer auch kein „Alle Männer sind so und alle Frauen sind so“. Es ist eben mal wieder ein fließender Übergang.

Aber dennoch scheint mir der Wunsch – aus dem nicht unbedingt ein Handeln folgen muss – bei Männern durchaus verbreiteter zu sein. Die meisten Männer werden nach wie vor mit einer hübschen Frau schlafen wollen, Frauen scheinen dies weniger zu wollen. Männer können in der Tat beides gut nebeneinander leben. Was wahrscheinlich auch der Grund ist, warum man von diversen Promis Fremdgehgeschichten hört und warum Tiger Woods trotz sehr hübscher Frau fremd gehen wollte.

Ich denke, dass für Männer Abwechselung interessanter ist als für Frauen. Was auch leicht durch die verschiedenen Fortpflanzungszeiten zu erklären ist. Für eine Frau bringt es mehr immer mit dem selben hochwertigen Partner zu schlafen als immer mit abwechselnden als für den Mann. Denn sie kann auch wenn sie mit 50 Männern schläft nur einmal schwanger werden, während er, wenn er mit 50 Frauen schläft theoretisch 50facher Vater werden könnte. Was ihn heute ruinieren würde, in der Steinzeit aber mangels Unterhaltsvorschriften zu einer effektiven Verbreitung entsprechender Gene führen konnte.

„Extra Pair Copulation“ oder „Mit einer anderen schlafen wollen“

Gerade gibt es wieder eine kleines Drama im Freundeskreis.

Eine Freundin wollte erst nichts von einem Bekannten (kein Pickuphintergrund) von ihr. Er hat eifrig gebaggert, sie haben auch mal rumgeknutscht, aber es ging nicht recht voran. Sie konnte sich niemals vorstellen, was mit ihm anzufangen.

Irgendwann meinte er dann, dass er sie auch nicht mehr wollte, jedenfalls nicht für eine Beziehung, und wandte sich anderen Prokekten zu. Nun wollte sie ihn plötzlich doch (die Neediness fiel eben weg). Aus einem Absturz wurde eine Freundschaft mit Vorzügen und bei ihr entstand der Wunsch nach etwas Festerem. Die nächste Zeit war dann beziehungsähnlich, man verbrachte die meisten Nächte miteinander, kuschelte und hielt Händchen. Es wurde immer fester, was dazu führte, dass er immer mehr blockte. Er traf sie nur noch jede zweite oder dritte Nacht, war wenn er dort war wie ein Freund, aber eben ansonsten darauf bedacht, die Sache nicht zu stark werden zu lassen.

Irgendwann fragt sie nach, wo sie nun eigentlich stehen. Er sagt, dass er ja gesagt habe, dass er keine Beziehung mit ihr wollte. Sie versucht es noch eine Zeit zu erforschen, dann trifft sie die Entscheidung, dass sie nichts einfach nur so will, sondern ganz oder gar nicht, und macht sich rar. Sie blockt alle weiteren sexuellen Versuche ab und macht deutlich, dass sie entweder mehr oder nur eine normale Freundschaft haben will. Im Gegenzug fährt er seine Flirtbemühungen wieder hoch, sagt aber auch nicht, was er wollte. Sie blieb hart.

Es folgte ein Urlaub seinerseits aus dem beständig gechattet und gesmst wird. Er schreibt ihr, dass er sie vermisst und das die zeit zusammen so schön war. Aber er sagt immer noch nichts von Beziehung, auch wenn es sehr danach klingt. Sie nimmt sich daher für das Wochenende, an dem er wiederkommt, etwas mit einer Gruppe von Freunden vor, sie will nicht zu verfügbar erscheinen, nicht so als würde sie auf ihn warten, es ist aber eine Gruppe mit teilweisen gemeinsamen Freunden, er kann also – als Freund – sich auch einfach der Gruppe anschließen. Das macht er natürlich auch, schließlich hat er sie ja vermisst.

Sie bleibt recht neutral den Abend über, läßt ihn abblitzen, er soll ja merken, dass sie nur zu ihren Bedingungen wieder etwas mit ihr haben kann. Dementsprechend geht sie auch recht früh nach Hause – allein. Er macht noch etwas weiter Party. Eine Bekannte einer anderen Freundin – nach späterer Aussage von ihr „hässlich, dumm und eine Schlampe“ – findet ihn auch ganz gut, nimmt ihn mit nach Hause, es folgt heavy Petting, er will mehr, aber sie hat wohl Last-Minute-Resistance und es kommt trotz seiner Bemühungen nicht zum Sex. Ihr erzählt er, dass sie noch weiter Party gemacht haben, aber nichts passiert ist.

Der Flirt geht weiter und ihr rarmachen zahlt sich aus. Sie wird – wenn auch nichts weiter läuft – den Eltern vorgestellt und er gibt alle Andeutungen, dass er mehr will, ohne aber von Beziehung zu sprechen. Sie meint es läuft gut. Sie treffen sich, aber alles bleibt anständig, schließlich hat sie ja deutlich gemacht was sie will. Sie sieht sich als zu 90% vergeben an.

Aber natürlich hat die Nacht folgen. „Dumm und Hässlich“ versteht nicht, warum er nach dem Abend immer abweisender wurde, immer weniger auf SMS geantwortet hat. Sie fragt Bekannte was da nun eigentlich los ist.“Dumm und Hässlich““ erfährt davon, dass er jetzt mit ihr flirtet, aber bisher wohl nur flirtet. Sie geht zum Gegenangriff über und schreibt sie über Facebook an, die beiden chatten, „Dumm und Hässlich“ redet sich alles von der Seele, beschreibt im Detail was sie gemacht haben, wie er sie geküsst hat, wie nett er war, welch eifühlsame Berührungen er gemacht hat, wie er sie im Arm gehalten hat. All diese Berühungen, Gesten, Worte kommen ihr sehr bekannt vor. So ist er auch bei ihr. Und genau das fand sie so schön, dachte sie ist die kleine besondere Schneeflocke, bei der er solche Gefühle entwickeln kann. Jetzt sind es alles hohle Gesten in ihrer Wahrnehmung.

Sie fühlt sich betrogen, obwohl sie gar nicht zusammen waren. Sie glaubt ihm nicht mehr, dass seine Gefühle echt und tief waren, denn wie hätte er sonst mit einer anderen schlafen können? Will man, wenn man verliebt ist, nicht nur mit einer einzigen Person schlafen, nämlich der, die man liebt? Mein Einwand, dass sie ja noch gar nicht zusammen waren und er eben nur Penisgefühle für „Dumm und hässlich“ hatte für sie hatte geht in allgemeinen „Männer sind Schweine“ Rufen unter. Es ist richtig, dass Liebe eine Fokussierung auf eine Person bewirkt. Insbesondere die Stoffe Vasopressin, Serotonin und Oxytocin sind daran schuld. Dem entgegen steht allerdings der Sexualtrieb, der bei Männern deutlich stärker ausgeprägt ist, deutlich stärker auf optische Reize reagiert und Sex eher auf einer sachlichen Ebene sehen kann, bei der es um reine Lustbefriedigung geht.

Das Männer von Sex mit mehreren Frauen mehr Vorteile bei einer Anreicherung ihrer Gene im Genpool haben als Frauen ist eine der Hauptunterschiede zwischen den Geschlechtern, die allein schon erheblich verschiedene Selektionsdrücke bewirkt. Ich glaube daher, dass Männer im Schnitt eher in der Lage sind mehrere Frauen zu lieben und eine Frau zu lieben und mit einer anderen, selbst weniger attraktiven Frau schlafen zu wollen.

Das bedeutet nicht, dass Frauen nicht auch fremdgehen, aber meiner Erfahrung nach ist es bei ihnen eher (nicht immer) ein Zeichen, dass die Beziehung sehr schlecht läuft und sie sich bereits innerlich getrennt haben oder aber der Mann als sehr attraktiv bewertet wird. Jedenfalls ist selbst treuen Männern das Gefühl nicht fremd Lust auf eine andere Frau zu haben. Sie sehen es dann eher so, dass sie die Beziehung nicht gefährden wollen, aber sie fühlen durchaus den sexuellen Reiz einer anderen Frau.

Es scheinen sowohl bei Serotonin als auch Vasopressin und auch bei Oxytocin, dessen Wirkung bei Fruaen durch Östrogen verstärkt wird Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu existieren. Testosteron scheint die Wirkung von Oxytocin negativ beeinflussen zu können.

Aber noch ein paar Soundschnipsel aus der folgenden Diskussion:

  • „Ich glaube nicht, dass es überhaupt treue Männer gibt. Ich kenne so nette , die so wunderbare Beziehungen haben und dennoch fremd gehen. Vielleicht sollte einem schon ein Mann reichen, der es wenig macht, es gut verbirgt und genug Respekt hat, dass es keiner, den du kennst weiß“
  • „Ich glaube, dass es Treue Männer gibt. Meine Freundin X und ihr Freund sind so niedlich zusammen, die können keine Minute getrennt sein, und meine Eltern lieben sich auch wirklich“
  • „Ich glaube es hilft, wenn man sich als Mann in seiner Jugend ausgelebt hat. Aber mitunter siehst du eine Frau und denkst „wie geil wäre es noch mal Single zu sein und die einfach so mal zu knallen“. Aber es geht ja nicht, man ist ja vergeben.“
  • „Ich würde für keinen Mann die Hand ins Feuer legen“
  • „Man will ja auch seinen Freund nicht bevormunden. Er soll ja ruhig einfach so mit anderen weggehen und man will das Gefühl haben, dass er von sich aus jedes Angebot ablehnt, weil er gar keine andere Frau will“
  • „Ich hatte mal einen Freund, der war auf alle Fälle treu. Der war so lieb und hat alles für mich gemacht. Aber es war zu langweilig mit ihm“

Sextrieb bei Männern und Frauen

Eine Studie zum Sextrieb von Männern und Frauen:

The sex drive refers to the strength of sexual motivation. Across many different studies and measures, men have been shown to have more frequent and more intense sexual desires than women, as reflected in spontaneous thoughts about sex, frequency and variety of sexual fantasies, desired frequency of intercourse, desired number of partners, masturbation, liking for various sexual practices, willingness to forego sex, initiating versus refusing sex, making sacrifices for sex, and other measures. No contrary findings (indicating stronger sexual motivation among women) were found.Hence we conclude that the male sex drive is stronger than the female sex drive. The gender difference in sex drive should not be generalized to other constructs such as sexual or orgasmic capacity, enjoyment of sex, or extrinsically motivated sex

Quelle: Is There a Gender Difference in Strength of Sex Drive? Theoretical Views, Conceptual Distinctions, and a Review of Relevant Evidence (PDF)

Aus der Studie:

Eysenck (1971) found that men reported more frequent thoughts about sex than women. Laumann, Gagnon, Michael, and Michaels (1994) found that men think about sex more often than women. Over half the men in their national sample reported thinking about sex every day, whereas only one fifth of the women reported thinking about sex that often. Recent studies on uncontrolled and unwanted sexual thoughts underscore the conclusion that the male sex drive evokes more sexual thinking even if the person does not wish to have those thoughts. Byers, Purdon, and Clark (1998) found that male college students reported more intrusive, unwanted, and even personally unacceptable thoughts about sex than did college women (7.5 vs. 5.6 out of 20 possible sexually intrusive thoughts listed). Vanwesenbeeck, Bekker, and van Lenning (1998) developed a sexual compulsion scale with items such as “I think about sex more than I would like” and “I must fight to keep my sexual thoughts and behavior under control.” Men scored higher than women on this scale, indicating a greater sense of being sexually driven. Data on spontaneous sexual arousal and desire reveal one way in which men seem to have a higher sex drive. Beck, Bozman, and Qualtrough (1991) found that men report more frequent sexual desire than women. Nearly all the men (91%) but only half the women (52%) experienced sexual desire several times a week or more. Their study also helped rule out the alternative explanation that women find it more difficult than men to recognize sexual desire, because men and women endorsed essentially the same indicators of desire. Likewise, a study by Knoth, Boyd, and Singer (1988) concluded that the modal young man experiences spontaneous sexual arousal several times per day, whereas the modal young women experiences it only a couple times per week. Eysenck (1971) likewise found that men reported more frequent sexual desire and more easily stimulated desire than women. Jones and Barlow (1990) had a sample of young heterosexual adults monitor their sexual feelings for 7 days, and the men had more than twice as many sexual urges per day as the women (4.75 vs. 2.00, respectively). The difference in internally generated fantasies was not significant, but men had significantly more sexual fantasies during masturbation than women.(…)

A review and meta-analysis by Leitenberg and Henning (1995) concluded that men have more frequent and more varied fantasies than women. That is, men’s fantasies occur more often than women’s, include more different partners than women’s, and extend to a broader variety of sex acts than women’s (on an individual rather than a population basis—probably there is at least one woman who has had any given fantasy). These differences in fantasy suggest greater sex drive in men. The variety in sex partners was the focus of a study by Ellis and Symons (1990). They asked people whether they had had sex with over a thousand different partners in their imagination. Given the relatively young age of their sample (college students), a very active and highly motivated imagination would presumably be necessary to achieve that high a tally. They found that men were four times more likely than women to report having imagined a thousand or more sex partners. Thus, as compared with women, men think about sex more often, report more frequent arousal, and have more frequent and variable fantasies. These findings would be most consistent with a view that men have a higher sex drive. (…)

Ard (1977) reported a survey of couples who had been married for over 20 years. He found that “husbands continued to prefer intercourse more frequently than wives” (p. 274). In fact, wives consistently reported that they were quite satisfied with the amount of sex they had in their marriages, but men on average wished for about a 50% increase. M. Brown and Auerback (1981) likewise found that a majority of husbands (60%) but only a minority of wives (32%) said they would prefer to have sex more often. A more recent study by Julien, Bouchard, Gagnon, and Pomerleau (1992) found that husbands and wives agreed that the men were more sexually active and frisky. Even more relevant, Julien et al. (1992) found that men were more likely than women to report having less sex in marriage than they wanted. With a sample of couples ages 51 to 61, Johannes and Avis (1997) found that women were more likely than men to wish for less frequent sex than they were having, whereas husbands were more likely to wish for more frequent sex than they were having. A study of elderly couples in Sweden likewise found that men wanted more frequent sex than women (Bergström-Walan & Nielsen, 1990). Indeed, the authors of that study concluded that “men are significantly more sexual than women, in all ages and in all respects” (p. 289). Those findings refer to mature couples who are well into long-term relationships. One might expect that men and women would be more similar early in relationships. Yet data show that at the start of a relationship, men desire sex more than women. Abundant evidence confirms that men are ready for sex earlier in a relationship than women. In a large Australian sample, McCabe (1987) found that the category of people who were in a committed relationship, who wanted to have sex, but who were not having sex, consisted almost entirely of men. For example, among 25-year-olds, 28% of men but only 2% of women were in this category of “reluctant virgins.” Sprecher and Regan (1996) found that men were more likely than women to cite partner unwillingness as the reason they were not having sex. Driscoll and Davis (1971) found that men were more likely than women to list as a reasons for not having sex the fact that they could not talk their partner into doing so and that the decision was not theirs. Women are willing to wait longer within a dating relationship, measured either in terms of clock and calendar time or in terms of number of dates, before having sex (Buss & Schmitt, 1993; Cohen & Shotland, 1996; Sprecher, Barbee, & Schwartz, 1995). For example, Cohen and Shotland found that men expected sex after about 8 dates, whereas women expected it after about 12. Thus, within heterosexual relationships, men want sex more than women at the start of a relationship, in the middle of it, and after many years of it. Consistent with that sweeping conclusion, McCabe (1987) found that men in relationships (across the full sample and all 246 BAUMEISTER, CATANESE, & VOHSlevels of relationship longevity) showed significantly more desire for intercourse than they were having, whereas women had about what they wanted. (…)

They found that gay men had higher frequencies of sex than lesbians at all stages of relationships. Within the first 2 years of a relationship, for example, two thirds of the gay men but only one third of the lesbians were in the maximum category of having sex three or more times per week (the highest frequency category). After 10 years together, 11% of the gay men but only 1% of the lesbians were still in that category of highly frequent sex. At the other extreme, after 10 years nearly half the lesbians,  but only a third of the gay men, were having sex less than once a month. Even that difference may be a substantial underestimate of the discrepancy in sexual activity: Blumstein and Schwartz reported that the gay men who had largely ceased having sex after 10 years together were often having sex with other partners, whereas the lesbians who had ceased having sex together had generally not compensated for this deficit by finding other sexual outlets. A lack of sexual desire and activity in women is reflected in the phrase “lesbian bed death,” (e.g., Iasenza, 2000) which has been coined to describe the low levels of sexual activity among lesbians in long-term relationships. Similar conclusions emerged from an earlier study by Bell and Weinberg (1978), which did not limit its sample to people in committed relationships and is thus a useful complement to the Blumstein and Schwartz (1983) study. White homosexual men were more likely than lesbians (47% vs. 32%) to report having sex more than once per week. A similar difference was found among gay Blacks (65% vs. 56%) (…)

Over the course of a lifetime, men wanted around 18, whereas women desired 4 or 5. Miller and Fishkin (1997) asked a sample of college students how many sex partners they would like to have over the entire rest of their lives if they were not constrained by any factors such as disease or laws. The mean response by the women was that they would ideally like to have 2.7 sex partners, whereas the men’s mean response was 64. (…)

The subculture of gay men did briefly establish bathhouses and other institutions that allowed men to have sex with half a dozen or more partners in a single evening. Even though lesbians are better able than gay men to engage in such promiscuity (because of the lack of refractory period), lesbian communities do not seem to have created any market for such institutionalized orgiastic behavior. (…)

Blumstein and Schwartz (1983) found that, among people in committed relationships, gay men were far more likely than lesbians to have sex with someone other than their regular partner (82% vs. 28%). Among those who did experience sex with someone other than the partner, lesbians tended to have only 1 outside partner (53%), unlike gay men (7%). The proportion of gay men who reported having had over 20 outside partners during the relationship was substantial (43%), but among lesbians it was negligible (1%). Even in the moderately promiscuous category of having had between 6 and 20 partners, gay men outnumbered lesbians (30% vs. 4%). Again we look to Bell and Weinberg (1978) for converging evidence with a sample that was not restricted to people in committed relationships. In a sample of several hundred respondents, far more gay White men (43%) than White lesbians (0%) reported having had over 500 sex partners. Meanwhile, 58% of White lesbians, but only 3% of gay White men, said their lifetime homosexual experience had included 9 or fewer partners. (…)

45% of men but only 15% of women reported masturbating at least once per week. Meanwhile, nearly half the women in their sample (47%) but only 16% of the men said they had never masturbated. Arafat and Cotton (1974) found women and girls were almost four times more likely than men and boys to say they never masturbated (39% vs. 11%). In a survey of German teenagers ages 16 to 17, Sigusch and Schmidt (1973) found that 80% of the boys, but only 25% of the girls, were engaged in masturbation during the past year, and boys averaged five times per month as opposed to once per month for the girls. (…)

Women start having sex at a later age than men (Asayama, 1975; Laumann et al., 1994; Lewis, 1973; Wilson, 1975). For example, Asayama’s interviews with Japanese students during the late 1940s and 1950s found that half the boys had become quite interested in sex by age 15 and 90% had by age 19, whereas only 30% to 40% of the girls had become interested by age 18. Over a third of the boys had masturbated by age 15 and over 80% had done so by age 21, whereas by age 21 only 12% of the women had masturbated. Asayama concluded that the development of sexual interest “among females is rather slow while for males it is quite rapid” (p. 95). With an American sample, Lewis (1973) found that half (52%) the boys but only 16% of the girls reported having sex by the age of 17. (…)

Women initiate sex less often than men. A diary study by O’Sullivan and Byers (1992) found that men initiated sex about twice as often as women, although there was no significant difference in considering initiating sex. M. Brown and Auerback (1981) found that men initiated it three times as often as women during the 1st year of marriage, although the difference dwindled in later years. Byers and Heinlein (1989) found that over a 1-week period, men initiated sex about twice as often as women. Differences in sexual initiative may help explain the differential rates of sex in gay male versus lesbian relationships (Blumstein & Schwartz, 1983). (…)

Probably the best data were provided by Clark and Hatfield (1989), who used an experimental procedure to investigate responses to sexual offers. Both men and women were approached by a moderately attractive, opposite-sex confederate and invited to have sexual intercourse that evening. Women’s refusal rate was 100% across two studies, whereas only 25% of the men refused.

Und zu den Ursachen:

Our review of the literature indicated that role of androgens (e.g., testosterone) was crucial in producing sex drive. We focused on the androgens for several reasons. First, scientists’ interest in the effects of testosterone have yielded a wealth of data on its effects. Second, testosterone is one of the primary organizational and activational hormones that differentiates men and women. Although both women and men have natural supplies of testosterone in their bloodstream, the amount of testosterone varies significantly between the genders. On average, men’s blood testosterone levels are 1,000 nanograms per deciliter, whereas women’s blood testosterone levels are only one seventh or one eighth of this amount (see Dabbs, 2000; Mazur & Booth, 1998). Postmenopausal women have especially low levels of testosterone (regardless of whether menopause occurs naturally or as a result of surgical procedures). Most commonly, surgically induced menopause is the result of an oophorectomy (i.e., removal of the ovaries and adrenals) or hysterectomy (i.e., removal of the uterus). Third and perhaps most germane to this analysis, evidence from the animal and human literatures suggests that androgens are responsible for active initiation of sexual activity (i.e., proceptivity), whereas estrogens are responsible for passive acceptance of sexual activity (i.e., receptivity; Beach, 1976; De Jonge & Van de Poll, 1984; Sherwin, 1988).

Zum Schluss verweise ich noch einmal auf meinen Artikel zum gleichen Thema und meine Ausführungen dort. Ich hatte darauf verwiesen, dass Testosteron zwar die reine animalische Lust anheizt, aber dies nicht die einzige Komponente ist, die Leute Sex haben lässt:

Aber die animalische Lust, die Testosteron herbeiführt, ist natürlich nicht das einzige, was Sex interessant macht. Es spielen viele Faktoren hinein, die aber auch zu einer anderen Motivation für Sex und damit auch für eine andere Betrachtungsweise des Sexes sprechen.

Es heißt auch nicht, dass Frauen nicht auch genauso viel Sex wollen, aber für sie sind dabei vielleicht nicht so stark die Befriedigungen der animalischen Lust im Vordergrund sondern sie genießen eher die Ausschüttung von Hormonen wie dem „Kuschelhormon“ Oxytocin, sowie einer Reihe von Endorphinen wie Serotonin und Dopamin. Daraus entstehen dann ganz andere Erwartungen an Sex, die sich in den jeweiligen Wünschen niederschlagen. Die meisten Frauen davon zu überzeugen, Sex nach den Vorstellungen der Männer zu haben, macht wenig Sinn, weil für sie der biologische Reiz am puren Sex dabei, nämlich die Stillung animalischer Lust, wesentlich geringer ist. Natürlich könnten sich Frauen frei dafür entscheiden, die Chance ist aber höher dass die meisten Frauen diesen Lebensweg nicht wählen sondern sich für einen anderen, zB Sex in einer Partnerschaft entscheiden, weil dieser ihnen aufgrund ihres körperlichen Unterschiede „logischer“ erscheint.

Das Sexualverhalten der Männer und Frauen ist, soviel zeigt die Studie oben, vollkommen unterschiedlich. Es spricht vieles dafür, dass ein Zusammenhang mit Testosteron besteht.

Prostituierte beeindrucken

Satoshi Kanazawa schreibt über Studien mit Affen, denen beigebracht wurde, Geld als Zahlungsmittel zu verwenden und bei denen daraufhin die Männchen Geld bei den Weibchen gegen Sex tauschten.

Von da aus kommt er zu einer Anekdote, nach der ein Mann versuchte eine Prostituierte zu beeindrucken, was ihn verwundert, weil man annehmen müsste, dass das Gehirn angesichts des Alters der Prostituition zwischen Prostituierten und „gewöhnlichen Frauen“ unterscheiden kann und sich das Verhalten angepasst hat.

In the Introduction, they describe an encounter where a venture capitalist, who attended one of Levitt’s lectures one day, had a “date” with a $300-an-hour prostitute later in the same evening. The venture capitalist notices a copy of Freakonomics in the prostitute’s apartment, and mentions that he had just attended a lecture by one of the authors of the book, in an attempt to impress the prostitute. Levitt and Dubner note: “The male instinct to impress the female is apparently strong even when the sex is already bought and paid for.”

This does not make sense. If monkeys and nonhuman apes routinely engage in prostitution, as the research by de Waal, Chen and Santos, and others seems to indicate, and if the evolutionary origin of prostitution thus dates back long before we were human, then it means that prostitution is evolutionarily familiar. If prostitution is evolutionarily familiar, then men’s brain should be able to recognize prostitutes and to treat them differently from “ordinary” women, whom they do have to impress if they want to have sex with them. In other words, there should be an evolved “hooker module” in the brain.

The deep evolutionary origin of prostitution and prostitutes and thus their evolutionary familiarity suggest that men would not try to impress prostitutes, because they know it is not necessary, contrary to what Levitt and Dubner suggest (perhaps in jest) in the Introduction. I don’t suppose there are any systematic and high-quality data on how men treat prostitutes, whether they indeed try to impress them, even when sex with them is a sure thing. If it turns out that men routinely attempt to impress prostitutes before having sex, then it means that prostitution is evolutionarily novel and it is not the world’s oldest profession.

Natürlich ist zunächst darauf zu verweisen, dass eine Anekdote keine Studie ist und insoweit das Verhalten von Freien gegenüber Prostituierten nicht belegt ist.

Ich vermute es gibt verschiedene Arten von Freiern, die einen werden es strikt als Geschäftsbeziehung sehen und allenfalls insoweit davon ausgehen, dass auch in einer solchen Status, gutes Benehmen etc Vorteile bringt. Die anderen, die Bestätigung suchen und deshalb hoffen, dass sie etwas über den Geschäftskontakt hinaus erhalten und wieder andere, die davon ausgehen, dass es auch ihr so mehr Spass macht oder die sich so zumindest die Illusion besser aufrechterhalten können, dass es „richtiger Sex“ ist. Und natürlich auch die, die Prostituierte möglichst abwertend behandeln um sich selbst besser zu fühlen.

Der Grund für Verhalten kann demnach ganz verschieden sein. Bei einer evolutionären Betrachtung kommen weitere Gründe hervor.

Einen evolutionären Einfluss kann nur haben, was zu einer Fortpflanzung führt. Jeder andere Sex wirkt sich schlicht nicht aus. Und da dürfte Berufsprostitution heutigen Machart wenig Spuren hinterlassen haben. Denn zum einen dürfte eine Berufsprostitution in diesem Maßstab eher eine Sesshaftigkeit erfordern, die noch relativ jung ist. Vorher ist eher mit einer Gelegenheitsprostitution oder einem langfristigeren Tausch „Sex gegen Versorgung“ zu rechnen. Gerade bei einer Gelegenheitsprostitution allerdings ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie gerade unter steinzeitlichen Bedingungen weiteren (vielleicht sogar kostenlosen) Sex (und damit die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft) anbietet, wenn er sie beeindruckt bzw. er ein normales Mann Frau Verhältnis wie mit nicht bezahlten Frauen aufbaut.

Sofern es tatsächliche Berufsprostitution gab, dürfte dies bei Schwangerschaften mit einer relativ hohen Abtreibungsrate bzw. wenig Kindern, die überlebten, verbunden gewesen sein. Selbst bei Berufsprostituierten dürfte die Wahrscheinlichkeit allerdings höher sein, Nachwuchs zu haben, wenn man eine geschäftsmässige Beziehung verlässt und sie einen für einen potentiell wertvollen Partner hält. Demnach wäre zu berechnen, inwieweit die Kosten des gezeigten Werbungsverhaltens die potentiellen Nutzen übersteigen. Die Kosten des zusätzlichen Beeindruckens in der oben genannten Anekdote sind gering, es kostet ihn einige Worte. Im Raum steht, dass sie ihn als wertvollen Partner erkennt und evtl. die Kosten weiteren Sexes reduziert, ihm mehr Zeit einräumt oder den Sex selbst als lustvoller empfindet, was theoretisch die Fortpflanzungschancen erhöhen kann. Alles was die Fortpflanzungschancen (unter steinzeitlichen Bedingungen) erhöht, kann sich evolutionär niederschlagen.

Eine Verhaltensdifferenzierung erfolgreicher Freier zur reinen Geschäftsbeziehung, die sich evolutionär niederschlägt ist damit unwahrscheinlich. Entgegenstehendes Verhalten wird eher belohnt, jedenfalls soweit hier die Kosten gering gehalten werden.

Auch wenn ich vermute, dass die meisten Prostituierten lieber in Ruhe arbeiten und zuviel Bemühungen eher die Differenzierung zwischen Beruf und Privat schwieriger machen und daher nur bis zu einem gewissen Grad erwünscht sind. (via Streetgirl)

Schönheitsideale und der Vorteil dunkler Clubs

Auf dem wunderbaren Blog von Nessy geht es um eine zufällig mitgehörte Unterhaltung zwischen zwei „Chicks“. Die Eine will losgehen und Männer aufreißen, die Andere meint, dass es eh nichts bringt, weil sie zu fett ist (warum Schlank als Schönheitsideal nicht nur Kultur sein könnte, sondern auch biologisch erklärbar ist).

Das nachfolgende Argument, warum dies egal ist, ist brilliant:

Scheiß egal, ey, in dem Schuppen ist es voll dunkel, da merkt der gar nicht, dass du fett bist. Der sieht nur deine Augen, und wenn du dann schon mit ihm gehst, merkt er erst, wie fett du bist. Dann ist es aber voll zu spät, weil du hast ihn ja schon aufgerissen

Da muss es schon sehr dunkel sein. Ein Grund, warum es dennoch klappen könnte ist aber natürlich die verschiedene Wertigkeit von anonymen Sex mit Fremden zwischen den Geschlechtern. Männer weisen diesem in Übereinstimmung mit der Sexual Strategies Theory (SST) und dank eines höheren Testosteronspiegels im Schnitt einen deutlich höheren Wert zu als Frauen. Und haben dann zur Not eben Sex mit einer aus ihrer Sicht hässlichen Frau. Alkohol mag dabei dann eine weitere Rolle spielen.

Oxytocin, Testosteron und Vertrauen

Oxytocin als Bindungshormon regelt Gefühle wie Zuneigung und Vertrauen (vgl. auch die Beiträge zu Beziehungen und Elternliebe). Dies wirkt sich auch in Verhandlungen und anderen Interaktionen mit Personen aus:

Trust pervades human societies. Trust is indispensable in friendship, love, families and organizations, and plays a key role in economic exchange and politics. In the absence of trust among trading partners, market transactions break down. In the absence of trust in a country’s institutions and leaders, political legitimacy breaks down. Much recent evidence indicates that trust contributes to economic, political and social success. Little is known, however, about the biological basis of trust among humans. Here we show that intranasal administration of oxytocin, a neuropeptide that plays a key role in social attachment and affiliation in non-human mammals, causes a substantial increase in trust among humans, thereby greatly increasing the benefits from social interactions. We also show that the effect of oxytocin on trust is not due to a general increase in the readiness to bear risks. On the contrary, oxytocin specifically affects an individual’s willingness to accept social risks arising through interpersonal interactions. These results concur with animal research suggesting an essential role for oxytocin as a biological basis of prosocial approach behaviour.

Andere Studien haben gezeigt, dass Oxytocin insbesondere das Gefühl der Zuneigung zu solchen Personen erhöht, denen man sich aus anderen Gründen bereits verbunden fühlt (vgl. Oxytocin und Gruppenzugehörigkeit).

Nach einer weiteren Studie soll Testosteron allerdings zumindest bei Frauen ein Gegenspieler zu Oxytocin sein (via). Frauen sollten in einer Studie Männergesichter auf Vertrauenswürdigkeit hin bewerten. Sie bekamen zunächst Oxytocin und einige sodann Testosteron bzw. ein Placebo. Die Frauen, die Testosteron erhielten waren wesentlich misstrauischer als die Kontrolgruppe.

Aus dem Abstract:

Trust plays an important role in the formation and maintenance of human social relationships. But trusting others is associated with a cost, given the prevalence of cheaters and deceivers in human society. Recent research has shown that the peptide hormone oxytocin increases trust in humans. However, oxytocin also makes individuals susceptible to betrayal, because under influence of oxytocin, subjects perseverate in giving trust to others they know are untrustworthy. Testosterone, a steroid hormone associated with competition and dominance, is often viewed as an inhibitor of sociality, and may have antagonistic properties with oxytocin. The following experiment tests this possibility in a placebo-controlled, within-subjects design involving the administration of testosterone to 24 female subjects. We show that compared with the placebo, testosterone significantly decreases interpersonal trust, and, as further analyses established, this effect is determined by those who give trust easily. We suggest that testosterone adaptively increases social vigilance in these trusting individuals to better prepare them for competition over status and valued resources. In conclusion, our data provide unique insights into the hormonal regulation of human sociality by showing that testosterone downregulates interpersonal trust in an adaptive manner.

Testosteron führte also zu einer Reduzierung des (blinden) Vertrauens und das insbesondere bei besonders vertrauensvollen Frauen.

Eine evolutionspsychologische Erklärung könnte darin bestehen, dass Testosteron die Libido erhöht und es daher für Frauen günstig sein könnte in diesen Momenten besonders kritisch zu sein:

There is also variation in circulating T in women across the menstrual cycle, with a modest peak in circulating T just a few days before ovulation (6), the very period during which copulation is most likely to result in pregnancy. What’s more, androgens such as T have been reported to boost women’s libido in several studies (7–9), including one study using the same sublingual dose of T, which increased sexual arousal (10). If androgens normally boost female libido, a peak in T before ovulation makes sense to evolutionary psychologists who might expect women to be most interested in sex when they are most fertile. What the present findings suggest is that women might also reach their peak in skepticism about the trustworthiness of other people, presumably including potential mates, at about this same point in the ovulatory cycle. Heightened skepticism about a potential mate’s trustworthiness also makes evolutionary sense in scenarios where a father’s ongoing support is crucial for survival of the infant. In those circumstances, misjudging a man’s commitment to help raise joint offspring may result in catastrophe.

Ob der selbe Effekt (Absenken des Vertrauens) auch bei Männern besteht, die dann von Natur aus weniger vertrauensseelig sein müssten, da sie ja beständig mehr Testosteron im Körper haben, werden hoffentlich weitere Studien zeigen.

Weibliche Macht durch Sex

Es gibt tausende Fälle davon, ich greife einfach mal einen etwas deutlicheren heraus:

Die Journalistin Elsa Vigoureux, die ein Buch über die Gang der Barbaren geschrieben hat, meinte über Yalda: „Sie befindet sich im Krieg gegen die Männer, und ihre einzige Waffe, um zu siegen, ist ihr Körper.“ Diesen sollte sie bald gegen den Gefängnisdirektor einsetzen.

Florent Goncalves arbeitete sich vom Wächter bis zum Chef der Frauenhaftanstalt in Versailles hoch. Dort traf er auf Yalda. Bald fiel seinen Mitarbeitern auf, dass er sich veränderte. „Er muss wirklich verliebt gewesen sein, da er nicht bemerkte, was für Dummheiten er beging“, sagte eine Wächterin jetzt dem Radiosender Europe 1. Goncalves habe sich ständig mit Yalda getroffen, stundenlang, an allen möglichen Orten. „Wir wussten nie, wo er gerade mit dieser Gefangenen war.“ Auch sei bald klar geworden, dass er die junge Frau im Haftalltag begünstigte. Den Aussagen von Zeugen zufolge bekam sie von dem Direktor illegal Geld, Telefonkarten und Päckchen. Auch soll er ihr einen guten Arbeitsplatz verschafft haben.

Schließlich traute sich in der Haftanstalt offenbar niemand mehr, Yalda in die Schranken zu weisen. Es heißt, sie habe sich die ganze Zeit herausgeputzt und gearbeitet, wie sie wollte. „Die Direktorin“ wurde sie wegen ihrer Macht genannt. Außer dem Direktor soll auch noch ein Wärter ihrem Charme erlegen sein. Die Mitgefangenen informierten schließlich die Justizverwaltung. Diese schaltete die Staatsanwaltschaft ein.

Frauen, die durch Sex oder das Versprechen von Sex Macht über Männer gewinnen gibt es genug. Natürlich auch den umgekehrten Fall, bei dem ein Mann über sexuelle Anziehung Macht über Frauen gewinnt (viele Zuhälter-Freier Beziehungen werden so anfangen).

Aber eine Frau kann durch gutes Aussehen oder einfach eine sehr starke erotische Ausstrahlung relativ schnell eine gewisse Macht über viele (nicht alle)  Männer gewinnen. Weitere Beispiele wären Kleopatra oder Mata Hari.

Letztendlich nutzen diese Frauen den stärkeren Sexualtrieb des Mannes aus um ihn zu manipulieren (Zuhälter nutzen hingegen denke ich eher den starken Wunsch einen Alphamann zu binden). Es dürfte dabei von Vorteil sein, dass der Sexualtrieb durch den Anstieg von Testosteron bei Anblick einer schönen Frau noch weiter ansteigt und der Mann auf Grund der verschiedenen Kosten des Sex nach der Sexual Strategies Theorie eh darauf ausgerichtet ist, der Frau zu imponieren. Ich würde vermuten, dass aus bei Frauen ein beliebtes Mittel Push/Pull ist. Also den Testosteronspiegel durch in Aussicht stellen von Sex nach oben treiben und sich dann wieder zurückziehen.

Ich denke, dass man den Machtfaktor, den viele Frauen über Männer aufgrund des höheren Sexualtriebs haben, nicht unterschätzen sollte. Auch ein Grund warum ein männlicher Sexstreik wohl nicht die besten Chancen hat.

Ich will damit nicht sagen, dass alle Frauen alle Männer durch Sexentzug oder Gewährung manipulieren, das wäre viel zu weit gehend. Aber es ist ein Machtfaktor in einer Beziehung, der gerne übersehen wird und das „Patriarchat“ im Innenverhältnis denke ich durchaus einschränkt.

Wie genau die Auswirkungen dieser Macht sind hängt sicherlich sowohl davon ab, ob und wie geschickt eine Frau die sich daraus ergebene Macht einsetzt und ob der jeweilige Mann das mit sich machen lässt.

Weibliche Attraktivität und männlicher Testosteronspiegel

Eine interessante Studie zeigt, dass Frauen, die weiblicher sind, als attraktiver bewertet werden, wenn der Testosteronspiegel des Mannes hoch ist.

Many studies have shown that women’s judgments of men’s attractiveness are affected by changes in levels of sex hormones. However, no studies have tested for associations between changes in levels of sex hormones and men’s judgments of women’s attractiveness. To investigate this issue, we compared men’s attractiveness judgments of feminized and masculinized women’s and men’s faces in test sessions where salivary testosterone was high and test sessions where salivary testosterone was relatively low. Men reported stronger attraction to femininity in women’s faces in test sessions where salivary testosterone was high than in test sessions where salivary testosterone was low. This effect was found to be specific to judgments of opposite-sex faces. The strength of men’s reported attraction to femininity in men’s faces did not differ between high and low testosterone test sessions, suggesting that the effect of testosterone that we observed for judgments of women’s faces was not due to a general response bias. Collectively, these findings suggest that changes in testosterone levels contribute to the strength of men’s reported attraction to femininity in women’s faces and complement previous findings showing that testosterone modulates men’s interest in sexual stimuli.

Wenn Männer also ein hohes Interesse an Sex haben, dann nehmen sie sexuelle Stimulationen eher wahr. Dies korrespondiert damit, dass Schönheit allgemein mit einem hohen Östrogenwert korreliert, der auch wiederum für eine hohe Fruchtbarkeit spricht. Denn weibliche Gesichter entstehen wiederum bei einem hohen Östrogenwert. All dies deutet darauf hin, dass Schönheitsideale biologische Ursprünge haben.

Das Frauen an ihren fruchtbaren Tagen eher auf männlichere Männer stehen vervollständigt dieses Bild. Sexuelle Anziehung ist ein biologisches Programm um die bestmögliche Weitergabe der Gene zu ermöglichen. Da die Geschlechter unterschiedliche genetische Anpassungen an die hauptsächlich erledigten Arbeiten erlebt haben, die einen Sexualdimorphismus hervorgerufen haben, ist es die sicherste Wette einen Partner auszusuchen, der sich an diese Arbeiten am besten angepasst hat, also die typische Frau und den typischen Mann. Sexuelle Selektion, und nicht gesellschaftlicher Druck, formte dann das Gerüst der Geschlechterrollen, das durch Kultur lediglich ausgefüllt wurde.