Rom (TV Serie): Markus Antonius verhandelt mit den Verschwörern nach Cäsars Tod

Ich habe noch einmal in die HBO Serie „Rom“ reingeschaut, die ich gut gemacht finde. Dabei fand ich unter anderem die Figur des Markus Antonius (Mark Antony im englischen) interessant, aus „Gamegesichtspunkten“.

„Alpha“ oder nicht? Wenn ja, was macht ihn aus eurer Sicht dazu?

Nochmal: Den Namen des Mannes annehmen

Einen interessanten Gedanken zur Tradition, den Namen des Mannes als Familiennamen zu übernehmen, fand ich auf Twitter:

Der Gedanke wäre insofern, dass die Mutter sicher ist und damit eher kulturelle Praktiken entwickelt werden müssen, die dem Vater die Zugehörigkeit erleichtern. Denn wenn er sich in evolutionär relevanten Zeiten nicht verantwortlich gefühlt hat, dann konnte er die Unterstützung leichter abbrechen.

Das Thema hatte ich hier im Blog schon einmal. Ich schrieb damals:

Ich würde hier die folgenden Gründe sehen:

  •  zum einen hat die Tradition sicherlich einen patriarchischen Hintergrund. Frauen galten über lange Zeit als Besitz des Mannes und über den Namenswechsel gingen sie aus der Verantwortung des Vaters in die Verantwortung des Ehemannes über. Es markierte insofern schon einen Besitz und diente innerhalb der intrasexuellen Konkurrenz unter Männern auch als entsprechende Abschreckung.
  • beim Menschen verliess nach archäologischen befunden  eher die Frau ihre Familie (virilokal), Die Frau dann der bereits vorhandenen Familie zuzuordnen erleichert sicherlich ein In-Grouping
  • Die Zuordnung zum Mann betont die Zusammengehörigkeit und seine Verantwortung für Kinder und Familie.
  • Ruhm und Status ist für Männer ein klassisches Attraktivitätsmerkmal. Die Beibebehaltung seines Names erlaubt eine kontinuierlichere Betrachtung dieses Mannes und ist insofern für ihn und Leute, die ihn bewerten wollen, wichtiger.
  • Männerbeziehungen sind häufiger auf eine große Gruppe ausgerichtet, Frauenbeziehungen eher persönlicher. In einer großen Gruppe sind Zugehörigkeiten wichtiger und es ist bedeutsamer solche Informationen zu erlangen als in persönlicheren Beziehungen, die eher auch nur über einen Vornahmen laufen können.

Mit dem Gedanken der Zugehörigkeit hatte ich diese Idee auch schon aufgegriffen, aber noch nicht so klar auf die Vaterunsicherheit bezogen. Ich könnte mir vorstellen, dass dies neben dem Umstand, dass es innerhalb des Mate Guarding durch den Mann und dem damit verbundenen „Besitzanzeigen“, welches letztendlich aus den gleichen Gründen erfolgt, zu der Entwicklung der insoweit verbreiteten Tradition beigetragen hat.

Interessanterweise hat sich die Tradition inzwischen in einigen Bereichen und bezogen auf Deutschland verändert. Wenn Eltern nicht verheiratet sind oder beide ihren Namen behalten haben, dann ist es sehr üblich, dass das Kind den Nachnamen der Mutter bekommt. Vielleicht durchaus aus dem obigen Gedanken, dass sie eben das Kind ausgetragen hat und häufiger eine gewisse Zeit aussetzt oder auch nur, weil man meint, dass es für den Fall einer potentiellen Trennung eher zur Mutter kommt. Vielleicht spielt auch hinein, dass Frauen sich da dann schlicht eher durchsetzen als der Mann. Kommt es zu einem gemeinsamen Ehenamen wird dennoch nach wie vor häufiger der Name des Mannes angenommen.

Das Verhältnis von Versorgen und Statusaufbau in Bezug auf weiblichen Fortpflanzungserfolg

Über „Mein Naturwissenschaftsblog“ bin ich auf einen interessanten Text zu dem Verhältnis von Versorgen und Statusaufbau bei Frauen gestoßen:

Unlike men, women cannot generally enhance their reproductive success by acquiring wealth or accumulating mates, and in some cases it appears that women undermine their reproductive success by acquiring political status. As primatologist Barbara Smuts has suggested, competition among females is at a low level because „the outcome of a single interaction rarely leads to large variations in reproductive success because female reproductive performance depends mainly on the ability to sustain investment in offspring over long periods of time.“ In contrast to men, then, women have increased their reproductive success by devoting the bulk of their energies to investment in children, through provision of milk and other forms of direct caretaking, rather than through acquisition of resources.

Hier muss man bedenken, dass Frauen evolutionär auch über lange Zeit es sehr schwer hatten, mit vielen Ressourcen Männer zu locken. Denn aufgrund von Schwangerschaft etc sind sie in entscheidenden Phasen unter steinzeitlichen Bedingungen auch erheblich eingeschränkt darin, größere Ressourcen anzusammeln. Gerade Nahrung als eine der wichtigsten Ressourcen konnte in dieser Zeit nur sehr eingeschränkt besorgt werden.

There is reason to believe that the closer connection of women to their infants is an evolved response, as a general tendency in an mammalian mother to be indifferent to be indifferent to separation from her infant would have been highly disadvantageous. An intriguing line of evidence implying sex differences in the factors that activate parental feelings and behaviors are studies finding that among non-genetic parents, women’s attachment may suffer more than men’s. For example, stepfathers tend to have better relationships with their stepchildren than stepmothers do and are more likely to report parental feelings. Similarly, the relationship of adoptive mothers to their adoptive children seems to resemble the genetic mother-child relationship less than the relationship of adoptive fathers resembles the genetic father-child relationship. A study by psychologist Irwin Silverman and colleagues examined perception of parental solicitude among adults who had been raised either by birth parents or adoptive parents. Not surprisingly, birth children tended to perceive their mothers as the more solicitous parent. However, adoptees reported substantially less parental solicitude from their mothers than birth children did, but there was no such decline in solicitude between birth and adoptive fathers. Indeed, adoptive fathers tended to be rated higher in solicitude than adoptive mothers. These findings can plausibly be interpreted to mean that experience of carrying and giving birth to a child predisposes women toward later nurturing feelings and behavior toward their children, while for fathers other factors trigger these feelings. Psychologist Geoffrey Miller has suggested that in our ancestral environment women commonly had children by successive males and that an evolved willingness to invest somewhat in stepchildren (although less than in their own biological offspring) may has been selected for as mating tactic.

Ein guter Kontakt zu den Stiefkindern könnte insofern eher zu Männern passen, weil sie dann quasi Werbungskosten um die Frau sind. Frauen bringt das hingegen weniger, wenn es ihnen nur um Befruchtung ginge, dann müssten sie nicht so viel werben.

Substantial reproductive tradeoffs for female competition and aggressiveness may limit the development of dominance in females. Among baboons, for example, high-ranking females obtain some clear reproductive benefits as a consequence of enhanced access to nutritional resources: they have higher infant survival, shorter interbirth intervals, and daughters who usually give birth at a younger age. Their lifetime reproductive success, however, may not substantially exceed that of less-dominant females. Dominant females have greater miscarriage rates and may show signs of reduced fertility. Thus, the same causal factors that lead to high dominance may also carry reproductive costs that have acted as a constraint on selection for competitiveness among females. That common factor is likely to be testosterone.

Hier zeigt sich auch, warum es sich häufig nicht lohnt, sich in die Richtung des anderen Geschlechts zu entwickeln. Der kürzeste Weg dahin sind die Hormone, gleichzeitig wirken diese im Körper aber auch ansonsten eher in die Richtung des anderen Geschlechts, was meist der Fruchtbarkeit abträglich ist

The same effect may occur in humans. It is often reported that female executives have fewer children than male executives and fewer than the average woman. A study of law school graduates found that 40 percent of women remained childless fifteen years after graduation. The usual implication of these findings is that women must choose between work and family and that these women chose work. There is another possible explanation, however. Women who succeed in business tend to be relatively high in testosterone, which can result in lower female fertility, whether because of ovulatory irregularities or reduced interest in having children. Thus, rather than the high-powered career being responsible for the high rate of childlessness, it may be that high testosterone levels be responsible for both.

Ein schönes Beispiel dafür, dass die „Möglichkeit biologoscher Kausalität“ gerne übersehen wird. Ein höherer Tesosterongehalt kann einiges bewirken, eben beispielsweise ein eher Karriereorientiertes Leben über eine höhere Bereitschaft in Konkurrenzsituationen zu stehen oder eben nicht so erpicht auf Kinder zu sein.

Den Namen des Mannes annehmen bei Heirat

Ein feministischer Streitpunkt ist die Annahme des Namens des Mannes bei der Hochzeit. Es wird in gewisser Weise immer noch als unemanzipiert gesehen, quasi als Besitzmarkierung des Mannes, die antiquiert ist.

Dazu ein paar Überlegungen:

1. Das Vorname – Nachname System

Das Vorname – Nachname System hat sich insoweit in vielen Gesellschaften durchgesetzt. Es hat auch viele direkte Vorteile, die zu seiner geschichtlichen Verbreitung beigetragen haben. Der Nachnahme signalisiert zunächst erst einmal eine Zugehörigkeit zu einer gewissen Gruppe und Familie, liefert also Abstammungsinformationen, die wichtige Indizien bringen können, denn die eigenen Gene setzen sich aus den Genen der Verwandten zusammen, so dass in der Kenntnis von Verwandtschaft Information über gewisse Wahrscheinlichkeiten, nach denen vielleicht gute oder schlechte Eigenschaften vererbt wurden, enthalten sind. Die Verwandtschaft zu erfahren ist also eine interessante Information und insoweit auch ein Costly Signal, welches wir aufgrund der relativ sicheren Vaterschaft beim Menschen und der Paarbindung sowie der Entwicklung von Sprache nutzen können. Wer aus gutem Hause kommt gewinnt an Bedeutung, wer aus schlechten Hause kommt verliert zwar, kann aber auch nichts dagegen machen, was letztendlich die Eigenschaft eines Costly Signals ist.

2. Warum gerade den Nachnamen des Mannes annehmen?

Ich würde hier die folgenden Gründe sehen:

  •  zum einen hat die Tradition sicherlich einen patriarchischen Hintergrund. Frauen galten über lange Zeit als Besitz des Mannes und über den Namenswechsel gingen sie aus der Verantwortung des Vaters in die Verantwortung des Ehemannes über. Es markierte insofern schon einen Besitz und diente innerhalb der intrasexuellen Konkurrenz unter Männern auch als entsprechende Abschreckung.
  • beim Menschen verliess nach archäologischen befunden  eher die Frau ihre Familie (virilokal), Die Frau dann der bereits vorhandenen Familie zuzuordnen erleichert sicherlich ein In-Grouping
  • Die Zuordnung zum Mann betont die Zusammengehörigkeit und seine Verantwortung für Kinder und Familie.
  • Ruhm und Status ist für Männer ein klassisches Attraktivitätsmerkmal. Die Beeibehaltung seines Names erlaubt eine kontinuierlichere Betrachtung dieses Mannes und ist insofern für ihn und Leute, die ihn bewerten wollen, wichtiger.
  • Männerbeziehungen sind häufiger auf eine große Gruppe ausgerichtet, Frauenbeziehungen eher persönlicher. In einer großen Gruppe sind Zugehörigkeiten wichtiger und es ist bedeutsamer solche Informationen zu erlangen als in persönlicheren Beziehungen, die eher auch nur über einen Vornahmen laufen können.

 

Natürlich kann man Gesellschaften so gestalten, dass diese Vorteile nicht zum Tragen kommen. In einem Matriarchat beispielsweise können viele dieser Vorteile wegfallen und eine Zuordnung zur Mutter wichtiger werden. Es gibt jedoch wiederum Gründe dafür, dass sich solche Matriarchate nicht stark verbreitet haben, sie sind in der Regel nicht konkurrenzfähig und können damit nur in vergleichsweise abgelegenen Gegenden existieren.

 

3. Warum heute noch den Namen des Mannes annehmen?

 

Der naheliegenste Grund ist natürlich die Tradition.

 

Meiner Meinung nach wird diese allerdings noch durch zusätzliche Umstände verstärkt, der mit Attraktivität zu tun hat.

 

Wenn eine gewisse Dominanz und ein männliches Auftreten als sexy wahrgenommen werden, dann stellt die symbolische Unterordnung unter den neuen Namen der Frau erst einmal etwas dar, was unsexy ist. Dies wird auch so kommuniziert. Mit dem Behalten ihres Namens macht damit die Frau indirekt ihre eigene Männerwahl (zumindest für die Frauen, die klassische Attraktivitäsmerkmale gut finden) schlechter und damit auch sich selbst. Ich denke, dass Frauen ihren Männern und sich selbst diesen Statusabzug gerne ersparen.

Natürlich könnte man das kulturell ändern, indem der Statusabzug abgebaut wird oder ein Zufallsprinzip ausgewählt wird. Solange aber mit der Namensannahme durch den Mann verbunden wird,dass dieser weniger Status hat, wird es dabei bleiben, dass Frauen auch eher den Namen des Mannes annehmen.

 

Wenn man auf diese Theorie abstellt, dann wäre es ein Beispiel dafür, wie Attraktivitätsmerkmale sich über die Paarbindung auf das Verhalten auswirken. Dabei muss die Frau gar nicht mal tatsächlich diejenige sein, die Entscheidungen ihrem Mann überlässt oder sich in der Beziehung unterordnet. Sie möchte nur ein bestimmtes Bild wahren, dass sie – ebenfalls aufgrund der Tradition, auf die sie sich berufen kann – nichts kostet.