Frauen bei der Fußball-WM 2014

Zur Einstellung auf das heutige Spiel beginnt der Tag, an dessem Ende hoffentlich der 4. Weltmeistertitel für Deutschland steht, gleich mal mit feministischer Kritik an der WM-Berichterstattung bzw. der Frauenquote beim Fußball allgemein:

Wo während der Männerfußball-WM die Frauen sind, ist schnell erklärt: Nicht auf dem Spielfeld. Und auch nicht an dessen Rand, denn es gibt bei der Weltmeisterschaft ganz einfach keine Schieds- und Linienrichterinnen oder Trainerinnen. Noch nicht einmal in einem klassischen Frauenfach sind sie anzutreffen: Keine einzige Mannschaft beschäftigt eine Frau, die als medizinische Expertin auf der Ersatzbank sitzen darf. Besonders zu irritieren scheint dies allerdings niemanden. Wenn überhaupt mal ein Frauenmangel bei der WM beklagt wird, geht es um Fernsehjobs.

Das sie nicht auf dem Platz stehen ist wenig verwunderlich: Es gäbe, selbst wenn man Frauen mitspielen lassen würde (dürfte man eine Spielerin aufstellen? Ich bin gar nicht ganz sicher) keine einzige Spielerin, die auf dem Niveau mithalten könnte.

Bei den Schieds- und Linienrichterinnen fällt mir auch nur eine Frau ein, Bibiana Steinhaus, die in der zweiten Liga tätig ist:

Bibiana Steinhaus

Bibiana Steinhaus

Ich vermute  mal, dass es auch daran liegt, dass Schiedsrichter ein relativ undankbarer Job ist, körperlich anstrengend, draussen bei Wind und Wetter, und dazu noch relativ konfliktträchtig. Das sind Eigenschaften, die man in typischen Frauenberufen nicht findet. Zudem muss man Mitglied in einem Fußballverein sein und bereit sind, jährlich zumindest 20 Spiele zu übernehmen und die Bezahlung ist auch noch in den unteren Bereichen relativ schlecht: Bei einem Schülerspiel 5 €, 300 € in der Regionalliga. Das ist mit aller Vorbereitung etc eher eine Aufwandsentschädigung, die es zu einer Sache für jemanden macht, der es aus Liebe zum Sport macht. Insofern überrascht es mich nicht, dass dort wenig Frauen vertreten sind.

Zu den Ärzten: Es gibt zwar viele Medizinierinnen, aber bei den Ärzten in, die für eine Fußballmannschaft zuständig sind, handelt es sich eben um Sportmediziner im Spitzenbereich und nicht um jemanden, den man eben so mal mitnimmt. Das Interesse von Frauen für andere medizinische Bereiche (insbesondere Gynäkologie und Kinder) wird es zudem weiter ausdünnen, ebenso wie Babypausen etc.  Und auch das weniger Trainierinnen vorhanden sind erstaunt angesichts der allgemeinen Quote von Frauen im aktiven Fußball nicht.

Normalerweise werden bei Großereignissen des Sports Ex-Profis als Experten vor die Kameras geholt. Die ehemalige Weltklasseschwimmerin Kristin Otto darf beispielsweise bei Olympia das Männer- wie das Frauenschwimmen begleiten. Aber neben Mehmet Scholl und Oliver Kahn auch mal eine Spielerin der – überaus erfolgreichen – Frauen-Fußballnationalmannschaft zu buchen: Auf diese Idee kam bislang weder die ARD noch das ZDF.

Wäre aus meiner Sicht eine recht sinnlose Frauenquotenerfüllung. Denn natürlich können Mehmet Scholl und Oliver Kahn als ehemalige Fußballprofis weitaus mehr Einblick in die Spielerseite bringen und kennen zudem viele der Akteure persönlich. Mehmet Scholl ist Europameister im Jahr 1996 geworden, er trainierte die zweite Mannschaft des FC Bayern München, er hat lange Profifußball gespielt. Oliver Kahn hat an diversen Weltmeisterschaften teilgenommen und ist dort immerhin recht weit gekommen, er kennt die Wettbewerbe aus erster Hand, er hat zudem ebenfalls langjährig in der Bundesliga und auch der Championsleague gespielt.

Dagegen kann man natürlich anführen, dass man ja auch einen weiblichen Weltmeister nehmen könnte. Aber hier sind die Tourniere vom Aufwand schlicht nicht vergleichbar, sie werden auf einem wesentlich niedrigeren Niveau gespielt, es fehlt die persönliche Kenntnis der anderen Spieler und vieles mehr an Expertenwissen. Sie wären keine gleichwertigen Experten, was schön zeigt, zu welchem Ergebnis in solchen Bereichen eine Quote führt.

Fachlich qualifizierter als die Theaterwissenschaftlerin Katrin Müller-Hohenstein, die bis zu ihrer Verpflichtung fürs aktuelle sportstudio in Lokalrundfunksendern Vor- und Nachmittagsssendungen moderierte, dürften die Ex-Kickerinnen allemal sein. Und vielleicht hätten sie im Gegensatz zu Müller-Hohenstein darauf verzichtet, bei der WM 2010 im Gespräch mit Oliver Kahn anlässlich eines Tors von Miroslav Klose von einem „inneren Reichsparteitag“ zu sprechen.

Ist das Argument da nicht eigentlich „die vorhandene Quotenfrau ist schon so schlecht, da können wir auch weitere Quotenfrauen einsetzen“? Wobei ich als nicht so Fußballinteressierter über die tatsächliche Qualifikation von Katrin Müller-Hohenstein nichts sagen kann. Es erscheint mir aber ein sehr schwaches Argument und in dieser Richtung eher ein Kontraargument gegen die Verpflichtung weiterer Frauen.

Müller-Hohensteins Performance ergänzt wunderbar das, was in der Live-Berichterstattung der Begegnungen auch sonst geboten wird. Ein Fußballspiel live zu kommentieren, ist im Grunde nicht schwierig: Wer in der Lage ist, sich Trikotnummern und die dazugehörigen Namen und Gesichter sowie ein paar Geschichten über die jeweiligen Spieler zu merken, ist für den Job schon ganz gut qualifiziert. Denn mittlerweile ist es gang und gäbe, das Evidente noch einmal breit zu erklären, also etwa was die Nummer 11 unten auf dem Platz gerade macht und dass das leider, leider nicht zum Tor führte: Ooouuuu, da hätte sich der Stürmer aber mehr anstrengen müssen! Aber halt, da hat der Schiedsrichter gepfiffen, das müssen wir uns in der Zeitlupe noch einmal ansehen. Warum Fußballreporter glauben, dass Zuschauer das, was sie gerade mit eigenen Augen sehen, noch einmal erzählt bekommen wollen, ist unklar. Fußball ist ja nun wirklich keine besonders komplizierte Sportart.

Okay, ein Rant. Da kann man ruhig etwas polemisch sein. Tatsächlich aber sollte ein guter Kommentator schon etwas mehr wissen. Klar könnte man hier eine Frau nehmen, aber es wird eben auch weniger Frauen in diesem Bereich geben. Die Frau, die mir hier aus dem Radiobereich einfallen würde wäre Sabine Töpperwien. Ob man sie mal zb statt Béla Réthy ranlassen sollte wäre angesichts seiner häufig schlechten Bewertungen vielleicht durchaus mal eine interessante Frage. Wobei sie eben im Radiobereich tätig ist, also insoweit einen anderen Kommentatorstil hat.

Das alles könnten Frauen auch – wenn man sie denn ließe. Oder wenn sie wollen würden. Die Art und Weise, wie die bereits aktiven Reporterinnen in den Medien präsentiert werden, kann man nämlich durchaus abschreckend nennen. Da gibt es Online-Bildstrecken, in denen unter Überschriften wie „Schön und kompetent“ Bilder der fast durchgehend blonden oder wenigstens blondierten Fußballfachfrauen präsentiert werden. Oder Interviews, in denen ganz selbstverständlich Privates abgeklopft wird, Dinge, die ein männlicher Kommentator nie gefragt wird, etwa auf welchen Frauentyp genau er steht oder ob er „in festen Händen“ ist, und wenn, ob die Ehe oder Beziehung darunter leidet, dass die Wochenenden am Rasen verbracht werden. All diese Dinge scheinen zum Job des Fußballkommentierens dazuzugehören – wenn eine Frau diesen Job erledigt.

Die Sportfachfrauen sind natürlich auch danach ausgesucht, dass sie – teilweise zusätzlich zum Fußballwissen – sehr, sehr gut aussehen. Wenn sie kein Fußballwissen haben, dann können sie eben allgemeine Statements einholen, Fans befragen, wie sie es bisher finden oder sonstiges an normaler Reportertätigkeit machen.

Und da ist es aus Sicht der Sender eben eine einfaches Mittel, zusätzliche Zuschauer anzuziehen. Für mich die Entdeckung dieser WM aus dem Bereich:

Vanessa Huppenkothen

Vanessa Huppenkothen

Vanessa Huppenkothen ist eine mexikanische Sportreporterin, Tochter eines deutschen Fußballspielers, und bekennender Fan von Schalke 04. Nett anzuschauen und Ahnung vom Fußball.

Letztendlich ist es hier ähnlich wie bei den Superhelden: Weibliche körperliche Schönheit ist in dieser Hinsicht ein wesentlich höherer Wert, weil in der Partnerwahl wesentlich bedeutsamer, weswegen dessen Darstellung auch viel eher zu Listen anregt. Weiblicher Wettbewerb hingegen spielt dort eine geringere Rolle, im Gegensatz zu Männern, weswegen die Fußballweltmeisterschaft der Männer eben auch in dieser Hinsicht mehr Aufmerksamkeit erzeugt.

Deswegen sind auch Bilder von Spielerfrauen interessanter: Die Spieler haben einen hohen Status, weswegen man dort auch schöne Frauen erwartet. Das sie schöne Frauen haben sagt gleichzeitig auch etwas über sie selbst aus und passt in eine Bewertung des Ereignisses als intrasexuelle Konkurrenz.

Aber nicht nur im Fernsehen, auch in den Printredaktionen sind nur sehr wenige Sportredakteurinnen oder -autorinnen zu finden. Wie in vielen anderen Branchen greifen auch hier einige klassische Mechanismen. Da ist das notorisch Männerbündlerische, das sich etwa in Insiderwitzen niederschlägt; da ist die demonstrative Verbundenheit zwischen Journalisten und Vereinsführung, die jeden Neuling zunächst ausschließt. Im traditionellen Fußballjournalimus geht es nicht nur um Tore und Verletzungen, sondern auch um Privilegien. Ein gutes Verhältnis zum Präsidium bedeutet, Informationen möglicherweise früher als die Konkurrenz zu erhalten, was kritische Berichte oder gar Enthüllungsgeschichten tendenziell erschwert, wenn nicht verhindert.

In einem Ereignis über intrasexuelle Konkurrenz unter Männern festzustellen, dass es hauptsächlich Männer interessiert ist da auch wenig überraschend. Es geht im Fußball auch nicht um kritische Berichte oder Enthüllungsgeschichten, es geht darum, dass man sich einer bestimmten Gruppe zuordnet, üblicherweise wohl das eigene Land und dieses stellvertretend für einen selbst gegen eine andere Gruppe spielt. Dabei darf man dann, weil es die eigene Gruppe ist, natürlich mit dieser hadern und meinen, dass sie alles besser machen könnte und man selbst der bessere Nationaltrainer wäre, aber dabei geht es ja auch darum, dass man will, dass sein Team gewinnt.

Ich wüßte aber nicht, dass das in Frauenbereichen anders ist. Auch in der Glamourwelt der weiblichen B- und C- Stars wird eine „Szene-Insiderin“ sich nicht mit den Stars anlegen, die sie interviewn will und von denen sie Neuigkeiten haben will. Es handelt sich aus meiner Sicht dabei nicht um Erscheinungen eines Männerbundes sondern um die typischen Folgen einer Situation, bei der beide aufeinander angewiesen sind und sich daher kooperativ verhalten.

Da ich als erste Frau hierzulande Ende der 90er Jahre die Leitung des Sportressorts bei einer überregionalen Zeitung übernommen habe, werde ich das oft gefragt. Und meine Antwort lautet, im Kern: „Es ist lustig, wenn man Spaß an abstrusen Situationen hat.“

Die Zahl der Männerarme, die sich unverlangt um meine Schultern legten, während ihre Inhaber etwas wie „Ich erklär dir mal, was Abseits ist“ sagten, ist jedenfalls Legion. Auf einem Westberliner Sechstligaplatz wurde ich einmal mit den Worten „Wie, die schicken uns heute eine Frau?“ empfangen. Die Enttäuschung war unüberhörbar: Da war er also, der große Tag, an dem der Verein ein Spiel absolvieren würde, das morgen in der Zeitung stehen würde – und dann das: eine Frau! Meine Antwort auf die offensichtliche Bestürzung tröstete den fassungslosen Präsidenten kaum. Ich sagte: „Ja, ich bin die Strafe.“

Das wiederum ist unnötig, dürfte aber auch daran liegen, dass die meisten weiblichen Reporter eben nicht unbedingt sehr viel Ahnung von Fußball haben. Man wird ein solches Denken wohl nur los, wenn es mehr weibliche Reporter aus dem Bereich gibt, die dann auch Ahnung haben. Das erreicht man aber nicht über Quoten.

 

WM 2014: Viertelfinale: Deutschland vs. Frankreich

Die Achtelfinale waren außergewöhnlich zäh, lediglich Kolumbien hat einigermaßen deutlich gewonnen, bei vielen anderen ging es in die Verlängerung oder es waren eher die Fehler der anderen, wie auch beim jetzigen Gegner im Viertelfinale, Frankreich, der davon profitierte, dass der nigerianische Torwart einen Ball nicht festhalten konnte.

Insofern scheinen dieses Turnier alle Mannschaften ihre Schwächen zu haben.

Und wir haben immerhin mit Neuer zusätzlich zum Torwart einen weiteren Abwehrspieler 😉

Ich glaube außerdem, dass Frankreich der Mannschaft als Gegner besser liegen wird als Algerien, da ich vermute, dass sie weniger defensiv spielen werden.

Ich tippe also einfach mal auf ein 2:0 für Deutschland.

 

Mario Götze und die Wichtigkeit der Gruppenzugehörigkeit im Sport

Fußball ist zu einem nicht geringen Teil intrasexuelle Konkurrenz und Gruppenbildung. Die Spieler auf dem Platz führen einen Stellvertreterwettkampf für ihre Gruppenmitglieder, also die Fans durch. Teil der Gruppe und dieser würdig ist man dann, wenn man diese Gruppe unterstützt, ihr Solidarisch ist, den Gegner nicht unterstützt.

Um so größer der Wert für die Gruppe, um so größer auch das Bedauern, wenn die Unterstützung endet.

Mario Götze

Mario Götze

Mario Götze wechselt nunmehr von Dortmund zu Bayern München und das Entsetzen ist groß:

Nur wenige Stunden vor dem Anpfiff des ersten Halbfinals wird bekannt, dass Mario Götze zum FC Bayern wechselt. Um Mitternacht bringt eine Boulevardzeitung die Nachricht als erste, offensichtlich lanciert aus dem Umfeld des FC Bayern. Der Zeitpunkt ist derart heikel, dass er Fragen aufwirft. Der BVB steht wie gelackmeiert da, muss einen Tag vor dem Spiel gegen Real Madrid erklären, weshalb Götze, 20, ausgerechnet zum großen Konkurrenten wechselt.

Und der FC Bayern? Demonstriert seine Macht mit Härte. Nach Startrainer Pep Guardiola haben die Münchner mal eben das größte Talent im deutschen Fußball losgeeist, offenbar einen erklärten Wunschspieler Guardiolas.

Es ist eben ein Stoß in das Selbstvertrauen der Gruppe: Den Star des anderen Teams abzuwerben bedeutet: Euer bester Mann hält euch nicht für gut genug, er will lieber Teil unserer Gruppe sein.

Theoretisch könnte man das einfach abhaken, die Millionen, die er dem Verein bringt neu investieren, ihn in den Spielen, die man jetzt noch mit ihm hat, so effektiv wie möglich einsetzen und unterstützen. Aber einfach darüber hinweg zu sehen, dass er die Gruppe verrät, dass ist eben nicht so einfach mit unserer Natur in Einklang zu bringen. Das Bedürfnis die eigene Gruppensolidarität zu zeigen, indem man zeigt, dass man ihn dafür verachtet und aus der Gruppe ausgrenzt ist groß.

Mal sehen, wie logisch die Fans sich in dem Spiel verhalten.

Die Evolution des Sports: Warum Männer sich mehr für Sport interessieren als Frauen

Ein interessanter Artikel stellt Theorien zur evolutionären Entwicklung von Sport dar:

Sports have received little attention from evolutionary biologists. I argue that sport began as a way for men to develop the skills needed in primitive hunting and warfare, then developed to act primarily as a lek where athletes display and male spectators evaluate the qualities of potential allies and rivals. This hypothesis predicts that (1) the most popular modern male sports require the skills needed for success in male-male physical competition and primitive hunting and warfare; (2) champion male athletes obtain high status and thereby reproductive opportunities in ways that parallel those gained by successful primitive hunters and warriors; (3) men pay closer attention than do women to male sports so they can evaluate potential allies and rivals; and (4) male sports became culturally more important when opportunities to evaluate potential allies and rivals declined as both the survival importance of hunting and the proportion of men who experience combat decreased. The characteristics of primitive and modern sports are more consistent with these predictions than those generated by intersexual sexual selection theories of sport.

Quelle: On the evolution of sport (Volltext, PDF)

Hier ein Auszug dazu, warum eher mehr Männer als Frauen am Sport interessiert sind:

Sports originally provided males with important, but relatively low-cost, opportunities to (1) develop the physical skills (e.g., agility, endurance, eye-hand co-ordination, speed, strength) and behaviors (e.g., context appropriate aggressiveness, competitiveness, and cooperativeness) required for success during male-male competition and as hunters and warriors, and (2) evaluate the physical abilities and behavioral tendencies of potential allies and rivals so as to adaptively interact with them during future encounters.

Men have historically encouraged boys to play sports as a way to teach them the physical skills necessary for primitive hunting and warfare and inculcate in them the behaviors needed for group success (e.g., Ashe, 1988; Carroll, 2000; Cartledge, 2003; Guttmann, 2004a, 2004b). These traits would also benefit them during physical contests over resources and mates. Athletic success also likely provided ancestral men with increased reproductive success through increased status in ways that parallel the increased status frequently obtained by “champion” hunters and warriors among modern hunter-gatherers and athletes throughout recorded history. Both intrasexual and intersexual sexual selection act synergistically, affecting the evolution of sport. Traits that lead to athletic success can become preferred by women during mate choice because they are honest indicators of mate quality (Zahavi, 1975; Puts, 2010). However, male traits associated with competing at and watching sports appear to be better designed for success at male-male competition than for attracting mates (cf. Puts, 2010).

I hypothesize that sport evolved to function like a non-human mating display lek (e.g., sage grouse, Centrocercus urophasianus), but with an important difference. In typical mating display leks, males congregate in areas that do not contain resources used by breeding females and perform courtship displays observed by females that either directly choose with whom they will mate, or copy the mate choice of others (Höglund and Alatalo, 1995). I hypothesize that athletic contests function as “leks” where male physical prowess and the behaviors important in conflict and cooperation are displayed by athletes and evaluated primarily by male, not female, spectators. Male spectators can inexpensively learn the qualities of potential allies and rivals without having to pay the costs of direct competition. Moreover, athletic contests are like mating display leks that evolved via female preference. Females in lekking species prefer leks with large groups of males allowing them to quickly, relatively safely, and at low cost simultaneously evaluate the qualities of many potential mates (Höglund and Alatalo, 1995). In a similar way, the preferences of male spectators have driven the evolution of sport. Male preferences have determined contest rules, the scheduling of contests, and the physical and mental attributes showcased by different sports (e.g., Guttmann, 2004b; Miller, 2000) so that male spectators can quickly, relatively safely, and at low cost evaluate the qualities of potential allies and rivals. According to the male spectator lek hypothesis, the primary force in the evolution of sport was intrasexual selection driven by the (1) demands of male-male physical competition and (2) need for men to be able to evaluate the quality of potential allies and rivals.

Es klingt für mich nach einer brauchbaren These. Danach wäre Sport etwas, was Männern Informationen über deren Fähigkeiten gibt. Sport wäre demnach hauptsächlich als Wettbewerb unter Männern entstanden, mit dem sie dessen Eigenschaften innerhalb der intrasexuellen Konkurrenz einschätzen konnten. Dabei mag der Wettbewerb auch dazu gedient haben bei einem Aufeinandertreffen von Gruppen durch den Wettbewerb einiger Ausschluss über die Gruppe zu bekommen. Dies wäre dann, weil die Männer eher die Kämpfe untereinander ausgetragen haben, für die Männer interessant, während es für Frauen eher nur auf Partnerwahlkriterien ankam, die anders ausgestaltet sein können und bei denen Status eine höhere Bedeutung haben konnte als eine Betrachtung des gesamten Wettbewerbs.

Noch kurz zu den Vermutungen der These:

This hypothesis predicts that

(1) the most popular modern male sports require the skills needed for success in male-male physical competition and primitive hunting and warfare

Fußball erfordert eine hohe Fitness und insbesondere räumliches Denken und die Einschätzung von Flugbahnen. Was bei einem Kampf mit Wurfgeschossen, die man gezielt einsetzen und denen man ausweichen ist, wichtig ist.

Basketball verlangt ebenfalls ein hohes räumliches Denken. Bei American Football wird der Kampfaspekt auch sehr deutlich.

Insgesamt wird das räumliche Denken bei allen Ballsportarten abgefragt, meist zusätzlich zu einer Ausdauer und direkter Kraft in dem jeweiligen Bereich

(2) champion male athletes obtain high status and thereby reproductive opportunities in ways that parallel those gained by successful primitive hunters and warriors

Das Sportstars hohen Status haben und für viele Frauen attraktiv sind, ist recht offensichtlich.

Nur zur Untermalung mal ein paar „Spielerfrauen“ der aktuellen EM:

Lena Gercke (Sam Khedira)

Lena Gercke (Sam Khedira)

Irina Shayk (Christiano Ronaldo)

Irina Shayk (Christiano Ronaldo)

Silvia Meichel (Mario Gomez)

Silvia Meichel (Mario Gomez)

Anderer sehr hübsche Sportlerfrauen oder Freundinnen oder Groupies lassen sich in rauen Mengen finden. Dass viele Männer Sportlern ebenfalls einen hohen Status zuweisen braucht auch eigentlich keine weitere Erläuterung.

(3) men pay closer attention than do women to male sports so they can evaluate potential allies and rivals

Das Männer im Schnitt, von Großereignissen wie der EM oder der WM, mehr an Sport interessiert sind, erscheint mir auch eine leicht zu machende Feststellung zu sein.

Das sie dabei Verbündete und Rivalen begutachten wäre dann eine andere Frage. Männer stellen ja meist keinen Vergleich zwischen sich und den Sportlern an, sondern ordnen sich eher einer Gruppe zu. Innerhalb dieser werden die Stärken des eigenen Teams und die Stärken der Rivalen aber aufmerksam beobachtet und genau begutachtet. Zudem wird durch Fankleidung etc. Gruppenzugehörigkeit ausgedrückt. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe ist ja innerhalb sozialer, intelligenter Wesen überaus wichtig, da die Gruppe dem Einzelwesen immer überlegen sein kann (zur Gruppenbildung bei Männern). Ähnliches hatte ich auch schon mal bei einer Betrachtung zu Sport und Konkurrenzkampf ausgeführt.

(4) male sports became culturally more important when opportunities to evaluate potential allies and rivals declined as both the survival importance of hunting and the proportion of men who experience combat decreased.

Auch das erscheint mir durchaus stimmig. Wenn die Möglichkeiten zu einer direkten Auseinandersetzung innerhalb der intrasexuellen Konkurrenz sinken, dann werden Ersatzformen attraktiver und dann kulturell deutlicher ausgestaltet.