Wichtige Figuren in der Game Theory

Es wurden in einem Tweet die folgenden Punkte als mit die wichtigsten  Punkte aus der Spieltheorie aufgeführt, die immer wieder auftauchen. Ich bespreche sie daher hier einfach mal (auch wenn ich einige gar nicht so direkt der Spieltheorie zuordnen würde, aber es kann trotzdem interessant sein, sie zu besprechen)kooper

 1. Prisoner’s Dilemma

Wurde hier schon häufiger diskutiert:

Zwei Gefangene werden verdächtigt, gemeinsam eine Straftat begangen zu haben. Beide Gefangene werden in getrennten Räumen verhört und haben keine Möglichkeit, sich zu beraten und ihr Verhalten abzustimmen. Die Höchststrafe für das Verbrechen beträgt sechs Jahre. Wenn die Gefangenen sich entscheiden zu schweigen (Kooperation), werden beide wegen kleinerer Delikte zu je zwei Jahren Haft verurteilt. Gestehen jedoch beide die Tat (Defektion), erwartet beide eine Gefängnisstrafe, wegen der Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden jedoch nicht die Höchststrafe, sondern lediglich vier Jahre Haft. Gesteht nur einer (Defektion) und der andere schweigt (Kooperation), bekommt der Geständige als Kronzeuge eine symbolische einjährige Bewährungsstrafe, der andere bekommt die Höchststrafe von sechs Jahren Haft.

Am günstigsten ist es also, wenn keiner gesteht. Da beide aber nicht wissen, was der andere macht, riskieren sie damit auch die ungünstigste Variante. Der andere gesteht, sie nicht, dann erhalten sie die Höchststrafe und der andere ist fein raus. Sie können das Risiko vermindern, wenn sie auch gestehen, dann bekommen sie entweder die mittlere oder die geringste Strafe.

Die Mafia versucht das Problem zu lösen, indem sie einen Ehrenkodex ausgibt und diesen damit unterstützt, dass Verräter umgebracht werden (was die Polízei mit Zeugenschutzprogrammen kontert)

Das Prisonersdilemma ist bei jeder Form der Zusammenarbeit wichtig und insbesondere auch dann, wenn man die Entstehung der Kooperation verstehen will, bei der das Spiel häufig nicht einmal gespielt wird, sondern mehrmals.

2. Race to the Bottom

In der Spieltheorie lässt sich ein race to the bottom als Version des Gefangenendilemmas beschreiben. Es stellt alle Handelnden insofern vor ein Dilemma, als dass es sich für den einzelnen Akteur nur dann lohnt zu kooperieren, wenn er sicher sein kann, dass alle anderen auch kooperieren; sobald ein Einzelner davon ausgeht, dass die anderen nicht kooperieren – etwa weil es keinen institutionalisierten Kooperationsdruck gibt –, ist es für ihn lohnender, ebenfalls nicht zu kooperieren und stattdessen den Abwärtswettlauf zu beschleunigen, indem er seinerseits Standards unterbietet. Anders formuliert stellt sich das Dilemma so dar: Die individuell vorteilhafter erscheinende Handlungsoption – nicht kooperieren – erzeugt am Ende ein für alle Handelnden unvorteilhafteres Ergebnis: Man trifft sich am Ende am „bottom“, beim kollektiv schlechtestmöglichen Ergebnis.

Auch Aufrüstungswettläufe zwischen Staaten oder die Ausbreitung von privatem Waffenbesitz in einer Gesellschaft lassen sich als race to the bottom beschreiben. Institutionalisierte Kooperation würde das bestmögliche Ergebnis erzielen: Ein Rüstungskontrollabkommen verhindert auf beiden Seiten ruinöse Ausgaben für Waffenarsenale, strenge Waffengesetze erzeugen eine niedrigstmögliche Zahl von Toten durch Schußwaffen. Wenn aber die einzelnen Akteure unsicher sind, ob die anderen Akteure auch kooperieren, weil es keinen institutionalisierten Druck zur Kooperation gibt, werden sie ebenfalls nicht kooperieren mit dem schlechtestmöglichen Ergebnis für alle: Die Gefahr eines nuklearen Holocaust, der Ruin ganzer Wirtschaftssysteme durch exzessive Rüstungsausgaben oder ein maximales individuelles Sicherheitsrisiko durch eine epidemische Verbreitung von Feuerwaffen

Das Race to the Bottom entsteht dabei immer, wenn sich zwei in einer Sache überbieten wollen, damit aber insgesamt die Lage immer schlechter wird. Meiner Meinung nach passt das auch gut zum intersektionalen Feminismus, der immer noch auf der Suche nach einer weiteren tieferen Ebene der Benachteiligung und des korrekteren Verhaltens ist um den anderen in politischer Korrektheit oder schlicht im Virtue Signalling überbieten zu können, damit aber gleichzeitig einen lächerlich hohen Standard des „Richtigen“ ermittelt, der so alles sexistisch, rassistisch, falsch sein lässt.

3. Free Rider Problem / Tragedy of the Commons / Collective Action

Tragik der Allmende (engl. tragedy of the commons), Tragödie des Allgemeinguts, Allmendeklemme oder Allmendeproblematik bezeichnet ein sozialwissenschaftliches und evolutionstheoretisches Modell, nach dem frei verfügbare, aber begrenzte Ressourcen nicht effizient genutzt werden und durch Übernutzung bedroht sind, was auch die Nutzer selbst bedrohen.

Das Beispiel ist eine Wiese, auf der Hirten ihre Tiere weiden lassen. Würden dies alle im vernünftigen Rahmen machen bliebe genug Zeit, das Gras nachwachsen zu lassen. Gleichzeitig hat aber jede einzelne einen Vorteil davon, dass er seine Tiere mehr Gras fressen lässt und sich die anderen zurücknehmen.

Auf eine andere Ebene übertragen geht es darum, dass Leute eine bestimmtes Ziel für die Allgemeinheit erreichen wollen (die Allmende soll von allen genutzt werden können), aber keiner die Kosten tragen möchte (jeder möchte nicht derjenige sein müssen, der sich zurückhält, sondern der, der möglichst viel mitnimmt).

Es kann beispielsweise auf das Problem übertragen werden, dass viele Frauen gerne mehr Frauen in den Spitzenpositionen sehen würden, weil sie sich davon eine Verbesserung der Stellung der Frau erhoffen, aber nur sehr wenige bereit sind, die Frau zu sein, die dafür eine 70 Stunden Woche auf sich nimmt, Kinder zurückstellt etc.

Das Trittbrettfahrerproblem oder die Free Rider Problematik geht in die gleiche Richtung: Wann immer etwas erreicht werden soll, was allen nutzt, muss es letztendlich durch bestimmte Personen umgesetzt werden. Wenn es aber umgesetzt ist, dann können es auch die Nutzen, die es nicht umgesetzt haben. Auch hier geht es also um Kostenvermeidung.

Das Problem hat natürlich jede große Gesellschaft. Die Frage, wer Trittbrettfahrer ist oder nicht wird von vielen anders interpretiert. So blicken die Armen auf die Reichen und werfen ihnen vor angesichts ihrer Leistungsfähigkeit zu wenig zu tun. Und die Reichen verweisen darauf, dass sie dank Progression der Steuer wesentlich mehr abgeben als die Armen. HartzIV Empfänger sind diesem Vorwurf ausgesetzt und die Flüchtlingsdebatte ließe sich auch wunderbar unter diesem Stichwort besprechen: Ein Wirtschaftsflüchtling, der selbst nicht arbeitet (nicht arbeiten darf), dafür aber staatliche Leistungen kassiert, ist im Verständnis vieler ein Trittbrettfahrer und Leute die zulassen, dass jemand ein Trittbrettfahrer ist, der noch nicht einmal zur eigentlichen Gruppe gehört und sich dann noch nicht einmal an die Regeln der Gruppe hält, verstoßen gegen die Gruppeninteressen.

Die Trittbrettfahrerproblematik und die Tradegy of the commons ist auch ein Grund, aus dem Heraus der Kommunismus nicht klappen wird, sowohl in der Form des Staatskommunismus als auch (oder sogar erst recht) in der Form des anarchischen Rätekommunismus:  Die Staatsform lädt dazu ein, Trittbrettfahrer zu haben und muss diese daher kontrollieren und bestrafen, sie lädt aber auch dazu ein, dass Leute sich mehr vom öffentlichen Gut nehmen als gut wäre, gerade weil alles öffentliches Gut ist und ein anderer Weg dazu nicht bereit steht.

4. Zero Sum vs. Non-Zero Sum

Ein wichtiger Unterschied gerade in der Geschlechterdebatte.

In Zero-Sum-Spielen gibt es einen festen Gewinn und es geht darum, welche Gruppe wieviel davon bekommt. Was die eine Gruppe gewinnt  muss die andere Gruppe verlieren, das Produkt ist immer Null.

Der Feminismus sieht üblicherweise das Verhältnis der Geschlechter als Nullsummenspiel an, in dem um Macht gekämpft wird. Gegenwärtig haben sie die Männer und die Frauen müssen sie ihnen wegnehmen, wenn sie selbst welche haben wollen

Ein Non-Zero-Sum Spiel ist hingegen ein Spiel, bei dem das Produkt der Zusammenarbeit größer ist als das, was ein Einzelner Gewinnen könnte.

Das ist das Modell der klassischen modernen Industriegesellschaft: Wenn ein Produkt aus den Komponetnen A und B besteht, dann kann es besser sein, wenn Gesellschaft 1 nur die Komponente A baut und Gesellschaft 2 nur die Komponente B, dafür aber beides sehr gut und mit niedrigen Kosten als das beide beide Komponeten herstellen.

Eine funktionierende Partnerschaft zwischen Mann und Frau kann für beide ein Non-Zero-Sum-Spiel sein, weil sie Arbeitsteilung betreiben.

5. Externalities / Principal Agent

Dabei geht es darum, dass in einem Spiel zum einen bestimmte Punkte der anderen Seite nicht bekannt sind, zum anderen aber auch darum, dass verschiedene Akteure eigene Interessen haben, die nicht mit den Interessen anderer übereinstimmen müssen.

Als externen Effekt (auch Externalität) bezeichnet man in der Volkswirtschaftslehre die unkompensierten Auswirkungen ökonomischer Entscheidungen auf Unbeteiligte, also Auswirkungen, für die niemand bezahlt oder einen Ausgleich erhält.[1] Sie werden nicht in das Entscheidungskalkül des Verursachers einbezogen. Volkswirtschaftlich gesehen begründen sie eine Form von Marktversagen und können staatliche Interventionen notwendig werden lassen. Negative externe Effekte werden auch als externe oder soziale Kosten, positive als externer Nutzen oder sozialer Ertrag bezeichnet. Extern heißt dabei, dass die Effekte (Nebenwirkungen) eines Verhaltens nicht (ausreichend) im Markt berücksichtigt werden

Ein Beispiel ist Müll, der bei einem Industrieprozess anfällt und an die Umwelt abgegeben wird als negative Kosten. Diese erscheinen dem Produzenten vielleicht unvermeidbar, er muss  sie in Kauf nehmen, um den Prozess durchzuführen, während die Kosten alle tragen.

Vielleicht könnte man als Beispiel auch anführen, dass die linke Politik als negativen externen Effekt eben auch zu einem Entstehen neuer rechter Parteien und besserer Wahlergebnisse für diese geführt hat.

Die Prinzipal-Agent-Theorie geht von Wirtschaftssubjekten aus, die in ihrer Entscheidungsfindung eingeschränkt sind, etwa durch asymmetrische Informationsverteilung. Sie verfügen nur über unvollständige Informationen, wenn sie das Handeln anderer beurteilen sollen.

Ferner wird den Beteiligten Opportunismus unterstellt. In einer weiten Definition liegt eine Prinzipal-Agent-Beziehung vor, sobald das Wohlergehen einer Partei (Prinzipal) von den Handlungen einer anderen Partei (Agent) abhängig ist.[1] Nach enger Definition gibt es einen Auftraggeber (Prinzipal), der einen Auftragnehmer (Agent) im gegenseitigen Einvernehmen gegen Entlohnung mit einer Aufgabe betraut. Da die beiden unterschiedliche Ziele verfolgen können, kann es zu Konflikten kommen.

Zudem werden Risikoneigungen berücksichtigt: Prinzipiell ist auf beiden Seiten Risikoneutralität, Risikoaversion oder Risikofreude möglich. Dies hängt von den Charaktereigenschaften und der jeweiligen Situation der Akteure ab.

Der Prinzipal beauftragt den Agenten in der Hoffnung, dass dieser seine Aufgabe im Sinne des Prinzipals erledigt. Er kann jedoch das Engagement und/oder die Qualitäten seines Agenten nur mit Einschränkungen erkennen und sieht – wenn überhaupt – nur das Ergebnis von dessen Bemühungen. Demgegenüber hat der Agent einen Informationsvorsprung, da er die eigene Qualität besser kennt und das eigene Verhalten selbst festlegen und entsprechend gut beurteilen kann. Er wird diese Informationsasymmetrie zu Ungunsten des Prinzipals ausnutzen, wenn dies seinen eigenen Zwecken dienlich ist (Moral Hazard und Drückebergerei).

Wissensunterschiede spielen ohnehin eine große Rolle in der Spieletheorie.

Weiß er, dass ich weiß, dass er weiß, dass ich weiß etc. kann zu einer Vielzahl von verschiedenen Handlungsoptionen einladen.

Dieses verschiedene Wissen kann sich natürlich auch aus den jeweiligen Rollen ergeben.

Das obige Problem ist ein Problem jeder Arbeitsteilung und kann damit auch bei den Geschlechtern zutreffen. Der Handelnde kann gegenüber dem, für den er handelt einen Vorteil haben, einfach weil er eher weiß, wie er handelt.

6. Diminishing Returns

Das Ertragsgesetz (auch Gesetz des sinkenden Grenzertrags) ist ein wirtschaftswissenschaftliches Modell, das die Relation von Einsatz (Input) und Ertrag (Output) beschreibt, wenn ein Faktor verändert wird und alle anderen gleich bleiben (partielle Faktorvariation). Es wurde ursprünglich von Anne Robert Jacques Turgot für die Landwirtschaft als Bodenertragsgesetz definiert: Erhöht man auf dem gleichen Stück Boden stetig den Arbeitseinsatz, so nimmt der Ertrag zunächst schnell zu, dann nur noch langsam, dann bleibt er gleich, und schließlich nimmt er sogar wieder ab.[1] Dieses Gesetz gilt nicht nur in der landwirtschaftlichen, sondern auch in der industriellen Produktion und in anderen Bereichen.[2]

Beispiel: Wird für das Produkt X oder die Partei Y bisher kaum oder wenig geworben und nun der Werbeaufwand stark erhöht, dann wachsen die Umsätze bzw. die Stimmanteile zunächst progressiv an. Ab einem bestimmten Punkt wachsen sie nur noch degressiv, bis sie schließlich asymptotisch gegen Null tendieren. Dieser Trend lässt sich bei gleichbleibender Qualität auch durch noch so große Aufwendungen nicht mehr umkehren.

Das ist mitunter auch auf zwischenmenschlichen Beziehungen anwendbar. Um so mehr man sich kennt, um so selbstverständlicher kann etwas an der anderen Person werden, was einen vorher begeistert hat. Es tritt eine gewisse „Abstumpfung“ ein.

7. Evolutionarily Stable Strategy / Nash Equilibrium

Das Lehrbuch-Beispiel der ESS – das Habicht-Taube-Spiel:

Individuen der gleichen Population werden als ‚Habichte‘ (aggressiv, stark) und ‚Tauben‘ (friedlich, ausweichend) eingeteilt. Stößt eine Taube zu einer reinen Tauben-Population, verändert sich nichts. Das Gleiche gilt, wenn sich ein Habicht zu anderen Habichten gesellt. Es gibt aber vier besondere Fälle:

  • Eine Taube stößt zu Habichten: Da die Taube den Konflikten – zum Beispiel ums Futter – ausweicht und so Kraft und Körperverletzungen einspart, fährt sie eine erfolgreiche Strategie. Dazu kann sie mittels Drohgebärden Aggressivität vortäuschen und kräftesparend Habichten Ressourcen abluchsen.
  • Ein Habicht stößt zu Tauben: Die Tauben machen dem Neuankömmling Platz und überlassen ihm kampflos alle Ressourcen. Der Habicht ist erfolgreich.
  • Eine Taube oder ein Habicht stößt zu einer gemischten Population, in der Tauben und Habichte im korrekten Zahlenverhältnis (entspricht der ESS!) vorkommen. Für den Neuankömmling spielt es nun eine Rolle, ob er häufiger auf eine Taube oder auf einen Habicht treffen wird. Hat sich die Population auf die geeignete Mischung eingependelt, kann es ihr egal sein, ob sich der Eindringling als Taube oder als Habicht verhält.
  • Die so genannte „Bürger“-Strategie (engl./franz. bourgeois) entwickelt sich zur ESS und sie ist weitgehend immun gegenüber einer unausgewogenen Habicht-Taube-Zusammensetzung der Population. Als „Bürger“ gilt: Wenn man sich verteidigt, ist man ein Habicht; greift man jemanden an, verhält man sich wie eine Taube.

Evolutionär stabile Strategien unterstreichen noch einmal, dass es nicht einen idealen Zustand geben muss, sondern gerade dadurch dass ein bestimmter Zustand im ganzen Günstig ist, auch andere Strategien interessant werden können (Ein Habicht kann leicht in eine Taubenkolonie eindringen) und auch ein Verhältnis bestimmter Unterarten (also im Beispiel Tauben und Habichte) stabil sein kann.

„Wenn die Frauen ihre Furcht verlieren sollen, müssen die Männer diese Furcht erst selbst kennenlernen“

Augstein schreibt in einen schon an vielen Stellen besprochenen Artikel:

Denn wir brauchen in der Tat eine Revolution. Eine neue sexuelle Revolution. Wie jede Revolution wird auch diese hier nicht ohne Opfer abgehen. Das ist eine Feststellung, keine Rechtfertigung.

Es wird Männer treffen, die das nicht verdient haben. Wir kennen solche Fälle….[Arnold und Kachelmannfälle werden kurz dargestellt]…

Der Ansatz, dass es Leidtragende gibt, wenn man etwas ändert, ist nicht per se falsch. Jede Veränderung bringt wahrscheinlich jemanden, für den das auch sehr ernste Konsequenzen hat.

Natürlich haben wir auch bereits jetzt ein System, welches offensichtlich nicht gegen Falschbeschuldigungen abgesichert ist: Wir haben immer noch keine Möglichkeit eine Lüge sicher von der Wahrheit zu unterscheiden und wir nehmen damit auch jetzt bereits einen gewissen Anteil an Falschverurteilungen in Kauf, die mit mehr Aufwand vielleicht vermieden werden könnten. Jedes System, welches überprüft, muss irgendwo eine gewisse Unsicherheit zulassen und wenn eine Schuld „zur sicheren Überzeugung des Gerichts“ vorliegen muss kommt immer ein menschlicher Faktor hinein.

Aber (und es ist kein kleines Aber): Die Unschuldsvermutung und die relativ hohen Standards, die für eine Verurteilung gelten, sind ein hohes Gut, weil sie Mißbrauch des Staates gegen seine Bürger vorbeugen. Und sie beugen auch vor, dass jemand sich mit dem Staat als Werkzeug eines anderen entledigt und ihm Schaden zufügt, in mittelbarer Täterschaft. Wer meint, dass dies nicht geschieht, der lese sich hier durch aus welchen nichtigen Anlässen Vergewaltigungen behauptet worden sind. Um so leichter man das macht, um so häufiger wird es auch vorkommen.

Nun kann man anführen, dass es eine schlichte Rechenaufgabe ist: Die „Revolution“ schützt auf der einen Seite Frauen und verhindert sexuelle Übergriffe (Freude). Auf der anderen Seite bringt sie einen gewissen Teil von Leuten  unschuldig ins Gefängnis (Leid). Wenn bei einer rein utilistischen Betrachtung die Freude das Leid übersteigt, dann wäre die Welt ja dadurch besser geworden.

In der neuen Geschlechterdebatte geht es darum, die Gewichte der Macht zu verschieben – und das geht nicht ohne Gewalt ab. Wer verfügt über die Möglichkeit, den anderen jederzeit und ohne nennenswertes eigenes Risiko zu gefährden oder zu erniedrigen? Bisher waren das immer die Männer. Die Frau, die sich wehrt, wird da zur Schreckensvision.

Nun hört man schon die Männer – und manche Frauen – murren, dann dürfe bald also auch in Deutschland kein Mann mehr allein mit einer Frau im Fahrstuhl fahren. Aber das klagt sich leicht, wenn man dabei übergeht, dass das Risiko einer solchen Fahrt bislang vor allem bei der Frau lag.

Wer um den unbeschwerten Umgang der Geschlechter trauert, sollte bedenken, dass aus weiblicher Sicht damit nichts anderes gemeint war als die dauernde Gegenwart der Gefahr – das permanente Risiko körperlicher oder seelischer Übergriffe.

Es ist schon so: wenn die Frauen ihre Furcht verlieren sollen, müssen die Männer diese Furcht erst selbst kennenlernen.

Die Idee des Ausgleichs, der Waffengleichheit, wird auch in dem, was Augstein schreibt, deutlich. Bisher hat die eine Gruppe Angst und erfährt Leid, die andere ist unbeschwert. Wir verteilen die Last einfach neu, nehmen der einen Seite etwas Angst und Leid und laden sie auf der anderen Seite ab. Wer könnte etwas dagegen haben?

Tatsächlich ist es aber ein großer Unterschied, weil Männer und Frauen keine selbst gewählten Gruppen sind, die für das Verhalten ihrer Mitglieder einstehen müssen. Es sind Individuen und Bürger, und sie haben daher das Recht als solche behandelt zu werden. Weil bestimmte (sehr wenige) Männer schlecht sind kann man den anderen nicht rechtsstaatliche Grundrechte absprechen.

Es hat wahrscheinlich auch seine Gründe, warum in solchem Artikeln, die fordern, dass „Männer Angst haben sollten“ nie über konkrete Maßnahmen gesprochen wird. Es wird gerne von „es muss etwas gemacht werden“ oder der „Revolution“ gesprochen, aber nicht davon, wie diese Maßnahme konkret aussehen soll. Es würde wahrscheinlich zu deutlich werden, dass es ungerecht ist, wenn man konkrete Maßnahmen aufführt, die diese Revolution erfordert.

Was auch nie begründet wird ist, warum sexuelle Gewalt eine Sonderstellung einnehmen soll. Viele Leute haben Angst, wenn sie durch dunkle Gassen gehen, dass sie überfallen, ausgeraubt und schwer verletzt werden. Warum nicht auch für solche Taten die Unschuldsvermutung einschränken? Oder für Drogendealer und das organisierte Verbrechen? Warum nicht einfach die gesamte Mafia verhaften und alle, bei denen man es eh weiß, dass sie ihr Geld mit Unrecht verdienen? Sind tausende Drogentote und die Gewalt des organisierten Verbrechens nicht ein paar Opfer wert?

Es ist immer wieder erstaunlich, dass gerade Linke keine Angst davor haben, die Eingriffsbeschränkungen des Staates zu lockern. Es zeigt ein hohes Vertrauen, dass der Staat rechtmäßig handeln wird und Regelungen nicht mißbraucht. Es zeigt ein hohes Vertrauen, dass politische Gegner das nicht ausnutzen werden, um sich Gegnern zu entledigen. Es zeigt natürlich auch ein geringes Geschichtswissen über rechte und linke Regime.

Tatsächlich aber scheint mir das Problem auch nicht lösbar. Sexuelle Belästigung hört nicht auf, wenn die Regeln verschärft werden. Sie entsteht nicht, weil Männer Frauen unterdrücken, sondern weil Männer eher den Wunsch nach casual Sex mit vielen jungen und attraktiven Frauen haben und auch, weil Berührungen ein kritischer Punkt beim Übergang zu mehr sind. Wie man diesen Punkt herbeiführt, ohne das man belästigt, das ist etwas schwieriges, was eben viele Männer unbeholfen machen, einige natürlich auch in voller Kenntnis der Übergriffigkeit, einfach weil es eine enorme Abkürzung ist. Wenn sie positiv darauf reagiert, dass man sie am Knie berührt, dann ist man eben einen ganz entscheidenden Schritt weiter. Das ist eine Feststellung, keine Rechtfertigung. Für sie wiederum stellt sich die Frage, ob es ihr überhaupt eine zeitaufwändige Reaktion wert ist. Die Berührung an sich geht ja dadurch nicht weg und es kann Arbeit und Unannehmlichkeiten machen, dass zu verfolgen. Ich hatte hier schon mal eine spieltheoretische Betrachtung für beide gemacht.

Konfliktsoziologie

Ich finde den Begriff der Konfliktsoziologie interessant:

Konfliktsoziologie oder Soziologie des sozialen Konflikts wird einerseits als eine theoretische Perspektive auf die Gesellschaft,[1] andererseits als eine Teildisziplin der Soziologie[2] verstanden. Unabhängig von dieser Zuordnung wird der soziale Konflikt als ein zentrales Element des gesellschaftlichen Zusammenlebens und als eine Triebkraft des sozialen Wandels begriffen.

Als multidisziplinärer und theorieübergreifender Begriff bezeichnet der soziale Konflikt einen Grundtatbestand des Sozialen und findet sich folglich in den meisten sozialwissenschaftlichen Theorieansätzen[3] und Disziplinen wieder, auch wenn manche soziologische Schulen ihn als weniger zentral für die soziale Gesellung bewerten. Seine Erforschung steht unter der Fragestellung nach seinen gesellschaftlichen Ursachen und Folgen.

Soziale Konflikte können unterschiedliche Gegenstände haben; häufig treten sie als Verteilungs-, Macht- und Anerkennungskonflikte auf. Manifestationen des sozialen Konflikts sind Kampf, Streit, Klassismus, Agon und Konkurrenz, Streik und industrieller Konflikt, Klassenkampf und Rebellion, schließlich Krieg und Bürgerkrieg.

Im übertragenen Sinn wird sozialer Konflikt auch als Synonym für Gegensatz schlechthin, für Widerspruch oder Antagonismus verwendet.

Darunter dürften alle feministischen Theorien fallen, weil sie eben einen Verteilungskampf zwischen Männern und Frauen propagieren, oder eben im intersektionalen Feminismus zwischen einer Vielzahl weiterer Gruppen. (Kommunismus wäre auch eine Konflikttheorie, da eben zwischen den gesellschaftlichen Klassen).

Konflikttheorien haben aus meiner Sicht den entscheidenden Nachteil:

Sie wählen einen sehr engen Frame unter dem alle Interaktionen bewertet werden. Sie scheinen häufig von einem Nullsummespiel auszugehen, also einem Spiel im Sinne der Spieltheorie, bei dem ein Gewinn für die eine Seite immer auch ein Verlust für die andere Seite ist. Nimmt man diesen sehr engen Frame, dann stellt sich alles als Machtkampf dar, was vielleicht unter dem Frame einer Zusammenarbeit oder einer kooperativen Theorie ein Gewinn für beide sein kann.

Beispielsweise geht der Kommunismus davon aus, dass es eine Verteilung von Ressourcen gibt und derjenige der mehr hat, sie quasi dem anderen Weg genommen hat. Dabei kann es sein, dass es in einem System, welches besonderen Reichtum einzelner Personen erlaubt für beide bessere Bedingungen gibt, die sie ohne das System nicht hätten. Einfach weil ein derartiges System eine bessere Wirtschaft erlaubt, die dann eine Win-Win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber darstellen kann.

Ebenso ist es beim Feminismus. Dort ist man anscheinend nach dem einfachem Prinzip vorgegangen, dass man

  1. Gebiete heraussucht, mit denen man „Macht“ verbindet
  2. schaut, welches Geschlecht in diesen Bereichen häufiger vertreten ist

Im ersten Punkt ist dann eben „Politik“ und „Positionen, die viel Geld bringen und bei denen man Leuten etwas zu sagen hat“ herausgekommen. Eine Gegenkontrolle, etwa darauf, dass in der Politik Frauen als Wählerinnen macht haben oder das solche Positionen eben nicht nur viel Geld bringen, sondern auch viel Stress und hohe Arbeitszeiten und erhebliche Bereitschaft Risiken in einer Konkurrenz einzugehen und den Beruf zum absoluten Mittelpunkt der Karriere zu machen, wurden hingegen nicht überprüft.

Ebenso wenig wurde bei der Frage, wer welche Ressourcen eher erhält, nicht daran gedacht, dass in einer (zumindest sehr reichen) Gesellschaft Freizeit und Zeit mit den eigenen Kindern oder die Möglichkeit am Erwerbseinkommen eines Partners zu partizipieren, ebenfalls eine gewisse Form von Wert darstellen kann, der verteilt wird.

Die Konflikttheorien machen aus meiner Sicht wenig Sinn, weil sie etwas herausgreifen, nämlich den Konflikt, gleichzeitig aber potentielle Vorteile und Kooperationsgewinne ausblenden. Sie sind insoweit nicht in der Lage ein vollständiges Bild der Lage zu bilden und können daher auch nur auf unzureichende Modelle zurückgreifen.

 

Der „Einer aus der Gruppe muss doch auch mal was für X machen“-Effekt

Ich hatte schon einmal in einem Artikel ausgeführt, dass kleine Unterschiede große Auswirkungen haben können. Ein andere Effekt, der häufig nicht beachtet wird, ist, dass es sich häufig nicht lohnt, seine Wahl auf Minderheiten auszurichten, sondern – gerade wenn die Kosten hoch sind – alle sich an den Gruppen orientieren, die ihnen den meisten Profit bringen. Eine dies nicht beachtende Fehlvorstellung ist der „Einer aus der Gruppe muss doch auch mal was für X machen“-Effekt. Demgegenüber steht das „Nischenprodukt“.

Dies spielt stark in etwas rein, was im Feminismus und anderen poststrukturalistischen Theorien unter „Heteronormativität“ oder anderen „Normativitäten“ diskutiert wird:

Wenn man beispielsweise dort anführt, dass die Hauptdarsteller meist heterosexuell sind und eine klassische Liebesgeschichte in einen Plot eingebaut wird und große Blogbuster nicht andere Gruppen, etwa Homosexuelle einbeziehen, dann liegt dem eben dieser Aspekt zugrunde. Ein heutiger Blockbuster kostet zumindest zweistellige, meist sogar dreistellige Millionenbeträge. Er muss sich demnach an ein Publikum richten, dass diese Beträge wieder reinbringen kann. Das ist eben aufgrund der Häufigkeit der Homosexualität die klassisch heterosexuelle Liebesgeschichte.

Und wenn eine Geschichte sich um eine Minderheitengruppe geht, dann lohnt es sich dennoch, den gesamten Film eher auf ein heterosexuelles Publikum auszurichten. Vielleicht auch der Grund, warum „Queer as folk“ eine Hauptfigur hat, die eher nicht den Klischees entspricht.

Ähnlich ist es mit gutem Aussehen. Klar kann man auch Filme mit hässlichen Menschen drehen, aber die meisten Leute schauen sich eben lieber hübsche Menschen an, gerade wenn es um Filme geht, die sich um Liebe und Attraktivität drehen. Demnach machen solche Besetzungen es eben wahrscheinlicher, dass man sein Geld wieder reinbekommt.

Natürlich gibt es Nischenfilme, die meist entweder mit geringeren Kosten produziert worden sind oder eben auf da besondere setzen und dies in eine spezielle Geschichte einbinden, aber eben gerade nicht Filme sind, in denen dies nicht weiter thematisiert wird, in denen also zB ohne das dies eine besondere Rolle spielt eine Transsexuelle vorkommt.

Es ist also in gewisser Weise kein Wunder, dass sich Nadine Lantzsch in diesen Filmen und Serien nicht wiederfindet:

Bis auf L-Word und Orange Is the New Black konnte ich mich bisher weniger für queere (in den verschiedenen historischen und ahistorischen Bezugnahmen und Bedeutungen des Begriffs) Serien begeistern, weil die Darstellung von Identität, Begehren, Sexualität und Beziehungen in diesen oft klischeebehaftet und für ein hetiges und anderweitig privilegiertes Publikum gemacht ist. Ja, auch L-Word zählt mitunter dazu, aber als die Serie vor genau zehn Jahren auf Pro7 in deutscher Synchronisation anlief, war es genau das, was mein von Homophobie und Kleinstadt-Mief und ausschließlich von Heten geprägtes Herz begehrte: Das Gefühl von Identifikation. Dennoch müssen sich Begehren, Sexualität und Beziehungen in Serien mit „LGBT-Fokus“ in ein hetiges, zweigenderkonformes, rassifiziertes, ableisiertes, klassenprivilegiertes Körper- und Performancebild einpassen, weil die „Masse“ der Zuschauer_innen in der Film- und Fernsehwelt als eine solche definiert wird. Umfassend privilegierte Menschen scheinen die Mehrheit der Weltbevölkerung und damit Zuschauer_innen zu stellen, obwohl das Gegenteil der Fall ist. Außerdem geht es häufig um ökonomische Ausbeutung und Verwertbarkeit queerer/widerständiger Körper und Geschichten für ein umfassend privilegiertes Publikum und je höher die angenommene oder tatsächliche Kaufkraft des antizipierten „Masse“-Publikums, desto vermarktbarer und diskriminierender die Figuren und Erzählungen.

Das es gerade Serien sind, die im übrigen eher aus dem Schema ausbrechen können, liegt daran, dass sie schlicht mehr Zeit haben, Charaktere zu entwickeln und damit auch einen Bedarf an besonderen, teilweise eben auch an stereotypen Charaktern haben, die man in einer größeren Gruppe dennoch schnell einordnen kann und deren Besonderheit man zu Handlungssträngen verarbeiten kann, gerade im Zusammenhang mit den Besonderheiten anderer. Bei Serien wie „How I met your Mother“ gibt es eben den Romantiker, den Aufreißer (der gleichzeitig Comic Relief ist um das abzufangen und sozial verträglicher zu machen), das Paar mit dem netten Beziehungsmann und der unkomplizierten Traumpartnerin, die auf die Beziehung ausgerichtet geradezu nymphoman ist, und den Loveinterest, der etwas dadurch aufgepeppt wird, dass sie Kanadierin ist. Diese Charakterzeichnungen und Besonderheiten kann man sich auch aus anderen Bereichen holen und entsprechend variieren und um so größer die Gruppe um so interessanter wird es eben auch Randthemen einzubauen. Bei einer Serie in einem Frauengefängnis bietet es sich zudem natürlich auch an, Homosexualität einzubauen, weil man dann andere Beziehungen ausbauen kann und gleichzeitig mit ein paar Nackt- und Sexszenen auch andere Interessen bedienen kann.

Auch in anderen Bereichen wirkt sich der Fehlschluss aus, er spielt beispielsweise bei einem allgemeinen „Entitlement“ herein, zB bei der Vorstellung, dass einen doch eine Frau mögen muss, dass die Gruppe der Frauen eine Frau abstellen muss, die einen mag und das sonst den Frauen anzulasten ist.

Auch die Entscheidung, mit wem man in einer exklusiven Partnerschaft leben will ist eben eine kostenintensive Frage, da sie wesentlich das Leben bestimmt. Dabei setzen die meisten Personen in bestimmten Bereichen gewisse Mindestwerte voraus, unter denen sie eine Beziehung oder eben auch nur ein näheres Kennenlernen als Vorstufe der Beziehung interessant finden. Wenn jemand wie zB Rodger Eliot als Extrembeispiel in diesem Bereich deutlich macht, dass er sich extreme Probleme hat, kein Selbstbewußtsein und einen entsprechenden Frauenhass entwickelt hat bzw eben meint, dass die Gruppe ihm etwas schuldet, dann erfüllt er diese Mindestkriterien bei den meisten Frauen nicht, genau wie umgekehrt wohl die meisten Männer an einer  Beziehung mit einer Radikalfeministin nicht interessiert wären.

Es gibt eben keinen Grundsatz, dass einer aus der Gruppe das schon übernehmen muss, sondern jedes einzelne Mitglied der Gruppe möchte für seine Situation die Lösung finden, die für ihn jeweils die Beste und Sicherste ist. Es gibt keinen Anlass, dass eine Person aus der Gruppe davon abweicht und eine suboptimale Entscheidung trifft, um Einzelinteressen einer anderen Person zu genügen. Insbesondere gibt es keinen Anlass, wenn dieser jemand erhebliche Defizite in wichtigen Bereichen mit sich bringt und man die Aussicht hat, in Zukunft einen besseren Fang zu machen, der einem nicht möglich ist, wenn man sich bereits jetzt darauf einlässt, mit dieser anderen Person etwas anzufangen.

Ein anderes Beispiel wäre die Auffassung „eine von diesen Frauen muss doch mit mir schlafen wollen, ich würde ja auch mit jeder von ihnen schlafen“. Das bewertet nicht, dass Frauen zum einen ein geringeres Interesse an Sex einfach so haben und wenn sie diesen haben eben etwas anderes brauchen als reine Verfügbarkeit und hinreichendes Aussehen, sie brauchen eben jemand, der ihre Lust weckt, ihnen ein Gefühl der Sicherheit gibt etc. Es berücksichtigt auch nicht, dass Frauen nicht das gleiche Nachfrageproblem haben wie Männer sondern eben eher ein Luxusprodukt mit hoher Nachfrage anbieten und deswegen zu ihren Bedingungen (oder jedenfalls wesentlich besser) verkaufen können. Auch hier wird die Asymmetrie des Markes und die daraus erfolgende individuelle Entscheidung nicht wahrgenommen, wenn man einfach darauf abstellt, dass die Gruppe schon groß genug ist als das einer davon bereit sein müsste (zumal „einer davon“ da auch sehr relativ ist: Meist wird auch derjenige es einengen auf „eine von den hübscheren“ oder etwas in der Art).

Das Böse der Vergewaltigung wird dem Mann eher zugetraut als das Böse der Falschbeschuldigung der Frau

In dem Artikel zu „der Studentin, die ihre Matratze trug“ ging es in den Kommentaren auch um die Frage, welche Motive dafür bestehen würden, dass sie ihn falschbeschuldigt.

David ging in einem Kommentar darauf ein:

Während das Motiv für Vergewaltigung ja in der Rape Culture-Theorie klar ist (Macht ausüben!!!), kommt man irgendwie nicht so richtig darauf, dass eine Falschbeschuldigung mit ungleich mehr Macht verbunden ist.

Gehen wir Motiv / Nutzen doch mal am konkreten Fall durch:

Der Vergewaltiger
+ hat Sex (mit einer unwilligen Person, die ihn Sekunden vorher noch als guten Freund sah, yay!)
+ übt seine 5 Minuten Macht aus, fühlt sich dabei stark

– verliert die Möglichkeit auf freiwilligen Sex mit der Person, die ihn gerade noch freiwillig in ihr Bett gelassen hat
– zerstört seine Freundschaft und Beziehung zu ihr auf schlimmstmögliche Weise
– muss davon ausgehen, von der Uni zu fliegen
– muss davon ausgehen, beruflich und sozial ruiniert zu sein
– muss davon ausgehen, im Knast zu landen
– ist heute sozial geächtet als “Rapist” und braucht anwaltlichen und therapeutischen Beistand

Die Falschbeschuldigerin
+ ist die wahrscheinlich berühmteste Studentin der USA
+ hat es aufs Cover der NY-Times und vieler anderer Zeitungen geschafft (die sie selbst kontaktiert hat mit ihrer Geschichte)
+ hat ein gefeiertes Abschlussprojekt und führt eine ganze Bewegung an
+ hat weltweit Unterstützung und Auszeichnungen von feministischen Organisationen bekommen
+ hält Vorträge und Interviews, verdient damit viel Geld
+ bekommt von allen Seiten Aufmerksamkeit, Bewunderung und Mitleid
+ wird trotz Kunststudium niemals Probleme haben, Arbeit zu finden und Geld zu verdienen
+ ist in einer wesentlich machtvolleren Position als ihr Ex, hat seine soziale Existenz weitgehend zerstört

..und da wird tatsächlich angeführt, SIE hätte ja kein Motiv gehabt.
Beide Taten sind zu über 90% Beziehungstaten, die Frage nach dem Motiv erübrigt sich sowieso schon fast, wenn man weiß dass sie eine Intimbeziehung hatten (noch dazu mit ungeklärtem Status).

Noch ein anderes Argument zeigt die fehlende Vorstellungskraft mancher Feministin, dass eine Frau ihrem Ex Schaden zufügen wollen könnte und kein unschuldiges Opfer ist: die angeblich “demütigende” Polizeibefragung. Diese kann zwar für ein echtes Opfer sicher sehr belastend sein, aber eben doch nicht für eine hypothetische Falschbeschuldigerin.

Als sei es “demütigend”, zu einer Geschichte befragt zu werden, wenn man sich diese in allen schmutzigen Details selbst ausdenkt und eigens dafür eine schauspielerische Performance auf die Beine gestellt hat.

Die Frage, warum bei der Vergewaltigung meist klar ist, warum er sie durchgeführt hat, bei der Falschbeschuldigung aber nicht, ist durchaus interessant.

1. Erkärung über das Triebhafte des Sex

Eine Erklärung wäre, dass uns das triebhafte des Sex unmittelbar einleuchtet. Dagegen erscheint eine Falschbeschuldigung weniger triebhaft und wird damit dem logischen Denken zugeordnet, so dass wir ein weniger triebhaftes Verhalten wollen.

Ein Beispiel wäre, dass wir bei einem Diebstahl eines Brotes sofort vermuten, dass derjenige eben Hunger hatte. Die Tat ist auch hier auf einen Trieb gerichtet und erscheint uns logisch. Die Beschuldigung ein Brot geklaut zu haben, ergibt weit weniger Sinn, wenn wir nicht etwas mehr Sachverhalt bekommen.

Diese Erkärung macht allerdings in dem Teil des Feminismus wenig Sinn, der davon ausgeht, dass Vergewaltigung und Sex nichts miteinander zu tun haben können, sondern es nur um Macht geht. Denn das wäre eben auch kein Trieb im klassischen Sinne. Dürfte aber dort auch unerheblich sein, wenn man dort bereits zu der Überzeugung gekommen ist, dass Männer eben geradezu triebhaft unterdrücken.

2. Die Tugendhaftigkeit der Frau/die Verdorbenheit des Mannes

Einen weiteren Umstand hat David bereits angeführt: Das ein Mann eine Frau vergewaltigt, dass passt in das generelle Gefahrenbild, nachdem männliche Sexualität häufig etwas gefährliches hat. Das eine Frau eine solch gravierende Anschuldigung macht, ohne das etwas passiert ist, dass passt da weit weniger hinein.

3. Kosten-Nutzen-Analyse

Zu Davids Kosten-Nutzenanalyse möchte ich anmerken, dass man sie wohl etwas verändern muss:

In einer Spieltheoretischen Betrachtung betrachtet man ja die „Glückspunkte“, die ein bestimmtes Handeln bringt sowie die dafür aufzuwendenden Kosten. Ist es ungewiss, ob bestimmte Kosten oder Glückspunkte entstehen, dann sind sie mit der Wahrscheinlichkeit, dass die Kosten eintreten, einzurechnen.

Wenn also etwas 10 Glückspunkte mit einer Wahrscheinlichkeit von 60% bringt und 10 Kostenpunkte mit einer Wahrscheinlichkeit von 10%, dann lohnt es sich durchaus, so zu handeln (10 *0,6 – 10*0,1 =6-1= +5).

Hier sind die potentiellen Kosten einer Vergewaltigung natürlich enorm. Gefängnis, Ruf für immer versaut, Ächtung im sozialen Umfeld. Allerdings ist zu fragen, wie hoch er die Wahrscheinlichkeit ansetzte, dass sie ihn anzeigt. Und auch bei der Fremdbewertung wird dies unterschiedlich zu bewerten sein. Eine Feministin beispielsweise wird anführen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihn anzeigt und es negative Folgen für ihn hat, gering sind, da wir ja in einer Rape Culture leben, die Vergewaltigungen verharmlost. Ein radikaler Männerrechtler wird ihn schon mit beiden Beinen im Knast sehen.

Bei dem Tathergang „Gewürgt, geschlagen, anal vergewaltigt“ würde ich in der Risikobewertung eine hohe Wahrscheinlichkeit sehen. Gerade da so etwas ja durchaus Spuren hinterlässt. Da wären also hohe Kosten zu erwarten. Geht man von einem weniger gravierenden Vergewaltigungshergang aus etwa „sie sagt nein, weil es ihr weh tut, er macht aber trotzdem weiter“ mag er noch vermuten, dass er es als harten Sex und nicht bemerkt, dass sie nicht will ausgeben kann und das sie ihn aufgrund der Freundschaft nicht anzeigen wird.

Allerdings ist der Kostenfaktor so hoch, dass hier eigentlich für die geringfügige Befriedigung des schnellen Sexes bei einer logischen Betrachtung nie eine Vergewaltigung stattfinden könnte. In einer feministischen Betrachtung könnte man zwar die fiktiven Punkte, die man für die Unterdrückung der Frau im Patriarchat bekommt dazu rechnen, aber die Betrachtung ist recht unlogisch. Insofern bliebe da eben nur die Betrachtung, dass unter des Einflusses des Triebes ein gewisser Tunnelblick die Betrachtung verschiebt und das Risiko künstlich kleiner werden lässt.

Hingegen wäre ihre Betrachtung ja die Umsetzung eines Plans. Hier könnte sie demnach logischer Denken. Insofern ist die Kostenbetrachtung aber schwer vorzunehmen.

Löst man es von dem konkreten Fall, dann sind die Nachteile sicherlich, dass man möglicherweise wegen Falschbeschuldigung bestraft wird, die Wahrscheinlichkeit ist aber gering. Des weiteren besteht das Risiko, dass sich nahe Freunde aus dem gemeinsamen Umfeld eher auf seine Seite stellen.

Nimmt man den konkreten Fall, dann scheint sie sich ja in einem feministischen Umfeld bewegt zu haben, konnte also auf Rückendeckung hoffen. Wenn sie zudem bereits das Projekt vor Augen hatte, dann ergeben sich große Vorteile für sie.

 

„Frauen sind böse, weil sie sich nicht gegen den Feminismus wehren und dessen Vorteile mitnehmen“

Ein Argument, dass man immer wieder im Bereich des Maskulismus antrifft, geht ungefähr so:

Frauen wollen die Vorteile des Feminismus. Sonst würden sie etwas dagegen tun. Also unterstützen sie den Feminismus und müssen sich diesen als von ihnen gewollt vorhalten lassen. Daran sieht man, dass sie eigentlich nichts für Männer übrig haben, sonst würden sie nicht einfach die Vorteile mitnehmen, sondern etwas dagegen machen. Damit sind Frauen auch der Feind.

Eine sehr einfache Entkräftung dieses Arguments kam gerade in einem Kommentar von Nick:

Wo ist denn der männliche Aufschrei gegen Feminismus – jenseits der Filterbubble der Manosphere?

 Nach der gleichen Logik müßte man in der Tat anführen, dass die meisten Männer viele für sie ungünstige Regeln hinnehmen und keine Proteste dagegen lostreten, sich nicht bei ihren Politikern dagegen beschweren, tatenlos bleiben.

Wenn schon die Betroffenen nichts dagegen machen, warum soll dann das Nichthandeln der Frauen eine Unterstützung oder eine Schädigungsabsicht gegenüber Männern belegen?

Aus fehlenden Widerstand gegen Regelungen deren Unterstützung herzuleiten ist in sofern eine einfache Form von „Cui bono„. Dazu schrieb ich unter dem gerade gesetzten Link:

Bei der falschen Verwendung als Argument handelt es sich um den klassischen Fehlschluss “Cum hoc ergo propter hoc“. Hierbei werden gemeinsam auftretende Ereignisse ohne genauere Prüfung zu Ursache und Wirkung erklärt. Die Zuordnung erfolgt entsprechend willkürlich und ohne fundierte Begründung. Die lateinische Wendung cum hoc ergo propter hoc lässt sich übersetzen als „mit diesem, folglich wegen diesem“ oder „mit diesem, folglich nahe diesem“ oder auch „mit diesem, folglich daneben dieses“.

Etwas länger ausgeführt “Weil der Nutzen mit dem Ereignis zusammenfällt, muss das Ereignis wegen des daraus folgenden Nutzens eingetreten sein, also von dem Nutznießer verursacht worden sein”.

Tatsächlich kann es viele Gründe geben, warum Leute dann, wenn sie Betroffen sind, bestimmte Regelungen, die für sie günstig sind, mitnehmen und ansonsten diese kaum wahrnehmen.

Da ist einmal der Punkt, dass die meisten Leute die gesetzlichen Regelungen zum Umgang, Unterhalt etc gar nicht kennen. Dann der Umstand, dass sie davon ausgehen, dass sie davon nicht betroffen sind und es eben die Betroffenen ändern sollen. Dann der Umstand, dass man keine Handlungsmöglichkeit für sich sieht, weil die Gesetze eben „die dort oben machen“ und man eh nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein ist. Dann der Umstand, dass man diese Regelungen ja selbst nicht ausbeuterisch, sondern aus Notwendigkeit und für seinen Fall passend in Anspruch nimmt: Er hat sich ja während der Ehe schon kaum um das Kind gekümmert/er kann es nicht/er hat sie ja mit dem Kind alleine gelassen und die Familie kaputt gemacht, es schadet dem Kind, wenn …. Und sie muss ja auch an das Kind denken, dass braucht ja nun einmal Betreuung und was zum leben und außerdem hat sie nur das haben wollen, was ihr eben zusteht, sie hat die Gesetze nicht gemacht etc.

Ich hatte in einer ähnlichen Debatte  schon mal eine Bewertung aus der Sicht der Einzelperson versucht

Ich halte so eine Betrachtung schon an sich für schwierig: Interessanter finde ich eine spieltheoretische Betrachtung:

Bei einer für Frauen günstigen Gesetzeslage, die ihnen bei einer Scheidung abstrakte +5 Punkte gibt und Männern bei einer Scheidung abstrakte -5 Punkte sind viele Frauen gar nicht in der Situation, sich entscheiden zu müssen. Sie leben zB mit einem Mann und unterstützen ihn nach Kräften, haben eine Arbeitsteilung vorgenommen, die beide gut finden. Die Männer, die sich nicht scheiden lassen, haben auch nur den Anlass, die Männer in Scheidung zu unterstützen, wenn sie meinen, dass sie sich scheiden lassen werden. Ansonsten ist es viel Aufwand für nichts. Sie profitieren vielleicht eher davon, auch sehr konservative Politiker, die die Unterhaltsregeln hoch halten, zu wählen, wenn diese ihnen sonst Vorteile bringen.

Die Frauen, die sich selbst scheiden lassen, müssten eine “+5 Empathie” aufbringen, um die Rechte nicht wahrzunehmen. Das auch häufig noch unter dem Gesichtspunkt, dass sie gleichzeitig Interessenwahrerinnen der bei ihnen lebenden Kinder sind oder sich das vorhalten können, denen es mit weniger Unterhalt und mehr Fremdbetreuung evt. auch schlechter geht.

Die Männer, die sich scheiden lassen, müssen nur eine -5 Empathie zu ihrer eigenen Gruppe aufbringen, handeln ist evtl aber erschwert dadurch, dass sie ja auch wollen, dass es ihren Kindern gut geht, dass sie sich sagen können, dass sie erst einmal an sich selbst denken müssen, weil sie in einer schwierigen Lage sind, dass sie sich sagen können, dass es für den einzelnen zu groß ist etc.

Politiker müssen inbesondere schauen, dass sie nicht als frauenfeindliche Machos die große Gruppe der weiblichen Wähler (und auch genug der konservativen oder feministischen männlichen Wähler) verschrecken, wobei sie wissen, dass so etwas schnell in ein falsches Licht gerückt wird und als “Zerstörung der Ehe” oder “Ausbeutung der Frau” zu einem shitstorm führen kann.

etc.

So bekommt man denke ich ein besseres Bild der Interessenlage als einfach darauf abzustellen, dass Frauen weniger Empathie haben.

Für ein Nichthandeln braucht man eigentlich nie wirklich viele Gründe. Keinen einen selbst betreffenden Grund oder sonst genug zu tun zu haben oder sich nicht verantwortlich zu fühlen oder eben keine effektive Handlungsmöglichkeit zu sehen, reicht schon aus.

Um so wichtiger ist es, wenn Ausdrucksformen für Protest bereit gestellt werden und deutlich gemacht wird, dass andere auch dagegen sind. Dazu muss man aber nicht per se einer Gruppe schlechte Motive unterstellen.

Mutterschaft und Kindererziehung als Kostenfaktor im Arbeitsmarkt

In einem Spiegelartikel heißt es

Bei Beförderungen kommen immer noch eher junge Männer zum Zuge als Frauen, insbesondere Mütter werden ungern eingestellt. „Das ist das große Feld der Ungleichbehandlung, das es noch gibt“, sagt Marcus Bodem, Arbeitsrechtler bei Ecovis in Berlin. „Mütter und ältere Mitarbeiter sind nach wie vor im Nachteil.“

Eine erste Einsicht, die man meiner Meinung nach haben müsste, um sich dem Problem zu nähren, ist, dass Frauen, die nach der Wahrscheinlichkeit bald schwanger werden und Mütter in der Tat mit wesentlich höherer Wahrscheinlichkeit tatsächlich einen Nachteil in der Wahl als Angestellter oder für eine Beförderung darstellen.

Ein Umstand verschwindet nicht aus einer Entscheidungsmatrix, wenn man ihn verbietet. Denn die Kosten bestehen nach wie vor fort. Die dann zu treffende logische Entscheidung muss dann einfach bestimmte weitergehende Faktoren berücksichtigen:

Auf der einen Seite stehen

  • Kosten der Entscheidung für eine Angestellte durch Erziehungszeiten etc x die Wahrscheinlichkeit mit der diese Kosten sich verwirklichen: Also etwa die potentiell kürzeren Arbeitszeiten, die geringere Flexibilität bei Überstunden und die Wahrscheinlichkeit eines längeren Aussetzens oder des Wunsches in Teilzeit zu arbeiten x die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen diese Kosten verursachen

Auf der anderen Seite stehen

  • Schadensersatzforderungen
  • schlechter Ruf als unmodern
  • Entgehen potentieller Talente

Eine Umgehung lohnt sich wenn:

  • Wenn „Kosten der Entscheidung für einen Angestellten durch Erziehungszeiten etc x die Wahrscheinlichkeit mit der diese Kosten sich verwirklichen“ geringer sind als die Kosten einer Angestellten, dies ist dann der Fall, wenn diese Kosten dort mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit (auch innerhalb der Höhe) anfallen
  • die Schadensersatzforderungen x die Wahrscheinlichkeit, dass diese verwirklicht werden nicht höher sind als dieser Ausfall + die Kosten in Bezug auf den Ruf gering sind + genug männliche Talente vorhanden sind

Die Wahrscheinlichkeit, dass Schadensersatzforderungen geltend gemacht werden können, kann man beispielsweise erhöhen, wenn man die Entscheidung entsprechend begründet und Eigenschaften selektiv gewichtet. Also beispielsweise in dem man bei einem Merkmal, dass eine Person, die man will, besonders gut abschneiden lässt, höher ansetzt.

Faktoren, mit denen man die Rechnung beeinflussen kann, sind daher:

  • Höhere Schadensersatzforderungen
  • Erhöhung der Klagebereitschaft durch Vereinfachungen bei der Durchsetzung
  • Verringerung der Kosten: Beispielsweise indem man Erziehungszeiten herabsetzt oder einer vertraglichen Regelung zugänglich macht (was gegebenenfalls dann wieder Frauen zusätzlich abschreckt)
  • gesellschaftliche Umlegung bestimmter Kosten (wird ab einer gewissen Managementstufe uninteressant)

Eine genaue Berechnung, welche Kosten durch Aussetzen entstehen, wäre interessant, aber politisch wohl höchst inkorrekt. Sie würde aber helfen, die Lage tatsächlich einzuordnen.