Bericht eines Aussteigers aus dem Feminismus

Ein interessanter Bericht einer Aussteigers aus der Social Justice Szene/ dem Feminismus

Changing was a long process. I initially got into SJW groups sort of through popularity- feminism was supposed to be THE thing for equality, and I wanted everyone to be treated well, so I joined a bunch of feminist forums, which branched into more garden variety SJW circles. Initially I had no idea there was a dark side to it.

Das scheint mir ein verbreiteter und auch verständlicher Einstieg zu sein: Da sind Gruppen, die sich gegen Ungerechtigkeit einsetzen, für Gleichberechtigung, gegen Rassismus, also für Werte, die man teilt und die Unterstützung verdient haben.

I had some weird views before; I think in a lot of ways I was a stereotypical white knight. I was depressed at the time, and being applauded for being progressive definitely was an ego boost. Fighting people I perceived as bigoted made me feel better about myself. My SJW tendencies were based mostly out of self loathing- I felt weird, like an outcast, had never had a girlfriend, hated myself, and thought that I was fixing myself by jumping deep into feminism. I armed myself with a lot of bad statistics (like the 1 in 4 rape stat) and felt smart because of it.

Die Theorie, dass gerade männliche Feministen gerne den Helfer und Beschützer spielen wollen, hatten wir hier ja neulich schon. Ich könnte mir auch vorstellen, dass gerade Männer, die durchaus nicht so gut bei Frauen ankommen, da auf mehr Akzeptanz hoffen und sich deswegen dafür interessieren. Zumal „Game“ mit (radikalen) Feminismus auch nicht wirklich kompatibel ist.

After a while it becomes second nature; you just sort of convince yourself that you’re on the right side and see your opponent as a stereotype out of reflex. That can happen here too, but SJW’s actively encourage it. You become utterly convinced that you’re part of an elite, enlightened group fighting an aging generation of uneducated racists and sexists.

Das ist glaube ich einer der stärksten Anziehungspunkte und auch ein Grund, warum es so schwer ist, diese Sicht aufzugeben: Es wird eine starke In-Group geformt, aus der heraus man schnell der „Feind“ ist, und damit die Verkörperung allen übels. Es gibt insofern nur warm oder eiskalt. Ein Wir-Gefühl aufgeladen mit dem Gefühl der moralischen Überlegenheit in Verbindung mit dem Kampf gegen einen moralisch fragwürdigen Feind, dazu noch mit dem Gefühl, dass man auf der Seite der Gewinner steht, weil die anderen veraltet sind und man sie nur „vom Thron“ stoßen muss ist eine sehr effektive Sache um eine starke Zugehörigkeit zu der Gruppe und starke Hemmungen, sie zu verlassen, aufzubauen

But eventually I started to realize that I had incomplete information. I lost a lot of arguments to people I’d stereotyped as being dumb. The people I called allies just jumped to ad hominem attacks and semantic arguments, and that made them secure in their beliefs. That’s how they operate; when they lose, their mental gymnastics aren’t supposed to convince you. It’s to convince themselves, to justify not changing their sources or beliefs. And it’s very effective at that. It worked for me for a while.

Auch eine interessante Perspektive: Wenn man den anderen nicht überzeugen kann, dann muss man ihn abwerten oder sich etwas ausdenken, warum er dennoch unrecht hat um die eigenen versunkenen Kosten zu retten. Der Feminismus ist voll von solchen Mechanismen, von der Idee, dass Unterdrückung immer binär innerhalb einer Gruppe erfolgt, dass also eine Seite die Nachteile hat und die andere die Vorteile, die schwammigen Begriffe von Patriarchat bis Privilegien oder Rape Culture. Ein großer Teil der feministischen Theorie enthält Immunisierungsstrategien. Was falsch ist, dass ist eben Patriarchat, internalisierter Sexismus, Gehirnwäsche für alle anderen.

But eventually it wasn’t enough for me. I started trying to revise feminist arguments with new, accurate sources. I’d correct people on my own side on forums and whatnot. They hatedthat, and jumped right to calling me a rape apologist and a woman hater. I was blown away, it contradicted my notion that we were the logical side.

Dieser Umschwung ehrt ihn und ich wünschte mir mehr feministische Leute würden dieses Eingeständnis machen oder diese Erkenntnis haben oder auch nur diese Vorgehensweise an den Tag legen. Feministische Argumente überprüfen, sich andere Quellen anschauen, in Diskussionen einsteigen, keine Angst davor zu haben damit anzuecken. Und dann die Erkenntnis zuzulassen, dass man im falschen Club ist.

At the same time I started college, my grades were pretty awesome and college was way less stressful for me than high school had been. I had so much more time I took an active interest in learning some real skills for the first time. I’m making my own indie game now in between my regular job, based on the skills I learned my first couple years of college in my free time. I also got a girlfriend for the first time. She was (and is) amazing, best thing that ever happened to me.

Auch eine interessante Wendung: Er erfährt Bestätigung in anderen Dingen, er hat eine Freundin, mit der er sich anscheinend gut versteht und die ihm auch Sicherheit und Selbstsicherheit geben Das dürfte ihm dem Ausstieg stark erleichtert haben. Das ansonsten viele Personen im Feminismus aktiv sind, die Depressionen haben, wegen ihres Körpers nicht akzeptiert werden oder ansonsten nicht der Norm entsprechen und dort zum einen Bestätigung und eine Clique, eine Supportgroup vorfinden, ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt-

This stuff gave me a little bit of pride that was extremely harmful to the communities I was in. Whereas before when someone generalized most men as rapists, it had given me an opportunity to feel superior to other men while still hating myself, now all of a sudden it offended my new-found self worth. Their communities thrive on self loathing disguised as elitism.

Auch ein interessanter Wechsel: Vorher brauchte er etwas um sich besser als die anderen Männer zu fühlen. Sie als Vergewaltiger zu sehen und sich selbst als jemand, der sich davon befreit hat, war insofern besser. Als er selbst seinen Wert als Mann erkannt hat, brauchte er sich nicht mehr über andere Männer zu erheben und damit war es auch weniger interessant, diese abzuwerten. Er brauchte auch weniger die Bestätigung durch den Feminismus, was diese Abwertungen auch uninteressanter machte. Interessant wäre auch, ob es geholfen hat, dass seine Freundin vielleicht gerade seine männliche Seite mochte und er dadurch den Kontrast stärker empfand.

And then the womens‘ studies class I took in college cited people absolutely insane- like Andrea Dworkin. Even as indoctrinated as I was at the time, I still knew that class was too far.

Das ist auch eigentlich leicht zu merken.

I still find it funny that, though most of the class started out conservative and was roped into SJW mentalities, I started out SJW and by the end of the class it had practically ruined feminism for me. Because I’d been a part of it before. I knew when the professor was wrong. I knew how hollow the „peace and acceptance“ spiel they preached was. I knew the counter points to their sources. It felt like a bad joke to me at the time; I knew how my classmates felt, I’d felt the same way months earlier. But I was powerless to actually explain that to anyone, they just demonise and talk in circles until the argument goes away. As I had done months earlier.

Hier sieht man zwei Sachen sehr gut:

  • Die Wichtigkeit eines Frames: Die anderen Studenten hatten einen positiven Frame gegenüber diesen Theorien, der Verhinderte, dass sie erkennen konnten, dass sie eigentlich keine Argumente hatten. Er hatte hingegen einen ganz anderen Blick auf diese Geschehnisse, weil er eben diesen Frame nicht mehr teilte.
  • Die Wichtigkeit von Aufklärung und dem Bereitstellen von Gegenargumenten für einen solchen Framewechse

Es ist eben eine Frage, was man erkennen will und inwieweit man diese andere Sicht beibehalten kann.

At first I felt bad, ashamed, for going against everything. I wanted to be convinced again, I wanted to be a good SJW again. And all of a sudden I realized it wasn’t going to get better. I was in a university class about feminism, overrun with SJW’s, and they had worse arguments than I’d seen online. There was no smarter next level to feminism that I was just too stupid to see. That was it. I was at the top and our arguments still sucked.

Auch das ist etwas, womit der Feminismus und der Poststrukturalismus gerne arbeitet. Es werden hochkomplexe Texte geschrieben, Nichtigkeiten werden zu Theorien aufgeblasen, man behauptet, dass das alles bei Butler etc erklärt ist, das man die eben nur nicht verstanden hat und sich nur mehr mit der Sache beschäftigen muss. Dabei ist feministische Theorie in vielen Fällen sehr simpel und in dieser Darstellung fallen dann auch die Logikfehler auf. Deswegen kommt so gerne „Lies eben Butler, da ist es alles belegt“. Und deswegen ist es auch so gut, Butler gelesen zu haben und darauf hinweisen zu können, dass da gar nichts belegt ist, dass es reine Philosophie ohne eine Grundlage ist.

Es ist das „der Kaiser ist nackt“-Erlebnis

The last straw was when I made a desperate, ditch effort to convert my brown female girlfriend to feminism with me. It failed; she said feminists in her country were crazy. We argued a bit. Finally it felt like a curtain was being pulled back and I realized the ridiculousness of it all. I was a stupid white knight arguing with a brown girl that she should be more feminist. I deconverted on the spot. I stopped being ashamed of myself, a lot of things changed about the way I see myself and the world. Ironically, I stopped seeing every situation as a men vs. women or race vs. race binary. SJW’s insist their goal is to make everyone equal, and for a long time I believed it, but their communities actually enforce factionalism and division.

Das ist wahrscheinlich eine durchaus praktische Form für den Ausstieg: Einen guten Freund oder noch besser eine Beziehung haben, die einem, vorzugswürdigerweise nachdem man bereits Zweifel hatte, aus der Sache heraus hilft, indem er einen deutlich macht, dass es Blödsinn ist.

I know this post makes me look bad, I cringe every time I think about the things I used to believe and say. I feel bad about the good people I insulted and wrote off. The good news is, I’m not the same person as I was in my mid-late teens. My life actually functions and has a purpose now, so that’s nice. I try to see every situation in terms of individuals now, not sides. I’m not depressed any more, I have a regular decent paying job, I’m developing a game on the side, and I’m about to marry my wonderful fiance‘.

Das ist glaube ich auch ein sehr wesentlicher Perspektivenwechsel: Nicht mehr „Wir gegen die“, sondern „warum handeln Individuen auf eine bestimmte Weise und was entwickelt sich daraus für Strategien, wenn andere auch so handeln“

Wenn mitlesende Feministen sich ihn zum Vorbild nehmen würden, dann würde mich das freuen.

Weihnachtstischsets für soziale Gerechtigkeit

Das „Büro für Gleichheit, Diversität und Gerechtigkeit“ der Universität Harvard hat Tischsets herausgebracht, die anscheinend sogar unironisch mit „Placemats für soziale Gerechtigkeit“ betitelt waren und wie folgt aussahen:

Harvard Placemat

Harvard Placemat

Das sollte den Studenten helfen, zuhause die passenden Diskussionen im Sinne dieses Büros zu führen, dass anscheinend starke SJW-Positionen vertritt.

Aus einem Bericht:

In an effort to encourage conversations regarding social justice, the Ivy League school’s Office for Equity, Diversity and Inclusion and the Freshman Dean’s Office distributed brightly colored dinner placemats covered in detailed notes on how to approach topics like racism and the refugee crisis with friends and loved ones and included “tips for talking to families,” one of which was simply “breathe.”

 

Zurecht regten sich zumindest einige Leute darüber auf und beklagten, dass es sich um eine Indokrinierung handelt. Es wurde sogar ein Gegenmodell entworfen:

GOP-Placemat

GOP-Placemat

Harvard hat auf die Kritik reagiert und eine Email an die Studenten geschickt:

School officials sent a letter to the community expressing their regret for promoting the posters.

In the joint letter, the dean of student life, Stephen Lassonde, and Thomas Dingman, dean of freshmen, acknowledged that the placemats distributed in the dining hall “failed to account for the many viewpoints that exist on our campus.”

“Our goal was to provide a framework for you to engage in conversations with peers and family members as you return home for the winter break,” they wrote. “However, it was not effectively presented and it ultimately caused confusion in our community. On behalf of the Office of Student Life and the Freshman Dean’s Office, we offer our sincere apologies for this situation.”

Also so etwa eine halbe Entschuldigung. Ich finde es ja erschreckend, welchen Einfluss diese ideologisierten Büros an amerikanischen Universitäten haben.

Über was diskutiert ihr über Weihnachten mit den Verwandten (abgesehen von der Flüchtlingskrise, diese bitte nicht hier diskutieren)?

Subjektive Gerechtigkeit

Ein Artikel behandelt die Frage, wie Subjektivität und Gerechtigkeit zusammenpassen (siehe auch Genderama):

Das grundsätzliche Konzept wird wie folgt dargestellt:

Justice is the state of being just, righteous, or fair. But most importantly it’s based upon the concept of objective morality. Simply put, it’s the idea that there is such a thing as universally bad, unjust, or immoral treatment of human beings. The government can not dream of dispensing justice if there is no such thing as objective truth, and objective morality.

The whole idea that human beings are deserving of a certain level of treatment can simply not exist without that idea of an objective morality that exists beyond subjective morality. Governments have to possess a set of ethical standards for the criminal justice system to even exist. This objective morality must exist for the system to work.

 

Das scheint mir in der Tat auch eine recht verständliche Sache zu sein: Wenn der Staat das Gewaltmonopol übernehmen will, dann muss er eine verhältnismäßig objektive Basis dafür erstellen, es müssen gewisse Regeln vorgegeben werden und innerhalb dieser muss eine gewisse Nachvollziehbarkeit und Objektivität eingehalten werden.

Demgegenüber wird dann das Konzept aus der „Sozial Justice“-Bewegung und damit auch dem intersectionalen Feminismus gestellt, wobei das Problem wie folgt skizziert wird:

Now I’ve laid that all out so that I can explain why I believe the modern proponents of social justice not only don’t understand justice, but are making it impossible for justice to be had. Social Justice is often described as the idea that every human being is deserving of basic human rights. The problem is that governments like the United States already hold this as their standard, and have for a very long time.

Social Justice assumes that the system does not already have this moral standard in place. Furthermore it’s modern proponents do not fight for justice in the true sense of the word, which would be a fairness based on objective morality. They do not believe in a fairness that most could recognize. Instead they rely on post-modernist thought, and subjective fairness.

I will submit that subjective fairness can become the standard when a consensus among the people is reached, but it is also possible that the people reaching this consensus are ill-educated on that topic. We have to be careful when changing the objective standard, because it can degrade the structure that preserves human rights.

Das ganze wird dann an einem interessanten Beispiel erläutert:

Imagine that Jane is riding the subway. Joseph is standing in the train station waiting for his train to arrive.

Jane and Joseph bump into each other by mistake as Jane exits the train and fails to see where she was going. Jane’s bag full of books and files go everywhere. Joseph stops to help Jane pick up everything she dropped, causing him to miss his train home. He gladly does so, because he feels that he was somewhat at fault, even though the whole event was caused by Jane who was tweeting as she exited the subway car.

Joseph leaves the situation feeling like he helped someone out. No harm, no foul. Jane feels as though she had just been a victim of man-slaming and as she exits the scenario she takes his picture and tweets it out.

She suggests that this man violated her personal space, and that the whole situation triggered her social anxiety. Three days later her story has changed from an accidental bump, to a man groping her in the subway car, and Joseph finds police at his door. He has to come down to the station, and is only saved by surveillance tapes and eyewitness testimony of him helping her pick up her books and files.

Individually Jane believes she was violated. Joseph believed that he helped a klutzy girl. The law recognizes their individual right to thrive. The law determines whether or not someone’s rights have been violated.

However the criminal justice system is not without flaw, and though Joseph was acquitted of all charges, Jane’s twitter followers who weren’t there believe that he groped her and got away with murder. So they get hysterical and decide that the objective standard of what it means to be violated on a subway car must be changed to include any unwanted violation of personal space.

So the internet becomes up in arms about this accident and they successfully change the law to privilege women in these kinds of disputes. They classify any violation of personal space even when accidental, as a form of assault, and decide that harassment must be determined more by individual feelings of violation than whether or not their rights were actually violated. In the mind of the social justice warrior this can never be a bad thing, because to them it would just be helping women, and we can’t have too many privileges for women.

Bei diesem Vorfall wäre die objektive Realität anhand der Videokameras nachweisbar, aber eben nur, wenn es welche gibt. Eine „einfach dem Opfer glauben“-Philosophie wäre schon deswegen sehr problematisch, weil die Wahrnehmung einzelner eben auch nicht objektiv ist und da macht die Betroffene keine Ausnahme. Gerade wenn sie sich einen sehr speziellen „Opferframe“ zugelegt hat, durch den sie Geschehnisse bewertet, dann erscheinen ihr viele Vorfälle als Angriffe, die tatsächlich keine sind.

In reality this sort of thing degrades the rights of certain people to privilege others, which is precisely what the modern proponents of social justice accuse the system of doing. From their perspective, it’s perfectly reasonable to do this because in their minds it’s fine to harm people they believe to be in a class above them.

However, the objective standard held up by the criminal justice system classifies this kind of treatment as a human rights violation. You simply can not prioritize the rights of one set of people over another. But this is precisely what they are doing.

They presume that the pre-existing government standards are to blame. Furthermore they assume that elected officials by default are bigoted and that the only way they can be less bigoted is by making sure that the authority figures are less white and male, as if the state of being female or non-white by default makes you more capable of representing other people who are female or non-white.

Eine Deutungshoheit ist in der Tat ein Privileg und als Ansatz damit für ein objektives Rechtssystem schlicht nicht zu gebrauchen. Diese Einsicht ist sicherlich für viele schwer, weil sie zB im Strafrecht die Unschuldsvermutung auch als Privileg sehen und dann nicht verstehen, warum man dieses nicht umkehren kann. Dabei wird gerne verkannt, dass in einem Strafrechtssystem einem Mißbrauch des Staates vorgebeugt werden soll und der Beschuldigte in der Hinsicht gar nicht an dem Verfahren beteiligt ist. Der Staat übt hier Rechte gegen einen Bürger aus und trägt dafür quasi die Beweislast. In einem Zivilprozess trägt ebenso derjenige, der einen Anspruch behauptet üblicherweise die Beweislast. Das ist auch ein gerechtes Verfahren, weil wer etwas haben will eben auch darlegen muss, dass es ihm zusteht. In beiden Fällen ist dies der beste Weg, Missbrauch zu verhindern.

auch die Vertreterproblematik ist relativ undurchdacht, gerade wenn man ansonsten davon ausgeht, dass Frauen stark von internalisierten Sexismus betroffen sind.

If you are this kind of social justice minded individual, what I’ve written thus far must be quite alien to you. Because you’ve been told that the world is defined by your subjective perception of privilege, and so therefore your individual perception of reality must be recognized. What you fail to realize is that governments lack the time, money, and resources needed to cater to all of the individual feelings of their citizens.

It simply cannot be done. Ultimately what you will do is privilege women and minorities until white males become a visible slave class, and you won’t stop there. Because in your individual reality, you won’t be free until white men suffer for everything you believe them to be guilty of for merely existing. Then when that slave class dies out, you’ll fight amongst yourselves until you find another scapegoat.

This is precisely what happens when you allow for moral relativism in government standards. When you start suggesting that some humans should get special treatment, because you individually believe that it’s owed to them, often the rights of others must be violated to privilege those individuals.

Das ist eine interessante Beschreibung, weil es auch deutlich macht, dass dieses System jemanden braucht, der der Sündenbock ist und es erklärt auch, warum sich der Feminismus dieser Art so oft unter einander streitet. Wenn alles subjektiv ist, dann ist eben immer jemand verletzt.

The problem is that all of you social justice types believe that it’s government that gives people rights. When in reality the government assumes you to have inalienable rights as a human being which must be preserved. That is all that government is really capable of doing sustain-ably. Anything more than that requires an increasingly authoritarian presence of the federal government, which requires citizens to give up freedoms to maintain it all.

Social Justice Warriors believe they are fighting the system, but they aren’t. Instead they just provide opportunities for politicians to achieve more power, by being the ones to give in to mobs of disgruntled idiots so that those idiots vote for them come election time. You are the system. You believe you are punching up, but you’re actually punching yourselves and the people you intend to help.

In der Tat ist es leicht für Politiker solche Ideologien zu bedienen, zumindest am Anfang. Man muss sich eben nur ebenfalls auf den Sündenbock stürzen und mehr Rechte für die anderen fordern, dann bedient man deren Interessen. Aber es endet eben, wie man beispielsweise an dem Unwesen an amerikanischen Universitäten sieht in einem autoritären System, welches kein Recht mehr gewähren kann und damit totalitär wird.

The problem is that there is no proof that there exists this intersecting web of privilege and oppression in these first world governments. It’s all bullshit being spouted by lifelong academics who majored in philosophy and social sciences, but never took classes in ethics or critical thinking.

To put it bluntly, it’s like letting a person with a degree in liberal arts tell a rocket scientist how to do their job. It’s philosophy majors who know nothing of real life, citing other philosophy majors, citing other philosophy majors. All with no empirical evidence to support any of their bullshit outside of the work of other philosophy majors.

Dazu muss man hier nichts weiter ausführen. In der Tat sind diese Theorien außerordentlich schlecht belegt und zitieren sich im wesentlichen selbst.

Und auch der nachfolgende Absatz trifft es sehr gut:

You could establish the most egalitarian society that the planet has ever known, and they would be entirely oblivious to it. Because in their minds, someone, somehow, had an advantage which they projected malice onto. Maybe in their mind, that advantage slights them in some way. Whatever the reason, there will always be disgruntled mobs of people. It doesn’t matter how good things get, they will always make signs and complain.

This is not the behavior of people fighting for objective fairness. These are the actions of those who want retribution and not justice. It gives rise to vigilante justice and a thirst for blood. It does not bring long term peace or prosperity; only turmoil. Social Justice as a standard is not the problem. The problem is that it’s proponents don’t know the meaning of justice and often there are preteens with a better understanding of government and economics than the ignorant parasitic buffoons who endlessly ask for more.

They do not demand the preservation of their pre-existing rights. Instead they ask for an increasing amount of entitlements. They endlessly speak about privilege when they fail to have even a basic understanding of the difference between a right and a privilege. They cannot differentiate between an advantage and a privilege. Instead these concepts blur together until they all mean the same thing.

Es ist eben ein „Race to the bottom„. Es kommt dabei keine gerechte Welt heraus, sondern Streitigkeiten wie auf der Geburtstagsfeier der Mädchenmannschaft und innerfeministische Kleinkriege, wer den der bessere Feminist ist.

Wie sich Trolle und „Krieger für das Gute“ (SJWs) gegenseitig nützen

Mitunter findet man interessantes an ungewöhnlichen Orten, in diesem Fall bei Suey Parks, die Frau, die wollte, dass der Colbert Report gecancelt wird:

https://twitter.com/suey_park/status/635831657392504832

https://twitter.com/suey_park/status/635831910732730369

https://twitter.com/suey_park/status/635832237439631360

Sicherheitshalber noch mal als Text:

There have been 2 concepts tweeted at me this week I can’t shake. In essence, both about the symbiotic relationship between SJWs and trolls.

1) That the campaign against online harassment of marginalized people is a way to allow SJWs to bully without being bullied back.

2) That the culture of trolling, particularly done by white men, is in response to the extremism of SJWs. That exists because of the other.

Dass das Verhalten vieler SJWs selbst häufig Formen des Mobbens annimmt war schon Gegenstand dieses Artikels unter Verweis auf Fefe.

Und natürlich ziehen alle, die leicht zu empören sind auch schnell Trolle an, gerade dann wenn sie 1. jede Kritik als Trollerei ansehen 2. ansonsten kaum zu einem Dialog bereit sind aber ihrerseits kräftig austeilen.

 

 

Ein sicherer Raum, der Menschen willkommen heißt muss eines selbst ausgrenzen: Hass

Im #Gamergate geht es darum, dass Spielern vorgeworfen wird, angeblich Frauen und auch sonstigen Minderheiten gegenüber feindlich eingestellt zu sein. Die GamerGate-Bewegung weist diese Vorwürfe zurück. „Social Justice Warriors“ hingegen werfen genau dies vor.

Im Rahmen der Auseinandersetzung wurde dabei von der Seite, die den Spielern Sexismus vorwirft, eine Kampagne gestartet, in der es darum gehen sollte, dass Computer-Spiele für alle da sind und damit auch alle Leute, egal welches Geschlecht oder welcher sonstigen Diskriminierungszugehörigkeit aufnehmen sollen. Das Symbol sollte ein herzförmiger Avatar sein.

Dieses Symbol machte sich die GamerGate-Bewegung dann gleich zu eigen und betonte, dass sie ebenfalls der Auffassung wäre, dass alle willkommen wären und insofern die Vorwürfe falsch sein. Die Initiatoren der Aktion waren verärgert, denn sie wollten ja weiterhin auf die GamerGate-Anhänger zeigen können und diese als die Bösen, die nicht hinreichend inklusiven, die WHMs eben, darstellen können. Sie erklärten also, dass das Logo nicht für GamerGate-Anhänger verwendet werden dürfte. Diese wiesen dann daraufhin, dass sie als Motto dargestellt hätten, dass Spiele für alle wären, damit ja auch für Anhänger von GamerGate.

Die Erklärung, warum man dennoch, gerade wenn man inklusiv für alle sein will, bestimmte Personen ausschließen will, entspricht klassischer poststrukturalistischer Theorie, wie sie im SJW-Bereich verbreitet ist,  und erklärt damit auch ähnliche feministische Theorien:

Sie werfen “Doppeldenk” – ein Begriff aus George Orwells “1984” – vor und derailendie Diskussion dabei selbst durch ein absichtliches Missverständnis des Wortes Inklusive. Ein Raum kann nicht inklusiv sein, wenn er Platz für Misogynie und Transphobie – also Hass und Ausgrenzung – bietet. So bedeutet die Aussage, “alle” sind willkommen auch immer, dass viele ausgegrenzt werden. Ein sicherer Raum, der Menschen willkommen heißt muss eines selbst ausgrenzen: Hass. Wie schon bei demStatement von Blizzard, das ebenfalls vage formuliert und dann missinterpretiert wurde, zeigt sich wieder, dass diese Abgrenzung von Gamergate nicht klar genug formuliert werden kann.

Das ist ja erst einmal auch durchaus nachvollziehbar: Wer alle willkommen heißen will, der muss die ausschließen, die Andere ausschließen. Mit einer solchen Atmosphäre der Offenheit sind Leute, die gegen diese Offenheit arbeiten, nicht zu vereinbaren. Ich erlebe dies ja selbst, auch wenn ich anfangs davon ausging niemanden sperren zu müssen, wurden einige Leute schlicht zu anstrengend, um sie dauerhaft hier schreiben zu lassen. Und genug Leute werden der Auffassung sein, dass ich hier noch viel zu viel zulasse, und das je nach Ansicht sowohl in die eine als auch die andere Richtung.

Der Kern ist dabei natürlich, wann die Grenze erreicht ist, bei der man noch davon sprechen kann, dass man Hass ausgrenzt und ab wann man einfach andere Meinungen abwürgt. Hier scheinen mir die Maßstäbe innerhalb der SJW-Bewegung arg verschoben zu sein. Was auch gerade wieder gut an einer Block-Aktion bei Twitter zu beobachten war: Es wurde eine Blockliste erstellt, die alle betraf, die auf „GamerGate-Seite“ besonders aktiv waren – und alle, die diesen folgten. Achdomina beispielsweise war meines Wissens nach auch auf der Liste und damit ich wohl auch in zweiter Instanz, da ich ihm folge. Auch von den Blocks betroffen war dann wohl der Vorsitzende der besagten Vereinigung, der wohl auch einigen von „GamerGate“ gefolgt war.

Solche Form der Übertreibungen passen in diese Bewegung, in der es nicht darum geht, dass man tatsächlich beeinträchtigten hilft, sondern eher darum, dass man zeigt, wie gut man selbst ist.

Dazu heißt es gerade in einem Artikel in der Welt:

Andere schon: „Politisch korrektes Englisch wird dazu genutzt, dass sein Sprecher bestimmte Tugenden ausdrücken und sich gleichzeitig dazu beglückwünschen kann“, schreibt David Foster Wallace: „Es dient dem Eigeninteresse des politisch Korrekten viel mehr als irgendeiner der Personen oder Gruppen, von denen es spricht.“

Wer politisch korrekt spricht, will seine Tugend ausstellen. Das ist sehr bürgerlich, in einem schlechten Sinne sogar konservativ, aber etwas ganz anderes als der gute alte Anstand. Der schont ja rücksichtsvoll sein Gegenüber, während sich die politische Korrektheit darüber erhebt. Sie führt die Gleichheit im Munde, zielt aber tatsächlich auf „Distinktionsgewinn“, wie es der französische Philosoph Pierre Bourdieu genannt hätte. Distinktionsgewinn kann man einstreichen, indem man den Nachbarn zeigt, dass man den besseren Wein trinkt, den schöneren Altbau bewohnt oder eine klügere Zeitung abonniert hat. Oder indem man besonders politisch korrekt ist.

Diese Selbstdarstellung macht unter Betrachtung der Signalling Theorie und dem „Costly Signal“ durchaus Sinn. Man signalisiert sein eigenes Gutsein, indem man die Lasten der korrekten Sprache auf sich nimmt. (man sollte sich aber auch vor der gegenteiligen Praxis hüten: Dort lauert die Einschätzung, dass man eine kontroverse Meinung vertreten sollte, weil das zeigt, dass man sich gegen den Strom stellen kann oder gar der Fehlschluss, dass diese Meinung richtig ist, weil ihr Kontroversheit bedeutet, dass andere sie verhindern wollen, obwohl sie richtig ist).

In einer Bewegung, in der politisch korrekte Sprache und absoluter Minderheitenschutz ihrer eigentlichen Bedeutung beraubt sind und nur noch dem Wettkampf um die Darstellung der eigenen Gutheit dienen, sind Grenzen zum Schutz vor Hass nicht mehr zu ziehen. Denn in diesen wird alles Hass, was nicht die Spirale der Richtigkeit mitmacht.

Insoweit wäre die Begründung grundsätzlich tragfähig, allerdings wird sie eben so umgesetzt, dass sie selbst in Hass ausartet und tatsächliche Inklusion nicht mehr leisten kann.