Was ist Rassismus bzw Sexismus? Definitionen

Im Feminismus wird gerne die Definition von Rassismus oder Sexismus über Macht und Vorurteile vorgenommen (Power and Prejudice). Es bietet sich an, da auf ein paar andere Definitionen verweisen zu können.

1. Rassismus

«Rassismus umfasst Ideologien und Praxisformen auf der Basis der Konstruktion von Menschengruppen als Abstammungs- und Herkunftsgemeinschaften, denen kollektive Merkmale zugeschrieben werden, die implizit oder explizit bewertet und als nicht oder nur schwer veränderbar interpretiert werden.» (Johannes Zerger, Was ist Rassismus?, Göttingen 1997, S.81).

Da würde eine solche Einschränkungen nicht vorgenommen werden, es ist eher eine klassische Definition von Rassismus

Eine weitere:

«Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.» (Albert Memmi, Rassismus, Frankfurt a.M. 1987, S.164)

Da wären dann zumindest nicht nur die Privilegien drin, sondern auch die Aggressionen: Die finde ich bei vielem an feministischen Handeln sehr deutlich, denn es wird häufig damit die Meinung aufgrund der Hautfarbe abgesprochen und eine Schuld zugesprochen.

2. Sexismus

Da wäre ersteinmal der Duden:

Vorstellung, nach der ein Geschlecht dem anderen von Natur aus überlegen sei, und die [daher für gerechtfertigt gehaltene] Diskriminierung, Unterdrückung, Zurücksetzung, Benachteiligung von Menschen, besonders der Frauen, aufgrund ihres Geschlechts

Im Feminismus wird man nichts von Natur aus vertreten, aber da ein Mann immer Privilegiert ist und alle Männer von der Unterdrückung der Frau profitieren und daraus quasi eine Bringschuld der Männer hin zu einer Verbesserung der Stellung der Frau eingefodert wird lässt dies die Frauen als die Opfer durchaus besser sein und ihnen wird überlegenes Wissen zugeordnet, quasi wegen ihres Geschlechts.

Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert wie folgt:

• Sexismus ist die persönliche und gesellschaftliche Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts. Das kann sich gegen alle Geschlechter richten, es sind davon allerdings überwiegend Frauen betroffen.
• Sexismus heißt, dass für Personen eines bestimmten Geschlechts – meist für Frauen – traditionelle Rollenbilder, Umgangsweisen und ungleiche gesellschaftliche Bedingungen als gegeben angesehen werden.
• Sichtbar wird Sexismus z.B. in Witzen, abwertenden Sprüchen und Begriffen, in körperlichen Übergriffen, in ungerechten Arbeitsbedingungen und traditionellen Normen zur Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern.

Da ist es die persönliche und gesellschaftliche Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, die sich gegen beide Geschlechter richten kann.

Abwertende Sprüche und Begriffe gegen Männer gibt es dann im Feminismus auch zuhauf. Damit könnte man also durchaus arbeiten.

3. Rechtliches

Dann hätten wir noch Art 3 GG:

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Da wäre auch nichts davon erwähnt, dass jemand aus einer Gruppe, die „Die Macht“ in der Gesellschaft hat, diesen Schutz nicht genießt. Denn das Grundgesetz stellt eben gerade nicht auf Gruppen, sondern auf Einzelpersonen ab.

Und auch das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz differenziert da nicht, sondern verbietet generell jede Diskriminierung aufgrund der Herkunft, des Geschlechts, des Alters oder der sexuellen Identität:

Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

Sexismus, Rassismus etc = Vorurteil + Macht (prejudice + power)

Die Formel Sexismus/Rassismus/X-ismus = Vorurteile und Macht scheint mir immer mehr eine der problematischsten zu sein, weil es als die „richtige Definition“ für einen „echten“ X-ismus“ angesehen wird.

Der Grundgedanke ist, dass man negative Konsequenzen aus einem Vorurteil nur dann umsetzen kann, wenn man Macht hat und ist damit eng mit Gruppentheorien verbunden, denn der einzelne typische Mann hat eben genauso wenig Macht wie die einzelne Frau.

Ein Bettler kann ein Sexist sein, eine Lehrerin, die ihren männlichen Schülern schlechtere Noten gibt, weil sie meint, dass Jungs nun einmal doof sind und es nicht anders verdient haben, hingegen keine Sexistin. Dabei hat der Bettler keinerlei Macht, die Lehrerin aber eine erhebliche Macht. Aber sie werden eben nur als Teil der Gruppe gesehen, und Macht ist dort anscheinend rein binär zu betrachten: Entweder eine Gruppe hat Macht oder sie hat sie nicht, es gibt keine Grauzonen.

Ich würde hier gern etwas zu der Theorie und ihren Grundlagen zusammentragen:

Aus der Wikipedia:

  • In der Psychologie und Sozialpsychologie wird Sexismus häufig über vorurteilsbesetzte (negative) Einstellungen und diskriminierende Verhaltensweisen gegenüber Personen aufgrund ihres Geschlechts[2][3] oder noch breiter als „stereotype Einschätzung, Bewertung, Benachteiligung oder Bevorzugung einer Person allein auf Grund ihrer Geschlechtszugehörigkeit“[4] definiert. Diese Definitionen umfassen Stereotypisierungen, Abwertungen (vgl. Dysphemismus) und Diskriminierungen, die Frauen und Männern theoretisch gleichermaßen betreffen können.[5] Die amerikanischen Sozialpsychologen Peter Glick und Susan Fiske definieren Sexismus als Feindseligkeit gegenüber Frauen. Sexismus produziere die Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Rollen, wobei diese insbesondere Frauen in eine untergeordnete Position und in eine Stellung mit weniger Macht dränge als Männer.[6][7]
  • In der soziologischen Forschung wird der strukturelle Aspekt des Sexismus betont (siehe auch Strukturfunktionalismus, sozialer Status). Hier heißt es, Sexismus sei kulturell bedingt, institutionell verankert und individuell verinnerlicht. Es sei ein weitergetragenes Denken, Glauben, Meinen und ein Handeln als gesellschaftliche Praxis, welches Männer privilegiere und Frauen unterwerfe. Hierdurch werde das Tun von Frauen abgewertet und Frauen (und Männer) würden auf bestimmte Rollen festgeschrieben. Dieser Ansatz betont die Mechanismen eines diskriminierendenGesellschaftssystems, hier des Patriarchats, und untersucht die Verschränkungen von Sexismus mit anderen kritischen Ausprägungen von Herrschaft bestimmter Gruppen wie dem Rassismus, dem Klassismus oder der Altersdiskriminierung (englisch: „ageism“), Handicapism oder Speziesismus.[8]
  • Im postfeministischen Diskurs wird als Sexismus betrachtet, von anderen zu erwarten oder zu verlangen, dass sie Geschlechternormen verkörpern. Verwandt mit diesem Ansatz sind die Diskussionen um die heterosexistische Diskriminierung von Schwulen, Lesben und Menschen, die nicht ins gängige Geschlechterkonzept passen.[9]

Da ist es noch relativ offen und man könnte teilweise auch sehr gut Männer unterbringen.

Wenden wir uns also idoelogisch klareren Seiten zu:

Der SJWiki:

Prejudice plus power is an inclusive and academic definition of axes of oppression, e.g., racism, sexism, etc., that stresses the access to institutional and cultural levels of bias that acts, systems, ideologies, and so on must possess in order to be inherently oppressive. This definition was first proposed by Patricia Bidol-Padva[1] in 1970 in her book Developing New Perspectives on Race: An Innovative Multi-media Social Studies Curriculum in Racism Awareness for the Secondary Level.[2]

Prejudice is a „preconceived opinion not based on reason or actual experience; bias, partiality.“[3] Power is „the capacity to exert force on or over something or someone.“[3]Unlike many layperson or dictionary definitions, this description of oppression as prejudiced opinions combined with access to power is not defined by the institutions inpower, e.g., for racism:

Racism is prejudice plus power. On the basis of this definition, while all people can be prejudiced, only those who have power are really racist. African Americans, Latinos, Asians and American Indians the powerless in American society can be and often are most prejudiced toward Whites on an individual basis, but they are not racists at the structural, institutional level. Within this understanding of racism, to be a racist you have to possess two things: 1) socioeconomic power to force others to do what you desire even if they don’t want to, and 2), the justification of this power abuse by an ideology of biological supremacy. Keep in mind that what often is described as racism in society today, is really nothing more than prejudice and discrimination. While a Black or Latino person, through the use of a gun and/or intimidation, can force a White person to do as he as an individual desires, this is an individual act of aggression, not a socially structured power arrangement. At present, however, only Whites have that kind of power, reinforced by a belief in an ideology of supremacy, both of which constitute the basis of racism in America today.[4]

As well as for sexism:

[I]nstitutional power: men as a class have it, women as a class don’t.What this imbalance of power translates to on an individual level is a difference in the impact of a man being prejudiced towards a woman and a woman being prejudiced towards a man. While both parties are human, and therefore have the same capacity to be hurt by the prejudice, whether they like it or not, the men have a whole system of history, traditions, assumptions, and in some caseslegal systems and “scientific” evidence giving their words a weight that the women don’t have access to.[5]

Inhaltsverzeichnis

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  • 1 What is institutional oppression?
  • 2 Misconceptions
  • 3 But are white people really the only ones allowed to be called racist?
  • 4 See also
  • 5 External links
  • 6 References

What is institutional oppression?

The concept of prejudice plus power frames forms of oppression such as racism, sexism, homophobia, transphobia, ableism, ageism, and other positions of societal disfavor as perpetrated by those in power against those that are not in power. Just disliking someone or not favoring someone because of their race, gender, or other trait is not enough to oppress them; some form of power has to back the opinion that reflects it into multiple aspects of an environment rather than just a relational conflict.

The manifestation of prejudice when installed by those in power into social systems or institutions is called institutional oppression. The positions it enforces are widespread and repeatable because to even participate in acts needed to survive in said society, one must be exposed to those ideas: by household socialization, by the dynamics of who lives where and who one sees, the media presence of those with more social privilege versus those with less, the frequency that some people are hired and for what jobs, the access to health care, transportation, and housing that people have, the favor or quality of education and who gets the most of both, what demographics can be found in high-level positions and what ones are not, who is sexualized and who is not, who is considered uglier and who is not, and these are only just to start.

Misconceptions

A common assertion is that this definition of oppression disqualifies those with less social privilege from criticism, eg. only white people can be racist, only men can be sexist, only cisgender people can be transphobic, only able people can be ableist. However, this is a very simplistic understanding and focuses on distasteful concepts i.e. the „right“ of those with more privilege to callreverse racism or misandry or protest being called cis. The words of an oppressed class have very little power to cause any sort of detriment to those with social privilege; calling a white person a „cracker“ doesn’t impact their chances of being hired in the USA, identifying a cisgender person is not linked to the murder rate or medical care denial rate of cisgender people, and a woman proclaiming that men are encouraged to act irresponsibly doesn’t change the amount of boys entering higher science or computer education or bear implications for the rape statistics of men and boys. However, for people of color, trans people, and women these things are provably true[citation needed].

Singling out a person with a major axis of privilege may be rude, but the major impact of it is limited to some hurt feelings. Singling out a person without that axis of privilege for systematically disfavored traits supports and normalizes vast systems that take away their life opportunities and often lead to acts of violence against people of their same demographic. These acts, for less privileged individuals are the bulk of microaggressions, or cumulative, frequent small expressions of oppression that can result ininternalized oppression and damage to mental-health and well-being that those on axis of greater privilege do not experience.

But are white people really the only ones allowed to be called racist?

No. Because oppression is institutional, it is often internalized by people who must use those institutions to survive. However, it’s not the place of people in more privileged positions to police them. So no, (in the USA, at least) even if that black person does seem to be acting in a racist way against other black people, it’s not a white person’s job to call them out.

Additionally, there are plenty of divisions within areas of disprivilege where multiple axis of oppression intersect that can cause people in a socially disprivileged demographic to exercise what axis they have to suppress others. Within LGBTQA+ communities, cis gay males tend to upstage other demographics, biphobia is highly prevalent, and trans individuals face poor representation and violence. Within civil rights and racial justice communities, women of color, gay women, and trans people of color are routinely othered or face poor support. Within trans communities, transmisogyny, discrimination against nonbinary individuals, and medical sexism, thrives.

Furthermore, if oppression is institutional, different countries and different societies have different institutions. Whiteness, maleness, heteronormativity, able-ness, and other axes of privilege are favored by the widespread institutions inflicted globally by white European colonialism, but in different areas of the world favor may manifest differently, and locally powerful demographics may also take positions of dominance over locally suppressed demographics. Not all oppression is at the hands of white colonialists, but white european imperialism oppresses almost everybody in some way (socially, economically, culturally, in the media, in terms of beauty standards, etc.) in contemporary times.

Es handelt sich also um Theorien, die im Kontext der amerikanischen Anti-Rassimusbewegung entstanden sind. Ein wichtiges Kriterium für Macht scheint demnach zu sein, ob der Sexismus in irgendeiner Form Wirkung entfalten kann, die über leichtes Ungemach hinaus geht. Denn wenn das der Fall ist, dann steht eine gewisse institutionelle Macht dahinter.

Aus der Sicht könnte man natürlich leicht zu dem Ergebnis kommen, dass auch ein Sexismus gegen Männer bestehen könnte. Denn die Vorurteile, dass Männer nicht mit Kindern umgehen können, führen dazu, dass sie im Residenzmodell eher bei den Frauen landen, das Vorurteil, dass Männer sexgeile Schweine sind bewirkt, dass eine entsprechende Falschbeschuldigung einen Mann ruinieren kann, das Vorurteil, dass ein echter Mann seine Familie ernähren können muss, lässt Männer weniger Zeit mit der Familie verbringen und so weiter. Natürlich: Wenn man diese Bereiche nicht als Nachteile akzeptiert, dann kann man das ausblenden. Ebenso, wenn man anführt, dass Männer als Gruppe immer noch die meisten Machtpositionen innehaben, aber das ist dann entweder Rosinenpickerei oder eine Apex Fallacy.

Hier habe ich noch eine Kritik an dem Konzept gefunden, dass auch noch etwas dazu darlegt:

Critical Race Theory is a popular pass-time among my comrades on the radical left who ascribe to various positions within the broad political ideology of identity politics. Since I’m a Marxist, or at least a Marxian, it’s largely been something I’ve ignored. This is because for the most part it has appeared, looking in from outside the social circles where this particular family of ideas have currency, to be little more than a self-serving rhetorical tactic of petit-bourgeois academics seeking, out of narcissism, to claim for themselves and certain of their peers some of the political capital owed to the working class and won by them through hard graft during the civil rights movements of the fifties and sixties. The basic tactic as I see it is that Theorist A looks on the problems of some segment of the proletariat to whom he is peripherally related via an essentialized category established by historical capitalist precedent and Theorist A claims that rather than the disadvantages owing to oppressive economic structures, the actual oppressive structure is something else which is specifically in place to target whatever group Theorist A can make a case for his or her own membership of. This move is then co-opted by non-members of the cohort as a further disenfranchisement of the proper class consciousness, and all turned on its head as a condescending way to tell working class folks that they’re really the oppressors in society, rather than the victims of the Capital that has been so kind to the afforementioned theorists in their cozy endowed fellowships and well funded „activist“ groups, funded primarily by the tax breaks given to capital so that it can spend more of itself extracting surplus labor from the workforce. No One Is Innocent. But I digress.

Out of this argument falls various alleged systems, the most commonly referenced being „The Patriarchy“ and „Institutional Racism.“ These systems are then used as watch words whereby the theorist gains attention for his or her segment of the proletariat and by association co-opts a little of their plight for him or herself. It’s bourgeois narcissm, and As I said, I largely ignore such ideas because their influence in the world is largely limited to academia.

The rhetoric of these folks has no real tactical impact on the world because this narcissism more or less limits their grasp of the world to their own slice of it, and their slice being universities and activist circles among the more incoherent left, their opinions don’t shape much policy-wise beyond the rather childish realm of academic micropolitics. In other words, unless someone is interested in playing the academic politics game, this particular political claim doesn’t matter at all because it never comes into play in the larger economic world. There is, however, one bit of leakage from this world into the larger political sphere that does cause me a bit of consternation and it’s that cross contamination that I’m going to address here.

I’m speaking, of cours,e about the bizarre stipulation by Critical Race Theorists and self described „Anti-racists“ that Racism is the confluence of Racial Prejudice and Institutional Power. Or, to put it in the more pithy slogan form that is mostly favored by the people who use this definition „Racism = Prejudice + Power.“ This is an idea that appears to be reaching a sort of critical mass among the non-academic left and is endanger of derailing a good portion of radical activism and being extremely divisive among groups that ought to be united against the common enemy of global capital. I will argue that in fact this definition is counterproductive politically and unsound philosophically and as such ought to be eliminated from discourse by the left.

First, though, a bit of history.

As near as I can tell, the formulation „Racism = Prejudice + Power“ originated in a book by Pat Bidol in 1970. Titled „Developing New Perspectives on Race,“ in it Bidol explicitly makes the formulation as stated and then uses this definition as the basis for an argument that in the United States Blacks cannot be racist against whites, they can only be racially prejudiced against them. This makes an important connection that matters as far as this particular nonsense is concerned, which is that this stipulated definition exists as an excuse to defend members of racial minorities against accusations of racism and it has always existed for this reason. The definition was largely popularized by Judy Katz, who referenced Bidol explicitly, in her 1978 book „White Awareness“ which presented a course of counter-racist training for organizations. The book was highly influential and through it the formulation, for those who were searching for such a tool with which to deflect accusations of racism, gained popularity.

Which brings us to the present day, more or less, where the slogan has achieved a sort of quasi legitimacy by virtue of having been repeated so often. Of course, it’s of absolutely no use to anyone for anything except what the slogan was intended for initially, and even then it’s a very poor tool. Nevertheless, when reading over the tossed out thoughts on race by the left wing of the technocracy in particular, it remains as a sort of gospel despite the fact that as far as I can tell, the arguments for it are either very thin or even non-existent. In the Katz book, for example, it is purely stipulated and the only argument given for it is that without the component of power, any definition of racism looks exactly like prejudice. Why the formulation „racism = racial prejudice,“ which is much more consistent with the general usage of the term, is problematic is left unexplored by Katz and by all the theorists I have found who have adopted the definition.

The Problem

As for why it’s a problem to take this stipulated definition as gospel, well that requires a little unpacking. To begin with, it’s clear that the victims of racism, by and large, are members of racial minorities and those cases where racism has a material negative impact on whites are extremely rare. The case might be made that even if the definition is wrong then who cares? I think there are problems on multiple fronts. In brief, 1.) The sloppiness of the definition and the arguments in their favor give ammunition to the right to attack leftist criticisms of racism; 2.) It excuses racism between racial minorities; 3.) It is divisive between working class whites and working class racial minorities because it creates the false impression that their disadvantages are something other than economic and saying to working class whites that combatting inequality is not something that benefits them and therefore disenfranchises them as a group; 4.) It obfuscates the locus of power attributing to race what can only be attributed to class regardless of race.

I will address each of these problems in turn, but in order to see that these aren’t just problems that we have to live with in order to understand the nature of race in American politics and the global economic system, it’s first necessary to show why the definition is wrong. To begin with we have to ask what it is that gives a word it’s meaning.

Semantics and Semiotics in Brief

A word is a sign. Exactly how a sign acquires meaning is studied in the field of semiotics and in particular in the discipline of semantics by philosophers, linguists and semioticians. There are many different theories about how semiosis, or the process by which a sign becomes meaningful, takes place but on one thing most modern theories of semantics are in agreement and that is that the connection between word and meaning is conventional and arbitrary. There is no ultimate reason why the word „racism“ as it is said or written means what it does. Put another way, its meaning is what it is solely because that’s what the group of people who use the word understand it to mean. Or, as Ludwig Wittgenstein said, „…the meaning of a word is its use in a language-game.“ Descriptive lexicographers have been using this approach to discover and define the particular meaning of English words since Samuel Johnson published his dictionary in the 18th century and supported each definition with quotes culled from the corpus of English literature where the words had been used.

Taken a step further, it’s important to also note that meanings are not fixed, nor are they monolithic. Language occurs as part of what Wittgenstein referred to as the human „form of life.“ The Marxist linguist Valentin Voloshinov argued, as did Antonio Gramsci later, that meaning is as much a part of class and class struggle and the social formations inherent to them as it is to the wider group of language users. Which is to say that while a dictionary definition is certainly a good guide to meaning of a word, it must also be seen within the context of the social, economic, and political class of its user at any given time.

What this means for the slogan that „Racism = Prejudice + Power“ is that it can’t possibly be correct because the very idea that a meaning of a complex topic can be reduced to such a simple formula is completely misguided linguistically, and in particular for words so semantically loaded with complexity and political nuance as racism, prejudice, and power.

The complex of meaning

So what does „racism“ mean? Wittgenstein would counsel that the right thing to do would be to look at how the word is used, to construct cases. Several pertinent ones follow:

1.) „That guy is a racist because he only hires whites.“
2.) „That guy is a racist because he only hires blacks.“
3.) „The killer was a racist who believed that whites are superior to blacks, and that his white superiority justified his killing of a black man.“
4.) „Saying that all white people are racist is racist.“
5.) „The Nation of Yahweh promotes racism.“
6.) „The Ku Klux Klan are a bunch of racists.“

The argument here is that all of the above uses of the word racist are meaningful and that most speakers of English have no trouble understanding what these sentences mean and would agree that they are accurate uses of the word. The reason that „Racism = Prejudice + Power“ is an incorrect definition is that if it were true, only sentences 1, 3, and 6 are correct and that the other sentences are incorrect uses of the term. This argument can then become circular as it falls back on the stipulated definition to make its case. Enter the failure of the liberal arts colleges of the world to force undergrads to learn practical reasoning skills, and voila, you have immediate nonsense taken as gospel by far too many people who have it within their power to know better.

Of course one might argue that this is an educational matter and that in the face of the fact that most people have a broader definition of racism is akin to the widespread incorrect use of many words. The problem with that argument is that it assumes that there is a prescriptive element to language that can be deployed in a non-political way. However, the use of prescriptive language has a long history as a tool of political oppression. In particular it is a weapon of the upper classes to identify and marginalize lower social classes. As such no such argument can be value neutral. It is instead an example of political maneuvering and as such collapses in its attempt to defend the indefensible marginalization of some groups in favor of others because of race. As such, the argument itself is racist. Which is another correct use of the term.

Problems of Race and Power

Which brings me to the point of all this, which is that the formulation „Racism = Prejudice + Power“ is counterproductive and even vaguely racist in and of itself and it is in this that problems listed above arise.

Again, the problems with the Racism Formula are as follows:

1.) It gives ammunition to enemies of racial reform

If you go to Google and search for the Racism formula and criticism, while you will find a few leftist critiques, by and large you’ll find a great deal of mention among critics of things like affirmative action and other anti-racist legislative programs. Given that the argument’s only real use is to defend such programs, that its patent ridiculousness is so obvious is clearly counterproductive. If a conservative like Melvyn Fein can reach for it in defense of an ultimately racist position such as the ones he takes in his book Race and Morality, then clearly the „Racism „Formula is not the help anyone on our side thinks it is, and it should therefore be jettisoned as unhelpful along with the primary problem that it’s just bad thinking.

2.) It excuses or hides racism between racial minorities;

Clearly there are blacks who don’t like latinos, asians who don’t like blacks, latinos who don’t like asians, and all kinds of different folks with a low opinion of indians. The fact that none of those groups have widespread access to institutional power does not make the racist attitudes of any of their members any less racist. Power is of course fluid, but even in the absence of it, it is clear that the problems between blacks and asian immigrants in many american cities are motivated by racist attitudes on both sides. To call them something else simply out of a desire to preserve the Racism Formula is patently ridiculous.

3.) It is divisive between working class whites and working class racial minorities

This is probably the biggest problem with the formula in that it takes groups that are natural political allies and pits them against each other. On the one hand, working class whites are resentful of the suggestion that they have some invisible power that is benefitting them all the time when from their perspective it seems like they’re always struggling to stay ahead of the poverty curve. On the other hand it makes working class blacks suspicious of white folks, and while this suspicion has good reason, it would be much better for all involved if the real enemy (the bourgeoisie who employ both groups at oppressive wages) could be identified and pursued with the combined resources of organized labor.

Indeed, racism historically has been a tool used by capital to oppress the working class by dividing them. One only has to look at the history of the Irish in America to see it in action. Working class Irish immigrants, themselves victims of xenophobia and prejudice were given the tool of racism by the political establishment in the lead up and aftermath of the civil war, and they used it in order to get a leg up in American society. The result was an entrenched racism in working class Irish communities of the 19th and early 20th centuries, and persisting in a real sense up to the present, that further hurt the chances of blacks as slavery ended and still keeps the sons and daughters of many Irish immigrants firmly in the working classes when, had the two groups worked together, their numbers gave them a good chance at upsetting the established economic order. Instead the status quo was preserved, the bourgeoisie got to keep it’s wealth, and the proletariat continued to suffer.

4.) It obfuscates the locus of power by attributing to race what can only be accumulated by class regardless of race.

Most importantly, the problem with the Racism Formula is that it misconstrues the nature of power. All power is ultimately economic. Political power, institutional power, police power, military power, all of these are a function of the underlying economic structure that supports it. Its uses and the extent to which an entity possesses power in a capitalist system is inextricably linked to its ability to manipulate and accumulate capital. The notion of power that the Racism Formula uses is somewhat different. It asserts power as being a sort of social mechanism that the dominant social group, in this case whites, wield exclusively. Put another way, the Racism Formula assumes that if one is not white one has no access to power because power is monolithic. This is a necessary corollary to the definition’s sole purpose for existing, ie, to excuse racist actions and attitudes among racial minorities.

That power is not exclusively social and is not monolithic is demonstrated quite easily. In a fair fight between two equally matched men each man has a fifty fifty chance of victory assuming a stalemate is impossible. Give one man a weapon and he has more power over the other man because all else being equal, the advantage of the weapon assures the victory of the armed man. The unarmend man must do as the armed man says or die. Call this the fundamental principle of power and it is a model of how all power works. In a capitalist economy, all power therefore becomes capital because any one with sufficient capital, meaning the members of the bourgeoisie, can leverage their economic resources to give them the advantage in any such contest, and as a result assure their victory.

It would seem then that this bears out the Racism Formula since whites, as a group, have greater access to capital than all other minority groups combined. The problem is of course that people rarely act as a group, particularly where the accumulation of capital is concerned, and in the vast majority of real world power contests, it is individual pitted against individual not group against group. As such, there are circumstances where an individual member of a minority group does in fact have much more power than a member of another group, or even many such members. Oprah Winfrey, for example, is the wealthiest black woman in America She wields a tremendous amount of power as a result. In most contests, were Oprah Winfrey to be confronted with an overtly racist organization such as the Christian Identity Church, Oprah Winfrey would mop the floor with those scumbags because she’s more powerful than they are. This mismatch of power doesn’t make the Christian Identity Church any less racist than they are, nor does it make Oprah Winfrey racist herself. It simply shows that power is much more fluid and individualized than the racism formula acknowledges.

Another example, assume a white man hates black men and thinks they should be murdered if they have intercourse with a white woman. If he acts on those feelings, hunts and kills a black man because he believes that the man slept with a white woman, that is a racist act. In the exact opposite situation, it is ridiculous to say that a black man doing the same thing for the same reasons is not a racist just because the black man has less access to institutional power.

Power simply is not that static or monolithic. Nor is race. And prejudice is simply a motivating force. Putting them together accomplishes no real goal except the pernicious one of excusing bad behavior, and it does real harm to the cause it supposedly is in service of. For that reason it needs scrapping, and the next time someone uses it in your hearing, point them to this article. It’s not going anywhere any time soon.

Hat finde ich einige schöne Argumente, insbesondere auch der Punkt, dass dann Minoritäten denknotwendig nicht rassistisch gegeneinander sein können, weil sie ja keine Macht haben, ist aus meiner Sicht auch gut in einer Diskussion zu verwenden.

 

 

Sexismus gegen Männer in der Pflege und im Kindergarten (Gastartikel)

Es folgt ein Gastartikel von LAD_in_GAZ:

Auf  Twitter bin ich über die Frage gestolpert „ob man gegen Männer sexistisch sein kann oder das nicht geht, weil sie ja die Macht haben“.

Ich muss zugeben, dass ich allein die Frage schon recht dämlich finde. Genauso könnte man fragen „Gibt es Gewalt gegen Männer oder geht das nicht, weil die ja alle stark sind?“.

Macht aber keiner, weil jeder weiß, dass es Gewalt gegen Männer gibt. Genauso sollte eigentlich jedem klar sein, dass Männer auch kein Copyright auf Sexismus haben. Natürlich geht das in beide Richtungen. Zum Thema Sexismus gegen Frauen, muss ich sicher nichts mehr schreiben. Das machen schon viele, viele andere Frauen. Ich hab es auch selbst erlebt, war nicht begeistert aber nun ja. Hierzu gibt es sicherlich bereits zahlreiche, ausführliche Texte.

In meinem Beruf, also in der Pflege, erlebe ich aber nahezu täglich auch eben jenen Sexismus, von dem offensichtlich doch noch nicht jeder weiß, dass es ihn gibt. (Anders kann ich mir die komische Frage nun mal nicht erklären.) Nämlich Sexismus gegen Männer.

Zur Verteidigung meiner weiblichen Kollegen sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Sexismus Tanten eindeutig die Minderheit stellen. Die meisten Pflegerinnen, sei es nun aus Überzeugung oder blanker Verzweiflung ob des Mangels an Fachkräften sei mal dahin gestellt, sind dankbar für jede helfende Hand völlig egal ob männlich oder weiblich. Einige, darunter zähle ich auch mich, sind sogar explizit dankbar für männliche Kollegen. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Um das abzukürzen: Solange wir Männer und Frauen pflegen, macht es auch Sinn, dass die Pflege aus beiden Geschlechtern besteht. Allein schon aus Rücksicht den Patienten gegenüber.

So sehe ich das zumindest.

Nun aber zum Sexismus. Es kann sehr schnell, sehr unschön für die Pfleger werden, wenn Frauen im Team sind, die ihnen nahezu jegliche Kompetenz absprechen. Und richtig schlimm, wenn diese Frauen womöglich noch Leitungsfunktionen inne haben, was in unserem Beruf nun mal nicht selten vorkommt.

Hier ein paar Beispiele, die ich persönlich mit erleben durfte:

Chaos auf Station (Männer waren im Dienst) „Das war ja klar, dass das hier so aussieht. Die Kerle sind einfach nicht in der Lage Ordnung zu halten. Die können jetzt mal schön länger bleiben und aufräumen.“

Chaos auf Station (Frauen waren im Dienst) „Oh je, war so viel los heute? Das tut mir leid für euch. Geht ihr mal nach Hause, ich mach das hier schon.“

„Männer kannst du eigentlich nur zum Medikamente verabreichen schicken. Richtig pflegen können die eh nicht.“

„Ich werde nie verstehen warum wir neuerdings auch Schüler haben. Wollen die Mädchen angraben oder warum machen die ne Ausbildung zur KrankenSCHWESTER? Ist doch lächerlich.“

(Ich hielt das eine Weile für ein Problem der älteren Generation aber leider musste ich auch sehr junge Pflegerinnen kennenlernen, die derartigen Stuss von sich geben.)

„Die sind doch alle schwul.“

„Die können alle nur klugscheißen aber nicht richtig pflegen.“

Ganz schlimm wird es dann, wenn Pflegern mal eben „durch die Blume“ sexuell übergriffiges Verhalten unterstellt wird.

„War klar, dass der scharf darauf ist, die in der 3 zu waschen. Die Zimmernachbarin ist noch keine 30. Da könnte man ja nen Blick erhaschen.“

„Wenn irgendwo ein Katheter zu legen ist, ist Pfleger XY sofort am Start. Wenn das mal nicht merkwürdig ist.“

Kann sich irgendjemand vorstellen, wie das ist, als Mann in einem Beruf zu arbeiten, der es notwendig macht auch teilweise in den Intimbereich einer Patientin einzudringen (natürlich nur, wenn diese einverstanden ist), wenn auf der Station so ein Klima herrscht?

Erst letzte Woche bat mich ein Kollege doch bitte mal nach einer Patientin zu sehen. Diese sei sehr jung und psychisch auffällig. Es wäre ihm lieber, wenn da mal eine Frau nachgucken geht. Er habe wenig Lust sich gegen irgendwelche erfundenen Vorwürfe zur Wehr setzen zu müssen, so als Mann halt. Allein im Nachtdienst.

Dieser Kollege arbeitet jedoch auf einer völlig normalen Station und hat ein gutes Verhältnis zu seinen Kolleginnen. Nun stellen wir uns mal vor, dem wäre nicht so. Wie sollte man unter solchen Bedingungen überhaupt noch arbeiten? Immer nur eine Behauptung entfernt vom Vorwurf des sexuellen Übergriffs?

Ein ähnliches Beispiel habe ich in unserem Kindergarten erlebt, in dem eine Zeit lang 2 junge Männer ein Praktikum absolvierten. Während sich die Kinder gefreut haben, gab es mindestens eine Mutter (ich glaube, es waren sogar mehrere) die gesagt hatte: „Der wickelt unsere Tochter aber nicht!“

Was bitte ist das denn für eine Aussage? Und was impliziert diese? Es ist also überhaupt kein Problem, dass sämtliche Jungen im Kindergarten von Frauen gewickelt werden. Aber ein Mädchen von einem Mann? Das geht nicht? Zumal sich in unserem Kindergarten die Kinder aussuchen, von wem sie gewickelt werden möchten. Niemand würde einem Kind gegen seinen Willen die Sachen vom Leib reißen. Natürlich auch keiner der Praktikanten. Aber genau das wird den jungen Männern mit einer solchen Aussage doch unterstellt. Plötzlich müssen die kleinen Mädchen vor dem Zugriff der Männer in ihren Intimbereich geschützt werden. Und warum? Weil sie Männer sind. Punkt. Mehr Sexismus in einem Satz geht nicht, oder?

Es braucht noch mehr Beispiele? Hier bitteschön:

„Ihr Männer wollt doch alle nur Leitungsposten aber bloß nicht am Bett pflegen.“

„Männer haben keine Empathie.“

„Männer sind nicht teamfähig.“

„Männer gehören maximal auf Funktionsabteilungen. Technik geht gerade noch aber pflegen? Ne!“

„Ich will keine Männer in meinem Team. Die machen nur Ärger.“

(Zum Krankenpflegeschüler) „Auf keinen Fall wirst Du bei der Patientin den Katheter legen. Das machen nur Frauen.“

„Die Pfleger sind doch alle faul. Kaum drehst du dich um, hocken die nur noch im Dienstzimmer und trinken Kaffee.“

„Der Pfleger macht nur so viele Nächte, damit keiner sieht, dass er nur rum sitzt. Typisch Pfleger halt.“

„Sollen die doch im Rettungsdienst den Helden spielen. Hier muss gepflegt werden, da brauch ich Kerle für nix.“

Formen des Sexismus zB Komplimente etc

Arne hat auf Genderama bereits ein interessantes Interview besprochen, aus dem ich mir auch mal etwas rauspicken möchte, nämlich die nachfolgende Grafik:

Sexismus Formen Umfrage

Sexismus Formen Umfrage

1. Lustfeindlichkeit

Hier hängt natürlich vieles an der Frage. Erotik und Lust in der Gesellschaft ist schon eine sehr hohe Stufe. Vermutlich hätten mehr zugestimmt, wenn man gefragt hätte, ob ein auf den Körper bezogenes Kompliment eines fremden Mannes in nicht zu anzüglicher Form, lustfördernd oder erotisch sein kann.

2. Sexismus als Kompliment

Immerhin 50% der Frauen finden es nicht so schlimm, wenn ihnen hinterhergepfiffen wird. Klar, es kann ja auch ein Kompliment sein. Ist alles eine Frage des Szenarios. Männer hingegen sehen das kritischer, wahrscheinlich eher unter einem Beschützergesichtspunkt

Bei dem anzüglichen Spruch sind immerhin noch 37% der Frauen dabei. Auch hier dürfte die Frage sein, ob man sich einen unattraktiven Kerl vorstellt, mit dem man eigentlich nur in Form seiner Tätigkeit zu tun haben will oder einen anzüglichen Spruch in einer entspannteren, vertrauteren Situation.

3. Bagatellisierung von Sexismus

Hier ist schon interessant, dass man es mit einem „völlig“ formuliert hat. Bei „häufig überdramatisiert“ oder „in einigen Bereichen überdramatisiert“ würde es wahrscheinlich anders aussehen. Aber auch hier ist der Männeranteil von 50% ja recht deutlich. Hier ist also Prostestpotential. Sexismus ist das natürlich nur, wenn man zunächst die Prämisse aufstellt, dass es nicht überdramatisiert ist. Ein Punkt, der aber durchaus bestritten werden kann

4. Vernachlässigung von Sexismus gegen Männer

Es ist interessant, das sie eine solche Aussage als Nachweis von Sexismus nehmen, gerade angesichts der hohen Zustimmungszahlen. Das ist auch das Problem, wenn man Sexismus ideologisch definiert und damit die Einstellung, dass Männer Opfer von Sexismus sein können, schon als Sexismus ansieht.

5. Männer sind die eigentlichen Opfer

Die Kategorie „Männer sind die eigentlichen Opfer“ wird abgeprüft mit der Aussage, dass es passieren kann (also nur kann), dass man zu Unrecht als Sexist beschuldigt wird.

Natürlich kann das passieren.  Und auch leicht, also ohne, dass dazu viel erforderlich ist. Wer da ein Denkverbot errichtet, der muss schon eine sehr kategorische Version der Deutungshoheit zugrundelegen.

Mansplaining

Mansplaining oder neuerdings auf deutsch auch „Herklären“ ist ein feministischer Begriff dazu, dass jemand (in feministischer Annahme ein Mann) etwas „für Dumme“ erklärt und dabei davon ausgeht, dass der andere keine Ahnung hat.

Hier eine Definition aus dem „Urban Dictionary„:

To explain in a patronizing manner, assuming total ignorance on the part of those listening. The mansplainer is often shocked and hurt when their mansplanation is not taken as absolute fact, criticized or even rejected altogether.

Das kann nervig sein. Und ich würde sogar die Vermutung teilen, dass es häufiger von Männern kommt als von Frauen, was allerdings auch daran liegen mag, dass ein Feld, in dem sich die Anwendung besonders „lohnt“, nämlich der technische Bereich, ein Gebiet ist, in dem  sich typischerweise, also im Schnitt, Männer besser auskennen und in dem sich längere Erklärungen häufiger anbieten.

Man erlebt Mansplaining von Frauenseite allerdings auch, wenn man mit Frauen Tätigkeiten durchführt, bei denen Frauen üblicherweise annehmen, dass Männer keine Ahnung haben, etwa beim Kochen oder anderen dem  Stereotyp  entsprechenden Tätigkeiten.

Im Feminismus ist es natürlich ein Ausdruck von Privileg:

Mansplaining is about a very specific instance of „privilege and ignorance… when a dude tells you, a woman, how to do something you already know how to do, or how you are wrong about something you are actually right about, or miscellaneous and inaccurate ‚facts‘ about something you know a hell of a lot more about than he does.“

Das Privileg ist, dass er davon ausgeht, dass Männer Ahnung von bestimmten Themen haben, Frauen aber diese Ahnung nicht zugestanden wird.

Meiner Meinung nach erfolgt „Mansplaining“ nicht nur in der Mann Frau Situation, sondern immer dann, wenn ein solcher Wissensvorsprung angenommen wird. Es wird vielleicht noch dadurch verschärft, dass Männer es nach meiner Erfahrung  im Schnitt wesentlich interessanter finden als Frauen, wie etwas funktioniert und dieses Wissen auch gerne weitergeben. Insofern kann es auch – als schlechtes Flirten – ein Versuch sein, sie mit Wissen zu beeindrucken, der verkennt, dass so etwas eher ein Ausdruck intrasexueller Konkurrenz unter Männern als tatsächlich beeindruckend für Frauen ist.

In der Bezeichnung steckt gerade in der Verwendung im Feminismus meiner Meinung nach eine Menge Essentialismus. Es wird als Eigenschaft den Männern zugewiesen, die diese eben gerade aufgrund ihrer Machtposition ausüben.

Für eine Ideologie, die so fixiert auf Sprache und deren Wirkung und gleichzeitig die Konstruktion der Geschlechter ist, ist das schon ein unsensibles Wort.