Sex

Diese Woche soll es durchgängig jeden Tag um ein anderes Thema rund um „Mann &  Frau zusammen“ gehen, einfach freie Assoziationen und Gedanken, anhand jeweils eines bestimmen Schlagwortes. Für neue Ideen und für das Entdecken von Aspekten, die bei spezielleren Texten untergehen

Weiter geht es mit:

Sex

Wann ist Sex gut? Was seid ihr bereit für Sex zu tun? Mit wem macht Sex am meisten Spass? Wie verhält sich Liebe zu Sex? Welche Gefahren hat Sex einfach so? Wie unterscheidet sich die Sicht von Männer und Frauen auf Sex und warum? Wie wichtig ist Sex in eurem Leben? Wie wichtig ist es in einer Partnerschaft?

Frau möchte den Spies umdrehen, schickt Vagina-Fotos, Männer sind begeistert

Eine Frau war genervt davon, von Männern beständig Bilder ihrer Penisse geschickt zu bekommen und wollte diesen mal zeigen, wie sich das anfühlt (via). Sie suchte sich also ein ihr gefallenes Foto einer Vagina im Internet (ihre eigene wollte sie nicht verschicken), eine Dating-App, die es einem erlaubt direkt Fotos zu versenden, die aber wohl sonst wie Tinder funktioniert, wischte nach rechts um anzuzeigen, dass sie das Profil mochte und bekam in kurzer Zeit etwas 40 „Übereinstimmungen“, die sie direkt anschrieb und ihnen dann das Vagina-Bild sandte.

Was sie erwartet hatte:

I braced myself for, „Hey, why’d you send that?“ or „Whoa, where’d that come from?

und:

I’d initially hoped the guys would see how invasive it is to receive such intimate photos from a stranger. When I’m excited to get to know a guy, his penis isn’t the first part of him that I want to know

Die Männer hingegen waren eher begeistert, weil sie davon ausgingen, dass eine Frau, die so ein Foto sendet, wohl Sex haben will. Hier ein paar der Chatverläufe:

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

 

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Ihre Schilderung dazu:

For the three guys that responded quickly, I flirted aggressively and hit them with the v-pic after four to five messages. I braced myself for, „Hey, why’d you send that?“ or „Whoa, where’d that come from?“ Instead, I got three very lengthy… porn descriptions of what they’d like to do with that virtual vagina.

I didn’t know what else to do, so I wrote, „Send me a pic.“ And boy, did they. Three dick pix: two erect, one flaccid. Of course I took screenshots.

I decided to up the shocker ante and hit the next crop of guys with the v-pic after initial hellos. Four guys asked me what I did for a living, my guess was to determine if I was a pro or in porn.

One guy asked me if I was real. One guy was an art critic towards my faux vaje pic. One sent me a picture of his dog. One guy sent me a dick pic and a link to a YouTube video of him doing slo-mo karatay. Another responded with emojis. Three sent me shirtless photos (lame).
I got 10 dick pix, including one that included a, um, happy ending. (Note to men: please don’t EVER send that unprompted. KThanksBye.) An Australian wrote to me like an old elementary school pal.

Still frustrated I hadn’t totally freaked anyone out, I decided to send a v-pic as soon as we matched. No hellos. No commentary. Just wham, bam, that’s my little ma’am!

Of the 10 that I sent, only three guys failed to respond (no word on how active they are on the app). The other seven wrote what they’d like to do to me and asked when we could meet.

„Status macht attraktiv“ vs „Anerkennung durch Sex“

Bei den Störenfriedas ist ein interessanter Artikel erschienen:

Ich habe jahrelange eigene, internationale Berufserfahrung, in einem Bereich in dem Frauen sehr selten verantwortliche Positionen einnehmen und dessen Attitude man leicht mit dem altbekannten “Sex, Drugs & Rock n Roll” zusammenfassen könnte. (…)

In diesem Bereich sind Männer qua Status interessant für Frauen, egal ob sie attraktiv sind oder sich pflegen. Ich habe erlebt, dass Frauen diese Männer als uninteressant bewerteten und erst nachdem sie des Status gewahr wurden ihre Meinung änderten. Viele werden jetzt bestimmt denken: “Ich habs doch schon immer gesagt, Frauen sind alle käuflich”. Ich will an der Stelle betonen, dass Geld hier tatsächlich überhaupt keine Rolle spielt: Nicht mit jedem Status ist Reichtum verbunden.

Das klingt nach einem Absatz, dem ich vollkommen zustimmen kann. Gerade wenn es um den Musikbereich geht, ist Status auch abseits des Geldes sehr interessant, es geht inbesondere darum, dass man denjenigen kennt und das er bewundert wird.

Ich muss zur Ehrenrettung der Männer sagen, dass nicht alle ihre Möglichkeiten schamlos ausnutzen. Sehr viele sind nicht interessiert die auch häufig vorkommende Abwesenheit von zu Hause für beispielsweise Seitensprünge oder den “schnellen und unkomplizierten Sex” zu nutzen. Aber bei denjenigen die es tun ist eines mir immer wieder aufgefallen: Die zu 90% vorhandene Respektlosigkeit den Frauen gegenüber mit denen sie in die Kiste gehüpft sind. Wie heißt es immer so schön “Der Gentleman schweigt und genießt”? Forget it! Diese Gentlemänner muss man suchen wie die Nadel im Heuhaufen. Gegenüber den Frauen geben sie sich respektvoll und supernett. Es kommt nicht selten vor, dass auf einer sehr liebevollen Ebene Kontakte weitergepflegt werden bis zu einem Wiedersehen, an dem Mann die Bettgeschichte wiederholen kann. “Warm halten” heißt das wohl. Hinter dem Rücken der Frauen wird jedoch abfällig über sie geredet und sie wird niemals die Chance haben wieder auf eine Augenhöhe mit diesem Mann zu kommen, von ihm respektiert oder als gleichwertiger Mensch anerkannt zu werden. Sie bekommt einen Stempel “kann gut blasen” oder “für alles offen” und darauf wird sie reduziert. Interesse an der Persönlichkeit besteht nicht.

Warum sollte auch Interesse an der Persönlichkeit bestehen, wenn man mit ihr nur Sex haben möchte? Da ist sie wieder, diese Form des „weiblichen Entitlements„: Ich schlafe mit ihm, also muss er ein Interesse über Sex hinaus an mir haben. Immerhin haben die Frauen ja insoweit auch das sexuelle Interesse an den Männern und diese nehmen nur mit.

Bei der Gruppe derjenigen, die ihren Status nicht ausnutzen, kann man nochmal unterscheiden zwischen jenen, die sich nur über die “dummen Küken” offen lustig machen und jenen die sowohl von ihren Kollegen als auch den Frauen mit denen sie verkehren belustigt sind. Letztere sind meines Erfahrung diejenigen die keinen Unterschied in der Bewertung der jeweils Beteiligten machen und die am ehesten Frauen generell mehr Respekt entgegen bringen. Sie schreiben eine Frau auch nicht grundsätzlich ab, sondern können unter Umständen ein Interesse auf einer anderen Ebene entwickeln.

Das sind dann anscheinend die besseren Menschen.

Was ich sagen will: Aus meiner Erfahrung meinen viele der Frauen, von denen ich einige auch auf einer sehr freundschaftlichen Ebene näher kennen gelernt habe und ihnen schon seit vielen Jahren immer wieder begegne, aus ihrer offenen Sexualität Anerkennung zu ziehen. Das tun sie jedoch nicht. Sie werden von den Männern ausschließlich (!) auf ihre Verfügbarkeit als Sexpartnerin reduziert.

Schlimm, wenn man in der Fuckzone landet. Aber die Folge davon, wenn man meint, dass man bei einem Überangebot an Anbietern bei dem „Käufer“ den Preis diktieren kann. Das ist sicherlich in der Hinsicht ungewohnt für Frauen. Aber eben eine Frage, mit welchen Männern sie sich einlassen.

Die Schlußfolgerung der Autorinnen:

Für mich steht aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen jedenfalls fest: Der Versuch als Frau durch Sex Anerkennung von einem Mann zu erlangen ist zum Scheitern verurteilt. Mir ist wichtig zu betonen, dass es mir nicht darum geht irgendwen zu verurteilen, sondern nur aufzuzeigen welche gesellschaftlichen Mechanismen ich wahrnehme. Mein Umgang damit muss auch keinesfalls für jede der Richtige sein. Er ist nur einer von vielen Versuchen im Patriarchat möglichst schadlos zu überleben…

 

Anerkennung erhält man sicherlich nicht durch Sex. Warum auch? Man kann es sicherlich in einem günstigeren Markt oder bei geschickteren Einsatz durchaus für Vorteile verwerten, aber eben nicht, wenn man nur eine von vielen und eine Nummer ist. Daraus Rückschlüsse auf die allgemeine Möglichkeit, Sex in Vorteile zu verwandeln zu ziehen, ist aber sicherlich nicht ohne weiteres möglich. Männer sind durchaus bereit einiges für Sex aber vielleicht noch mehr für die Liebe, Zuneigung und die Anerkennung einer für sie sexuelle attraktiven Frau zu machen, müssen dabei aber eben diese Frau auch als etwas besonderes ansehen. Viele Frauen können Sex durchaus für Machtspiele einsetzen. Aber eben nicht so plump, dass sie einfach mit jemanden Sex haben, der eh genug andere Frauen hat.

Sexuelle Erregung in den Genitalien und in der Wahrnehmung (Meredith L. Chivers)

Die Metastudie von Meredith Chivers zu den Unterschieden in der Sexuellen Erregung und der sexuellen Erregung, die über bestimmte Messverfahren in den Genitalien gemessen werden kann, wird immer wieder als Beleg angeführt, dass Frauen sexuelle Erregung unterdrücken. Es handelt sich um diese Studie:

The assessment of sexual arousal in men and women informs theoretical studies of human sexuality and provides a method to assess and evaluate the treatment of sexual dysfunctions and paraphilias. Understanding measures of arousal is, therefore, paramount to further theoretical and practical advances in the study of human sexuality. In this meta-analysis, we review research to quantify the extent of agreement between self-reported and genital measures of sexual arousal, to determine if there is a gender difference in this agreement, and to identify theoretical and methodological moderators of subjective-genital agreement. We identified 132 peer- or academically-reviewed laboratory studies published between 1969 and 2007 reporting a correlation between self-reported and genital measures of sexual arousal, with total sample sizes of 2,505 women and 1,918 men. There was a statistically significant gender difference in the agreement between self-reported and genital measures, with men (r = .66) showing a greater degree of agreement than women (r = .26). Two methodological moderators of the gender difference in subjective-genital agreement were identified: stimulus variability and timing of the assessment of self-reported sexual arousal. The results have implications for assessment of sexual arousal, the nature of gender differences in sexual arousal, and models of sexual response.

Quelle: Agreement of Self-Reported and Genital Measures of Sexual Arousal in Men and Women: A Meta-Analysis

Aus der Studie:

Examples of low subjective-genital agreement abound in both clinical and academic sexology. Some men report feeling sexual arousal without concomitant genital changes (Rieger, Chivers, & Bailey, 2005) and experimental manipulations can increase penile erection without affecting subjective reports of sexual arousal (Bach, Brown, & Barlow, 1999; Janssen & Everaerd, 1993). Similarly, some women show genital responses without reporting any experience of sexual arousal (Chivers & Bailey, 2005) and self-reported sexual arousal is subject to impression management, as in the greater reluctance among women high in sex guilt to report feeling sexually aroused (Morokoff, 1985). Thus, determining the extent of the agreement between self-reported and genital measures of sexual arousal has both practical and theoretical significance. Practically, the majority of researchers and clinicians who assess sexual arousal do not have access to measures of genital response and, therefore, often rely on self-report. Those who employ self-report measures would like to know the extent to which they are measuring the same response as clinicians or researchers who use genital measures and vice versa. Moreover, knowing the extent of the agreement between self-reported and genital measures of sexual arousal, and identifying moderators of this subjective-genital agreement, would inform our models of sexual response, our understanding of sexual dysfunctions, and psychometric methods to assess each aspect of sexual response. One of the most frequently suggested moderators of subjective-genital agreement is gender; studies of men tend to produce higher correlations between measures of subjective and genital sexual arousal than studies of women (for a narrative review, see Laan & Janssen, 2007). Two positions can be described regarding gender as a moderator of subjective-genital agreement. One position is that female and male sexual response systems are truly similar, but the lower concordance estimates observed among women are the result of methodological issues in these studies, such as differences in the assessment devices or procedures that are used. The other position accepts the gender difference in concordance as real, whether it is a result of fundamental differences in sexual response or the effects of learning and other environmental influences. Before we can determine which of these positions has merit, however, the size and direction of the gender difference in concordance must be clearly documented.

Männer haben also eine höhere Übereinstimmung zwischen der subjektiven Wahrnehmung der Erregung und der genital gemessenen Erregung. Woran das liegt soll untersucht werden.

Tatsächlich kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass es sich eher nicht um eine erlernte Unterscheidung handelt:

Moderators derived from learning, attention, or information processing explanations did not account for the gender difference in concordance. Above, we suggested that learning or attention explanations would link concordance to number of stimulus trials, duration of stimuli, participant age, and whether participants were asked to assess their perceptions of genital change. We also suggested that an information processing explanation would link concordance to whether the sexual stimuli were self-generated fantasies, sexually explicit, or female-centered; participants were instructed to focus on their genital sensations or not; and subjective sexual arousal was assessed contiguously versus after the trial or at the end of the session. Contrary to these theoretically-derived predictions, the gender difference in concordance was still found when comparing visual and nonvisual modalities, female-centred versus typical sexual films, and erotic versus explicit sexual stimuli. Concordance estimates were not significantly or consistently related to number of stimulus trials, stimulus length, or female age. Only the timing of subjective sexual arousal assessment was significantly related to the gender difference in concordance. If the gender difference in concordance is robust, as the present data suggest, what then can explain it? The hypotheses we derived from learning and information processing theories were not supported, and methodological factors cannot fully account for men’s higher subjective-genital agreement (or women’s lower subjective-genital agreement). Our finding raises the question of whether low concordance is the norm in women, and what purpose, if any, concordance serves in human sexual functioning. We discuss possible explanations for low female concordance in the next section.

Die These, dass es durch einen sozialen Lernprozess zu den Abweichungen kommt, werden also nicht gestützt

Eine andere Erklärung, wäre, dass sexuelle Botschaften automatischer zu einer Reaktion in den Genitalien führen, die mit Erregung des Geistes schlicht nichts zu tun hat:

Other Explanations for Low Female Concordance Is Female Genital Response Reflexively Activated? Chivers (2005), Laan (1994), and van Lunsen and Laan (2004) have all speculated that female genital response is an automatic reflex that is elicited by sexual stimuli and produces vaginal lubrication, even if the woman does not subjectively feel sexually aroused. Reflexively activated genital response would result in lower concordance overall because genital vasocongestion is not necessarily accompanied by subjective sexual arousal. If female genital response (and thus vaginal lubrication) is indeed reflexively activated, one would expect genital responses to be observed even when women are exposed to nonpreferred sexual stimuli (i.e., sexual stimuli that they do not find subjectively appealing), and under conditions where sexual stimuli are presented subliminally. Recent research suggests that female genital response can be evoked by a broader array of sexual stimuli than can male genital response. With respect to sexual orientation, heterosexual women show substantial genital responses to both male and female sexual stimuli, whereas heterosexual men show greater genital responses to female stimuli and homosexual men show greater genital responses to male stimuli (Chivers et al., 2004, 2007; Chivers & Bailey, 2005; Peterson, Janssen, & Laan, in press; Suschinsky et al., 2009). Typically, an increase in genital response is evoked by these sexual stimuli even though women report little or no experience of feeling sexually aroused, resulting in lower concordance estimates than are typically found among men.

Es könnte also schlicht sein, dass der verstärkte Durchblutung der Genitalien nichts mit geistiger Erregung zu tun hat, sondern automatisch auf jedes sexuelle Signal hin erfolgt. Warum eine solche Abkoppelung sinnvoll sein kann, wird auch gleich danach angesprochen:

The reflexive activation of vaginal responding by sexual cues may serve a protective function for women. Female genital response entails increased genital vasocongestion, necessary for the production of vaginal lubrication, and can, in turn, reduce discomfort and the possibility of injury during vaginal penetration. Ancestral women who did not show an automatic vaginal response to sexual cues may have been more likely to experience injuries that resulted in illness, infertility, or even death subsequent to unexpected or unwanted vaginal penetration, and thus would be less likely to have passed on this trait to their offspring.

Es könnte also hier gerade eine gewollte Differenzierung zwischen vaginaler Durchblutung und geistiger Erregung erfolgen, die das ganze Messverfahren ungeeignet macht, da damit der gewünschte Zusammenhang gerade nicht festgestellt werde kann.

Es wäre für einen solche Mechanismus auch durchaus sinnvoll, wenn er bei nahezu allem sexuellen anspringt, da vielleicht die anderen sexuellen Szenen einen heterosexuellen Mann nicht so stark  erregen (siehe die Studie) aber vielleicht das sehen solcher sexuellen Szenen und die Anwesenheit einer Frau, mit der er Sex haben könnte. Was dann eine entsprechende Vorbereitung durchaus günstig sein lassen kann.