Antifeministische Widersprüche: Sexuelle Selbstbestimmung

Onyx hat eine Vielzahl antifeministischer Widersprüche ausfindig gemacht. Mal sehen was sie gefunden hat:

-sexuelle Selbstbestimmung

Die sexuelle Selbstbestimmung ist im Antifeminismus nur ein Wert, wenn sie entweder Männer selbst betrifft, oder wenn sie dem Vergnügen von Männern dient. Denn während das Rechtsgut der sexuellen Selbstbestimmung (also der Schutz vor Übergriffen und Gewaltdelikten) gern insofern polemisch diffamiert wird, indem gern behauptet wird, dass Feministinnen am liebsten alle Männer in den Knast bringen wollten, die Frauen auch nur angucken, ist die sexuelle Selbstbestimmung plötzlich dann ein ganz wichtiger Faktor, wenn es um das Recht geht, Männern Spaß zu bereiten oder sich ihnen unterzuordnen. Siehe Prostitution, BDSM.

Da bringt Onyx keine wirklichen Beispiele oder Verweise, die ihre Position stützen. Ich finde es eine erstaunlich haltlose Position.

Vielleicht erscheint es aus der Sicht von jemanden, der die Rape Culture Theorie berechtigt findet so. Angegangen werden aus meiner Sicht übertriebene Vorstellungen im Feminismus dazu, dass man jeder Frau glauben muss, dass man eine Beweislastumkehr will oder das man übertriebene Formen des Konsens verbindlich machen will (von „Yes means Yes “ bis „Enthusiastic consent“ oder in der Karikatur den beiderseitigen Rechtsanwälten, die neben dem Bett sitzen müssen).

Angegriffen wird auch der Gedanke, dass jeder kleine Übergriff ein unsägliches Verbrechen ist. Und die Panikmache mit falschen Zahlen.

Das beruht nicht zuletzt darauf, dass Männer und Frauen verschiedene Rollen haben, bei denen der Mann häufiger die aktivere hat, was dazu führt, dass er den schwarzen Peter bekommt, wenn er die Lage falsch einschätzt. In der Hinsicht scheinen es mir auch eher die meisten Frauen vollkommen anders zu sehen als der Feminismus. Sie erkennen an, dass Männer sich verschätzen können und sind häufig der Auffassung, dass das eben auch nicht schlimm sein muss und sogar besser sein kann, als ein Mann, der sich nichts traut.

Das tatsächlich jemand einer Frau das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung abgesprochen hat ist mir aus der Szene nicht bekannt. Natürlich darf eine Frau nein sagen und sollte eine Vergewaltigung strafbar sein (selbst die wenigen Leute, die der Auffassung sind, dass die Strafbarkeit der Körperverletzung ausreichend wäre sehen eine Strafbarkeit).

Vor dem Hintergrund ist es auch keine Polemik, wenn man die übertriebenen Vorstellungen des Feminismus fürchtet: Wären radikale Feministinnen an der Macht, dann hätten wir wahrscheinlich Prozesse wie an amerikanischen Universitäten, also ohne jede Verteidigungsmöglichkeit, mit Beweislastumkehr Was eine Vergewaltigung wäre bestimmte dann immer der Sexualpartner, der sich darauf beruft, da diesem die Deutungshoheit zukommen würde.

Hier zeigt sich auch mal wieder, dass Onyx nicht in der Lage ist, die radikalen Positionen des modernen Feminismus als solche zu erkennen und ihre Radikalität zuzugestehen. Was wirklich erstaunlich ist in einem solchen Feld.

Und das Onyx im Grunde ihres Herzen dem sexfeindlichen Feminismus zuneigt ist, erkennt man auch immer wieder an ihrer Ablehnung von Prostitution und Kink wie BDSM. Irgendwie macht sie einen Vorwurf daraus, dass man das akzeptiert, und natürlich „weil es Männern Spass macht“. Das man es akzeptieren kann, weil man der Auffassung ist, dass erwachsene Menschen handeln können wie sie wollen, solange sie keinen anderen Menschen beeinträchtigen, auch dann wenn man davon selbst nicht profitiert, kommt ihr anscheinend gar nicht in den Sinn.

Und das diese Liberalität auch insofern ein konstantes Bild bietet, weil man eben das konservative und autoritäre des Feminismus ablehnt („Die Sexualität einer Frau ist heilig, sie muss um jeden Preis vor dem Biest Mann geschützt werden“ und „jeder hat so Sex zu haben, wie wir das wollen, auch wenn er dazu keinen Anlass sieht, weil Rape Culture“) kommt ihr nicht in den Sinn.

Wie auch: Für sie muss es Hass sein, denn ohne die Abwertung der Kritiker bleibt ihr wenig.

Wie seht ihr es?

 

Männern beibringen Frauen nicht zu sexualisieren

Diesen Tweet hier fand ich interessant:

 

How do you teach a man not to sexualize a woman in skimpy clothing? Sounds like the heterosexual equivalent of gay conversion therapy.

 

Wenn ein Mann eine sexy Frau sieht, dann wird er sie auch immer als sexy Frau sehen. Natürlich unter dem Vorbehalt sexueller Auslastung und dem eigenen Geschmack, was sexy ist.

Das sich abzugewöhnen halte ich auch für utopisch, ebenso wie die Therapie eines Schwulen.

Dazu auch:

Natürlich kann man darüber reden, bis zu welchem Rahmen es sozial angemessen ist, diese Sexualisierung auch zu zeigen.

 

Taktiken zur Vermeidung von „Slutshaming“

Maren schreibt in einem Kommentar:

Eventuell würden auch mehr Frauen leichter für Sex zu haben sein, wenn dieses “leicht zu haben”-Schild nicht so unangenehme Konsequenzen hätte, dass man angesehen wird wie eine Aussätzige, Gebrauchtware oder allgemeines Kuscheltier.

Da hat sie sicherlich nicht ganz unrecht. Viele Frauen wollen entsprechende Abwertungen, die ihre evolutionäre Ursache vielleicht darin haben, dass „leicht zu haben sein“ zum einen einen geringen Wert ausdrückt (wer sich billig anbietet, der weißt sich selbst einen geringen Wert zu), die Vatersicherheit geringer werden lässt und bei anderen Frauen als Konkurrenz wahrgenommen wird, loswerden.

Welche Strategien gibt es nun dazu?:

1. Promisken Sex vermeiden

Man kann dem gesellschaftlichen Druck nachgeben und einfach auf den Sex verzichten. Nachteil für Männer: weniger Sex auf dem Markt

2. Sex verheimlichen

Entsprechende Strategien würden vorsehen, dass man nur mit sehr verschwiegenen Leuten schläft, denen man vertraut, nur mit Fremden, die es niemanden verraten können und nur dann, wenn es keiner mitbekommt.

3. Zeichen setzen, die die Vermutung entkräften

Um zu vermeiden, dass sie als Schlampe angesehen wird, könnte die Frau deutlich machen, dass zu schneller Sex nicht ihrem Verhalten entspricht. Sie würde demnach so etwas sagen wie „Normalerweise mache ich so etwas nicht“ oder sie würde deutlich machen, dass sie entweder nur zögernd nachgibt oder über ihre eigentlichen Bedenken hinaus den Sex länger hinauszögern und ein entsprechendes Zeichen zu setzen. Sie würde eben obwohl sie Sex/Rummachen will, zurückhaltender sein und ein Nein insoweit auch strategisch einsetzen. Aussagen wie „ich habe bis zum dritten Date gewartet, ich bin ja ein anständiges Mädchen“ oder Selbstsabotageakte wie „ich rasiere mir die Beine nicht/ziehe hässliche Unterwäsche an, damit ich noch nicht mit ihm schlafe“ würden zu solchen Überlegungen passen.