Roosh und „Vergewaltigungen legalisieren“ bzw „make rape legal“

Gerade will Roosh ein weltweites Treffen von seinen Anhängern in verschiedenen Orten organisieren. Überall rasten deswegen Leute aus, wobei sie sich zur Begründung zum einen auf Pickup als Vergewaltigungsseminare a la Julien Blanc beziehen oder behaupten, dass Roosh vertritt, dass man die Vergewaltigung legalisieren sollte. Das wird auf den Artikel von Roosh „wie man Vergewaltigungen stopt“ gestützt.

1. Wer ist überhaupt Roosh

Ich zitiere mal aus seinem Wikipedia-Eintrag:

Daryush Valizadeh (born June 14, 1979), also known as Roosh V and Roosh Vorek, is an American writer and pickup artist known for his controversial writings on seduction and antifeminism.

Roosh writes on his personal blog and also owns the Return of Kings website where he publishes articles by others on related subjects. Roosh has self-published 15 books, most of which offer advice to men on how to have coitus with women in specific countries. His writings have received widespread criticism, including accusations of misogyny and promotion of rape.

Zu seinen Ansichten heißt es dort:

Roosh was born in the United States in 1979. His parents were immigrants from Armenia and Iran. Roosh graduated from the University of Maryland, College Park in 2001 with a degree in microbiology. He began blogging about his attempts at having sex with women but once his internet anonymity was broken, he turned to blogging and writing full-time as a means to supporting himself,first with the publication of Bang: The Pickup Bible That Helps You Get More Lays (2007) and then with sex-themed travel guides on the countries he visited.

His ideas have been described as „red pill“ (a reference to the movie The Matrix), and as based on „politically incorrect realism“. In a Washington Times Communities interview, he states that feminism has left a legacy of weaker men who are more androgynous. He went on to say that women abstain from having sex with them in preference for „bad boys“.

Roosh advocates adherence to traditional heteronormative roles for men and is against female promiscuity. He says that his rhetoric does not call for violence or hate against women, feminists, or any other group. Roosh encourages men to improve themselves, especially in physique and style, and become more masculine in order to be more attractive to women. In addition, he states that men and women are physically and mentally very different and that much of women’s value comes from their fertility and beauty.

Auf Return of Kings wird dabei ein Konzept der „Neomasculinity“ vertreten, in dem es darum geht, dass Männer eben wieder ganze Männer sein sollen und alle anderen eben schlechte Männer sind. Männerrechtler sieht er als Weicheier, die rumheulen, statt sich zu nehmen, was sie bekommen. Männer sollen eben wieder „Alphas“ werden und Frauen eben schön und weiblich sein. In dem ganzen Konzept zeigt sich auch Verachtung gegenüber „weiblicheren Schwulen“, die in den Kommentaren Schreibverbot haben (wobei er sich mit Nero, also Milo Yiannopoulus gut zu verstehen scheint den Tweets nach.

2. Meine Ansicht zu Roosh

Mir ist Rooshs Auffassung zur Neomasculinity entschieden zu weitgehend und ich halte nichts davon Leute in dieser Form abzuwerten. Natürlich kann es durchaus Vorteile haben, sich als Mann männlich zu verhalten, an seinem Körper zu arbeiten etc. Aber mir ist sein Ansatz zu viel und zu konservativ und ich bin eher der Auffassung, dass jeder auf seine Weise glücklich sein muss (wenn auch nicht jede Weise die gleiche Aussicht darauf hat, glücklich zu machen und es dennoch Häufungen geben wird, die um die klassischen Geschlechterrollen verlaufen).

Einiges, was er zu Pickup geschrieben hat, ist durchaus gut und interessant. Seine Art ist mir aber auch im übrigen viel zu radikal und scheint mir auch sehr stark auf Krawall und Provokation ausgerichtet zu sein. Ich würde auch sagen, dass er Frauenfeindlich ist und viel zu verächtlich über Frauen redet.

3. Was ist ein „Modest Proposal“ nach Jonathan Swift

Den Text, der gerne herangezogen wird um zu belegen, dass Roosh Vergewaltigungen legalisieren möchte ist aus meiner Sicht ein „Modest Proposal„, also eine Form eines satirischen Textes.

Das „Modest Proposal“ geht auf Jonathan Swift zurück, der angesichts Überbevölkerung, Armut und Kriminalität in Irland erst anführte, dass es keine Lösung ist, dass man die Kinder ernährt, weil das nur zu mehr Kindern führt, die dann Versorgung bräuchten. Er hätte sich die Sache gründlich überlegt und wäre zu dem Entschluss gekommen, dass Kinder nicht mehr der Grund für die Armut der Leute sein sollten, vielmehr sollte man diese nutzen, damit die Armut selbst bekämpft wird. Zu diesem Zweck sollten die Kinder geschlachtet und als Nahrung nach London verkauft werden. Ein befreundeter Schlachter habe ihm versichert, dass an einem Baby einiges dran sein, insofern würde sich das durchaus lohnen. Auf diesem Wege könnten die Leute Geld verdienen und würden nicht durch Kinder in die Armut getrieben werden. Er versicherte, dass er nichts davon habe, denn seine Kinder seien schon aus dem passenden Alter heraus und seine Frau könne keine weiteren Kinder bekommen.

Swift überzeichnet dabei diverse damals diskutierte Vorschläge, wie etwa die Armen nach dem Vorbild einer Aktiengesellschaft zu organisieren, oder die Praxis, Menschen als Ressource zu betrachten.

Er wollte also nicht, dass die Babies tatsächlich verkauft werden, sondern er wollte eben die bisherigen Theorien und Vorschläge satirisch überspitzen.

4. Was schreibt Roosh in „Wie man Vergewaltigungen stoppt“

Aus meiner Sicht ist Roosh Text eine spiegelbildliche Umkehrung der feministischen Theorien. Diese sagen, dass man Männer erziehen muss und Frauen gar nichts machen müssen, sondern eben sicher sein müssen, wenn sie nackt durch eine Gruppe von Männern gehen. Es ist nie die Schuld der Frau, es ist immer die Schuld der Rape Culture.

Roosh kehrt dies um, aus meiner Sicht um an der damit bewirkten Absurdität deutlich zu machen, was von solchen übersteigerten Ansätzen zu halten ist.

Sein Umkehrung lautet:

  • Was würde geschehen, wenn Frauen tatsächlich jederzeit damit rechnen müssten, dass Männer sie vergewaltigen, wenn sie mit ihnen alleine sind? Wie würden Frauen ihr Verhalten ändern, wenn sie alleine Schuld wären?

Und diesen Gedanken finde ich – als Gedankenspiel und nicht in dem Sinne, dass er umgesetzt werden sollte – tatsächlich interessant.

Der Text im Einzelnen:

I keep reading in the mainstream media that there is a rape culture in the United States. This issue concerns me since I have a sister who I don’t want to be raped, so I carefully examined the articles on Salon, Buzzfeed, and Huffington Post that were written by professional journalists who pursue truth and justice over mass hysteria and delirium.

Wer diesen Absatz liest, der muss eigentlich sofort erkennen, dass er satirisch ist und nicht damit in Einklang zu bringen ist, dass er tatsächlich schlicht einfach straffrei vergewaltigen will. Denn erkennbar macht er sich dort über professionelle Journalisten lustig, die „Nur die Wahrheit und Gerechtigkeit verfolgen und nicht Hysterie und Fieberfantasien. Angesichts der gegen ihn bestehenden Presse in der Tat nicht ernstzunehmen und schon gar nicht zum Thema Vergewaltigung. Ihm dürfte auch bewußt sein, dass man ihm seine Sorge, dass wir tatsächlich in einer Rape Culture leben, nicht abnimmt.

What I’ve gathered from the words of these future Pulitzer Prize winners is that women are not getting raped by violent offenders while taking a jog in the park or walking through a dark street—they are getting raped by men they already know, especially at college. I learned that if a man and a woman both drink at a party and have sex, she was in all likelihood raped since she could not give full legal consent. This made me confused because a woman who drinks and has sex is not responsible for her actions, but if that same woman gets into a car and drives it into someone else, causing a loss of life, she would be prosecuted and sent to jail. I couldn’t find an explanation for this inconsistency.

Hier gibt er auch in einem hoch ironischen Ton wieder, was er „gelernt“ hat, nämlich das Frauen eher von Männer vergewaltigt werden, die sie kennen und das Frauen ein Vergewaltigungsrisko haben, wenn beide trinken, weil sie dann nicht mehr zustimmen kann. Dann spielt er ebenfalls satirisch Verwunderung, weil man Frauen die Verantwortung abspricht, bei allem was mit Sex zu tun hat, aber nicht bei anderen Gelegenheiten. Er zeichnet das Bild des besorgten Bruders und Frauenliebhabers, der sich informieren will, wie man endlich die Gefahr der Vergewaltigung reduziert und greift innerhalb dieser Rolle das Bild der eigentlich erwachsenen und insoweit für ihre Taten verantwortlichen Frau auf, wohlwissend, dass dies im Widerspruch zu den feministischen Thesen steht.

I also read that men must be taught not to rape, which means that they are all born with the capability to rape and have zero instinct to know that taking a woman with violence is improper. Thankfully, a man only has to be told the phrase “rape is bad” at some point after puberty by an overweight feminist to definitively stop his future brutal and bloody rape career. It’s a miracle that more men have not raped their mothers, babysitters, and sisters before being taught in college that rape is actually not a good thing.

Auch wieder ein sehr satirisch verächtlicher Abschnitt. Er zieht „Teach men not to rape“ durch den Kakao, immer noch in der Rolle des naiven Frauenfreundes, der nur Vergewaltigungen verhindern will. Das er diese Theorien nicht ernst nimmt entspricht dabei den Schilderungen Swifts, der zunächst anführt, dass man mit den bisherigen Lösungen nicht weiterkommt, etwa indem man den Kindern etwas Nahrung gibt.

I knew from an early age that rape was bad, as was all forms of violence, not just against women but men as well. I also knew that killing, stealing, and having sexual interest in relatives was bad. I don’t remember if someone specifically taught me these rules, but I also don’t remember being taught that the sun rises and sets once a day, or that I will go splat if I jump off a tall building. I don’t know of a single man entering adulthood who thought that rape was good and had to be manually taught it was bad in order to stop him from raping, so when journalists and cultural commentators suggest that the best way to defeat rape culture is to teach men not to rape, I couldn’t possibly agree. I saw a different set of problems instead.

Hier führt er ebenfalls überspitzt an, warum er die feministischen Theorien für Blödsinn hält und durch diese Vergewaltigungen nicht gestoppt werden können. Er führt an, dass Männer auch so wissen, dass sie nicht vergewaltigen sollen und dies schlecht ist und das man so etwas eben auch einfach so lernt und versteht. Womit er recht hat. Das Vergewaltigung etwas schlechtes und verbotenes ist wissen in der Tat die meisten Männer. Einigen ist es nur egal. Sie handeln trotzdem.

I saw women wholly unconcerned with their own safety and the character of men they developed intimate relationships with. I saw women who voluntarily numbed themselves with alcohol and other drugs in social settings before letting the direction of the night’s wind determine who they would follow into a private room. I saw women who, once feeling awkward, sad, or guilty for a sexual encounter they didn’t fully remember, call upon an authority figure to resolve the problem by locking up her previous night’s lover in prison or ejecting him from school.

Hier erfolgt die Umkehr: Wenn die eine Lösung nicht geht, dann eben die Verlagerung auf die andere Seite: Was können Frauen machen bzw was machen sie falsch. Es geschieht wohl gemerkt noch immer unter der Anfangsprämise, dass wir überhaupt in einer Gesellschaft mit überbordener Tendenz zur Vergewaltigung haben. Denn das ist sein These: er ist besorgt, wegen der vielen Vergewaltigungen und will sie stoppen. Wenn aber Frauen massenhaft vergewaltigt werden und Erziehung nichts bringt, dann bleibt aus dieser Sicht nur die Frage, wie man Frauen beibringen kann in einer Gesellschaft, in der massenhaft vergewaltigt wird vorsichtiger zu sein.

By attempting to teach men not to rape, what we have actually done is teach women not to care about being raped, not to protect themselves from easily preventable acts, and not to take responsibility for their actions. At the same time, we don’t hesitate to blame men for bad things that happen to them (if right now you walked into a dangerous ghetto and got robbed, you would be called an idiot and no one would say “teach ghetto kids not to steal”). It was obvious to me that the advice of our esteemed establishment writers and critics wasn’t stopping the problem, and since rape was already on the law books with severe penalties, additional laws or flyers posted on dormitory doors won’t stop this rape culture either.

Geht man davon aus, dass Umerziehung der Männer sinnlos sind und Vergewaltigungen so fester Bestandteil des weiblichen Lebens sind, wie es Statistiken für amerikanische Universitäten vorgaukeln, dann bliebe nur der Rückschluss, dass das Verhalten der Frauen unverantwortlich ist. Roosh kehrt den Spieß der Schuldverlagerung auf ein Geschlecht um: Was wäre, wenn wir es nur den Frauen anlasten? Wenn wir anführen, dass sie in dieser Vergewaltigungswelle verantwortung übernehmen müssen, um dem ein Ende zu setzen? Welche drastischen Mittel sind erforderlich, damit Frauen endlich lernen, sich gegen Vergewaltigungen zu schützen? Dass Vergewaltigungen im hohen Masse geschehen und dies zum Wohle der Frauen verhindert werden muss, dass ist nach wie vor der Ausgangspunkt.

I thought about this problem and am sure I have the solution: make rape legal if done on private property. I propose that we make the violent taking of a woman not punishable by law when done off public grounds.

Wo im Feminismus gefordert wird, dass Männer ihr gesamtes Wesen ändern und alles tun um die Rape Culture zu verhindern und zu vermindern, wenn sie nicht schuldig sein wollen, stellt Roosh sein Gegenmodell dar: Die Frauen sollen alles tun, damit sie nicht mehr vergewaltigt werden. Wo Männer erzogen werden sollen, zu erkennen, dass Vergewaltigung böse ist, sollen nunmehr die „dummen Frauen“ lernen, dass sie nicht so naiv sein können bei der herrschenden Vergewaltigungsepidmie. Wo der Feminismus die Frauen komplett aus der Verantwortung nimmt, nimmt Roosh die Männer komplett aus der Verantwortung.

Dies entspricht durchaus dem Modell von Swift: Wo vorher die hungernden Kinder das Problem waren, sind sie jetzt die Lösung. Es gehört dazu, dass die Lösung auf eine Weise umgesetzt wird, die barbarisch ist. Und ebenso wie Swift die damaligen Theorien damit überspitzt überspitzt Roosh die Lösung „es kann nur ein Geschlecht schuld sein“, indem er sie umkehrt.

Das er sich an Swift anlehnt wird dadurch betont, indem er ausdrücklich von „Propose“ spricht.

The exception for public rape is aimed at those seedy and deranged men who randomly select their rape victims on alleys and jogging trails, but not as a mechanism to prevent those rapes, since the verdict is still out if punishment stops a committed criminal mind, but to have a way to keep them off the streets. For all other rapes, however, especially if done in a dwelling or on private property, any and all rape that happens should be completely legal.

Das ist in der Tat ein Ansatz, der dem „verkauft die Kinder als Fleisch“-Ansatz. Es ist die Folge der Umkehrung „Frauen sind nie in der Verantwortung und müssen auch zu ihrem eigenen besten nichts tun um eine solche Tat zu verhindern“ in „Männer müssen nichts machen, sollen die Frauen doch aufpassen“

If rape becomes legal under my proposal, a girl will protect her body in the same manner that she protects her purse and smartphone. If rape becomes legal, a girl will not enter an impaired state of mind where she can’t resist being dragged off to a bedroom with a man who she is unsure of—she’ll scream, yell, or kick at his attempt while bystanders are still around. If rape becomes legal, she will never be unchaperoned with a man she doesn’t want to sleep with. After several months of advertising this law throughout the land, rape would be virtually eliminated on the first day it is applied.

Es ist in der Tat erstaunlich, dass Frauen bei der behaupteten Rape Culture so vertrauensvoll sind. Geht man von dem feministischen Bild aus, welches sich Roosh hier zu eigen macht, dann sollte dies bereits jetzt die Reaktion der Frauen sein – wenn jede dritte Frau vergewaltigt wird und das mit quasi Straflosigkeit, weil fast kein Täter bestraft wird, dann ist es unerklärlich, dass Frauen dass Frauen sich überhaupt mit Männern einlassen und sich nicht bis an die Zähne bewaffnen. Sie müssten nach Möglichkeit Beschützer und Hilfe in ihrer Nähe halten, sie müssten bereits jetzt kaum auf Dates alleine gehen. Sie müssten sich kaum zu einem Mann in die Wohnung trauen, weil sie befürchten müssten vergewaltigt zu werden.

Es ist quasi eine Erziehung der Frauen zur Selbsthilfe, die übertrieben wird, weil die Frauen die bisherige ernste Lage anscheinend nicht ernst genug nehmen. Roosh ist ja immer noch in der Rolle dessen, der eine Lösung für die Vergewaltigungsepidemie sucht.

Without daddy government to protect her, a girl would absolutely not enter a private room with a man she doesn’t know or trust unless she is absolutely sure she is ready to sleep with him. Consent is now achieved when she passes underneath the room’s door frame, because she knows that that man can legally do anything he wants to her when it comes to sex. Bad encounters are sure to occur, but these can be learning experiences for the poorly trained woman so she can better identify in the future the type of good man who will treat her like the delicate flower that she believes she is. After only one such sour experience, she will actually want to get fully acquainted with a man for longer than two hours—perhaps even demanding to meet his parents—instead of letting a beer chug prevent her from making the correct decisions to protect her body.

Auch hier sieht man aus meiner Sicht die Umkehr – wo vorher der Mann in feministischen Seminaren lernen sollte, dass er doch endlich mit dem Vergewaltigen aufhören soll, wird hier der Frau „beigebracht“, dass sie sich selbst schützen soll. Sie soll motiviert werden, ihre Wahl der Männer nach der Gefahr auszurichten, ihn vorher gründlich kennenzulernen, seine Eltern kennenlernen, damit er in einer höheren Verantwortung ist, sie gut zu behandeln. Man kann dies als Gegensatz zu Theorien wie „Enthusiastic Consent“ sehen: Sie muss sich beständig versichern, dass er sie nicht vergewaltigen wird und nur dann, wenn sie sicher ist, dass er sie ganz enthusiastisch liebt überhaupt in einem Raum mit ihm sein.

The benefits of eradicating rape laws would extend to honest men who unfortunately now live in fear over imprisonment in the case the girl they had sex with had a blood alcohol level of 0.04 instead of 0.05 or some other arbitrary, untested,  and made-up value that may imply consent was not fully achieved. There is no more having to guess the interpretation of a woman’s mixed signals or to artificially amp up her base emotions withclownish banter. Because women will never enter a man’s apartment without accepting that sex will happen, he can escort her to his bedroom and romantically consummate a relationship after it was certain he proved himself to be a good and decent man the woman fully trusted. My proposal eliminates anxiety and unfair persecution for men while empowering women to make adult decisions about their bodies.

Auch hier sieht man die Umkehr: wo die Umerziehung der Männer weg von der rape culture sonst die Frauen schützt bringt er jetzt Männer in die absolute Rolle des unschuldigen um so eine Umerziehung der Frauen zu rechtfertigen. Genau so wie ja der Feminismus anführt, das auch Männer davon profitieren, wenn ihnen das vergewaltigten aberzogen wird, profitieren hier Frauen davon, dass sie „endlich lernen, sich gegen Vergewaltigungen zu schützen und selbst zu handeln“. Wo nach der Umerziehung der gute Mann steht, vor dem die Frau endlich keine Angst haben muss, steht hier die gute Frau, die in die Lage versetzt wird, darauf zu achten, dass sie den richtigen wählt.

Ergänzt sei, das Roosh tatsächlich von einen anderenWahlschema der Frauen ausgeht, bei dem diese nicht unmündig sind, sondern einfach auf Bad boys, Alphas, Männer, die eine gewisse Gefährlichkeit ausstrahlen stehen. Er dürfte daher auch diese Meinung, dass es sich um “ Empowerment“ handelt, eben wiederum nur satirisch gebraucht haben, unter Nutzung feministischen Vokabular, um deutlich zu machen, dass er Satire schreibt. Dass man dies als seine ernsthafte Meinung sehen kann, das ist für mich wirklich unverständlich.

It turns out that we don’t need more laws, policies, and university propaganda that treat every man like a criminal and every woman like a mild retardate—we need more common sense that can only come from making rape legal. Such a change will provide a mature jolt to American women who have been babied for too long, who are protected and coddled as if they have no agency or intellect of their own. If a woman is indeed a child then maybe we really need to keep promoting “rape culture” as a way to keep them safe, but if they are actual adults, which is often claimed, then we can start treating them like adults by allowing them to take responsibility for the things that happen to them which are easily preventable with barely a strain of cognitive thought, awareness, and self control.

Hier sagt er ganz deutlich, was der eigentliche Inhalt seines Artikels ist: entweder Frauen sind erwachsen, dann können wir nicht so tun als ob sie keinerlei Verantwortung übernehmen können und diese alleine auf den Mann übertragen, der sich beständig versichern, beständig nachfragen, beständig aufpassen muss. Wir müssen akzeptieren, das Menschen betrunken Sex haben und daraus nicht automatisch eine Vergewaltigung der Frau durch den Mann machen. Wir können nicht ein absurdes system mit kangarohcourts an amerikanischen Universitäten errichten, bei dem Frauen wir kleine Kinder behandelt werden. Es ist das Anerkenntnis, das es risikoreichere Situationen gibt und Frauen diese bewerten sollten, selbst wenn im Falle einer tatsächlichen Vergewaltigung damit die tat nicht entschuldigt ist. Es ist insofern ein angriff auf die feministische these, dass das Handeln der Frau immer irrelevant sein muss und jede Frage, was diese selbst tun kann victim blaming und damit eine Bestätigung der rape culture wäre.

Gegen diese absoluten Theorien kann man durchaus sein, siehe zB die hier zitierten:

Camille Paglia schrieb beispielsweise in “Sexual Personae: Art and Decadence from Nefertiti to Emily Dickinson”:

For a decade, feminists have drilled their disciples to say, “Rape is a crime of violence but not sex.” This sugar-coated Shirley Temple {370} nonsense has exposed young women to disaster. Misled by feminism, they do not expect rape from the nice boys from good homes who sit next to them in class…. These girls say, “Well, I should be able to get drunk at a fraternity party and go upstairs to a guy’s room without anything happening.” And I say, “Oh, really? And when you drive your car to New York City, do you leave your keys on the hood?” My point is that if your car is stolen after you do something like that, yes, the police should pursue the thief and he should be punished. But at the same time, the police — and I — have the right to say to you, “You stupid idiot, what the hell were you thinking?”

Oder McElroy:

The fact that women are vulnerable to attack means we cannot have it all. We cannot walk at night across an unlit campus or down a back alley, without incurring real danger. These are things every woman should be able to do, but “shoulds” belong in a Utopian world. They belong in a world where you drop your wallet in a crowd and have it returned, complete with credit cards and cash. A world in which unlocked Porsches are parked in the inner city. And children can be left unattended in the park. This is not the reality that confronts and confines us

Oder hier die Vorschläge von RAINN, der größten amerikanischen Organisation gegen sexuelle Gewalt, die dort mit Links weiter ausgeführt werden:

Safety Planning
For many people who have been impacted by sexual assault, current and long-term safety can be an ongoing concern.

If Someone is Pressuring You
If you find yourself in in a situation where someone is pressuring you, remember that it’s not your fault. These tips may help you exit the situation safely.

What Consent Looks Like
The laws about consent vary by state and situation, but you don’t have to be a legal expert to understand how consent plays out in real life.

Safety Tips for Traveling
The following tips can help travelers plan for a safe and comfortable trip and may reduce the risk of many different types of crimes, including sexual violence.

Alcohol Safety
Alcohol may make it easier for a perpetrator to commit sexual assault and can even prevent someone from remembering that the assault occurred.

Safe Web Browsing
There are two important safety elements to consider when you’re browsing online: privacy and security.

Meeting Offline
Consider these safety tips when you plan to meet someone offline.

Social Media Safety
Take steps to protect your personal safety with the following social media safety tips.

Staying Safe on Campus
College campuses can give you a sense of security—a feeling that everyone knows each other and watches out for one another. There are perpetrators who take advantage of this feeling of safety and security to commit acts of sexual violence.

Natürlich kann man auch diese Seite übertreiben und es kann hier unsinnige Vorschläge wie „immer eine Armlänge Abstand“ geben. Für die radikalfeministische Seite ist es aber vollkommen unvorstellbar, dass man überhaupt Sicherheitsvorschläge macht oder hier entsprechend über Präventionen nachdenkt. Sogar Selbstverteidigungskurse sind bereits als Victim Blaming bezeichnet worden.

Let’s make rape legal. Less women will be raped because they won’t voluntarily drug themselves with booze and follow a strange man into a bedroom, and less men will be unfairly jailed for what was anything but a maniacal alley rape. Until then, this devastating rape culture will continue, and women who we treat as children will continue to act like children.

Ich sehe gerade bei dem Schlusssatz nicht, wie man das nicht als Satire oder Polemik sehen kann. Nimmt man den Text ernst, dann müsste man davon ausgehen, dass Roosh

  • an eine Rape Culture glaubt
  • sich ernsthaft Gedanken dazu macht, wie man diese bekämpft
  • selbst davon ausgeht, dass Vergewaltigung schlecht ist
  • davon ausgeht, dass Frauen extrem vorsichtig sein werden
  • es Vergewaltigungen erschwert

Man muss also weite Teile des Textes selbst wenn man davon ausgeht, dass er eigentlich nur straffrei vergewaltigen will, nicht ernst nehmen und als Satire in die andere Richtung. Also als Vorspielen von Sorge um dann eine Gesetzesänderung zu erreichen, damit er endlich straffrei vergewaltigen kann.

Was bizarr ist, wenn man davon ausgeht, dass er weltweite Treffen organisiert, an denen die Leute anscheinend trotz bestehender Strafbarkeit bereits mit dem vergewaltigen loslegen sollen und sich anscheinend in einem rechtsfreien Raum sehen. Warum sollte er das in dieser Form ankündigen, wenn er eigentlich nur vergewaltigen will?

Ich finde es in der Tat schwer einen logischen Weg zu sehen, bei dem man den Text ernst nimmt.

5. Das Gedankenexperiment

Wie bereits gesagt finde ich die Frage, was – bei einer rein theoretischen Betrachtung, nein, ich möchte Vergewaltigung nicht straflos stellen, meiner Meinung nach ist der Straftatbestand vollkommen gerechtfertigt – eigentlich passieren würde:

  • würden sich Männer wie die Tiere auf ihre Partnerinnen stürzen?
  • würden Frauen ihr Verhalten ändern? Welche Schutzmaßnahmen würde man erwarten?
  • Würden Männer als Beschützer tätig sein?
  • Würde es mehr oder weniger Vergewaltiger geben?
  • Wie würde es die „Dating Ebene“ verändern?

Und natürlich:

6. Sehen andere das auch so

Roosh wurde nicht etwa von seinen Anhängern gefeiert, weil er endlich fordert, dass Vergewaltigung straffrei wird. Sie feierten ihn, wie man den Kommentaren entnehmen kann, gerade weil es aus ihrer Sicht ein gutes „modest Proposal“ war:

You’ve obviously acquainted yourself with Jonathan Swift. Well done.

Agreed; make this longer and call it „An Immodest Proposal“ (see what I did there?)
And brace for epic shitstorm and outcry.

I was gong to comment that it’s like „A Modest Proposal,“ but serious.

It is satirical in the sense that Roosh is satirizing how feminists prioritize rape above anything else. In essence Roosh is saying he doesn’t prioritize preventing rape above very other single value, but if he did, this is what he would do. Of course to falls apart because what he proposes would not decrease rape.

Anscheinend haben noch nicht einmal seine Anhänger die Auffassung vertreten, dass es ernst gemeint war.

7. Sollte es daher ein „Make Rape Legal“-Treffen geben?

Die Zeitungen und Nachrichten überschlugen sich mit der Schlagzeile, dass es eine Treffen von „Make Rape Legal“-Aktivisten geben sollte und es wurde ein Bild gemalt, bei dem diese wikingergleich vergewaltigend und brandschatzend durch die Städte ziehen wollten.

Tatsächlich wurde zu keinem Zeitpunkt von der Seite von Roosh irgendetwas in Richtung „Make Rape Legal“ in Verbindung mit dem Treffen gesagt. Tatsächlich war das ganze eher als eine Art „Kaffekränzchen“ oder ein Stammtisch gedacht.

8. Was hat Roosh selbst dazu gesagt

https://twitter.com/rooshv/status/694769625129717760

I’ll state once again: the „How To Stop Rape“ article was satire. Neither me or my supporters want rape to be legalized. The media is lying.

Bereits 4 Tage nach dem er den Artikel herausgebracht hat, hat er bereits ein Video gemacht, in dem er ausdrücklich klarstellt, dass es ein Gedankenexperiment (3:35) war:

Er führt aus, dass aus seiner Sicht jeder Vorschlag, mit dem man zwar eine Absenkung von Vergewaltigungszahlen erreichen, aber nicht mehr Männer verfolgen würde, aus seiner Sicht sofort zu Hass gegen den Vorschlagenden führen würde. Die eigentlichen Vergewaltigungszahlen seien egal, wichtig sei nur, dass man Männer dafür verantwortlich machen könnte. („Treat men like criminals, treat women as childs“)

In diesem Video führt er auch noch einmal aus, dass er es nicht ernst meinte, sondern es Satire als Gedankenexperiment war.

Inzwischen ist auch der Artikel selbst überschrieben mit:

Note: The following article was published as a satirical thought experiment. It’s conclusion is not to be taken literally. 

Ich vermute er freut sich im übrigen über die Zugriffe:

https://twitter.com/rooshv/status/694997694096498689

https://twitter.com/rooshv/status/694732816861495297

https://twitter.com/rooshv/status/694434229590048768

Was da glaube ich nicht verstanden wird:

Roosh will provozieren. Er wird seine Texte immer so gestalten, dass die mit Feindbild etwas daran aufhängen können. Er hat es geschafft, dass er weltweit bekannt ist und in Zeitungen erwähnt wird. Sein von Werbeeinnahmen lebender Blog hatte bei 40.000 Zugriffen die Stunde knapp eine Million Zugriffe am Tag.

Der Versuch, Roosh mit Dreck zu bewerfen, ist vollkommen sinnlos, weil er es als heroischen Kampf reframed.