„Ich habe das Recht nicht belästigt zu werden“

In einer Diskussion oder einem Blogbeitrag, ganz sicher wo bin ich mir nicht mehr, meinte eine Feministin, dass sie das Recht darauf hätte nicht belästigt zu werden.

Sie hielt mir vor, dass es ca 8.000 Vergewaltigungen pro Jahr in Deutschland gäbe. Ich erwiderte, dass auf 42 Millionen Frauen gerechnet ja nur eine relative Zahl sei.

Was mich zu der Frage brachte, ab welcher Zahl von Vergewaltigungen, aber welchem Grad von Sicherheit denn ein gewisses Sicherheitsgefühl vorhanden wäre.

Kann man Null verlangen? Es ist aus meiner Sicht eine Zahl, die nicht erreichbar ist. Selbst wenn man alle Männer täglich in ein feministisch geführtes Privilegienhinterfragungs- und allgemeines „Teach Men not to rape“ Seminar schicken würde, wären noch ein paar Verrückte da, an denen das vollkommen vorbeigehen würde, die vielleicht sogar eher auf Ideen gebracht werden würden.

Sicherheit ist in der heutigen Zeit im wesentlichen etwas, bei dem man die Balance zwischen den Rechten des Einzelnen und dem Schutz der Allgemeinheit finden muss. Man kann jeden Mensch mit einem Mikrochip ausstatten, der seinen Aufenthaltsort weitergibt, seine Biofunktionen überwacht oder ihm eine Stirnbandkamera oder ein Google-Glas mit automatischer Aufzeichnung und Einsichtrecht der Polizei umschnallen. Oder man schafft die lästige Unschuldsvermutung in dem Bereich ab. Aber hat dann eben Unschuldige im Gefängnis und keinen Schutz gegen staatliche Willkür mehr.

So würde sicherlich einiges mehr aufklärbar und anzeigbar sein. Aber es geht eben gleichfalls in den privaten Bereich.

Auf dieser Idee aufbauend hat natürlich jeder das Recht, nicht belästigt zu werden. Aber ob man dieses umsetzen kann ist eben eine andere Frage. Das ist bei anderen Rechten nicht anders: Man hat beispielsweise das Eigentumsrecht. Dennoch gibt es Diebe oder Leute, die einen anderweitig um sein Eigentum bringen wollen.

Demnach muss man sich, wenn man sich über Zahlen aufregt, zunächst die folgenden Fragen stellen:

  • Sind die Zahlen relativ gesehen hoch?
  • Wie könnte man die Zahlen niedriger ausfallen lassen und ist das tatsächlich ein wirksames Mittel bzw. stehen die dafür aufgegebenen Rechte im Verhältnis zu dem, was man dafür bekommt?

Der Radikalfeministische Standpunkt wäre wohl „wenn wir keine Rape Culture mehr sind, wenn das Patriarchat besiegt ist, dann geht es zwischen den Geschlechtern ja nicht mehr um Machtfragen, also muss auch niemand mehr sexualisierte Gewalt ausüben, kurz: Es muss einfach jeder Feminist sein, Problem gelöst.“

Meiner Meinung nach handelt es sich nicht um ein wirksames Mittel. Die Interessenlagen würden nach wie vor so bestehen, dass viele Frauen es zu mühsam finden, so etwas anzuzeigen und demnach würden es einige Männer für eine potentielle Strategie halten.

Man kommt insofern wohl dann nicht an einem Überwachungsstaat vorbei, wenn man massiv absenken will.

Grafiken zu Vergewaltigung, Gewalt gegen Frauen, Eigentumsrechten etc weltweit

Die Seite „Womanstats“ ist ein Project, bei der Frauen betreffende Daten zusammengestellt werden sollen. Es liefert eine Übersicht mit recht interessanten Grafiken, bei der allerdings leider keine Quellen angegeben sind:

Körperliche Sicherheit von Frauen weltweit

Körperliche Sicherheit von Frauen weltweit

Das es eine relativ feministische Gruppe zu sein scheint sieht man bereits daran, dass Frauen anscheinend nirgendwo sicher sind, Amerika, Kanada und Deuthschland wird auch nur „moderate Sicherheit für Frauen“ zugesprochen. Schweden, Frankreich und Spanien sind etwas besser. Für die momentane Debatte interessant ist sicherlich der nordafrikanische Bereich, in dem die Sicherheit komplett fehlt

Gefahr der Vergewaltigung weltweit

Gefahr der Vergewaltigung weltweit

Bei Vergewaltigungsgefahr erhält Deutschland sogar nur eine 4, andere Westliche Länder wie die USA eine 3, die auch Schweden, Musterland des Feminismus, nur erhält. Die Schweiz scheint mir gar eine 1 zu haben. In Afrika und den arabischen Bereichen sieht es eher düster aus.

Vorkommen und Bestrafung von Vergewaltigung

Vorkommen und Bestrafung von Vergewaltigung

Die westliche Welt schneidet noch relativ gut ab, immerhin ist Vergewaltigung unüblich. In den afrikanischen und arabischen Ländern ist es hingegen „vorherrschend“.

Frauen in den Parlamenten / Legislative

Frauen in den Parlamenten /Legislative

Die Beteiligung in den Parlamenten und der Regierung ist auch interessant. Da schneidet Deuschland, auch sicherlich dank Merkel, gut ab. Nordafrika und der arabische Raum hingegen schlecht. Russland und China scheinen auch nicht wirklich eine hohe Frauenquote zu haben

Präferenz von Söhnen und Geschlechterrate

Präferenz von Söhnen und Geschlechterrate

Auch hier gibt es anscheinend der Grafik nach keine Staaten, in denen es nicht zumindest eine kleine Vorliebe für Jungs gibt. Der Westen schneidet noch einigermaßen ab, Afrika und die arabische Welt bevorzugt Jungs deutlicher, ebenso wie Indien. Eine Grafik, in der es um Bevorzugungen von Mädchen gibt es leider nicht.

Lebenserwartung von Frauen

Lebenserwartung von Frauen

Die Lebenserwartung der Frauen ist am besten in der westlichen Welt, in Afrika sieht es im Verhältnis zur westlichen Welt düster aus.

Lebenserwartung Männer Frauen

Lebenserwartung Männer Frauen

Hier ist es erst einmal interessant, wie die Farben verwendet werden:

  • Frauen werden 9 Jahre älter als Männer: Gefahr für Männer
  • Frauen werden 4 bis 8 Jahre älter: Zumindest im grünen Bereich
  • Frauen unter 3 Jahren ÄLTER als Männer: Rot, Gefahr für Frauen!
Stärke der Barrieren zur Anzeige von Vergewaltigungen

Stärke der Barrieren zur Anzeige von Vergewaltigungen

Hier schneidet Deutschland erstaunlich schlecht ab, im orangen Bereich. Das heißt „Die Barrieren sind hoch, aber eine Frau ist nicht in Gefahr, wenn sie eine Anzeige macht“. Schweden ist immerhin im gelben Bereich, trotz mit der höchsten Anzeigenzahl in der westlichen Welt. Die arabische Welt schneidet, was angesichts von Peitschenhieben als Strafe für vergewaltige Frauen nicht verwunderlich ist, ebenso schlecht ab, wie weite Teile Afrikas

Häufigkeit von Vergewaltigungen

Häufigkeit von Vergewaltigungen

Auch hier ist erst einmal die Scala interessant: Dunkelgrün bedeutet 0 (Null) Vergewaltigungsfälle auf 100.000 Einwohner. Es wird demnach auch nicht erreicht. Bereits bei 11 von 100.000 ist man im gelben Bereich. Interessant ist hier, dass die arabische Welt 2011 relativ gut abschneidet. Und das obwohl die Haltung dort stark „Vergewaltigungslastig“ ist. Allerdings dürften dazu zwei Gründe beitragen:

  • Die Folgen davon, dass man eine Vergewaltigung anzeigt, sind so hoch, dass es keine Frau macht
  • Frauen sind weit weniger ohne entsprechenden Begleiter unterwegs, es finden keine zwanglosen Dates statt, Frauen sind weniger unbeobachtetm es besteht weit weniger die Möglichkeit (abseits der Vergewaltigung in der Ehe) eine solche Tat unbeobachtet zu begehen.
Eigentumsrechte Frauen Männer

Eigentumsrechte Frauen Männer

Auch hier interessant: Dunkelgrün hat man einfach weggelassen, selbst ohne rechtliche Einschränkungen bekommt man nur Hellgrün. Natürlich ist hier wieder der afrikanische und der arabische Raum problematisch

Eigentumsrechte Männer Frauen

Eigentumsrechte Männer Frauen

Da wäre es natürlich interessant, was mit „Praxis“ gemeint ist. Wäre interessant, ob da der Zugewinn mit eingegangen ist. Auch interessant wäre, ob die Lebensversicherung des Mannes mit der Frau als Bezugsberechtigte für den Todesfall dort eingeflossen ist. Aber auch hier: Afrika und die arabische Welt schneiden schlecht ab.

Ich hatte bereits an anderer Stelle besprochen, dass der weiße, heterosexuelle Mann, das klassische Feindbild der intersektionalen Genderfeministen in Punkte Gleichberechtigung gar nicht so schlecht abschneidet.

Auch Thesen wie „Vorfälle wie in Köln besonders zu besprechen und die von „Biodeutschen“ auszublenden ist Rassismus, das ist alles ganz normal in einer Rape Culture“ scheinen mir da eher einen schweren Stand zu haben.

Insgesamt wäre ich an den Daten, die den Grafiken zugrundeliegen sehr interessiert. Es ist ja bereits schwierig Vermutungen darüber anzustellen, wie viele Vergewaltigungen nicht angezeigt werden, weil kulturelle Hindernisse bestehen.

Dennoch scheint mir die Tendenz deutlich und auch wenig überraschend: Insgesamt ist die westliche Welt für Frauen der sicherste Ort.

Angst rechtfertigt die Angst

Auf Twitter schreibt Kopfpampe:

Ich wurde zum Glück noch nie belästigt auf der Straße. Aber mulmig ist mir trotzdem, wenn ich Männern alleine begegne.

Die klassische Gegenprobe:

Ich wurde zum Glück noch nie belästigt auf der Straße. Aber mulmig ist mir trotzdem, wenn ich Ausländern alleine begegne.

Die meisten wären sich einig, dass es Rassismus wäre.

Sie wurde noch nie belästigt, aber sie fordert trotzdem, dass man die Straßen zurück erobert. Als Grund wird nur eine diffuse Angst genannt, die anscheinend keine wirkliche Grundlage hat.

Die Angst selbst rechtfertigt hier anscheinend die Angst.

Ob diese Angst eine reale Grundlage hat ist dabei relativ egal.

Ein anderer Umstand, der ein großes Gefühl der Unsicherheit erzeugen kann, ohne das eine tatsächliche Gefahr besteht, ist die Vornahme von Absicherungsmaßnahmen. Wer beispielsweise meint, immer nur in Begleitung nach Hause gehen zu können, der weißt häufig dem Umstand, dass er dieser Regel folgt, Bedeutung dahingehend zu, dass dadurch die Tat verhindert worden ist.

Dabei ist diese Kausalität gar nicht gegeben: Die Tat könnte auch ohne diese Absicherung nicht geschehen sein und die Frau vollkommen sicher nach Hause gekommen sein.

Das ist auch eine der Gefahren davon, wenn man überall Gefahren sieht und davor warnt und daraufhin die Leute besonders vorsichtig sind. Denn man kann sich auch vor einer imaginären Gefahr schützen und dann meinen, dass der Schutz erforderlich war.

Ob dieser Schutz in dem konkreten Fall erforderlich war, wäre eine andere Frage. Aber das sollte man, wenn nie etwas passiert, auch nicht ohne weiteres unterstellen

Flirten als Anti-Vergewaltigungs-Aktivistin

In einem Artikel geht es darum welche Probleme „Anti Rape“-Aktivistinnen, also SJWs, wenn ich das richtig sehe, in ihrem Datingleben so haben.

Ich finde da wird deutlich, dass diese gar nicht merken, wie und warum sie auf eine bestimmte Weise wahrgenommen werden. Eine beschreibt die Reaktion so:

She’s appeared in aGlamour issue honoring college women who are about to change the world. And she says there were men who wouldn’t approach her or date her after recognizing her, or learning of her work.

“Nobody ever explicitly said, ‘Oh you’re a survivor, we can’t date,’” she told me. “But they’d assume that I was just doing this for attention, or more frequently they didn’t want to deal with it. It was too much. They assumed I’d have a lot of needs.”

Then there were those who were a little too eager to make it know that they would never, ever assault a woman. “Their first response is ‘I’m not one of those guys, I would never do that,’” she said. “I mean, what, should I be carrying gold stars now?”

Ich halte die Reaktion derjenigen, die sich da stark zurückhalten, sehr gut verstehen. Eine Anti-Rape-Aktivistin dieser Art ist aus meiner Sicht ein vollkommen unkalkulierbares Risiko und ich kann mir nicht vorstellen, dass man eine solche Ideologie leben und vertreten kann, ohne eine überaus schlechte Meinung über Männer zu haben.

Was ich auch immer wieder großartig finde ist diese „Keine Kekse für Selbstverständlichkeiten„-Haltung, wie man es wohl in Deutschland sehen würde: Man sagt, dass man gegen ein bestimmtes Verhalten ist, welches sich nach der eigenen Meinung gerade bei Leuten aus seiner Gruppe zeigt und das einem dieser Punkt wichtig ist. Der Gesprächspartner sagt daraufhin, dass  er ein solches Verhalten auch schlecht findet und eben trotz seiner Gruppenzugehörigkeit dieses Verhalten nicht zeigt.

Im Pickupterminus stellt ihre Aussage erst einmal eine Qualifizierung da, denn es enthält recht leicht erkennbar einen Vorwurf, der ihn disqualifizieren würde. Mit der tatsächlichen Qualifikation zeigt er Interesse an ihr, also Male to female Interest. So gesehen bleibt die Reaktion in Mysterys Modell, anscheinend hätte er nicht so ohne weiteres „durch den ihm hingehaltenen Reifen“ springen sollen, sondern es wahrscheinlich einfach abtun und erst einmal einen IOI von ihr abwarten sollen. Auch hier scheinen die klassischen Schemata zu gelten. Allerdings ist es in dem Fall wohl besser, wenn man schlecht flirtet und das ganze im Sande verläuft.

Chrissy Keenan, a UCLA senior, is the president of Bruin Consent Coalition, a campus group that works to raise awareness regarding sexual assault on campus. “When people know of me but they don’t really know the work, they hear the term ‘feminist’ or ‘sexual-violence prevention,’ they think, ‘super-extreme, bra-burning feminism,’” she explains, which often puts people on the defensive.

Es freut mich zu lesen, dass dies die normale Reaktion ist. Aus meiner Sicht sind solche Frauen ein unkalkulierbares Risiko und den potentiellen Ärger definitiv nicht wert.

Der eigentlich Interesse Teil ist aber dieser hier:

Keenan herself, though, sometimes finds it hard not to go on the offensive. She’s so used to laying down the nitty-gritty details of consent that she’s been known to open romantic interactions with a spiel that feels straight out of a student handbook.

She animatedly tells a story about a recent Tinder rendezvous: “One time, I agreed to meet with this guy at 8 or 9 at night. Before we met, I said to him, ‘This is the work I do, I know the chief of police … so, don’t try and get creepy; I know all my rights.’ And five minutes later, he was like, ‘Actually, I’m really not OK with how you just assume I’m a bad guy. And I get very bad vibes from that, so we shouldn’t hang out anymore.’”

“I was in a rage. He was a total fuckboy about consent,” she said.

Das ist gleich doppelt interessant.

Zum einen würde mich interessieren, wie ihr seine Reaktion findet. Ich finde sie sehr verständlich. Nach solchen Vorhaltungen und dem darin liegenden Mißtrauen hätte ich kein Interesse mehr daran, mich mit ihr zu treffen.

Zum anderen finde ich es interessant, dass sie sich beschwert. Denn es ist ja nicht so, dass er mitteilt, dass er etwas gegen Consent hat. Er hat etwas dagegen, dass sie ihm mit der Polizei droht und annimmt, dass dies notwendig ist. Er hat hier quasi erklärt, dass er sich auch ihr gegenüber nicht wohl fühlt. Was ja aus ihrer Sicht sicherlich ein guter Grund ist ein Date abzubrechen und einfach zu gehen.

Ihre Aufregung darüber wäre insofern klassisches Entitlement, eine Form von „es steht mir zu, dass er trotz meiner Aussagen ein Date mit mir hat“.

 

Frau möchte den Spies umdrehen, schickt Vagina-Fotos, Männer sind begeistert

Eine Frau war genervt davon, von Männern beständig Bilder ihrer Penisse geschickt zu bekommen und wollte diesen mal zeigen, wie sich das anfühlt (via). Sie suchte sich also ein ihr gefallenes Foto einer Vagina im Internet (ihre eigene wollte sie nicht verschicken), eine Dating-App, die es einem erlaubt direkt Fotos zu versenden, die aber wohl sonst wie Tinder funktioniert, wischte nach rechts um anzuzeigen, dass sie das Profil mochte und bekam in kurzer Zeit etwas 40 „Übereinstimmungen“, die sie direkt anschrieb und ihnen dann das Vagina-Bild sandte.

Was sie erwartet hatte:

I braced myself for, „Hey, why’d you send that?“ or „Whoa, where’d that come from?

und:

I’d initially hoped the guys would see how invasive it is to receive such intimate photos from a stranger. When I’m excited to get to know a guy, his penis isn’t the first part of him that I want to know

Die Männer hingegen waren eher begeistert, weil sie davon ausgingen, dass eine Frau, die so ein Foto sendet, wohl Sex haben will. Hier ein paar der Chatverläufe:

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

 

Vagina Bilder im Chat

Vagina Bilder im Chat

Ihre Schilderung dazu:

For the three guys that responded quickly, I flirted aggressively and hit them with the v-pic after four to five messages. I braced myself for, „Hey, why’d you send that?“ or „Whoa, where’d that come from?“ Instead, I got three very lengthy… porn descriptions of what they’d like to do with that virtual vagina.

I didn’t know what else to do, so I wrote, „Send me a pic.“ And boy, did they. Three dick pix: two erect, one flaccid. Of course I took screenshots.

I decided to up the shocker ante and hit the next crop of guys with the v-pic after initial hellos. Four guys asked me what I did for a living, my guess was to determine if I was a pro or in porn.

One guy asked me if I was real. One guy was an art critic towards my faux vaje pic. One sent me a picture of his dog. One guy sent me a dick pic and a link to a YouTube video of him doing slo-mo karatay. Another responded with emojis. Three sent me shirtless photos (lame).
I got 10 dick pix, including one that included a, um, happy ending. (Note to men: please don’t EVER send that unprompted. KThanksBye.) An Australian wrote to me like an old elementary school pal.

Still frustrated I hadn’t totally freaked anyone out, I decided to send a v-pic as soon as we matched. No hellos. No commentary. Just wham, bam, that’s my little ma’am!

Of the 10 that I sent, only three guys failed to respond (no word on how active they are on the app). The other seven wrote what they’d like to do to me and asked when we could meet.

„Moralische Panik“ (Moral Panik)

Leser Keppla kommentierte:

Gab es hier schon mal was zu “moral panic”?

Ich habe den Eindruck, dass sich vieles im Bereich Feminismus/SJWism recht gut dadurch erklären lässt.

Der englische Wikipediaeintrag dazu:

A moral panic is an intense feeling expressed in a population about an issue that appears to threaten the social order. The Oxford University’sDictionary of Sociology defines a moral panic as „The process of arousing social concern over an issue – usually the work of moral entrepreneurs and the mass media.“ The media are key players in the dissemination of moral indignation, even when they do not appear to be consciously engaged in crusading or muckraking. Simply reporting the facts can be enough to generate concern, anxiety or panic.

Auf der deutschen Seite heißt es:

Moralische Panik (aus englischMoral Panic) bezeichnet ein Phänomen, bei dem eine soziale Gruppe oder Kategorie aufgrund ihres Verhaltens von der breiten Öffentlichkeit als Gefahr für die moralische Ordnung der Gesellschaft gekennzeichnet wird. Ziel des öffentlichen Aufruhrs ist die Unterbindung des als Bedrohung empfundenen Verhaltens auf langfristige Sicht. Die dabei entstehende öffentliche Dynamik wird durch eine sensationsfokussierte Medienberichterstattung und privat organisierte Initiativen begleitet. Häufig handelt es sich dabei um Problematiken wie Kindesmissbrauch, Drogenmissbrauch oder Jugendkriminalität. Letztendlich führt die moralische Panik zu einer Verstärkung der sozialen Kontrolle und der Verringerung der Wahrscheinlichkeit für einen normativen Wertewandel.[1] Der Begriff ist von dem der Massenhysterie abzugrenzen, die nicht der sozialen Kontrolle gilt.

Es werden also bestimmte Personen bzw. eine bestimmte Gruppe als „die Bösen“ dargestellt und als Gefahr für die moralische Ordnung der Gesellschaft ausgewiesen.

Das passt durchaus gut zu

  • toxischer Männlichkeit
  • Rape Culture
  • der weiße Mann als Verursacher allen Leids
  • Eine Hierarchie der abgestuften Bösartigkeit wie in der intersektionalen Theorie

Es passt natürlich auch zu Äußerungen von Anne Wizorek (marthadear) a la “ Für ganz viele Frauen ist es extrem schlimm einfach schon auf die Straße zu gehen

Wobei ich bezweifeln würde, dass viele Feministinnen in dieser Hinsicht kühle Ausnutzer dieses Mechanismus sind, sie sind eher tatsächlich überzeugt davon, in gewisser Weise also selbst Produkte der „Moralischen Panik“, die sich mit den Anhängern immer weiter verstärkt.

Lauren Southern: SlutWalk Revisited (Edmonton)

 

Es wäre ja eigentlich schön, wenn man vergleichbares, also mit Schildern wie „Es gibt keine Rape Culture in Deutschland“ oder „Die Rape Culture Theorie behindert die Bekämpfung sexueller Gewalt (RAINN)“ auf einem deutschen Slutwalk auftauchen, veranstalten könnte.

Bekleidungsvorschriften in der Schule, Hotpants und Rape Culture

Bei Twitter und in den Medien hat es schon ordentlich die Runde gemacht: Das „Hotpants-Verbot“. Der Spiegel berichtet:

Der Elternbrief war kurz und eindeutig. „In letzter Zeit müssen wir gehäuft feststellen, dass Mädchen der Werkrealschule sehr aufreizend gekleidet sind“, schrieb Bianca Brissaud, Schulleiterin in Horb-Altheim. Das Kollegium habe sich entschlossen, „dass wir an unserer Schule keine aufreizende Kleidung dulden wollen“.

Damit wolle man „zu einem gesunden Schulklima beitragen“, heißt es in dem Schreiben weiter, das der „Schwarzwälder Bote“ am Montag dokumentierte. An der Schule gelte ab sofort die Regel: „Wer zu aufreizend gekleidet ist (zum Beispiel bauchfreies Shirt, Hotpants…), der bekommt von der Schule ein großes T-Shirt gestellt, das er/sie sich bis zum Schultagsende anziehen muss.“ Trotz geschlechtsneutraler Formulierung an einzelnen Stellen werden im Elternbrief dezidiert nur die Schülerinnen der Realschule angesprochen, heißt es in dem Bericht.

Anderen Schulen ist zu lockere Kleidung ebenfalls ein Dorn im Auge. Die Friedrich-Voith-Schule in Heidenheim hält T-Shirts mit Schullogo für freizügig gekleidete Schüler bereit. Am Würzburger Deutschhaus-Gymnasium sind bauchfreie Tops, Hotpants und – für Jungen – ärmellose Shirts verboten. Und am Heidehof-Gymnasium, einer evangelischen Privatschule in Stuttgart, müssen sich zu leicht gekleidete Schüler in schwarze XXL-T-Shirts hüllen.

 

Aus meiner Sicht etwas sachlicher hier in den Stuttgarter Nachrichten:

Hautenger Minirock, ultrakurze Hose oder tiefer Ausschnitt – gerade Schülerinnen zeigen im Hochsommer gerne Haut und Bein. Für die einen ist das Provokation, andere sprechen von Mode.

In den Klassenzimmern an Baden-Württembergs öffentlichen Schulen dürfen die Kids in der Regel anziehen, was sie wollen. „Die Schule ist nicht berechtigt, die eigene Moralvorstellung zum Gradmesser für eine korrekte Kleidung zu machen“, sagte ein Sprecherin des Kultusministeriums am Donnerstag in Stuttgart. Kleiderregeln oder gar Vorschriften gebe es an öffentlichen Schulen nicht. Gefährdeten Hotpants allerdings den Schulfrieden – sprich schauen die Jungs eher auf die Beine der Mädchen denn an die Tafel – darf die Schule eingreifen. (…)

Am Stuttgarter Heidehof-Gymnasium, einer evangelischen Privatschule, liegen auch solche T-Shirts bereit, in schwarz und XXL-Größe. „Es gibt grundsätzlich Gespräche mit den Schülern, wie wir das gerne hätten“, sagte Schulleiter Berthold Lannert über die Kleidungsvorstellungen des Hauses an besonders heißen Tagen.

Wer immer mit zu wenig Stoff am Körper im Klassenzimmer sitze und uneinsichtig sei, müsse solch ein übergroßes Shirt tragen: Bisher sei das aber erst zweimal vorgekommen – und zwar nicht wegen einer zu kurzen Hose eines Mädchens: Zwei Jungen trugen Hänge-Hosen mit dem Schritt in den Kniekehlen – freier Blick auf die Unterhose inklusive.

An dieser anderen Schule waren also nur Jungs bisher die „Opfer“ einer solchen Kleidervorschrift.

Meine Meinung dazu ist gemischt:

  • ich würde auch sagen, dass eine gewisse Zurückhaltung geboten ist. Die persönliche Kleidung des einzelnen geht erst einmal die Schule nichts an.
  • Allerdings sehe ich sehr wohl eine Berechtigung zum Eingreifen, wenn sich dies auf den „Schulfrieden“ auswirkt und gleichzeitig die Maßnahme nicht die Grenzen des Zumutbaren überschreitet. Das ist die im Verwaltungsordnungsrecht sehr verbreitete Figur des „Anscheinsstörers“: Wer den Anlass für Störungen setzt, der kann angehalten werden, diese abzustellen, wenn auf diesem Weg die Störung insgesamt beseitigt werden kann und andere Wege zu schwierig sind.
  • Ich kann mir gut vorstellen, dass zuviel Haut bei schönen Mitschülerinnen Signale gerade bei Teenagern aussendet, die interessanter sind als so mancher langweiliger Unterricht. Um mal von der Kleidung wegzukommen: ich vermute mal, dass die meisten Schüler auch weniger lernen, wenn man neben ihnen im Raum anfängt ein leckeres Büffet vorzubereiten oder dort Artisten einen Auftritt üben. Hier wird man kaum anführen, dass die Schüler eben lernen müssen, diesen Versuchungen zu widerstehen und es verstehen, wenn der Lehrer das für seinen Unterricht auch nicht für ideal hält. Sex ist dabei ein durchaus starkes Signal
  • Wenn eine Ablenkung vorhanden ist, die den Unterricht stört, dann halte ich das Überziehen des T-Shirts für eine vollkommen zulässige Maßnahme
  • Gleichzeitig würde ich der Schule auch im Rahmen ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags das Recht geben, dass auf für den Unterricht angemessene Kleidung geachtet wird, auch wenn dies vorsichtiger gehandhabt werden muss. Dabei ist ähnlich wie in anderen Berufen auch, der sexuelle Reiz auf ein angemessenes Maß zu beschränken. Das bedeutet nicht, dass man nun Kleidung verlangen könnte, mit der man in den Vatikan gelassen wird, aber auch hier gibt es einen gesellschaftlichen Grundkonsens.

Die Frage ist natürlich, was mit „Hotpants“ letztendlich gemeint ist. Nach Wikipedia sind dies:

Hot Pants (englisch: „scharfe Hosen“) sind enge, sehr kurz geschnittene, den Po betonende Shorts für Frauen.

Die Bilder, die man da findet, sind aus meiner Sicht doch sehr verschieden:

Hotpants

Hotpants

Hier hätten wir eine sehr kurze Variante, bei der der halbe Hintern zu sehen ist. Aus meiner Sicht wäre es hier vollkommen okay, auf eine angemessene Kleidung zu bestehen

Hotpants

Hotpants

Das sind schon etwas vorsichtigere Hotpants, die zumindest den ganzen Hintern bedecken. Hier kann man dann geteilter Meinung sein.

hotpants Bauchfrei

hotpants Bauchfrei

Hier wäre die Hose zwar auch Hinternbedeckend, aber das Outfit insgesamt doch reichlich sexuell. Ich hätte hier nichts gegen ein Einschreiten, wenn es stört.

Hotpants

Hotpants

Hier hätte ich verständnis für jeden Junger, der sich nicht voll auf die Unterrichtsstunde konzentrieren kann

Es ist schwer ein Bild von Schülerinnen in Hotpants zu finden und ich wollte bei Google und der NAS auch niemanden auf mich aufmerksam machen. Hier also noch ein Bild von Schülerinnen, die nach einem Hochwasser in kurzen Hosen helfen:

Schülerinnen kurze Hosen

Schülerinnen kurze Hosen

Das scheint mir alles jetzt auch noch vollkommen okay zu sein. Es ist nicht auf besonders sexuell getrimmt, es ist soweit alles angemessen, auch wenn die Hosen kurz sind. Es scheint mir bei warmen Wetter auch vollkommen okay, Jungs könnten vergleichsweise genauso viel Haut zeigen.

Im Gegenzug finde ich persönlich die „tiefsitzenden Gangster Hosen“ wesentlich weniger sexuell, sie wären schon eher ein „zieh dich ordentlich an“:

gangster hosen boxerhsorts

Im ganzen hat vieles davon aus meiner Sicht nichts mit Wärme zu tun, aber einiges mit intrasexueller Konkurrenz unter Frauen und Signalling. Jungs zeigen nachhaltig, dass man auch mit etwas längeren Hosen und einem Tshirt überleben kann, es muss keine Frau quasi nackt herumlaufen. Wenn sie es tut, dann ist ihr auch bewusst, dass sie damit sexuelle Signale sendet und will dies sowohl gegenüber den Jungs als auch gegenüber den Mitschülerinnen. Es ist eben ein zeigen wie heiß man ist und das man sich solche Hotpants leisten kann, ohne das alle darüber lästern, dass da alles rausquillt oder denken, dass man scheiße aussieht. Natürlich scheitern daran auch immer wieder verschiedene Mädchen, weil sie die Mode mitmachen wollen, obwohl sie bei ihnen nicht gut aussieht. Die sind aber auch meist nicht der Grund dafür, dass große T-Shirts verteilt werden.

Die TAZ macht aus dem Verbot erst einmal eine Bestätigung, dass wir in einer Rape Culture leben:

Es gehe dabei, so die Schulleiterin Bianca Brissaud, „nicht um die Unterdrückung der Individualität Ihres Kindes“. Vielmehr wolle sie „damit ein kleines Stück zu einem gesunden Schulklima beitragen, in dem sich alle wohlfühlen und in dem gesellschaftliche und soziale Werte gelebt und gefördert werden“. Sie sei von Lehrerinnen und Lehrern darum gebeten worden, „dringend“ etwas zu tun, sagte die Schulleiterin dem Schwarzwälder Boten.

Ja, aber warum? Und was für Werte sind das, die da so dringend gelebt und gefördert werden sollen?

Die Erklärung liefert die Schulleitung in ihrer Wortwahl: Hotpants und bauchfreie T-Shirts seien „aufreizend“. Wird nicht weiter erläutert, heißt aber: Die knappen Klamotten könnten jemanden reizen, etwas zu tun. Hinzugucken. Hinzugreifen. Die Werte, die hier vertreten werden, heißen: Rape Culture und Victim Blaming. Es geht nicht um den Stoff, es geht um Schuld, um Kontrolle und Autonomie

Bis auf die zwei Stuttgarter Jungsärsche wird in allen genannten Fällen davon ausgegangen, dass Mädchen, die sich zu knapp kleiden, das Problem sind: Wenn Jungs oder Lehrer von Mädchen abgelenkt werden, müssen die Mädchen sich etwas anziehen. Als wenn Frauenkörper etwas sind, was versteckt werden muss, damit nichts Schreckliches passiert. Weil – und das ist ebenso sexistisch – davon ausgegangen wird, dass Jungs und Männer sich dann nicht mehr unter Kontrolle halten können.

Es ist genau dieselbe Rhetorik, die angewandt wird, wenn Frauen belästigt oder vergewaltigt wurden, und dann hören müssen: Du hättest etwas anderen anziehen / dein Getränk nicht stehen lassen / diesen Weg nicht langlaufen sollen. Diese Art von Schuldumkehr nennt sich Victim Blaming: Das Opfer wird beschuldigt, an einer Tat selbst Schuld zu sein.

Victim Blaming wiederum gehört in den größeren Zusammenhang von Rape Culture: Eine Kultur, in der davon ausgegangen wird, dass sexualisierte Gewalt etwas ist, was eben passiert. Übergriffe sind dann etwas, was einzelne Opfer eben hinnehmen müssen, wenn sie sich nicht hinreichend verteidigt haben. Das ist dann dumm gelaufen. Nächstes Mal besser aufpassen. Dass es immer wieder dieselben Muster sind, nach denen Grenzen überschritten und Machtstrukturen ausgenutzt werden, kann man ignorieren, wenn man die Schuld den Opfern gibt

Natürlich ist es komplizierter, Jungs und Männern zu erklären, wie sie sich verhalten sollten, als Frauen einen Sack überzustülpen. Es gibt keine einfache und schnelle Lösung für das Problem. Das „Culture“ in „Rape Culture“ beschreibt eben eine ganze Kultur, und die beruht unter anderem auf sehr tief verwurzelten Ansichten darüber, was Frauen in der Öffentlichkeit alles tun und lassen sollten. Die völlige Selbstverständlichkeit, mit der Männer am Strand oben ohne rumlaufen und Frauen nicht, ist nur ein Beispiel. Eine Gesellschaft, in der nackte Frauen in der Werbung einerseits Aufmerksamkeit auf Produkte ziehen sollen und in der Frauen im Alltag andererseits aufpassen sollen, nicht „aufzureizen“, hat ein sehr grundsätzliches Problem.

Da hat man es mal wieder: Frauen sind für nichts veranwortlich, sie sind Opfer. Egal, ob hier eine Schulleiterin handelt, auch diese will nur wieder Mädchen zu Opfern machen und anscheinend Vergewaltigungen verharmlosen. Ebenso wie die Lehrerinnen. Aber diese sind eben auch nur Opfer des Systems. Auch den letzten Satz finde ich durchaus bemerkenswert: Denn Schule und Werbeplakat sind ja durchaus leicht zu erkennen vollkommen verschiedene Orte, für die dann auch verschiedene Regeln gelten. Man würde eben auch keine entsprechenden Werbeplakate in Schulräumen anhängen.
Natürlich hätte man das hier auch ganz anders framen können: Wenn die Schulleiterin gesagt hätte, dass sie bemerkt hätten, dass die Schülerinnen hier nur einem Trend folgen und verschiedene Mädchen sich bei Lehrerinnen beschwert hätten, dass dies auf sie Druck ausübt und sie gemobbt worden wären und einen Safe Space benötigen, dann wäre es eine interessante Diskussion gewesen: Darf man zu Gunsten anderer Schülerinnen Mädchen weniger sexuelle Kleidung vorschlagen? Darf man dann auch erziehen?

Es würde mich ja auch mal interessieren, wie eine feministische Gruppe auf eine stark geschminkte und sexuell gekleidete Frau mit einem durchtrainierten Körüer reagiert, die bei ihnen mitmachen will und das nicht bei einem Slutwalk.

Den nächsten Satz in der TAZ finde ich dann auch wieder typisch feministisch:

Sicher ist: Wenn Jungs im Unterricht nicht mehr auf die Tafel schauen, sondern auf den Bauchnabel des Mädchens neben ihnen, dann ist jede Lösung, die sich nur um den Bauchnabel kümmert, und nicht um den Jungen, eine schlechte. Im schlimmsten – aber nicht unwahrscheinlichen – Fall führt sie dazu, dass Mädchen sich, wenn ihnen etwas Unangenehmes passiert, nicht trauen, es zu erzählen, weil sie denken, sie seien selber Schuld.

Das ist die klassische feministische Lösung: Wenn Jungs etwas sexuelle anziehend finden, dann müssen sie eben damit klarkommen und sie müssen lernen, den Reiz auszublenden. Alles andere ist eben Victim Blaming.

Bei der Mädchenmannschaft fasst man das noch deutlicher:

An wen sich diese Kleidungsvorschrift richtet ist klar: Mädchen. Dies ist natürlich ein Muster der sommerlichen Schulkleidungsdiskussionen, die ja nicht kontextlos stattfinden, sondern sich einreihen in rape culture, victim blaming und weitere sexistische_rassistische_klassistische_fatshamende Körper- und Kleidungspolitiken. In den Erläuterungen heißt es dann oftmals, dass sich Schüler aufgrund der Kleidung nicht auf den Unterricht konzentrieren könnten – aber auch Lehrer abgelenkt seien. Und anstatt sich nun zu fragen, was diese Lehrer eigentlich an einer Schule machen, wird die Verantwortung für alles bei den Mädchen abgeladen, sie sollen sich nicht ‚aufreizend‘ (was soll das eigentlich hier genau sein?) kleiden. Lehrer und Schüler werden als nahezu unfähig zum geraden Gedanken inszeniert, als schutzbedürftig.

(…)

Oftmals wird so getan als wären bestimmte Kleidungsstücke und das Nichtverdecken von Körperstellen noch einmal eine besondere Einladung zu übergriffigem Verhalten: Damit meine ich nicht ausschließlich sexualisierte Übergriffe, sondern auch das allgemeineKommentieren anderer Körper, ungefragte Hinweise dazu wie sich zu kleiden wäre, Bemerkungen/ Blicke/ Geräusche beim Entblößen dicker Oberarme, Zeigen und Starren auf Narben, die sonst unter Stoff bleiben.

Was mir daran nicht gefällt:

Es wird so getan als wäre das Unangenehme, dass die Männer kurz davor wären übergriffig zu werden. Als wäre es so, dass sie sich nicht mehr zurückhalten können. Und als wäre es etwas schlimmes, sexuelle Reize auch sexuell aufzunehmen.

Dabei geht es schlicht darum, dass bestimmte Reize, auch unterhalb einer Übergriffigkeit unpassend sein können. Ich hatte hier schon etwas dazu gesagt, dass es anstrengend ist, wenn man sexuelle Reize, die man nicht wahrnehmen darf, ausblenden muss. Und natürlich kann auch eine 16jährige oder gar eine 19jährige mit tiefen Dekollete oder dem halben hintern unbedeckt ohne Probleme solche Reize aussenden und diese auszublenden kann unangenehm sein, auch wenn man selbstverständlich nicht über sie herfallen wird.

Hier soll letztendlich eine ganz normale Sexualität und den Umstand, dass man solche Reize registriert zur Abwertung verwendet werden. Wer sexuell wahrnimmt, der ist in diesem Denkschema schon ein Vergewaltiger, weil er diesen Drang niederkämpfen muss. Das halte ich für eine extrem sexfeindliche und auch männerfeindliche Sicht.

In dieser Sicht ist alles eine unnötige Sexualisierung von Frauen, die ja eigentlich gar nicht sexuell sind und hier nur durch die Gesellschaft zu „Sexobjekten“ gemacht werden. Es ist eine merkwürdige Zeichnung von Unschuld, die ich für vollkommen naiv halte: Ein Schülerin in Hotpants und mit bauchfreien Top ist sich vollkommen bewußt, dass sie sexuelle Signale sendet, sofern sie nicht in der Grundschule ist. Sie findet sich sicherlich mutig oder eben heiß genug. Die Naivität, dass sie das alles nur trägt, weil ihr einfach warm ist, ist insbesondere, wenn man ansonsten von einer Rape Culture ausgeht, in der jede Frau pausenlos sexuell belästigt wird und in der Nacktheit – so die Botschaft auf die bei jeden Slutwalk herumgeritten wird – als Einladung angesehen wird, von hoher Widersprüchlichkeit. Einerseits gibt es anscheinend eine beständige Botschaft, die Kleidung von Frauen zu regulieren. Andererseits geht diese Botschaft an Frauen vollkommen vorbei, die sich gar nicht bewußt sind, dass sie sexuelle Reize ausstrahlen und daher auch nicht dafür verantwortlich sind.

Der Mann muss eben einfach ausblenden und darf darf darf sich dadurch nicht gestört fühlen.

Die Frau hingegen darf sich durch den Blick aufgrund dieser Reize schon gestört fühlen. Er ist ein Schwein, gleich in die Richtung eines Kindervergewaltigers zu rücken.

Erzählmirnix hat (natürlich ohne Zusammenhang zu den Hotpants, wie sie in den Kommentaren schreibt) einen Comic mit ähnlichen Inhalt:

erzaehlmirnix reiz 12jährige pädophil

erzaehlmirnix reiz 12jährige pädophil

Das geht – so sehr ich Erzählmirnix Comics ansonsten schätze – in eine ähnliche Richtung: Es wird etwas an dem Wort „aufreizend“ aufgehängt, was dann die Wahrnehmung sexueller Signale als pädophil und perserv einordnen lässt.

Aus meiner Sicht sind Hotpants und Miniröcke recht eindeutig etwas, was wir mit sexuellen Reizen assozieren. Den Hintern einer 12jährigen damit zu betonen sendet deswegen auch dann ein sexuelles Signal, wenn es der Hintern aufgrund des Alters des Kindes nicht macht. Und gerade diese Verbindung kann einen natürlich stören. Weil man eben findet, dass ein solches Signal in der Verbindung erst einmal nichts zu suchen hat.  Natürlich kann man es merkwürdig finden, wenn 12jährige Kleidung tragen, die dafür konzipiert ist, sexuelle Signale zu senden, weil das eben eine Sexualisierung von Kindern ist, ohne gleich pädophil zu sein.

Man kann das an einem Beispiel erläutern: Wenn eine 12jährige einen Strip machen würde, in kompletter Kopie der Bewegungen einer erwachsenen Stripperin, dann würde man das auch dann unnötig sexuell aufgeladen finden, wenn sie schlussendlich Sting und BH nicht auszieht. Es passt einfach nicht. und kein Zuschauer würde sagen, dass es altersgerecht ist, sie da so tanzen zu lassen, weil ihr eben die Bewegungen Spass machen.

Es ist erstaunlich, wie gut diese Verurteilungen für die Wahrnehmung sexueller Reize allerdings funktioniert. Sexualität ist eben böse.

 

Ein interessantes Statement in diese Richtung findet sich auch hier:

Das Anliegen der Schule, Standards für die Verhüllung einzelner Körperregionen durchzusetzen, ist berechtigt. Schief liegt die Werkrealschule allerdings mit der Begründung: Dort ist die Rede davon, dass „Mädchen sehr aufreizend gekleidet sind“, und von bauchfreien Oberteilen und Hotpants. Damit stülpt die Schule den Jugendlichen beiderlei Geschlechts eine gefährlich einseitige Weltsicht über: Mädchen, die knappe Kleidung tragen, reizen das andere Geschlecht – und sind im Zweifel selbst schuld, wenn ein derart provozierter Mann nicht an sich halten kann. Den Jungen wiederum wird suggeriert, dass sie in ihrer wehrlosen Lüsternheit für ihren Sexualtrieb nicht mehr Verantwortung tragen als für den Kniesehnen-Reflex.

Eine Schule, die ihre Aufgabe ernst nimmt, sollte Jugendlichen bessere Argumente bieten. Gerade eine Werkrealschule, die ja auf eine Berufsausbildung vorbereitet, könnte erörtern, dass Po und Busen im Arbeitsleben – und in der Schule – bedeckt sein sollen. Und zwar schlicht aus Rücksicht auf unterschiedliche Vorstellungen von Moral und Ästhetik. Das würde dann auch für die tief sitzenden Hosen manch jungen Mannes gelten.

Den zweiten Absatz finde ich okay, der erste behandelt das bereits dargelegte: Das Wahrnehmen eines sexuellen Reizes und dessen Unerwünschtsein in der konkreten Situation ist schon Verharmlosung. Als ob nicht jeden Jungen bewusst ist, dass er eben gerade nichts machen darf, nichts von seinen Gedanken oder seiner Erregung zeigen darf, alles nach Möglichkeit ignorieren muss.

Zumindest bis er einen ungestörten Raum für sich hat.

 

Viele Täter sexualisierter Gewalt sind Männer, aber nur die wenigsten Männer sind Täter sexualisierter Gewalt.

Teardown bringt noch einmal einen wesentlichen Punkt, der im Feminismus bei der „Gruppenschuldzuweisung“ an Männer in Bezug auf Vergewaltigung gerne übersehen wird.

Ich finde das immer wieder erstaunlich, wie einfachste Stochastik nicht verstanden wird, oder es will einfach nicht verstanden werden. Viele Täter sexualisierter Gewalt sind Männer, aber nur die wenigsten Männer sind Täter sexualisierter Gewalt.

Der Trick ist also NICHT die Verteilung “Nichttäter und Täter” der Grundgesamtheit “Mann” als Bezugsgröße zu nehmen, sondern die Merkmalsausprägung (männlicher Täter und weiblicher Täter) innerhalb der Verteilung “Täterschaft”. Das ist aber riesiger Quark:

Ein Täter wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das Merkmal “Mann” aufweisen.
Ein Mann wird hingegen mit noch höherer (!!!) Wahrscheinlichkeit das Merkmal “Nicht-Täter” aufweisen.

Das ist in der Tat recht einfach: Die meisten Männer sind weder Gewalttäter noch vergewaltigen sie. Daran scheitern letztendlich die Schuldkonstruktionen im Feminismus. Demnach ist es auch nicht die „hegemoniale Männlichkeit“ die eine „Rape Culture“ unterhält. Im Gegenteil: Die gegenwärtige Gesellschaft hat noch nie so viel Schutz vor Vergewaltigung geboten wie heute. Und auch der beschütztende Aspekt von Männlichkeit geht dabei vollkommen verloren. Für ihn ist – abseits des Aspektes, dass dieser Schutz die Frauen abhängiger von Männern macht – auch in einer Theorie, die lediglich einen Machtkampf zwischen Geschlechtern erkennen kann, die also nur auf ein Nullsummenspiel ausgerichtet ist und nicht auf Kooperation, kein Platz.

Nick führt dazu in einem Kommentar ebenfalls noch einmal interessantes aus:

Was für den Rassisten die genetische Determination zu einer Gewaltneigung ist, ist für die Feministin die “strukturelle Determination” zu einer Vergewaltigungsneigung. AlleMänner profitieren demzufolge unausweichlich von sexueller Gewalt. “Rape is a conscious process of intimidation by which all men keep all women in a state of fear.” (Susan Brownmiller) – also ist so lange, bis das jüngste Gericht das Patriarchat abgeschafft hat, die Neigung zu Vergewaltigungen ein unausweichlicher Wesenszug von Männlichkeit. Nur der Feminismus bzw. das Bekenntnis zu den Privilegien kann diese Neigung – allenfalls – containen. (…)

Männer müssen also erst beweisen, dass sie unschuldig sind. Und weil man das so schön pseudointellektuell verschwurbelt hat, ist dieser unzulässige Induktionsschluß _selbstverständlich_ kein Generalverdacht. Strukturen und so..

Das Problem liegt hier ganz einfach darin, dass die Gesellschaft bei Männern eine solche pseudointellektuelle Legitimation von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit toleriert. Hier versagen die gesellschaftlichen Schutzmechanismen.

Über die Erfassung der Männer als Gruppe kann die Vergewaltigung eben nicht mehr die Tat eines Einzelnen sein, sie muss ein Machtmittel der Gruppe sein.