Die Statistiken amerikanischer Universitäten zeigen überwiegend: Keine Vergewaltigungen

Die Rape Culture in ihrer ganzen Schrecklichkeit offenbart sich an amerikanischen Universitäten:

Hundreds of colleges had zero rape reports in 2014. And that could be worrisome.

Aus dem Artikel:

There were no rapes reported in 2014 at California State University at Long Beach, a public university with about 36,000 students. That could seem like a positive sign. But school officials aren’t boasting about it. They know sexual violence victims are often reluctant to step forward, and they want to hear more often from survivors.

“We always operate under the assumption that zero does not really mean zero,” said Cal State Long Beach spokesman Mike Uhlenkamp. “We realize that under-reporting will happen. It is a fact based on the national data. We’re going to try to do what we can to change that culture on our campus.”

A Washington Post review of federal campus safety data for more than 2,200 colleges that offer bachelor’s or advanced degrees found that more than 1,300 of the schools had no reports of rape on campus in 2014, the most recent year for which data is available.

[See a table, below, of the schools that had zero rape reports]

The numbers underscore what is often a huge gulf between the estimated prevalence of sexual violence on campus and the actual number of reports schools receive. A Post-Kaiser Family Foundation poll last year found that one in five young women who attended college in a four-year span said they had been sexually assaulted during that time — a finding echoed in other surveys. But a far smaller share said they reported such incidents to school authorities.

“It’s a harsh reality that a lot of parents and others in society don’t want to deal with: Sexual violence is on every campus,” said Laura L. Dunn, founder and executive director of the advocacy group SurvJustice. “Any time you have a zero, it is not an indicator of safety. It is an indicator of comfort in reporting.”

Sen. Kirsten Gillibrand (D-N.Y.) said there are two explanations for why schools would have no rape reports: “Either they don’t have an adequate reporting system … or they know about the rapes and are putting them under the rug.”

Oder die Zahlen sind gehörig übertrieben und die Studentinnen relativ sicher. Ich hatte schon mal einen Artikel mit Zahlen von Universitäten, an denen Vergewaltigungen gemeldet worden waren, aber auch dort waren die Zahlen sehr gering

Diese Möglichkeit wird aber nicht ins Auge gefasst. Und das obwohl die Grundlage für die „1 von 5“ äußerst dünn ist und noch nicht einmal von den Befragten geteilt wird, die viele Vorfälle schlicht nicht als schlimm ansahen.

Es beschleicht einen der Verdacht, dass die Welt vielleicht besser sein könnte als die Gruppen gegen sexuelle Gewalt dies brauchen. Immerhin leben sie davon, dass die Leute Angst haben, den so rechtfertigen sie ihre Gelder.

Man könnte dies jetzt zum Anlass nehmen und eine neutrale Begutachtung der Zahlen vornehmen und dabei die Dunkelziffern hinterfragen. Statt dessen wird wohl schlicht darauf abgestellt, dass die Zahlen eine Verschlechterung bedeuten, weil die Vorfälle nicht angezeigt werden.

Auch eine Idee, die dort niemanden kommt: Drastische Verfahren, die als ungerecht empfunden werden, schrecken ebenfalls Opfer ab, Vorfälle geringeren Umfangs anzuzeigen. Wenn man sich fragen muss „War es schlimm genug, dass er der Uni verwiesen werden muss?“, dann wird man sich das eben genauer überlegen, wenn man meint, dass er vielleicht einfach nur etwas falsch verstanden hat oder etwas übermütig war. Gerade wenn derjenige aus einem gemeinsamen sozialen Umfeld kommt.

Statt dessen wird man wohl fordern, die Verfahren noch strikter zu machen und noch rigeroser gegen angeblich bestehende Strukturen vorzugehen. Auch wenn dieser Ansatz eher schadet als nützt. Das ist vor dem Hintergrund, dass davon die eigene Existenz in den Krisenzentren und der Lehrstuhl für Gender Studies abhängt auch verständlich. Hilft aber in keiner Weise und macht Leuten allenfalls Angst.

Wie viele Anzeigen wegen sexueller Gewalt gibt es an den amerikanischen Universitäten?

Neulich wurde auf Twitter dieses Bild gepostet mit dem Hinweis, dass es von Facebook gelöscht worden ist. Es wird gerade beklagt, dass Facebook konservativere Inhalte löschen lässt.

Ich finde das Bild allerdings sehr interessant:

Sexuelle Gewalt an amerikanischen Universitäten

Sexuelle Gewalt an amerikanischen Universitäten

Mir ist dabei durchaus bewußt, dass es weitere Fälle geben wird, die eben nicht angezeigt worden sind, also eine Dunkelziffer, wobei deren Höhe aus meiner Sicht sehr diskutabel ist. Wenn das aber die offiziellen Zahlen sind, dann werden verschiedene Sachen deutlich:

  • Selbst in einem System, in dem dem beschuldigten Mann nahezu keine Möglichkeit bleibt, sich zu verteidigen und eine Unschuldsvermutung quasi nicht greift, scheinen Frauen nicht anzeigen zu wollen. Weitere Erleichterungen werden insoweit schlicht nichts bringen
  • Der Gegenstandpunkt wird sein: Trotz dem einfachen Verfahren und den damit bestehenden Vorteilen für den Beschuldigenden haben Frauen immer noch zuviel Feindseligkeit gegenüber sich selbst internalisiert und mir müssen den Prozess noch mehr fördern.
  • Aus meiner Sicht spricht vieles dafür, dass viele der angenommenen Vorfälle eben als harmlosere Belästigungen oder etwas zu forsche Versuche für die meisten Frauen schlicht „kein großes Ding“ waren
  • Ich würde vermuten, dass auch die drastische Ausrichtung dieser Verfahren seinen Teil dazu beitragen könnte: Dem Studenten droht der Verweis und damit der Abbruch seines Studiums. Er droht über den Umstand, dass der Grund des Hinauswurfs bekannt ist, auch an anderen Universitäten erhebliche Nachteile oder wird da vielleicht nicht zugelassen. Ich vermute mal, dass das auch von vielen Frauen für kleinere Vorfälle als unverhältnismäßig angesehen wird und sie die „Null-Toleranz-Politik“ nicht mittragen.
  • Es zeigt auch, dass die Gefahr einer Falschbeschuldigung in der Hinsicht nicht so groß ist. Man stehe nicht bei jedem Sex mit einem Bein im Gefängnis.

Wie findet ihr die Zahlen?

„Überall in der Natur findet sich Sexismus“

Ein interessanter Artikel darüber, dass sich überall in der Natur eine erschreckende Menge an Sexismus findet. Die Forscher fanden schreckliches:

„When we first decided to examine attitudes and behaviors toward gender roles among non-humans, we were wholly unprepared for what we would find,“ said Jennifer Tannen, leader of the UCSD research team, a joint venture between the school’s zoology and women’s studies departments. „Females living in the wild routinely fall victim to everything from stereotyping to exclusion from pack activities to sexual harassment.“

Bedauerlicherweise scheint sich also überall auf der Welt und nicht nur bei den Menschen das Patriarchat seinen Platz erobert zu haben. Und nur zu häufig sind es Frauen, die darunter leiden müssen:

Nowhere is the natural world’s gender inequity more transparent, Tannen said, than in the unfair burden females assume for the rearing of offspring.

„Take the behavior of the ring-neck pheasant,“ Tannen said. „After mating, the male immediately abandons the hen, leaving her responsible for the total care for the chicks. For the single mother-to-be, there is no assistance, either in the form of a partner or child support. Nor is there any legal recourse. It’s despicable.“

Tannen said pheasants are typical of the natural world, where a mere 5 percent of animal species mate for life. Among species that do form lasting pairs, the situation barely improves: Females must remain close to the nest to incubate eggs, nurse, and keep watch over the burrow while males are free to go off hunting and fishing with their friends.

Man beachte den irren Blick und den Umstand, dass er sich, da er die Kosten der Aufzucht auf das Weibchen abwälzt, ein schönes Federkleid leisten kann, während sie mit fleckigen unscheinbaren Federkleid herumlaufen muss.

Fasan

Fasane – sind sie Unterhaltspreller oder lassen sie Frauen immerhin nach dem Sex in Ruhe?

Leider war das nicht die einzige Spezies, bei welcher man solch klassische Rollen vorfand:

„The sexist attitude that child-rearing is ‚women’s work‘ is prevalent throughout nature and has been for generations, probably since reptiles first developed mammalian characteristics in the Triassic period,“ Tannen said. „Sadly, most creatures never pause to challenge these woefully outdated gender roles.

Sicherlich sind auch bei den Tieren die Geschlechterrollen nur sozial konstruiert, wie sollten sie sonst ein solches Verhalten entwickeln? Wir wollen hoffen, dass  Nonhuman Gender Studies sich schnell unter den Unterdrückten verbreitet.

Tannen stressed the need to hold high those rare examples of species that do form caring, mutually supportive relationships.

„Wolves, beavers, gibbons, and a small African antelope known as a dik-dik all live in stable, monogamous pairs,“ Tannen said. „Other animals need to look to them as positive models if we are to have any hope of one day creating an ecosystem of understanding and respect.“

Das ist natürlich etwas kurz gedacht, denn auch eine monogame Beziehung ist nicht frei von sexueller Gewalt und Unterdrückung. Bekanntlich geschehen dort die meisten sexuellen Belästigungen, so dass auch Wölfinnen, Biberinnen und Gibbonnnen nicht sicher sind. Die Anzeigerate ist gerade bei Bibern, bei denen die Frauen in gefängnisartigen Inseln, umgeben von Wasser, leben müssen,  sehr gering.

Aus anderen Spezien allerdings hört man sogar erschreckende Berichte:

More seriously, in addition to an unfair division of labor, nature is rife with sexual abuse and harassment. The UCSD study estimates that in 2001 alone, more than 170 trillion cases of abuse occurred in the world’s forests, grasslands, and oceans—all of them unreported.

„During the act of mating, the female moose is subject to excessive biting, nipping, and herding,“ Tannen said. „The male has no qualms about using sheer, brute force to overpower his sex partner, and the female, accustomed to this sort of rough treatment after millions of years of it, doesn’t even realize there’s something wrong.“

„Then, when it’s time for the bull moose to complete the sexual act,“ Tannen continued, „it’s over in about five seconds, with no regard to female pleasure whatsoever. Typical.“

Adding insult to injury, Tannen said, the bull moose then heads off to mate with dozens more females over a period of two to three weeks, justifying his behavior as „part of the Mardi Gras-like atmosphere of ‚mating season.'“

Eigentlich kaum ein Unterschied zum Menschen: Die Elchkuh als Sex-Objekt, welche man gefügig macht und misshandelt, dann zur nächsten.

Das Schreckensszenario geht weiter:

With other species, darker situations unfold.

„To mate, the male Galapagos tortoise simply immobilizes the female with his weight, which, as far as I’m concerned, qualifies as non-consensual sex,“ Tannen says. „Female southern elephant seals gather in large groups during mating season, and each group has a small handful of males who control them like a harem. It’s sick.“

Glücklicherweise gibt es zumindest bei den Seeelefanten eine „Queerfraktion“: Die Sneaker, Männer, die ihre toxische Männlichkeit hinterfragt haben und sich von den Statuskämpfen verabschiedet haben statt dessen Frauen nachmachen, worauf sich die Frauen als Flucht aus dem Harem natürlich gerne einlassen.

Wo wir gerade bei Statuskämpfen sind: Ein Blick auf den Namensgeber der Hahnenkämpfe darf nicht fehlen:

A cock reinforces the poultry world’s sexist, male-dominated social hierarchy.

Das Huhn schaut unterdrückt zu Boden, der Hahn schlägt (!) mit den Flügeln, das Huhn in seinem Schatten dominierend.

When female animals refuse to play along with prescribed gender roles, Tannen said, they are demonized. For example, female foxes, known throughout the animal kingdom for their aggressiveness, are labeled „vixen.“

„We’ve all heard the lurid tales about the female black-widow spider, who kills and eats her mate,“ Tannen said. „The truth is, male spiders encourage their partners to kill them because it increases the time spent mating and, thus, the number of eggs fertilized by his sperm. But no one condemns the male for his part in this destructive relationship.“

Alle Verantwortung wird mal wieder auf der Frau abgelegt, die auch die ganze Arbeit hat. Dabei wird sie überredet zu töten, was dann wieder nur zu seinem Nutzen ist, da sein Sperma nützlicher wird. Auch hier leider: Victimblaming. Killshaming verdient einen größeren Platz in der Zoologie.

UCSD researchers identified 24 distinct male behaviors designed to perpetuate gender inequity and preserve the prevailing power structure. Among these dominance-asserting behaviors are chest-puffing, plumage-spreading, and antler growth.

In einer gerechten Gesellschaft hätten Hirschkühe übrigens gleichgroße Geweihe, die ihnen leider durch strukturelle Diskriminierung genommen werden.

The UCSD study is not without its detractors. Glen Otis Brown, author of Forced To Strut: Reverse Sexism In The Animal World, countered that male animals are victims of „the beauty myth“ as much as females.

„When given a choice, female green tree frogs gravitate toward males that call the loudest and most often,“ Brown said. „Female Poecilia reticulata [guppies] go straight to the most brightly colored males. But when males evolve exaggerated secondary sexual traits to attract the opposite sex, suddenly they’re the bad guys.“

Buuuuh! Male Tears! Das Patriarchat schadet eben auch Männern. Wenn es endlich beseitigt ist, dann können Froschfrauen sich auch von den Rollen befreien und Wählen, wer wirklich gut für sie ist.

Tannen conceded that both genders have suffered as a result of sexism.

„Other than sexual size dimorphism due to same-sex competition, males benefit little from the gender inequity that so strongly favors them,“ Tannen said. „In a world where interactions are rooted in competition, not cooperation, both females and males are being denied the right to form meaningful relationships.“

Eben! Alles würde besser werden mit Feminismus.

Annie Secunda, a Boston-based females‘-rights advocate, said swift action must be taken to address the problem of sexism within the animal kingdom.

„We need to provide tigresses, hens, and all other females in nature with outreach programs and support networks,“ Secunda said. „We also need to impose standards through intervention. The males of all species need to hear loud and clear the message that this kind of animal behavior is not acceptable.“

Es wird in der Tat Zeit, dass das jemand anspricht. Man darf hoffen, dass möglichst schnell entsprechende Stellen eingerichtet werden.

Secunda conducts numerous workshops aimed at creating female-friendly biomes and promoting the health and positive self-image of females on both land and in the sea. She also strongly advocates the legalization of infanticide, which would enable females to devour their newborn offspring when resources are limited.

Secunda spent much of 2001 in the Amazon rainforest, working to create safe spaces for female animals. These efforts, however, yielded mixed results: Females have avoided the lighted walkways she built in several dangerously dense areas, and leaflets encouraging females to learn how their own bodies work were ultimately used to line dens for the rainy season.

Verinnerlichter Sexismus lässt sich leider nicht von heute auf morgen auflösen. Das es jetzt noch nicht geklappt hat zeigt nur, dass an dieser Stelle mehr gemacht werden muss. Die gegenwärtige Erfolglosigkeit des Projekts zeigt die Stärke des Patriarchats, die Angst beispielsweise der Elchmänner vor starken Elchfrauen, die sich nicht mehr so behandeln lassen, verhindert hier eine Veränderung. Und das macht deutlich, dass man weiter arbeiten muss, bis man einen Erfolg sieht.

Far from discouraged, Secunda said she plans to embark on an intensive study of the sexuality of flora.

„Multicellular plants alternate sexually reproducing and asexually reproducing generations, with each plant producing both male and female gametes,“ Secunda said. „It seems many plants have moved past conventional notions of male-female gender altogether. It’s so liberating, I can’t help but have hope for all those so-called ‚higher‘ species of animals.

Endlich einmal positive Nachrichten. Man darf träumen, dass auch die Menschen bald diese Entwicklungsstufe erreichen. Um so mehr Förderung Gender Studies bekommt, um so näher wird dies rücken.

Training gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und seine Wirkung

Eine interessante Studie behandelt, was ein Training gegen sexuelle Belästigung bringt:

This study evaluated a sexual harassment program for staff and faculty employees at a metropolitan university. One hundred men and 97 women who participated in the program and 141 men and 178 women who did not participate responded to a self-report questionnaire through campus mail. Analysis of variance was used to test for effects of program participation and employee gender on five outcome variables. Results indicated that participants showed more knowledge about sexual harassment than did nonparticipants and had a stronger attitude that sexual behavior at work is inappropriate. Men had more favorable attitudes toward sexual behavior at work than did women. Moreover, program participation and employee gender interacted, indicating an adverse reaction to the program among male participants. Male participants were less likely than other groups to perceive coercive sexual harassment, less willing to report sexual harassment, and more likely to blame the victim. Implications of the findings are discussed.

Demnach hat das Training genau das Gegenteil von dem erreicht, was es eigentlich erreichen sollte: Die männlichen Teilnehmer lehnten sich gegen das Programm auf und waren weniger bereit sexuelle Belästigung zu erkennen, weniger bereit solche zu berichten und eher bereit das Opfer als die Schuldige anzusehen.
Aus einem Bericht über die Studie im Telegraph:

Lauren Edelman, professor of law and sociology at the University of California Berkeley, told the Guardian: “Sexual harassment training may, in fact, make it less likely that males will recognise situations that are harassing. Sexual harassment training may provoke backlash in males.”

Das kann ich mir bei einem klassischen feministisch angehauchten Anti-Belästigungstraining auch durchaus vorstellen. Denn dort dürften diverse Anschuldigungen gegen Männer an sich vorgenommen werden, es dürften kleinere Vorfälle bereits als „Mikroaggressionen“ oder ähnliches gewertet werden und es dürfte allgemein ein Klima geschaffen werden, in denen Männer das Gefühl haben, dass sie nichts richtig machen können und für Kleinigkeiten bestraft werden können. Es wird einem deutlich gemacht, dass die Gruppe der Täter einen selbst umfasst und das führt natürlich zu einer Solidarisierung, wie wohl die meisten Anschuldigungen gegen Mitglieder einer Gruppe. Wer Maßnahmen als ungerecht empfindet, der ist eben weitaus weniger bereit auch deren ggfs noch berechtigte Teile umzusetzen, schon gar nicht, wenn er das Gefühl hat, dass sie gegen ihn als Mitglied einer Gruppe gerichtet sind.

Ein Artikel im Guardian führt dazu an:

The men’s surprising responses may have been an “effort at self-preservation intended to defend and protect against a perceived attack on them”, the authors wrote.

In other words, the training appears to make some men feel threatened and afraid that they will be subject to false accusations, said Shereen Bingham, co-author of the study and professor at the University of Nebraska at Omaha school of communication. As a result, they may respond in a defensive manner.

“We were surprised … it certainly appears to be irrational,” said Bingham. “The only explanation can be psychological or emotional.”

Es ist ja schon interessant, dass sie wahrnehmen, dass Männer sich bedroht fühlen, aber anscheinend nicht hinterfragen, ob da etwas dran sein könnte.

The findings highlight a broader challenge – that men in leadership roles sometimes struggle to relate to the experiences of those who have faced harassment, she said: “People in powerful positions don’t have a good grasp of what it’s like to be in a non-dominant group.”

Other studies have shown that when workplaces actively inform men of sexual harassment policies, it can also have unintended negative effects. A study published in the Social Psychology Quarterly found that after men learned about harassment rules, it triggered implicit gender biases, effectively making it more likely for them to stereotype women.

“The purpose of sexual harassment policy is to make men and women more equal in the workplace,” said Justine Tinkler, assistant professor of sociology at the University of Georgia and co-author of the study. “If the policies are sort of activating gender stereotypes rather than challenging them, they may not be promoting that broader goal.”

Tinkler has also studied how sexual harassment trainings can provoke backlash and how people who say they support harassment laws are resistant to the enforcement of those policies. Trainings can also reinforce men’s feelings that women are “emotional and duplicitous in the way that they both want sexual attention, but don’t want sexual harassment”, she explained.

Das dürfte dann auch daran liegen, dass gerade in Amerika die Regelungen gegen sexuelle Belästigung paradoxe Züge haben. Wenn man eigentlich am Arbeitsplatz nicht flirten darf, es aber natürlich dennoch gemacht wird, gleichzeitig aber auch sofort als sexuelle Belästigung bestraft werden kann, dann ist die Einstellung der Männer dazu ja durchaus verständlich. Wenn dort Beispiele verwendet werden, bei denen eine Frau niemals Täter sein kann, egal, wie sexuell sie sich verhält, jede Reaktion darauf aber als sexuelle Belästigung angesehen werden kann, dann ist es auch verständlich, dass dies als sehr einseitig empfunden wird.

Edelman, the UC Berkeley professor, said she suspects the backlash could stem from the “cartoonish, somewhat unrealistic” harassment examples that trainings often include – lessons that can make participants skeptical and resentful.

Das würde dann in der Tat ein Problem sein.

Edelman’s own research has focused on what’s known as “symbolic compliance”, which refers to the way organizations’ anti-harassment and diversity policies and procedures are primarily focused on demonstrating compliance in a legal context – and likely do little to actually reduce discrimination or harassment.

Zu diesem Problem, gerade im Zusammenhang mit den „punitive damages“ hatte ich bereits hingewiesen. Es ist in der Hinsicht ein Problem, dass die Firmen sich nach Möglichkeit weitgehend entlasten müssen, also durchaus Interesse daran haben, dass sie dort in den Belehrungen die Anforderungen übertreiben, damit sie dann sagen können, dass sie bereits vor Kleinigkeiten gewarnt haben und eine Zero-Tolerance Politik errichtet haben. Ob das  Konzept auch für die Mitarbeiter tatsächlich das Beste ist, ist dann egal, wenn damit jedenfalls eine Haftung zuverlässig ausgeschlossen ist.

In California, employers with 50 or more employees are required by law to provide at least two hours of harassment prevention training, and in the University of California, all faculty and supervisors must complete a training every two years.

Auch ein schönes Beschäftigungsfeld für „Gender Studies Spezialisten“. Wäre interessant, was da so an Geld fließt. Aus Deutschland kenne ich es nicht.

The questionable research makes clear that universities should not only study the effectiveness of training, but should also prioritize other mechanisms to promote prevention, professors said.

“The university should focus more on having a much clearer zero-tolerance policy with very clear sanctions that are very consistently carried out,” said Edelman.

Tinkler said the best way to combat workplace sexual harassment is to reduce gender inequality and promote women in leadership positions.

“It really requires changing workplaces that have gender inequality structured into the way that they are organized,” she said.

Dass Vorgesetze versuchen bei Frauen zu landen wird man nie abstellen können. Nicht, weil es gut ist, sondern weil eine höhere Position eben einen gewissen Status mit sich bringt, den die Leute verwerten wollen. Natürlich können hier Strafen abschrecken, aber solange es zB Studentinnen gibt, die es aufregend finden, mit ihrem Professor zu schlafen, bleibt es interessant. Es könnte interessanter sein, wenn man ihnen beibringt, wie man es macht, ohne Frauen zu belästigen. Aber das wird wohl keine Firma, schon gar keine amerikanische, anbieten.

Nungessers feministische Mutter dazu, was sie aus dem Vorfall gelernt hat

In einem Artikel zu den neusten Ereignissen um die Klage von Paul Nungesser gegen die Universität und die unterstützenden Professoren wird auch die Mutter von Paul interviewt, die deutsche Feministin Karin Nungesser:

One feminist who would cheer for such an outcome is German journalist Karin Nungesser—Paul’s mother—who insists that it’s a matter of principle and not just maternal devotion. “I think it is important that male students are suing their colleges if they believe that they are being discriminated against.It´s the same path that LGBT people, differently-abled people, people of color and women have gone very successfully in the past: to fight for their equality in front of a judge and achieve equal rights there,” Karin told me in an email. “As a feminist, I advocate for gender equality and not to establish privileges for women.

Ich vermute mal, dass sie als etwas ältere Feministin da eher noch auf der zweiten Welle ist und die moderneren feministischen Theorien, die besagen, dass man Männer gar nicht diskriminieren kann und Frauen keine Privilegien haben, sondern allenfalls wohlwollenden Sexismus erleiden, insofern nicht vertritt.

“What happened to Paul didn’t fundamentally change my political convictions: I never shared the view that women are better, more likable or more peaceful than men,” she says, citing research on women’s role in Nazi atrocities. “That women, given the power and the opportunity, can become perpetrators just like men is nothing new for me.”

Das haben auch Schwarzer und Beauvoir so gesehen. Ich vermute mal, dass auch intersektionale Genderfeministinnen im Grundsatz zustimmen würden, nur eben davon ausgehen, dass Frauen eben gegenwärtig keine Macht haben und man dazu eine „toxische Weiblichkeit“, die in etwa der heutigen Männlichkeit entsprechen würde, entwickeln müsste. Es wäre mal eine interessante Frage an Feministinnen.

What has changed, she says, is her perspective on how willing feminists should be to criticize other women and other feminists. She wants to see more debate and dissent with regard to some beliefs—such as “women never lie about rape.”

“Like many other feminists I never believed this and never advocated for it,” says Karin. “I never, however, argued openly against it, when others did. Today, I think I would, and this obviously has to do with what Paul has gone through.”

Tja, wenn es den eigenen Jungen betrifft ist es eben etwas anderes. Der ist dann in etwa dem „feministischen Boyfriend“ vergleichbar und ändert insofern die Bewertung. Die Abkehr von diesem Grundsatz, dass eine Frau niemals über Vergewaltigungen lügt, wäre insofern für den Feminismus schon einmal ein großer Schritt. Er wird allerdings mit diesem über weite Teile nicht kompatibel sein, da man dazu die Deutungshoheit des Opfers, das Abstellen auf dessen Sicht und die bedingungslose Solidarität mit der Person aus der unterprivilegierten Gruppe aufgeben müsste. Es ginge wohl allenfalls, wenn der Beschuldigte ebenfalls einer Opfergruppe angehören würde, also etwa schwarz wäre und sich auf Rassismus berufen würde.

Die Auswirkungen von Erregung auf unser Denken

Eine interessante Studie untersucht, wie sich bestimmte Einstellungen unter der Wirkung sexueller Erregung verändern:

Despite the social importance of decisions taken in the ‘‘heat of the moment,’’ very little research has examined the effect of sexual arousal on judgment and decision making. Here we examine the effect of sexual arousal, induced by selfstimulation, on judgments and hypothetical decisions made by male college students. Students were assigned to be in either a state of sexual arousal or a neutral state and were asked to: (1) indicate how appealing they find a wide range of sexual stimuli and activities, (2) report their willingness to engage in morally questionable behavior in order to obtain sexual gratification, and (3) describe their willingness to engage in unsafe sex when sexually aroused. The results show that sexual arousal had a strong impact on all three areas of judgment and decision making, demonstrating the importance of situational forces on preferences, as well as subjects’ inability to predict these influences on their own behavior.

Quelle:  The heat of the moment: the effect of sexual arousal on sexual decision making (Abstract / Teilweiser Volltext/Volltext)

Viele werden jetzt sagen, dass das ja nun eigentlich ein Effekt ist, für den man nicht wirklich eine Studie braucht: Natürlich Verhalten wir uns anders, wenn wir erregt sind. Aber was ist Erregung eigentlich? Es ist in gewisser Weise die Aktivierung eines gewissen Programms durch zB die Stimulierung bestimmter Körperregionen. Es ist insofern etwas, was uns auf Sex vorbereitet und dessen Durchführung in gewisser Weise attraktiver macht. Es verändert also bestimmte Parameter in Richtung Sex und verleiht diesen eine stärkere Bedeutung. Nur: Wie genau soll man sich dies abseits einer Wirksamkeit innerhalb unserer Biologie, abseits einer Veränderung bestimmter Parameter, die unser Denken beeinflussen, erklären? Wir denken nicht logischer, im Gegenteil, häufig machen wir erhebliche Dummheiten unter der Wirkung sexueller Erregung.

Das zeigt auch die Studie in den Ergebnissen:

Sexuelle Erregung Denken

Sexuelle Erregung Denken

Unter dem Einfluss der „Erregung“ erscheint uns also sexuelles Sexueller und sexuelle Handlungen erscheinen uns attraktiver. Wir können uns in dem Moment beispielsweise wesentlich eher vorstellen, dass wir Sex mit jemanden haben, den wir hassen und Männer würden eher einen „Teufels“-Dreier, also 2 Männer und eine Frau mitmachen. Analsex scheint plötzlich wesentlich attraktiver und diverse andere Praktiken ebenfalls. Es erscheint auch frustrierender einfach nur rumzuknutschen und nicht weiterzukommen. 

Wie sich die Einstellung verändert zeigt auch die Beantwortung weiterer Fragen:

 

Sexuelle Erregung Denken2

Sexuelle Erregung Denken2

Wie man sieht wird es hier wesentlich bösartiger gegenüber der Nichterregung. Was auch ein interessantes Licht auf die Frage wirft „Geht es bei der Vergewaltigung um Macht oder um Sex?“. Wie man an der Steigerung im Zusammenhang mit der Erregung sieht ist diese ein sehr wesentlicher Faktor.

Auch ein anderer interessanter Aspekt der Studie: Wie steht es um Verhütung

Sexuelle Erregung Verhütung

Sexuelle Erregung Verhütung

 

Es zeigt gut, warum das Predigen von Enthaltsamkeit als Vorbeugen gegen jugendliche Schwangerschaften wenig hilft: Solange sie im Klassenraum sitzen mag ihnen der Gedanke ganz logisch erscheinen. Wenn sie aber erregt sind, dann erscheint eben der Sex wesentlich attraktiver als vorher im Klassenraum und es kommt eher dazu, dass man die guten Vorsätze über Bord wirft. Dann wiederum wäre es besser, wenn die Jugendlichen ein Kondom zur Hand hätten, da sonst eher die Gefahr einer Schwangerschaft droht.

Aus der Studie:

This study examined the effect of high levels of sexual arousal on the subjective attractiveness of different activities, on self-reported willingness to take various morally dubious measures to procure sex, and on willingness to engage in risky sexual activities. Our results on attractiveness of activities suggest that sexual arousal acts as an amplifier of sorts. Activities that are not perceived as arousing when young males are not sexually aroused become sexually charged and attractive when they are, and those activities that are attractive even when not aroused, become more attractive under the influence of arousal. By showing that, when aroused, the same individual will find a much wider range of activities sexually appealing than when not aroused, these findings weigh in against the view of sexual preferences as being purely an individual difference variable—i.e., as dispositionally rather than situationally determined. Certainly, there are robust individual differences in sexual preferences and in the likelihood of engaging in various behaviors, but there also seem to be striking intra-individual differences caused, in our study, by externally caused variations in arousal level.
Our results further suggest that the change in attractiveness influences the intensity of motivation to have sex relative to other goals. Specifically, the increase in motivation to have sex produced by sexual arousal seems to decrease the relative importance of other considerations such as behaving ethically toward a potential sexual partner or protecting oneself against unwanted pregnancy or sexually transmitted disease. Like other drive-states (Loewenstein, 1996), and also somewhat analogous to the effects of alcohol (Ditto et al., 2005; Steele & Josephs, 1990), sexual arousal seems to narrow the focus of motivation, creating a kind of tunnel-vision where goals other than sexual fulfilment become eclipsed by the motivation to have sex (c.f., Blanton & Gerrard, 1997).
As noted in the introduction, a secondary implication of our findings is that people seem to have only limited insight into the impact of sexual arousal on their own judgments and behavior. Such an under-appreciation could be important for both individual and societal decision making. At the individual level, there is a considerable research showing that one’s meta-understanding of one’s own preferences can in many situations be almost as important as the preferences themselves. For example, as O’Donoghue and Rabin (2003) show, the impact of hyperbolic time discounting on actual intertemporal choice behavior depends critically on whether one is naı¨ve or sophisticated about the fact that one will face self-control problems in the future. Ariely and Wertenbroch (2002) likewise found, in a study of students taking a class, that those who were aware of their own tendency to procrastinate, and hence voluntarily set deadlines for themselves, got higher course grades than those who did not. Self-insight when it comes to sexual arousal and sexual behavior is similarly likely to be important for decision making. For example, the most effective means of self-control is probably not willpower (which has been shown to be of limited efficacy), but rather avoiding situations in which one will become aroused and lose control. Any failure to appreciate the impact of sexual arousal on one’s own behavior is likely to lead to inadequate measures to avoid such situations. Similarly, if people under-appreciate their own likelihood of having sex, they are likely to fail to take precautions to limit the potential damage from such encounters. A teenager who embraces ‘‘just say no,’’ for example, may feel it unnecessary to bring a condom on a date, thus greatly increasing  the likelihood of pregnancy or transmission of STDs if he/she ends up getting caught up in the heat of the moment.

The same logic applies interpersonally. If people judge others’ likely behavior based on observing them when they are not sexually aroused, and fail to appreciate the impact of sexual arousal, then they are likely to be caught by surprise by the other’s behavior when aroused. Such a pattern could easily contribute to daterape.

Indeed, it can create the perverse situation in which people who are the least attracted to their dates are most likely to experience date-rape because being unaroused themselves they completely fail to understand or predict the other (aroused) person’s behavior.
At a social level the failure to appreciate the influence of sexual arousal when one is unaroused can have diverse consequences. For example, judges and jurors, who are generally unaroused when making decisions of guilt and punishment, may be excessively condemnatory and punitive toward sexual offenders because they make their decisions in a sexually unaroused state and fail to appreciate how intense sexual arousal would alter even their own decision making in potentially compromising circumstances. The result is that decisions will be stigmatized as immoral misbehavior even by people who would themselves make the same choice when in an aroused state. It should be clear that such effects of arousal cannot justify any sexual exploitation, but they can make such behaviors somewhat more understandable. From the perspective of the legal system it is possible that sexual arousal should be given more credit as a partially mitigating factor than it would normally receive. Moreover, understanding these effects can help guide individuals (sex offenders for example) such that they will be less likely to sexually exploit or re-exploit. Finally, as alluded to in the discussion of individual decision making, the failure to appreciate sexual arousal by those who are not
themselves immediately aroused can also help to explain the enactment of misguided and ineffective policies such as ‘‘just say no’’, leaving young adults unprepared to limit the potential damage from their own behavior in the heat of the moment.

Wir können also nur sehr schwer einschätzen, wie wir reagieren, wenn wir nicht in unserem „normalen Modus“ sind, sondern erregt. Deswegen unterschätzen wir unser Verhalten und bewerten das Verhalten anderer härter.