Die Statistiken amerikanischer Universitäten zeigen überwiegend: Keine Vergewaltigungen

Die Rape Culture in ihrer ganzen Schrecklichkeit offenbart sich an amerikanischen Universitäten:

Hundreds of colleges had zero rape reports in 2014. And that could be worrisome.

Aus dem Artikel:

There were no rapes reported in 2014 at California State University at Long Beach, a public university with about 36,000 students. That could seem like a positive sign. But school officials aren’t boasting about it. They know sexual violence victims are often reluctant to step forward, and they want to hear more often from survivors.

“We always operate under the assumption that zero does not really mean zero,” said Cal State Long Beach spokesman Mike Uhlenkamp. “We realize that under-reporting will happen. It is a fact based on the national data. We’re going to try to do what we can to change that culture on our campus.”

A Washington Post review of federal campus safety data for more than 2,200 colleges that offer bachelor’s or advanced degrees found that more than 1,300 of the schools had no reports of rape on campus in 2014, the most recent year for which data is available.

[See a table, below, of the schools that had zero rape reports]

The numbers underscore what is often a huge gulf between the estimated prevalence of sexual violence on campus and the actual number of reports schools receive. A Post-Kaiser Family Foundation poll last year found that one in five young women who attended college in a four-year span said they had been sexually assaulted during that time — a finding echoed in other surveys. But a far smaller share said they reported such incidents to school authorities.

“It’s a harsh reality that a lot of parents and others in society don’t want to deal with: Sexual violence is on every campus,” said Laura L. Dunn, founder and executive director of the advocacy group SurvJustice. “Any time you have a zero, it is not an indicator of safety. It is an indicator of comfort in reporting.”

Sen. Kirsten Gillibrand (D-N.Y.) said there are two explanations for why schools would have no rape reports: “Either they don’t have an adequate reporting system … or they know about the rapes and are putting them under the rug.”

Oder die Zahlen sind gehörig übertrieben und die Studentinnen relativ sicher. Ich hatte schon mal einen Artikel mit Zahlen von Universitäten, an denen Vergewaltigungen gemeldet worden waren, aber auch dort waren die Zahlen sehr gering

Diese Möglichkeit wird aber nicht ins Auge gefasst. Und das obwohl die Grundlage für die „1 von 5“ äußerst dünn ist und noch nicht einmal von den Befragten geteilt wird, die viele Vorfälle schlicht nicht als schlimm ansahen.

Es beschleicht einen der Verdacht, dass die Welt vielleicht besser sein könnte als die Gruppen gegen sexuelle Gewalt dies brauchen. Immerhin leben sie davon, dass die Leute Angst haben, den so rechtfertigen sie ihre Gelder.

Man könnte dies jetzt zum Anlass nehmen und eine neutrale Begutachtung der Zahlen vornehmen und dabei die Dunkelziffern hinterfragen. Statt dessen wird wohl schlicht darauf abgestellt, dass die Zahlen eine Verschlechterung bedeuten, weil die Vorfälle nicht angezeigt werden.

Auch eine Idee, die dort niemanden kommt: Drastische Verfahren, die als ungerecht empfunden werden, schrecken ebenfalls Opfer ab, Vorfälle geringeren Umfangs anzuzeigen. Wenn man sich fragen muss „War es schlimm genug, dass er der Uni verwiesen werden muss?“, dann wird man sich das eben genauer überlegen, wenn man meint, dass er vielleicht einfach nur etwas falsch verstanden hat oder etwas übermütig war. Gerade wenn derjenige aus einem gemeinsamen sozialen Umfeld kommt.

Statt dessen wird man wohl fordern, die Verfahren noch strikter zu machen und noch rigeroser gegen angeblich bestehende Strukturen vorzugehen. Auch wenn dieser Ansatz eher schadet als nützt. Das ist vor dem Hintergrund, dass davon die eigene Existenz in den Krisenzentren und der Lehrstuhl für Gender Studies abhängt auch verständlich. Hilft aber in keiner Weise und macht Leuten allenfalls Angst.

Gina Lisa Lohfink, Vergewaltigung und Falschbeschuldigung sowie #teamginalisa

Gerade wird eine rege Diskussion geführt, weil Gina Lisa Lohfink einen Strafbefehl gegen Falschbeschuldigung erhalten hat und nunmehr gegen diesen vorgeht.

Dies stößt gerade bei Feministinnen auf Unmut, da sie in dem Video, welches von den Männern von diesem Fall ohne ihre Zustimmung ins Netz gestellt wurde, „Hör auf“ sagt. Nach dem „Nein heißt Nein“-Prinzip muss es demnach eine Vergewaltigung sein. Allerdings ist sonstigen Schilderungen zu entnehmen, dass sie zuvor durchaus willig mitzumachen scheint, der junge Mann an der Kamera den gerade mit ihr Sex habenden in recht prolliger Manier auffordert, sie besonders hart zu nehmen, was sie nicht gut findet und woraufhin sie diese Worte sagt. Danach bricht das Video, welches veröffentlicht wurde, bereits ab. Es ist also durchaus möglich, dass es mit einer weiteren Missachtung ihres Willens weitergeht oder mit einvernehmlichen Sex, weil die beiden merken, dass sie das tatsächlich nicht will.

Mir ist nicht bekannt, wie sich die beiden eingelassen haben und was weiter festgestellt worden ist. Wenn sie ausgeführt haben, dass sie dachten, sie wolle es eben hart und sie hätten abgebrochen als sie merkten, dass sie das nicht will, dann könnte man am Vorsatz zweifeln, vielleicht ist dies der Grund, warum sie freigesprochen worden sind, vielleicht ist es ein anderer. Kennt jemand das Aktenzeichen des Verfahren?

Der Anklage gegen Gina Lisa Lohfink scheint mir folgendes zugrunde zu liegen:

Auslöser des Falls soll ein Video sein, das 2012 kursierte und die einstige „Germany’s Next Topmodel“-Kandidatin und die Männer beim Sex gezeigt haben soll. Lohfink habe daraufhin Anzeige erstattet und den Männern vorgeworfen, das Video nicht nur zu unrecht verbreitet zu haben, sondern ihr auch k.o.-Tropfen gegeben und sie vergewaltigt zu haben, sagte der Sprecher.

Die Staatsanwaltschaft habe deshalb Ermittlungen aufgenommen, Durchsuchungen durchgeführt und Gutachten in Auftrag gegeben. Dabei sei auf einem Handy eine längere Version des Videos sichergestellt worden. Die Ermittler seien nach dessen Auswertung sowie nach Hinzuziehung eines toxikologischen Sachverständigen, der auf k.o.-Tropfen spezialisiert ist, zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Vergewaltigung nicht stattgefunden habe.

Der Stand wäre also:

  • Es gibt eine längere Version des Videos, welches wir alle nicht kennen. Es kann sich aus diesem vieles ergeben, was die Bewertung ändern kann. Halten die Männer sie fest und machen weiter, dann wäre es beispielsweise eine Vergewaltigung und der Strafbefehl in der Tat ein Skandal. Kommt danach ein Abschnitt, in dem die Männer sich entschuldigen und sie sagt „Ich habe gesagt, ihr sollt mich hart nehmen, egal wie ich jammere, aber doch nicht so hart, jetzt kann es weiter gehen, aber etwas das Tempo zurück nehmen, das ist geiler“ dann war es eher keine.
  • Es gibt einen Experten, der das Video ausgewertet hat und anscheinend zu dem Ergebnis gekommen ist, dass sie nicht unter Drogen stand. Auch hier kennen wir das weitere Video und die Bewertungen des Fachmanns nicht, ebenso wenig wie die typischen Anzeichen für k.o. Tropfen. Wenn der Experte tatsächlich ein Fachmann auf seinem Gebiet ist und es für eindeutig hält, dass sie da gelogen hat und es aussschließt, dann wäre aus meiner Sicht der Strafbefehl vollkommen verständlich. Natürlich würde es ihr – ähnlich wie Kachelmann – ungenommen bleiben erhebliches Geld in einen guten Privatsachverständigen zu investieren, der dem von der Staatsanwaltschaft beauftragten Sachverständigen handwerkliche Fehler nachweist.
  • Wir haben alle ihre genaue Aussage nicht vorliegen. Wenn sie also in der Auffassung, dass es ja nur die kurze Version gibt erhebliche Abweichungen vom längeren Video vorgetragen hat, dann würde dies auch die Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft erklären-

Problematisch ist, dass wir das volle Video nie sehen werden, sofern nicht Gina Lisa selbst es freigibt. Das ist nicht zu erwarten. Man wird allenfalls in einem eventuellen Urteil etwas dazu lesen.

Es magt auch sein, dass ich Fakten übersehen habe, ich habe den Fall nicht sehr aufmerksam verfolgt. Es scheinen mir aber keine neuen Fakten dazu gekommen zu sein.

Gegenwärtig ist der Fall insofern für das Publikum nicht zu entscheiden. Wer sie vorverurteilt, der handelt ebenso ohne Kenntnis der Fakten, wie die, die den Justizskandal als erwiesen und die Rape Culture als bestätigt ansehen und die absolute Solidarität und den Beitritt zu #teamginalisa erklären.

Man wird abwarten müssen.

Wie viele Anzeigen wegen sexueller Gewalt gibt es an den amerikanischen Universitäten?

Neulich wurde auf Twitter dieses Bild gepostet mit dem Hinweis, dass es von Facebook gelöscht worden ist. Es wird gerade beklagt, dass Facebook konservativere Inhalte löschen lässt.

Ich finde das Bild allerdings sehr interessant:

Sexuelle Gewalt an amerikanischen Universitäten

Sexuelle Gewalt an amerikanischen Universitäten

Mir ist dabei durchaus bewußt, dass es weitere Fälle geben wird, die eben nicht angezeigt worden sind, also eine Dunkelziffer, wobei deren Höhe aus meiner Sicht sehr diskutabel ist. Wenn das aber die offiziellen Zahlen sind, dann werden verschiedene Sachen deutlich:

  • Selbst in einem System, in dem dem beschuldigten Mann nahezu keine Möglichkeit bleibt, sich zu verteidigen und eine Unschuldsvermutung quasi nicht greift, scheinen Frauen nicht anzeigen zu wollen. Weitere Erleichterungen werden insoweit schlicht nichts bringen
  • Der Gegenstandpunkt wird sein: Trotz dem einfachen Verfahren und den damit bestehenden Vorteilen für den Beschuldigenden haben Frauen immer noch zuviel Feindseligkeit gegenüber sich selbst internalisiert und mir müssen den Prozess noch mehr fördern.
  • Aus meiner Sicht spricht vieles dafür, dass viele der angenommenen Vorfälle eben als harmlosere Belästigungen oder etwas zu forsche Versuche für die meisten Frauen schlicht „kein großes Ding“ waren
  • Ich würde vermuten, dass auch die drastische Ausrichtung dieser Verfahren seinen Teil dazu beitragen könnte: Dem Studenten droht der Verweis und damit der Abbruch seines Studiums. Er droht über den Umstand, dass der Grund des Hinauswurfs bekannt ist, auch an anderen Universitäten erhebliche Nachteile oder wird da vielleicht nicht zugelassen. Ich vermute mal, dass das auch von vielen Frauen für kleinere Vorfälle als unverhältnismäßig angesehen wird und sie die „Null-Toleranz-Politik“ nicht mittragen.
  • Es zeigt auch, dass die Gefahr einer Falschbeschuldigung in der Hinsicht nicht so groß ist. Man stehe nicht bei jedem Sex mit einem Bein im Gefängnis.

Wie findet ihr die Zahlen?

Nungessers feministische Mutter dazu, was sie aus dem Vorfall gelernt hat

In einem Artikel zu den neusten Ereignissen um die Klage von Paul Nungesser gegen die Universität und die unterstützenden Professoren wird auch die Mutter von Paul interviewt, die deutsche Feministin Karin Nungesser:

One feminist who would cheer for such an outcome is German journalist Karin Nungesser—Paul’s mother—who insists that it’s a matter of principle and not just maternal devotion. “I think it is important that male students are suing their colleges if they believe that they are being discriminated against.It´s the same path that LGBT people, differently-abled people, people of color and women have gone very successfully in the past: to fight for their equality in front of a judge and achieve equal rights there,” Karin told me in an email. “As a feminist, I advocate for gender equality and not to establish privileges for women.

Ich vermute mal, dass sie als etwas ältere Feministin da eher noch auf der zweiten Welle ist und die moderneren feministischen Theorien, die besagen, dass man Männer gar nicht diskriminieren kann und Frauen keine Privilegien haben, sondern allenfalls wohlwollenden Sexismus erleiden, insofern nicht vertritt.

“What happened to Paul didn’t fundamentally change my political convictions: I never shared the view that women are better, more likable or more peaceful than men,” she says, citing research on women’s role in Nazi atrocities. “That women, given the power and the opportunity, can become perpetrators just like men is nothing new for me.”

Das haben auch Schwarzer und Beauvoir so gesehen. Ich vermute mal, dass auch intersektionale Genderfeministinnen im Grundsatz zustimmen würden, nur eben davon ausgehen, dass Frauen eben gegenwärtig keine Macht haben und man dazu eine „toxische Weiblichkeit“, die in etwa der heutigen Männlichkeit entsprechen würde, entwickeln müsste. Es wäre mal eine interessante Frage an Feministinnen.

What has changed, she says, is her perspective on how willing feminists should be to criticize other women and other feminists. She wants to see more debate and dissent with regard to some beliefs—such as “women never lie about rape.”

“Like many other feminists I never believed this and never advocated for it,” says Karin. “I never, however, argued openly against it, when others did. Today, I think I would, and this obviously has to do with what Paul has gone through.”

Tja, wenn es den eigenen Jungen betrifft ist es eben etwas anderes. Der ist dann in etwa dem „feministischen Boyfriend“ vergleichbar und ändert insofern die Bewertung. Die Abkehr von diesem Grundsatz, dass eine Frau niemals über Vergewaltigungen lügt, wäre insofern für den Feminismus schon einmal ein großer Schritt. Er wird allerdings mit diesem über weite Teile nicht kompatibel sein, da man dazu die Deutungshoheit des Opfers, das Abstellen auf dessen Sicht und die bedingungslose Solidarität mit der Person aus der unterprivilegierten Gruppe aufgeben müsste. Es ginge wohl allenfalls, wenn der Beschuldigte ebenfalls einer Opfergruppe angehören würde, also etwa schwarz wäre und sich auf Rassismus berufen würde.

„Aufwachsen im Pornoland: Mit Pornographie konditionierte Jungs und die Folgen“

Eine auch hier schon häufig gehörte Klage ist, dass Pornos ein vollkommen falsches Bild von Sex vermittelt und damit insbesondere für Frauen negativ ist.

Ein Text dazu fasst das wie folgt:

If there are still any questions about whether porn has an impact on young people’s sexual attitudes and behaviours, perhaps it’s time to listen to young people themselves. Girls and young women describe boys pressuring them to provide acts inspired by the porn they consume routinely. Girls tell of being expected to put up with things they don’t enjoy.

Some see sex only in terms of performance, where what counts most is the boy enjoying it. I asked a 15-year-old about her first sexual experience. She replied: „I think my body looked OK. He seemed to enjoy it“. Many girls seem cut off from their own sense of pleasure or intimacy. That he enjoyed it is the main thing. Girls and young women are under a lot of pressure to give boys and men what they want, to adopt pornified roles and behaviours, with their bodies being merely sex aids. Growing up in a pornified landscape, girls learn that they are service stations for male gratification and pleasure.

Ich finde es ja immer erstaunlich, dass sie nicht zumindest mal Jungs befragen, um zu schauen, wie die das sehen. Die meisten Jungs stehen ja beim ersten Sex noch unter einem wesentlich größeren Performancedruck als Frauen, da sie schauen müssen, dass alles klappt, wesentlich aktiver sein müssen, nicht zu früh kommen dürfen etc. „Ich glaube sie fand es gut“ wäre da auch etwas, was mich bei Jungs nicht überraschen würde.

Asked „How do you know a guy likes you?,“ a Year 8 replied: „He still wants to talk to you after you suck him off.“ A male high school student said to a girl: „If you suck my dick I’ll give you a kiss.“ Girls are expected to provide sex acts for tokens of affection. A 15-year-old told me she didn’t enjoy sex at all, but that getting it out of the way quickly was the only way her boyfriend would settle down and watch a movie with her.

Ich habe erhebliche Zweifel, dass das so ist. Allenfalls ist es bei den Jungs, die keinerlei Probleme haben, ein Mädchen zu bekommen und die an den jeweiligen Mädchen auch nicht wirklich interessiert sind, der Fall. Die meisten Jungs werden keineswegs in der Lage sein für einen Blowjob einen Kuss eintauschen zu können.

I’m increasingly seeing Year 7 girls who seek help on what to do about requests for naked images. Being asked „send me a picture of your tits“ is an almost daily occurrence for many. „How do I say ’no‘ without hurting his feelings“? girls ask.

Das Nacktbilder zugenommen haben kann ich mir vorstellen. Aber auch da sind sich ja nun die meisten Mädchen bewußt, dass das eine sensible Sache ist und man es allenfalls in einer festen Partnerschaft macht.

As the Plan Australia/Our Watch report found, girls are tired of being pressured for images they don’t want to send, but they seem resigned to how normal the practice has become. Boys use the images as a form of currency, to swap and share and to use to humiliate girls publicly.

Year 7 girls ask me questions about bondage and S&M. Many of them had seen 50 Shades of Grey (which was released on Valentine’s Day). They ask, if he wants to hit me, tie me up and stalk me, does that mean he loves me? Girls are putting up with demeaning and disrespectful behaviours, and thereby internalizing pornography’s messages about their submissive role.

Zumal 50 Shades ja auch deswegen bekannt wurde, weil Männer es verschlungen haben und  nicht Frauen.

I meet girls who describe being groped in the school yard, girls routinely sexually harassed at school or on the school bus on the way home. They tell me boys act like they are entitled to girls‘ bodies. Defenders of porn often say that it provides sex education. And it does: it teaches even very young boys that women and girls are always up for it. „No“ in fact means yes, or persuade me.

Ich kam mir bei meinem ersten Sex im internetlosen Zeitalter durchaus verloren vor. Irgendwie hatte ich mich mit der weiblichen Anatomie da unten zu wenig beschäftigt. Bilder, die da Details zeigten, waren damals wesentlich schwerer zu bekommen. Ich glaube auch, dass jedem normalen Jungen der Unterschied zwischen dem Verhalten von Pornodarstellerinnen und den Mädchen aus seiner Klasse durchaus bewußt ist. Auch ist ihm bewußt, dass weitaus eher die Mädchen entscheiden, ob es zum Sex kommt.

Girls describe being ranked at school on their bodies, and are sometimes compared to the bodies of porn stars. They know they can’t compete, but that doesn’t stop them thinking they have to.

Es ist natürlich intrasexuelle Konkurrenz, die da an Frauen und Mädchen herangetragen wird. Da Sex nunmehr Folgenlos möglich ist, wird er auch erwartet und damit bestehen höhere Anforderungen der Männer. Ich kann mir aber nach wie vor nicht vorstellen, dass Frauen nicht merken, dass Männer sie wollen, auch wenn sie nicht perfekt aussehen. Sie dürften dies eigentlich wesentlich mehr merken als Jungs.

Requests for labiaplasty havetripled in a little over a decade among young women aged 15-24.

Aber kommen dennoch kaum vor. Klar, wenn es vorher eine Frau von 10.000 gemacht hat und jetzt 3, dann ist das eine verdreifachung. Aber eben immer noch nichts, was ein Problem für das typische Mädchen von heute darstellt.

Girls who don’t undergo porn-inspired „Brazilian“ waxing are often considered ugly or ungroomed (by boys as well as by other girls).

Normales Rasieren ist nach wie vor vollkommen akzeptiert.

Some girls suffer physical injury from porn-inspired sexual acts, including anal sex. The director of a domestic violence centre on the Gold Coast wrote to me a couple of years ago about the increase in porn-related injuries to girls aged 14 and up, from acts including torture:

„In the past few years we have had a huge increase in intimate partner rape of women from 14 to 80+. The biggest common denominator is consumption of porn by the offender. With offenders not able to differentiate between fantasy and reality, believing women are ‚up for it‘ 24/7, ascribing to the myth that ’no means yes and yes means anal‘, oblivious to injuries caused and never ever considering consent. We have seen a huge increase in deprivation of liberty, physical injuries, torture, drugging, filming and sharing footage without consent.“

Das es eher zu Analsex kommt kann ich mir gut vorstellen, wobei ich noch nicht einmal glaube, dass die Rate so hoch ist, abgesehen von etwas experimentieren.

Das dabei die Vergewaltigungszahlen hochgegangen sind kann ich mir auch kaum vorstellen. Sie berufen sich ja leider nicht auf eine Studie, so dass man die Zahlen kaum vergleichen kann. „Der Spruch „no means yes and yes means anal‘ macht es für mich vollkommen unglaubwürdig, da er eigentlich recht erkennbar eine Provokation ist, die nicht ernst gemeint ist.

The Australian Psychological Society estimates that adolescent boys are responsible for around 20% of rapes of adult women and between 30% and 50% of all reported sexual assaults of children. Just last week , Emeritus Professor Freda Briggs argued that online pornography is turning children into copycat sexual predators – acting out on other children what they are seeing in porn.

Auch hier wäre interessant, wie man eine kausale Verbindung herleiten will: Das Vergewaltiger gerne Pornos schauen bedeutet ja nicht, dass Leute, die gerne Pornos schauen vergewaltigen. Es ist aus meiner Sicht durchaus verständlich, dass jemand, der etwa von Sex besessen ist aber immer wieder abgewiesen wird, seine Frustation über Pornos abbaut und insoweit einen passenden Konsum hat

A 2012 review of research on „The Impact of Internet Pornography on Adolescents“ found that adolescent consumption of Internet pornography was linked to attitudinal changes, including acceptance of male dominance and female submission as the primary sexual paradigm, with women viewed as „sexual playthings eager to fulfil male sexual desires.“ The authors found that „adolescents who are intentionally exposed to violent sexually explicit material were six times more likely to be sexually aggressive than those who were not exposed.“

Ich vermute mal, dass es diese Studie ist. Aus der Zusammenfassung:

Increased access to the Internet by adolescents has created unprecedented opportunities for sexual education, learning, and growth. Conversely, the risk of harm that is evident in the literature has led researchers to investigate adolescent exposure to online pornography in an effort to elucidate these relationships. Collectively, these studies suggest that youth who consume pornography may develop unrealistic sexual values and beliefs. Among the findings, higher levels of permissive sexual attitudes, sexual preoccupation, and earlier sexual experimentation have been correlated with more frequent consumption of pornography. Researchers have had difficulty replicating these results, however, and as a result the aggregate literature has failed to indicate conclusive results. Nevertheless, consistent findings have emerged linking adolescent use of pornography that depicts violence with increased degrees of sexually aggressive behavior. 

The literature does indicate some correlation between adolescents’ use of pornography and self-concept. Girls report feeling physically inferior to the women they view in pornographic material, while boys fear they may not be as virile or able to perform as the men in these media. Adolescents also report that their use of pornography decreased as their self-confidence and social development increase. Additionally, research suggests that adolescents who use pornography, especially that found on the Internet, have lower degrees of social integration, increases in conduct problems, higher levels of delinquent behavior, higher incidence of depressive symptoms, and decreased emotional bonding with caregivers

Auch da scheint mir die Richtung der Kausalität nicht ganz klar zu sein: Verhalten sich Jugendliche, die aggressive Pornos sehen sexuell aggressiver oder sehen aggressivere Jungs eher aggressiverer Pornos?

I have asked girls what messages they might like me to pass on to boys. So far, these messages include: „Stop telling us we are wet,“ „Stop commenting on our bodies,“ „Stop demanding pictures,“ „Rape jokes are never funny“ and „Sex before the age of consent is illegal.“

Das kommt mir schon relativ speziell vor, gerade die letzten beiden. Den den meisten zu jungen Mädchen ist es ja, wenn sie Sex wollen und der Junge interessant ist, relativ egal, dass das nicht legal ist. Allenfalls würden sie fordern, dass sich keine alten unattraktiven Säcke an sie ranmachen sollen.

The proliferation and globalisation of hypersexualised imagery and pornographic themes makes healthy sexual exploration almost impossible. Sexual conquest and domination are untempered by the bounds of respect, intimacy and authentic human connection. Young people are not learning about intimacy, friendship and love, but about cruelty and humiliation. As a recent study found:

„online mainstream pornography overwhelmingly centered on acts of violence and degradation toward women, the sexual behaviors exemplified in pornography skew away from intimacy and tenderness and typify patriarchal constructions of masculinity and femininity.“

Das wäre wohl diese Studie:

This article explores young people’s attitudes toward pornographic material.How do young people in general relate to and view pornography? Are thereany clear gender differences? On the basis of empirical results from an exten-sive Swedish survey study, we discuss and analyze how gender differences arearticulated. We are specifically interested in what kinds of attitudes youngmen and young women develop. A common conception of gender and theconsumption of pornography is that men and boys are generally the con-sumers, whereas women dislike pornography. Results from the present studypartly support these claims. However, we argue that it is important to analyze differences within the categories “men” and “women.” Here, we find that many young men are actually hold negative attitudes toward pornography,whereas some young women are positively disposed toward and enjoy pornography. These findings are discussed within the framework of gendertheory and theories of masculinity

Hegemonic Masculinity and Pornography: Young people’s attitudes toward and relations to pornography

Klingt nach Gender Studies. Wer will kann ja mal einen Blick hinein werfen

It is intimacy and tenderness that so many girls and young women say they are looking for. A young woman told me that on dating sites she lists under „fetish“ wanting to stare longingly into someone’s eyes and to take sex slow. She said if she didn’t put these desires in the „fetish“ category, they wouldn’t warrant a second glance.

Richtig, weil Frauen, die auf Dating Seiten aktiv sind ja nicht mit Nachrichten überschwemmt werden, die teilweise lang und mit viel Mühe geschrieben sind und weit eher als Jungs, bei denen kaum Nachrichten eintreffen, die Auswahl haben.

But how will young women find these sensual, slow-burn experiences in men indoctrinated by pornography? Psychologist Philip Zimbardo says of young men: „They don’t know the language of face to face contact … Constant arousal, change, novelty excitement makes them out of sync with slow developing relationships – relationships which build slowly.“

 

Schon eine sehr krasse Sicht auf die Dinge. Als ob die Jungs nicht täglich mit ihren Mitschülerinnen zu tun haben und sich mit ihnen unterhalten. Als ob sie nicht mehr ausgehen und reden würden. Es scheint mir wirklich ein reines Propagandastück zu sein.

Most importantly, it’s young people themselves demanding change. Josie, 18, is quoted in the Plan Australia/Our Watch report:

„We need some sort of crack down on the violent pornography that is currently accessible to boys and men. This violent pornography should be illegal to make or view in Australia as we clearly have a problem with violence and boys are watching a lot of pornography which can be very violent … This is influencing men’s attitude towards women and what they think is acceptable. Violent pornography is infiltrating Australian relationships.“
Girls like Lucy and Josie deserve our response.

Der naive Glaube, dass man Pornos national reglementieren kann, erstaunt mich immer wieder. Wo zB das deutsche Jugendschutzrecht eine Altersverifizierung benötigt, benötigt das amerikanische Recht lediglich die Bestätigung, dass man über 18 Jahre alt ist. Selbst wenn alle australischen Seiten umschwenken wird man auf Pornhub und Youporn nach wie vor alles finden, was es an sexuellen Aktivitäten gibt.

Solange sie es nicht schaffen, Pornos weltweit zu reglementieren, ist jegliches Anstrengung schlicht hoffnungslos. Man kann die veränderte Haltung zu Sex nicht zurückschrauben (jedenfalls wenn man nicht Pille und andere Verhütungsmöglichkeiten abschafft).

Damit werden auch Ideologen leben müssen.

Kesha, Dr. Luke und Vergewaltigung

Gerade macht wieder ein Fall, in dem es um Vergewaltigung geht, und bei dem vieles unklar ist, die Runde:

Der Spiegel fasst es kurz zusammen:

Es geht um Geld, Sex und schmutzige Vorwürfe. Seit 2014 streitet sich Popstar Kesha vor Gericht mit ihrem Produzenten Lukasz Gottwald, bekannt als „Dr. Luke“.

Die Sängerin möchte ihren Vertrag mit Sony auflösen, der sie zu sechs Alben mit Gottwald verpflichtet. Kesha behauptet, sie könne „nicht mit so einem Monster“ arbeiten. Gottwald habe sie vergewaltigt. Ende voriger Woche schmetterte ein New Yorker Gericht ihren Antrag auf einstweilige Verfügung ab. Der Streit geht in die nächste Runde.

„Ich hatte nie Sex mit ihr“

Jetzt meldete sich Gottwald via Twitter mit einem klaren Statement zu Wort. Er bestreitet die Vorwürfe. „Ich habe Kesha nicht vergewaltigt, und ich hatte nie Sex mit ihr“, schrieb der zweifache Vater. „Kesha und ich waren jahrelang Freunde, sie war für mich wie eine kleine Schwester.“

Bereits zuvor hatten Gottwalds Anwälte Kesha perfides Kalkül vorgeworfen. Die Sängerin verbreite „komplette Lügen, die vorgebracht worden sind, um die Neuverhandlung eines Vertrags und Geld zu erpressen“, hieß es.

Wenn ich es richtig gelesen habe, dann hat ihr Sony bereits mitgeteilt, dass sie sie nicht aus dem Vertragt entlassen, dass sie aber für die Dauer des Vertrages keinen Kontakt mit „Dr. Luke“ haben müsse, es könne alles über andere Personen geregelt werden. Das hat sie abgelehnt, was eben gut dazu passt, dass sie eigentlich aus dem Vertrag raus möchte.

Es gab wohl schon einige Zeit vorher einen Prozess, bei dem die Mutter Dr. Luke vorgeworfen hat, dass sie für die Bulimie der Tochter verantwortlich ist, weil er ihr gesagt hat, dass sie für das Showgeschäft schlanker sein muss und damals bereits ging es wohl auch um sexuelle Handlungen. Damals hat sie allerdings unter Eid ausgesagt, dass da nichts passiert ist:

Sie sagt jetzt, dass sie das damals nur gesagt hat, weil ihr gedroht worden ist, dass man sonst sie und ihre Familie fertig macht und sie nie wieder ein Bein auf den Boden bekommen.

Sie hat jetzt bei Gericht beantragt, das sie aus dem Vertrag rauskommt und das Gericht hat das abgewiesen.
Aus meiner Sicht bei bescheidenden Kenntnissen des Falls vollkommen zurecht: Sie kann anscheinend nichts beweisen und selbst wenn, dann bedeutet das nicht, dass Sony sich das zurechnen lassen muss und auf den Vertrag verzichten muss.

Ich finde allerdings den Fall auch nicht eindeutig: Ich kann mir vorstellen, dass ein hoch angesehener Produzent eine Art „Bewerbungscoach“ praktiziert. Ich kann mir auch vorstellen, dass sich genug Mädchen/Frauen darauf einlassen. Ich kann mir auch vorstellen, dass sie in irgendeiner Form dazu gedrängt werden. Und das man es dann irgendwie abhakt oder zumindest denkt, dass man jetzt das Schwein durchaus zur Verantwortung ziehen kann.

Ich kann mir auch vorstellen, dass man darauf gesetzt hat, dass er da schon irgendwie klein beigibt, obwohl nichts passiert ist, einfach weil es so ein brisantes Thema ist, das er es loswerden will.

Das ganze wird noch aufgebauscht, weil weibliche Stars sich soldidarisieren:

Swift schenkte ihr spontan 250.000 Dollar. Lady Gaga und Kelly Clarkson sendeten Solidaritätsadressen.

Im Blog „Lenny Letter“ meldete sich nun US-Schauspielerin Lena Dunham („Girls“) zu Wort – mit einem eindringlichen Essay: „Ich fühlte mich krank, als ich das Ergebnis vor Gericht mitbekam“, schrieb die 29-Jährige. Es gehe um viel mehr als allein um Kesha.

Mangelnder Schutz vor Peinigern

„Der Fall Kesha zeigt die Art und Weise, wie das amerikanische Rechtssystem Frauen verletzt.“ Die Justiz scheitere daran, Frauen vor Männern zu schützen, die aus ihrer Sicht Vergewaltiger sind.

Zugleich attackierte Dunham den Musikriesen Sony, der hinter Gottwald steht. „Tatsache ist, Kesha wird nie ein ärztliches Attest haben. Sie wird nie ein Videoband haben, das uns zeigt, wie Gottwald sie bedrohte und beschämte.“

Kesha werde nie beweisen können, über ihre Aussage hinaus, dass sie sich unsicher fühle, wenn sie mit Gottwald arbeiten müsse. Dennoch sei ihr nicht verständlich, schrieb Dunham, dass Sony auf der Kooperation von Kesha und Gottwald bestehe.

Und Dunham machte klar, dass die Unterstützerinnen von Kesha sehr sicher sind in ihrer Haltung. Sie hätten keine Angst davor, ihren Job und ihren Ruf zu verlieren.

Was dabei immer vergessen wird: Er kann auch kein Video vorlegen, dass er sich vorbildlich verhalten hat, er wird also auch auf ewig mit dem Vorwurf leben müssen, da es kaum endgültig aufzuklären ist. Aber hier kommt natürlich der Gedanke, dass eine Frau darüber niemals lügen würde und sich jeder mit ihr solidarisieren muss, zum tragen.

„Lieber männlicher Geflüchteter“

Gerade wird sich über diesen Text aufgeregt:

 

Lieber männlicher Geflüchteter,

vermutlich in meinem Alter. Vermutlich ein paar Jahre jünger. Ein bisschen älter.

Es tut mir so unfassbar Leid!

Vor fast einem Jahr habe ich die Hölle gesehen, aus der du geflohen bist. Ich war nicht direkt am Brandherd, aber ich habe die Menschen in dem Flüchtlingslager in Südkurdistan besucht. Habe alte Großmütter gesehen, die sich um zu viele elternlose Kinder kümmern müssen. Ich habe die Augen dieser Kinder gesehen, einige haben ihr Leuchten nicht verloren. Ich habe aber auch die Kinder gesehen, deren Blick leer und traumatisierend war. Ich habe mir von ca 20 ezidischen Kindern in ihrem Matheunterricht arabische Schriftzeichen zeigen lassen und weiß noch, wie ein kleines Mädchen angefangen hat zu weinen, nur weil ein Stuhl umfiel.

Ich habe einen Hauch der Hölle gesehen, aus der du geflohen bist.

Ich habe nicht gesehen, was davor geschehen ist und auch deine strapaziöse Flucht habe ich nicht miterleben müssen.

Ich bin froh und glücklich, dass du es hierher geschafft hast. Das du den IS und seinen Krieg hinter dir lassen konntest und nicht im Mittelmeer ertrunken bist.

Aber ich fürchte, du bist hier nicht sicher.

Brennende Flüchtlingsunterkünfte, tätliche Angriffe auf Refugees und ein brauner Mob, der durch die Straßen zieht.

Ich habe immer dagegen angekämpft, dass es hier so ist.

Ich wollte ein offenes Europa, ein freundliches. Eins, in dem ich gerne leben kann und eins, in dem wir beide sicher sind. Es tut mir Leid.

Für uns beide tut es mir so unglaublich Leid.

Du, du bist nicht sicher, weil wir in einer rassistischen Gesellschaft leben.

Ich, ich bin nicht sicher, weil wir in einer sexistischen Gesellschaft leben.

Aber was mir wirklich Leid tut ist der Umstand, dass die sexistischen und grenzüberschreitenden Handlungen die mir angetan wurden nur dazu beitragen, dass du zunehmendem und immer aggresiverem Rassismus ausgesetzt bist.

Ich verspreche dir, ich werde schreien. Ich werde nicht zulassen, dass es weiter geschieht. Ich werde nicht tatenlos zusehen und es geschehen lassen, dass Rassisten und besorgte Bürger dich als das Problem benennen.

Du bist nicht das Problem. Du bist überhaupt kein Problem.

Du bist meistens ein wunderbarer Mensch, der es genauso wie jeder andere verdient hat, sicher und frei zu sein.

Danke, dass es dich gibt – und schön, dass du da bist.hier

Man regt sich auf, weil sie kurz davor eine Anzeige erstattet hat, weil sie drei Männer ausländischer Herkunft vergewaltigt haben sollen.

Nun wird dieser Text so interpretiert, dass sie sich damit bei den Tätern entschuldigen will. Aus meiner Sicht eine gänzlich falsche Auslegung.

So wie ich das sehe entschuldigt sie sich nicht bei den Tätern sondern bei anderen Flüchtlingen dafür, das die Tat ihrer Vergewaltiger nun genutzt werden wird einen Generalverdacht gegen alle männlichen Flüchtlinge zu begründen. Sie stellt klar, dass sie wegen der Tat gegen sie nicht andere männliche Flüchtlinge unter einen Generalverdacht stellt.

Was ist daran bezüglich des betonens der Unschuld anderer Männer zu kritisieren? Die männlichen Flüchtlinge haben ganz überwiegend niemanden vergewaltigt.

Ist das nicht grundsätzlich genau die Haltung, die wir gerne von Frauen hätten?

Ein Text einer vergewaltigten Frau

„Liebe Mann an sich, du bist toll, es tut mir leid, dass die Taten einzelner Männer gegen mich nun mehr von Feministinnen genutzt werden um eine Rape Culture zu behaupten.

Ich verspreche dir, ich werde schreien. Ich werde nicht zulassen, dass es weiter geschieht. Ich werde nicht tatenlos zusehen und es geschehen lassen, dass Feministinnen und Sexisten dich als das Problem benennen.

Du bist nicht das Problem. Du bist überhaupt kein Problem.

Du bist meistens ein wunderbarer Mensch, der es genauso wie jeder andere verdient hat, sicher und frei zu sein.

Danke, dass es dich gibt.

wäre ein großartiger Text. Es erscheint mir hilfreich, hier die Argumente, die man gegen ihren Text bringt in übertragener Form gegen meine Umformulierung vorzubringen und zu schauen, wie sie da klingen.

Natürlich ist der obige Text dennoch ein großartiges Beispiel für Doppeldenk. Denn sie schafft es gleichzeitig einen Generalverdacht gegen die deutsche Gesellschaft einzubringen und diese für alles verantwortlich zu machen, das alte Märchen der von weißen errichteten Rape Culture und überhaupt der Schlechtigkeit der weißen Welt.

Ihre Beschränkung auf männliche Flüchtlinge und ihre Verklärung andere Kulturen sowie die Verteufelung der westlichen Welt, das alles ist ihr durchaus vorzuwerfen.

Das sie nicht alle männlichen Flüchtlinge für die Tat Einzelner verantwortlich macht allerdings nicht.

„Ich habe das Recht nicht belästigt zu werden“

In einer Diskussion oder einem Blogbeitrag, ganz sicher wo bin ich mir nicht mehr, meinte eine Feministin, dass sie das Recht darauf hätte nicht belästigt zu werden.

Sie hielt mir vor, dass es ca 8.000 Vergewaltigungen pro Jahr in Deutschland gäbe. Ich erwiderte, dass auf 42 Millionen Frauen gerechnet ja nur eine relative Zahl sei.

Was mich zu der Frage brachte, ab welcher Zahl von Vergewaltigungen, aber welchem Grad von Sicherheit denn ein gewisses Sicherheitsgefühl vorhanden wäre.

Kann man Null verlangen? Es ist aus meiner Sicht eine Zahl, die nicht erreichbar ist. Selbst wenn man alle Männer täglich in ein feministisch geführtes Privilegienhinterfragungs- und allgemeines „Teach Men not to rape“ Seminar schicken würde, wären noch ein paar Verrückte da, an denen das vollkommen vorbeigehen würde, die vielleicht sogar eher auf Ideen gebracht werden würden.

Sicherheit ist in der heutigen Zeit im wesentlichen etwas, bei dem man die Balance zwischen den Rechten des Einzelnen und dem Schutz der Allgemeinheit finden muss. Man kann jeden Mensch mit einem Mikrochip ausstatten, der seinen Aufenthaltsort weitergibt, seine Biofunktionen überwacht oder ihm eine Stirnbandkamera oder ein Google-Glas mit automatischer Aufzeichnung und Einsichtrecht der Polizei umschnallen. Oder man schafft die lästige Unschuldsvermutung in dem Bereich ab. Aber hat dann eben Unschuldige im Gefängnis und keinen Schutz gegen staatliche Willkür mehr.

So würde sicherlich einiges mehr aufklärbar und anzeigbar sein. Aber es geht eben gleichfalls in den privaten Bereich.

Auf dieser Idee aufbauend hat natürlich jeder das Recht, nicht belästigt zu werden. Aber ob man dieses umsetzen kann ist eben eine andere Frage. Das ist bei anderen Rechten nicht anders: Man hat beispielsweise das Eigentumsrecht. Dennoch gibt es Diebe oder Leute, die einen anderweitig um sein Eigentum bringen wollen.

Demnach muss man sich, wenn man sich über Zahlen aufregt, zunächst die folgenden Fragen stellen:

  • Sind die Zahlen relativ gesehen hoch?
  • Wie könnte man die Zahlen niedriger ausfallen lassen und ist das tatsächlich ein wirksames Mittel bzw. stehen die dafür aufgegebenen Rechte im Verhältnis zu dem, was man dafür bekommt?

Der Radikalfeministische Standpunkt wäre wohl „wenn wir keine Rape Culture mehr sind, wenn das Patriarchat besiegt ist, dann geht es zwischen den Geschlechtern ja nicht mehr um Machtfragen, also muss auch niemand mehr sexualisierte Gewalt ausüben, kurz: Es muss einfach jeder Feminist sein, Problem gelöst.“

Meiner Meinung nach handelt es sich nicht um ein wirksames Mittel. Die Interessenlagen würden nach wie vor so bestehen, dass viele Frauen es zu mühsam finden, so etwas anzuzeigen und demnach würden es einige Männer für eine potentielle Strategie halten.

Man kommt insofern wohl dann nicht an einem Überwachungsstaat vorbei, wenn man massiv absenken will.

Grafiken zu Vergewaltigung, Gewalt gegen Frauen, Eigentumsrechten etc weltweit

Die Seite „Womanstats“ ist ein Project, bei der Frauen betreffende Daten zusammengestellt werden sollen. Es liefert eine Übersicht mit recht interessanten Grafiken, bei der allerdings leider keine Quellen angegeben sind:

Körperliche Sicherheit von Frauen weltweit

Körperliche Sicherheit von Frauen weltweit

Das es eine relativ feministische Gruppe zu sein scheint sieht man bereits daran, dass Frauen anscheinend nirgendwo sicher sind, Amerika, Kanada und Deuthschland wird auch nur „moderate Sicherheit für Frauen“ zugesprochen. Schweden, Frankreich und Spanien sind etwas besser. Für die momentane Debatte interessant ist sicherlich der nordafrikanische Bereich, in dem die Sicherheit komplett fehlt

Gefahr der Vergewaltigung weltweit

Gefahr der Vergewaltigung weltweit

Bei Vergewaltigungsgefahr erhält Deutschland sogar nur eine 4, andere Westliche Länder wie die USA eine 3, die auch Schweden, Musterland des Feminismus, nur erhält. Die Schweiz scheint mir gar eine 1 zu haben. In Afrika und den arabischen Bereichen sieht es eher düster aus.

Vorkommen und Bestrafung von Vergewaltigung

Vorkommen und Bestrafung von Vergewaltigung

Die westliche Welt schneidet noch relativ gut ab, immerhin ist Vergewaltigung unüblich. In den afrikanischen und arabischen Ländern ist es hingegen „vorherrschend“.

Frauen in den Parlamenten / Legislative

Frauen in den Parlamenten /Legislative

Die Beteiligung in den Parlamenten und der Regierung ist auch interessant. Da schneidet Deuschland, auch sicherlich dank Merkel, gut ab. Nordafrika und der arabische Raum hingegen schlecht. Russland und China scheinen auch nicht wirklich eine hohe Frauenquote zu haben

Präferenz von Söhnen und Geschlechterrate

Präferenz von Söhnen und Geschlechterrate

Auch hier gibt es anscheinend der Grafik nach keine Staaten, in denen es nicht zumindest eine kleine Vorliebe für Jungs gibt. Der Westen schneidet noch einigermaßen ab, Afrika und die arabische Welt bevorzugt Jungs deutlicher, ebenso wie Indien. Eine Grafik, in der es um Bevorzugungen von Mädchen gibt es leider nicht.

Lebenserwartung von Frauen

Lebenserwartung von Frauen

Die Lebenserwartung der Frauen ist am besten in der westlichen Welt, in Afrika sieht es im Verhältnis zur westlichen Welt düster aus.

Lebenserwartung Männer Frauen

Lebenserwartung Männer Frauen

Hier ist es erst einmal interessant, wie die Farben verwendet werden:

  • Frauen werden 9 Jahre älter als Männer: Gefahr für Männer
  • Frauen werden 4 bis 8 Jahre älter: Zumindest im grünen Bereich
  • Frauen unter 3 Jahren ÄLTER als Männer: Rot, Gefahr für Frauen!
Stärke der Barrieren zur Anzeige von Vergewaltigungen

Stärke der Barrieren zur Anzeige von Vergewaltigungen

Hier schneidet Deutschland erstaunlich schlecht ab, im orangen Bereich. Das heißt „Die Barrieren sind hoch, aber eine Frau ist nicht in Gefahr, wenn sie eine Anzeige macht“. Schweden ist immerhin im gelben Bereich, trotz mit der höchsten Anzeigenzahl in der westlichen Welt. Die arabische Welt schneidet, was angesichts von Peitschenhieben als Strafe für vergewaltige Frauen nicht verwunderlich ist, ebenso schlecht ab, wie weite Teile Afrikas

Häufigkeit von Vergewaltigungen

Häufigkeit von Vergewaltigungen

Auch hier ist erst einmal die Scala interessant: Dunkelgrün bedeutet 0 (Null) Vergewaltigungsfälle auf 100.000 Einwohner. Es wird demnach auch nicht erreicht. Bereits bei 11 von 100.000 ist man im gelben Bereich. Interessant ist hier, dass die arabische Welt 2011 relativ gut abschneidet. Und das obwohl die Haltung dort stark „Vergewaltigungslastig“ ist. Allerdings dürften dazu zwei Gründe beitragen:

  • Die Folgen davon, dass man eine Vergewaltigung anzeigt, sind so hoch, dass es keine Frau macht
  • Frauen sind weit weniger ohne entsprechenden Begleiter unterwegs, es finden keine zwanglosen Dates statt, Frauen sind weniger unbeobachtetm es besteht weit weniger die Möglichkeit (abseits der Vergewaltigung in der Ehe) eine solche Tat unbeobachtet zu begehen.
Eigentumsrechte Frauen Männer

Eigentumsrechte Frauen Männer

Auch hier interessant: Dunkelgrün hat man einfach weggelassen, selbst ohne rechtliche Einschränkungen bekommt man nur Hellgrün. Natürlich ist hier wieder der afrikanische und der arabische Raum problematisch

Eigentumsrechte Männer Frauen

Eigentumsrechte Männer Frauen

Da wäre es natürlich interessant, was mit „Praxis“ gemeint ist. Wäre interessant, ob da der Zugewinn mit eingegangen ist. Auch interessant wäre, ob die Lebensversicherung des Mannes mit der Frau als Bezugsberechtigte für den Todesfall dort eingeflossen ist. Aber auch hier: Afrika und die arabische Welt schneiden schlecht ab.

Ich hatte bereits an anderer Stelle besprochen, dass der weiße, heterosexuelle Mann, das klassische Feindbild der intersektionalen Genderfeministen in Punkte Gleichberechtigung gar nicht so schlecht abschneidet.

Auch Thesen wie „Vorfälle wie in Köln besonders zu besprechen und die von „Biodeutschen“ auszublenden ist Rassismus, das ist alles ganz normal in einer Rape Culture“ scheinen mir da eher einen schweren Stand zu haben.

Insgesamt wäre ich an den Daten, die den Grafiken zugrundeliegen sehr interessiert. Es ist ja bereits schwierig Vermutungen darüber anzustellen, wie viele Vergewaltigungen nicht angezeigt werden, weil kulturelle Hindernisse bestehen.

Dennoch scheint mir die Tendenz deutlich und auch wenig überraschend: Insgesamt ist die westliche Welt für Frauen der sicherste Ort.