Lesben dicker als Heterofrauen, Schwule schlanker als Heteromänner

Eine interessante Meldung habe ich der Washington Times entnommen:

The National Institutes of Health (NIH) is spending $1.5 million to study the “high public-health significance” of why 75 percent of lesbian women are obese and gay men are not, CNS News reports.

“Obesity is one of the most critical public health issues affecting the U.S. today,” the description of the grant — administered by NIH’s Eunice Kennedy Shriver National Institute of Child Health and Human Development (NICHD) — reads. “Racial and socioeconomic disparities in the determinants, distribution, and consequences of obesity are receiving increasing attention.”

“However, one area that is only beginning to be recognized is the striking interplay of gender and sexual orientation in obesity disparities,” it continues. “It is now well-established that women of minority sexual orientation are disproportionately affected by the obesity epidemic, with it continues.

“In stark contrast, among men, heterosexual males have nearly double the risk of obesity compared to gay males.”

(Studien, die ich auf die Schnelle dazu gefunden habe: hier, hier, hier, hier

Auch das Selbstbild ist anders:

Compared with exclusively heterosexual males, heterosexual males with prior same-sex partners and bisexual males were more likely to self-perceive as overweight despite being of healthy weight or underweight,” the study found. “Compared with exclusively heterosexual females, lesbians and bisexual females were more likely to self-perceive as being of healthy weight or underweight despite being overweight or obese.”

Also kurz zusammengefasst:

  • Lesbische Frauen haben in Amerika eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit übergewichtig zu sein (und sind es häufig auch) im Vergleich zu heterosexuellen Frauen
  • Im Gegensatz dazu sind schwule Männer weitaus seltener fett, heterosexuelle Männer sind doppelt so häufig fett wie schwule Männer
  • Lesbsiche Frauen halten sich auch häufiger für normalgewichtig, sind aber statt dessen dick oder fett
  • Schwule Männer halten sich häufig für dick, sind aber normalgewichtig oder schlank

Das verbindende Glied könnte hier schlicht der Umstand sein, dass man für Männer sexuell interessant sein will und diese eben Schlankheit (oder körperliche Schönheit) weit höher bewerten als Frauen.

Möglich wäre auch, dass schwule Männer eher die „weiblichere“ Wahrnehmung ihres eigenen Körpers (zB aufgrund weniger pränatalen Testosterons) abbekommen haben und Lesben die „männlichere“.

Es stellt auch eine interessante Verbindung zwischen den „Fat-Aktivism“ und lesbischen Feministinnen dar. In deren Vorstellung spielt dann vielleicht der Körper tatsächlich eine geringe Rolle. Etwas böser gedacht könnte es auch ein weiterer Grund für den „Lesbian Bed Death“ sein. Zugunsten feministischer Theorien könnte man anführen, dass „von Männern begehrt werden wollen“ anscheinend einen gewissen Schönheitsdruck auslöst.

Es passt auch in die Klischeeaussage, dass die schönen Männer leider schwul oder vergeben sind.

Die heterosexuelle Partyhölle

Auf dem queerfeministischen Blog „dont degrade debs darling“ findet sich ein Artikel zu der Unerträglichkeit heterosexueller Parties. Es ist eine Schilderung aus Dantes Inferno:

Bereits der Eingang wird durch Gewalt gekennzeichnet, die Männer dazu nutzen sich aufzugeilen:

Ich komme rein und entgehe nur knapp einem blauen Auge. Zwei Frauen* prügeln sich fast. Genau genommen tuen sie es tatsächlich, sie sind nur nicht mehr nüchtern genug um sich gegenseitig zu erwischen. Statt dass eine Person eingreift, stehen grölende Typen drum herum, die es geil finden und ekelhafte Sprüche ablassen. Und mir wird das erste Mal schlecht.

Sie als Besucherin dieser geadezu außerirdischen Welt der Heterosexualität greift allerdings auch nicht ein. „Lass die Barbaren Einheimischen es unter sich ausmachen“ wird sie sich gedacht haben. Prügelnde Frauen finde ich allerdings schon sehr ungewöhnlich auf einer Party.

Ich bin keine weiteren 10 Minuten da, da fängt ein Typ an sich seine Brust zu reiben, und starrt auf meine mit einem fragenden Gesichtsausdruck. Ich gebe ihm meinen „nicht mal in Deinen Träumen, Arschloch“-Blick, er hebt die Hände, leckt sich über die Lippen und ich drehe mich weg. Doch statt die Party zu verlassen verdrücke ich mich ins Gewusel.

Nach der Gewalt die  Begierde: Ungezügelte Begierde. Immerhin noch unkörperlich. Sie wagt sich weiter in den nächsten Kreis

Zwei Minuten später klebe ich an der Wand. Denn wer sich nicht „sexy“ genug bewegt, wird an die Mauer gedrängelt. Mackernde Typen nehmen den Raum ein und eine Frau, die Platz zum tanzen will, muss sich diesen verdienen indem sie sich an der Stange räkelt oder mit den Händen an der Brust und zwischen den Schenkeln so tanzt, dass die Assoziation klar ist. Einige Meter neben mir sehe ich eine junge Frau*, die ebenfalls durch bullige, grölende, ignorante Typen an die Clubwand gedrängt wurde. Als nicht-schlanker Mensch ist sie auch raus. Aber im Gegensatz zu mir versucht sie es. Ich sehe, wie sie verunsichert zu den Frauen in der Mitte schaut und versucht sich genauso zu bewegen. Die Typen finden‘s bei ihr nicht geil, also ist sie nicht existent. Hat keine Daseinsberechtigung. Warum filmt die Kamera das eigentlich nicht?

Die heterosexuellen Frauen prostituieren sich für das Patriarchat, sofern sie dessen Ansprüchen genügen oder werden an den Rand gedrängt. Fat-Shaming, wie es im feministischen Buche steht. Würde mich interessieren, wie das in ihrer Szene ist. Gibt es bei (feministischen) Lesben wirklich keinerlei Vorlieben? Werden schlanke Frauen nicht von mehr lesbischen Frauen begehrt als dicke Frauen? ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen. Interessant, dass auch die dicke Frau alles versuchen muss, um irgdendwie die Aufmerksamkeit der Männer zu erhalten. Das ist wahrscheinlich das, was das Patriarchat den Frauen als Möglichkeit lässt.

Aber die heterosexuelle Partyhölle kann noch nachlegen:

Mir stehen inzwischen die Tränen in den Augen. Ich möchte eigentlich sofort gehen. Ich kann aber nicht. Ich fühle mich so misshandelt, dass ich vollkommen gelähmt bin. Außerdem hab ich vor 20 Minuten schon einmal versucht meinen Standort zu wechseln. Ich kam aber nicht weit. Schränke von Typen versperren mir den Weg. Die einen, weil sie mich nicht wahrnehmen, die anderen, weil sie es amüsant finden sich mir demonstrativ in den Weg zu stellen, um mir, mit einer Körperhaltung die Besitzansprüche und schlimmeres suggeriert, auf die Brust zu starren. Ich durchleide Höllenqualen. Aber irgendwas in mir sagt, ich möchte das Feld nicht einfach räumen. Möchte vor dieser mackernden Dominanz nicht Kleinbei geben. Dem restlichen Teil von mir ist schlecht. Möchte weinen, schreien, fühlt sich missbraucht, vergewaltigt, ist in Not.

Es ist verständlich, dass sie aus dem Safe Space homosexueller Parties kommend soviel Rohheit einer typischen heterosexuellen Party nicht verkraftet.  Ich finde es erstaunlich mutig, dass sie dennoch weiter gegen die mackernde Dominanz stellt und nicht einfach klein beigibt. Trotz der unglaublichen Beeinträchtigung durch den Male Gaze hält sie durch. Vergewaltigt von Blicken und Besitzansprüchen. Es ist erstaunlich, wie abgestumpft heterosexuelle Frauen sind, dass sie nicht die ganze Zeit durchschreien, wenn sie freiwillig zu solchen Parties gehen vom Patriarchat auf solche Parties gezwungen werden.

Dann kommt ein Typ, lehnt sich über mich, stützt mit der Hand an der Mauer hinter mir ab. Zu nah denke ich und bekomme Angst. Und endlich macht es klick. Ich muss raus hier. Ich schnappe mir meine Sachen, winke lächelnd (warum eigentlich) der Bekanntschaft hinter dem Tresen zu und verschwinde. Drängle die Typen weg. Schlage fast schon um mich.

Ganz kann ich mir die Situation noch nicht vorstellen: Hat er sie ansprechen wollen und sich zu ihr gelehnt? Jedenfalls flieht sie direkt, wohl glücklich der Hölle entkommen zu sein.

Ihr Fazit des Besuchs:

Ich habe das nicht vermisst und ich hasse die die Welt dafür, dass sie so ist. Ich hasse es, dass mein Herz jetzt weh tut, dass ich mich jetzt furchtbar fühle, dass ich es bin, die jetzt leidet. Diese Typen gehen nach Hause, fühlen sich gut und befeiern sich nächstes Wochenende wieder auf Kosten einer Hand voll Frauen*, die es zum größten Teil nicht besser wissen. Und ich. Ich merke wieder einmal, dass ich lieber den begrenzen Bewegungsspielraum meiner Bubble hinnehme, als mich von Scheiße erschlagen zu lassen zu müssen. Denn am Ende bin ich es die zahlt und nicht die.

Die armen Frauen in heterosexuellen Clubs. Sie wissen gar nicht durch welche Hölle sie gehen. Sie machen sich schön für die Männer, werden von ihnen als Objekt behandelt, haben selbst gar nichts zu sagen. Sie werden von Scheiße erschlagen. Wahrscheinlich haben sie

Ich hatte dort in den Kommentaren darauf hingewiesen, dass es mir keine sehr typische Heterosexuelle Party gewesen zu sein scheint und sie vielleicht noch einmal auf eine andere gehen sollte.

Eine Kommentatorin belehrte mich darauf wie folgt:

Ach so, die Party war also nicht typisch? Und das weißt du? Mit deinem als männlich* gegenderten Namen und Bild erscheint es mir nicht so, als ob du den gleichen Erfahrungshorizont hättest und deshalb in irgendeiner Form beurteilen könntest ob das “typisch” war oder nicht. Und warum soll sie nochmal hingehen, als Test? Was genau hätte sie davon? Außer noch einer Chance für Räume, deren erste Chance das oben beschriebene bestimmt nicht war. Alter! Hinhören, Mund halten, selbst anders machen. Anstatt Ratschläge zu verteilen! – Ende.

Auch nett. Wie kann ich nur meinen beurteilen zu können, dass sich nicht auf allen Heteroparties Frauen am Eingang prügeln, man sich kaum bewegen kann, dicke Mädchen nicht tanzen dürfen oder sich beim Tanzen zum Objekt machen müssen? So etwas kann man nur als Frau feststellen.