„Ich bin Feministin und ich hasse Männer“

Bei Feministing gibt es in dem offenen Bereich einen „Leserbeitrag“, also keinen Beitrag der „offiziellen Schreiber“, in dem sich die dortige Autorin zum Männerhass bekennt:

I admit it–I’m a feminist who hates men. I feel nothing but revulsion, disgust, and distrust for men. I’m that type of woman everyone makes stereotypical jokes about.

I haven’t always hated men. I used to have a high sex drive, and I wanted to get married and have children and a family of my own just like everyone else I knew. In fact, deep down I still wish I could do those things. But I know that just won’t be possible. I didn’t start hating men because I was a feminist who was angry at men for having more rights and privileges than me or because I think women are better than men.  I began hating them because they outright HURT me. Really badly. They have betrayed my trust and damaged my sense of dignity in the worst ways possible. One trusted male friend of mine who I had known for ten years suddenly put drugs in my beverage one evening in an attempt to take advantage of me. When his plan failed because he didn’t put enough drugs in my drink to completely knock me unconscious, he suddenly stopped speaking to me. (Not that I missed his company after I finally realized what he had done.) Another trusted male friend of mine who I had known for many years took advantage of me by suddenly telling me that he had had feelings for me for the past ten years. We had confided to each other often about things going on in our lives, and he told me that if I gave him the chance to date me I would never have to feel sad or hurt ever again. Of course I trusted him, because he was an old friend who I could talk to about anything. Well as soon as we finally slept together for the first time ever, he suddenly and immediately turned on me overnight. He suddenly went from being a friend who cared about me to laughing and bragging to everyone about what a “good lay” I was, calling me a “trick”,  and even telling meWe were never really friends, I just thought you’d be a good lay and I was right. And I was gonna wait as long as it took to get you.” Then he ran off and slept with literally one woman after another after another after another…MULTIPLE  women, some of them other men’s wives & girlfriends…using NO protection. At one point, half a dozen 40-year-old divorced single moms (he’s 28) all thought he was their serious “boyfriend”, unaware that he was making the rounds “servicing” other women all over town. Now he has a couple of illegitimate kids from these reckless liasons (and he isn’t involved in ANY of these children’s lives). At that point, I was no longer a person or even a human being anymore; I was just an object. I was no  better than all the hundreds of other unsuspecting women he had slept with. I was just a dumb fool who got used and tossed aside: a joke.  The utter shock, pain, and humiliation I endured from him doing this to me was unbearable. I realized then that if I couldn’t trust my own friends whom I had known for a decade or longer, then I really couldn’t trust ANYONE. And these are just two examples of the MANY times I have suddenly been abandoned, beytayed, or used by men throughout my life for no apparent reason. I’ve finally learned not to let myself have feelings for any  man because the chances are high that he will suddenly walk away from me without warning and for no reason. 

Sie ist also in der „Fuckzone“ gelandet und anscheinend hatten die meisten Männer kein Interesse an einem Mehr über Sex hinaus, allenfalls waren sie bereit so viel Arbeit in die Sache zu stecken, dass sie Sex bekommen. Sie hingegen dachte tatsächlich, dass die Männer ihre Freunde sind, was für ein erhebliches Maß an Selbstüberschätzung spricht.

Ich schrieb in dem Fuckzone Artikel:

Wer zu häufig in der Fuckzone landet, der sollte gerade als Frau die Auswahl seiner Männer beachten: Es spricht dann einiges dafür, dass die jeweilige Frau zu hoch rangeht oder zu nervig ist für die Klasse der Männer, die sie auswählt. Wenn man gut aussieht, dann ist es eben ein Persönlichkeitsproblem, also quasi im Komfortbereich zu verorten.

Hier spricht vieles dafür, dass sie okay aussieht, aber relativ verrückt ist, also ein Persönlichkeitsproblem.

Interessanterweise hat sie einen weiteren Artikel geschrieben, der das ganz gut erläutert: „Hört auf Frauen als Psychos zu labeln“ (sic!)

Frankly, I’m tired of myself and women in general being labeled as “psycho” or “crazy” by men whenever we get upset about something or voice our opinion on something. In my own experiences, I can’t really do or say ANYTHING without being labeled as “crazy” by the men-folk. I’ll give you some examples: I’ve had a few men cheat on me, lie to me repeatedly, or do other unbecoming things that have hurt me in some way. And I cannot feel upset about these things and call them out on their behavior without being labeled as “psycho”. Now I’m not saying that I go overboard by doing things such as hitting them or damaging their property or causing a scene in front of other people. I simply raise my voice to them and let them know in clear terms that what they did was disgusting and wrong. And apparently that alone is enough to earn me the label of “psycho”

Es geht weiter damit, dass sie einfach eine Frau ist, die ihre Meinung sagt und das würde bereits ausreichen. Meiner Erfahrung nach spricht vieles dafür, dass jemand, der im direkten Kontakt immer wieder als Psycho bezeichnet wird, auch tatsächlich einer ist.

Dass dürfte – unter Mißachtung des Grundsatzes „Never stick your dick in crazy“ – der Grund sein, warum Männer sie nur benutzen und das wiederum ist der Grund ihrer Verbitterung, die dann wieder zu Hass führt. Sie scheint leider nicht in der Lage zu sein, ihre Wirkung auf Menschen und gerade das andere Geschlecht realistisch einzuschätzen – was nicht selten der Grund sein dürfte einen radikalen Hass auf das andere Geschlecht zu entwickeln. Genug Männern wird es ähnlich gegangen sein, ihre Auffassung ist dann meist statt „Männer wollen mich nur für Sex“ eher „Frauen wollen nur das Geld“

Posttraumatische Verbitterungsstörung

Erzählmirnix hatte hier in den Kommentaren mal Folgendes vermutet:

Das gilt sicher nicht für jeden Aktivismus aber grade der Feminismus scheint in gewisser Weise Anlaufstelle für (sexuell) traumatisierte Frauen zu sein. (So wie der Maskulismus Anlaufstelle für Männer mit posttraumatischer Verbitterungsstörung zu sein scheint).

Insofern scheint es angebracht, sich hier auch mal mit einer posttraumatischen Verbitterungsstörung zu beschäftigen. Natürlich bin ich auf dem Gebiet Laie, aber ich schreibe mal ein paar Gedanken dazu nieder, wer mehr weiß, der kann ja in den Kommentaren ergänzen und berichtigen.

Wikipedia schreibt dazu:

Die Posttraumatische Verbitterungsstörung (Posttraumatic Embitterment Disorder, PTED) ist eine von Michael Linden 2003 vorgeschlagene neue Krankheitsentität aus dem Gebiet der Anpassungsstörungen. Sie kann nach außergewöhnlichen, jedoch lebensüblichen Belastungen (Kündigung, Partnerschaftsprobleme, zwischenmenschliche Konflikte, Verlusterlebnisse) entstehen, wenn diese als ungerecht, kränkend oder herabwürdigend erlebt werden. Es treten chronische Verbitterung in Verbindung mit Selbst- oder Fremdaggression auf.

Hier kommen natürlich auf Seiten des Maskulismus gerade Trennungen von Frauen, Problematische Partnerschaften, Scheidungen insbesondere mit Trennung von den Kindern und starken finanziellen Einbußen durch Unterhalt, Versorgungsausgleich und Zugewinn in Betracht. Hier kann denke ich auch der Wechsel von einem gut aufgestellten Familienvater, der Frau und Kinder versorgt und beschützt hin zu jemanden, der für den Selbstbehalt arbeitet, sein Haus verkaufen muss und dem die Hälfte der Rente abgezogen wird und der zudem seine Kinder nur an jedem zweiten Wochenende sieht, vielleicht auch seltener sicherlich als ungerecht, kränkend und herabwürdigend erlebt werden. Von „mein Leben verläuft gut“ zu „alles ist irgendwie nichts mehr wert und ich arbeite für andere, während mir nichts mehr bleibt“ kann es dabei sehr schnell gehen. Dieses Gefühl kann auch noch verstärkt werden, wenn sie evtl. bereits einen neuen Partner hat, sich insoweit ein subjektiv gutes Leben macht, während der Mann die finanziellen Einbuße zusätzlich auf dem Partnermarkt spürt. Das seine Stellung als Vater dann nicht hinreichend berücksichtigt wird und bei der Frage, wer die Kinder bekommt, seine Berufstätigkeit gegen ihn verwendet wird kann ebenfalls als sehr ungerecht empfunden werden.

Ein anderer Grund kann sein, dass Beziehungen immer wieder scheitern, obwohl derjenige alles macht, damit sie funktionieren, Frauen alles mögliche ausgibt, übernett zu ihnen ist, und er dann dennoch abgelehnt wird.

Auch im Feminismus kann man sich entsprechendes Vorstellen, beispielsweise das Gefühl, dass einen alle Männer nur ausnutzen oder eben nur auf den Körper achten, der bei einem selbst den „Normanforderungen“ nicht genügt. Ich kann mir vorstellen, dass man vieles als extrem ungerecht empfindet, wenn man davon ausgeht, dass alle anderen Privilegien haben, alle Normen von Männern gemacht werden und diesen dienen und man in allen Bereichen aufgrund seines Geschlechts etc. benachteiligt wird. Insoweit lädt die Privilegientheorie zu einer extremen Enttäuschung ein, die dann aufgrund der negativen Einstellung auch dazu führt, dass die Vorhersagen sich bewahrheiten: Der Partner macht Schluss, weil er sich nicht mehr anhören möchte, dass Männer schlecht sind, der Chef befördert nicht und nutzt Möglichkeiten zur Entlassung, weil die Vorträge über „das Patriarchat“ dem Betriebsklima schaden, Freunde, die dauernd ermahnt werden, dass sie irgendeine Form der Benachteiligung aussprechen meiden einen.

In der WIkipedia heißt es weiter:

Zu schweren Verbitterungsreaktionen kommt es, wenn durch ein Ereignis oder andere Personen wichtige „Grundannahmen“ grob verletzt werden. Grundannahmen (im Englischen: basic beliefs) sind psychologische Einstellungen und Wertorientierungen, auf die jeder Mensch im Alter von 5 bis 15 Jahren geprägt wird. Sie dienen dazu, sich über die Lebensspanne hin kohärent verhalten zu können (zum Beispiel „Die Familie ist das Wichtigste im Leben!“ „Der Beruf ist das wichtigste im Leben!“ „Materielle Sicherheit oder Reichtum ist das Wichtigste im Leben!“ „Verlässlichkeit und Ehrlichkeit ist das Wichtigste im Leben!“ usw.). Grundannahmen werden oftmals über Generationen und Jahrhunderte weitergegeben (Persistenz). Eine der wichtigsten Grundannahmen ist der Glaube an eine gerechte Welt (im Englischen: belief in a just world).

Der Glauben an eine gerechte Welt ist sicherlich bei vielen nach einer sehr harten Scheidung mit Wegnahme der Kinder etc sehr eingeschränkt, der Glaube an den Beruf wird ausgehöhlt, wenn man den Lohn überwiegend abgeben muss, ebenso der Glaube an materielle Sicherheit und Reichtum. Auch der Einsatz für die Familie wirkt entwertet.

In den Bereichen, in denen Menschen besonders leistungsstark sind, sind sie verletzlich. Kränkungen und Ungerechtigkeit sind psychologisch als Aggression zu verstehen. Wenn darauf nicht mit wirksamer Verteidigung reagiert werden kann, können Hilflosigkeit, Resignation und Verbitterung einsetzen. Verbitterung hat dabei auch den Charakter einer Bestrafung des Aggressors durch Selbstzerstörung, was die z. T. ausgeprägten aggressiven Phantasien und Handlungen sowie erweiterte Suizide erklärt.

Das würde zumindest zu dem Hass passen, den die radikalen Teile des Maskulismus Frauen als Gruppe entgegenhalten. „Die Frauen“ oder „der femizentrische Staat“ oder die „frauenfreundliche Justiz“ oder „das Jugendamt“ sind dann der Aggressor, der bestraft werden muss und auf dessen Bestrafung sich dann das weitere handeln.

Inwieweit ähnliche Gedankengänge zB in Bezug auf sexuelle Gewalt oder andere Punkte sich bei Frauen dann eher in einer Depression manifestieren oder daraus auch ein Teil der Aggression im Feminismus stammt, wäre interessant.

Hier noch zu den Behandlungsmethoden:

Hier setzt man zum einen übliche kognitive Strategien der Einstellungsänderung und Problemlösung ein wie

  • verhaltenstherapeutische Verfahren der Verhaltensanalyse und des kognitiven Rehearsals,
  • Analyse automatischer Gedanken und Schemata,
  • Reframing oder kognitives Neubenennen,
  • Expositionsverfahren,
  • Aktivitätsaufbau,
  • Wiederaufbau von Sozialkontakten und
  • Förderung von Selbstwirksamkeitserfahrungen.

Zum anderen setzt man als spezielles Therapiemodul ein gezieltes Training von Weisheitskompetenzen ein; dazu gehört die Förderung folgender Fähigkeiten:

  • zum Perspektivwechsel,
  • zur Empathiefähigkeit,
  • zur Emotionswahrnehmung und Emotionsaktzeptanz,
  • zur emotionalen Ausgeglichenheit und Humor (Serenität) bzw. (Heiterkeit),
  • zum Kontextualismus
  • zu einer Nachhaltigkeitsorientierung,
  • zum Wertrelativismus
  • zu einer Ungewissheitstoleranz
  • zu einer Selbstdistanz und Anspruchsrelativierung (Selbstrelativierung)

Methodisch wird das Verfahren der „unlösbaren Probleme“ eingesetzt. Bei diesem Verfahren gibt man fiktive schwerwiegende und unlösbare Konfliktsituationen vor, anhand derer die Patienten die vorgenannten Fähigkeiten einüben können/sollen, um sie anschließend auf ihre eigene Situation zu übertragen (sog. „Lerntransfer“).

An einigen „Reframes“ des Verhaltens von Frauen in Bezug auf Männern weg von einer Unterdrückung und Ausbeutung habe ich mich hier ja auch schon versucht:

Und auch die Frames des Feminismus sollte man vielleicht als solche ansprechen:

Wie man den eigenen Anteil an Verbitterung erkennen kann und was man dagegen machen kann, dazu möchte ich mangels Fachkenntnis erst einmal nichts sagen.

Ich könnte mir allenfalls vorstellen, dass man gerade mit der Kenntnis von Pickup/Game einige Fehlvorstellungen über das weibliche Geschlecht abbauen kann und dann auch erkennen kann, warum man vielleicht Probleme mit Frauen hatte und wie man diese in Zukunft vermeiden kann. Ein weiterer Aspekt ist aus meiner Sicht die Spieltheorie und die Erkenntnis, dass sich viele Verhaltensweisen der Menschen als Reaktion auf das typische Verhalten des anderen Geschlechts erklären lassen und in vielen Beziehung nicht Macht, sondern Kooperation eine Rolle spielt. Zudem kann auch ein Verständnis um unsere biologischen Grundlagen und die Unterschiede zwischen Männern und Frauen, die sich daraus ergeben, dazu beitragen, dass man erkennt, dass mitunter nichts vorenthalten wird, sondern Vorgänge einfach nur anders bewertet werden, weil die Geschlechter verschiedene Payoffs haben.