Die SPD Berlin will feministische Pornos fördern

Einfach ein zu schöner Beschluss von der Versammlung der SPD Berlin: Sie haben über diesen Antrag entschieden:

Der Landesparteitag möge beschließen:Der Bundesparteitag möge beschließen:

 

„Dirty Diaries“ auch in Deutschland!

Mainstream-Pornos zeigen in der Regel sexistische und rassistische Stereotype, in denen Konsens kein Thema ist und die bestimmten, „optimalen“ Körpertyp zum Standard erheben. In diesen Filmen wirkt Sex eher wie eine Performance oder Leistungssport: Alles funktioniert scheinbar auf Anhieb, es gibt keine Kommunikation zwischen den Darsteller*innen, kein Ausprobieren, Scheitern und Neu-Ausprobieren. Diese Darstellungsformen in Mainstream-Pornos können Konsument*innen in ihrer Sexualität und im Menschenbild nachhaltig beeinflussen. Auch Jugendliche starten damit viel zu oft mit völlig unrealistischen Vorstellungen in ihr Sexualleben und haben nicht die Möglichkeit ein selbstbewusstes Verhältnis zu sich, ihrem Körper, ihrer Sexualität und Gesundheit zu entwickeln. Dabei geht es um eine Ergänzung der außerschulischen Bildungsarbeit. 

Schweden hat mit den „Dirty Diaries“ dieses Problem in Angriff genommen. Die „Dirty Diaries“ sind eine feministische Pornosammlung, die 2009 vom staatlichen Schwedischen Filminstitut finanziert wurden und fernab vom standardisierten Mainstream-Porno Menschen und Sexualität in all ihrer Vielfalt zeigt.

 

Dieser feministische Porno beinhaltet mindestens die folgenden Aspekte:

  • Regisseur*innen und Produzent*innen, die die Vielfalt der Gesellschaft abbilden
  • Gute und gerechte Arbeitsbedingungen und Bezahlung
  • Die Darstellung von Vielfalt an Körperformen, Geschlechtern, ethnischer Herkunft, Sexualität und Sexualpraktiken
  • Die realistische Darstellung von Lust aller Beteiligter
  • Verhütung (wenn nicht, dann nur im (dokumentierten) Konsens)
  • Die explizite Darstellung von Konsens und Kommunikation

Es gibt also nicht den einen feministischen Pornofilm. Feministischer Porno ist die Gesamtheit aller den Definitionen folgenden Filmen.

Selbstverständlich kann die Einführung und die Verfügbarkeit von feministischen Pornos nicht eine grundsätzliche Reformierung des Sexualkundeunterrichts ersetzen, sondern lediglich ergänzen. Unterstützend fordern wir aber, dass im Sexualkundeunterricht an Schulen auf die Verfügbarkeit feministischer Pornos verwiesen wird.

Da vor allem im Internet kostenlose Pornographie konsumiert wird, muss auch feministischer Porno gebührenfrei, dauerhaft und niedrigschwellig verfügbar sein. Daher fordern wir eine Filmförderung nach schwedischem Vorbild.

Eine solche Filmförderung ist über verschiedene Kanäle möglich:

  • Als Sexualbildung über die Landes- und Bundeszentrale(n) für politische Bildung und die Landes- und Bundeszentrale(n) für gesundheitliche Aufklärung
  • Als Filmförderung. Dieses Instrument ist denkbar im Rahmen einer Ausschreibung mit vorgegebenen Mindestkriterien, einer freien Bewerbung um Fördermittel oder einer Preisverleihung. Hierbei muss auf die Liste der Kriterien, deren Nachprüfbarkeit und/oder auf die Zusammensetzung der Kommission geachtet werden.
  • Durch den Aufkauf und das kostenlose Verfügbarmachen in der Online-Mediathek der öffentlich-rechtlichen Sender. Wir fordern, dass die Altersfreigabe für Pornografie hierfür überprüft und ggf. heruntergesetzt wird.

 

Wir fordern, dass die angeführten Kanäle geprüft werden und die Förderung über die geeigneten Kanäle und in wirkungsvoller Höhe begonnen wird.

Wir fordern die Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion und der SPD-Fraktionen in den Landesparlamenten auf, entsprechend tätig zu werden.

Empfehlung der AntragskommissionAnnahme in der Fassung der Antragskommission (K)
Die Absätze 1 und 2 bleiben unverändert. Die Absätze 3-5 werden Begründung. (Von „Dieser feministische Porno beinhaltet…… “ bis “ …..auf die Verfügbarkeit feministischer Pornos verwiesen wird.“
Die restlichen Absätze bleiben unverändert und bleiben erhalten.

Dem ist erst erst einmal zu entnehmen, dass Schweden sich anscheinend entschlossen hat, feministische Pornos zu drehen.

Des weitern wird anscheinend gemeint, dass man den kommerziellen Pornos etwas entgegensetzen muss, damit man so die Leute erzieht, eine vernünftige Sexualität zu haben. Und die gleichzeitige Einschätzung, dass diese Pornos anscheinend nicht am Markt gut genug verwertbar sind als das dieser sie selbst herstellt oder dies von Feministinnen als lukratives Business betrieben werden kann.

Zu den Dirty Diaries, also den schmutzigen Tagebüchern findet man das folgende:

Dirty Diaries is a 2009 collection of thirteen short films of feminist pornography made by Swedish activists and artists and produced by Mia Engberg. The individual films are highly diverse in content, although many of them feature humour and different forms of queer sex. The creative decisions were based on a manifesto with the aim to create pornography that is non-commercial and follows feminist ideals.

The film sparked controversy before and after its release because of sexually provocative content and the fact that it was mainly financed through public funds. Film critics were split in their reception; some found the film amusingly provocative while others thought it was dull.

Zum Inhalt:

  1. Skin features two figures, one male and one female, clad in full-body nylon stockings caressing and kissing each other intimately. After a while, the two figures begin to cut open the nylon with a pair of scissors to reveal the naked skin underneath, and engage in oral and penetrative sex. There is no dialogue and only soft background music. Directed by Elin Magnusson.
  2. Fruitcake is a mix of close-up shots of various objects and human anuses being licked, dripped with saliva, fingered or penetrated with sex toys. The images are accompanied by a monologue. Directed by Sara Kaaman and Ester Martin Bergsmark.
  3. Night Time shows a woman kissing a man passionately while filming herself. They both proceed to perform oral sex on each other while the woman later uses a vibrator to reach orgasm. Directed by Nelli Roselli.
  4. Dildoman is the only animated film in the collection. It shows images of a men’s club where masturbating adult or middle-aged men watch two women having sex on a pool table. One of the men is then suddenly grabbed by one of the women, who now dwarfs him. The woman proceeds to insert the man into her vagina. When she reaches climax, the man inside her goes limp. The film ends with a shot of the front of the men’s club. Directed by Åsa Sandzén.
  5. Body Contact portrays two women, one filming the other, searching for a man to have sex with on the Swedish dating site Body Contact. A man with a Scanian dialect shows his penis to the women through a webcam. Later the man pays them a visit, but is unnerved by the presence of the camera. The two women convince him to have sex. Directed by Pella Kågerman.
  6. Red Like Cherry is a series of quick, blurred clips of unidentifiable people swimming in the surf of a beach and then having sex in a room. Directed by Tora Mårtens.
  7. On Your Back Woman! is a series of clips of nude or semi-nude women wrestling each other. Directed by Wolfe Madam.
  8. Phone Fuck features a newly separated lesbian couple who talk over the telephone and eventually engage in phone sex. Directed by Ingrid Ryberg.
  9. Brown Cock shows the naked pelvis of a Caucasian woman. Her vagina is penetrated by a brown dildo held by a mixed-race woman, who then goes on to fist her. The two women engage in sex-related dialogue throughout the scene, commenting the sex act. Directed by Universal Pussy.
  10. Flasher Girl on tour is a semi-documentary manifesto of Swedish artist Joanna Rytel and her alter ego Flasher Girl, a woman flasher. In the film she travels to Paris where she exposes herself to men and expounds on her motives for doing so. Directed by Joanna Rytel.
  11. Authority starts with a lightly clad androgynous woman breaking into an abandoned lot in Berlin and spraying graffiti. She is caught in the act by a similarly androgynous female police officer, who chases her into an empty building but is eventually overpowered and bound. The two then engage in rough sexual activities, including spitting, slapping and anal sex. Directed by Marit Östberg.
  12. For the Liberation of Men is an abstract mix of clips of a man clad in women’s clothing masturbating and close-ups of an old woman’s face. Directed by Jennifer Rainsford.
  13. Come Together, the short that Engberg and others made before the twelve actual Dirty Diaries shorts, is included last in the collection. It consists of Engberg and several others filming themselves with mobile phones while masturbating and eventually reaching orgasm. Directed by Mia Engberg.

Also eine Menge Szenen, bei denen man die Einwilligung der Figuren deutlich in Frage stellen kann.

Was muss in Politikern vorgehen, die so etwas tatsächlich aufstellen? Kommt es von einer kleinen Gruppe feministischer Aktivisten, die so etwas tatsächlich wichtig finden und der Rest hat wegen der Unverbindlichkeit des Antrags keine Lust sich groß damit zu beschäftigen und erheblichen Widerstand zu erleben und winkt ihn durch?

Oder ist die SPD Berlin insgesamt der Meinung, dass das richtig und wichtig ist und die Pornografie tatsächlich mehr riesenhafte Frauen braucht, die sich auf Zwergengröße geschrumpfte Männer in die Vagina stopfen? Wer glaubt das das irgendwelche Auswirkungen hat außer die Aktivisten mit Geld zu versorgen?

Und ist ihnen nicht klar, dass sie sich damit bei den meisten Wählern lächerlich machen?

Klar, ein Punkt unter vielen und die anderen waren vielleicht vernünftig, aber das über diesen hier berichtet wird dürfte klar gewesen sein. Andererseits ist ja auch schlechte Presse immerhin Presse.

 

Wird Pornografie immer härter und brutaler, gerade gegen Frauen?

Anscheinend nicht:

Pornos in der Beziehung

Bei Bento geht es darum, dass gerade Männer trotz Beziehung auch weiter Pornos schauen:

Glücklich war sie mit meinem Bekenntnis nicht.
Sie fragte mich, warum ich mich an anderen Frauen aufgeilte und ob sie mir nicht genug sei.

Das scheint mir etwas zu sein, was eher häufiger von Frauen genannt wird. Die Darstellerinnen im Pornos werden in eine intrasexuelle Konkurrenz eingeordnet und man sieht sich als nicht genug an.

Wir suchten nach einer Lösung des Problems und setzten uns gemeinsam vor den Laptop. Mit eher mäßigem Erfolg. Es machte uns überhaupt nicht an.

Dazu fällt mir das folgende Zitat ein:

Girl version of hot sex = strawberries in bed.

Guy version of hot sex = a stripper named Strawberry with her tongue in his girlfriends ass.

Und auch wenn es nicht gleich Anallingus sein muss sind die Fantasien der meisten Männer wesentlich „perverser“ als die der meisten (nicht aller) Frauen. insofern ist es wenig erstaunlich, dass die meisten Frauen eher entsetzt sind.

Das größte Problem war, dass ich auch Filme mit Darstellerinnen gut fand, die ihr so gar nicht ähnlichen sahen. Dass ich sie nicht geil genug finden oder nicht gut genug im Bett sei, steht seitdem unausgesprochen im Raum.
Das macht mir extreme Gewissensbisse. Das Gefühl nicht genug zu sein, wollte ich ihr auf keinen Fall vermitteln. Und so war es ja auch nicht.

Tatsächlich hat das eine mit dem anderen wenig zu tun. Natürlich sind die Pornodarstellerinnen häufig das, was man gerne hätte. Aber das bedeutet ja nicht, dass man seine Freundin nicht attraktiv findet.

Selbstbefriedigung ist meine Zeit ganz für mich allein.
Hier mache ich, was ich will, gucke und denke, was ich will und brauche mich für nichts zu schämen. Jeder Mensch braucht diese Momente mit sich selber. Wir müssen uns auch mal gehen lassen können, ohne Bewertung und Aufsicht. Sonst platzen wir irgendwann.

Zu dieser Entspannung gehören im 21. Jahrhundert auch Pornos. Sie zu gucken heißt nicht, dass man lieber mit anderen Menschen, als mit dem Partner schlafen würde, oder dass dieser nicht attraktiv ist. Es ist vielmehr ein unverbindliches Erkunden der eigenen Ideen.
Hier kann sich jeder auf seine Art und Weise treiben lassen.

Selbstbefriedigung kann wirklich etwas sehr entspannendes haben, eine gute „Me Time“, also Zeit für sich. Einfach auch, weil man sich ganz auf sich konzentriert und niemand anders befriedigen muss, weil man selbst seinen Orgasmus am besten herauszögern kann, weil man seine Fantasien treiben lassen kann.

Schließlich konfrontierte sie mich mit einer Gegenfrage: Wie würde ich es finden, wenn sie Pornos gucken und sich an anderen Männern aufgeilen würde?

Tatsächlich ist das für mich kein Problem. Sex und Selbstbefriedigung sind Eigelb und Eiweiß. Eng miteinander verbunden, lassen sie sich mit ein wenig Übung aber gut voneinander trennen.

Ich glaube auch die meisten Männer hätten da wenig Probleme mit. Eher würde es sie geil machen. Natürlich wird es auch hier welche geben, die sich schlecht fühlen, wenn sie sehen, dass sie nach „Big Dicks“ oder „besonders muskulösen Männern“ sucht. Aber die meisten würden denke ich eher damit klarkommen und die Fantasien ihrer Freundinnen interessant finden.

Ich hatte allerdings noch keine Freundin, die viele Pornos geschaut hat. Eher wäre meine Erfahrung, dass die meisten Frauen von Pornos keine Ahnung haben und bei der Nennung von Begriffen wie „Gangbang“ oder „Cumshot“ eher fragend schauen.

Harte Pornos mit Gewalt sind bei Frauen beliebter als bei Männern

Anhand einer Auswertung von Suchanfragen bei Google kommt ein Forscher zu der Ansicht, dass harte Pornografie mit Gewalt auch gerne von Frauen geschaut wird.

Aus einem Artikel dazu:

The popular feminist narrative would have you believe that porn is largely consumed by men, and that depictions of violent — or at least rough — sex would be a primarily male-dominated interest.

This is untrue, states researcher Seth Stephens-Davidowitz, who says that porn featuring violence against women is significantly more popular among women compared to men.

His findings might explain the popularity of the BDSM-heavy “Fifty Shades of Grey” series of novels among female readers.

Speaking to Vox in an interview about how Google data proves that most Americans lie about their sexual preferences, the researcher and author of “Everybody Lies” asserts that more women enjoy the genre compared to male porn watchers — despite common sense and politically correct claims to the contrary.

“Porn featuring violence against women is also extremely popular among women,” said the author. “It is far more popular among women than men.”

“I hate saying that because misogynists seem to love this fact,” he added. “Fantasy life isn’t always politically correct.”

Stephens-Davidowitz calls Google’s data a “digital truth serum.” With an illustrious career in academia, the researcher has produced extensive volumes of original research into the field of big data, published in academic journals and The New York Times. He presently serves as a quantitative analyst at Google, where he researches internet searches to understand human behavior.

Americans aren’t the only people susceptible to self-deception, claims Stephens-Davidowitz.
“The rate at which women watch violent porn is roughly the same in every part of the world. It isn’t correlated with how women are treated,” he stated.

The researcher also highlighted a curious instance in India, where the number one search for “my husband wants…” ends with breastfeeding, and that porn featuring adult breastfeeding is more popular in India compared to anywhere else.

“In just about every country, just about every Google search looking for advice on breastfeeding is looking how to breastfeed a baby,” he said. “In India, Google searches looking for breastfeeding advice are about equally split between how to breastfeed a baby and how to breastfeed a husband.”

Likewise, another oddity comes from Japan, where at least 10 percent of the porn-related searches involve tickling. The author says calling these preferences “weird” isn’t the correct response.

“The data from porn tells us that everybody is weird,” he said. “Thus, nobody is weird.”

Nach der Auswertung der Daten schauen also eher Frauen als Männer Pornografie, in der Gewalt gegen Frauen gezeigt wird.

Das passt zu anderen Funden:

1. Vergewaltigungsfantasien bei Frauen

This study evaluated the rape fantasies of female undergraduates (N = 355) using a fantasy checklist that reflected the legal definition of rape and a sexual fantasy log that included systematic prompts and self-ratings. Results indicated that 62% of women have had a rape fantasy, which is somewhat higher than previous estimates. For women who have had rape fantasies, the median frequency of these fantasies was about 4 times per year, with 14% of participants reporting that they had rape fantasies at least once a week. In contrast to previous research, which suggested that rape fantasies were either entirely aversive or entirely erotic, rape fantasies were found to exist on an erotic-aversive continuum, with 9% completely aversive, 45% completely erotic, and 46% both erotic and aversive.

2. Vergewaltigungsfantasien II

On the contrary, in fact: This new study found that the less repressed about sex women said they were and the more positive attitudes they had about sex, the more likely they were to fantasize about rape or ravishment. It makes sense, when you think about it: These women are more open to fantasy in general, and are less likely to feel guilty about their fantasy lives.

…And just in case that doesn’t completely shut down the slut-shame theory: Women who reported more rape fantasies were more likely to have high self-esteem.

3. Fifty Shades und Interesse an entsprechender Pornographie

Fifty Shades of Grey Pornhub

Fifty Shades of Grey Pornhub

4. Was Frauen antörnt XVII

Aus „Fifty Shades of Grey“

“Suddenly he grabs me, tipping me across his lap. With one smooth movement, he angles his body so my torso is resting on the bed beside him. He throws his right leg over both mine and plants his left forearm on the small of my back, holding me down so I cannot move … He places his hand on my naked behind, softly fondling me, stroking around and around with his flat palm. And then his hand is no longer there … and he hits me—hard.” (273, 274) (…)

We lie there, panting together, waiting for our breathing to slow. He gently strokes my hair … Boy … I Survived. That wasn’t so bad. I’m more stoic than I thought. My inner goddess is prostrate … well, at least she’s quiet.” (276) “At the touch of leather, I quiver and gasp. He walks around me again, trailing the crop around the middle of my body. On his second circuit, he suddenly flicks the crop, and it hits me underneath my behind … against my sex … The shock runs through me, and it’s the sweetest, strangest, hedonistic feeling … My body convulses at the sweet, stinging bite. My nipples harden and elongate from the assault, and I moan loudly, pulling on my leather cuffs.” (323)

“His arms are wrapped around me, and he’s pulling me to him, hard, fast, gripping my ponytail to tilt my head up, kissing me like his life depends on it … He drags the hair tie painfully out of my hair, but I don’t care. He needs me, for whatever reason, at this point in time, and I have never felt so desired and coveted.” (478)

5. Maskuline, attraktive und dominante Männer bringen Frauen schneller und häufiger zum Orgasmus

It has been hypothesized that female orgasm evolved to facilitate recruitment of high-quality genes for offspring. Supporting evidence indicates that female orgasm promotes conception, although this may be mediated by the timing of female orgasm in relation to male ejaculation. This hypothesis also predicts that women will achieve orgasm more frequently when copulating with high-quality males, but limited data exist to support this prediction. We therefore explored relationships between the timing and frequency of women’s orgasms and putative markers of the genetic quality of their mates, including measures of attractiveness, facial symmetry, dominance, and masculinity. We found that women reported more frequent and earlier-timed orgasms when mated to masculine and dominant men—those with high scores on a principal component characterized by high objectively-measured facial masculinity, observer-rated facial masculinity, partner-rated masculinity, and partner-rated dominance. Women reported more frequent orgasm during or after male ejaculation when mated to attractive men—those with high scores on a principal component characterized by high observer-rated and self-rated attractiveness. Putative measures of men’s genetic quality did not predict their mates‘ orgasms from self-masturbation or from non-coital partnered sexual behavior. Overall, these results appear to support a role for female orgasm in sire choice.

6. Frauen finden Dominanz beim Sprechen anziehend

Men’s copulatory success can often be predicted by measuring traits involved in male contests and female choice. Previous research has demonstrated relationships between one such vocal trait in men, mean fundamental frequency (F0), and the outcomes and indicators of sexual success with women. The present study investigated the role of another vocal parameter, F0 variation (the within-subject SD in F0 across the utterance, F0–SD), in predicting men’s reported number of female sexual partners in the last year. Male participants (N = 111) competed with another man for a date with a woman. Recorded interactions with the competitor (“competitive recording”) and the woman (“courtship recording”) were analyzed for five non-linguistic vocal parameters: F0–SD, mean F0, intensity, duration, and formant dispersion (Df , an acoustic correlate of vocal tract length), as well as dominant and attractive linguistic content. After controlling for age and attitudes toward uncommitted sex (SOI), lower F0–SD (i.e., a more monotone voice) and more dominant linguistic content were strong predictors of the number of past-year sexual partners, whereas mean F0 and Df did not significantly predict past-year partners. These contrasts have implications for the relative importance of male contests and female choice in shaping men’s mating success and hence the origins and maintenance of sexually dimorphic traits in humans.

7. Pornos – was Männer und Frauen sich ansehen (Pornhub Auswertung)

Welche Porno-Kategorien sprechen Frauen eher an

Welche Porno-Kategorien sprechen Frauen eher an

 

Hinweis: Umfrage zu Pornographie

Mich erreicht eine Mitteilung eines Lesers:

Hallo Christian,
das hier ist vielleicht interessant für Dich:

Quarks&Co. machen für März eine Sendung zum Thema „Porno“ und im Vorfeld führen sie eine Umfrage zum Porno-Konsum durch.

http://applications.devbureau.de/Porno/

Die Ergebnisse lassen sich parallel hier schon einsehen:
http://applications.devbureau.de/Porno/auswertung.php

Lustig fand ich die Differenz in der Fremd-Sicht und Selbst-Sicht bei den Fragen:

„Beeinflusst Pornografiekonsum das Frauenbild in der Gesellschaft?“

Mehrheit (56%): Ja, negativ

Beeinflussen Pornos Ihr Frauenbild?

Mehrheit (ca. 80%): Nein.

Das scheint mir ein Fall von kognitiver Verzerrung zu sein, der auch bei Fragen zum Grundeinkommen häufig zutage tritt:

A: „Dann würde da keiner mehr arbeiten gehen“
B: „Würden SIE denn noch arbeiten gehen?“
A: „Ja, ICH ja, aber die anderen …“

Ich fand einige der dortigen Fragen eher schlecht gestellt zB

Haben Sie während des Sex Bilder aus Pornos im Kopf? Ja  Nein

Nein, nicht ständig, meine Partnerin reicht mir, aber  Ja, ab und zu, wenn ich einen besonders geilen Porno noch im Kopf habe oder etwas zusätzlich Motivation brauche, kann das durchaus sein.. Was soll man da eher auswählen?

Und natürlich wäre auch häufig „das kommt auf den Porno an“ auch eine richtige Antwort, genauso wie „das kommt darauf an, einige Idioten wird es immer geben, die nicht zwischen Realität und Film unterscheiden können“.

Oder diese Frage (aus den Ergebnissen übernommen, daher mit Zahlen):

Würden Sie sich wünschen, dass es mehr Pornos speziell für Frauen gibt?
Ja:42.83 %
Nein:8.5 %
Weiß nicht:40.11 %

Ehrlich gesagt ist es mir egal, ob es Pornos für Frauen gibt, ich denke, dass man das getrost den Markt überlassen kann. Wenn der Markt meint, dass er damit Geld verdient, dann soll er sie produzieren. Wenn es darum geht krampfhaft Filme zu fördern, die nach Meinung von Feministinnen speziell für Frauen geeignet sind, dann wäre meine Antwort nein. Ist vielleicht auch eher eine Frage für Frauen. Dann wäre eine Frage, was diese eigentlich wollen vielleicht auch interessanter gewesen.

Aber wer Interesse hat kann ja mal teilnehmen.

„Aufwachsen im Pornoland: Mit Pornographie konditionierte Jungs und die Folgen“

Eine auch hier schon häufig gehörte Klage ist, dass Pornos ein vollkommen falsches Bild von Sex vermittelt und damit insbesondere für Frauen negativ ist.

Ein Text dazu fasst das wie folgt:

If there are still any questions about whether porn has an impact on young people’s sexual attitudes and behaviours, perhaps it’s time to listen to young people themselves. Girls and young women describe boys pressuring them to provide acts inspired by the porn they consume routinely. Girls tell of being expected to put up with things they don’t enjoy.

Some see sex only in terms of performance, where what counts most is the boy enjoying it. I asked a 15-year-old about her first sexual experience. She replied: „I think my body looked OK. He seemed to enjoy it“. Many girls seem cut off from their own sense of pleasure or intimacy. That he enjoyed it is the main thing. Girls and young women are under a lot of pressure to give boys and men what they want, to adopt pornified roles and behaviours, with their bodies being merely sex aids. Growing up in a pornified landscape, girls learn that they are service stations for male gratification and pleasure.

Ich finde es ja immer erstaunlich, dass sie nicht zumindest mal Jungs befragen, um zu schauen, wie die das sehen. Die meisten Jungs stehen ja beim ersten Sex noch unter einem wesentlich größeren Performancedruck als Frauen, da sie schauen müssen, dass alles klappt, wesentlich aktiver sein müssen, nicht zu früh kommen dürfen etc. „Ich glaube sie fand es gut“ wäre da auch etwas, was mich bei Jungs nicht überraschen würde.

Asked „How do you know a guy likes you?,“ a Year 8 replied: „He still wants to talk to you after you suck him off.“ A male high school student said to a girl: „If you suck my dick I’ll give you a kiss.“ Girls are expected to provide sex acts for tokens of affection. A 15-year-old told me she didn’t enjoy sex at all, but that getting it out of the way quickly was the only way her boyfriend would settle down and watch a movie with her.

Ich habe erhebliche Zweifel, dass das so ist. Allenfalls ist es bei den Jungs, die keinerlei Probleme haben, ein Mädchen zu bekommen und die an den jeweiligen Mädchen auch nicht wirklich interessiert sind, der Fall. Die meisten Jungs werden keineswegs in der Lage sein für einen Blowjob einen Kuss eintauschen zu können.

I’m increasingly seeing Year 7 girls who seek help on what to do about requests for naked images. Being asked „send me a picture of your tits“ is an almost daily occurrence for many. „How do I say ’no‘ without hurting his feelings“? girls ask.

Das Nacktbilder zugenommen haben kann ich mir vorstellen. Aber auch da sind sich ja nun die meisten Mädchen bewußt, dass das eine sensible Sache ist und man es allenfalls in einer festen Partnerschaft macht.

As the Plan Australia/Our Watch report found, girls are tired of being pressured for images they don’t want to send, but they seem resigned to how normal the practice has become. Boys use the images as a form of currency, to swap and share and to use to humiliate girls publicly.

Year 7 girls ask me questions about bondage and S&M. Many of them had seen 50 Shades of Grey (which was released on Valentine’s Day). They ask, if he wants to hit me, tie me up and stalk me, does that mean he loves me? Girls are putting up with demeaning and disrespectful behaviours, and thereby internalizing pornography’s messages about their submissive role.

Zumal 50 Shades ja auch deswegen bekannt wurde, weil Männer es verschlungen haben und  nicht Frauen.

I meet girls who describe being groped in the school yard, girls routinely sexually harassed at school or on the school bus on the way home. They tell me boys act like they are entitled to girls‘ bodies. Defenders of porn often say that it provides sex education. And it does: it teaches even very young boys that women and girls are always up for it. „No“ in fact means yes, or persuade me.

Ich kam mir bei meinem ersten Sex im internetlosen Zeitalter durchaus verloren vor. Irgendwie hatte ich mich mit der weiblichen Anatomie da unten zu wenig beschäftigt. Bilder, die da Details zeigten, waren damals wesentlich schwerer zu bekommen. Ich glaube auch, dass jedem normalen Jungen der Unterschied zwischen dem Verhalten von Pornodarstellerinnen und den Mädchen aus seiner Klasse durchaus bewußt ist. Auch ist ihm bewußt, dass weitaus eher die Mädchen entscheiden, ob es zum Sex kommt.

Girls describe being ranked at school on their bodies, and are sometimes compared to the bodies of porn stars. They know they can’t compete, but that doesn’t stop them thinking they have to.

Es ist natürlich intrasexuelle Konkurrenz, die da an Frauen und Mädchen herangetragen wird. Da Sex nunmehr Folgenlos möglich ist, wird er auch erwartet und damit bestehen höhere Anforderungen der Männer. Ich kann mir aber nach wie vor nicht vorstellen, dass Frauen nicht merken, dass Männer sie wollen, auch wenn sie nicht perfekt aussehen. Sie dürften dies eigentlich wesentlich mehr merken als Jungs.

Requests for labiaplasty havetripled in a little over a decade among young women aged 15-24.

Aber kommen dennoch kaum vor. Klar, wenn es vorher eine Frau von 10.000 gemacht hat und jetzt 3, dann ist das eine verdreifachung. Aber eben immer noch nichts, was ein Problem für das typische Mädchen von heute darstellt.

Girls who don’t undergo porn-inspired „Brazilian“ waxing are often considered ugly or ungroomed (by boys as well as by other girls).

Normales Rasieren ist nach wie vor vollkommen akzeptiert.

Some girls suffer physical injury from porn-inspired sexual acts, including anal sex. The director of a domestic violence centre on the Gold Coast wrote to me a couple of years ago about the increase in porn-related injuries to girls aged 14 and up, from acts including torture:

„In the past few years we have had a huge increase in intimate partner rape of women from 14 to 80+. The biggest common denominator is consumption of porn by the offender. With offenders not able to differentiate between fantasy and reality, believing women are ‚up for it‘ 24/7, ascribing to the myth that ’no means yes and yes means anal‘, oblivious to injuries caused and never ever considering consent. We have seen a huge increase in deprivation of liberty, physical injuries, torture, drugging, filming and sharing footage without consent.“

Das es eher zu Analsex kommt kann ich mir gut vorstellen, wobei ich noch nicht einmal glaube, dass die Rate so hoch ist, abgesehen von etwas experimentieren.

Das dabei die Vergewaltigungszahlen hochgegangen sind kann ich mir auch kaum vorstellen. Sie berufen sich ja leider nicht auf eine Studie, so dass man die Zahlen kaum vergleichen kann. „Der Spruch „no means yes and yes means anal‘ macht es für mich vollkommen unglaubwürdig, da er eigentlich recht erkennbar eine Provokation ist, die nicht ernst gemeint ist.

The Australian Psychological Society estimates that adolescent boys are responsible for around 20% of rapes of adult women and between 30% and 50% of all reported sexual assaults of children. Just last week , Emeritus Professor Freda Briggs argued that online pornography is turning children into copycat sexual predators – acting out on other children what they are seeing in porn.

Auch hier wäre interessant, wie man eine kausale Verbindung herleiten will: Das Vergewaltiger gerne Pornos schauen bedeutet ja nicht, dass Leute, die gerne Pornos schauen vergewaltigen. Es ist aus meiner Sicht durchaus verständlich, dass jemand, der etwa von Sex besessen ist aber immer wieder abgewiesen wird, seine Frustation über Pornos abbaut und insoweit einen passenden Konsum hat

A 2012 review of research on „The Impact of Internet Pornography on Adolescents“ found that adolescent consumption of Internet pornography was linked to attitudinal changes, including acceptance of male dominance and female submission as the primary sexual paradigm, with women viewed as „sexual playthings eager to fulfil male sexual desires.“ The authors found that „adolescents who are intentionally exposed to violent sexually explicit material were six times more likely to be sexually aggressive than those who were not exposed.“

Ich vermute mal, dass es diese Studie ist. Aus der Zusammenfassung:

Increased access to the Internet by adolescents has created unprecedented opportunities for sexual education, learning, and growth. Conversely, the risk of harm that is evident in the literature has led researchers to investigate adolescent exposure to online pornography in an effort to elucidate these relationships. Collectively, these studies suggest that youth who consume pornography may develop unrealistic sexual values and beliefs. Among the findings, higher levels of permissive sexual attitudes, sexual preoccupation, and earlier sexual experimentation have been correlated with more frequent consumption of pornography. Researchers have had difficulty replicating these results, however, and as a result the aggregate literature has failed to indicate conclusive results. Nevertheless, consistent findings have emerged linking adolescent use of pornography that depicts violence with increased degrees of sexually aggressive behavior. 

The literature does indicate some correlation between adolescents’ use of pornography and self-concept. Girls report feeling physically inferior to the women they view in pornographic material, while boys fear they may not be as virile or able to perform as the men in these media. Adolescents also report that their use of pornography decreased as their self-confidence and social development increase. Additionally, research suggests that adolescents who use pornography, especially that found on the Internet, have lower degrees of social integration, increases in conduct problems, higher levels of delinquent behavior, higher incidence of depressive symptoms, and decreased emotional bonding with caregivers

Auch da scheint mir die Richtung der Kausalität nicht ganz klar zu sein: Verhalten sich Jugendliche, die aggressive Pornos sehen sexuell aggressiver oder sehen aggressivere Jungs eher aggressiverer Pornos?

I have asked girls what messages they might like me to pass on to boys. So far, these messages include: „Stop telling us we are wet,“ „Stop commenting on our bodies,“ „Stop demanding pictures,“ „Rape jokes are never funny“ and „Sex before the age of consent is illegal.“

Das kommt mir schon relativ speziell vor, gerade die letzten beiden. Den den meisten zu jungen Mädchen ist es ja, wenn sie Sex wollen und der Junge interessant ist, relativ egal, dass das nicht legal ist. Allenfalls würden sie fordern, dass sich keine alten unattraktiven Säcke an sie ranmachen sollen.

The proliferation and globalisation of hypersexualised imagery and pornographic themes makes healthy sexual exploration almost impossible. Sexual conquest and domination are untempered by the bounds of respect, intimacy and authentic human connection. Young people are not learning about intimacy, friendship and love, but about cruelty and humiliation. As a recent study found:

„online mainstream pornography overwhelmingly centered on acts of violence and degradation toward women, the sexual behaviors exemplified in pornography skew away from intimacy and tenderness and typify patriarchal constructions of masculinity and femininity.“

Das wäre wohl diese Studie:

This article explores young people’s attitudes toward pornographic material.How do young people in general relate to and view pornography? Are thereany clear gender differences? On the basis of empirical results from an exten-sive Swedish survey study, we discuss and analyze how gender differences arearticulated. We are specifically interested in what kinds of attitudes youngmen and young women develop. A common conception of gender and theconsumption of pornography is that men and boys are generally the con-sumers, whereas women dislike pornography. Results from the present studypartly support these claims. However, we argue that it is important to analyze differences within the categories “men” and “women.” Here, we find that many young men are actually hold negative attitudes toward pornography,whereas some young women are positively disposed toward and enjoy pornography. These findings are discussed within the framework of gendertheory and theories of masculinity

Hegemonic Masculinity and Pornography: Young people’s attitudes toward and relations to pornography

Klingt nach Gender Studies. Wer will kann ja mal einen Blick hinein werfen

It is intimacy and tenderness that so many girls and young women say they are looking for. A young woman told me that on dating sites she lists under „fetish“ wanting to stare longingly into someone’s eyes and to take sex slow. She said if she didn’t put these desires in the „fetish“ category, they wouldn’t warrant a second glance.

Richtig, weil Frauen, die auf Dating Seiten aktiv sind ja nicht mit Nachrichten überschwemmt werden, die teilweise lang und mit viel Mühe geschrieben sind und weit eher als Jungs, bei denen kaum Nachrichten eintreffen, die Auswahl haben.

But how will young women find these sensual, slow-burn experiences in men indoctrinated by pornography? Psychologist Philip Zimbardo says of young men: „They don’t know the language of face to face contact … Constant arousal, change, novelty excitement makes them out of sync with slow developing relationships – relationships which build slowly.“

 

Schon eine sehr krasse Sicht auf die Dinge. Als ob die Jungs nicht täglich mit ihren Mitschülerinnen zu tun haben und sich mit ihnen unterhalten. Als ob sie nicht mehr ausgehen und reden würden. Es scheint mir wirklich ein reines Propagandastück zu sein.

Most importantly, it’s young people themselves demanding change. Josie, 18, is quoted in the Plan Australia/Our Watch report:

„We need some sort of crack down on the violent pornography that is currently accessible to boys and men. This violent pornography should be illegal to make or view in Australia as we clearly have a problem with violence and boys are watching a lot of pornography which can be very violent … This is influencing men’s attitude towards women and what they think is acceptable. Violent pornography is infiltrating Australian relationships.“
Girls like Lucy and Josie deserve our response.

Der naive Glaube, dass man Pornos national reglementieren kann, erstaunt mich immer wieder. Wo zB das deutsche Jugendschutzrecht eine Altersverifizierung benötigt, benötigt das amerikanische Recht lediglich die Bestätigung, dass man über 18 Jahre alt ist. Selbst wenn alle australischen Seiten umschwenken wird man auf Pornhub und Youporn nach wie vor alles finden, was es an sexuellen Aktivitäten gibt.

Solange sie es nicht schaffen, Pornos weltweit zu reglementieren, ist jegliches Anstrengung schlicht hoffnungslos. Man kann die veränderte Haltung zu Sex nicht zurückschrauben (jedenfalls wenn man nicht Pille und andere Verhütungsmöglichkeiten abschafft).

Damit werden auch Ideologen leben müssen.

Die Mädchenmannschaft als Rape Culture Förderer und Vergewaltigungsverharmloser

In einer innerfeministischen Auseinandersetzung wirft ein Blog, der eher dem sexnegativen Feminismus angehört der Mädchenmannschaft als aus deren Sicht Vertreterinnen des sexpositiven Feminismus vor, dass sie die Rape Kultur fördern und Victim Blaming betreiben und Vergewaltigungen verharmlosen.

Aufhänger war eine kurze Verlinkung eines Beitrags zum Thema „Blowjob“ in einem Vermischtes-Artikel. Dort hieß es:

Im Essay “How many licks” schreibt Janani Balasubramanian eine kurze Dekonstruktion des Blowjobs, nennt wichtige Akteur_innen (Monica Lewinsky, Linda Lovelace) und Künstler_innen (Nao Bustamante) und weist darauf hin, dass ein Blowjob von allen Körperteilen ausgeführt und entgegen genommen werden kann.

Janani ist übrigens eine transsexuelle PoC, wenn ich das richtig sehe, also jemand, von deren Text sich die Mädchenmannschaft eh nur schwer distanzieren kann.

In der Tat dürfte Linda Lovelace den Deep Throat bekannt gemacht haben, findet also durchaus zurecht eine Erwähnung in einem Artikel über den Blowjob.

Die andere feministische Gruppe führt an, dass Linda Lovelace später angegeben hat, dass sie die Filme nicht freiwillig gedreht habe und demnach alle sexuellen Handlungen in dem Film Vergewaltigungen waren. Demnach dürfe sie nicht als Akteurin bezeichnet werden, weil das eine Verharmlosung ist:

Erzwungener Oralsex ist eine Vergewaltigung, kein Blowjob. Eigentlich ganz einfach. Und im Grunde könnte dieser Satz als Artikel auch ausreichen, wenn nicht die Mädchenmannschaft erstaunliche Schwierigkeiten damit hätte, diese einfache Tatsache anzuerkennen.

Wir sind es von Maskulisten, Antifeministen und anderen Frauenfeinden gewöhnt, dass sie die Grenze zwischen gewolltem und erzwungenem Sex aufzuheben oder zu verwischen versuchen. Und leider ist das auch im Alltagsdenken noch ziemlich stark verankert. Dagegen versuchen Feministinnen üblicherweise anzugehen. Wir als Initiative machen das zum Beispiel mit unserem Medienradar. Jetzt ist allerdings die Mädchenmannschaft in diesen Radar geraten und wir müssen leider innerfeministische Aufklärungsarbeit leisten. Denn die Mädchenmannschaft beharrt darauf, dass das, was Linda Lovelace, mit bürgerlichem Namen Linda Boreman, widerfuhr, Blowjobs waren. Dass Linda Boreman „eine wichtige Akteur_in des Blowjobs“ gewesen sei.

Ich mag hier den im feministischen Texten ja üblichen Ton der Empörung und der Wissensverkündung. Man wird im Folgenden noch etwas deutlicher:

Puhh. Und das soll nun rechtfertigen, dass Gewalt nicht als Gewalt benannt wird? Dass die Vergewaltigungen mit einem Begriff für eine einvernehmliche Sexpraktik unsichtbar gemacht werden? Dass die Geschichte, die Linda Boreman aufgezwungen wurde und ihr die falsche Identität der Blowjob-Ikone – eine Tätererfindung – verschaffte, selbst in feministischen Blogs weiter fortgeführt wird? Linda Lovelace als „Akteurin des Blowjobs” zu bezeichnen – und darauf auch noch zu beharren – führt ein Narrativ der Rape Culture fort, hält es aufrecht und verteidigt es. Die Perspektive der Betroffenen wird zunichte gemacht und die Definition der Täter verbreitet. Es handelt sich dabei um weitere, symbolische Gewalt an Linda Lovelace.

Was die Mädchenmannschaft mit diesen zwei Sätzen ausdrückt, ist: Für sie ist es unwichtig, ob es da Gewalt gab oder nicht. Es wurde am Penis gelutscht, und damit ist es Blowjob. Ob freiwillig oder nicht, tut nichts zur Sache. Sieht von außen ja auch gleich aus.

Wo ein Blowjob ist, gibt es keinen Vergewaltiger und keine Gewaltbetroffene. Nur wo Gewalt als das benannt wird, was sie ist, können auch die Verantwortlichen dafür benannt und zur Rechenschaft gezogen werden. Gewalttaten als akzeptable Handlung darzustellen gehört zum Alltagsinstrumentarium des Patriarchats, um männliche Herrschaft und Machtmißbrauch zu kaschieren und zu normalisieren. Aus patriarchaler Perspektive ja auch völlig verständlich. Nur wie kommt ein bekannter feministischer Blog, der normalerweise ambitioniert und tiefgreifend gegen jegliche Diskriminierung und Machtmißbrauch anschreibt, dazu, solcherart zu argumentieren? Das bleibt eine offene und ziemlich verwirrende Frage. Wir sind allerdings weniger an einer Antwort darauf interessiert, sondern vielmehr daran, dass diese unsägliche Verharmlosung aus der Linksammlung der Mädchenmannschaft verschwindet.

Willkommen, liebe Mädchenmannschaft, beim Patriarchat! Ihr wählt einen etwas umständlichen Weg es aufrecht zu erhalten, aber wir sind ja um jeden Mitstreiter dankbar.

Leider fruchten auch diese Belehrungen nicht, die Mädchenmannschaft stellt sich queer, als sie auf ihrer Facebookseite darauf angesprochen wird entfernt sie nicht etwas den Text oder ändert ihn, sondern löscht kritische Kommentare und lässt weitere Verharmlosungen stehen. So heißt es in den Kommentaren (bzw hier direkt auf Facebook):

“Naja Linda Lovelace hat in ihrem Leben sehr viel widersprüchliche Aussagen gemacht. Die Wahrheit ist, dass sie um ihr Geld geprellt wurde, nach dem Film und sich alles Mögliche einwarf, wie so viele um die Zeit. Posthum etwas hinein zu interpretieren, ohne genaue Quellenrecherche, mit einer Protagonistin, die nicht mehr lebt, ist Facebook-Boulevard.”

Das wäre ja nach feministischer Theorie recht klassisches Victim Blaming. Wenn eine Frau behauptet, dass sie vergewaltigt worden ist, dann ist hat sie ja üblicherweise die Deutungshoheit. Anscheiend fand die Mädchenmannschaft diesen Kommentar aber nicht löschungswürdig.

Es folgen sachlich-kritische Kommetare wie dieser gegenüber der Mädchenmannschaft:

Victim Blaming vom Feinsten – die Prostitutionslobby zeigt ihr hässlichstes Gesicht!

Dagegen kontert eine dortige Kommentatorin:

Liebe Mädchenmannschaft, in dieser Doku hat Linda Lovelace auch was zu ihren Aussagen über Gewalt gesagt. Anti-Porno-Feminist*innen hatten sie dazu gebracht, öffentlich so aufzutreten. Später hat sie sich davon wieder distanziert. Es ist üblich, dass Anti-Porno-Feminist*innen Frauen in der Sexindustrie dazu bringen, immer die gleichen Geschichten von Gewalt zu erzählen. Pornographische Darstellungen sind per se nicht Vergewaltigunge

Auf der Seite der Mädchenmannschaft also die Angabe, dass es Falschbeschuldigungen zum Thema Vergewaltigungen gibt, die von Feministinnen veranlasst werden. Das erklärt das kalte Wetter.

Die Mädchenmannschaft lässt dann Kommentar wie:

Mira, in allen Ehren – aber für Dich ist doch alles Vergewaltigung.”

stehen. Als ob man als Feministin Vergewaltigungen übertreiben könnte! Das ist ja schon fast ein maskulistischer Kommentar.

Die Mädchenmannschaft macht daraufhin dicht:

Bereits bevor die betroffenenbeschuldigende Kommentatorin aktiv wurde, verwies die Mädchenmannschaft auf die entsprechende Kommentarspalte ihres Blogs, weil keine Ressourcen für die Moderation des Facebook-Threads vorhanden seien. Es sind jedoch ausreichend Ressourcen dafür da, um folgenden Kommentar binnen Sekunden aus dem Diskussionsfaden zu löschen

Inzwischen wurden natürlich auch die Kommentare unter dem Artikel geschlossen.

Die „Initiative“ scheint eine erstarkende Richtung im Feminismus zu sein, die klassischen sexnegativen Feminismus vertritt: Pornos, Prostitution etc sind alle schlecht und Ausprägungen des Patriarchats. Zu den dort schreibenden gehören wohl auch die Bloggerinnen unter „Störenfriedas„, die Glaube ich auch eher eine Art „Emma-Feminismus“ vertreten und ich meine auch Femen hatte (was angesichts beiderseitiger Sexfeindlichkeit auch nicht verwunderlich ist) auch schon mal auf sie verwiesen.

Dennoch finde ich es erstaunlich, dass die Mädchenmannschaft anscheinend eher Victimblaming und jemanden, der meint, dass andere Feministinnen zuviel Vergewaltigungen annehmen, stehen läßt.

Allerdings auch mal wieder schön, dass nach feministischer Theorie eben alles in einem Streit enden kann, bei dem der andere das Patriarchat unterstützt. Selbst die Mädchenmannschaft.