„Frauen sind Neanderthalerinnen, die nur darauf warten, vor dem Typen, der am lautesten mit seiner Keule rasselt, verzückt auf die Knie zu sinken“

Robin rantet über Pickup.

Jemand schon mal was von “PickUp” gehört? (…) Dabei geht es um das für gewisse Kerle einzig interessante Thema: Ficken!

Nein, es geht um so viel mehr: Es geht um sexuelle Anziehung und Vertrauen, es geht um das, was Frauen attraktiv finden und was sie auch für eine Beziehung anzieht. Es geht darum, die Fehler zu verstehen, die man bisher gemach hat und sich weiterzuentwickeln und es geht auch darum ein erfülltes Sexleben zu haben. Das ist auch nichts schlimmes: Sex ist eine tolle Sache

Grundlage dieses Konzepts, das sich durch lächerlichen Fachsprech selbst den Anstrich angeblicher Wissenschaftlichkeit gibt, ist die Annahme, dass wir alle Opfer von Evolution und Biologie sind und rein gar nichts dagegen tun können.

Auch wenn sich Pickup und evolutionäre Psychologie und Evolutionsbiologie perfekt ergänzen sind nicht alle Pickupvertreter Anhänger biologischer oder evolutionärer Erklärungen. Es gibt hier auch soziale Erklärungsansätze oder der Erklärungsansatz wird schlicht als egal angesehen. Vielen Leuten im Pickupbereich ist Wissenschaftlichkeit auch schlicht egal. Sie sind Praktiker und machen, was klappt und was sich bewährt hat. Pickup ist wahnsinnig erfolgsbezogen. Wenn jemand mit einer Methode mehr Erfolg hat, dann ist er der neue Guru. Das sich dadurch die Wissenschaft ändert wäre den meisten wohl egal.

Weder Sozialisation, noch Kultur können uns das austreiben.

Können sie anscheinend auch nicht, sie können nur innerhalb der Grenzen modifizieren und ausgestalten. „Attraction is not a choice“ würde David DeAngelo sagen. Und das zeigt sich insoweit auch durchaus in der Geschichte. Wann war der Mann mit sozialem Status und Game nicht atraktiv? Wann waren junge, fruchbare Frauen nicht besonders attraktiv? Klar, dass gefällt einem nicht unbedingt. Aber das ändert nichts daran, dass bestimmte Attraktivitätsmuster vorgegeben sind. Selbst wenn man das sozial begründet ändert es wenig an unser gegenwärtigen Situation.

Damit ist unser ganzes Leben völlig auf Fortpflanzung ausgelegt, somit auch jede hervorragende Leistung eines Mannes in egal welchem Gebiet nur dazu da, sich als Alphamann zu profilieren und überhaupt hat Michelangelo die Sixtinische Kapelle ja nur angemalt, um die Chicks zu beeindrucken! (Wobei, war der nicht schwul?)

Bei einem Rant, wie Robin ihn hier vom Stapel läßt, kann man natürlich gerne etwas undifferenziert sein. Allerdings scheint hier selbst für einen Rant doch recht deutlich durch, dass Robin obwohl sie hier ja seit ein paar Jahren mitliest, nicht verstanden hat, warum Fortpflanzung eine so wichtige Rolle innerhalb der evolutionären Theorien spielt und warum es für die Theorien, nach denen eine sexuelle Selektion bewirkt hat, dass Frauen sich das Ergebnis einer intrasexuellen Konkurrenz zu nutze machen um genetisch vorteilhafte Partner zu erkennen, egal ist, ob Michelangelo schwul ist. Es geht nur darum, dass sich die Folgen dieser Evolution auch in seinem Kopf befinden. Es ist auch nicht wichtig, ob Michelangelo irgendjemanden beeindrucken wollte, der Wunsch, Großes zu leisten und dafür Anerkenntnis zu erhalten, kann auch abstrakt sein, solange dann großes geleistet wird und man Status aufbaut.

Die Prämisse von PU in aller Kürze:
Frauen sind Neanderthalerinnen, die nur darauf warten, vor dem Typen, der am lautesten mit seiner Keule rasselt, verzückt auf die Knie zu sinken.

Dass man immer auf den Neanderthalern rumhacken muss! Die können doch nun wirklich nichts dafür und waren vermutlich gar nicht so dumm. Wenn sind Frauen natürlich Homo Sapiens und wie männliche Homo Sapiens auch damit in der Grundkonfiguration zumindest 160.000 Jahre alt. Viele machen sich dabei nicht bewußt, dass die Steinzeit nicht so lang her ist. Sie begann vor etwa 2,6 Millionen Jahren und endete erst vor ca. 12.000 Jahren. Wenn man also davon ausgeht, dass der Homo Sapiens ganz überwiegend in der Steinzeit geprägt wurde, dann ist das keine sehr gewagte Hypothese. Zumal ansonsten wegen der Out of Afrika Theorie und des fehlenden Rückflusses ansonsten die dann entstandenen neuen Entwicklungen zu Abweichungen zwischen den in verschiedenen Gegenden lebenden Menschen führen müsste.

Aber das war eher ein Exkurs: Zurück zur Zusammenfassung von Robin:

Mit der Keule  rasseln reicht natürlich nicht aus. Die Theorien im Pickup sind deutlich differenzierter. Sie berücksichtigen sowohl Attraktion, von dem Keulenrasseln ein Teil sein kann, aber wo auch berücksichtigt wird, dass man nicht zu sehr protzen darf, weil es sonst needy wirkt, als auch die Frage, wie man am besten mit dem Keulenrasseln beginnt, wieviel man rasselt, was man macht, wenn andere schöne Keulen haben und wann man mit dem Rasseln aufhören muss, und schauen muss, und schauen muss, dass sie sich einem gegenüber qualifiziert und deutlich macht, dass sie auch gut rasseln kann und man zusammen rasseln sollte. Und dann muss eben der Übergang zu Komfort auch noch dazukommen, also Vertrauen etc.

Bedauerlicherweise (für PUAs) sind diese Urtriebe bei Frauen von einer Patina aus Erziehung, Kultivierung und fehlgeleiteter Emanzipation überzogen, die Frauen tatsächlich weisgemacht hat, es gäbe mehr im Leben als nach dem perfekten Mann zu suchen, dem sie dann Kuchen backen und die Höhle heimelig gestalten können. Aber PUAs haben das durchschaut und die Fähigkeit, die versteckten Evo-Knöpfchen zu finden und zu drücken, zur Kunst erhoben! Halleluja!

So überzogen sind die Urtriebe gar nicht, sie sind nicht überwachsen und verschüttet, sondern sie liegen durchaus offen und warten auf Signale. Zwar anders als Robin sich das vorstellt, aber dennoch.

Warum sie das allerdings mit der Vorstellung verbinden muss, dass Pickuper eine Frau wollen, die dann Kuchen backt und die Höhle heimelig macht, dass führt sie leider wie alles nicht weiter aus. Eine solche Passage findet sich auch im Pickup nicht. Nur weil sexuelle Anziehung keine Wahl ist, die man treffen kann, legt einen das nicht auf die Rolle als Hausfrau fest. Man kann natürlich auch nicht Hausfrau sein und auf Alphamänner stehen, zB als Alphafrau daneben. Eine Rollenzuteilung, nach der sie den Haushalt führt, ist weder mit Pickup noch mit evolutionärer Psychologie verbunden. Gerade wenn es nur um Sex geht, dann kann auch in beider Hinsicht das Kuchen backen und die Höhle heimelig gestalten relativ egal sein. Das mag sie dann für einen anderen machen oder auch gar nicht, es betrifft eine Kurzzeitstrategie nicht. Ein gutes Beispiel wären unsere nächsten Verwandten, sowohl bei den Chimpansen als auch den Gorillas stehen die Weibchen auf ranghohe Männchen (bei den Gorillas teilweise notgedrungen) und sind gleichzeitig die „Erwerbstätigen“, ohne das sie für den Mann Dienste erledigen. Sie sind sozusagen emanzipierte Alleinerziehende, die eine Unterstützung durch den Mann nicht wollen oder brauchen (gut, sie würden sie auch faktisch nicht bekommen, weil ihre Biologie das gar nicht vorsieht, aber das ist eine andere Sache).

Es ist ganz einfach: Da Frauen nur auf Alphamänner stehen, muss man sich selbst als einer präsentieren, um zum Schuss zu kommen. Dominanz und Status sind alles!

Ein hübscher Strohmann. Natürlich stehen nicht alle Frauen nur auf Alphamänner, aber Alphamänner kommen weit überproportional gut an, wenn sie das noch mit dem passenden Komfort kombinieren können.

Das Schöne an diesem Konzept aber ist, dass man schnell jeden Typen zum “Alpha” labern kann, der Erfolg bei Frauen hat. Klar, Anzüge tragen, Ferrari fahren, überhaupt mit Geld um sich werfen und sich einen Scheißdreck darum scheren, was andere von einem halten, ist natürlich das ultimative Ziel, aber wenn irgendein langhaariger Loser ohne Job und Geld eine klarmacht, dann ist langhaarig, erfolglos und Pleite sein halt in dessen Peer-Group auch irgendwie Status. Niemals nicht kann das vielleicht einfach nur daran liegen, dass der Typ gut aussieht. Denn das kann man ja nur sehr eingeschränkt beeinflussen, womit sich kein Geld verdienen lässt!

Auch hier ein ziemlicher Strohmann. Robin stellt hier Thesen als Pickup dar, die dort so gar nicht vertreten werden. In ihrer Darstellung ist es natürlich beliebig, es fehlt halt nur eine Anbindung an derartige Behauptungen aus dem Pickup-Bereich.

Natürlich kann man auch Alpha-Eigenschaften definieren, ebenso wie sozialen Status. Das Alphamann-Konzept ist ja auch nicht vom Pickup erfunden worden, es hat einen weiten zoologischen Unterbau. Ich nehme mal die klassische Definition aus der Wikipedia, die ich bereits in meinem Artikel zu Alphamännern zitiert habe:

In social animals, the alpha is the individual in the community with the highest rank. Where one male and one female fulfill this role, they are referred to as the alpha pair (the term varies when several females fulfill this role – it is extremely rare among mammals for several males to fulfill this role with one female). Other animals in the same social group may exhibit deference or other symbolic signs of respect particular to their species towards the alpha.

Der „höchste Rang“ ist sicherlich auch noch ein relativ unbestimmter Begriff. Aber wir Menschen können uns eigentlich sehr gut etwas darunter vorstellen, wir nehmen Zeichen für Achtung und Respekt und Demutsgesten symbolischer Art durchaus gut auf, weil wir eben Tiere mit einem Statuskonzept sind.

Was Robin als Beliebigkeit deutet ist schlicht die Folge davon, dass in verschiedenen Gruppen der Rank innerhalb der Gruppe  nach verschiedenen Kriterien ausgebildet werden kann. Rank ist insofern ein Begriff, der kulturell ausgestaltet werden kann, aber dabei dennoch einen Wesenskern hat: Respekt, Anerkennung und eine gewisse Form der Unterordnung innerhalb der Gruppe bzw. bei der Person, die die Sache betrachtet.

Einen Anzug zu tragen und Ferrari zu fahren und mit Geld um sich zu schmeißen kann danach Alpha sein oder auch nicht. Denn Geld verleiht einem nur eingeschränkte Anerkennung und führt auch nicht dazu, dass einem Leute gerne folgen wollen. Es kann recht offensichtlich sein, dass die Leute allenfalls das Geld respektieren und dem Geld hinterherlaufen, den Mann dazu aber verachten. Es kann auch der Eindruck entstehen, dass der Mann nicht davon ausgeht, dass ihn die Leute respektieren und er sie und ihre Gesellschaft kaufen muss. Beides sind keine Eigenschaften eines Alphamannes. Gibt man dem rangniedrigsten Mitglied einer Affengruppe einen Stapel Bananen wird er damit auch nicht zum Alpha. Er kann damit seine Position vielleicht kurzzeitig verbessern, aber es wird in der Regel klar bleiben, wer tatsächlich der Alpha der Gruppe ist.

Und wenn ein langhaariger Loser ohne Job und Geld eine klarmacht, dann spricht das bei einer hinreichenden Defintion von „Looser“ auch nicht dagegen, dass er dennoch ein Alphamann ist. Denn auch wenn er kein Geld hat, dann kann eben sein Charisma, seine allgemeine Ausstrahlung oder seine sonstigen Eigenschaften dazu führen, dass er in der Gruppe derjenige ist, den die anderen aus seinem sozialen Umfeld am meisten respektieren.

Und natürlich kann auch sein gutes Aussehen eine Rolle spielen. Das ist im Pickup eigentlich relativ unstreitig. Gleichzeitig kann eben auch ein hässlicher Mann, der genug Status hat, bei Frauen sehr gut ankommen. Diverse Hollywoodstars oder Rockstars bestätigen dies recht nachhaltig.

Zudem: Natürlich muss man auch nicht der coolste Typ von allen sein um überhaupt irgendeine Frau zu bekommen. Es geht darum, genug sexuelles Interesse bei der jeweiligen Frau aufzubauen und welche Hürde man dabei überspringen muss, hängt natürlich auch von der jeweiligen Frau ab. Eine 5 verlangt insofern eine andere Vorgehensweise als eine 10 und das natürlich auch in Abhängigkeit von Faktoren wie der eigenen Schönheit. Hier ist auch zu bedenken, dass es natürlich ein „Übergamen“ geben kann. Einer 10 wird ein bestimmtes Verhalten vielleicht interessant finden, bei dem sich eine 5 wundert, warum er, wenn er so cool ist, gerade sie anmacht. Eine schüchterne Frau wird bei einem sehr energiegeladenen Auftreten vielleicht einfach daran zweifeln, dass die beiden eine tatsächliche Basis haben.

Das macht diese Theorie im Grunde absolut nicht falsifizierbar, da alles Status sein kann und jeder erfolgreiche Flirt durch PU erklärt wird.

Die Beliebigkeit von Status ist ein Strohmann, weswegen das Argument eh schon ins Leere geht. Das ein Begriff sozial verschieden ausgefüllt werden kann, macht ihn nicht beliebig, solange er bestimmten Regeln folgt, denen die Ausformung unterliegt. Innerhalb dieser könnte man natürlich auch Studien über Theorien aus dem Pickup-Bereich erstellen und dabei genaue Parameter aufstellen, die jeweils sicherstellen, dass auch die passenden Aussagen überprüft werden können. Das scheint mir für Studien im sozialen Bereich auch nicht ungewöhnlich zu sein. Beispielsweise kann man durch unabhängige Personen bewerten lassen, ob diese Person in den jeweiligen Situationen nach bestimmten Kriterien Status hatte oder nicht und dann den Flirterfolg damit vergleichen. Oder man stellt bestimmte Personen in Situationen dar, in denen sie einen unterschiedlichen Status haben, beispielsweise bei Interaktionen innerhalb einer Gruppe, und lässt im Anschluss die Attraktivität der Personen bzw. die Bereitschaft mit diesen zu schlafen oder mit ihnen auf ein Date zu gehen bewerten. Dabei kann man auch Schauspieler bestimmte Rollen spielen lassen um so zu schauen, wie sich deren Bewertung bei gleicher körperlicher Attraktivität durch verschiedene Rollen verändert.

Selbst Basics, die schon unsere Großeltern wussten (beispielsweise, dass man gepflegt besser ankommt, als wenn man zehn Meter gegen den Wind stinkt) werden von PU vereinnahmt und so präsentiert, als hätte man die Relativitätstheorie entdeckt.

Warum sollte eine umfassend Flirttheorie auch solche Basics ausnehmen? Das wäre ja eine sehr merkwürdige Theorie, die solche Basics nicht mit einbezieht. Insofern ein merkwürdiger Vorwurf. Auch der Vorwurf der Übertreibung bei der Aneignung ist allenfalls durch ein schlechtes Beispiel erläutert: Seitenlange Ausführungen, nach denen Pickup die persönliche Hygiene erfunden hat, habe ich jedenfalls aus dem Bereich noch nicht gelesen. Allenfalls ein „braucht man ja nicht zu sagen: Aber man sollte gepflegt aufteten“).

PUAs glauben, Frauen seien die Herrscherinnen des Schlafzimmers, denn Eier sind teuer, Sperma ist billig blabla und außerdem haben Frauen ja eigentlich eh kaum ne eigene Libido. Dies führe bei Frauen zu der Vorstellung, dass Männer Bittsteller sind, die um Sex betteln, da sie den ja so viel nötiger haben als Frauen.

Viele PUAs haben ebenfalls die Überzeugung, dass Frauen genauso viel Sex wollen wie Männer und würden anderes vielleicht als Limiting Belief abtun oder auf eine soziale Begründung abstellen. Es ist auch insoweit eine zwar unzutreffende aber hilfreiche Einstellung, da sie einen unproblematischer Sex von Frauen fordern lässt. Aus meiner Sicht ist PUA eher eine Angebotsverbesserung, bei der Frauen dann doch zuschlagen wollen, dass ändert aber nichts daran, dass man bei Männern die gleichen Probleme nicht hätte. Bester Beweis: Die Schwulenszene mit einer wesentlich lockeren Einstellung zu Sex bei der Game in dieser Hinsicht weit aus weniger erforderlich ist. Frauen haben natürlich eine Libido, aber sie ist insofern schwächer ausgestaltet, gerade was unverbindlichen Sex ohne große persönliche Beziehung betrifft.

Ein echter Alpha interessiert das natürlich nicht! Alphas können ja jede haben. Wer also den Eindruck vermittelt, überhaupt kein Interesse an der Frau ihm gegenüber zu haben, macht sich selbst umso interessanter. Logisch, ne? Umgesetzt in ein konkretes Flirtverhalten äußert sich das in einem “Mädel, ich als ultimativer Macker bin ja so viel besser als du”-Gehabe. Das kann erreicht werden durch eine enervierend süffisante Haltung oder auch schlicht Beleidigungen.

Kein Wunder, dass Robin Pickup nicht mag: In ihrer Darstellung, die zwar nichts mit Pickup zu tun hat, klingt es auch fürchterlich. Beleidigungen im Pickup? Ich dachte wir hätten inzwischen hinreichend geklärt, dass Beleidigungen nichts mit Pickup zu tun haben und Negs keine Beleidigungen sind:

Hier aus früheren Ausführungen dazu von mir:

Es geht also nicht darum, sie zu beleidigen, sondern etwas mit ihr zu spielen und ihr das Gefühl zu geben, dass man nicht wie die anderen ist. Es ist im Endeffekt die Darstellung eines höheren Status, der dadurch verdeutlicht wird, dass man sie trotz eines hohen Wertes nicht automatisch will. Es kann richtig ausgeführt dazu führen, dass sie sich fragt, warum er sich nicht wie die anderen verhält und warum er sie nicht genau wie die anderen automatisch will. Es geht nicht darum, sie fertig zu machen, sondern darum, sie etwas neugierig zu machen. Mit der richtigen Frau wird es ein hin und her, ein Spiel zwischen beiden, durch das Spannung aufgebaut wird. Es geht insofern darum, das sie einen als normale Person von gleichen Wert sehen kann, indem man ihr deutlich macht, dass man ihr nicht bereits nur wegen ihrer Schönheit verfallen ist.

Weil es darum geht, dass man die Frau nicht wie die anderen auf ein Podest stellt, muss man es eben auch an die jeweilige Frau anpassen und ein „übernegen“ vermeiden. Jede Beleidigung ist letztendlich ein solches Übertreiben, es geht nicht darum, dass sie beleidigt ist, sondern, dass sie sich fragt, warum dieser Typ sie nicht will. Protzen ist auch nicht Pickup, da es schlicht needy wirkt. Wer einen tatsächlichen hohen Wert hat, der muss mit ihm nicht protzen, er hat ihn und er wird auch so deutlich, ohne das er über Gebühr betont wird.

Dieser Typ schaffte es also, mich massiv anzumachen und mir gleichzeitig das Gefühl zu geben, dass er mich für eine absolute Idiotin hält (die vermutlich froh sein soll, von diesem Gottesgeschenk an die Weiblichkeit überhaupt beachtet zu werden). Am meisten habe ich noch im Gedächtnis, dass er alles hinterfragte, was ich von mir gab. Wirklich ALLES. Darunter auch Aussagen zu meinem Alter (abgesehen von meiner Mutter dürfte ich selbst die Person sein, die am besten weiß, wie alt ich bin), zu meinem Studium (nicht zu den Inhalten, sondern tatsächlich, WAS ist studiere!) und so weiter. Gönnerhafte Kommentare zu meinen Dartkünsten (ich ließ mich zu einem Spiel breitschlagen… und war BESSER als er) hätten den Sack dann zugemacht, wäre er nicht schon vorher zu gewesen.

Ich frage mich wirklich, warum sie meint, dass dieser Typ Pickup verwendet hat. Wenn er das gemacht hätte und sich etwas mit der Theorie auseinandergesetzt hätte, dann hätte er gemerkt, dass eine spielerische Herausforderung und etwas frech sein gut ist, beleidigen und angeben aber schlecht sind. Er hätte passend kalibriert und statt auf protzen eher auf cocky comedy gesetzt bzw. den Übergang zur Komfortzone nicht verpasst. Denn:

Das Tragische daran ist, dass ich den Kerl wirklich süß fand, rein optisch gesehen. Genau mein Typ! Ein freundliches Gespräch hätte ihm alle Optionen eröffnet.

Also: Attraktion war vorhanden. Interessanterweise hat sich Robin sogar auf ein Spiel mit ihm eingelassen, obwohl sie ihn hier als Arschloch schildert (oder weil?), er hätte also die IOIs aufnehmen können und es wäre zeit gewesen aus der „A2 Phase“ in der es darum geht, dass sie ihn gut findet, in die „A3 Phase – Male-to-Female Interest“ zu kommen. Da hätte er nur etwas finden müssen, was ihm erlaubt sie gut zu finden. Also ein paar Ansichten von ihr nicht hinterfragen, festzustellen, dass sie und er was gemeinsam haben, an ihrem Studium etwas zu finden, weswegen sie ein toller Mensch ist, der zu ihm passt. Ein „Endlich mal eine Frau, die vernünftig Dart spielt und keine Angst hat ihre Meinung zu sagen“ hätte er passend umschalten können, vielleicht noch mit ein paar Spielereien im Sinne eines Bait Hook release. Irgendwas, womit er ihren Geltungsdrang, besser zu sein, in etwas positives Reframed und vielleicht darin umdeutet, dass sie sich ja anzustrengen scheint um ihm einen guten Kampf zu liefern. Und dann eben der Übergang zu Komfort. Wenn sie schon von der Bar weg waren und sie mit ihm Dart gespielt hat, dann wären sie ja schon im Bereich „isolation“ gewesen und er hätte damit beste Voraussetzungen gehabt:

The ultimate goal of comfort is both of you can relax together, sharing intimacies without worrying. Before you build comfort, isolate the target from her friends possible, whether physically or verbally.

Robins Klage, dass er mal lieber besseres Pickup verwendet hätte und die Stufen weiter durchgezogen hätte liest sich dann wie folgt:

 Aber nee, lieber führt Mann sich wie ein Arschloch auf, weil voll Alpha und so. Doch leider wird man durch Arschloch-Benehmen nicht zu einem guten Flirter, sondern zu einem Arschloch!

Robin berichtet dann von einem weiteren Mann, einem Freund von einer Freundin, der mit Pickup angefangen hatte. Er schien sehr davon besessen zu sein, dass Größe wichtig ist.

So saß ich mit beiden in einer Bar und bekam mit, wie sie sich anfingen zu streiten. Das Thema war schnell ermittelt, als sich meine Ex-Kollegin mit blitzenden Augen zu mir drehte und zische: “Kannst du dem bitte mal sagen, dass er groß genug ist?!”

Ich musterte ihn von Kopf bis Fuß. “Alter, du bist groß genug.”
Er lächelte über so viel Naivität. “Aber es wäre besser, wenn ich NOCH größer wäre.”
“Wie groß bist du denn?”
“Eins-dreiundachzig.”
“Ähm, das reicht doch?!”
“Fünf Zentimeter mehr wären aber besser,” erwiderte er im jammerigsten Tonfall.
Ich facepalmte innerlich und wusste genau, worauf das hinauslief, aber ich fragte dennoch nach, wieso er das für besser hielt.
Die Antwort natürlich: “Frauen stehen auf große Männer!”

Da hat er auch grundsätzlich recht. Größe ist ein sehr relevantes Kriterium für viele Frauen und die meisten wollen einen Freund, der größer ist als sie. Auch hier allerdings hätte der als Beispiel für dir Fürchterlichkeit von Pickup vorgezeigte allerdings das Leben für Robin und seine Freundin angenehmer machen können, wenn er die Pickup-Prinzipien tatsächlich beherzigt hätte. Denn dann hätte er gemerkt, dass es egal ist, ob große Männer etwas attraktiver sind und dass das Jammern über diesen Umstand letztendlich auch nur ein Limiting Belief ist, da er es nicht ändern kann. Er hätte sich zudem bewußt gemacht, dass es nichts falscheres gibt als ausgerechnet vor seiner Freundin darüber zu jammern. Statt dessen hätte er (lustigerweise genau die von Robin oben kritisierte) Einsicht gehabt, dass körperliches unwesentlich(er) ist, wenn man Status und Game hat, hätte an seinem Inner Game gearbeitet und sich vielleicht zudem bewußt gemacht, dass 1.83 eine durchschnittliche Größe ist.

Der nächste Typ ging dann wie folgt vor:

Nein, eigentlich SPRANG er mir eher in den Weg. Es war in meiner Stammdisco. Ich befand mich auf dem Weg in den Raucherbereich, als sich plötzlich ein Typ vor mich warf und sofort anfing, auf mich einzureden.

Ich kann leider auch hier nicht wiedergeben, was es genau war. Dieses Mal nicht, weil ich betrunken war (kaum), sondern weil es schwer ist, sich so viel Bullshit auf einmal zu merken. Wasserfallartig texte dieser Kerl mich zu und redete offensichtlich nur, weil er ein Wortminimum zu erfüllen hatte!

Auch hier fragt man sich, warum das Pickup sein soll – es gibt genug Männer, die noch nie von Pickup gehört haben, aber „Zulabern“ für eine gute Idee halten. Dabei geht Pickup zwar davon aus, dass man am Anfang meist mehr reden muss als die Frau, aber dennoch stellen die meisten Opener zumindest darauf ab, dass sie Interesse bekunden kann, dass man sie bei einem indirekten Opener irgendetwas fragt, auf das sie reagieren muss, dass man in eine Interaktion eintritt, bei der sie ebenfalls zumindest ein wenig in die Sache investiert. „Wortschwall“ ist kein Pickup.

„Aber ich habe dadurch gelernt, dass die Strategie vieler PUAs darin besteht, eine Frau einfach sinnlos vollzulabern, bis sie entkräftet aufgibt und in seine Arme sinkt. So ein Exemplar schien ich vor mir zu haben.“

Ein etwas geringer Anhaltspunkt. Tatsächlich scheint mir diese Vorgehensweise in dieser undifferenzierten Form eher typisch Nicht-Pickup zu sein. Was dann vielleicht auch seine nachfolgende Überraschung erklärt als sie ihn fragt, ob er Pickup ausprobiert.

Den tollsten Vertreter dieser Spezies traf ich dann aber noch etwas später in der selben Disco. Bis dahin war das ein hammergeiler Abend gewesen. Ich war mit Mitbewohner David unterwegs, die Musik war ultragenial, wir tanzten viel, ich fühlte mich superwohl. Einfach ein richtig schöner Abend!
Irgendwann verzog ich mich für eine Zigarette, während Mitbewohner David weiter auf der Tanzfläche abging. Ich stand da, die Kippe in der Hand und war einfach richtig happy. Das war der Zeitpunkt, als einer dieser Möchtegern-Aufreißer auf mich zu kam und meinen Blick suchte. Ich lächelte ihn knapp an – nicht, weil er mir gefiel, sondern weil ich gelernt habe, dass man das so macht, wenn man ein menschliches Wesen vor sich hat.

Das war leider für ihn ein Signal, mich anzulabern. Und was er sagte war: “Wow, du siehst ja so richtig unzufrieden aus!”

Mir fiel ALLES aus dem Gesicht. Wie gesagt – mir ging es gerade richtig gut! Alles war toll! Und dann kommt dieser Kerl und erzählt mir, ich würde unzufrieden aussehen?!

Richtig, der alte Pickup-Trick jemanden NEGATIVE Stimmungen zu unterstellen. Das führt meist zu einer sehr positiven Anmache (nicht!). Wie ordnet Robin es ein:

Natürlich – der meinte das ja gar nicht so! Ich sah im Gegenteil ZU zufrieden aus! Was natürlich nicht geht… eine zufriedene Frau ist eine selbstsichere Frau und selbstsichere Frauen lassen sich nicht von PUAs abschleppen! Es galt also, mich zu verunsichern. Ihr wisst schon, Dominanz zeigen, damit er einen auf Alpha machen kann!

Aber statt völlig zusammen zu brechen, was wohl sein Ziel gewesen war, wurde ich ein bisschen sauer. “Ähm, Hallo? Was ist denn das bitte für ein Spruch?” ging ich direkt auf Konfrontationskurs. Das brachte ihn ins Schwimmen, auch wenn er versuchte, Contenance zu bewahren. Ich war aber so von den Socken, dass ich ein Mädel hinter mir anhaute. “Stell dir vor, was der gerade zu mir gesagt hat!”
Sie hörte es sich an und wirkte ebenso verblüfft. “Also wirklich, sowas sagt man doch nicht,” meinte sie tadelnd.
Er versuchte, das Ganze als Witz hinzustellen (“Du siehst unzufrieden aus” – höhö, superwitzig). Da war mir schon klar, dass ich hier jemanden vor mir hatte, der ein Programm abspulte. Und diese Erkenntnis war immerhin interessant genug, dass ich nicht direkt flüchtete. Mal sehen, was der sonst noch so probierte.

Nein Robin, das hat mit Pickup nichts zu tun. Weil es gar nicht darum geht dich zu verunsichern. Der Neg hat eine ganz andere Richtung. Aber das hatte ich ja oben schon geschrieben. Man nutzt ihn bei Frauen, die zu häufig aufs Podest gestellt werden um ihnen deutlich zu machen, dass man sich insoweit nicht davon beeinflussen lässt. Nicht um sie niederzumachen. Gerade selbstsichere Frauen kommen aus meiner Sicht besser mit Pickup zurecht: Sie lassen sich eher auf einen spielerischen Wettstreit ein, der etwa durch Cocky Comedy entsteht, weil sie meinen, dass sie mithalten können und es genießen, dass jemand mal ein paar Spannungen hält, statt sie gleich wieder abzubauen. Der Typ mag ein Programm abgespult haben, Pickup war es aber nicht. Wenn es ein Beispiel für schlechtes Flirten ist, dann eher für konventionelles Flirten, in dem Männer meinen, dass sie Frauen retten müssen, und sei es vor sich selbst und ihrer schlechten Laune. Die als weiße Ritter herbeieilen, um die holde Maid zu unterhalten.

Ich hätte es mir nicht schlimmer ausmalen können. Wir, naja, “unterhielten” uns über das Studium (ich antwortete einsilbig). Als ich auf Nachfrage meinte, dass ich gerne wieder zurück nach Hause will, wenn ich fertig bin, antwortete der doch tatsächlich: “Klar, du machst definitiv den Eindruck, total heimatverbunden zu sein!”
Von der völlig idiotischen Überschwänglichkeit abgesehen: Wir kannten uns ZWEI Minuten. Steh ich drauf, von einem komplett Fremden zu hören, was ich für eine Persönlichkeit habe?

Der arme Kerl. Da dachte er endlich, er könnte etwas Punkte wieder gut machen, indem er ihr Heimweh gut findet und Robin geht wegen einer Pickup-Paranoia an die Decke.

An dieser Stelle dann wieder mein Standardspruch: “Probierst du gerade PickUp bei mir aus?”
Wieder kein “Hä?”. Wie lame.

Das „Hä“ könnte auch einfach daraus folgen, dass er keine Ahnung hatte, was sie eigentlich meint. Der arme Kerl hatte vielleicht einfach nur versucht so gut wie möglich zu flirten, indem er Hilfe anbietet.

Später sah ich ihn an der Tanzfläche stehen und mich beobachten. Er winkte mich zu sich. Dumm, wie ich bin, ging ich hin und wandte den Kopf, weil ich dachte, dass er mir etwas sagen wolle. Stattdessen packte er meine Hand. Ich, konsterniert, wollte sie wegziehen, doch er umklammerte mein Handgelenk so fest, dass ich mich wirklich losreißen musste. “Darauf steht wirklich keine Frau!” teilte ich ihm mit, als ich das geschafft hatte.

Seine Antwort: “Scheiß auf dich!” – und ein beleidigter Abgang.

Tja, PUAs und ihre verletzten Gefühlchen.

Eher wohl Männer und ihre verletzten Gefühle. Mit Pickup hatte auch das nichts zu tun. Auch hier wäre Robins Leben angenehmer gewesen, wenn er tatsächlich Ahnung von Pickup gehabt hätte. Dann hätte er nämlich gerade nicht versucht, ihr Handgelenk zu greifen. Er hätte sich entweder ganz im Sinne von Style mit einem „Nett, dich getroffen zu haben“ verabschiedet“ und hätte bei einer anderen neu angefangen oder bei ihr einen neuen Ansatz versucht. Entweder indem er es zugegeben hätte und sie gefragt hätte, ob sie sich jetzt mal normal unterhalten können oder indem er irgendwie anders an das vorherige Gespräch anschließt.

All das war nicht gerade dazu angetan, meine Begeisterung für PU zu erhöhen. Abgesehen davon, dass ein Mann, der sein ganzes Leben danach ausrichtet, mit möglichst vielen Frauen möglichst viel Sex zu haben, in meinen Augen so tiefsinnig wie eine Regenpfütze ist, wirkt die Verzweiflung, die sich in der Nutzung kleiner PU-Psychospielchen äußert, für mich so ziemlich als das Gegenteil von “Alpha”.

Lustigerweise zeigen alle Beispiele, die sie gebracht hat, dass die Interaktionen mit Pickup wesentlich besser verlaufen wären. So hat sie ein paar Jungs niedergemacht, die wahrscheinlich keine Ahnung von Pickup hatten. Ihr geheiligter Zorn geht – wieder mal – fehl.

Pickup hätte die Abende für sie angenehmer machen können.

Die üblichen gesellschaftlich anerkannten Flirttipps vs. Game

Ein Mann berichtet über den Unterschied in seinen Erfolgen bei Frauen bevor er „Game“ hatte.

Interessant finde ich dabei insbesondere die Schilderung als AFC (Average Frustated Chump):

Instead i followed my feminist programming and female advice off a cliff into hell.

Feminism taught me a lot throughout the 80′s and 90′s. It taught me not to question women’s sexual choices. It taught me to treat them with deference and respect. It taught me not to accost them for sex aggressively, but to treat them as human beings. It taught me that i MUST control my shallow, greedy, dangerous impulses but allow a woman the right to indulge in hers. It taught me to be nice for the sake of being nice and not expecting sex in return. To give all my emotional and platonic ability and not dare ask for intimacy in return.

It taught me everything i needed to be creepy, unattractive and doormat ready.

And it was re-enforced by EVERY woman i talked to.

What i SHOULD have been told is “hit the gym, build some muscle, guys with muscles are hawt” – “get braces now, you’ll smile a lot and we love guys with big smiles” – “go see a dermatologist, we love sexy skin on a man” – “cut off your long hair, you don’t look like a rocker, you look like a hippy. crew cuts are sexy, you’d look good in one” – “learn a skill and become good in it. become confident in it. we love confidence”

What i got instead was a constant drumming of “you’re such a good guy, just wait, someone else is out there for you” – “you don’t have to change a thing, you’re a wonderful person, just keep being yourself” – “you don’t need muscles, only jerks care about having big muscles” – “there’s nothing wrong with you, you just need to be a bit more confident that’s all” – “confidence comes from the inside, not from the outside“

Ich finde den Abschnitt besonders interessant, weil er denke ich viele Passagen enthält, die Männer häufiger hören. Es ist aus meiner Sicht gerade in Bezug darauf, dass Pickup dafür kritisiert wird, dass es „unnatürliches Flirten“ lehrt interessant, weil die gesellschaftlich anerkannten Regeln des Flirtens eigentlich auch „unnatürlich“ sind, weil sie teilweise eine Verleugnung des eigenen Wollens enthalten und dazu verleiten, Frauen auf ein Podest zu stellen. Nicht, dass Respekt und das Behandeln von Frauen wie menschliche Personen etwas schlechtes ist, es deckt eben den Komfortbereich ab, sollte aber mit dem Aufbau von Attraction kombiniert werden und nicht soweit gehen, dass man sich dafür selbst verleugnet und es wie oben dargestellt damit kombiniert, dass man meint mit Nettigkeit betteln zu müssen. Es ist schlecht, wenn man dadurch ins passive abgleitet und darauf wartet, dass die Frau Sex gewährt, als reine Gnade, denn das wird eben selten der Fall sein. Zu seiner eigenen Sexualität zu stehen und deutlich zu machen, was man will kostet teilweise viel Überwindung, wird aber weitaus positiver aufgenommen als viele Männer meinen. Man sollte sich hier nicht scheuen, sich selbst in eine gute Richtung zu entwickeln und schlechtes Verhalten über Bord zu werfen

Hier noch ein paar Links zum Thema „Zu nett / Nice Guy“:

(die Regeln gelten etwas teilweise für beide Geschlechter. Eine Freundin von Südländerin macht grundsätzlich etwas zu gutaussehende Männer (Groß, Sportlich, Alphamänner) für ihre eigene Schönheit an, die dann merkwürdigerweise zwar gerne zu Sex bereit sind, aber nicht zu einer Beziehung. Mein Ratschlag (in einer Besprechung mit Südländerin, nicht direkt ihr gegenüber), dass sie wenn sie etwas von denen will ins Fitnessstudio gehen sollte führte zu dem bekannten Schlag auf den Arm wegen Frechheit und dem Hinweis, dass sie schon den Richtigen finden würde, der sie wegen ihres Charakters mag)

Und die spätere Änderung:

That’s when i finally delved into the realm of the internet and discovered about Game, dominance, attraction triggers, evo psych, mra’s, pua’s, the manosphere. All the pretty lies perished, like domino’s falling in unison. With the knowledge i acquired, the discipline of weight training and building up a body i am proud of and not ashamed of, learning how to be social, burying the beta and believing in my worth i finally am at a point in life where I have changed my views and outlook. I am not ruled by pussy.. i conquer it on my terms or leave it to it’s own useless fate. I’ve adopted an MGTOW lifestyle, do things with myself in mind first and foremost following my own imperative, will only entertain relationships with women who qualify themselves to me by bringing more to the table than pretty looks and a vagina, else they just get a pump n dump. The ability to not blink when i destroyed my final toxic LJBFzone relationship with an emotional vampire who expected all the benefits of relationship without returning what i needed. 5 years ago i’d have be in my room crying over it or worse, apologizing to her for hurting her feelings. Today, i stand tall and say FUCK IT, my own needs and interests come first before anyone else and im ready to move on to find one who desires and deserves all the awesomeness i have to give. I don’t care how angry she got or how any feminist might say i just played nice to get in her pants. I’M THROUGH PLAYING NICE. I’m built, confident, nothing left to prove, cannot be persuaded by the power of pussy, and doing what i like for myself. I don’t fall on my sword for the needs of others. Look to thine own ass first is the creedo.

Hier ist eine ziemlicher Umschwung eingetreten, vom Beta zum Bad Boy, aber eben mit vielen Elementen, die Männer tatsächlich für Frauen interessant machen. Anteile der „dunklen Triade“ mit sozialen Können bringen einen da aus meiner Sicht sehr weit. Eine Unabhängigkeit, Nonneediness, eine gewisse Scheiß-Egal-Einstellung mit der Erkenntnis über den eigenen Wert und dem daraus folgenden Selbstbewußtsein, dass alles trägt viel zum Erfolg bei Frauen bei. Das muss nicht gleich immer MGTOW sein, aber eine Einstellung, nach der man seine eigenen Bedürfnisse nicht unterdrückt und für falsch oder schmutzig hält ist schon wichtig.

Natürlich kann man das für sich selbst übertrieben finden und auch mit weniger Unabhängigkeit/weniger dunkle Triade  kann man gut vorankommen.

Kritik an Pickup und warum sie häufig keine konstruktive Diskussion ermöglicht

Ein häufigeres Thema auf diesem Blog ist Pickup und die dortigen Regeln. Die vorgebrachte Kritik macht es aber aus meiner Sicht häufig sehr schwer, tatsächlich konstruktiv zu argumentieren.

Hier ein paar Gründe dazu, was mir eine Diskussion erschwert und was an Argumenten kommt, die ich wenig geeignet finde:

1. Die Kritik ist nicht konkret

Es wird allgemein angeführt, dass Pickup schlecht sei, weil es eben schlecht sei und die Praktiken menschenverachtend/nicht funktionierend und überhaupt falsch. Auf Nachfrage kann aber nicht benannt werden, was nun eigentlich genau falsch/menschenverachtend und nicht funktionierend ist.

2. Die Kritik unterscheidet nicht zwischen Wirksamkeit und möglichen moralischen Konsequenzen

Meiner Meinung nach muss eine Kritik zwischen der Wirksamkeit und den möglichen moralischen Konsequenzen unterscheiden. Wenn man davon ausgeht, dass es im Pickup darum geht, was eine Frau dazu verleitet mit einem zu schlafen, dann wäre eine erfolgreiche Umsetzung dieses Konzepts zunächst auf reine Wirksamkeit ausgerichtet, über die man aus dem Gesichtspunkt der Wirksamkeit diskutieren kann. Ob man es dann für richtig hält, diese einzusetzen wäre gänzlich unabhängig davon.

Nehmen wir als Beispiel eine gewisse Dominanz. Wenn Frauen dominant auftretende Männer interessant finden würden, dann bliebe einer Richtung, die ermitteln will, was Frauen interessant finden, nichts anderes übrig, als eben zu diesem Ergebnis zu kommen. Das Ergebnis selbst wäre dann – wenn es zutreffend ist – auch nicht zu beanstanden. Ob man dann trotz Wirksamkeit dieses Mittel einsetzen wollte, wenn es wirken würde oder ob man dies sollte ist eine andere Frage. Man mag es dann unmoralisch finden, Männern Tipps in diese Richtung zu geben, sprechen Frauen allerdings tatsächlich darauf an, dann muss die Kritik eben auf der moralischen Ebene erfolgen, nicht auf der Wirksamkeitsebene.

3. Die Kritik stützt sich auf Einzelpunkte und verlangt eine Gesamtverurteilung

Immer wieder kommt so etwas wie „Negs funktionieren nicht, deswegen funktioniert nichts aus Pickup“ oder „Negs funktionieren nicht, also gib zu, dass Pickup nichts taugt“. Was eben ein unzulässiger Schluß ist. Weil Einstein meinte, dass es einen Gott gibt und dieser nicht würfelt, ist natürlich seine Relativitätstheorie nicht falsch. Selbst wenn Negs nicht funktionieren, können andere Punkte zutreffend erkannt worden sein. Tatsächlich haben Negs eine Funktion, aber das ist eine andere Sache.

4. Die Kritik arbeitet sich an einzelnen, häufig falsch dargestellten Praktiken ab und ordnet diese falsch ein/übertreibt ihre Bedeutung für Picku

Beliebt ist hier etwa „Pickuper bewerten alle Frauen auf einer Skala von 1-10, das ist falsch und daher abzulehnen/deswegen ist Pickup falsch“. Warum die Einordnung erfolgt wird und was dabei eine Rolle spielt, wird hingegen nicht hinterfragt, weswegen nicht deutlich wird, dass es nicht um eine Frauenabwertung geht, sondern darum, die richtigen Vorgehensweisen zu bestimmen und eine Einordnung dabei sowohl Aussehen etc als auch Status beschreiben kann. Es wird den meisten Leuten einleuchten, dass eine hässliche Frau auf bestimmtes Verhalten anders reagiert als eine sehr hübsche Frau. Es muss also in einem Gespräch über ein Vorgehen dieser Faktor mit einbezogen werden. Dies wird der Kürze halber mit einem Zahlenwert gemacht, da dieser auf eine einfache Weise die gewünschte Information übermittelt. Nun mag man den Sprachgebrauch kritisieren und sagen, dass die Sprache eben dann verächtlich ist, weil man statt dessen auch „nicht sehr attraktiv/okay/sehr hübsch in Abstufungen verwenden könnte, aber das wäre wieder eine Abgrenzung zwischen Sprache und Wirksamkeit.

Ein anderers Beispiel wäre der Neg:

Mir liegt bei der Angabe „Negs wirken bei mir nicht“ ja immer auf der Zunge: Du weißt, dass der Neg eine Taktik ist, die man bei hübschen Frauen anwendet, bei nicht hübschen wird im Pickup geraten darauf zu verzichten? Aber damit schweift man ab.

Etwas zu Negs von Mystery:

A neg is a qualifier. The girl is failing to meet your high expectations. It’s not an insult, just a judgment call on your part. You’re not even trying to make her feel bad. (so it seems) Its the same as if you pulled out a tissue and blew your nose. There is nothing insulting about blowing your nose. You haven’t rejected her. But at the same time, she will sincerely believe that you aren’t trying to impress her. This creates curiosity and makes you a challenge.

 The better looking the girl, the more aggressive you must be with using negs. A 10 can three negs up front, while an 8 gets only one or two over a longer time. You can go overboard if she thinks you are better than her (which happens more often than you think) You can drop the self esteem right from under, just like most 10s do to guys, and this isn’t good. You have to get as close to the breaking point as you can without crossing the line. Once you have gotten right there, you can start appreciating things about her (not her looks.) There is mutual respect now-something most guys never get from the girl.

This is how you remove a girl from her protection shield. Three negs ought to do it within two of three minutes of neautral chat. Once it is removed, you can, from a place of mutual respect, seduce her.

Es geht also nicht darum, sie zu beleidigen, sondern etwas mit ihr zu spielen und ihr das Gefühl zu geben, dass man nicht wie die anderen ist. Es ist im Endeffekt die Darstellung eines höheren Status, der dadurch verdeutlicht wird, dass man sie trotz eines hohen Wertes nicht automatisch will. Es kann richtig ausgeführt dazu führen, dass sie sich fragt, warum er sich nicht wie die anderen verhält und warum er sie nicht genau wie die anderen automatisch will. Es geht nicht darum, sie fertig zu machen, sondern darum, sie etwas neugierig zu machen. Mit der richtigen Frau wird es ein hin und her, ein Spiel zwischen beiden, durch das Spannung aufgebaut wird. Es geht insofern darum, das sie einen als normale Person von gleichen Wert sehen kann, indem man ihr deutlich macht, dass man ihr nicht bereits nur wegen ihrer Schönheit verfallen ist.

Der Comic-Versuch zu Neggen wäre insoweit schief gegangen, weil sie schlicht beleidigt hat.

5. Die Kritik stellt auf externe Umstände wie etwa die Möglichkeit, Geld zu verdienen ab und schlußfolgert daraus unzulässigerweise auf die Qualität der Theorien

Der Umstand, dass Pickup eine Beratungsindustrie entwickelt hat und einige Leute damit sehr reich geworden sind, wird als Umstand dafür gewertet, dass es ein Betrug sein muss, der nur aufgrund des Geldes durchgezogen wird.

Das ist allerdings ein sehr schwaches Argument:

Nähme man an, dass Pickup hoch wirksam ist, dann wäre es auch verständlich, dass Leute die Kurse besuchen wollen. Es wäre dann auch verständlich, dass diejenigen, die sie geben, diese Nachfrage auf ihre Kursangebote bemerken und ihren Preis danach ausrichten. Um so bekannter und besser der Ruf der Kursanbieter, um so höher wäre der Andrang zu ihren Programmen und um so höhere Preise könnten sie festsetzen

Es stellt sich auch die Frage, wann ein Preis zu hoch ist. Nehmen wir an, dass der Kurs gut ist und jemand danach besser mit Frauen wird und statt einer 6 eine 8 bekommt bzw. in seinem Beziehungsleben besser versteht, was seine Frau anmacht und warum sie mitunter einen Shittest macht, er also einen tatsächlichen Erfolg hätte. Wären dann 600 € über sein Leben betrachtet eine schlechte Investition? Ich behaupte mal, dass ein Mann, bei dem es klappt, die 600 € als eine der lukrativsten Ausgaben seines Lebens ansehen wird.

Natürlich: Wenn es nicht klappt, dann wäre es Geldverschwendung. Aber diese Bewertung kann nicht losgelöst vom Inhalt erfolgen.

6. Die Kritik stützt sich auf einzelne Vertreter und behauptet, dass dies dann umfassend gelten muss

In Pickup gibt es natürlich bestimmte Grundsätze, die die meisten für richtig halten. Es ist aber ein sehr variables Feld mit einer Menge Einzelmeinungen und verschieden guten Umsetzungen.

Wer auf einzelne Vertreter abstellt, die er schlecht findet, der sollte zumindest nachweisen, dass diese Repräsentativ sind, zu den großen Namen in dem Bereich zählen und ihre Vorgehensweise in dem Bereich zu diesen Grundsätzen, die allgemein geteilt werden, gehört.

Ansonsten sagt die Kritik recht wenig aus, wie immer, wenn man Einzelbeispiele aus einer Gruppe herausgreift.

Wer beispielsweise sagen würde, dass #kleinererBühnenmagier einen Trick nicht glaubhaft hinbekommen hat und daher auch sagen wir David Copperfield diesen Trick nicht glaubhaft durchführen könnte, weil beide Illusionisten sind und damit genau das gleiche machen müssen, der würde wohl deutlich darauf hingewiesen werden, dass sein Argument schwach ist. Es mag dann nicht an daran liegen, dass der Trick nicht durchführbar oder auch nur die Technik nicht funktionierend ist, es kann auch daran liegen, dass der jeweilige #kleinere Bühnenmagier nicht gut genug ist, den Trick falsch ausführt oder andere Faktoren vernachlässigt.

7. Die Kritik führt an, dass aus der Sprache folgt, dass die Inhalte schlecht sind

Dieses neulich gebrachte Argument ist aus meiner Sicht sehr schwach. Man kann bereits ein Buch nicht immer nach seinem Einband bewerten. Richtig ist, dass Pcikup einige Begriffe hat, die man so wohl in wissenschaftlicher Sprache nicht gebrauchen würde, aber das belegt nicht, dass die Konzepte dahinter falsch ist.

8. Die Kritik führt an, dass es keinen wissenschaftlichen Nachweis gibt (und Pickup deswegen falsch ist)

Es sind Theorien, die aus „praktischen Versuchen“ entstanden sind, nicht in einem Labor. Natürlich gibt es insoweit kaum wissenschaftliche Forschung dazu, die genau diese Theorien überprüft hat (wenn es auch zahlreiche wissenschaftliche Theorien gibt, die in eine ähnliche Richtung gehen). Ein Mangel an Beweis bedeutet gerade bei einer Herleitung aus der Praxis nicht, dass die Theorien falsch sind, sie sind nur unbewiesen. Insofern verweise ich darauf, dass es keine Studien gibt, nach denen die Theorien falsch sind.

Unbewiesen, aber möglich ist etwas anderes als erwiesenermaßen falsch.

9.  Pickup wirkt bei mir (einer Frau) nicht, deswegen wirkt es bei keiner Frau

Dagegen sind zwei Punkte einzuwenden:

1. Menschen sind nicht gleich. Eine essentialistische Betrachtung ist insofern auch falsch. Es mag sein, dass es tatsächlich nicht wirkt, gerade wenn diejenige die Taktiken kennt und  sie sie damit als reine Taktik sieht.

2. Diese Annahme wird meist auf der Grundlage eines recht einfachen Bildes dieser Taktiken und einer schlechten Ausführung dieser angenommen.  Es wird verkannt, dass nicht alle Taktiken auf alle Frauen wirken sollen, sondern beispielsweise nur auf hübsche, zickige, solche die zu schnellen Sex bereit sind etc. Es wird zudem vergessen, dass es bestimmte Taktiken gibt, die nur im Zusammenspiel mit bestimmten Verhalten und Auftreten wirken sollen. Peacocking beispielsweise zielt in seiner „Mystery Fellhut“-Variante auf etwas ausgeflipptere Frauen ab und wirkt nur bei starken Selbstvertrauen der jeweiligen Person. Natürlich wirken sie dann nicht auf eine Frau, die etwa einen festen Partner sucht. Sie soll da auch gar nicht wirken. Zudem stellt sich die betreffende Frau meist vor, dass sie die Taktik sofort erkennt und sie dann hölzern wirkt. Ich behaupte mal, dass die meisten Frauen, auch dann wenn sie merken, dass man sie etwas aufzieht und vielleicht auch verstehen, warum man es macht, es spassig finden, wenn man zB cocky comedy anwendet. (vgl auch diesen Artikel)

10 Pickup zieht Leute an, die nur auf Sex aus sind und dabei keine Rücksicht auf Frauen nehmen, deswegen ist es auch für alle anderen Leute und in allen Bereich falsch

Es ist aus meiner Sicht kaum vorstellbar, dass man eine funktionierende Methode entwickelt, wie man mit Frauen dazu bringt, mit einem zu schlafen, und dann keine Leute anzieht, die nur dies wollen.

Gerade wenn sie wirksam ist, wird sie entsprechende Leute anziehen. Damit man aber deswegen Pickup ablehnen kann, müsste man zumindest eine Verbindung zwischen beiden Punkten in der Weise herstellen, dass man unter Anwendung von Pickup gar nicht anders kann als Frauen auszunutzen. Was nicht der Fall ist.

Was ich mir an Kritik wünschen würde:

ich würde es durchaus spannend finden, über Pickup zu diskutieren und dabei auf verschiedene Methoden einzugehen und zu besprechen ob diese wirksam/unmoralisch/falsch sind.

Dazu wird aber wohl ein Verständnis dafür, was Pickup in diesen Punkten überhaupt sagt und eine gewisse Kenntnis der Einordnung in die dortige Theorie erforderlich sein. Ich würde mich insofern freuen, wenn jemand eine Diskussion auf dieser Basis will.