Pickup: Warum eigentlich der ganze Aufwand

Leserin Vanilacarmelita fragt:

Ich weiss, der Beitrag ist Jahre her, aber habe deinen Blog erst vor kurzem entdeckt und beim rumstöbern auch die Pick-up Tipps entdeckt. Kein Hate, nur Neugier: Den ganzen Aufwand betreiben, um an Sex zu kommen, obwohl mann nicht weiss, wie gut der Sex sein wird, bzw. ob er überhaupt passieren wird? Als Mann würde ich da verzweifeln und nach einer Kosten-Nutzen-Analyse würde für schnellen Sex nur noch ein Bordellbesuch in Frage kommen. Da kann mann seine Wünsche offen kommunizieren, kennt den konkreten Preis und die Befriedigung ist sichergestellt. Die Tricks sind z.T. sehr raffiniert, schlussendlich hängt das Ganze doch trotzdem von der Laune der Frauen ab und je nach dem wie manipulierbar und naiv sie sind. Welchen Sinn hat slso das Ganze?

Und das ist durchaus eine gute Frage, der ich daher einen eigenen Beitrag widmen möchte:

Wie ich hier bereits geschrieben hatte habe ich Pickup recht zufällig entdeckt: Eine Beziehung war zu Ende gegangen und ich recht zufällig auf Pickup gestoßen.  Auch ohne Pickup wollte ich durchaus flirten, Sex haben und ggfs später wieder eine Beziehung haben. Nur ging es eben mit Pickup wesentlich leichter und lief einfach wesentlich besser. Es war aus meiner Sicht nicht eine Verschlechterung der Kosten-Nutzen-Analyse, sondern eine wesentliche Verbesserung. Etwa so als müßte oder wollte man einen Aufsatz schreiben und einen anderen Aufsatz finden, der das gleiche Thema behandelt. Oder als würde man auf eine sehr gute Fortbildung gehen und plötzlich sehen, dass hinter vielem ein System steckt, dass man noch gar nicht kannte. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt bei Pickup das Gefühl, dass ich mir _zusätzliche_ Mühe machte, im Gegenteil, ich hatte das Gefühl, dass ich endlich _weniger_ Mühe hatte.

Sicherlich bringt ein Bordellbesuch einfacheren und sicheren Sex, aber darauf kam es mir ja gar nicht an. Mir macht flirten Spass, ich mag es auch, wenn Frauen positiv auf mich reagieren und natürlich wollte ich auch vieles von dem, was ich gehört oder gelesen hatte ausprobieren und mich selbst verbessern bzw schauen, was ich davon für mich verwenden konnte.

Ich will mich mal an einem Bild gerade für Frauen versuchen: Man stelle sich den typischen Hollywood-Aschenputtel-Film vor: Das hässliche Entlein der Schule wird entdeckt, neu eingekleidet, bekommt die bessere Frisur und wird geschminkt. Sie verwandelt sich von einer langweiligen 7 in eine 10 (in den Filmen legt sie nur den dicken Wollpullover ab, ebenso die dicke Hornbrille und man bemerkt ihre erstklassige Figur, meinetwegen kann man auch annehmen, dass sie ihre Ernährung umstellt und Sport macht und danach super aussieht). Meinetwegen auch eine „My Fair Lady“ Umwandelung, bei der sie danach statt „Unterschicht“ „Oberschicht“ spricht. Da kann man sicherlich Fragen: Ist das die Mühe wert gewesen? Sie hätten doch auch so ein schönes Leben gehabt, einen netten einfacheren Mann kennen lernen können und nicht den Schulcoolen oder den Mann aus der Oberschicht. Aber sobald sie den Erfolg mit der anderen Methode sehen und wissen, wie viel sie aus sich machen können und mit welchen Mitteln wollen und können sie auch nicht mehr zurück.

Aber ich denke ein Teil des Kommentars beruht vielleicht auch auf der Vorstellung, dass man im Pickup jede Nacht durch Clubs ziehen muss um Frauen reinlegen und das mit einer mageren Ausbeute. Für mich war das nicht der Fall. Ich habe mein Leben weitergelebt wie vorher auch, nur dass ich jetzt wenn ich flirtete ein wesentlich besseres Feedback bekam. Ich hätte sicherlich wieder eine neue Freundin gefunden, aber der Weg dahin wäre schwieriger, frustrierender und abhängiger von Glück gewesen (und sie wäre wahrscheinlich auch weniger schön gewesen).

Andere mögen das weitaus intensiver betreiben und es ist sicherlich so, dass man über ein „Training“ besser wird, Erfahrungen gewinnt und auch etwas abstumpft, was einem eine gewisse Ergebnisunbekümmertheit bringt, die einem durchaus helfen kann. Aber wenn das das Hobby eines Menschen ist, wenn er Spass daran hat, dann halte ich, wenn er damit nicht Leute reinlegt, für vollkommen zulässig. Es gibt uninteressantere Hobbys als das andere Geschlecht und Sex.

Zu der Frage, ob es von der Laune der Frauen abhängt und wie manipulativ es ist: Eine der interessantesten Erfahrungen, die ich bei Pickup gemacht habe, ist der Unterschied im Interesse der Frauen. Es war deutlich, dass Frauen sich angesprochen fühlten, dass sie Anziehung fühlten und das sie interessierter waren. Natürlich bleibt flirten dennoch zu einem gewissen Grad ein „Numbers Game“: Man ist eben nicht der Typ jeder Frau und nicht jede möchte insbesondere auch das, was man selbst möchte, gerade wenn es Causal Sex betrifft.

Gerade weil ich den Interessenanstieg beobachtet habe glaube ich auch nicht, dass es auf naiv und manipulierbar ankommt: Es geht weniger darum, Frauen reinzulegen, es geht eher darum, dass sie einen interessanter finden und eher was von einem wollen. Die Frauen sind nicht doof oder manipuliert, sie haben nur eher Lust auf einen und sind demnach auch eher bereit diesen Gefühlen nachzugeben. Es ist insofern aus meiner Sicht eher eine Angebotsverbesserung. Natürlich kann man auch die als Manipulation ansehen. Und natürlich sind auch bestimmte Techniken oder bestimmte Richtungen im Pickup manipulativ. Aber das ist eben eine Frage der Anwendung.

Ein anderer Aspekt ist schlicht: Man kann gar nicht mehr damit aufhören, wenn man es einmal gelernt hat. Natürlich kann man aufhören, intensiv zu flirten oder den Lebensstil den viele bei Pickup vor Augen haben (pausenlos mit Frauen flirten und versuchen, sie ins Bett zu bekommen) nicht leben. Aber genauso wenig, wie man sich nicht vornehmen kann, dass man ab jetzt kein Fahrrad mehr fahren kann, kann man auch nicht vergessen, was im Flirtbereich funktioniert. Man wird nach wie vor einen Shittest erkennen, man wird nach wie vor Wissen, was man sagen könnte und wie man reagieren könnte. Und man müsste sich sozusagen dumm stellen, um dann ohne Pickup zu flirten.

Zudem funktioniert Pickup eben nicht nur für das Aufreißen, es gibt einem aus meiner Sicht auch äußert wichtige Tipps für feste Beziehungen. Ich erlebe meine eigene Beziehung dadurch als entspannter und einfacher, einfach weil ich bestimmte Reaktionen besser einordnen kann und darauf entsprechend reagieren kann.

 

Wie werde ich einen Pickuper/PUA los?

Da die Frage wiederholt – wenn auch aus meiner Sicht mit eher zweifelhaften Beispielen bezüglich der pickupbezugs – an mich herangetragen wurde, wie man einen Pickupbetreibenden loswird, schreibe ich mal was dazu:

Die Theorie beim Pickup ist eigentlich recht einfach:

In der ersten Phase geht es darum, dass man ihr Interesse weckt, indem man Attraktion aufbaut. Ziel der ganzen Sache ist, dass sie Interesse entwickelt und das entsprechende signalisiert. („Female to Male Interest“). Wenn sie Interesse zeigt, also Indikatoren für Interesse, dann kommen wir in die nächste Stufe, in der man Interesse an ihr zeigt. Sofern sie kein Interesse hat, also Indikatoren von Desinteresse sendet, wird der Flirt nicht zu Erfolg führen.

Diese hatte ich schon einmal aufgelistet:

  • Avoidance- She avoids eve contact. She avoids your calls. She avoids you in general.
  • If she can pretend that she didn’t hear what you just said, she will.
  • She won’t contribute to the conversation.
  • She gets impatient easily
  • She walks away or looks away.
  • She leans away, turns her back or talks to someone else.
  • She is non-responsive, or she repetitively says “uh-huh” instead of giving you a real response.
  • She won’t move with you, even two feet away.
  • She won’t invest.

Es wäre also im wesentlichen klassische Zeichen von Desinteresse. Dreh ihm einfach den Rücken zu. Sage, dass du dich lieber mit deinen Freundinnen unterhalten willst und er stört.

Das schöne an Pickup: Um so besser er in dem Bereich ist, um so eher wird er dich dann bei so deutlichen Zeichen auch schlicht in Ruhe lassen. Es lohnt sich schlicht nicht, so viel Arbeit in jemanden zu investieren, wenn man nebenan jemanden hat, der einen vielleicht mit wesentlich weniger Arbeit interessant findet.

Hier muss die jeweilige Frau (ebenso wie ein Hadcore-Pickuper) die Einstellung ablegen, dass sie etwas so besonderes ist: In der Attractionphase hat man quasi keine Verbindung zueinander und noch nicht wirklich etwas investiert. Es ist insofern kein großer Verlust. Gerade wenn er etwas mehr Erfahrung hat, sollte er die passende Outcome Indifference haben, die ihm ermöglicht das entspannt zu sehen.

Natürlich kann man auch einfacher deutlich werden: Man kann ihm einfach direkt innerhalb der Theorie sagen dass es nichts wird. Hier wäre ein einfacher Text, der das kommuniziert:

„Klappt leider nicht, du bist nicht mein Typ*, ich könnte dir jetzt IODs senden, bis dir das klar wird, aber es sieht ja besser aus, wenn wir und freundlich verabschieden und die anderen Frauen nicht sehen, dass du einen Korb bekommst oder noch schlimmer, damit wie ein AFC umgehst, indem du dich aufregst. Style empfiehlt, dass man sich einfach mit „War nett, dich kennenzulernen!“ verabschiedet. Ich glaube, die dahinten hat vorhin etwas rübergeschaut, versuch es doch mal bei ihr“

Danach ihn einfach ignorieren und ihm, wenn er nicht geht, den Rücken zudrehen, bis er geht. Nichts mehr zu ihm sagen, nicht auf ihn reagieren, einfach ignorieren.

*(kann angereichert werden mit „ich stehe auf große/Kleine/Dicke/dünne/ich bin vergeben/du bist eher der One-Night-Stand-Typ und ich die „erst Sex nach dem 20sten Date Frau“/

Hier wurde angeführt, dass der jeweilige Anmacher Techniken wie „Freeze Out“ einsetze, also seinerseits einen Kontaktabbruch betreibt. Ich wüsste nicht, was günstiger sein sollte, um ihn loszuwerden: Ein Freeze Out funktioniert nur dann, wenn man selbst Interesse hat. Wer ihn loswerden will, der kann den Freeze Out einfach nutzen und sich freuen.

Bliebe natürlich noch der Einwand, dass er das als Shittest abtut und gerade nicht aufgibt. Aber bei so deutlichen IOIs und der Verdeutlichung durch das Ausgrenzen wird es eigentlich recht deutlich, dass es eben kein Shittest ist, sondern die Frau sich tatsächlich gestört fühlt.

Über Rückmeldungen freue ich mich.

Ich, als gefährlicher Pickuper (nach Onyx)

Onyx kommentiert eine Stelle aus meinem „Was anders wäre“ Beitrag, in dem ich anmerke, dass es mich störte als gefährlich angesehen zu werden, weil ich ein Mann bin . Sie meinte, dass sich dies mit meinem Verhältnis zum Pickup beißt, da ich ja gerade damit einer „Lehre“ anhänge, vor der Frauen zu Recht Angst haben müssen.

Sie führt dazu an:

Betrachtet man allerdings den Hintergrund, dass diese Antwort von jemandem stammt, der die Pick up-Ideologie vertritt und propagiert, dass Frauen angeblich freche Arschlöcher anziehend finden, die einfach alles anbaggern und angrabschen, was Brüste hat, darf man sich schon fragen, ob hier nicht jemandem nur seine eigene Medizin nicht schmeckt.

Es ist immer wieder erstaunlich, was Onyx um ihren Hass zu rechtfertigen für Strohmänner aufbaut. Ich vermute, dass sie es sogar glaubt. Aber gehen wir die Vorwürfe und auch die Folgenden mal durch:

a) Frauen finde freche Arschlöcher anziehend

Ja, wobei Arschloch in diesem Kontext nicht bedeutet, dass man die Frau belästigt. Sondern eben frech im Sinne von Herausfordernd, etwas arrogant im Sinne von Cocky/Funny, Selbstbewußt und in der Lage sich einen gewissen Wert zu geben und Frauen Grenzen zu setzen. Aber eben auch in der Hinsicht, dass sie sich durchaus trauen, etwas zu machen, wenn sie erkennen, dass die Zeit dafür ist und nicht Gelegenheit um Gelegenheit verstreichen lassen, weil sie zu höflich und nett sind.

b) Alles Anbaggern

Das an sich ist ja erst einmal nichts schlimmes. Warum soll man eine Frau, die einem gefällt, nicht ansprechen dürfen?

c) Angrabschen, was Brüste hat

Nach dem bekannten Mystery-Modell des Flirtens kommt Kino, als körperlicher Kontakt, in der dritten Stufe von Komfort, also wenn sie einem bereits Zeichen gegeben hat, dass sie einen gut findet, man ihr deutlich gemacht hat, dass man sie aus einem guten Grund gut findet, man ein gewisses Vertrauen aufgebaut hat etc. Und dann grabscht man in diesem Modell auch üblicherweise nicht an die Brüste, sondern eskaliert über Berührungen an unverfänglicheren Stellen.

Andere in Bereich Pickup mögen direktere Stile bevorzugen, etwa extreme Figuren wie Julien Blanc, zu diesem schrieb ich aber:

Ich finde sein Verhalten dort stark übergriffig, wenn es wirklich Leute sind, die er gerade erst auf der Straße getroffen hat, es also keine vorherige Interaktion gegeben hat, in dem sie Interesse gezeigt haben. Selbst dann wäre es immer noch stark übergriffig, je nachdem wie viel Druck er ausübt.

Sicherlich kann dies durchaus effektiv sein, weil ein paar der Frauen bei solchen Handlungen vielleicht dieses dominante Verhalten durchaus anziehend finden und rückwärts rationalisieren, dass er was haben muss, wenn sie so mit sich umgehen lassen. Zumal er abgesehen von diesen Videos in anderen Videos durchaus Charme hat und selbstsicher wirkt. Ich kann mir vorstellen, dass er es eher verkaufen kann als andere, was aber dennoch die Übergriffigkeit nicht rechtfertigt.

Dann führt Onyx einige weitere Punkte an, die Pickupper nach ihrer Meinung glauben:

d) dass man ein Nein nicht ernstnehmen muß, weil das nur Shittests sind

Eigentlich ist das Konzept: „Einige Neins können Shittests sein, aber nicht alle Neins sind Shittests“ nicht schwierig zu verstehen. Onyx scheint damit trotzdem Probleme zu haben.

Die meisten Situationen, in denen es um Shittests geht, spielen sich weit vor körperlichen Punkten ab. Onyx macht daraus zur Aufrechterhaltung ihres Feindbilds direkt Vergewaltigungen.

e) dass Frauen auf Arschlöcher stehen, die sich einfach ungefragt nehmen was sie wollen

Hier wäre wieder auf das Modell von Mystery zu verweisen, in dem man sich gerade nicht nimmt, was man will. Sondern verschiedenste Phasen durchläuft, die einen Verführungsprozess darstellen. Was ich allerdings tatsächlich glaube, ist das Frauen keinesfalls ausdrücklich gefragt werden wollen wie in dem lebensfernen feministischen Konzept von „Yes means Yes“. Sie wollen, dass man die Stimmung erkennt und gemäß dieser handelt.

f) dass es völlig ok ist, Frauen zu belügen und zu manipulieren, um sie zum Sex zu bringen, selbst wenn sie ausdrücklich sagen, dass sie keinen wollen

Pickup ist amoralisch und stellt lediglich bestimmte Werkzeuge bereit, die man in bestimmten Situationen nutzen kann oder nicht. Man muss im Pickup aus meiner Sicht nicht lügen (wenn man es aber wie immer im Flirtbereich natürlich kann). Der Begriff „Manipulieren“ ist ein großes Wort in diesem Zusammenhang. Wenn ich bestimmte Gefühle in einer Frau wecke, die erst Attraktion und dann Komfort in ihr hervorrufen und sie deswegen mit mir schläft, dann sind dies natürlich ihre tatsächlichen Gefühle und ihr Wunsch, mit mir zu schlafen ist ebenfalls echt.
Ich hatte es schon an anderer Stelle gesagt: ich persönlich mag es, wenn eine Frau flirten kann. Ich fühle mich dann auch nicht manipuliert, im Gegenteil es macht den Gesamtvorgang besser, wenn sie die Bälle, die man ihr zuspielt, auch zurückspielen kann. Nach meiner Erfahrung geht es den meisten Frauen ähnlich: Sie finden es schön, wenn jemand nicht das übliche langweilige Flirten anwendet, und sie auf ein Podest stellt, sondern frecher, herausfordernder, dabei aber auch selbstbewußter ist. Sie genießen das Spiel.

Wäre natürlich gut zu wissen, was Onyx eigentlich genau meint. Ich vermute mal, dass sie Last Minute Resistance vor Augen hat, weil sie mir das auf ähnliche Weise schon einmal vorgehalten hat. Dazu habe ich einen ausführlichen Artikel geschrieben, ich vermute mal, dass Onyx da aber leider nicht drauf eingehen wird.

g) dass es völlig ok ist, Frauen gezielt betrunken zu machen, wenn sie nüchtern keinen Sex wollen

Das bezieht sich auf diese Ausführungen hier. Wieder will es Onyx in die Richtung der Vergewaltigung drücken. Im Feminismus ist eben jeder Sex mit Alkohol eine Vergewaltigung der Frau. Tatsächlich nutzen beide Geschlechter Alkohol für Sex. Gerade für Frauen hat das aus meiner Sicht sogar eine Doppelfunktion: Es macht sie etwas lockerer und es ist sowohl sozial akzeptierter, wenn man etwas betrunken mit einem Mann auf einer Party abstürzt und gibt einem zudem eine gewisse Plausible Deniability, dass es eben nur am Alkohol lag. Aus gutem Grund gehen Männer und Frauen gerne zusammen einen trinken und es findet sich genau deswegen, damit alle etwas lockerer werden, an typischen Partylokations Alkohol. Es geht eben häufig nicht darum, dass man ansonsten gegen den Sex wäre, es geht eher darum, die Überleitung zum Sex einfacherer zu machen.

Jetzt kann man natürlich sagen, dass man das ja ansonsten nicht gezielt macht, also einfach Alkohol trinkt, um Spass zu haben. Aber das ist doch ziemlich naiv. Natürlich ist uns die Wirkung von Alkohol in dieser Richtung allen gut bekannt, sowohl Männern als auch Frauen. Und natürlich kann man angeheitert sein, aber noch vollkommen in der Lage, Entscheidungen zu treffen und deutlich zu machen, ob man Sex will oder nicht.

h) dass Männer frech sein müssen, weil das Frauen eben so wollen

Ja, aber frech ist immer noch nicht übergriffig.

i) dass Frauen allem Feminismus zum Trotz irgendwie heimlich doch überrumpelt und überwältigt werden wollen

Auch wieder diese Nähe zur Vergewaltigung. Überwältigungsfantasien haben tatsächlich viele Frauen. Und viele mögen es in der Tat auch, wenn ein Mann, den sie wollen, die Führung in diese Richtung übernimmt. Männer, die einen gekonnt an die Wand drücken können, sind durchaus ein gängiges weibliches Motiv. Und Männer, die zu vorsichtig sind, und bei denen nichts passiert, sind häufig eher Männer, denen eine gewisse Verachtung entgegen gebracht wird, wenn die Frau nichts dagegen gehabt hätte, dass es etwas passiert. Dennoch: Alles zu seiner Zeit: Wenn Attraction und Komfort bestehen, wenn man in der dritten Phase ist, dann wäre der richtige Zeitpunkt dafür, dass man, wenn sie darauf steht, überwältigenden Sex mit ihr hat. Auch das geht es aber nicht darum, ein Nein einfach zu ignorieren, wie Onyx es sich anscheinend vorstellt. Wenn man alles richtig gemacht hat, dann wird schlicht kein Nein kommen.

Onyx schreibt weiter:

Denn genau eine solche Haltung führt dazu, dass Männer als “gefährlich” wahrgenommen werden. Vor denen man sich vorsehen muß. Die man nie auch nur eine Sekunde zu lang zu nett ansehen darf. Mit denen man nichts trinken darf. Jedenfalls wenn man nicht an Sex interessiert ist. Weil deren seltsames Geschlechterbild davon ausgeht, dass es keine zwischengeschlechtliche Interaktion gibt, die nicht irgendeine sexuelle Komponente hat. Wenn man also keinen Sex will, muß man grimmig schauen, immer mißtrauisch sein, bloooß nicht irgendwie sexy aussehen, einfach auf Abstand gehen, um ja keine Signale auszusenden, die mißverstanden werden könnten. Weil sonst hat man ja jede noch so bescheuerte Anmache provoziert. Ihr wisst schon…

Auch das ist falsch. Natürlich gibt es auch im Pickup Interaktionen mit Frauen, die keine sexuelle Komponente hat, etwa mit den Frauen, mit denen man nicht schlafen will (wobei: Viele Frauen mögen es sehr gerne, wenn man harmlos mit ihnen flirtet und das auch deutlich macht, nur um des Spasses willen). Und auch bei Frauen, die nicht auf einen stehen lohnt es sich nicht, krampfhaft weiter zu machen. Es kann sich aber natürlich lohnen, sie als Freundin zu haben, einmal um der Freundschaft willen, aber natürlich auch, weil „Wingfrauen“ die Sache sehr viel einfacher machen, weil man „preselected bei women“ bedient, weil sie Freundinnen haben und weil es Frauen beruhigt, wenn man in Begleitung einer anderen Frau ist. Ich habe relativ viele Freundinnen in meinem Freundeskreis und über Südländerin auch in meinem erweiterten Freundeskreis, mit denen ich schon wegen Südländerin nicht flirte, aber dennoch gerne weggehe. Cocky/funny und andere Elemente aus dem Pickup finden die meisten diese Frauen dennoch lustig. Sie mögen auch so viele Elemente, die ich aus dem Pickup übernommen habe und ich bin sicher, dass sie lieber mit Leuten rumhängen, die in der Hinsicht „nonneedyness“ ausstrahlen als mit Singlemännern ohne Pickuperfahrung, die dann unbeholfen flirten.

Julien Blanc war glaube ich für alle Feministen und sonstigen Pickuphasser wie Onyx ein Segen. Hätte es ihn und seine merkwürdigen Ratschläge nicht gegeben, sie hätten ihn erfinden müssen.

Was Onyx eben nicht versteht: Jemand, der Flirten kann und Selbstvertrauen in diese Richtung hat, ist häufig für Frauen viel angenehmer, weil er eben nicht das Verhalten zeigen muss, was sie oben beschreibt. Er muss eben nicht auf bescheuerte Weise anmachen, er kann die Sache viel entspannter angehen. Wenn bei jemanden, der sich mit Pickup auskennt, ein zu langer Blick in die Augen folgt, dann fällt er eben nicht über die jeweilige Frau her. Er nimmt es als Zeichen für Interesse (Indikator of Interest) und geht dann in die nächste Phase über, nämlich in dem schaut, ob sie sich für ihn qualifiziert, also etwas vorhanden ist, welches über ihr Aussehen hinaus ein gutes Interesse von ihm rechtfertigt. Wenn das erfolgt, dann vergewaltigt er sie entgegen Onyx Meinung immer noch nicht, sondern wird versuchen Vertrauen aufbauen, Gemeinsamkeiten entdecken etc. Sie kann also noch über lange Zeit deutlich machen, dass sie eigentlich gar nicht interessiert war.

Gründe, warum bestimmte Pickup-Techniken bei dir als Frau tatsächlich nicht wirken

In Pickupdiskussionen kommt es immer wieder dazu, dass Frauen sagen, dass dieser oder jener Trick sie eher abschrecken, jedenfalls aber bei ihnen nicht wirken würde.

Hier ein paar Gründe, warum dies durchaus stimmen kann

1. Die Strategie ist gar nicht auf dich ausgerichtet

Es ist erstaunlich, dass viele Frauen zugleich das Argument bringen, dass alle Frauen verschieden sind, dann aber nicht verstehen können, dass deswegen auch verschiedene Pickupstrategien je nach Frau zum Tragen kommen.

Ein klassisches Beispiel ist der Neg, also die Verteilung einiger Spitzen, die deutlich machen, dass man sie nicht auf ein Podest stellt. Dazu hatte ich Mystery bereits wie folgt zitiert:

The better looking the girl, the more aggressive you must be with using negs. A 10 can get 3 negs up front, while an 8 gets only 1 or 2 over a longer time. You CAN go overboard if they think you are BETTER than them. You can drop the self-esteem right from under them (just like most 10s do to guys) and this isn’t good.

Daraus folgt natürlich auch, dass es kein Wunder ist, dass du Negs blöd findest, wenn du eine 5 bist. In dem Bereich gibt es dann einen anderen, weniger oft zitierten Spruch aus dem Pickup-Bereich:

Negging (or giving negative feedback) is a dangerous game to play, but once mastered, is the key to flirting and chemistry.  I suggest you practice this with caution.  The general rule of thumb is to treat princesses like ugly girls, and ugly girls like princesses.

 

Klar, eine Frau, die sich hässlich findet (und das kann auch im Vergleich zu dem jeweiligen SMV des Mannes sein) kann es toll finden, wenn sie endlich mal jemand wie eine Prinzessin behandelt. Weswegen sehr schöne Männer oder Statushohe Männer auch viel netter sein können, wenn sie es mit Stil machen, weil bei ihnen Attraction eh schon da ist und man eine Frau, die im Verhältnis zu einem nicht auf einem Podest steht, eben auch nicht von einem solchen stoßen muss. (Herausfordernd und Frech zu sein kann sich trotzdem lohnen, es ist aber etwas anderes als der Neg).

2. Die Strategie ist sogar darauf ausgerichtet, dich auszusortieren

Was auch nicht verstanden wird, ist dass es sinnvoll sein kann, bestimmte Techniken anzuwenden, die dazu führen, dass bestimmte Frauen das Interesse verlieren oder das es nicht stört, sondern sogar hilfreich sein kann, wenn bestimmte Frauen einen nicht mögen.

Wenn man zB einen One Night Stand oder jedenfalls Sex ohne Bindung will, dann kann es sinnvoll sein, sich als jemanden darzustellen, der für eine aufregende Nacht spricht, auch wenn das Frauen abschreckt, die eine feste Bindung wollen. Oder vielmehr: Das kann ein zusätzlicher Vorteil einer solchen Strategie sein. Denn mit dieser Frau wird man eben keinen Sex haben und es ist insofern verschwendete Zeit.

Eine Frau die sagt „Pickup funktioniert nicht, ich würde niemals mit einem solchen Diskoaufreißer schlafen, ich bin auf lange Beziehungen aus und habe keine One Night Stands“ hat nicht verstanden, dass er froh sein kann, dass er sich nicht mit ihr aufhalten muss. Es bringt ihm mehr, wenn ausgeflippte Partygirls auf ihn stehen, die die Selbstbestätigung brauchen, dass sie ein Typ, der in der Masse auffällt, aussucht. Dann kann sich zB der Fellhut von Mystery lohnen, auch wenn andere Frauen denken, dass man so einen Typ in ihrer Clique ja peinlich finden würde. Es lohnt sich wahrscheinlich schon, die Frauen auszusortieren, die darüber nachdenken, was andere über sie denken, wenn sie mit einem solchen Typen schlafen, weil diese auch eher denken, was andere denken, wenn sie überhaupt mit einem Typen schlafen.

3.Die Betrachtung als Strategie verstellt den Blick auf die Wirkung

Ein Zitat nach Bismark lautet „Je weniger die Leute wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie!“. Das kann im Flirtbereich ähnlich sein. Als ich als Kind einmal einen Bauernhof besucht habe, war ich ein paar Monate Vegetarier, weil es mir nicht mehr schmeckte. Wo ich vorher ein leckeres Stuck Fleisch gesehen habe, sah ich auf einmal die großen Kalbsaugen oder die niedlichen Schweine und ihre Verarbeitung zu Fleisch. Das ist im Flirtbereich dann teilweise noch abstrakter, weil man sich die Wirkung eben noch weniger vorstellen kann, wenn man die Wirkung nicht kennt (oder sie gar auf einen nicht zutrifft)

Wenn man einem Mann erzählt, wie man Hautunebenheiten als Frau mit Schminke kaschiert, wie man die Augen betont, wie man die Brust passend einkleidet und ihn dann fragt, ob ihm die Tricks gefallen, dann wird er auch eher nein sagen. Gibt man dazu noch die Wahl „willst du lieber eine Frau, die es schafft, dass du sie mit Schminke gut findest oder eine, die du ohne Schminke gut findest“ dann werden die meisten sagen, dass sie natürlich lieber die Frau nehmen, die natürlich schön ist. Selbst wenn diese dann einfach das Glück hat, dass sie eine größere Brust und reinere Haut hat.

Die Kosmetikindustrie und die BH-Branche zeigen, dass die Tricks dennoch funktionieren.

4. Du hältst etwas für eine Pickupstrategie, was überhaupt kein Pickup ist oder dort sogar abgelehnt wird

Wenn man die Berichte mit dem Inhalt „ein Pickup-Betreiber hat mich angemacht und es war furchtbar“ liest, dann fragt man sich häufig, wie diejenigen darauf kommen. Im deutschsprachigen Bereich sind Onyx und Robin gute Quellen für entsprechende Schilderungen. Ein paar Beispiele, die Robin anführte und in denen es jeweils besser gelaufen wäre, wenn derjenige sich tatsächlich an die Pickupgrundsätze gehalten hätte, hatte ich bereits hier besprochen.

In den Kommentaren eines neueren Artikels bei Onyx kommt zB diese Geschichte:

Dein Tipp, als Frau PU-Seiten zu lesen, kommt für mich zu spät. Hätte ich vor 2 Jahren in Deinen Blog geschaut, wäre mir Einiges an Erfahrungen erspart geblieben.
Jetzt ist es eben passiert. Ich bin auf einen dieser Pickup-Soziopathen reingefallen.
Dabei bin ich eigentlich weder dämlich noch verzweifelt (Dachte ich zumindest).
Aber: ich bin nett zu jedermann und noch dazu gutgläubig. Lieb, nett, hübsch, Single, sehr zurückhaltend. Das perfekte Opfer.
So kam es, dass mich der “nette” Nachbar (15 Jahre älter), den ich übrigens kein bißchen interessant oder attraktiv fand, ins Visier genommen hat.
Im Nachhinein merke ich, dass er die komplette Pickup-Strategie 1:1 an mir abgearbeitet hat: erst netter Smalltalk. Dann Komlimente. (Auch zweifelhafte Komplimente wie: ” Du bist eine tolle Frau; wenn Du mehr Sport machen würdest, würden die Männer Schlange bei Dir stehen.”) Dann wieder totales Ignorieren bis hin zu krasser Abweisung. Dann wieder Nettigkeiten, Interesse, Flirten, Anbandeln, Berührungen, Zuneigung. Dann wieder Desinteresse. Und alles immer im Wechsel. Bis ich total verwirrt war. Immer wenn ich auf sein Interesse halbwegs reagiert habe, hat er wieder einen Schritt zurückgemacht bzw. irgendwas Seltsames gesagt oder getan.
Nach 1,5 Jahren voller emotionaler Wechselbäder habe ich ihm 1x einen Kaffee bei mir zu Hause angeboten. Wieso? Ich weiß es selber nicht. Alles Manipulation nehme ich an.
Dann der eigentliche Schock: er ist regelrecht über mich “hergefallen”, ich konnte nichts dagegen tun. Einzelheiten erspare ich mir. Es war nicht lustig.
Ja und seitdem ignoriert er mich, wenn wir uns begegnen, tut so, als würden wir uns nicht kennen.Grausamer geht es eigentlich nicht.

Ja, der klassische „1.5 Jahres Trick“, den alle Pickup-Profis ständig empfehlen. Welche Pickupseite empfiehlt ihn nicht? Es wird ja auch beständig geraten, bei Interesse einen Schritt zurückzumachen, denn nur so geht der volle 1,5 Jahres Plan auf und man kann dann endlich „regelrecht über sie herfallen“. #

Nein ernsthaft, wer mir einen Pickupratgeber zeigen kann, in dem dieser Plan so drinsteht, der mag einen Link dazu in den Kommentaren posten. Ich bezweifele, dass es das irgendwo als Rat gibt.

Wer Pickup kritisieren will, der möge sich doch wenigstens einmal das grobe Schema bei Mystery  anschauen: Passt das Verhalten da gar nicht rein, dann lohnt sich vielleicht die Überlegung, dass es gar kein Pickup war. Netter Smalltakt und Komplimente? Netter Smalltalk kann in die Anfangsphase passen, eher aber in den Komfortbereich, Komplimente können der Qualifizierung dienen oder auch Komfort sein. Aber dann wieder Desinteresse, wenn sie Interesse zeigt? Da rät Pickup nicht zurückzuweichen, sondern Komfort auszubauen und dann zu Kino-Test überzugehen, also zu testen, wie sie auf Berührungen reagiert. Wenn sie negativ reagiert ist die nächste Stufe nicht über sie herfallen, sondern Mehr Attraction und mehr Komfort aufbauen und es dann noch einmal zu versuchen. Sprich: Hätte er sich an die klassischen Pickupschemata gehalten, dann hätte er erstens keine 1 1/2 Jahre rumgemacht und zweitens wäre es wohl eher besser für sie gelaufen.

Der Jüngling hatte dazu bereits  geschrieben:

Diese – pardon – Arschlöcher kotzen mich an. Nicht nur, weil ein solches Verhalten inakzeptabel ist und psychische Schäden anrichtet, sondern auch, weil damit PickUp in Verruf kommt. Da spricht man eine Frau an und muss sich auf einmal rechtfertigen, weil man in eine bestimmte Schublade gesteckt wird.

Ich hatte in den Kommentaren angemerkt:

Ich frage mich, wo das Pickup gewesen sein soll: 1 1/2 Jahre rumbaggern mit mal Interesse, mal Desinteresse, dann direkt über sie herfallen?

Wo soll denn das überhaupt einer Pickupschule entsprochen haben.

Bei jeder Geschichte die nicht aus schüchternen „ich liebe dich, du mich, du mich auch?“ besteht „Das hat er nur gemacht wegen Pickup“ zu schreien ist doch wirklich albern.

Im Gegenteil: Es ist weit eher zu vermuten, dass er mit den passenden Kenntnissen eben nicht einfach über sie hätte herfallen müssen. Er hätte mit cocky comedy angefangen, vielleicht etwas komfort aufgebaut, eskalierendes Kino und nicht den Überfall angewendet.

Mich kotzt sowohl ein solches Verhalten als auch die voreilige Bezeichnung als Pickup an

(…)

wenn man sonst [wenigstens] tatsächliche Pickuptechniken sehen könnte. Also meinetwegen zumindest mal einen klassischen Opener gefolgt von anderem definitiven Material, muss ja nicht gleich das Erdbeerfeld sein, aber zumindest irgendetwas, was es so nur im Pickup gibt.

Das Lustige ist ja, dass das Unangenehme meist eine völlige Abkehr von Pickup ist, hätten sie (wenn sie überhaupt Pickup gemacht haben) in der Situation Pickup weiter durchgezogen, dann wäre dadurch die Situation wesentlich besser und nicht schlechter geworden. (…)
Was sie da jeweils erkennbar wollte, ist das jemand in den Komfortbereich wechselt. Hätte derjenige Pickup konsequent betrieben, dann hätte sie es eher als schönen abend erlebt.

Aber klar, gerade bei Onyx und co ist einfach jedes schlechtes Erlebnis Pickup. Ende gelände. Ist ja auch einfacher

Das wird einem schnell den Vorwurf des „No true Scotsmen“ einbringen. Allerdings kann man aus meiner Sicht schon verlangen, dass derjenige, der behauptet, dass etwas Pickup ist, es zumindest mal im groben mit dem abgleicht, was im Pickup gelehrt wird. Dazu reicht es aus meiner Sicht nicht aus, dass man dort einzelne Elemente wiederfindet: Pickup hat so ziemlich alles verwertet, was es im konventionellen Flirten auch gibt, wenn es dort erfolgreich ist, es hat es aber eben auf eine bestimmte Form in ein Konzept eingebunden. Ohne dieses Konzept und nur in Rückgriff auf einzelne Elemente kann man kaum von Pickup sprechen.

In die gleiche Sparte fällt auch, dass schlechtes Pickup oder falsch angewendetes Pickup nicht gegen Pickup spricht.

Vgl auch:

„HB1-10“ oder „Hot Babe 1-10“ – Bewertungen von Frauen mit Zahlen im Pickup

Muschimieze greift in einer kritischen Besprechung von Pickup das im Feminismus für Kritik beliebte Element heraus, dass dort Frauen mit Zahlen bewertet werden:

Durch unsere Sprachhandlungen werden Normen und Machtverhältnisse re_produziert. Sprache ist nie nur ein bloßes Kommunikationsmittel, das auf neutrale Art Informationen vermittelt. (siehe dazu “Was tun? Sprachhandeln.”)

Ich habe hier zwei Beispiele aus dem PUA-Sprachschatz herausgesucht und sie mal genauer beleuchtet.
HB1-10 oder HotBabe1-10

PUAs nennen eine gut aussehende Frau “HotBabe” und fügen im Anschluss noch eine Zahl ein, wie heiß dieses Babe denn sei (auf einer Skala von 1 bis 10). In Forenbeiträgen wird dann durchgängig beispielsweise von “HB6″ und “HB7″ gesprochen. Das könnte möglicherweise folgende Konsequenzen haben: Wenn ich Frauen ganz selbstverständlich als “HBx” bezeichne, dann…

… nehme ich mir wie selbstverständlich heraus, Frauen offen zu bewerten und dies wird zur normalen Routine. Dabei kaschiert die Bezeichnung “HBx” die Subjektivität meiner Ansicht als objektiv mess- und vergleichbaren Wert. Es wird zur Selbstverständlichkeit, Frauen nach einem internem Punktesystem zu bewerten.
… beziehe ich mich immer dann, wenn ich von einer Frau spreche, nicht auf die Person, sondern auf den objektifizierenden Wert, den ich dieser Person zugeschrieben habe. Eine neutrale Benennung ist so nicht mehr möglich, eine Benennung wird automatisch zur Bewertung.
… kann ich nicht mehr von zwei Frauen sprechen, ohne diese vergleichend aufeinander zu beziehen. Zwei individuelle Personen, mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, werden auf einen fiktiven Wert “eingedampft” und nur anhand dieser Eigenschaft miteinander auf- oder abwertend in Relation gesetzt.
… normalisiere und rechtfertige ich diese Sprachhandlung bei jeder Wiederholung.
… entscheide ich mich bei jeder Wiederholung gegen eine neutralere Bezeichnung (z.B. “Person A/Person B” oder die namentliche Benennung der Person) oder eine subjektiver gekennzeichnete Schilderung der Situation (z.B. “die Person, die ich anziehender fand”).

Nick führt dazu auf Geschlechterallerlei aus:

Natürlich ist das haarsträubender Unfug: Zwar mag ein solcher Jargon durchaus der Identitätsstiftung und Abgrenzung dienen, allerdings dürfte die soziale Realität der sich so Abgrenzenden nicht auf die entsprechenden Foren beschränken. So, wie jeder weiß, dass Pornografie nicht “die Welt” abbildet dürfte jeder PUler wissen, dass sein PU-Lingo nicht “Weiblichkeit” vollständig abbildet. Wer das nicht weiß, der dürfte dies auch ohne Pornografie oder PU-Lingo nicht wissen.

Wenn sich zwei Bauings über Menschen als “guter Zimmermann”, “begabter Maurer” oder “schlechter Rohrleger” unterhalten geht man ja auch nicht davon aus, dass “eine Neutrale Benennung so nicht mehr möglich sei” und dass “eine Benennung automatisch zur Bewertung werde”, weil sich doch “nicht auf die Person, sondern auf den objektifizierenden Wert” bezogen werde.

Die offensichtlich zugrundeliegende Annahme, dass “Männer” sich durch bloße Kommunikation in diesem Lingo von der Anerkenntnis der fundamentalen Menschenwürde von Frauen abbringen ließen ist selbst hochgradig entmenschlichend. Da wäre der Begriff “zum bloßen Objekt degradieren” tatsächlich mal angebracht. (Das wird auch nicht besser dadurch, dass man diese Annahme auch bezüglich Frauen pflegt)

In der Tat ist der Feminismus mit „Objektifizierung“ schnell dabei. Ich bin ebenfalls nicht der Auffassung, dass hier Frauen sogleich die Menschlichkeit abgesprochen wird,

Ich hatte das Thema an sich schon einmal in dem Beitrag „Bewertungen einer Frau auf einer Zahlenskala“ aufgegriffen, dort allerdings sehr allgemein.

In Bezug auf Pickup ist zu ergänzen, dass es dabei gar nicht darum geht die Bewertung der Bewertung willen durchzuführen, sondern diese eine besondere Funktion hat.

Denn es gibt nicht einfach nur eine subjektive Bewertung wieder, sondern es versucht darzustellen, welchen Status diese Person in dem Moment hat, wie sie auf andere wirkt und wie sie sich selbst sieht, was sie für einen Partnerwert in den Augen anderer hat etc. Dies ist wichtig, weil wir Hierarchiewesen sind und gerade bei Partnerschaften auch der jeweilige Partnerwert eine Rolle spielt.

Bei der Frau spielt da neben anderen Faktoren insbesondere ihre Schönheit eine Rolle, da diese ihre Wahrnehmung durch andere und ihre Begehrheit und damit auch ihren Partnerwert ganz maßgeblich beeinflusst.

Man kann dies auch in anderen Verhältnissen betrachten, etwa wenn es um Rangverhältnisse innerhalb einer sonstigen Gruppe geht, auch wenn man hier eher auf Begriffe wie Alphamann etc abstellt. Es kann auch auf den Pickup-Betreibenden selbst angewendet werden.

Aus diesen Bewertungen ergeben sich dann auch verschiedene Vorgehensweisen bzw. kann der Vorgang bei einer Analyse einer Flirtsituation eher nachvollzogen werden.

Wenn beispielsweise jemand erzählt, dass er eine Frau erheblich geneggt hat, diese das aber gar nicht gut aufgenommen hat, dann kann sich die Antwort, warum dies der Fall war, aus ihrer Einordnung ergeben: Eine sehr schöne Frau, also eine 9, sollte man beispielsweise nach der Theorie durchaus neggen, eine nicht so schöne Frau, etwa eine 4, wird dies hingegen eher als Beleidigung ansehen und demnach negativ reagieren.

Ebenso kann ein sehr schöner Mann, der eine Frau anspricht, also selbst ein 9 ist, anders vorgehen als ein hässlicher Mann und dies eben auch in Abhängigkeit von ihrem „Wert“.

Damit ergeben dann Sätze wie:

“weil ich selbst körperlich eine 6 und keine 9 bin musste ich HB9 stark neggen, damit ihr deutlich wurde, dass ich sie nicht auf ein Podest stelle”

oder

“du hast mit den Negs übertrieben, sie war lediglich ein 7, während du eine 9 bist, du hättest hier wesentlich freundlicher vorgehen müssen, du hast es übertrieben”

Sinn und erlauben eine kurze Besprechung der Situation und auch eine kurze Mitteilung der Lage zur Verdeutlichung.

Würde ich davon sprechen, dass ich Sarah getroffen haben und bei ihr etwas nicht geklappt hat, dann würde hingegen der andere die Situation schlicht nicht einschätzen können. Ich müsste Sarah aufwändig beschreiben, was aber auch nicht unbedingt ein präziseres Bild ergibt, wenn ich nicht eine Bewertung für denjenigen durchführe, der nicht dabei war. Und die kürzeste Form der Bewertung ist eben eine Einordnung in die Skala.

Zudem war diese Form der Sprache natürlich auch Ideal für die Bereiche, in denen sich die Pickupsprache entwickelt hat, nämlich für anonyme Internetforen, bei denen man abstrakt bestimmte Situationen besprechen wollte.

Noch einmal kurz zu den Einwänden im Einzelnen:

… nehme ich mir wie selbstverständlich heraus, Frauen offen zu bewerten und dies wird zur normalen Routine. Dabei kaschiert die Bezeichnung “HBx” die Subjektivität meiner Ansicht als objektiv mess- und vergleichbaren Wert. Es wird zur Selbstverständlichkeit, Frauen nach einem internem Punktesystem zu bewerten.

Ich finde es erstaunlich, wie schnell Feministinnen mit solchen Schlußfolgerungen sind und wie selbstverständlich sie eine Bewertung einer Person als etwas schlechtes darstellen, was nur in diesem Bereich erfolgt. Wie reden denn Frauen über Männer? Zumindest ab einem gewissen Alter wird da doch wohl recht schnell die Angabe erfolgen, was er Beruflich macht und diese wird durchaus einen wesentlichen Punkt bilden: „Er ist ein Doktor“ klingt eben besser als „er ist Müllmann“. Und es enthält ebenfalls eine verkürzende Wertung, die umfasst, dass er einen hohen Status hat, dass er über Ressourcen verfügt oder verfügen wird, dass er intelligent ist, dass er Leuten hilft. Bei dem Müllmann wird es dann wohl eher heißen „er spielt in einer Band“ oder was auch immer eine wesentlich bessere „Charaktereigenschaft“ ist, wenn es der eigene Freund ist oder es wird eben auch mit dieser Angabe ein niedriger Status kommuniziert, der als wesentlich für den Partnerwert angesehen wird. Hier wird ebenfalls nicht die Gesamtheit seiner Persönlichkeit aufgenommen, sondern er wird auch insoweit in ein zwar nicht so explizit auf einen Zahlenwert reduziertes System, aber sehr wohl in ein vergleichendes System eingeordnet. Auch hier wird es zu einer Selbstverständlichkeit ihn nach dem internen Punktesystem zu messen, auch wenn der dortige Maßstab diffiziler ist. Das Schema muss deswegen nicht weniger streng sein. Ich würde behaupten, dass – wie Nick ja auch bereits angeführt hat – wir Leute immer in gewisser Weise einordnen und bewerten und sie nach bestimmten Kategorien erfassen.

Natürlich kann dem Picku-Betreibenden auch dennoch das Herz schneller schlagen, wenn er sie sieht und er kann dennoch sie für einen ganz wunderbaren Menschen halten, der ihn aus ganz anderen Gründen interessiert. Es mag dann unromantisch klingen, wenn man statt „sie ist der schönste Mensch der Welt“ anführt, dass sie eine 7 ist und man überlegt, was daraus folgt. Ich behaupte aber mal, dass den meisten Männern diese Doppelbewertung „Ich finde sie unglaublich anziehend, aber sie ist objektiv eine X“ sehr geläufig ist und er sie nicht erst durch Pickup erfährt.

… beziehe ich mich immer dann, wenn ich von einer Frau spreche, nicht auf die Person, sondern auf den objektifizierenden Wert, den ich dieser Person zugeschrieben habe. Eine neutrale Benennung ist so nicht mehr möglich, eine Benennung wird automatisch zur Bewertung.

Natürlich kann man jemanden in ein Wertungssystem einordnen und dennoch als Person wahrnehmen und auch als solchen benennen. Ich kann ja auch von mir sagen, dass ich zB eine 8 bin und mich dennoch als Person wahrnehmen. Es kann sogar sehr heilsam sein, sich selbst bewußt zu machen, das einen andere vielleicht nur körperlich als 5 wahrnehmen und sich demnach realistisch einzuschätzen. Dennoch muss man sich selbst dann nicht als 5 bezeichnen, sondern bleibt ich.

… kann ich nicht mehr von zwei Frauen sprechen, ohne diese vergleichend aufeinander zu beziehen. Zwei individuelle Personen, mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, werden auf einen fiktiven Wert “eingedampft” und nur anhand dieser Eigenschaft miteinander auf- oder abwertend in Relation gesetzt.

Hier muss man vielleicht erst einmal feststellen, dass es nicht per se zwingend erforderlich ist, jeweils die Werte der Frauen zu bestimmen und das bei jeder Frau. Es gibt Taktiken, die man unabhängig von der Schönheit der Frau und ihrem sonstigen Status besprechen kann, etwa die Frage, was ein guter indirekter Opener wäre oder wie man auf einen Shittest reagiert. Natürlich spielt aber eben in viele Situationen eine solche Bewertung hinein und das eventuell auch in der Bewertung zweier Frauen zueinander.

Ein Beispiel aus der Pickupliteratur ist, dass es einerseits günstig sein kann, bei einer Gruppe von Frauen zunächst nicht die Frau, für die man sich eigentlich interessiert, anzusprechen, sondern diese eher zu ignorieren und die übrigen Frauen anzusprechen. Dies kann den Vorteil haben, dass es zum einen ein Neg ist, zum anderen aber auch verhindert, dass deren „Bitchshield“ sogleich anspringt. Bei Frauen gleicher Schönheit kann hierdurch zudem der Effekt eintreten, dass man einen gewissen Wettkampf zwischen ihnen verursacht („warum will er die und nicht mich“). Ist das Ziel hingegen eine 9 und die Freundin eine 6, dann kann es auch sein, dass die 9 denkt „Ach, da hat sie endlich mal einen, der sich für sie interessiert, da lass ich die Finger von“ bzw. das die Freundin, die eine 6 ist, sich zu schnell verliebt und dann extrem sauer ist, wenn sich dann herausstellt, dass man sich doch für die 9 interessiert. Andere Varianten sind, dass das Geburtstagskind in einer Frauenrunde in diesem Moment einen höheren Status hat und entsprechend einbezogen werden muss, damit sie nicht das Gefühl hat, dass man stört und entsprechend interveniert. Zudem neigen nach Meinung einiger im Pickupbereich Frauen mit einem großen Unterschied zum Rest der Gruppe, also etwa eine 5 neben einer 8 eher zum Cockblocken, sei es weil sie eine Art Wächterfunktion übernehmen, sei es weil sie auf diese Weise zu Gunsten ihres Egos auch gut Männer ablehnen können und so eher überspielen können, dass diese eben eher mit ihren Freundinnen flirten. Im Feminismus kommt da vielleicht der Gedanke dazu, dass eine solche Wertung immer rein subjektiv ist, und damit keinerlei Wert hat. Tatsächlich sind sich aber die meisten Männer durchaus einig, was eine 6 und was eine 9 ist, auch wenn die Bewertungen etwas schwanken können. Der Wert ist insofern häufig keineswegs fiktiv, wenn auch die Bewertung natürlich durchaus angreifbar ist. Natürlich kann man in einem Gespräch auch schlicht auf die Bezeichnungen verzichten und sie in Schema wie sehr schön/schön/sieht okay aus etc einordnen. Tatsächlich habe ich mit anderen bisher nie eine Formulierung wie „HB8“ gebraucht, bin aber auch nicht in entsprechenden Foren attraktiv. Einen Zahlenwert ohne HB habe ich hingegen durchaus schon in Gesprächen benutzt, weil es eben eine sehr einfache Form ist bestimmte Punkte zu kommunizieren.

… normalisiere und rechtfertige ich diese Sprachhandlung bei jeder Wiederholung.

Da diese „Sprachhandlung“ eh nur in einem „Fachgespräch“ eine Rolle spielt und vielleicht noch indirekt bei einer abstrakten Eigenbewertung der Lage, muss sie auch nicht pausenlos wiederholt werden. Es geht eigentlich in der Theorie eher darum, dass überhaupt ein Bewußtsein geschaffen wird, welche Auswirkungen diese Unterschiede machen können und wie sie eine Flirtsituation beeinflussen können. Abseits dieser Überlegungen kann man das „HB7“ ruhig als Julia, Andrea oder Nicole bezeichnen.

… entscheide ich mich bei jeder Wiederholung gegen eine neutralere Bezeichnung (z.B. “Person A/Person B” oder die namentliche Benennung der Person) oder eine subjektiver gekennzeichnete Schilderung der Situation (z.B. “die Person, die ich anziehender fand”).

„Die Person, die ich anziehend fand“ mag eine sehr neutrale Bezeichnung sein, die aber in der Analyse viele Fragen offen lässt. Es sagt rein gar nichts über sie als Person aus, lässt einen keine Mutmaßungen anstellen, erlaubt einem weitaus weniger die Gruppendynamiken abzubilden. Damit genügt eine Bezeichnung als „Person A“ auch den Anforderungen, die damit im Pickup gestellt werden keineswegs. Wobei ich mich ja Frage, ob die Bezeichnung als „A“ oder „B“ hier wirklich so viel persönlicher wäre, da diese dann in Flirtsituationen auch auf Buchstaben reduziert werden. Ich vermute mal Muschimietze hat auch ganz bewußt die Langform „Person A“ geschrieben, um zu betonen, dass man sie weiterhin als Person wahrnimmt. Was aber auch Sprachlich sehr kompliziert ist.

Interessant ist hier auch wieder die Abneigung gegen eine wertende Indivualität. Die interessante Person darf „Person A“ sein, aber eben nicht eine 7, was eigentlich wesentlich mehr über sie aussagt als die absolut abstrakte Betrachtung als A.

Als kurzes Fazit: Die Bezeichnung mit wertenden Nummern mag vielen albern und pubertär erscheinen, im Feminismus wird man zu stärkeren Vokabeln und stärkeren Wertungen neigen, sie erfüllt aber tatsächlich eine gewisse Funktion, die anderweitig nicht in dieser Weise und in dieser Kürze umgesetzt werden könnte. Sie berücksichtigt zudem, dass menschliche Interaktionen nicht neutral erfolgen, sondern nach Hierarchien, Möglichkeiten, Wert auf dem Partnermarkt etc.

„Pickuper machen ihr Selbstwertgefühl von der Bestätigung von Frauen abhängig“

Der Mädchenblog greift Pickup auf (via Onyx) und beklagt, dass sich dort der Wert des Mannes nur danach bestimmt, ob er Frauen rumbekommt:

Diese unreife Einstellung „Ich bin nur was wert, wenn ich möglichst viele scharfe Weiber rumkrieg“ macht das Selbstwertgefühl doch wiederum immer noch abhängig von – Frauen. Wie bei Frauen, die meinen, sie seien nur etwas wert, wenn sie von möglichst vielen Typen angehimmelt werden. Auf dieses Niveau wollt Ihr? Ernsthaft?
Da gibt’s doch (drehn wir’s mal um) in Russland diese Kurse für Frauen, wo ihnen beigebracht wird, wie man sich stylen/verhalten/blahblubb muß, um sich irgendeinen reichen alten Knacker zu sichern. Dasselbe in grün.
Und sowas soll dann selbstbewußt und würdevoll sein? Wirklich?

Das ist ein häufiger Vorwurf, der auch gerne in der Form kommt:

Pickup stellt Frauen erst recht auf das Podest, weil sie der Lebensinhalt jeden Pickupers sind, weil er sich nach ihren Wünschen, Vorstellungen, Vorlieben richtet und damit letztendlich sie die wichtigsten sind.

Aus meiner Sicht ist das ein reichlich unstimmiger Vorwurf. Denn Sex mit Frauen, das Erobern von Frauen, dass alles kann eben durchaus Spass machen, ebenso wie eine Beziehung oder eine Partnerschaft mit Frauen. Es gibt keinen Grund, sich in dieser Hinsicht nicht zu verbessern und es gibt auch keinen Grund, warum man nicht auch diesen Teil des Lebens zu seinem Hobby machen kann.

Hängt das Selbstwertgefühl ansonsten auch an einem Hobby? Muss ein Fußballspieler das Selbstwertgefühl von seinem Spielkönnen abhängig machen, muss er sich immer sagen, dass er nur etwas wert ist, wenn alle anderen Spieler ihn bewundern?

Aus meiner Sicht nicht. Natürlich kann dies der Fall sein. Einige nehmen das Spiel zu ernst und verbinden damit tatsächlich ihren Wert als Mensch. Viele spielen aber einfach gerne Fußball, wollen die Herausforderung, mögen die Endorphine der körperlichen Herausforderung, des erfolgreichen Torschusses, des Zusammen- aber auch Gegeneinanderspielens. Niemand würde hier von vorneherein sagen, dass jeder, der sich mit Fußball beschäftigt per se das Gefühl braucht, den Gegner auszuspielen, dass er seinen Selbstwert davon abhängig macht, dass ihm das gelingt, dass er nur angehimmelt werden möchte. Er kann auch viele andere positive Seiten aus dem Spiel ziehen, von körperlicher Fitness bis zu dem Gefühl Teil einer Mannschaft zu sein und mit anderen Spass zu haben.

Genauso kann ein Pickuper einfach gerne mit Frauen schlafen und die Herausforderung mögen, sie zu erobern, er kann seinen Umgang mit Frauen an sich verbessern wollen, er kann das Gefühl mögen, dass Frauen ihn positiv und sexuell wahrnehmen oder er kann auch einfach nur Dynamiken in einer Beziehung nachvollziehen wollen. Das er dazu die diesbezuglichen Regeln studiert und anwendet ist nicht ungewöhnlich: Der Torwart wird sich mit seiner Technik, aber auch mit den Möglichkeiten des Stürmers beschäftigen. Er wird sich mit Taktiken beschäftigen, wann es günstiger ist, aus dem Tor hinauszulaufen und wann es günstiger ist, im Tor zu bleiben. Er wird sich damit beschäftigen, wie man Ecken zumacht und wo man steht und er wird auch die Eigenarten bestimmter Stürmer einplanen ebenso wie diese seine einplanen. Obwohl er sich mit dieser Theorie beschäftigt sind die Eigenarten der Stürmer und deren Verhalten nicht da wichtigste für ihn und Stürmer seine Götter und sein Lebensinhalt. Er kann dennoch Spass am Spiel haben.

Dabei muss auch nicht jedes Spiel austauschbar sein, bestimmte Spiele können eine besondere Bedeutung haben oder andere Situationen beeinhalten, Mannschaften auf die man sich einlassen muss, gegen die es schwieriger oder leichter ist. Das es immer eine nächste Mannschaft gibt gegen die man spielt, macht die gegenwärtige Mannschaft gegen die man spielt, nicht unmenschlich oder zu einem reinen Objekt, an dem man seine Fußballlust befriedigt.

Genauso kann im Pickup natürlich auch jede Frau etwas anderes sein, eine Herausforderung, ein angenehmer Gesprächspartner, jemand, mit dem man gar keine Chemie hat oder jemand, mit dem man sich die Bälle wunderbar hin und herspielen kann, bei dem man das Gefühl hat, dass der andere das Spiel ebenso gut spielt wie man selbst und es beiden Spass macht. Und: Gerade dadurch, dass er die Regeln des Spiels versteht und etwas Technik entwickelt hat, kann das Spiel auch schlicht mehr Spass machen. Weil ein Spiel, indem man schlecht ist, in dem es vom Zufall abhängt, ob etwas gelingt, indem immer wieder etwas schief geht und indem man das Gefühl hat, dass der andere einfach nicht einzuschätzen ist, eben weniger Spass macht.

Ja, Sex mit Frauen einfach so kann Spass machen. Nein, damit macht man sie nicht per se zum Objekt.

Der Unterschied zum alten Knacker ist auch, dass man sich ja nicht auf jemanden einlassen muss, den man eigentlich nicht mag. Man könnte hier eher das Bild bemühen, dass eine Frau lernt, wie man flirtet, wie man sich zurechtmacht, wie man einen guten Körper bekommt, damit sie auch tatsächlich einen Partner bekommt, der ebenfalls sexy ist, witzig ist und zu ihr passt. Das klingt natürlich weit weniger schlimm als Frauen, die sich von reichen alten Herrn nehmen lassen, um an deren Geld zu kommen.

Aber es verletzt eben auch die Vorstellung, dass Liebe etwas reines ist, was einfach so passiert, zwei Seelen, die zueinander schweben und sich vereinen. Dies wird ersetzt durch Punkte, die anstrengend sein können, die man lernen muss, die anderen deutlich machen, dass sie diese nicht erfüllen. Es macht Liebe und Begehren zu einem gewissen Teil berechnbar und berührt damit wichtige Warnsignale vor Betrug. Und der Betrüger muss eben in ein schlechtes Licht gestellt werden, eine arme Wurst, die kein Selbstvertrauen hat und den Betrug braucht.

Das  muss aber schlicht nicht der Fall sein. Auch soziales Verhalten ist zu einem Teil erlernbar und damit kann ein tatsächlicher Entwicklungsschritt verbunden sein. Das muss einen nicht verzweifelt machen. Man muss auch, wenn man sich mit Pickup beschäftigt, nicht per se verzweifelt Frauen aufreißen und das auch schon gar nicht für immer. Man kann sich zB auch eine bestimmte Zeit ausleben, lernen, einfach so Sex haben und dann auf eine Beziehung umstellen. Oder man überspringt diese Phase und flirtet einfach gleich mit dem Ziel einer Beziehung.

Sicherlich: Gerade die Leute, die etwas sehr exzessiv betreiben und darin sehr gut werden, entwickeln häufig das Gefühl, dass ihre schlechteren „Gegenspieler“ einfach und schlicht sind und dann auch austauschbar. Der „Fluch des Players„.

Niemand zwingt einen aber in diese Gegenden vorzustoßen.

Überblick: Pickup und Game

1. Allgemeine Grundlagen

2. Bestimmte Techniken

3. Pickup und Beziehungen und Komfort

4. Kritik an Pickup

5. Pickup und ich & Pickup und andere

6. Reguläres Flirten

7. Pickup und Wissenschaft

8. Videos etc von Pickupern

9. Anekdoten

10. „Nice Guys“

11. Nein heißt Nein

12. Vermischtes

„Ein negatives Verhältnis zur eigenen Sexualität oder gar sexuelle Minderwertigkeitsgefühle wirken auf viele Frauen abstoßend“

Auf dem Blog „Der lange Weg zum ersten Mal“, der Pickuptipps für „Absolute Beginner„, also Erwachsene, die in einem Alter, wo viele schon Sex und Beziehungen hatte, diese noch nicht hatte, gibt, befindet sich ein interessanter Kommentar einer Leserin zu sexueller Unerfahrenheit:

Ich würde die Ausführungen zum Pick-Up gerne aus der Perspektive einer Frau kommentieren. Ich weiß, dass Männer unter sexueller Unerfahrenheit häufig noch stärker leiden als Frauen, und ich finde es mehr als legitim, etwas dagegen zu unternehmen. Aber ich glaube trotzdem, dass PU der falsche Weg ist und dass die Annahme, sexuelle Unerfahrenheit sei der größtmögliche Attraktivitätskiller (vgl. den Beitrag zum Thema “Coming out als AB”), auf einem Missverständnis beruht.

Tatsache ist, dass ein negatives Verhältnis zur eigenen Sexualität oder gar sexuelle Minderwertigkeitsgefühle (und Minderwertigkeitsgefühle überhaupt, vor allem wenn sie auch noch offen zur Schau gestellt werden) auf viele Frauen – mich eingeschlossen – abstoßend wirken, und zwar selbst dann, wenn man den Betreffenden sonst durchaus sympathisch findet. Und natürlich ist es extrem schwer, ein positives Verhältnis zur eigenen Sexualität zu entwickeln, wenn man immer wieder die Erfahrung macht, bei Frauen sexuell nicht anzukommen.

Die PU-Szene vermittelt Männern jedoch eine Haltung zu Sexualität, die dieses Problem nur oberflächlich kuriert. Ich spreche aus Erfahrung, denn ich war selbst einige Monate mit einem Mann zusammen, der auf diesem Weg versucht hat, seine sexuelle Attraktivität zu steigern. Er hat es tatsächlich geschafft, sehr schnell – schneller, als ich es bei einem Kennenlernen erwartet oder mir gewünscht hätte – eine sexuelle Beziehung mit mir zu initiieren. Aber der Sex mit ihm hatte etwas merkwürdig Mechanisches (obwohl er alles geradezu lehrbuchartig gemacht hat), war „ohne Herz“, ohne echte Intimität. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich ihm dabei wirklich begegne, und das war es, wonach ich mich gesehnt hatte. Natürlich habe ich keinen Beweis dafür, dass es am PU-Training lag (von dem er mir am Anfang auch nichts erzählt hat – klugerweise, wie man wohl sagen muss). Aber nach dem, was ich über PU gelesen habe, wird den Männern dort leider nicht das vermittelt, was Frauen, die an einer echten Beziehung – im Gegensatz zu einem ONS oder einem Freund, der vor allem als Statussymbol dienen soll – interessiert sind, sich wünschen: Jemanden, der im Kontakt zu seinen eigenen Emotionen steht und Sexualität als Medium emotionaler Kommunikation einsetzen kann. Insofern würde ich allen männlichen ABs eher raten, eine klassische Sexualberatung (z.B. von pro familia) aufzusuchen, die – hoffentlich – einen ganzheitlicheren Ansatz verfolgt.

PU (und meines Erachtens auch dieser Blog, lieber Autor) lebt von Halbwahrheiten. Ja, Frauen – selbst solche, die in erster Linie auf innere Werte stehen – mögen keine Looser-Typen. Aber die Looser-Ausstrahlung entsteht durch nicht durch die sexuelle Unerfahrenheit als solche (ich wüsste beim besten Willen nicht, was mich daran anekeln sollte), sondern durchs Jammern, durch Passivität, Selbstmitleid, fishing-for-compliments etc. Wer es schafft, das zu überwinden, kommt nach meiner Erfahrung bei Frauen auch ohne spezielle Verführungstechniken gut an.

Mich interessieren dabei weniger die Ausführungen zu Pickup – wie so meist in Pickup-Kritik wird hier nicht bedacht, dass Pickup nicht nur auf Attraktion abstellt, sondern auch auf Komfort – sondern die Passagen zu den Anforderungen von Frauen und den Wirkungen sexueller Unerfahrenheit.

Hier werden starke „Anti-Game“-Mechanismen aufgeführt, die bei evolutionärer Einordnung auf einen geringen Partnerwert bzw. Sexual Market Value (SMV) schließen lassen.

  • negatives Verhältnis zu eigenen Sexualität
  • sexuelle Minderwertigkeitsgefühle
  • Jammern
  • Passivität
  • Selbstmitleid
  • Fishing for Compliments
  • Needyness in Bezug auf Sex
  • Entitlement („so langsam steht mir eine Frau zu“)
  • Frau wird nicht als emotionale Verbindung, sondern als reines Statussymbol gewollt (aber gleichzeitig dabei aufs Podest gestellt)
  • keine hinreichendes Interesse an einer emotionalen Verbindung.
  • kein „willing to emote“

Viele dieser Mechanismen sind Indikatoren dafür, dass andere Frauen nicht an einen interessiert sind und man auch ansonsten keinen Status hat.

Das Gemeine an diesen Faktoren ist, dass sie sich gegenseitig verstärken können. Wer keinen Erfolg beim anderen Geschlecht hat, der entwickelt Minderwertigkeitsgefühle, verkrampft, Jammert, meint, dass ihn „die Frauen“ doch nun langsam mal besser behandeln müssten, entwickelt negative Gefühle gegenüber Frauen, wertet sie ab und kann noch weniger eine Verbindung zu ihnen eingehen.

In diesem Fall hilft wohl nur, eine vollkommen neue Perspektive auf sich selbst und Frauen zu gewinnen, damit man aus diesem Kreislauf ausbrechen kann. Das ist allerdings verdammt schwer

„Ich habe einen Freund“ beim Flirten

Viele, gerade hübsche, Frauen sind häufig in der Situation einen unerwünschten Verehrer loszuwerden. Als effektiv hat sich hier die Aussage „ich habe einen Freund“ gezeigt, ob man einen hat oder nicht.

Die Effektivität liegt aus meiner Sicht darin, dass es einen Grund vorgibt, der nicht in der Person des Verehrers liegt und bei dem man ein unlauteres Verhalten ihrerseits fordern muss, damit sie über ihn hinwegkommt.

Andere Gründe hingegen laden eher dazu ein, noch einmal nachzuhaken:

Er: Hey, kann ich dich zu einem Drink einladen?

Sie: Ich bin nicht durstig

Er: Na, dann können wir auch einfach so reden

****************

Er: Hey, wie geht´s?

Sie: Ich bin nicht interessiert

Er: Noch nicht, aber du kennst mich ja auch noch nicht

****************

ER: Hallo, ich heiße [Name]

Sie: *Starrer Blick geradeaus*

Er: HALLO, ICH HEISSE [Name], GANZ SCHÖN LAUT HIER ODER?

****************

Der Verweis darauf, dass sie einen Freund hat, ist zudem auch nicht per se unfreundlich, es gibt ihr einen guten Grund ihn abzulehnen, ohne dass er sich beleidigt fühlen muss, so dass er auch nicht provoziert werden kann wie bei anderer unfreundlicherer Ablehnung. Es liefert einen Grund außerhalb der beiderseitigen Macht, weil Liebe an sich in romantisierter Vorstellung eben für jeden anderen die Chance kaputt macht. Zudem stellt es eben auch noch einen potentiellen Mann in den Raum, der intrasexueller Konkurrenz hinzukommen lässt.

Im radikalen Feminismus gilt diese Aussage jedoch als Zeichen dafür, wie sehr die Rape Culture und die Unterdrückung der Frau in unsere Gesellschaft verankert ist.

Verschiedenste feministische Artikel greifen dies auf  und die Argumentation kurz zusammengefasst lautet wie folgt:

Male privilege is “I have a boyfriend” being the only thing that can actually stop someone from hitting on you because they respect another male-bodied person more than they respect your rejection/lack of interest

Oder etwas länger:

The idea that a woman should only be left alone if she is “taken” or “spoken for” (terms that make my brain twitch) completely removes the level of respect that should be expected toward that woman.

It completely removes the agency of the woman, her ability to speak for herself and make her own decisions regarding when and where the conversation begins or ends. It is basically a real-life example of feminist theory at work–women (along with women’s choices, desires, etc.) being considered supplemental to or secondary to men, be it the man with whom she is interacting or the man to whom she “belongs” (see the theory of Simone de Beauvoir, the story of Adam and Eve, etc.).

Nicht immer bringt die Gegenprobe etwas, hier scheint sie mir jedoch zu passen: Ich behaupte einfach mal, dass auch bei einer Frau, die an einem Mann interessiert ist, die Aussage, dass er eine Freundin hat, mit das effektivste sein kann, wenn er nicht interessiert ist. Und „Hat der eigentlich eine Freundin?“ dürfte auch eine Frage sein, die viele Frauen als erste an einem Mann interessiert, den sie gut finden. Ersetzt hier der Wille der Freundin und die Vorstellung wem der Mann „gehört“ den Willen des Mannes? Auch hier wird wohl eher der Gedanke stoppen, dass man damit etwas unmoralisches verlangt und sich in eine bestehende Beziehung einmischt und insoweit eher die „böse“ ist. Man macht sich einfach allgemein angreifbarer, wenn man versucht jemanden den Freund/die Freundin auszuspannen als wenn man versucht jemanden zu überreden, etwas mit einem anzufangen. Bei der ersten Version ist man recht unstreitig der „böse“ und droht insofern auch eher an Gesicht zu verlieren, bei der zweiten Version ist man es nicht unbedingt. Es ist weitaus akzeptierter etwas hartnäckig zu sein als eine Beziehung auseinander zu bringen.

Zu dieser Wertung kann man im radikalen Feminismus natürlich nicht kommen, denn dort hat man nur eine Sichtweise: Dieses Verhalten muss Mißbilligung gegenüber Frauen ausdrücken und eine Unterordnung dieser unter Männer begründen. Es ist insofern zwangsläufig als Entitlement zu sehen. Wer Sexismus finden will, der kann ihn eben überall finden.

Weil es eine so effektive Abwehr ist, ist es auch eine gern genutzte Variante des „Bitchshields“. Darunter versteht man im Pickup eine standardisierte Abwehr von Bewerbern, die von Frauen genutzt wird, die zu viele Bewerber haben oder gerade keinen Wollen und diese deswegen erst einmal reflexmäßig abwehren. Sie geben sich besonders kalt um so die Zeitdauer, die sie für das „Loswerden“ eines Interessenten brauchen möglichst zu verkürzen. Auch bei Unsicherheit bietet es sich als effektiver Mechanismus an.

Der Vollständigkeit halb daher noch einmal Tipps, wie man damit theoretisch umgehen könnte:

Wenn man davon ausgeht, dass sie tatsächlich einen Freund hat, dann sollte man sich erst einmal fragen, ob man sich da einmischen sollte.

Ist man der Meinung, dass sie keinen hat oder sieht man darin für sich kein moralisches Problem, dann kann man es als Shittest behandeln. Gängige Taktiken wären, es einfach zu ignorieren („Herzlichen Glückwunsch! Wie ich gerade sagte…“) es zu reframen und als Gelegenheit nutzen sexueller zu werden und dabei gleich seine Absichten ehrlich darzustellen („trifft sich gut, ich suche gerade auch nichts festes und keine Frau, die sich verliebt“) oder ähnliches: Dazu noch ein paar Funde aus dem Netz:

Hier:

Woman: I have a boyfriend

Future: That’s cool.  Does he treat you nice?

Woman: Yes

Future: Oh.  [Pause].  I wouldn’t.  [Continue conversation]

Hier:

HB: Sorry, but I have a boyfriend.
You: *Laughing* Hey, I just met you and you are already telling me about your problems:)?

ASF: „If I ask her to meet me somewhere and she says „But I have boyfriend“, I answer with „If he makes you happy, then you could bring him along.“ Then I ask, „Does he make you happy?“. I decide if I should follow up based on the response. Most have had some complaints about him which gives me something that I can work with later and a topic of discussion.“

ASF: „[One reason she might be saying she has a BF is that] she really does have a BF, likes you, but doesn’t want to feel guilty about cheating on her BF. This is classical „chick logic“ at work here and is good, because it means you are on your way to a fuck, even in spite of the BF… Basically this happens because she thinks that if she tells you about the BF now, she can relax and let you you fuck her anyways, since its „not her fault now“ that she fucked you, because, she *did* tell you about the boyfriend, and you ignored it, ie. she „had no choice in the matter“.“

HER: I have a boyfriend.
ME: That’s nice … so anyway ….
REASONING – ignore the topic and so will she.

Her: „I have a boyfriend“
You: „Thats *good* – I’m not really looking for a girlfriend either:)“

In der Tat kann der Umstand, dass sie einem mitteilt, dass sie einen Freund hat, verschiedenes bedeuteten:

  • Sie will einen loswerden
  • sie hat einen Freund und liebt ihn
  • sie hat einen Freund und ein schlechtes Gewissen, findet einen aber interessant. Dann muss man entscheiden, ob man sich darauf einlässt. Ein Zeichen dafür ist, dass man vorher geflirtet hat, und sie Interesse signalisiert hat und der Hinweis darauf, dass sie einen Freund hat, sehr spät kommt.
  • sie hat einen Freund und will mitteilen, wie die Situation ist, damit man Bescheid weiß, auf was man sich einlässt und diskret ist oder versteht, dass es nicht ganz einfach wird, zB weil es schlecht läuft, sie erst Schluss machen muss etc.

In den ersten beiden Fällen stehen die Chancen schlecht, in den letzten beiden kann ignorieren eine effektive Strategie sein. Die Antworten machen auch deutlich, dass man die damit verbundene Wirkung der sozialen Regeln, dass man sich nicht in Beziehungen einmischt, einfach von sich weist. Das „Über den Regeln stehen“ ist aber ein klassisches Zeichen hohen Status, was attraktiv sein kann. Zudem erlaubt man ihr diesen Faktor im Wege der Rückwartsrationalisierung auszublenden: Wenn er ihn nicht wichtig findet, dann muss es wohl nicht so wichtig sein.

All dies klappt natürlich nicht, wenn sie einen Freund hat, den sie liebt oder sie einen selbst nicht mag. Und es kann einen natürlich auch schlicht als ein Arschloch dastehen lassen, der vergebene Frauen anmacht. Wobei die Gefahr recht gering ist, wenn man ansonsten mit dem passenden Charme auftritt.

Julien Blanc und Pickup

Monentan sorgt ein Pickup-Ausbilder von RSD (Real Social Dynamics), Julien Blanc, für Aufregung. Er soll Tipps gegeben haben, nach denen man einfach zu Frauen hingeht und ihren Kopf in den eigenen Schritt in Simulation eines Blowjobs drückt.

Feministinnen sehen darin, dass solche Seminare angeboten werden einen Nachweis bzw. eine erneute Bestätigung der Rape Culture und rufen dazu auf, Veranstaltungen überall zu stören, wo er auftreten will.

1. Material zu Julien Blanc

Dass Video, in dem er dies macht, ist wohl inzwischen leider gelöscht, ich habe nur noch diese Ausschnitte gefunden:

Aus dem Video:

When you go to Tokyo…if you’re a white male, you can do what you want. Just grab her, pull her in. She’ll giggle. Just say PIKACHU or POKEMON or something to take the pressure off. I’m romping through the streets (of Tokyo) just grabbing girls and it’s like (motions) head on dick (pfft) head on dick, yelling ‘PIKACHU’ with a Pikachu shirt on…Every foreigner who is white does this. When you see that one foreigner in the crowd in Tokyo and your eyes will lock and you know that he knows and he knows that and it’s this guilty look like you both fucked a hooker or something.

Hier beschreibt er zunächst, dass man sich als weißer Ausländer in Japan wohl so ziemlich alles erlauben kann und das er deswegen dazu übergegangen ist, sehr sehr direkt zu sein auf die oben geschilderte Art.

Ich finde sein Verhalten dort stark übergriffig, wenn es wirklich Leute sind, die er gerade erst auf der Straße getroffen hat, es also keine vorherige Interaktion gegeben hat, in dem sie Interesse gezeigt haben. Selbst dann wäre es immer noch stark übergriffig, je nachdem wie viel Druck er ausübt.

Sicherlich kann dies durchaus effektiv sein, weil ein paar der Frauen bei solchen Handlungen vielleicht dieses dominante Verhalten durchaus anziehend finden und rückwärts rationalisieren, dass er was haben muss, wenn sie so mit sich umgehen lassen. Zumal er abgesehen von diesen Videos in anderen Videos durchaus Charme hat und selbstsicher wirkt. Ich kann mir vorstellen, dass er es eher verkaufen kann als andere, was aber dennoch die Übergriffigkeit nicht rechtfertigt.

Ich habe in ein paar Videos von ihm reingeschaut, auf der Suche nach dem beanstandeten Material und er scheint abgesehen von seinem Japanausflug relativ normales Pickup zu verwenden.

Hier gibt er vernünftige Ratschläge, nach dem was ich gehört habe ist es alles auch nicht übergriffig. Er scheint eher ein gutes Auftreten zu haben.

Auch hier habe ich nichts besonderes entdeckt:

Anderes Material spricht dafür, dass er eine starke Dominanz-Schiene fährt, mit einem sehr autoritären und auch beleidigenden Ton, der sehr herausfordernd ist. Eine Menge Push-Pull, alles sehr schnell, so dass auch hier weil sie keine Zeit zu reagieren hat, eine Rationalisierung eintreten kann, dass er einen hohen Status hat und man das so akzeptiert hat. Auch dies ist kein Stil, den ich gut finden würde. Aber die Ego-Nummer, in der man selbst großartig ist, alles machen kann, alle Kritik weglächelt, habe ich auch – wenn auch in milderer Form und weit weniger aggressiv – schon in Aktion gesehen und sie klappt durchaus.

Ich bin dafür etwas frecher zu sein als man eigentlich normalerweise ist. Ich bin dafür auch durchaus sexuell und herausfordernd zu sein. Und die passenden Signale vorausgesetzt kann man auch einiges recht spontan machen. Sie niederzumachen finde ich jedoch falsch. Es würde mich interessieren, wie Frauen seine Interaktion erleben, also ob sie es witzig und frech finden oder zu einem großen Teil einfach nur aufdringlich. Bei der oben gezeigten Verkäuferin und den älteren Frauen wirkte es auch mich eher aufdringlich und so als würden sie nicht wissen, was sie machen sollen.

2. Julien Blanc Pickup als „Troll Game“

Auf „Return of Kings“ findet sich ein Text dazu, in dem seine Art Pickup zu betreiben, wie folgt beschrieben wird:

In her video, #TakeDownJulienBlanc creator Jennifer Li says:

What is messed up about this guys behavior is that one – he knows that what he is doing is wrong because he says in his video, “I didn’t know how much I could get away with,” and you don’t say I’m going to get away with something , if you don’t think that what you’re doing is wrong.

“I didn’t know how much I could get away with,” is  the voice of a child who was never taught boundaries. It is the voice of a child who never had a father to teach him right from wrong, or to give him meaningful challenges by which to discover the limits and abilities of his own powers.

Other RSD coaches have said that for Julien, the drama is the sex. Julien will actually continue to fuck with a girl he knows will go home with him because he enjoys creating an emotional roller coaster that more than getting laid. If that doesn’t sound like behavior learned from women, I don’t know what is.

Years before #TakeDownJulienBlanc, Julien made videos where he said his favorite way to open girls was to point and call them a dog. While this opener would offend women, it got their attention. Julien’s game is to troll women and then win them over by reframing his actions. If you’re offended by what he does, congrats, his game worked.

When Jezebel did a hit piece fellow RSD coach Jeffy Allen, Julien was jealous because he wanted to be the subject of that much drama. He emailed offensive messages to Jezebel editors hoping they’d cover him. I have no doubt that Julien is relishing much of the controversy that surrounds him now. No one would give him attention when he was a fatherless young man who wanted girls to talk to him, and now he’s got his own hashtag.

Das ist eine der Erfahrungen die man in dem Bereich häufiger macht: Es ist erstaunlich, mit wie viel man durchkommt, wie folgenlos bestimmte Sachen bleiben und das Frauen vieles davon auch einfach gut finden, es als Zeichen davon sehen, dass man selbstbewußt genug ist um soziale Regeln zu brechen, dass man genug Status hat, um über den Regeln zu stehen. Wir sind in einem Netz sozialer Ängste gefangen, die daraus entstanden sind, dass man wesentlich bekannter in seinem Umfeld war als in der heutigen anonymen Welt und sich schlechtes Verhalten damit erheblich nachteiliger auswirken konnte. Wenn man das übertreibt, dann kann man wie wohl Julien Blanc, einfach die Reaktionen der anderen ausblenden, sie für unwichtig erklären, und sich alles erlauben. Man schockiert damit, was man sich erlaubt um danach wieder relativ normal aufzutreten als wäre nichts passiert. Übrig bleibt bei den einen Verärgerung, bei den anderen die Einschätzung, dass man wohl jemand ist, der das darf. Gerade wenn man vorher ein Außenseiter war, dann kann das vielleicht zusätzlich befreiend wirken, weil es tatsächlich eine Form sozialer Macht ist. Allerdings um die Beeinträchtigung anderer erkauft.

3. Muss man deswegen gegen Pickup sein oder ist damit Pickup insgesamt abzulehnen?

Die Elemente, die Julien Blanc unangenehm und übergriffig machen, sind keine essentieller Bestandteil von Pickup. Sie entsprechen nicht kaum aus der Theorie herauszulösenden Elementen wie etwa dem Patriarchatsbegriff im Feminismus.

Man kann problemlos auf sie verzichten. Viele Ausrichtungen im Pickupbereich gehen in eine ganz andere Richtung, etwa indem man in „indirekt Game“ wesentlich zurückhaltender auftritt und eher einen Vorwand hat. „Direct Game“, bei dem man zusätzlich sehr aggressiv auftritt, ist insofern eine besondere Spielart von Julien Blanc, die sicherlich auch andere vertreten, die man aber nicht anwenden muss. Es steht jedem frei, Pickup auf eine Art zu praktizieren, die nicht erfordert, dass man die Köpfe von Frauen in den eigenen Schoss drückt.

4. Sollte man jetzt alle RSD-Seminare stören?

RSD ist eine große Gesellschaft, in der ganz verschiedene Stile zusammenkommen. Darunter sind genug, die einen vollkommen anderen Stil vertreten als das extreme Verhalten von Julien Blanc.

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