Partnerwahl: „Am Ende bekomme halt keiner, was er will“

Auf dem Blog „Modeste“ geht es um die Diskrepanz zwischen Ideal und Wirklichkeit in der Partnerwahl und die sich daraus ergebenden Spannungen. Die Frau würde zwar auf einen bestimmten Typ stehen, aber häufig mit einem anderen zusammen kommen:

“Es liegt also nicht an der Gesellschaft?”, frage ich nach und kratze den letzten Rest Joghurt aus meiner Schüssel. “Ah, was.”, kommt es postwendend zurück. Man wolle es ja gar nicht anders. Denn mit einem männlich-wagemutigen Draufgänger, einem Porschefahrer und Herrenreiter etwa, könne man doch faktisch gar nichts anfangen. Würde der Porschefahrer mit einem Babybjörn durch den Volkspark laufen und mittels einer Arbeitszeitverkürzung auf 80% pünktlich seinen Nachwuchs aus der Kita holen? Wäre der hemmungslose Tänzer und Küsser bereit, jeden zweiten Samstag einzukaufen und regelmäßig seine Schwiegermutter von Charlottenburg nach Mitte zum Arzt zu bringen, weil seine Freundin am Dienstag regelmäßig einen Abendtermin hat und das deswegen nicht schafft? Erfahrungsgemäß lassen die Helden der Nacht einen tagsüber ja nicht einmal ausreden und hören überdies selten zu

Hier könnte man die Unterschiede zwischen der sexuell ansprechenden und aufregenden Kurzzeitstrategie und der häufig etwas weniger anregenden, dafür aber mit mehr Wohlfühlpotential ausgestalteten Langzeitstrategie sprechen. Natürlich können beide Strategien teilweise in einer Person zusammenfallen, aber daraus resultiert eben ein hoher Partnerwert, der sehr begehrt ist, so dass die meisten Leute Kompromisse machen müssen.  Interessant wäre eben auch, dass der Porschefahrer einen gewissen Teil seines Reizes verlieren kann, wenn er zu bodenständig wird, den Porsche nicht mehr hält, weil er unpraktisch ist und auch zu teuer etc.

Das Fazit im Blog:

Was der K. vorbringt, so will mir scheinen, hat wenig mit den in dem Artikel angesprochenen jüngeren Veränderungen im Verhaltensmuster des europäischen Mannes, sondern mehr mit einer grundsätzlichen Abweichung von erotischem Wunsch und alltäglicher Brauchbarkeit zu tun.

Ich würde es als Abwägung zwischen verschiedenen Strategien sehen, die aber eine gewisse Überschneidung mit Brauchbarkeit und Alltagsfähigkeit haben.

Romantische Liebe in einer Langzeitbeziehung

Über Erwin Schmidts Blog bin ich auf diesen interessanten Artikel gestoßen:

This article examines the possibility that romantic love (with intensity, engagement, and sexual interest) can exist in long-term relationships. A review of taxonomies, theory, and research suggests that romantic love, without the obsession component typical of early stage romantic love, can and does exist in long-term marriages, and is associated with marital satisfaction, well-being, and high self-esteem. Supporting the separate roles of romantic love and obsession in long-term relationships, an analysis of a moderately large data set of community couples identified independent latent factors for romantic love and obsession and a subsample of individuals reporting very high levels of romantic love (but not obsession) even after controlling for social desirability. Finally, a meta-analysis of 25 relevant studies found that in long- and short-term relationships, romantic love (without obsession) was strongly associated with relationship satisfaction; but obsession was negatively correlated with it in long-term and positively in short-term relationship

Quelle: Does a Long-Term Relationship Kill Romantic Love?

Es geht also um die romantische Liebe und die Frage, wie sie eine Langzeitbeziehung übersteht.

Aus einer Besprechung der Studie:

Many believe that romantic love is the same as passionate love,“ said lead researcher Bianca P. Acevedo, PhD, then at Stony Brook University (currently at University of California, Santa Barbara). „It isn’t. Romantic love has the intensity, engagement and sexual chemistry that passionate love has, minus the obsessive component. Passionate or obsessive love includes feelings of uncertainty and anxiety. This kind of love helps drive the shorter relationships but not the longer ones.

Es erfolgt also eine Abgrenzung zwischen der romantischen Liebe und der leidenschaftlichen Liebe. Die Leidenschaftliche Liebe soll dabei durch ein Element der Zwanghaftigkeit von der romantischen Liebe zu unterscheiden sein, also das Gefühl, dass es nur noch den anderen gibt und man gar nichts anderes mehr wahrnimmt. Dagegen hat in der späteren romatischen Liebe dieser alleinige Bezug eine geringere Bedeutung.

Aus der Auswertung in der Besprechung:

The review found that those who reported greater romantic love were more satisfied in both the short- and long-term relationships. Companion-like love was only moderately associated with satisfaction in both short- and long-term relationships. And those who reported greater passionate love in their relationships were more satisfied in the short term compared to the long term.

Couples who reported more satisfaction in their relationships also reported being happier and having higher self-esteem.

Feeling that a partner is „there for you“ makes for a good relationship, Acevedo said, and facilitates feelings of romantic love. On the other hand, „feelings of insecurity are generally associated with lower satisfaction, and in some cases may spark conflict in the relationship. This can manifest into obsessive love,“ she said.

Wer es also schafft die romantische Liebe über die Jahre zu retten, der wird insgesamt mit seiner Beziehung zufriedener sein, bei denen, die eher gute Freunde werden, aber die romantische Liebe nicht mehr haben, wird es hingegen schwieriger und echte Bessenheit miteinander hält man nicht so lange durch, sie ist am Anfang nett, aber bei längerer Dauer kann sie eher zu Konflikten führen.

So gesehen keine so großartig überraschenden Neuigkeiten: Gute Beziehungen machen glücklich, wer sich nicht mehr romantisch liebt, sondern eher eine Zweckgemeinschaft gründet, bei dem kann es eher schiefgehen, und wer aus der Besessenheit nicht rauskommt, der hat eben auch nicht das passende Vertrauen zueinander aufgebaut und wird sich durch Eifersucht etc das Leben schwer machen.

In einer anderen Besprechung wird noch auf die Tricks, dies zu erreichen eingegangen:

What’s the secret?

“These people are often very relationship focused,” Acevedo told LiveScience. “Their relationship is something that is very central to their lives, something they spend time on, work on, really care about. They seem to resolve conflicts relatively efficiently and smoothly.”

Das ist bei der teilweise bestehenden Kurzlebigkeit unserer Gesellschaft sicherlich nicht immer einfach. Wo früher sozialer Druck und die Ächtung einer Trennung oft gar keine andere Möglichkeit boten als zusammen zu arbeiten, kann man heute auch viele Ehen oder eben nur Beziehungen hintereinander haben. Das „Prisoners Dilemma“, dass beide viel zu verlieren drohen, wenn sie investieren und der andere dann Schluß macht, sobald er eine bessere Option auf dem Partnermarkt findet, aber beide viel gewinnen können, wenn sie kooperieren wird immer riskanter, wenn Scheidungen normaler werden.

Es werden noch einige weitere Tipps genannt:

Other studies on building strong, romantic relationships also suggest the following may help:

  • Continue exploring and engaging in new activities and opportunities with one another.
  • Resolve conflicts as they occur, respectfully; don’t let conflicts simmer and build into something bigger over time.
  • Find something challenging to do together; a shared challenge can help bring you closer together if you work as a team.
  • Feeling that your partner is “there for you” is invaluable for a good relationship.
  • Guard against insecurity, as it can lead to spark relationship problems that otherwise wouldn’t exist.

Romance doesn’t have to turn into pure friendship over time, nor does it have to die a natural death in long-term relationships. Strive to keep the romance alive in your long-term relationship — it’s not as impossible as it may seem.

Das hat man auch schon alles an anderer Stelle gehört, aber es schadet ja nichts, es sich noch einmal bewusst zu machen.

Kosten des Sex für die Geschlechter und Evolution

Weil es immer wieder auftaucht und gerade bei den Geschlechterunterschieden der ganz wesentliche Selektionsdruck ist, hier einmal ein eigener Artikel zu den Unterschiedlichen Kosten des Sex bzw. der Fortpflanzung der Geschlechter und einigen evolutionären Schlußfolgerungen daraus:

Die potentiellen Kosten des Sex bzw. der Mindestaufwand für Sex sind zwischen den Geschlechtern unterschiedlich verteilt

  • Bei Frauen müssen für jede Fortpflanzung 9 Monate Schwangerschaft, eine riskante Geburt und danach die Stillzeit als Kosten eingeplant werden. Eine „billigere“ Herstellung von Nachwuchs ist für Frauen nicht möglich, allenfalls können sie das Stillen abgeben. Demnach hat Sex, der zu einer Schwangerschaft führen kann potentiell hohe Kosten
  • Männer müssen für jede Fortpflanzung die Kosten einer geringen Menge Sperma als Minimalkosten einplanen, die weiteren Kosten können sie theoretisch komplett an die Frauen abgeben. Sex ohne Verpflichtung ist insoweit kein hohes Risiko, die potentielle Investition kann gering sein, die genetische Entlohnung hingegen genau so hoch wie bei der Frau, da das Kind 50% der Gene des Vaters trägt

Diese grundsätzlichen und für Säugetiere wesentlichen Kosten muss man sich,wenn man evolutionäre Vorgänge zwischen den Geschlechtern nachvollziehen will, bewußt machen. Sie ist wesentlich für das Verständnis der evolutionären Entwicklung.

Des weiteren sollte man sich die sich daraus ergebenden Strategien überlegen, die die Geschlechter dann nutzen können, und das nach den Grundsätzen evolutionärer Spieletheorie.

Frauen können:

  • Frauen können akzeptieren, dass sie die Kosten im wesentlichen alleine tragen müssen und wenigstens bei dem, was der Mann zwangsläufig beisteuert auf Qualität achten. Das wäre dann ein Abstellen auf genetische Qualität. Dazu müssen Kriterien für diese Qualität erkannt und verwertet werden, üblicherweise also Aussehen oder eben Kriterien wie ob sich diese in direkter Konkurrenz der Spermien oder in einer Bestenauslese in Konkurrenz untereinander durchsetzen. Beim letzteren müsste dann die Frau also insbesondere Sieger einer intrasexuellen Konkurrenz aussuchen. (sie kann dann zudem versuchen Aufzugskosten an die Gruppe oder an Verwandte weiterzugeben).
  • Frauen können versuchen die Kosten der Schwangerschaft anteilig an die Männer abzugeben. Dabei haben sie den Nachteil, dass zwischen Sex und Geburt 9 Monate liegen, der Mann also jede Menge Zeit hat sich davon zu machen. Dazu kann die Frau gerade solche Männer aussuchen, die zum einen die Ressourcen haben oder bei denen zu erwarten ist, dass sie diese dauerhaft aufbringen können und diese dazu bringen, diese mit ihnen zu teilen.

Männer können:

  • versuchen den Kostenvorteil zu nutzen und mit möglichst wenig eigenen Kosten möglichst viele Nachkommen zu erzeugen
  • versuchen im Gegenzug gegen eine Übernahme bei den Kosten eine dauerhafte Vereinbarung dahingehend zu treffen, dass man möglichst viele Kinder gemeinsam produziert.

Hinzu kommt:

  • die hohe Unselbständigkeit menschlicher Kinder und deren große Förderungsmöglichkeit aufgrund der hohen Fähigkeit zur Spezialisierung und der langen Kindheitsphase.

Diese macht ein Setzen auf „Qualität“ also eine geringere Anzahl an Nachwuchs in Verbindung mit hohen Investitionen in diesen lukrativer und damit auch eine Kooperation der Geschlechter.

vgl auch:

„Männer konkurrieren/ Frauen wählen“ aus“ vs. „Beiderseitige Partnerwahl“

Geoffrey Miller stellt in einem Artikel zwei gegen einander stehende Theorien dar:

  • males-compete/females-choose (MCFC) model
  • mutual mate choice (MMC)

Das eine ist ein relativ einfaches Modell, bei dem die Männer um die Frauen konkurrieren und die Frauen diejenigen wählen, die sich in dieser Konkurrenz durchsetzen, dass andere ist ein Modell, bei der beide Geschlechter um die Gunst des jeweils anderen konkurrieren und beide auswählen.

Dem zugrunde liegt dieser Artikel, den Miller bespricht:

This article looks at the evolution of sex differences in sexuality in human beings and asks whether evolutionary psychology sometimes exaggerates these differences. According to a common understanding of sexual selection theory, females in most species invest more than males in their offspring, and as a result, males compete for as many mates as possible, whereas females choose from among the competing males. The males-compete/females-choose (MCFC) model applies to many species but is misleading when applied to human beings. This is because males in our species commonly contribute to the rearing of the young, which reduces the sex difference in parental investment. Consequently, sex differences in our species are relatively modest. Rather than males competing and females choosing, humans have a system of mutual courtship: Both sexes are choosy about long-term mates, and both sexes compete for desirable mates. We call this the mutual mate choice (MMC) model. Although much of the evolutionary psychology literature is consistent with the MMC model, the traditional MCFC model exerts a strong influence on the field, distorting the emerging picture of the evolved sexual psychology of Homo sapiens. Specifically, it has led to the exaggeration of the magnitude of human sex differences, an overemphasis on men’s short-term mating inclinations, and a relative neglect of male mate choice and female mate competition. We advocate a stronger focus on the MMC model.

Quelle: The Ape That Thought It Was a Peacock: Does Evolutionary Psychology Exaggerate Human Sex Differences

Mir leuchtet nicht ein, warum beiderseitige Wahl die generellen Unterschiede verkleinern sollte. Es führt lediglich dazu, dass die Unterschiede anders sein, muss sie aber nicht weniger ausgeprägt machen. Im Gegenteil: Wenn beide Geschlechter jeweils ihre eigenen Kriterien anlegen, was einen guten Partner macht und beide Geschlechter sich nach diesen Kriterien weiterentwickeln und diese besonders betonen, dann führt dies eher zu einer Vergrößerung der Geschlechterunterschiede.

Das beide Geschlechter auswählen erscheint mir gerade eine der Eigenarten, die den Menschen von vielen anderen Säugetieren unterscheiden. Wesentliches Kriterium ist hier aus meiner Sicht, dass der Mensch ungewöhnlich hohe Aufzuchtskosten für ein sehr unselbständiges Kind hat, die eine Zusammenarbeit beider Geschlechter erforderlich machen. Wenn aber eine solche Zusammenarbeit erfolgt und der Mann ebenso investiert wie die Frau, dann treten beiderseitige Kosten auf, die eine Auswahl des Partners und beiderseitige Strategien zur Umsetzung der jeweiligen Ziele zur Folge haben. ich hatte dieses hin und her der beiden Interessen bereits zB in dem Artikel „Versorgereigenschaften als Attraktivitätsmerkmale und Gründe für die Paarbindung“ dargestellt.

Richtig ist, dass auch männliche Wahl und deren Auswirkungen auf Frauen berücksichtigt werden muss. Und dann wieder die Reaktion der Frauen darauf. Und die Reaktion der Männer darauf. Aus einem recht einfachen Spiel, in dem nur eine der Seiten die Wahl hat, wird ein wesentlich komplizierteres Spiel, dass Reaktionen in viele Richtungen zulässt.

Miller sieht folgende Änderungen:

s. By contrast, MMC means that costly mate choice is worth doing even under conditions of social monogamy, low reproductive skew, and high parental care in both sexes. Thus, MMC models imply that individuals differ substantially in the “good genes,” “good resources,” “good parent,” and/or “good partner” benefits that they can bring to a relationship—and that these inequalities have persisted for thousands of generations, sustaining the incentives for mate choice. Most MMC models also yield strong assortative mating for these desired traits, which maximizes the heritable genetic variation in each trait, and the positive genetic correlations among traits (Hooper & Miller, 2008; Miller, 2007, 2010). Thus, MMC usually maximizes variance in “mutation load” across individuals, and maximizes the strength of the general genetic “fitness factor” that seems to underlie some of the variation in intelligence, personality, moral virtues, mental health, and physical health across people (Arden et al., 2009; Prokosch et al., 2005). The result of MMC is that we end up living in a species with the lowest level of genetic equality that any mating system could possibly produce (Miller, 2010). As a result, our mate preferences are likely to embody some principles of intuitive eugenics, with men assessing women (unconsciously) as egg donors, and women assessing men (unconsciously) as sperm donors. (By contrast, most MCFC models in EP have focused on mate preferences for nonheritable traits, such as youthful fertility or material resources, which raise fewer eugenic concerns.)

Weil Partnerwahl vielfältiger wird, wird sie auch immer bedeutsamer, selbst unter besonderen Bedingungen, an die man sich jeweils wieder anpassen und auf die jeweils wieder selektiert werden kann. Gerade sexuelle Selektion erzeugt zudem große Unterschiede, weil ein Signal einen Vorteil in der Partnerwahl bringen kann, aber ansonsten Nachteile (eben wie der Pfauenschwanz) und insofern alle Varianten verschiedene Trade offs zwischen beiden Extremen zulassen. Gerade bei extremer Partnerwahl werden vererbbare Merkmale immer wichtiger. Gerade dann muss man (bzw. das Genprogramm, dass das Begehren steuert) besonders taktisch vorgehen und die Partnerwahl immer mehr anhand dieser ausrichten.

Wie wirken sich Kinder auf den Wert auf den Partnermarkt aus?

Ein Freund von mir war recht lange Single, jetzt hat er schon seit einiger Zeit eine neue Freundin. Sie hat allerdings schon zwei Kinder aus erster Ehe. Er könnte sich glaube ich gut vorstellen, dass es etwas ernstes wird, sie leben zusammen, nachdem sie es anfangs recht langsam haben angehen lassen, auch wegen der Kinder und er versteht sich inzwischen auch mit ihnen gut.

Aber es bringt einem natürlich zum Nachdenken über die Situation.

Sie sagt beispielsweise, dass sie mit zweit Kindern ihre Familienplanung abgeschlossen hat, er selbst hat noch keins. Er müsste also effektiv auf eigene Kinder verzichten, auch wenn er natürlich Kinder um sich hätte und ein gutes Verhältnis zu ihnen aufbauen kann. Aber für den Fall einer Trennung würde es das für ihn eher noch schwerer machen, er hätte ja allenfalls ein relativ schwaches Umgangsrecht, dass er sich auch noch mit dem leiblichen Vater teilen müsste.

Für mich selbst wäre es schon gegenwärtig ein ziemlicher Ausschlußgrund, ich wäre zuversichtlich eine andere Frau ohne Kinder kennen zu lernen und würde mich insofern nur unter ganz besonderen Bedingungen darauf einlassen. Ich könnte mir vorstellen, dass viele Männer so denken und bei Frauen mit Kind erst einmal einen gewissen Abstrich machen, bei ansonsten gleichen Qualitäten in jedem Fall die Frau ohne Kinder vorziehen. Insofern kann aus einer sehr attraktiven Frau mit hohem Partnerwert eine Frau mit durchschnittlichen oder schlechten Partnerwert werden. Ich vermute, dass sich dadurch die Optionen erheblich einschränken oder diese eben ebenfalls Abstriche auf dem Partnermarkt hinnehmen müssen.

Was ich mir als Kombination gut vorstellen kann, ist wenn beide ein Kind haben. Da sind gute Optionen für eine Gleichwertigkeit gegeben.

Andere Probleme, die ich mir gut vorstellen kann:

  • der neue Partner wird von den Kindern nicht akzeptiert
  • gerade der Mann hat entsprechende finanzielle Altlasten über Unterhalt
  • der Umgang mit dem alten Partner führt zu Problemen in der neuen Beziehung
  • man muss zwangsläufig die neuen Kinder mitfinanzieren bei Urlaub etc,
  • Anfangsschwierigkeiten, weil der Partner mit Kindern besonders vorsichtig ist, damit sich die Kinder nicht an jemanden gewöhnen, mit dem es dann nicht klappt
  • Bevorzugung der eigenen Kinder
  • Eifersucht der „alten“ Kinder auf gemeinsame neue Kinder
  • Umgangskontakte können die Beziehung zusätzlich erschweren

Wie sind eure Erfahrungen mit dieser Konstellation? Ich habe mal nach Studien gesucht, aber keine gefunden. Wer eine kennt, der kann sie ja in den Kommentaren posten. Mich würde es interessieren, wie sich der erste Partner und der Partner, der sie/Ihn mit Kind nimmt, unterscheiden.

Was wollen schöne Frauen bei einem Partner?

Eine Studie beschäftigt sich damit, was schöne Frauen bei einem Partner wollen (via):

Abstract:

The current research tests the hypothesis that women have an evolved mate value calibration adaptation that functions to raise or lower their standards in a long-term mate according to their own mate value. A woman’s physical attractiveness is a cardinal component of women’s mate value. We correlated observer-assessed physical attractiveness (face, body, and overall) with expressed preferences for four clusters of mate characteristics (N = 214): (1) hypothesized good-gene indicators (e.g., masculinity, sexiness); (2) hypothesized good investment indicators (e.g., potential income); (3) good parenting indicators (e.g., desire for home and children), and (4) good partner indicators (e.g., being a loving partner). Results supported the hypothesis that high mate value women, as indexed by observer-judged physical attractiveness, expressed elevated standards for all four clusters of mate characteristics. Discussion focuses on potential design features of the hypothesized mate-value calibration adaptation, and suggests an important modification of the trade-off model of women’s mating. A minority of women— notably those low in mate value who are able to escape male mate guarding and the manifold costs of an exposed infidelity—will pursue a mixed mating strategy, obtaining investment from one man and good genes from an extra-pair copulation partner (as the trade-off model predicts). Since the vast majority of women secure genes and direct benefits from the same man, however, most women will attempt to secure the best combination of all desired qualities from the same man.

Quelle: Attractive Women Want it All: Good Genes, Economic Investment, Parenting Proclivities, and Emotional Commitment

Es ist insofern eine Überprüfung bestimmter Theorien innerhalb der evolutionären Theorie. Es geht darum, inwiefern Frauen, die aufgrund hohen Partnerwert eine große Auswahl haben, die Partnerwahlkriterien anwenden, die dort favorisiert werden.

Hier die Werte aus der Studie:

 was schöne Frauen wollen

was schöne Frauen wollen

 

Interessanterweise erhält Sexappeal einen recht hohen Wert, was insoweit Ansatzpunkte für „Game“ bietet. Überraschend ist aus meiner Sicht die geringe Wertung für Intelligenz, hier hätte ich mehr erwartet. Auch „Älter als sie“ erhält eine sehr hohe Wertung im Vergleich, die höchste aber hat Desire for Home and Children.  Allerdings geht es hier eben auch um die Heirat, also etwas ernstes, da werden die wenigsten Frauen einen Partner wollen, der von vorneherein erklärt keine Kinder zu wollen.

Die Partnerwahlkriterien wurden, wenn ich das richtig verstehe, allerdings teilweise durch Befragung der Frau ermittelt. Das ist sehr fehleranfällig, denn gerade so etwas wie Einkommen als Partnerwahlkriterium werden die Leute ungern zugeben und sich vielleicht auch gar nicht so bewusst  machen.

Fehleinschätzungen von sexuellem Interesse bei Männern und Frauen

Eine Studie zu den Einschätzungen des Interesses des anderen Geschlechts bei Männern bzw. Frauen:

The current research evaluated individual differences and contextual effects on men’s robust sexual overperception bias and on women’s tendency to be misperceived . Study 1 pioneered the use of a “speed -meeting” methodology which allowed for a direct calculation of sexual misperception by comparing measures of actual interest to measures of estimated interest across five interactions . As predicted , men demonstrated a robust sexual over -perception bias , a bias that was influenced by their mating strategy and physical attractiveness . Women , on the other hand , consistently underestimated men’s sexual interest in them , and physical attractiveness was a key predictor of their likelihood of being overperceived . Study 2 replicated the prediction tests from Study 1 and narrowed down the exploratory regression models to the most specific and robust effects , namely mating strategy and physical attractiveness . Study 3 examined the effects of testosterone (T ) on men’s sexual misperception by manipulating intrasexual competition in the lab . Men engaged in a computer game , which randomly assigned them to win or lose , against an unseen male competitor . After the game , each participant interacted with a trained female confederate posing as a participant , after which they rated her on multiple traits , including interest in her and his estimate of her interest in him . Salivary assays for T were collected before and after the game , and after interacting with the confederate . The results of the experiment demonstrated that although the competition outcome did not affect men’s T , changes in T during the interaction with the woman predicted men’s sexual misperception . The more attractive the man found her , and the more interested he was in her , the more his T increased during their interaction and the more he overperceived her interest . Taken together , these studies indicate that far from a simple sex difference , men’s overperception bias is predictably nuanced and specific

Quelle: Sexual misperception : individual differences and context effects

Es ist meiner Meinung nach kein überraschendes Ergebnis. Für Männer ist es günstig kleine Anzeichen überzubewerten, da sie dann eher handeln werden und sich weniger Gelegenheiten entgehen lassen. Da sie die geringeren Fix-Kosten von Sex tragen lohnt es sich für sie eher jede Gelegenheit zu nutzen.

Für Frauen hingegen lohnt es sich eher mißtrauisch zu sein und das Interesse der Männer zu unterschätzen. Denn bei einer Überbewertung verlassen sie sich eher auf ein potentielles Bindungsinteresse des Mannes, dass evtl gar nicht vorhanden ist. Zudem wäre es gerade bei sehr schönen Frauen störend, wenn sie das gesamte Interesse, dass sie zwangsläufig generieren, auch so wahrnehmen würden. Es bringt ihnen wenig Vorteile, hier stets daran zu denken, dass alle mit ihr schlafen wollen. Die Ergebnisse passen insoweit zur Sexual Strategies Theory

Dass ein Zusammenhang mit Testosteron besteht ist auch verständlich, denn Testosteron steuert zum einen Erregung und zum anderen Selbstvertrauen. Gerade bei einer großen Differenz wäre sie für den Mann ein besonders hoher Gewinn, da er mit wenig Arbeit seine Gene weitergeben kann. Um so erregter er ist, um so eher sollte er insoweit auch Anzeichen überbewerten.

Dagegen sprechen natürlich die Kosten eines erfolglosen Anmachversuchs. Die können in Abwertung in der Gemeinschaft etc bestehen, aber auch dies ist bei einer fremden Frau und ohne Freunde in der Nähe nicht hoch.

Interessant auch die Auslegung der Studie bei Onyx: Im wesentlichen ein „Da seht ihr mal wie Männer sich überschätzen“. Ich habe dort ebenfalls auf die Sexual Strategies Theorie verwiesen, es kam aber eher nicht an.

Dabei halte ich es für einen um so näher liegenden Schluss, wenn man bedenkt, wer die Studie gemacht hat: Carin Jeanne Perilloux hat im Busslab ihren Postdoc gemacht, also in dem Labor von David Buss. Der die Sexual Strategies Theory entwickelt hat und Mitautor der Studie ist.

Biologische Unterschiede zwischen Mann und Frau und Diskriminierung aufgrund von Rollenbildern

Creaturiv führt in einem Kommentar an, dass meine Meinung widersprüchlich sei.

 Du kannst dich entscheiden: Entweder du propagierst dein Rollenbildergefängnis in das du dich selber einsperrst. Dann ist das aber auch dein Problem und jammer nicht rum und wundere dich auch nicht, wenn andere sich nicht mit dir einsperren lassen wollen und sich dagegen wehren.

Also im wesentlichen:

  • Zum einen würde ich davon ausgehen, dass sich die Geschlechterrollen aus der Biologie ergeben
  • Zum anderen würde ich mich gleichzeitig durch die Geschlechterrollen diskriminiert fühlen.

Die Widersprüchlichkeit ergibt sich allerdings meiner Meinung nach nur aus einem Fehlverständnis meiner Ansichten, so dass ich diese noch einmal klarer formulieren sollte:

Es gibt bestimmte Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Die geschlechtliche Identität und bestimmte Ausprägungen von Eigenschaften und auch das, was heterosexuelle Männer und Frauen aneinander körperlich und geistig attraktiv finden zeigen Abweichungen.

Diese werden an verschiedenen Sonderfällen und Vorkommissen deutlich, die ich hier noch einmal gebetsmühlenartig wiederhole:

Diese Unterschiede sind aber, wie man auch gerade an diesen Fällen sieht, nicht absolut auf den Phänotyp ausgerichtet und immer gleich. Die Ausprägung bestimmter Fähigkeiten ist bei Mann und Frau verschieden, es handelt sich um zwei Normalverteilungen mit unterschiedlichen Mittelwert, deren Träger überlappen.

Das bedeutet, dass es sehr „männliche Frauen“ und sehr „weibliche Männer“ gibt, aber eben deutlich weniger als männliche Männer und weibliche Frauen. Hinzu kommt, dass der Phänotyp wie man an den CAIS Frauen sieht, ganz überwiegend nur mittelbar genetisch festgelegt wird, er hängt insofern eher von dem postnatalen Testosteron ab, also dem Testosteronspiegel nach der Geburt, während viele geistige Eigenschaften auch einen Zusammenhang mit dem pränatalen Testosteronspiegel in enger Verbindung stehen.

Hieraus wiederum folgt, dass ein Rückschluß vom Phänotyp auf die geistigen Eigenschaften bei einer Einzelperson nicht möglich ist, sondern nur im Schnitt der Personen.

Gleichzeitig bedeutet eine Normalverteilung mit starker Überlappung eben auch, dass grundsätzliche Fähigkeiten in den Fertigkeiten bei beiden Geschlechtern vorhanden sind. Aber Frauen haben beispielsweise im Schnitt bessere Fähigkeiten für das Erlernen einer Fremdsprache als Männer. Was nicht bedeutet, dass Männer nicht auch eine Fremdsprache lernen können und einzelne Männer in diesen Bereichen nicht besser sind als einzelne Frauen.

Gleichzeitig gehe ich davon aus, dass Bereiche, für die bessere Fähigkeiten vorhanden sind, für die ein Geschlecht im Schnitt optimiert ist, von diesem auch häufig besser und schneller und mit mehr Spass gelernt werden können.

Ein Beispiel aus dem Nichtgeschlechtlichen Bereich ist eine Begabung für Musik: Natürlich kann man ein Kind zwingen Fertigkeiten im Geige spielen zu erlangen. Aber ein Kind, dass eine Begabung für Musik hat, das merkt, das es die notwendige Fingerfertigkeit hat und gleichzeitig das feine Gehör dafür, das merkt, dass es schnelle Fortschritte macht und die Tonhöhen schnell und gut auseinander halten kann wird den Unterricht eher mögen und besser werden als ein Kind, dass die Fingerfertigkeit hierfür nicht besitzt, das sich konzentrieren muss, um die genaue Tonhöhe zu hören, das merkt, dass es in der Klasse zurückbleibt und für jeden kleinen Schritt härter arbeiten muss als andere Kinder.

Ebenso geht es denke ich in vielen Bereichen. Frauen wählen ihre Studienrichtung, weil sie dieses Fach anspricht, weil es sie interessiert, weil sie merken darin Fortschritte zu machen. Und das liegt eben auch an den oben genannten Unterschieden, weil diese im Schnitt zu eben diesen Fächern passen. Bei Sprachen hatte ich das bereits ausgeführt. Bei vielen sozialen Bereichen passt dies zur klassisch weiblichen Stressreaktion „tend and befriend“ eben besser als zum männlichen „fight or flight“. Aber natürlich sind auch in diesem Bereich unterschiedliche Betrachtungsweisen möglich, Männer nicht unsozial, Helfen und unterstützen ebenso wie Gerechtigkeit auch immer wichtig für Männer gewesen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die sexuelle Selektion gerade im geistigen Bereich in Bezug auf Verhalten und Attraktivität. Ich hatte hierzu bereits verschiedene Artikel, die dies erläutern. Hinzu kommt die Arbeitsteilung, die zwischen den Geschlechtern praktiziert wurde.

Wie wirkt sich dies nun auf die Geschlechterrollen aus?

1. Einzelperson ist nicht der Schnitt

Zum einen folgt daraus zunächst erst einmal, dass man von einer Einzelperson nicht verlangen kann sich typisch für sein Geschlecht zu verhalten. Ein Mann, der lieber weibliche Sachen macht, ist nicht „unnatürlich“. Er sitzt nur auf einem äußeren Ende der Normalverteilung. Er ist deswegen nicht weniger Mensch als jeder andere Mensch auch.

2. Die Unterschiede sind nicht absolut, sie legen nur die Grundlagen und erklären Verteilungen von Begabungen und Motivatione

Auch nicht durch biologische Unterschiede gestützt wäre es, bei einfachen Tätigkeiten darauf zu verweisen, dass man sie nicht übernehmen wird. Es ist eine unzulässige Übertreibung der Unterschiede.

Beispiele sind die von Creaturiv erwähnten einfachen Tätigkeiten wie Kochen oder der Zusammenbau eines Ikearegals.

Kochen ist eine recht einfache Tätigkeit (im Grundsatz) bei der man lediglich gewissen Grundvorgaben des Rezepts folgt. Es ist für jeden Menschen relativ leicht erlernbar. Männern die Kochfähigkeit abzusprechen oder zu meinen, dass man als Mann nicht kochen kann, ist daher ein Irrtum.

Ebenso ist ein Ikeaplan üblicherweise kein unüberwindbares Hindernis. Eine Frau kann das ohne Probleme hinbekommen.

Hier wirken sich übersteigerte Rollenvorstellungen aus, aber gleichzeitig auch die Geschlechterrollen. Denn die meisten Männer wird es nach meiner Meinung eher interessieren, wie sich die Bretter zu einem Schrank zusammenfügen. Es spricht ihr räumliches Vorstellungsvermögen an und ihre Lust Systeme zu erkennen. Frauen hingegen interessiert im Schnitt eher das Endprodukt. Wenn sie das erhalten können, ohne sich mit dem Aufbau zu beschäftigen, dann werden sie dies wahrscheinlich eher hinnehmen und deswegen nicht böse sein (im Schnitt). So verbleiben mehr Frauen, die natürlich lernen könnten, wie man so ein Regal aufbaut, bezüglich dieses Wissens im Dunklen, einfach weil es auch mit zunehmenden Alter immer mehr Männer gibt, die das Wissen bereits haben und es sich nicht erarbeiten müssen und demnach gerne bereit sind, beim Aufbau zu helfen.

3. Sexuell ansprechendes Verhalten kann nicht in jeder Ausprägung verlangt oder erwartet werde

Gerade bei Unterschieden, die auf sexueller Selektion beruhen, kann keine beliebige Ausgestaltung erfolgen.

Ich versuche, das am Beispiel des „Geld für Frauen ausgeben“ zu erläutern.

Zwar mag es so sein, dass Frauen einem Selektionsdruck unterlagen, der dazu führte, dass sie einen Versorgerpotentials ansprechend finden un daher auf entsprechende Anzeichen, wie das ausgeben eines Drinks, positiv reagieren können (wenn es nicht lediglich ein Signal ist, dass der Mann meint sich Gesellschaft und Aufmerksamkeit mit einem Drink erkaufen zu müssen).

Ein Mann kann beispielsweise nicht zu einer Frau sagen: „Ich habe evolutionär ein Schönheitsideal entwickelt, dass insbesondere sportlich-schlanke Frauen gut findet, weil mir Muskeln einen guten Rückschluß auf deine genetische Fitness und Versorgungslage ermöglichten und ein flacher Bauch leichter erkennen läßt, ob du bereits schwanger bist, also gehe ins Fitnessstudio, wir treffen uns in einem Monat wieder“. Jetzt zu erwarten, dass sie mit den Schultern zuckt und eifrig trainiert um ihn dann in einem Monat wiederzutreffen würde wohl lebensfremd sein, ungeachtet dessen, dass es dennoch biologisch richtig sein könnte. Dessen ungeachtet kann er natürlich beschliessen, dass er nur mit Frauen ausgeht, die diesen Vorlieben entsprechen. Dennoch wäre seine Erwartung, dass sie seinen Anforderungen Folge leistet, vermessen.

Ebenso ist es bei einem Drink: Es mag sein, dass es sie anspricht, wenn er sich als guter Versorger darstellt. Es mag sein, dass sie es als Anzeichen sieht, dass er bereit ist in sie zu investieren. Es mag sein, dass dies biologische Hintergründe hat und es sie aufgrund dieser tatsächlich anspricht. Aber das gibt ihr kein Recht Forderungen an ihn zu stellen, die er erfüllen muss.

4. Biologie disponiert lediglich, sie determiniert nicht.

Auch gern übersehen wird, dass unsere Biologie ganz überwiegend keine Detailanweisungen, sondern Wünsche und Begierden vorgibt. Wir sind nicht zu einer Handlung verdrahtet wie ein Insekt oder ein anderes einfaches Tier, sondern haben WÜnsche und Begierden, die wir dann mit Hilfe unserer Intelligenz umsetzen können oder eben nicht (vgl. Warum die Steuerung über Gefühle so effektiv ist, gerade bei hoher Intelligenz).

Es ist also natürlich nicht in unseren Genen gespeichert, dass eine Frau erst dann einen Mann attraktiv finden kann, wenn er ihr einen Drink ausgegeben hat. Attraktivität ist bei uns eine Gemengelage aus verschiedenen Faktoren, aber nicht bestimmten Handlungen.

Es wäre etwas anderes, wenn wir die Fortpflanzungstaktiken von Geparden hätten. Dort benötigen die Weibchen eine Hetzjagd von mehreren Stunden durch die Männchen um überhaupt Fortpflanzungsfähig zu sein (was auf Männchen selektiert, die das durchhalten). Die Furchtbarkeit der Frau setzt aber solche Handlungen nicht voraus.

Hinzu kommt, dass viele Attraktivitätsmerkmale gegeneinander stehen. Der Großzügige Mensch mag das eine sein und anziehend wirken (aus dem Handicap Prinzip heraus), es mag aber auch anziehend sein, wenn sich jemand nicht ausnehmen läßt und zeigt, dass er sich genug Wert zumisst, um sie nicht bestechen zu müssen (im Pickup würde man darauf abestellen, dass jemand, der sich weniger einschleimen muss, wohl andere Angebote haben wird (preapproved by other women, es betrifft also den Neediness-Faktor).

Zudem mag es auch einen Gerechtigkeitsfaktor geben, wonach der Frau bewußt ist, dass er ihr nichts ausgeben muss und dieser mag gerade im Verbindung mit der Betrachtung seines Partnerwerts stehen.

5. Viele Gesten sind zu klein um überhaupt durch diese Grundlagen gedeckt zu sein

Natürlich können Faktoren wie Großzügigkeit, Reichtum, Status sexuell selektiert werden. Aber all diese sind durch einen 5 € Drink nicht nachzuweisen. Einen Drink auszugeben ist daher heutzutage kein Nachweis all dieser Fähigkeiten.

Zudem denke ich, dass die Selektion auch hier sorgfältiger verläuft. Jeden Mann attraktiv zu finden, der ihr einen Drink ausgibt (oder Steinzeitlicher ein Stück Fleisch) wäre mit erheblichen Nachteilen verbunden, da ein Stück Fleisch ein kleiner Preis sind, insbesondere zu den Entstehungs- und Aufzuchtskosten eines Kindes, die Folge von Sex sind. Die passenden Signale sollten daher schon etwas mehr über den potentiellen Paarungspartner aussagen. Dabei könnten solche Faktoren zwei unterschiedliche Werte anzeigen:

  • Eine Verbundenheit mit ihr aus der heraus er Ressourcen mit ihr teilt
  • Die allgemeine Verfügbarkeit von Ressourcen, die es wahrscheinlicher machen, dass er genug hat um es zu teilen.

Beides läßt sich mit dem Drink nicht erreichen.

5. Naturalistischer Fehlschluß

Biologisch ist nicht gut. Schon gar nicht in jeder Übersteigerung. Wenn sie es sexy findet, dass er ein Versorger ist, dann ist auch nicht jede Versorgerhandlung von ihm zu erwarten und jede Versorgungserwartung hinzunehmen. Ansonsten könnte man eben verlangen, dass er ihr sein gesamtes Vermögen überschreibt und das unproblematisch wäre.

Warum ist körperliche Schönheit für Männer ein wichtigeres Partnerwahlkriterium?

Der Mann legt üblicherweise einen höheren Wert auf Schönheit als die Frau:

Das Männer optischer geprägt sind als Frauen zeigt sich auch, wann immer eine hübsche Prominente etwas mehr Haut zeigt. Die Fotos sind nicht selten das Gesprächsthema des Tages und die entsprechenden Seiten mit den Fotos haben enorme Zugriffszahlen.

Die Beispiele reichen dabei durchaus weiter zurück:

Ein Beispiel aus jüngster Zeit ist Scarlett Johanssons Spiegel Bild (NSFW), auf die Verlinkung diverser weiblicher Promis, die ohne Unterwäsche aus Autos steigen verzichte ich einfach mal.

Eine gleiche Begeisterung für Nacktbilder männlicher Stars auf Seiten der Frauen

Ein Gedanke dazu, warum Schönheit bei der Partnerwahl wichtiger für den Mann ist als für die Frau kam mir neulich:

Die Bewertung von Schönheit erfolgt nach Kriterien, die auf die Fruchtbarkeit und allgemeine Gesundheit der Frau abstellen.

Diese Kriterien sind sehr wesentlich für das „ob“ des Kinderkriegens, also die Zeit von der Befruchtung bis zur Geburt. Hierbei geht es darum, ob die Frau überhaupt auf die Welt kommen kann und ob die Frau und das Kind die Geburt überleben. Hierauf zu selektieren macht für den Mann wesentlich mehr Sinn als für die Frau, weil für den Körper des Mannes das Kind eine wesentlich geringere Anforderung hat.

Wenn das Kind hochintelligent wäre (dank einer schlauen Mutter) aber die Mutter mitsamt dem Kind an den Strapazen der Schwangerschaft oder Geburt stirbt bringt dem Vater die Intelligenz des Kindes nichts. Die Bewertung des Mannes erfolgt insoweit weit weniger nach dem „Ob“ als nach der nachfolgenden Versorgungsphase bzw. das Ob des Mannes ist weniger direkt mit seinem Körper verbunden als bei der Frau. Denn auch ein schwacher Mann mit hohem Status kann ein guter Versorger sein, eine schwache Frau hingegen (schwach im Sinne von Gesundheit, nicht im Sinne von Muskelkraft) schafft es möglicherweise nicht, die Strapazen der Geburt zu überstehen.

Für den Mann hängt die Frage, ob er überhaupt Kinder bekommt wesentlich mehr von körperlichen Voraussetzungen der Frau ab als bei der Frau. Die körperlichen Voraussetzungen stellen in sofern bei der Frau die Grundbedingung für das Kinderkriegen dar. Beim Mann ist dies aus der Sicht der Frau nicht der Fall. Hier regelt die Schönheit wesentlich mehr das „Wie“ (im Sinne der Qualität des Kindes sowohl in Betracht auf die Gene als auch die Aufwachsbedingungen) bzw. das Risiko des „ob“ ist für sie geringer (da Impotenz und Unfruchtbarkeit meiner Vermutung nach weniger verbreitet waren als Fehlgeburten und Todesfälle im Kindsbett unter steinzeitlichen Bedingungen). Hinzukommt, dass die Befruchtung bei Menschen nicht selten eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. In dieser Zeit zumindest vielen aber gleichzeitig Werbekosten für die Aufrechterhaltung der Beziehung als auch Opportunitätskosten im Bezug auf andere Paarungsgelegenheiten an, die die Frage, ob diese Investition sinnvoll ist, eher von dem „Ob“ abhängig machten. Frauen konnten bei Männern körperliche Mängel eher nicht beachten (insbesondere wenn sie durch geistige Vorzüge ausgeglichen wurden) als Männer.

Dies könnte dazu geführt haben, dass Männer körperliche Schönheit als eines der wichtigsten Kriterien bei der Partnerwahl ansehen. Ein weiterer Grund ist, dass ein weniger intelligenter Mann als seine Partnerin ebenso wie ein weniger statushoher Mann einer Partnerin eine höhere Gefahr hat, dass die Beziehung schief geht, da sie ihn als schlechte Partie ansieht.